Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 747–756
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 747–756 · Bl. 372r–376v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
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Bl. 372rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
annzeigenn, wann das saltz nit frisch, vnnd noch trieffendt vonn Ihnenn genommenn werde, vnnd etwo ein tagk stehenn vnnd trockenn werdenn müsse, do kontenn sie des Saltzes nit ohnn werdenn, Benebenn vnnd vnnder vnnderrichtunge dieser dinge, habe ich meinenn diener abgefertiget, sich in den bothenn aller gelegennheit zuerlernenn, derselbe hat nachvolgenndenn bericht vfs Papier bracht, wie hernach anngezeigt, Die Sollenn |: wie die bothe des orts genennt werdenn :| liegenn in der Erdenn, vnnd das fundament ist mit steinenn maurenn der erdenn gleich erbauet, Darnach ist ein Schindel Tach obenn vber hero gedeckt, Der herdt darauf die Pfannenn stehet vnnd gesetzt, ist mittenn auf beidenn seittenn ausgefult, mit schloter, aufgefuhrt zwenn schue, oder einer ehlen hoch, aber mittenn ein grabenn, ist — 1½ schuch weit, gehet halb wegs also durch, Die hinderste helffte aber, ist gar gleich mit tieffe, vber vorgedachtenn grabenn liegenn funff eysernne stebe, als für Röste
Der Vierte Appendix. angeben, wenn das Salz nicht frisch und noch triefend von ihnen genommen werde und etwa einen Tag stehen und trocken werden müsse, so könnten sie das Salz nicht loswerden.
Neben und während der Unterrichtung über diese Dinge habe ich meinen Diener ausgeschickt, sich in den Bothen über alle Umstände zu unterrichten; der hat den nachfolgenden Bericht zu Papier gebracht, wie hernach angezeigt.
Die Sollen — wie die Bothe an diesem Ort genannt werden — liegen in der Erde, und das Fundament ist mit Steinmauern der Erde gleich erbaut; danach ist oben ein Schindeldach darüber gedeckt. Der Herd, auf dem die Pfanne steht und gesetzt ist, ist in der Mitte auf beiden Seiten mit Schlotter ausgefüllt und zwei Schuh oder eine Elle hoch aufgeführt; in der Mitte aber ist ein Graben, 1½ Schuh weit, der halbwegs hindurchgeht. Die hintere Hälfte aber ist gleichmäßig tief. Über den genannten Graben liegen fünf eiserne Stäbe als Rost,
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Bl. 372vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
darauff das feurwergk gelegt wirdt, Sonnst ist der herdt allennthalbenn zu, ohnn allein fornn ist ein loch schuchs weit vonn der Erdenn, bis zu der Pfannenn hinauf, dornan1[?] das holtz vnndersteckt, offenn, Die Pfann ist gesetzt, also das sie eines Ehlennbogenn höher stehet, als das feurwerck vnnd der herdt anngelegt ist, Die Pfannenn seindt — 14 schue lanng, 10. schue breidt, 7 zoll dieff, Auff Ieder seittenn der Pfannenn seindt nebenn einannder zwenn dicke Plocke einer spannenn weit vonn einannder eingeschlagenn, auf dieselbigenn sein gelegt, zwenn grosse Behrstebe2[?], oder Pfannennbeume, vber die Pfanne gehenndt, auf welchenn dann liegenn, vier anndere Pfannennbeume, welche herbscheiter3[?] genenndt werdenn, ann denselbigenn seindt vornenn — 8. vnnd hindenn — 8 Pfannen harkenn, So liegenn auch darzwischenn dreÿ
Der Vierte Appendix. auf den das Feuerwerk gelegt wird. Sonst ist der Herd allenthalben geschlossen; nur vorn ist ein Loch, einen Schuh weit von der Erde bis zur Pfanne hinauf, wo man das Holz untersteckt, offen. Die Pfanne ist so gesetzt, dass sie eine Ellenbogenlänge höher steht, als das Feuerwerk und der Herd angelegt sind.
