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Groß Salza
Reise 1568 (und 1569) · 1568 · heute Bad Salzelmen (Schönebeck), Sachsen-Anhalt
Der Eintrag
Groß Salza
heute: Bad Salzelmen (Schönebeck), Sachsen-AnhaltReise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte
Letzte Station der Reise, „in allem beinahe so eingerichtet wie das zu Staßfurt“: zwei Brunnen, eine Rosskunst mit Eimern, eine mit Schläuchen, 32 Bothe. Weil Saale und Elbe das Holz bringen, geht das Salz gut ab. Das Verbot, die Knechte zu betrügen, gilt „bei Hängen“ — und wird wenig eingehalten.
Groß Salza, heute Bad Salzelmen bei Schönebeck, ist die letzte beschriebene Station der Reise von 1568 — und Rhenanus sagt selbst, warum er sich kurz fasst: „Dieses Salzwerk ist in allem beinahe so eingerichtet wie das zu Staßfurt.“
Zwei Brunnen, zwei Rosskünste: eine mit großen Schöpfeimern wie in Staßfurt, „die andere aber mit Schläuchen“. Die Schlauchkunst steht „in dem grundlosen Brunnen, in dem die Sole oben sehr gering ist und allein die tiefere mit den Schläuchen aus der Tiefe geholt wird“; die Eimerkunst auf dem anderen, „der über 50 Ellen tief ist“. Die Brunnen seien vom Grafen von Hackeborn erbaut, mit Tannenholz gefasst, 32 Bothe gebaut, „so dass es unnötig ist, das alles zu wiederholen“.
Ein Vorzug: „weil sie wegen der nahe fließenden Saale und Elbe gut Holz bekommen können, geht das Salz gut ab, und es ist großes Gedränge darum“. Die Kehrseite: Die Pfänner können „kaum ihren Salzknechten die Betrügereien, mit denen sie umgehen, wehren“. Es werde „bei Hängen und bei hohen Leib- und Geldstrafen verboten, aber wenig eingehalten“.
Und ein Sittenbild: Die Pfänner seien fast alle vom Adel und hätten die Verwaltung über Stadt und Werk, „so ist doch das ständige Bankettieren, Prunken und die Hoffart so groß, dass sich selten einer findet, der vortreffliche Nahrung hat; und in dieser Hinsicht stehen die Staßfurter etwas besser“.
Damit endet der Bericht der ersten Reise: „Weiter von anderen Salzwerken zu schreiben habe ich für unnötig erachtet; wenn man aber doch Bericht davon begehrt, wird in meinen Miszellen angezeigt werden, wo dieser zu finden ist.“ Lüneburg, Salzdetfurth, „Salz zur Helle“ und Bodenfelde, die die Instruktion nannte, kommen im Reisebuch nicht mehr vor.
- Bd. 2, S. 844 Lesetext — Beinahe wie Staßfurt; zwei Rosskünste
- Bd. 2, S. 845 Lesetext — Der grundlose Brunnen; Holz von Saale und Elbe
- Bd. 2, S. 846 Lesetext — Bei Hängen verboten; Bankettieren und Hoffart; Ende des ersten Berichts
Derselbe Ort im anderen Bestand
Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza (in der Salzbibel genannt)
Auf der Karte: Groß Salza auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
Dauerhafte Adresse: https://salzbibel.de/ort.php?id=gross-salza.
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