Forschung
Personen
Wer in der Salzbibel vorkommt
Wie diese Datenbank entstanden ist
Die Handschrift schreibt Namen nach Gehör. Derselbe Salzgraf heißt Jost Becker, Berker, Berber, Verkernn und Justus Pistoris; der Baumeister von 1489 Curt Mardorff und Kurt Mardtorff. Diese Datenbank fasst zusammen, was sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Person meint, und nennt die Schreibvarianten mit. Grundlage ist die Übersetzung; Seitenzahlen sind die des Digitalisats, nicht die Blattzahlen der Handschrift. Jeder Beleg führt auf das Faksimile bei ORKA.
Die Einträge wurden getrennt für Band 1 (80 Personen) und Band 2 (206 Personen) erarbeitet und hier zusammengeführt. 23 Personen kamen in beiden Bänden vor — darunter Christoph Homberg, Dietrich, Edelherr zu Plesse, Ernst von Bischoffshausen, Georg Behm von Nürnberg, Georg von Kolmitzsch, Hans Kremer, Hans Wagener, Heinrich Lersner und andere — und sind zu je einem Eintrag verschmolzen: Der ausführlichere Text blieb, Varianten und Belege beider Bände wurden vereinigt, abweichende Zeitangaben stehen nebeneinander. Fünf Zusammenlegungen beruhen auf einer Zuordnung des Bearbeiters und sind im Eintrag vermerkt. Übrig bleiben 263 Personen.
Was aus der Quelle nicht hervorgeht, steht nicht hier. Die Zählung der hessischen Landgrafen (Heinrich I., Wilhelm II.) ist eine Zuordnung des Bearbeiters; die Handschrift selbst zählt nicht. Der Vermerk „Zuordnung“ sagt, wie sicher die Identifizierung ist: belegt heißt, Name und Funktion stehen so in der Quelle; wahrscheinlich und vermutet heißen, dass Varianten oder Ämter erschlossen wurden; unsicher heißt, dass auch die Person selbst nicht sicher zu greifen ist.
Die Datenbank
Die Liste lässt sich nach Gruppe, Zeitraum, Sicherheit der Zuordnung, Abschnitt der Belege und Ort eingrenzen; das Suchfeld durchsucht Namen, Schreibvarianten, Funktion und Text. Jeder Eintrag hat eine eigene Adresse, unter der man ihn verlinken kann.
Hans Günther und Albrecht, Grafen zu Schwarzburg
Varianten: Graf Hans Günther, Graf Albrecht, die Grafen zu SchwarzburgGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landesherren von Sondershausen und Frankenhausen · Zeit: belegt 1568 · Ort: Sondershausen · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Bei Rhenanus’ Ankunft in Sondershausen 1568 sind nur diese beiden Grafen „zur Stelle“. Sie lesen das Beglaubigungsschreiben selbst, gewähren Zutritt zu ihrem Salzwerk Frankenhausen und laden Rhenanus mit den Räten zu Tisch. Ihre Einkünfte aus Teichrohr und Holzhandel beschreibt der Baumeister unterwegs.
- Bd. 2, S. 733 Lesetext — Anwesende Grafen in Sondershausen
- Bd. 2, S. 739 Lesetext — Einkünfte der Grafen aus Rohr und Holz
August, Kurfürst von Sachsen
Varianten: Herzog August, der Kurfürst zu SachsenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Kurfürst, Besitzer des Salzwerks Auleben · Zeit: belegt 1568–1569 · Ort: Dresden, Auleben · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Beauftragt im November 1569 eine Kommission, der Rhenanus angehört, das kurfürstliche Salzwerk zu Auleben und den Salzbrunnen zu Artern zu prüfen. Die Nürnberger Künstler haben bei ihm um Belehnung mit Kösen nachgesucht, „aber bis jetzt nichts erlangen können“.
- Bd. 2, S. 758 Lesetext — Befehl zur Besichtigung Aulebens
- Bd. 2, S. 776 Lesetext — Bericht der Kommission aus Artern
- Bd. 2, S. 792 Lesetext — Belehnungsgesuch der Nürnberger
Adelheid von Braunschweig, Landgräfin
Varianten: Adelheid, Tochter des edlen Fürsten Herzog Albrechts von BraunschweigGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Witwe Landgraf Johanns von Hessen · Zeit: Urkunde von 1311 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Stellt 1311 als „Tochter des edlen Fürsten Herzog Albrechts von Braunschweig, die einst die Ehefrau des edlen Fürsten Landgraf Johanns von Hessen war“, eine Bestätigung der Urkunde von 1300 aus (Nr. 2). Sie ist die einzige Frau, die im ersten Buch als Ausstellerin einer Urkunde auftritt.