Die Pfannen sind 14 Schuh lang, 10 Schuh breit und 7 Zoll tief. Auf jeder Seite der Pfanne sind nebeneinander zwei dicke Pflöcke eine Spanne weit voneinander eingeschlagen; auf diese sind zwei große Bärstäbe oder Pfannenbäume gelegt, die über die Pfanne gehen. Auf diesen liegen dann vier andere Pfannenbäume, die Herbscheite genannt werden; an ihnen sind vorn 8 und hinten 8 Pfannenhaken. So liegen auch dazwischen drei
Unsichere Lesungen
- dornan — Lesung unsicher, dorinn möglich (Z. 4)
- Behrstebe — B/V unsicher (Z. 14)
- herbscheiter — b/d unsicher (Z. 17)
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Bl. 373rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
kurtze beume, darann henckenn1[?] — 4. harkenn, also das ihr all zusammenn in einer Pfannenn — 20. seindt, welche die Pfannenn haltenn, Das Saltz wirdt nachvolgennder massenn bereitet, Inn der Pfannenn beheltet mann vom vorigenn siedenn Iederzeit sovil im vorrath, das mann vier stucke Saltz machenn kann, darzu lest mann aus dem Sohlfasse, welcher — 5. in Iedem bothe sein, — 1½ schock vierthel, daraus macht mann — 4 stucke, vnnd bleibenn alwege — 4 stucke im vorrath, zu einem volkommenn wercke werdenn gebraucht — 3 schock guter bunde, welcher dreÿ beÿ vnns ein wellenn machenn, kost derselbigenn ein schock, ist Stam holtz — 8 gh.2[?] oder aber die gemeinenn gattung nims3[?] mann — 3½ schock, kost ein schock — 5 gl. lieffernn, wirdt ein werck in — 3 stundenn bereittet, Man4[?] heltet das feuer vnnter der Pfannenn ein virtell stunde, darin es vfwellet, vnnd wenns seudt, Iagt
Der Vierte Appendix. kurze Bäume, an denen 4 Haken hängen, so dass ihrer alle zusammen in einer Pfanne 20 sind, die die Pfanne halten.
Das Salz wird auf folgende Weise bereitet: In der Pfanne behält man vom vorigen Sieden jeweils so viel auf Vorrat, dass man vier Stücke Salz machen kann; dazu lässt man aus dem Solfass — deren sind 5 in jedem Bothe — 1½ Schock Viertel ein. Daraus macht man 4 Stücke, und es bleiben stets 4 Stücke auf Vorrat.
Zu einem vollen Werk werden 3 Schock guter Bunde gebraucht, von denen drei bei uns eine Welle ausmachen; davon kostet ein Schock, wenn es Stammholz ist, 8 Groschen. Oder aber man nimmt von der gemeinen Sorte 3½ Schock; davon kostet ein Schock 5 Groschen geliefert. Ein Werk wird in 3 Stunden bereitet. Man hält das Feuer unter der Pfanne eine Viertelstunde, worin es aufwallt; und wenn es siedet, jagt
Unsichere Lesungen
- henckenn — hinnckenn möglich (Z. 1)
- gh. — Währungskürzel, gl. möglich (Z. 14)
- nims — nimbt möglich (Z. 14)
- Man — Initiale mit Federzug, Wann möglich (Z. 18)
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Bl. 373vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
mann mit einer schauffelenn, den schaum vnnd mergel treck allennthalbenn zusammenn, vnd reinigt also das saltz, als baldt darnach gehets so reinlich zu saltze, das mann kann die fege feßlein, darin sich der schaum vnnd mergell setzt, baldt aus der Pfannen ruckenn kann, vnnd sonnstenn die vnreinigkeit heraus fegenn, als das Saltz zum wirckenn fertigt wurdet, vnnd dieweil in derselbigenn vnreÿnigkeit noch viel Saltz bleibet, schlagenns die knechte hinder die Pfannenn, auffs gewelbe, brauchens wiederumb zur beiße, aber nicht mit grostem frommen, Darnach schüret mann noch ein kleine weile vnnter, vnnd fehet der Wircker ann zu Behrenn, oder wirckenn, |: wie sie es nennenn :| Nimpt Erstlich die Saltzkruckenn zeuhet allennthalbenn das saltz in der Pfannenn zusammenn ann das ennde, da er das erste stuck machenn will, legt darnach ein Hurde1[?] auf obgedachte zwenn Pfannennbeume, |: welche sie Behrstebe nennenn :| darauf schlegt er mit der Schauffelenn, das Saltz einenn spannenn hoch, legt ein Basternn2[?] darndt3[?] vmb=
Der Vierte Appendix. man mit einer Schaufel den Schaum und Mergelschmutz allenthalben zusammen und reinigt so das Salz. Sogleich danach geht es so rein zu Salz, dass man die Fegfässlein, in denen sich der Schaum und Mergel setzt, bald aus der Pfanne rücken und sonst die Unreinigkeit herausfegen kann, wenn das Salz zum Wirken fertig wird. Und weil in dieser Unreinigkeit noch viel Salz bleibt, schlagen es die Knechte hinter die Pfanne aufs Gewölbe und gebrauchen es wieder zur Beiße, aber nicht mit größtem Nutzen.
