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Lüneburg
Wirkungsort (ein Besuch ist in der Salzbibel nicht beschrieben) · 1552–1576 · heute Lüneburg, Niedersachsen
Der Eintrag
Lüneburg
heute: Lüneburg, NiedersachsenWirkungsort (ein Besuch ist in der Salzbibel nicht beschrieben) 1552–1576 auf der Karte
Die reichste Sole, die man kannte, und das Vorbild der bleiernen Pfannen. Die Instruktion von 1568 nennt Lüneburg als Ziel; das Reisebuch beschreibt keinen Besuch. Rhenanus besaß aber einen Bericht der drei Sülzmeister und eine eigene Aufzeichnung über die Lüneburger Sole.
Lüneburg war im 16. Jahrhundert das große Salzwerk Norddeutschlands. Im fünften Buch der Salzbibel steht ein Gutachten von 1552 über den Vorschlag, in Sooden „bleiernen Pfannen“ zu versuchen „wie zu Lüneburg“: Weil „die Salzsole zu Lüneburg … die allerreichste Sole ist, die man hierum kennt“, tauge das Verfahren für die schwache Sooder Sole nicht; am besten hole man „einen Lüneburger Salzknecht“ — „denn man lässt sie nicht leicht anderswohin ziehen“.
Die Instruktion vom 28. Juni 1568 nennt Lüneburg unter den Zielen der Reise. Das Reisebuch aber endet mit Groß Salza und sagt ausdrücklich, weiter von anderen Salzwerken zu schreiben habe Rhenanus „für unnötig erachtet“. Eine Beschreibung Lüneburgs aus seiner Hand gibt es in der Salzbibel nicht.
Kenntnisse hatte er trotzdem. Im Archivverzeichnis stehen der „Bericht der drei Sülzmeister zu Lüneburg, Georg Tobing, Hartwig Semmelbeck und Benedikt Töppen, dass ihre Sole ab- und zunehme“ — genau die Frage, die er 1568 überall stellte — und ein „Anzug und Bericht, was die Sole zu Frankenhausen, Suleben, Artern, Halle in Sachsen, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza, Sülldorf, Lüneburg, Salzdiepen und Salz zur Helle halten, ebenso wie viel Werk in jedem wöchentlich gesotten werden können, aufgezeichnet durch Johann Rhenanus“.
Diese Liste ist aufschlussreich: Sie enthält die Orte der Reise von 1568 und dazu Sülldorf, Lüneburg, „Salzdiepen“ und „Salz zur Helle“ — also auch Werke, die im Reisebuch fehlen. Woher die Zahlen stammen, ob aus eigener Messung, aus Briefen oder aus fremden Berichten, ist nicht zu sagen.
Lüneburger Fachleute begegnen ihm unterwegs: In Aschersleben hatte man „einen Kunstmeister von Lüneburg, Georg Rose genannt“, geholt; ein „Georg Rese, Sülzmeister zur Zelle im Land zu Lüneburg“, bot eine Kunst an, „wie man das wilde Wasser von der Sole scheiden könne“. Die Literatur (Klepsch, Maurer) rechnet Lüneburg zu den Reisezielen ab 1567 — die Salzbibel belegt das nicht.
- Bd. 2, S. 425 Lesetext — Die Lüneburger Sole, die allerreichste
- Bd. 2, S. 428 Lesetext — Ein Lüneburger Salzknecht
- Bd. 2, S. 729 Lesetext — Lüneburg als Ziel der Instruktion
- Bd. 2, S. 828 Lesetext — Georg Rose, Kunstmeister von Lüneburg
- Bd. 2, S. 924 Lesetext — Rat, einen Lüneburger Salzknecht zu holen, 1552
- Bd. 2, S. 994 Lesetext — Georg Rese, Sülzmeister zur Zelle
- Bd. 2, S. 1026 Lesetext — Bericht der drei Sülzmeister zu Lüneburg
- Bd. 2, S. 1027 Lesetext — Anzug über die Sole der Salzwerke, auch Lüneburg
Derselbe Ort im anderen Bestand
Lüneburg (in der Salzbibel genannt)
Auf der Karte: Lüneburg auf „Rhenanus’ Wirken“.
Dauerhafte Adresse: https://salzbibel.de/ort.php?id=lueneburg.
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