- Bd. 1, S. 92 Lesetext — Bestätigungsurkunde von 1311
Herzog Otto von Braunschweig
Varianten: Otto, von Gottes Gnaden Herzog zu BraunschweigGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Herzog zu Braunschweig, zeitweise Herr über Allendorf · Zeit: Urkunde von 1383 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Aussteller der Urkunde Nr. 7 von 1383: Bürgermeister, Rat, Schöffen und Gemeinde zu Allendorf haben ihm gehuldigt, und er bestätigt ihnen ihre Rechte. Die Urkunde zeigt, dass Allendorf im späten 14. Jahrhundert zeitweilig unter braunschweigischer Herrschaft stand; zu den Umständen sagt die Salzbibel nichts Näheres.
- Bd. 1, S. 105 Lesetext — Urkunde von 1383 (Nr. 7)
Christine, Landgräfin zu Hessen
Varianten: Frau Christine, geborene Herzogin zu SachsenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Gemahlin Landgraf Philipps · Zeit: belegt 1548 · Ort: Kassel · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Jost Becker wird 1548 zu ihrem Pfennigmeister bestellt, um mit ihr „zur Kaiserlichen Majestät nach Augsburg — oder wohin diese anzutreffen wäre — zu ziehen“; die Reise führt nach Speyer. Rhenanus nennt sie „seligen und hochlöblichen Gedächtnisses“.
- Bd. 2, S. 178 Lesetext — Bestellung Beckers zum Pfennigmeister der Landgräfin
Dietrich der Jüngere, Edelherr zu Plesse
Varianten: Herr Dietrich der Jüngere, Graf von Plesse, Herr Dietrich zu PlesseGruppe: Hofbeamte und Räte · Landesherren und ihre Familien · Funktion: Beisitzer und Bürge für den Landgrafen · Zeit: belegt 1540 (Bd. 1) · belegt 1505, 1540, 1567 (Bd. 2) · Zuordnung: vermutet · Quelle: Band 1 und 2Im Januar 1540 in Kassel Beisitzer „von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn“ bei der dreitägigen Verhandlung über Anlass und Revers; im Pachtvertrag von 1540 einer der vier gräflichen Bürgen. Den Lehnsbrief der Plesser über Hundelshausen erwähnt der Tausch von 1538.
- Bd. 1, S. 553 Lesetext — Beisitzer in Kassel, Januar 1540
- Bd. 1, S. 716 Lesetext — Unter den vier Grafen als Bürge
- Bd. 2, S. 28 Lesetext — Bürge 1540
- Bd. 2, S. 911 Lesetext — Lehnbrief von 1505
- Bd. 2, S. 1009 Lesetext — Salzbestellung 1567
Elisabeth, Landgräfin zu Leuchtenberg
Varianten: Frau Elisabeth, Landgräfin zu LeuchtenbergGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgräfin, Salzabnehmerin · Zeit: belegt 1576 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Georg von Scholley schreibt ihr 1576 wegen des Salzes, das Rhenanus bestellt hat.
- Bd. 2, S. 1008 Lesetext — Schreiben wegen des bestellten Salzes
Erich, Herzog zu Braunschweig
Varianten: Herzog Erich, die Herzogin zu MündenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Herzog, Landesherr zu Münden · Zeit: belegt 1539 · Ort: Münden · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Jost Becker soll sich 1539 „zu Herzog Erich nach Münden verfügen“ wegen der Schifffahrt und der neuen Zölle; die Herzogin zu Münden schreibt wegen des erhöhten Zolls, und es kommt zu einem Stillstand zwischen Hessen und Braunschweig über die Zölle zu Eschwege und Münden.