Danach schürt man noch eine kleine Weile unter, und der Wirker fängt an zu bären oder zu wirken — wie sie es nennen. Er nimmt zuerst die Salzkrücke und zieht das Salz in der Pfanne allenthalben an dem Ende zusammen, wo er das erste Stück machen will; danach legt er eine Horde auf die genannten zwei Pfannenbäume — die sie Bärstäbe nennen — und schlägt darauf mit der Schaufel das Salz eine Spanne hoch, legt ein Bastband darum
Unsichere Lesungen
- Hurde — Horde möglich (Z. 17)
- Basternn — Lesung unsicher (Z. 20)
- darndt — Lesung unsicher (Z. 20)
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Bl. 374rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
hero, schlegt aber so hoch, legt wiederumb eins vmb, das thut er also offt, bis solanngs das er — 12 banndt vmbgelegt hat, schlegt dann weitters darauf, machts hindenn — 1½ spannenn, vnnd vornn — ½ hoch, vber dem letztenn bannde streichts als dann obenn gladt, vnnd breit vonn sich vf zu, vnnd ist also das stucke welches — 9 Northausische mas, vnnd gleich vnnser mas — 6 machent, verfertiget, Wenn solchs beschehenn, so macht er vf der annder seittenn das annder stucke, vnnd also Iederzeit eins vmbs annder, bis solanng das er vier aus der Pfannenn oder wercke bereitet hat, derenn stucke giltet eins — 7½ gh.1[?] Nachvolgennde werckzeuge, so zum Saltzwergk gebraucht werdenn, findet mann in allenn bothenn, Funff Sohlfaßte in einem Iedenn bothe oder Sollenn, — 1 Rennenn darin die sohlenn außem Sohlfasse Inn die Pfannenn leufft. — 1 klein feßlein, darin die Saltzkruckenn vnnd schauffelnn gelegt, vnnd von saltz gereinigt werdenn. — 4 fegfaße, Horde, darauf die stucke gemacht, vnnd geschlagenn werden, — 1 feur hacken,
Der Vierte Appendix. herum, schlägt wieder ebenso hoch, legt wiederum eines um; das tut er so oft, bis er 12 Bänder umgelegt hat. Dann schlägt er weiter darauf, macht es hinten 1½ Spannen und vorn ½ Spanne hoch, streicht es über dem letzten Band oben glatt und breit von sich weg — und so ist das Stück fertig, das 9 Nordhäuser Maß und, unserem Maß gleich, 6 ausmacht.
Wenn das geschehen ist, so macht er auf der anderen Seite das andere Stück, und so jeweils eines ums andere, bis er vier aus der Pfanne oder dem Werk bereitet hat. Von diesen Stücken gilt eines 7½ Groschen.
Folgendes Werkzeug, das zum Salzwerk gebraucht wird, findet man in allen Bothen: fünf Solfässer in jedem Bothe oder Sollen; 1 Renne, in der die Sole aus dem Solfass in die Pfanne läuft; 1 kleines Fässlein, in das die Salzkrücke und die Schaufel gelegt und vom Salz gereinigt werden; 4 Fegfässer; Horden, auf denen die Stücke gemacht und geschlagen werden; 1 Feuerhaken.
