Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 83
Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 83 · Bl. 40r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Geyselers Denkschrift von 1489
S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 83
Bl. 40rBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiteganng hatte, das dem alles also ist geschehenn,
…gang hatte — wie dies alles so geschehen ist.
Vonn der sache durch welche die Pfenner zu bawenn seindt bewegt wordenn
Von der Sache, durch welche die Pfänner zum Bauen bewegt worden sind
Vonn dreyßigk Jarenn bis hiehero, Klagetenn die Söder vber denn Bornn, das die Sohle gering vnnd vnntuchtigk were, vnnd wie das wilde wasser Jnnbreche1 ann der Sohle,
Seit dreißig Jahren bis heute klagten die Sieder über den Brunnen, dass die Sole gering und untauglich sei und dass das wilde Wasser an der Sole einbreche,
so das viel mehr holtzes mustenn verbrennenn zum Saltzsiedenn, denn sie in vorzeitenn gethann hettenn, Derhalbenn sie nit mochtenn zukommenn, sonndernn beysetzenn mustenn,
so dass sie zum Salzsieden viel mehr Holz verbrennen mussten, als sie es in früheren Zeiten getan hatten, weshalb sie nicht zurechtkommen konnten, sondern zusetzen mussten.
Solcher klage lannge vnnd viele vonn Ihnenn gehört, vnnderstunden die Pfenner das Gewelbe zu ösenn2, vf das sie möchtenn erfahrenn den gebrauch,
Nachdem sie solche Klagen lange und vielfach von ihnen gehört hatten, unternahmen es die Pfänner, das Gewölbe auszuschöpfen, damit sie erfahren könnten, wie es damit stand.
des was einer gnent3 Schwellenbergk burger zu Witzennhausenn, sich vermessenn ein kunst zu machenn vor das Gewelbe, darmit er meinte das gewelbe zu ösenn, Nemlich ein Rath mit vielenn Eymerenn,
Indes war da einer namens Schwellenberg, Bürger zu Witzenhausen, der sich vermaß, eine Kunst (ein Pumpwerk) vor dem Gewölbe zu bauen, mit der er das Gewölbe auszuschöpfen meinte — nämlich ein Rad mit vielen Eimern.
vnnd mit vieler kost vnnd arbeit wolt der gezeugk vnnd kunst das gewesser nit austragenn, vnnd war gar vmb sonnst geschehenn, kostenn vnndLäuft auf der nächsten Seite weiter
Und trotz vieler Kosten und Arbeit wollte das Gezeug und die Kunst das Gewässer nicht hinausschaffen, und es war ganz umsonst geschehen — Kosten und…
Unsichere Lesungen
- Jnnbreche — Wortmitte schwer lesbar; Sinn ›einbräche‹
- ösenn — ›ösen‹ = Wasser ausschöpfen; Lesung des diakritischen Bogens ziemlich sicher
- gnent — auch ›gnant‹ möglich