- Bd. 2, S. 913 Lesetext — Reise Beckers zu Herzog Erich
- Bd. 2, S. 915 Lesetext — Schreiben der Herzogin, Zollstreit
Ernst, Erzbischof von Magdeburg
Varianten: Erzbischof ErnstGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Erzbischof, „geborener Herzog zu Sachsen und Landgraf zu Thüringen“ · Zeit: erwähnt 1568 · Ort: Halle · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Nach dem Bericht des Halleschen Salzgrafen hat Erzbischof Ernst wegen „Übermut, Prunk und Ungehorsam der Pfänner zu Halle“ diese um den vierten Teil des Salzwerks bestraft und durchgesetzt, dass sie die übrigen Anteile als Rentpfannen zu Lehen nehmen mussten.
- Bd. 2, S. 801 Lesetext — Strafe der Halleschen Pfänner
Ernst, Graf zu Solms
Varianten: Ernst, Graf zu Solms und Herr zu MünzenbergGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Graf, Bürge der Bestätigung von 1586 · Zeit: belegt 1571, 1586 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Erster gräflicher Bürge der Bestätigungsurkunde 1586. 1571 begehrt er brieflich zwei Pfannen Salz.
- Bd. 2, S. 45 Lesetext — Bürge 1586
- Bd. 2, S. 1029 Lesetext — Bitte um zwei Pfannen Salz, 1571
Hans Georg, Graf von Mansfeld
Varianten: Graf Hans Georg, die Grafen von MansfeldGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Graf, Lehnsträger des Salzwerks Artern · Zeit: erwähnt 1569 · Ort: Artern, Mansfeld · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Nach Aussage Doktor Landelers stehen drei Fünftel des Salzwerks Artern „Graf Hans Georg und seinen Gnaden Brüdern“ zu. Die Grafen von Mansfeld haben nach Bericht der Gewerken über 40 000 Gulden auf das Werk verwendet und es nach Wünschelruten, Kristallschauen und dem Fehlschlag eines Künstlers „als wüstes Gut liegen gelassen“.
- Bd. 2, S. 770 Lesetext — Aufwand der Grafen und Aufgabe des Werks
- Bd. 2, S. 787 Lesetext — Lehnsverhältnis nach Landeler
Georg, Herzog zu Sachsen
Varianten: Herzog Georg zu SachsenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Herzog, Erbauer des Salzbrunnens zu Kösen · Zeit: erwähnt 1568 (rund 50 Jahre zuvor) · Ort: Kösen · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Nach Auskunft Zacharias Hoffmanns hat „der hochlöbliche Fürst Herzog Georg zu Sachsen“ vor etwa fünfzig Jahren den Brunnen zu Kösen über 40 Ellen tief senken und Kunstwerke errichten lassen, aber „nichts zuwege gebracht“, weil das wilde Wasser die Arbeiter überwältigte.
- Bd. 2, S. 791 Lesetext — Gescheiterter Brunnenbau zu Kösen
Landgraf Heinrich (I.) von Hessen
Varianten: Heinrich, Landgraf, Herr des Landes zu HessenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf von Hessen · Zeit: Urkunde von 1300 · Ort: Kassel · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Aussteller der ältesten Urkunde, die Rhenanus im ersten Buch abschreibt. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Mechthild und seinem Sohn Johann bekennt er 1300, er habe mehr Pfannen „zum Soden auf das Salzwerk“ setzen wollen, sei aber in Übereinkunft mit den Gebauern davon abgekommen — gegen eine jährliche Salzlieferung nach Kassel. Die Urkunde wird in den Bestätigungen von 1311, 1318 und 1328 wörtlich wiederholt und bildet die Grundlage der späteren Rechtsansprüche der Pfänner.
- Bd. 1, S. 91 Lesetext — Urkunde von 1300 (Nr. I)
- Bd. 1, S. 95 Lesetext — Wiederholung in der Bestätigung von 1318
Landgraf Heinrich (II.) von Hessen
Varianten: Heinrich, Landgraf und Herr des HessenlandesGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf von Hessen · Zeit: Urkunden von 1322 und 1328 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Bekennt 1322, „dass wir die Pfannen zu Sooden haben abbrechen und neu machen lassen wollen“, sei aber davon abgekommen; zur Festlegung des Pfannenmaßes entsendet er Ritter Heinrich von Eisenach, den Amtmann Berthold Eselkopf und die Burgmannen Walter von Hundelshausen und Otto von Netra. 1328 bestätigt er mit seiner Gemahlin Elisabeth den Brief seines Vaters.
