Forschung · Orte
Sondershausen
Reise 1568 (und 1569) · 1568 · heute Sondershausen, Thüringen
Der Eintrag
Sondershausen
heute: Sondershausen, ThüringenReise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte
Erste Station. Am Hof der Grafen von Schwarzburg legt Rhenanus sein Beglaubigungsschreiben vor, wird zum Nachtessen geladen und verbringt zwei Stunden bei Tisch mit den Räten — über die Entstehung Frankenhausens, das Stadtsiegel und die Saline von Salins.
Der Reisebericht beginnt nicht an einem Salzwerk, sondern bei Hofe. „Nach Empfang des eben genannten Beglaubigungsschreibens habe ich mich aufgemacht und bin nach Sondershausen gezogen“, schreibt Rhenanus. In der Kanzlei lässt er sein Anliegen vortragen; anwesend sind „nur Graf Hans Günther und Graf Albrecht“. Noch am Abend wird er ins Schloss gerufen.
Die Antwort der Grafen ist freundlich und aufschlussreich zugleich: „obwohl es bedenklich wäre, einen jeden in das Geheimnis ihres Salzwerks zu lassen“, wollten sie dem Landgrafen willfahren und hätten „an ihre Beamten geschrieben und befohlen hätten“, ihn zu unterrichten. Rhenanus erhält den schriftlichen Befehl an die Beamten zu Frankenhausen und wird zum Nachtessen bei den Räten behalten.
Bei Tisch sitzt Doktor Johann Bayr, „ein geborener Franke, der auch Pfänner in Frankenhausen ist“. Auf die Frage nach der Entstehung des Salzwerks erklärt er, man finde „in keinem Archiv etwas“, nennt aber eine Schenkung aus der Zeit Kaiser Heinrichs IV., einen Vertrag von 1312 zwischen den Landgrafen zu Thüringen und den Grafen zu Schwarzburg und als „älteste Denkmal“ das Stadtsiegel, „worin ein Salzknecht — den sie einen Nappenknecht nennen — steht, der zwei Eimer mit Sole trägt“.
Derselbe Doktor war in Salins in der Freigrafschaft gewesen, „wovon sich der König von Spanien einen Grafen zu nennen pflegt“, und beschreibt den dortigen Salzbrunnen in einem Gewölbe, „unter dem sich wohl das ganze Schloss Sondershausen verbergen könnte“, mit Treppen, „die so angelegt sind, wie vorzeiten die Amphitheater gewesen sind“. Rhenanus schreibt es auf und kennzeichnet es als Bericht aus zweiter Hand.
„und so haben wir an diesem Abend zwei Stunden bei Tisch damit zugebracht“. Am nächsten Morgen fährt der Schwarzburger Baumeister Bernt Pfeifer mit ihm nach Frankenhausen.
- Bd. 2, S. 733 Lesetext — Ankunft in der Sondershäuser Kanzlei
- Bd. 2, S. 734 Lesetext — Antwort der Grafen: das Geheimnis ihres Salzwerks
- Bd. 2, S. 735 Lesetext — Doktor Johann Bayr, Pfänner in Frankenhausen
- Bd. 2, S. 737 Lesetext — Stadtsiegel mit dem Nappenknecht; Salins
- Bd. 2, S. 738 Lesetext — Zwei Stunden bei Tisch
Auf der Karte: Sondershausen auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
Dauerhafte Adresse: https://salzbibel.de/ort.php?id=sondershausen.
Korrekturen und Ergänzungen zu dieser Seite nimmt das Feedbackformular entgegen; Näheres zur Arbeitsweise steht auf der Seite Editionsgrundsätze.