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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 87

Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 87 · Bl. 42r · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Geyselers Denkschrift von 1489

S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 87

Bl. 42rBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteader in der augezucht ein sonnderlich gequelle was, vnnd nie was aus dem Borne kommenn,

…Ader in der Abzucht ein besonderes Gequell war und niemals aus dem Brunnen gekommen ist.

2

Das aber die Söder klagetenn, das das wilde wasser in den Born keme, das mochte wohl daruonn kommenn, das das gewelbe mit steinenn meisterlich was zugelegt,

Dass aber die Sieder klagten, das wilde Wasser komme in den Brunnen, das mochte wohl daher kommen, dass das Gewölbe mit Steinen meisterlich zugedeckt war,

3

so das die quelle im gewelbe, vnnd in dem vmbgannge sich zogenn nach dem Borne, Sintemahl das der Born niedriger vnnd tieffer ist, denn das gewelbe,

so dass die Quellen im Gewölbe und im Umgang sich zum Brunnen hin zogen, sintemal der Brunnen niedriger und tiefer liegt als das Gewölbe.

4

So nun dieselbenn quelle susse wasser tragenn, habenn sich dieselbenn durch heimliche gennge zu grunde geholffenn, Jnn den gries des Bornns, vnnd sich also vermenget mit der Sohlenn im Borne,

Da nun dieselben Quellen süßes Wasser führen, haben sie sich durch heimliche Gänge in den Grund geholfen, in den Gries des Brunnens, und sich so mit der Sole im Brunnen vermengt.

5

Es that auch das bezeichenn, wann das gewelbe nicht seinenn ganntzenn ausflus hat, so das gewesser sich versamblet in den augezuchtenn, denn wirdt mann sichtlich gewahr, das die Sohle im Borne höher steiget,

Das zeigte auch folgendes Zeichen: Wenn das Gewölbe nicht seinen ganzen Ausfluss hat, so dass sich das Gewässer in den Abzuchten sammelt, dann wird man sichtlich gewahr, dass die Sole im Brunnen höher steigt,

6

das darvonn kommet, das das gewesser sich zu der Sohle heimlich einschleuffet im grunde,

was daher kommt, dass sich das Gewässer im Grund heimlich zur Sole einschleicht.

7

Wannt1 in der zeit vnnd weyle, als das Rath2 vor dem gewelbe, vnnd das wilde wasser aus dem vmbgannge, derLäuft auf der nächsten Seite weiter

Denn in der Zeit und Weile, als das Rad vor dem Gewölbe (stand) und das wilde Wasser aus dem Umgang, der…

Unsichere Lesungen

  1. Wannt — Lesung unsicher; wohl ›want‹ = denn/weil
  2. Rath — wohl das Eimerrad des Schwellenberg (vgl. fol. 40r); Satz läuft auf die Folgeseite

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