- Bd. 1, S. 97 Lesetext — Urkunde von 1322 (Nr. 4)
- Bd. 1, S. 98 Lesetext — Entsandte zur Festlegung des Maßes
- Bd. 1, S. 102 Lesetext — Bestätigung mit Elisabeth, 1328 (Nr. 6)
Landgrafen Ludwig (II.) und Heinrich (III.) von Hessen
Varianten: Ludwig und Heinrich, Brüder, Landgrafen zu HessenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgrafen von Hessen (Brüder) · Zeit: Urkunden von 1458, 1471 und 1472 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Die Brüder stellen 1458 gemeinsam eine Bestätigung für Allendorf aus, „für uns und die hochgeborenen Fürsten, Herrn Hermann und Herrn Friedrich, unsere lieben Brüder“ (Nr. 10). Heinrich tritt 1472 allein als Vormund seiner Vettern Wilhelm und Wilhelm auf (Nr. 12 und 13). In diese Zeit fällt auch die Strafordnung von 1471, die die Pfänner jährlich im Soden verkünden lassen.
- Bd. 1, S. 110 Lesetext — Urkunde von 1458 (Nr. 10)
- Bd. 1, S. 113 Lesetext — Strafordnung von 1471
- Bd. 1, S. 114 Lesetext — Heinrich als Vormund, 1472 (Nr. 12)
Landgrafen Wilhelm (I.) und Wilhelm (II.) von Hessen
Varianten: Wilhelm und Wilhelm, Gebrüder, Landgraf Wilhelm der ÄltereGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgrafen von Hessen (Brüder) · Zeit: Urkunden von 1483 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Als „Wilhelm und Wilhelm, Gebrüder“ bestätigen sie 1483 die Gebauerschaft der Pfänner und die Freiheiten der Stadt Allendorf (Nr. 14 und folgende). Der Ältere siegelt „in Ermangelung unseres Sekretsiegels“ mit dem gewöhnlichen Siegel und kündigt an, das Majestätssiegel nachzureichen. Der Jüngere der beiden ist der spätere Wilhelm der Mittlere.
- Bd. 1, S. 118 Lesetext — Urkunde von 1483 (Nr. 14)
- Bd. 1, S. 120 Lesetext — Siegelvermerk Wilhelms des Älteren
Landgraf Ludwig (I.) von Hessen
Varianten: Ludwig, Landgraf zu HessenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf von Hessen · Zeit: Urkunden von 1413 und 1431 · Ort: Kassel · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Bestätigt 1413 den Räten und Bürgern zu Allendorf und dem Salzwerk zu den Sooden ihre „Freiheiten, Gnaden, Gewohnheiten und Rechte“ (Nr. 8); eine weitere Urkunde ist 1431 zu Kassel gegeben. Im Zollvertrag Wilhelms des Mittleren wird er als „Herrn Ludwig, unserem lieben Herrn und Ältervater seligen Angedenkens“ erwähnt, der zwei Achtteile an Salzpfannen an die Pfänner verpfändet hatte.
- Bd. 1, S. 106 Lesetext — Bestätigung von 1413 (Nr. 8)
- Bd. 1, S. 109 Lesetext — Urkunde zu Kassel 1431
- Bd. 1, S. 139 Lesetext — Als Ältervater Wilhelms des Mittleren erwähnt
Landgräfin Mechthild von Hessen
Varianten: Mechthild, unsere Gemahlin, Mechthild, der LandgräfinGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Gemahlin Landgraf Heinrichs (I.) · Zeit: Urkunde von 1300 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Mitausstellerin der Urkunde von 1300 und in den späteren Bestätigungen als Siegelnde genannt („mit den Ingesiegeln unseres Herrn und Schwagers, Landgraf Heinrichs, und unserer Frau und Schwägerin Mechthild, der Landgräfin“). Mehr sagt die Quelle nicht.
- Bd. 1, S. 91 Lesetext — Mitausstellerin 1300
- Bd. 1, S. 92 Lesetext — Siegel in der Bestätigung von 1311 genannt
Landgraf Otto (I.) von Hessen
Varianten: Otto, Landgraf und Herr des Landes zu HessenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf von Hessen · Zeit: Urkunden von 1318 und 1328 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Bestätigt gemeinsam mit seiner Gemahlin Adelheid 1318 die Urkunde von 1300 (Nr. 3). Eine weitere Urkunde Ottos und Adelheids, ebenfalls über die Pfannenzahl und die Vereinbarung mit den „Erbbauern von Sooden“, ist auf 1328 datiert. Rhenanus nennt ihn im Lehnsrecht-Zusammenhang „Landgraf Otto“.