Unsichere Lesungen
- gh. — Währungskürzel, gl. möglich (Z. 12)
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Bl. 374vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Gleicher massenn werdenn die arbeiter belohnet Wie volgt, Der Wircker empfenngt vonn Iedem stucke — 3 dh.1 vnnd ist des knechts oder Pflegers belohnung auch sovil, Holtzaufbinder, oder vnterstorernn2[?] vonn einem wercke — 5½ dh. geburenndt, Mann gibt auch vonn Iedem stucke — 1 dh. bezahlet der Tadegast3[?], vnnd kann also der Pfleger einenn tagk mit arbeitenn vnnd Saltzvftragenn — 4 groschenn verdienenn, Den Grauenn4[?] gibt mann Itzo vonn einem Iedenn stuck Innsonnderheit — 2 gh.5 hebet der zolner vff, hat dennselbigenn zoll zu mehrenn vnnd zu mindernn, Das Regiment vnnd den ganntzenn hanndell im Saltzwergk, verwaltenn der zolner, zwenn Saltzgrevenn, zwenn Bronnenmeister, Ein kunstmeister, Ein Saltzschreiber, vier geschwornne, Sonnstenn mit dem holtzhanndell hats keine sonndere gewisse ordenung, sonndernn wer eigenn geholtze hat, oder den holtzhanndell fursichtiglich
Der Vierte Appendix. Gleichermaßen werden die Arbeiter belohnt, wie folgt: Der Wirker empfängt von jedem Stück 3 Pfennig, und ebenso viel ist die Belohnung des Knechts oder Pflegers. Dem Holzaufbinder oder Unterschürer gebühren von einem Werk 5½ Pfennig. Man gibt auch von jedem Stück 1 Pfennig, das der Ladegast bezahlt; und so kann der Pfleger an einem Tag mit Arbeiten und Salzauftragen 4 Groschen verdienen.
Den Grafen gibt man jetzt von jedem einzelnen Stück 2 Groschen; das erhebt der Zöllner, der diesen Zoll zu erhöhen und zu ermäßigen hat.
Die Verwaltung und den ganzen Handel im Salzwerk führen der Zöllner, zwei Salzgrafen, zwei Bornmeister, ein Kunstmeister, ein Salzschreiber und vier Geschworene. Sonst hat es mit dem Holzhandel keine besondere feste Ordnung, sondern wer eigenes Gehölz hat oder den Holzhandel umsichtig
Unsichere Lesungen
- dh. — Münzkürzel, dl. möglich (Z. 3)
- vnterstorernn — Endung unsicher (Z. 5)
- Tadegast — Lesung unsicher (Z. 7)
- Grauenn — Initiale, Brauenn möglich (Z. 10)
- gh. — Münzkürzel, gl. möglich (Z. 11)
S. 753
Bl. 375rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
treibet, der kann durch seine saltzknechte desto mehr saltz machenn lassenn, doch berichtenn sie, das vf ein kodt1[?] sie Ierlich achte schock schemckell2[?] habenn müssenn, derenn ein schock gelte bisweilenn — 30, bisweilenn — 35, vnnd auch wohl 40. mehr, oder minder guldenn, Ein Schemckell3[?] helt — 60. wellenn, Weitters hab ich nichts erfahren könnenn, Das Pfann eysenn bekommenn sie vonn einem Edelman Fuchs genanndt, einenn Centner vmb — 5 fl. Schneberger, Iedenn güldenn zu 21 gh. gerechnet, vnnd wirdt kein Pfann ausgethann, sie habe dann vber dreÿ Iar gestanndenn, wann mann aber feget, so pflegt mann die Pfann vfzuhebenn vber den Herdt, also das sie noch auff dem herde auf einer seittenn bleibet liegenn, vnnd geschicht solchs darumb, damit mann die negell desto besser nietenn vnnd schlagenn möge, Ausser dem allenn, befinde ich kein besonnder vortheil in einigerleÿ zu Franckennhausenn, denn dieweil die Pfenner allenn kostenn, schadenn vnnd frommen,
treibt, der kann durch seine Salzknechte desto mehr Salz machen lassen. Doch berichten sie, dass sie auf eine Kothe jährlich acht Schock Schemkel haben müssen; davon gilt ein Schock bisweilen 30, bisweilen 35 und auch wohl 40 Gulden, mehr oder weniger. Ein Schemkel hält 60 Wellen. Weiter habe ich nichts erfahren können.
