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Forschung

Begriffe und Fachsprache

Die Wörter der Saline, des Rechts und des Ortes

Zwei Wortschätze

Dieses Glossar sammelt 125 Begriffe, die beim Lesen der Salzbibel und beim Umgang mit der Geschichte des Ortes immer wieder vorkommen — aus der Salinentechnik, dem Salzhandel und Salzrecht, der Stadtverfassung, der Kirche, der Geologie, dem Kurwesen und der Grenzgeschichte des 20. Jahrhunderts. Zu jedem Begriff steht eine Kurzdefinition; die ausführliche Fassung lässt sich aufklappen. Vier Einträge sind als unsicher gekennzeichnet, weil sich ihre Definition nicht belastbar sichern ließ.

Das Glossar ist nicht das Wörterbuch der Salzbibel selbst. Das hat der Holzvogt Hans Wagener geschrieben, es steht im ersten Anhang (Bd. 2, S. 473–582) und erklärt die Wörter so, wie sie um 1580 in Sooden gebraucht wurden — mit Preis und Stückzahl. Wo beide Wortschätze sich berühren, ist bei dem Begriff vermerkt, was die Salzbibel selbst sagt; und am Ende dieser Seite stehen die Wörter, die es nur dort gibt.

Das Glossar

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7 von 125 Begriffe

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  • Dreißigjähriger Krieg

    Krieg & Militär

    Auch: Dreißigjähriger Krieg, Der große Krieg, 1618–1648

    Europäischer Krieg 1618–1648, der Mitteleuropa demografisch und wirtschaftlich für Generationen zurückwarf.

    Ausführlich

    Was als böhmischer Ständeaufstand begann, wurde zum Machtkampf um die Verfassung des Reichs und die Vormacht in Europa. Für die Bevölkerung zählte weniger die große Politik als die Mechanik der Kriegsführung: Truppen ernährten sich aus dem Land, das sie durchzogen, und finanzierten sich durch Kontribution und Brandschatzung. Pest und Hunger folgten den Heeren. Viele Orte brauchten mehr als ein Jahrhundert, um ihre Vorkriegsgröße wieder zu erreichen.

    Siehe auch: Reichsexekution, Brandschatzung, Kroaten, Westfälischer Friede

    Quelle: www.heimatkunde-bsa.de

  • Hessians

    Krieg & Militär

    Auch: Hessians, Hessen, hessische Truppen

    Englische Bezeichnung für die deutschen, überwiegend hessischen Soldaten im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

    Ausführlich

    In den USA sind die „Hessians“ bis heute ein fester Begriff der Nationalerzählung — Symbol für Fremdherrschaft und gekaufte Truppen, spätestens seit Washingtons Überraschungsangriff auf Trenton an Weihnachten 1776. Historisch waren es reguläre Soldaten unter eigenen Offizieren, keine Söldner im heutigen Sinn. Ein erheblicher Teil kehrte nie zurück: gefallen, an Krankheit gestorben, desertiert oder in Amerika geblieben.

    Siehe auch: Subsidienvertrag, Konskription, Kurfürstentum

    Quelle: www.lagis-hessen.de

  • Konskription

    Krieg & Militär

    Auch: Konskription, Conscription, Aushebung, Kantonsystem (älteres preußisch-hessisches Pendant)

    Zwangsaushebung nach Listen — die moderne, staatlich organisierte Form der Rekrutierung.

    Ausführlich

    Anders als die frühneuzeitliche Werbung, die auf Anreiz und Überredung setzte, arbeitet die Konskription mit Registern: Jahrgänge werden erfasst, gemustert und ausgehoben, Befreiungen sind gesetzlich geregelt und kaufbar. Das französische Modell der Revolutionszeit machte daraus ein Massensystem und wurde in den napoleonischen Satellitenstaaten übernommen. Für die betroffenen Familien war der Unterschied fundamental: Man konnte sich dem Zugriff nicht mehr durch Fernbleiben entziehen.

    Siehe auch: Hessians, Subsidienvertrag

    Quelle: de.wikipedia.org

  • Kroaten

    Krieg & Militär

    Auch: Kroaten, Croaten, Crabaten

    Leichte Reiterverbände in kaiserlichen Diensten; im Volksgedächtnis Inbegriff des plündernden Kriegsvolks.