- Bd. 1, S. 95 Lesetext — Bestätigung von 1318 (Nr. 3)
- Bd. 1, S. 103 Lesetext — Urkunde Ottos und Adelheids, 1328
Landgraf Philipp von Hessen
Varianten: Philipp der Ältere, Philips, Philipp zu Hessen, Landgraf Philipp, Philipps des Älteren, unser gnädiger Fürst und HerrGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf von Hessen · Zeit: Regentschaft 1511 erwähnt; Handlungen 1538–1555 belegt (Bd. 1) · belegt 1538–1567 (Bd. 2) · Ort: Kassel · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1 und 2Die beherrschende Figur des zweiten bis vierten Buches. 1538 fordert er die Pfänner nach Kassel, baut eigene Pfannen am Salzbrunnen und erzwingt den Vertrag über die Teilung des Brunnens; 1540 pachtet er das gesamte Salzwerk auf fünfzehn Jahre. Im Wortprotokoll von Friedewald (24. August 1539) fährt er die Gesandten der Pfänner an; ehe er sein Salzwerk niederlegen lasse, „eher wollte ich, dass die Stadt Allendorf bis auf den Grund abgebrannt wäre“. Ihm folgen die Ordnung von 1541, die Stiftung von 200 Gulden für Studenten, Arme und Bräute, die Regierungsordnung von 1552 und die Forstordnungen. Rhenanus nennt ihn in der Widmung „dem teuren und christlichen Helden“, der ihn zum Prediger und Salzgrafen bestellt und das Werk mit aufgetragen habe.
- Bd. 1, S. 148 Lesetext — Erstes Schreiben an die Pfänner, Januar 1538
- Bd. 1, S. 459 Lesetext — Friedewald: „bis auf den Grund abgebrannt“
- Bd. 1, S. 657 Lesetext — Vertrag von 1538 über den Salzbrunnen
- Bd. 1, S. 768 Lesetext — Regierungsordnung, Lichtenau 1552
- Bd. 1, S. 844 Lesetext — Stiftung der 200 Gulden, 1538
- Bd. 2, S. 7 Lesetext — Location von 1540, eingerückt in die Bestätigung von 1586
- Bd. 2, S. 107 Lesetext — Befehl aus dem kaiserlichen Lager, 29. Juni 1547
- Bd. 2, S. 328 Lesetext — Auszug seines Schreibens vom 8. Juli 1550
Landgraf Wilhelm der Mittlere (II.) von Hessen
Varianten: Wilhelm der Mittlere, Landgraf Wilhelms des MittlerenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf von Hessen, Vater Philipps · Zeit: Urkunden von 1487 und 1488; im Streit von 1538 vielfach angeführt · Ort: Kassel · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1Bestätigt nach Übernahme der Regierung die Gebauerschaft der Pfänner (Spangenberg 1487, Allendorf 1488), wandelt die Verpfändung zweier Achtteile an Salzpfannen in einen erblichen Kauf um und verspricht, den Zoll im Sooden nicht zu erhöhen. Seine Privilegien sind das Hauptbeweismittel der Pfänner im Streit von 1538. Die fürstliche Seite hält dagegen, er sei zur Zeit der Privilegien „in seinen unmündigen Jahren gewesen“, und die Gutachten setzen sich ausführlich damit auseinander.
