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Frankenhausen
Reise 1568 (und 1569) · 1568 · heute Bad Frankenhausen, Thüringen
Der Eintrag
Frankenhausen
heute: Bad Frankenhausen, ThüringenReise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte
Die erste Messung der Reise: 102 Lot rohe Sole, 16 Lot Salz — und zum Vergleich die Auleber Sole mit gut zwei Lot. Brunnen, Wasserkünste, 117 Kothen, Löhne und Zoll werden beschrieben. Die Salzgrafen kennen als Probe nur das frische Ei.
In Frankenhausen geht es an die Arbeit. Kaum sind die Beglaubigungsschreiben angenommen: „Sogleich habe ich einem meiner Diener das Probiergerät zustellen, die Sole holen und nach dem Essen proben lassen“ — Ergebnis: hundertzwei Lot Gewicht der rohen Sole und sechzehn Lot an gereinigtem Salz. Weil zufällig auch Sole von Auleben zur Hand ist, probt er sie mit: „nicht mehr als zwei Lot anderthalb Quentchen“, „wie ich es auch schon früher befunden hatte“.
Dann der Brunnen. Er „kommt aus weißem Gipsgrund, wie auch der zu Sooden“, ist in einem hölzernen Schacht von 25 Ellen gefasst; „das Holz ist noch sehr frisch, wiewohl mir niemand Bescheid geben konnte, wie lange dieser Bau gestanden hat“. Das wilde Wasser ist in einem eigenen Stollen abgeleitet, „und der Damm zwischen dem wilden Wasser und dem Brunnen ist zwanzig Ellen dick“.
Die Künste in Zahlen: An der Wasserkunst „ist das Wasserrad 27 Schuh hoch und das Kunstrad 20 Schuh; es hat 216 Kämme“; die Solekunst hat ein Wasserrad von 36 Schuh, „Es laufen 36 Schläuche an der Kette“. Die Sole wird zweistufig gehoben. Wie reich die Quelle ist, misst Rhenanus am Gerinne: „ständig 3 Zoll in der Höhe und 6 in der Breite“.
Auf dem Brunnen stellt er die Frage, die ihn seit Jahren beschäftigt: ob die Sole zu einer Zeit besser sei als zur anderen. Die beiden Salzgrafen antworten, bei Schnee und Regen könnten sie „gar nicht sieden könnten, sondern stillhalten müssten“, bis „die Sole ein frisches Ei wieder tragen und emporheben könne“. Eine andere Probe kennen sie nicht; sie hätten „nie von einem Probieren der Sole gehört“, bis „die neuen Künstler ins Land gekommen seien“, die jetzt in Artern und Sulza säßen.
Der Diener geht derweil in die Bothe — „Sollen“, wie man sie hier nennt — und bringt einen Bericht über Herd, Pfanne („14 Schuh lang, 10 Schuh breit und 7 Zoll tief“), das Wirken der Stücke mit zwölf Bastbändern und die Löhne. Rhenanus zählt 117 Kothen, 944 Stücke am Tag, den Zoll von 2 Groschen je Stück, und rechnet die Jahressumme aus: 21.394 Gulden 6 Groschen.
Sein Urteil ist trocken: „Außer dem allen finde ich zu Frankenhausen in keinerlei Hinsicht einen besonderen Vorteil.“ Die Pfänner trügen alle Kosten selbst, „fragen die Knechte desto weniger danach, es gerate, wie es wolle“. Zum Abschied versprechen die Befehlshaber, ihm ihre Ordnung „sauber abgeschrieben“ zuzuschicken.
- Bd. 2, S. 741 Lesetext — Die Probe: hundertzwei Lot rohe Sole
- Bd. 2, S. 742 Lesetext — Sechzehn Lot Salz; Auleber Sole zum Vergleich; der Brunnen aus Gipsgrund
- Bd. 2, S. 743 Lesetext — Damm von zwanzig Ellen; Wasserkunst mit 216 Kämmen
- Bd. 2, S. 744 Lesetext — Solekunst mit 36 Schläuchen
- Bd. 2, S. 745 Lesetext — Die Frage nach der Sole; die Eierprobe
- Bd. 2, S. 746 Lesetext — Die neuen Künstler; 117 Kothen
- Bd. 2, S. 748 Lesetext — Die Pfanne: 14 Schuh lang
- Bd. 2, S. 754 Lesetext — Rechnung des Zolls
- Bd. 2, S. 755 Lesetext — Kein besonderer Vorteil; Zusage der Ordnung
Derselbe Ort im anderen Bestand
Frankenhausen (in der Salzbibel genannt)
Auf der Karte: Frankenhausen auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
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