Das Pfanneneisen bekommen sie von einem Edelmann namens Fuchs, den Zentner um 5 Gulden Schneeberger, jeden Gulden zu 21 Groschen gerechnet. Und es wird keine Pfanne ausgetan, sie habe denn über drei Jahre gestanden. Wenn man aber fegt, so pflegt man die Pfanne über den Herd zu heben, so dass sie noch auf einer Seite auf dem Herd liegen bleibt; und das geschieht deshalb, damit man die Nägel desto besser nieten und schlagen kann.
Außer dem allen finde ich zu Frankenhausen in keinerlei Hinsicht einen besonderen Vorteil. Denn weil die Pfänner alle Kosten, Schaden und Nutzen
Unsichere Lesungen
- kodt — bodt möglich (Z. 3)
- schemckell — Holzmaß, Lesung unsicher (Z. 3)
- Schemckell — wie Zeile 3 (Z. 6)
S. 754
Bl. 375vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
fur sich vfwendenn, tragenn vnnd erfahrenn müssen, fragenn die knechte desto weniger darnach, es gerathe gleich wie es wolle, Vnnd obwohl ein kodt, wenns einer kaufft oder ererbet, — 2000 fl. gilt, vnnd darauf anngeschlagenn wirdt, so berichtenn doch etliche, das sie nicht gleich gewinst darauf einnehmenn, vnnd bisweilenn kaum einer vf ein kodt Iars — 50 thaler erobere, Den Grauenn gebueret vonn Iedem stuck zu zoll — 2 gh. Wenn nun wie gedacht der zolnner eine[übergeschrieben: nn]1 tagk erleubt, so werdenn gesottenn — 234 werck, helt Iedes werck vier stucke, thut — 936. stucke. Mann erleubet aber die wochenn eine in die anndere gerechnet nur funff tage, wann das Saltz wohl abgehet, tregt die wochenn — 4680 stucke. solchs mit — 48 multipliciret, dieweil sie auch die vier heuptkaldtleger2[?] halttenn, facit — 224640 stucke, vf Iedes stucke — 2 gh. gerechnet — 449 280, Reducirt mitt 21
Der Vierte Appendix. für sich aufwenden, tragen und erfahren müssen, fragen die Knechte desto weniger danach, es gerate, wie es wolle.
Und obwohl eine Kothe, wenn einer sie kauft oder erbt, 2000 Gulden gilt und darauf veranschlagt wird, so berichten doch etliche, dass sie keinen entsprechenden Gewinn daraus einnehmen und dass bisweilen einer kaum 50 Taler im Jahr auf eine Kothe erübrigt.