- Bd. 1, S. 132 Lesetext — Urkunde zu Spangenberg 1487
- Bd. 1, S. 137 Lesetext — Kauf der zwei Achtteile (Nr. 19)
- Bd. 1, S. 141 Lesetext — Zollvertrag (Nr. 20)
- Bd. 1, S. 284 Lesetext — Einwand der Unmündigkeit im Gutachten
Wilhelm IV., Landgraf zu Hessen
Varianten: Wilhelm, Landgraf zu Hessen, unser Sohn Landgraf Wilhelm, Landgraf Wilhelm, unser gnädiger junger HerrGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Landgraf, Auftraggeber der Salzbibel · Zeit: Regierungsantritt 1567; als Regent während der Abwesenheit des Vaters erwähnt (Bd. 1) · belegt 1550–1586 (Bd. 2) · Ort: Kassel · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 1 und 2Besichtigt 1550 als „unser gnädiger Landgraf Wilhelm“ mit den Räten den Brunnenbau und schickt 1551 den Landvogt zur Vollendung; 1551/52 beharrt er auf einem Versuch mit bleiernen Pfannen nach Lüneburger Art. 1567 beauftragt er Rhenanus und Christoph Homberg mit dem Erbbuch und fordert die Beamten auf, 8000 Werk sieden zu lassen, „denn wir bedürfen jetzt vielen Geldes“. 1568 gibt er die Instruktion zur Besichtigung fremder Salzwerke, 1576 befiehlt er Versuche mit Steinkohlen. Am 3. Mai 1586 bestätigt er die Verpachtung des Salzwerks und behält sich die Kündigung vor, falls Gehölze oder Steinkohlenbergwerk versagen.
- Bd. 1, S. 7 Lesetext — Titelblatt: Auftrag zum Werk
- Bd. 1, S. 41 Lesetext — Schluss der Widmung
- Bd. 1, S. 777 Lesetext — Als Regent während der Abwesenheit Philipps
- Bd. 1, S. 872 Lesetext — Ordnung von 1567 in seinem Namen
- Bd. 2, S. 5 Lesetext — Bestätigungsurkunde vom 3. Mai 1586
- Bd. 2, S. 294 Lesetext — Besuch der Baustelle nach der Reise nach Sulza, 1550
- Bd. 2, S. 397 Lesetext — Befehl an den Landvogt, 9. Juli 1551
- Bd. 2, S. 729 Lesetext — Instruktion zur Reise, 28. Juni 1568
Joachim, Kurfürst von Brandenburg
Varianten: der Kurfürst zu Brandenburg, Joachim, Markgraf zu BrandenburgGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Kurfürst · Zeit: belegt 1551–1557 · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Georg Behm wendet sich 1551 mit einer Bittschrift an ihn; der Kurfürst schreibt daraufhin eine Fürschrift an den Landgrafen, seine Räte schreiben 1552 an Statthalter und Räte zu Kassel, und 1557 tritt er nochmals für Hans Behm ein. Als Markgraf ist ein Joachim auch im kaiserlichen Mandat über die Weserzölle genannt.
- Bd. 2, S. 1018 Lesetext — Fürschrift für Georg Behm, 1551
- Bd. 2, S. 1019 Lesetext — Schreiben wegen Hans Behm, 1557
- Bd. 2, S. 1024 Lesetext — Kaiserliches Mandat
Johann, Graf von Nassau
Varianten: Graf Johann von Nassau, Ludwig, Graf zu NassauGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Graf, Salzabnehmer · Zeit: belegt 1573–1576 · Ort: Nassau · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Georg von Scholley beauftragt Rhenanus 1576 zweimal, für Graf Johann von Nassau Salz in Sooden zu bestellen. Ein Graf Ludwig zu Nassau erbittet 1573 bei Statthalter und Räten zu Kassel ebenfalls Salz.
- Bd. 2, S. 998 Lesetext — Salz für Graf Johann, 1576
- Bd. 2, S. 1024 Lesetext — Graf Ludwig, 1573
Ernst Ludwig, Herzog zu Pommern
Varianten: Herzog Ernst Ludwig, Herzog zu Stettin, Pommern, der Kassuben und WendenGruppe: Landesherren und ihre Familien · Funktion: Herzog, Auftraggeber der Pommernreise 1584 · Zeit: belegt 1584 · Ort: Wolgast · Zuordnung: belegt · Quelle: Band 2Schwiegersohn Landgraf Wilhelms. Weil in seinen Landen „an Eisen als auch an Salz großer Mangel herrscht“, lässt er nach Salzquellen graben und eine Eisenhütte bei der Neuen Mühle bauen. Nach Hinweis Georg von Verbentins erbittet er Rhenanus aus Hessen, nimmt an den Soleproben in Wolgast teil und reist selbst mit nach Greifswald. Auf sein Begehren hinterlässt Rhenanus den schriftlichen Bericht über die fünf Reisen.