    Ausführlich

    „Kroaten“ bezeichnet im Dreißigjährigen Krieg weniger eine Nationalität als einen Truppentyp: leichte, bewegliche Reiterei für Aufklärung, Überfälle und das Eintreiben von Kontributionen — genau die Aufgaben, bei denen es zur direkten Gewalt gegen Zivilisten kam. Entsprechend fest setzten sich die Kroaten in Sagen, Flurnamen und Gedenksteinen ganzer Landschaften fest. Zwischen historischer Truppe und Schreckensfigur der Überlieferung ist sauber zu unterscheiden.

    Siehe auch: Brandschatzung, Reichsexekution, Dreißigjähriger Krieg

    Quelle: www.heimatkunde-bsa.de

  • Prager Friede

    Krieg & Militär

    Auch: Prager Friede, Prager Frieden, Friede von Prag 1635

    Sonderfriede von 1635 zwischen Kaiser und Kursachsen, dem die meisten Reichsstände beitraten — Hessen-Kassel nicht.

    Ausführlich

    Der Prager Friede vom 20./30. Mai 1635 sollte den Krieg als Reichskonflikt beenden; wer beitrat, kam unter kaiserlichen Schutz, wer fernblieb, galt als Reichsfeind. Wichtige Differenzierung zur populären Darstellung: Wilhelm V. von Hessen-Kassel weigerte sich nicht schlicht. Er lehnte zunächst ab und forderte Amnestie und Garantien, akzeptierte dann am 2. November 1635 — doch der Kaiser ratifizierte die ausgehandelten Bedingungen nicht, und der Beitritt scheiterte. Danach folgten Acht und Exekution.

    Siehe auch: Reichsacht, Reichsexekution, Westfälischer Friede

    Quelle: www.deutsche-biographie.de

  • Subsidienvertrag

    Krieg & Militär

    Auch: Subsidienvertrag, Subsidienverträge, Soldatenhandel (wertend), subsidy treaty

    Vertrag, mit dem ein Fürst gegen Geldzahlung Truppen an eine fremde Macht überließ.

    Ausführlich

    Subsidienverträge waren im 18. Jahrhundert ein reguläres, völkerrechtlich anerkanntes Geschäft: Der Fürst stellt Regimenter, die fremde Macht zahlt Werbegelder, Sold und laufende Subsidien. Für kleine Territorien ohne Bodenschätze war das eine der wenigen Möglichkeiten, an internationale Geldströme zu kommen — bezahlt mit der eigenen Bevölkerung. Hessen-Kassel trieb dieses Modell weiter als fast jeder andere deutsche Staat.

    Siehe auch: Hessians, Konskription, Kurfürstentum

    Quelle: de.wikipedia.org

  • Westfälischer Friede

    Krieg & Militär

    Auch: Westfälischer Friede, Westphälischer Friede, Pax Westphalica, 1648

    Die Friedensschlüsse von Münster und Osnabrück 1648, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten.

    Ausführlich

    Der Westfälische Friede regelte drei Dinge zugleich: Er beendete den Krieg, ordnete die Konfessionsverhältnisse neu und veränderte die Reichsverfassung dauerhaft zugunsten der Territorien. Entscheidend für Hessen: Das reformierte Bekenntnis wurde erstmals reichsrechtlich anerkannt — genau die Lücke, an der Landgraf Moritz 1605 noch gescheitert war. Für die Städte begann damit der Wiederaufbau, der Jahrzehnte dauerte.

    Siehe auch: Dreißigjähriger Krieg, Prager Friede, Calvinismus

    Quelle: www.deutsche-biographie.de

Wörter, die die Salzbibel selbst erklärt

Das Glossar des Holzvogts erklärt Wörter, die kein heutiges Wörterbuch kennt, und es erklärt sie durch den Betrieb: Was ein Ding kostet, wie viele davon in ein Siedehaus gehören, wer es liefern muss. Eine Auswahl — der Wortlaut ist der der Übersetzung, jede Stelle führt auf das Faksimile. Die technischen Zusammenhänge stehen auf der Seite Technik und Verfahren.

