Melsungen
Lebensort · um 1528 · heute: Melsungen, Hessen · 51.1319° N, 9.5486° O · zur Karte
Melsungen an der Fulda ist der Ort, mit dem die Lebensbeschreibungen beginnen: Um 1528 sei Johann Rheinlandt hier geboren worden, der sich als Student nach Gelehrtenart zu Rhenanus latinisierte. Das Geburtsjahr ist errechnet, nicht belegt; die Eltern sind unbekannt. So steht es in der Neuen Deutschen Biographie und bei Hermann Cramer (1879), auf den fast alle späteren Darstellungen zurückgehen.
Die Salzbibel spricht von der Herkunft ihres Verfassers nicht. In der Widmung nennt Rhenanus Hessen „meines geliebten Vaterlandes“ und Sooden den „Ort und Winkel des Fürstentums“, an den Landgraf Philipp ihn gesetzt habe — mehr Biographie gibt er nicht preis.
Melsungen kommt in der Handschrift dennoch vor. Am 16. Juli 1567 unterzeichnete Landgraf Wilhelm hier ein Schreiben an „unseren Pfarrherrn, Salzgrafen, Rentmeister, Schultheißen und andere unsere Befehlshaber in Sooden“, in dem er sich beschwert, dass sechzig Werk Salz ausgefallen seien, und 8.000 Werk im Jahr verlangt — „denn wir bedürfen jetzt vielen Geldes“.
Elf Jahre später taucht der Ort noch einmal auf, im Archivverzeichnis der Miszellen: Ein Hartmann Höler antwortet 1578 „wegen der Dielen, die zu Melsungen fürs Bergwerk geschnitten werden sollten“ — Bauholz für den Kohlenstollen am Meißner.
Nach der Literatur (Cramer, Klepsch) heiratete Rhenanus eine Melsungerin, Catharina Braun, Tochter des Rentschreibers Jost Braun. Das Jahr schwankt: Die NDB nennt 1556, Wikipedia und der Geschichtsverein Melsungen 1566. Beides lässt sich von hier aus nicht entscheiden.
Belege in der Salzbibel (Faksimile in ORKA):
- Bd. 1, S. 25 — Widmung: „meines geliebten Vaterlandes“
- Bd. 3, S. 30 — Mahnschreiben Landgraf Wilhelms, gegeben zu Melsungen, 16. Juli 1567
- Bd. 2, S. 1005 — Dielen, die zu Melsungen fürs Bergwerk geschnitten werden sollen, 1578