- Bd. 2, S. 847 Lesetext — Anlass der Reise: Eisen- und Salzmangel
- Bd. 2, S. 853 Lesetext — Soleprobe in Gegenwart des Herzogs
- Bd. 2, S. 855 Lesetext — Reise nach Greifswald
Namenslisten für die Familienforschung
An etlichen Stellen zählt die Salzbibel Dutzende von Namen auf einmal auf — Bürgen, Unterzeichner, Kommissionen, die vereidigten Schätzer mit ihren Siedern. Solche Listen sind für die Familienforschung oft wertvoller als jeder Einzeleintrag, weil sie einen ganzen Ort zu einem Datum zeigen. Sie sind hier nicht Person für Person aufgelöst, sondern als Fundstellen verzeichnet: mit Titel, Seiten und einer Beschreibung, welche Familien vorkommen. Wer einen Namen sucht, sollte diese Seiten im Faksimile aufschlagen und dabei mit Schreibvarianten rechnen — Hilwig und Hilm, Corey und Chorey, Nidernstein und Niedenstein meinen dieselben Leute.
- Bürgen der Location von 1540 Bd. 2, S. 28, 30 (Seiten 28–30) · im Lesetext
Die Grafen zu Solms, Wittgenstein, Waldeck und der Edelherr zu Plesse, dazu je fünfundzwanzig Adlige und Städte des Nieder- und Oberfürstentums als Bürgen und Selbstschuldner Landgraf Philipps: von der Malsburg, Schenck zu Schweinsberg, von Wallenstein, von Hundelshausen, von Baumbach, Meysenbug, von Bodenhausen, Diede, von Griffte, von Berlepsch, Keudel, von Boyneburg, von Kolmatsch, Riedesel, Rau, von Breidenbach, Hund, Schleier, von Weitershausen, von Lauterbach, von Dörnberg, von Rückershausen, von Leutenstein, jeweils mit Amt.
- Bürgen der Bestätigung von 1586 Bd. 2, S. 45, 47 (Seiten 45–47) · im Lesetext
Grafen zu Solms, Wittgenstein und Waldeck; Statthalter Eckbrecht von der Malsburg, Erbmarschall Georg Riedesel, Landvogt Johann Meysenbug und weitere Adlige und Beamte beider Fürstentümer (von Berlepsch, Guden, von Boyneburg, von Dörnberg, von Schachten, Diede, von Pappenheim, von Bergen, von Hundelshausen, vom Cram, Rau, Schutzbar genannt Milchling, von Linsingen, Clauer, Schenck, Döring, vom Scheuerschloss, von der Rabenau, von Breidenbach, Lewenstein) sowie 24 Städte.
- Beteiligte am Brunnenbau von 1489 Bd. 2, S. 51, 63 (Seiten 51–63) · im Lesetext
Widmungsempfänger Geyselers (Junker, Bürgermeister, Salzgraf), die Unterhändler des Kerbzettels vom Dezember 1489, Hofbesitzer in Sooden (Huschenbeck, Gunteram, Beltzer) und die acht aus den Pfännern gewählten Baumeister: Hanemann, Rueland, Wolfferam, Casselmann, Lawir, Breule, Gundelach, Geyseler.
- Teilnehmer der Beratungen 1547 Bd. 2, S. 111, 116 (Seiten 111–116) · im Lesetext
Beamte des Landgrafen und Verordnete der Pfänner bei den Verhandlungen zu Kassel (11. Juli 1547) und Allendorf (1. September 1547); die Pfännerliste vom 1. September nennt u. a. von Bischhausen, von Eschwege, Löber, Freundt, Schaffnit, Nidernstein, Casselmann, Meuth, Meinhardt, Chorey, Ruland, Gauwler, Möller, Jordan, Wallis.
- Unterschriften des Abschieds vom 22. Januar 1548 Bd. 2, S. 178 · im Lesetext
Landvogt, Salzgrafen, Rentmeister, Statthalter, Räte und die Pfänner Riedenstein, Schaffnit, Wiegenrodt, Meuth, Corey, Teichmann.
- Kommission und Pfännerausschuss vom Februar 1550 Bd. 2, S. 242, 256 (Seiten 242–256) · im Lesetext
Räte, Beamte, Werkleute (aus Ziegenhain und Abterode) und der zehnköpfige Ausschuss der Pfänner bei der Besichtigung am 5./6. Februar 1550, mit den Unterschriften des Abschieds auf S. 255–256.