Beiße
„Das ist die Masse, die jeden Samstag aus dem Gesöde geholt wird; man zerschlägt sie und lässt sie in der Sole wieder zergehen, und dadurch wird die Sole zum Sieden gestärkt und verbessert.“ Bd. 2, S. 479, 509, 517
Blut
„Ist Rinderblut; es wird zum Bestreichen der Nähte an den Pfannen und zum Einbrennen derselben gebraucht“ — ein halbes Achtel Salz im Jahr wert. Bd. 2, S. 480, 503, 564
Bothe, Kothe
Das Siedehaus; 87 im Salzwerk, 43 des Landgrafen, 44 der Pfänner; „In jedem können in der Woche“ „2 Pfannen Salz gesotten werden.“ Bd. 2, S. 518, 519, 521
Fegen
„Immer wenn in einer Pfanne 5 oder 6 Werk gesotten worden sind, hängen sich die Scheiben hart und dick an die Pfanne; deshalb muss sie der Meister ausfegen.“ Bd. 2, S. 504, 553
Gans, Herrengänse
Die Schaufel voll Salz, die aus der Pfanne gehoben wird; „Ungefähr 24 Gänse gehen auf ein Achtel; das macht auf eine Pfanne — 192 Gänse. Eine hält am Gewicht ungefähr 5 oder 6 Pfund.“ Herrengänse sind die zwei Gänse je Werk, die der Sieder als Abgabe gibt. Bd. 2, S. 503, 505, 515
Jahreswerk
„Ist der Sand und die Schalen, die beim Sieden als Unreinigkeit in der Pfanne anfallen.“ Bd. 2, S. 517, 551
Kaltlager, Kaltliegen
„Heißt es, wenn man ablöscht und nicht siedet.“ Bd. 2, S. 523
Salzleger
Die vier Siedepausen im Jahr, acht Tage lang, in denen gebaut und die Ordnung verlesen wird (Bd. 1, S. 1025 ff.). Bd. 1, S. 1025
Setzen, Zulassen, Zulegen
„Setzen. So heißt es, wenn die Sole gar gesotten ist und in Ruhe steht, bis sie sich zu Salz gesetzt hat.“ „Zulassen. Heißt es, wenn man gesotten hat und die Sole gar ist, so dass man kein Feuer mehr darunter schürt und das Pfannentuch über die Pfanne zieht.“ „Zulegen. Heißt es, wenn die Sole gesetzt und zu Salz geworden ist, so dass man anfängt, sie aus der Pfanne an den Gänsen zu fangen.“ Bd. 2, S. 555, 577
Schlotter
„Wird anfänglich aus den Kohlen und der Asche gemacht und durch die zerschmolzene Beiße gebunden; daraus macht man die Wände am Gesöde.“ Bd. 2, S. 554
Stollen
„Ist der Bau um den Salzbrunnen, in dem das wilde Wasser von der Sole geschieden und abgeleitet wird.“ Bd. 2, S. 561, 562
Streitwerk
Das erste Werk nach dem Fegen der Pfanne. Bd. 2, S. 563, 564
Werk
„Werk. Ist eine Pfanne Salz, nämlich — 8 Achtel.“ Bd. 2, S. 568
Wildes Wasser
„Ist das Süßwasser, das neben und um den Salzbrunnen anfällt und quillt“; es wird gesondert ausgeschöpft und „durch die Abzucht in den Solgraben gelassen“. Bd. 2, S. 567, 568
Winnung
Die Abgabe des Sieders je Pfanne Salz: „Jeder Sieder gibt von jeder Pfanne — 3 Gulden 10 Albus.“ Bd. 1, S. 899; Bd. 2, S. 567
Zeichen
Hölzerne Marken, mit denen Holz, Kohle und Salz durch die Kontrolle liefen: „1. Flößzeichen, 2. Flößklafterzeichen, 4. Gegenzeichen, 5. Fuhrzeichen, 6. Eselhaufenzeichen, 7. Waldlegerzeichen“ — die Ziffer 3 fehlt in der Aufzählung. Bd. 2, S. 501, 578
Zündsole
Rohe Sole, die bei der Restglut nach dem Ausbringen des Salzes vorgesotten wird, „weil sich durch diese Verbesserung die andere Sole desto eher zu Salz entzündet, und auch damit das übrige Feuer nicht vergeblich ausgeht“. Bd. 2, S. 578

Korrekturen und Ergänzungen zu dieser Seite nimmt das Feedbackformular entgegen; Näheres zur Arbeitsweise steht auf der Seite Editionsgrundsätze.

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