Den Grafen gebühren von jedem Stück 2 Groschen Zoll. Wenn nun, wie gesagt, der Zöllner einen Tag erlaubt, so werden 234 Werke gesotten; jedes Werk hält vier Stücke, macht 936 Stücke. Man erlaubt aber, eine Woche in die andere gerechnet, nur fünf Tage; wenn das Salz gut abgeht, trägt die Woche 4680 Stücke. Das mit 48 multipliziert — weil sie auch die vier Hauptkaltlager halten — ergibt 224 640 Stücke; auf jedes Stück 2 Groschen gerechnet, macht 449 280; auf 21 reduziert,
Unsichere Lesungen
- eine[übergeschrieben: nn] — Einfügung über der Zeile unsicher (Z. 10)
- heuptkaldtleger — Lesung unsicher (Z. 17)
S. 755
Bl. 376rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
facit — 21394 fl. 6 grosch. Hierzu wirdt den Grauenn ein kodt freÿ gebauett vnnd erhaltenn, also das die beamptenn berichtenn, das der zoll, holtzhanndell, vnnd das Itztgemelte kodt, den Grauenn zu Gemeinenn Iarenn Inn die 17000 oder 18000 güldenn ertragenn, So berichtet auch der zolnner besonnders, das der anschlagk des Holtzes, so Ierlich aufgehet, auf die — 50000 fl. lauffe, soltenn meinem annschlag nach — 43154. sein, Enndtlich vnnd zum beschlus habenn sich auf mein weitters begerenn, die beuelchaber sampt vnnd besonnders erbottenn, sie wollenn mir Ire ordenung, welche sie mich durchaus habenn lesenn lassenn, rein abgeschriebenn zuschickenn, mit weitterm vleißigenn begerenn, das Meinem gnedigen furstenn vnnd herrenn, Ire ganntze gehorsame dienste in allem vnderthenigklich ich erbietenn wolte,
Der Vierte Appendix. macht 21 394 Gulden 6 Groschen. Hierzu wird den Grafen eine Kothe frei gebaut und erhalten, so dass die Beamten berichten, der Zoll, der Holzhandel und diese Kothe trügen den Grafen in gewöhnlichen Jahren gegen 17 000 oder 18 000 Gulden ein. So berichtet auch der Zöllner besonders, dass der Anschlag des Holzes, das jährlich aufgeht, auf 50 000 Gulden laufe; nach meinem Anschlag müssten es 43 154 sein.
Endlich und zum Beschluss haben sich auf mein weiteres Begehren die Befehlshaber sämtlich und einzeln erboten, sie wollten mir ihre Ordnung — die sie mich ganz durchlesen ließen — sauber abgeschrieben zuschicken, mit dem weiteren fleißigen Begehren, dass ich meinem gnädigen Fürsten und Herrn ihre ganzen gehorsamen Dienste in allem untertänig erbieten wolle.
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Bl. 376vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Arulebenn1[?], Volgennts bin ich nach Arulebenn2[?] verreiset, daselbst Meister Hannsenn benebenn dem hüttennschreiber, welche ebenn zu der stundt vonn aussenn herkommenn, anntroffenn, vnnd als damahls die Sohlenn nit zu dumpffe gehaltenn gewesenn, hab ich aus dem einen kothe |: derenn nur zweÿ gebauet gewesenn :| sovil ich bedurfftigk, genommenn, hat die quart ann Rother3[?] sohlenn — 90 lot vnnd 2 qr gehaltenn, daraus seindt wordenn — 3 lot 3 qr Saltz, Sonnstenn hab ich die kunst allennthalbenn besehenn, welche vfs aller vleißigst vnnd beste anngestellett seindt, das meister Hannsenn fursichtige geschicklichkeit in dem nicht gnugsamb gerhumet kann werdenn, Vnnd were wohl zu wünschenn, das nicht allein die kunst zum Sodenn fur allenndorff nach derselbigk art anngestellet wurdenn, Sonndernn das auch zu abschaffung der Pferde ein besonder wasser
Der Vierte Appendix. Auleben. Sodann bin ich nach Auleben gereist und habe dort Meister Hans neben dem Hüttenschreiber angetroffen, die eben zu dieser Stunde von auswärts hergekommen waren. Und weil damals die Sole nicht zu Sumpf gehalten war, habe ich aus der einen Kothe — deren nur zwei gebaut waren — so viel genommen, wie ich brauchte. Das Quart hat an roher Sole 90 Lot und 2 Quentchen gehalten; daraus sind 3 Lot 3 Quentchen Salz geworden.
Sonst habe ich die Künste allenthalben besehen, die aufs allersorgfältigste und beste eingerichtet sind, so dass Meister Hans' umsichtige Geschicklichkeit darin nicht genug gerühmt werden kann. Und es wäre wohl zu wünschen, dass nicht allein die Künste zu Sooden vor Allendorf auf dieselbe Art eingerichtet würden, sondern dass auch zur Abschaffung der Pferde ein besonderes Wasser
Unsichere Lesungen
- Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich (Z. 1)
- Arulebenn — wie Zeile 1 (Z. 2)
- Rother — Lesung unsicher (Z. 9)