- Geschworene Schätzer, Sodemeister und Bothe 1550 Bd. 2, S. 377, 382 (Seiten 377–382) · im Lesetext
Die zehn im Oktober 1550 vereidigten Salzmesser (Schätzer) und die ihnen zugeordneten Sodemeister bzw. Bothe, rund neunzig Namen der Sooder Siederfamilien: Grunewald, Urber, Hilwig, Schimpf, Jener, Sperber, Burckhardt, Köler, Gill, Seltzer, Kell, Beutler, Ludwig, Schmidt, Mentze, Scheuffeler, Ties, Roth, Deinhardt, Marschalck, Muschelmann, Klinckerfus, Rubig, Windaus, Gilm, Steffan, Schweitzer, Behr, Peter, Wolff, Landgraf, Schossers, Clarich, Strube, Kremer, Mönch, Spor, Schlem, Hill, Rotfuß, Haderheintz, Solgraben, Bartel, Franck — auch einige Frauen (Anna Gilm, Gertraud Hilm, Anna Schossers).
- Unterschriften der Abschiede von 1551 Bd. 2, S. 393, 421 (Seiten 393–421) · im Lesetext
Beamte und Pfänner unter den Abschieden vom 5. Mai und 20. Juli 1551 (Becker, Bartholomäus, Homberg, Schaffnit, Niedenstein, Nuland, Iring, Thuldt, Waldis, Boyneburg, Hundelshausen, Nordeck, Schuldt, Thorey).
- Kursächsische Kommission 1569 Bd. 2, S. 762, 778 (Seiten 762–778) · im Lesetext
Unterzeichner der Gutachten über Auleben und Artern: von Ebeleben, Rhenanus, Schönleben, Flicke.
- Archivverzeichnis (Miszellen) Bd. 2, S. 885, 1032 (Seiten 885–1032) · im Lesetext
Das Verzeichnis der bei Rhenanus liegenden Akten nennt in Regestenform Hunderte Absender und Empfänger von Briefen 1538–1580 — Beamte, Pfänner, Handwerker, Städte und Fürsten. Nur die Personen mit erkennbarer Funktion sind oben einzeln erfasst; weitere Namen (z. B. Hans Gill, Hans Preusser, Claus Appell, Peter von Beyneburg, Kilian Witting, Philipp Thue, Paul Kremer, Adam Arnfeld, Tonges Müller, Hermann von Uffeln, Berthold von Uffern, Wolff Deuchell, Hans Ziegel, Jochim Gittel) sind dort über die Seitenangaben auffindbar.
- Gewünschte Beisitzer der Landstände 1539 Bd. 2, S. 962 · im Lesetext
Von den Pfännern erbetene Beisitzer: Friedrich Trott, Ewald Baumbach (Lizentiat), Adolf Rau; Johann Laube (Homberg), Johann Blankenheim (Marburg), Heinrich Goldschmied (Eschwege), Bürgermeister.
- Ausschuss der Pfänner 1540 Bd. 2, S. 973 · im Lesetext
Werner Trott, Ernst von Bischoffshausen, Georg Frund, Johann Niedenstein, Gieseler Schwanflügel, Johann Schaffnit bei den Verhandlungen über die Location.
- Unterzeichner des sächsischen Flößpatents 1562 Bd. 2, S. 1023 · im Lesetext
Johann Friedrich der Mittlere, Kanzler D. Christianus Brugk, Christianus Harsach, die Notare Johannes Weyser und Johann Schelhase.
- Beauftragte des Steinkohlenschmelzens 1576 Bd. 2, S. 1026 · im Lesetext
Berghauptmann Hermann Schütz, Rhenanus, Georg Gerke, Georg Berk, Adam Arnfeld, Salm und Jacob Richter.
- Rechnungsabschied vom 23. Januar 1568 Bd. 3, S. 9, 23 (Seiten 9–23) · im Lesetext
Landesherrliche Entscheidungen zur Salzwerksrechnung; genannt werden Jost Meicher, Wentzel, Wilhelm Pfeilsticker, der Gegenschreiber Meier, Jörg Bock, Heinrich Ising und Christoph Hombergs Witwe.
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