Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 61
Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 61 · Bl. 29r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Geyselers Denkschrift von 1489
S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 61
Bl. 29rBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitegunte der meister zuschneidenn die Bolenn, vnnd die bretter, damit er den Bornn zumachenn gedachte,
…(be)gann der Meister die Bohlen und die Bretter zuzuschneiden, mit denen er den Brunnen zu verschalen gedachte.
das Bolennschneidenn weret bis vf Sanct Johans tage, zu mittenn Sommer,
Das Bohlenschneiden währte bis auf St. Johannis Tag (24. Juni), zu Mittsommer.
da brachte der meister das gerüste holtz vf denn Bornn, vnnd begundt die schwengell vnnd das alte gerenne vfzubrechenn, vnnd den neuenn gezeug vfzuschlagenn,
Da brachte der Meister das Gerüstholz auf den Brunnen und begann, den Schwengel und die alten Gerinne aufzubrechen und das neue Gezeug aufzuschlagen.
Nemblich vor das erste hatt der Meister gemacht, grosse kastenn vom Telenn2 wohl zusammenngefügt vnnd bereit, der da stundenn zwenn bey dem Bornne, in der dritte im Teiche1,
Nämlich zum Ersten hatte der Meister große Kästen aus Dielen gemacht, wohl zusammengefügt und bereitet; von diesen standen zwei beim Brunnen und der dritte im Teich.
in welchenn kastenn, die Sohle solt gefasset, vnnd behaltenn werdenn, vnnd also furtan aus dem kasten Jnn die gerenne zu den Bodenn außgewanndt werden,
In diesen Kästen sollte die Sole gefasst und aufbewahrt werden und sodann fortan aus dem Kasten in die Gerinne zu den Böden (Siedehäusern) ausgeleitet werden.
Darnach richtete der meister das Rath vf den Bornn, vf eine Seuchle3, die hat obenn ein kreuze, vnnd die Seuchle stundt mittenn im Bornn vf dem Gries,
Danach richtete der Meister das Rad auf dem Brunnen auf, auf einer Säule; die hatte oben ein Kreuz, und die Säule stand mitten im Brunnen auf dem Kiesgrund.
Ann der Wellenn des Raths hing die kette mit den Eymernn, die die Sohle austrugenn Jnn die kastenn, vnnd Jnn die bötte4,
An der Welle des Rades hing die Kette mit den Eimern, die die Sole in die Kästen und in die Bütten hinauftrugen.
vf annderseits des Bornns Jegen dem Berge, richtete der Meister vf, den Teller,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Auf der anderen Seite des Brunnens, gegen den Berg hin, richtete der Meister den Teller auf …
Unsichere Lesungen
- in der dritte im Teiche — 'in' wohl verschrieben für 'vnd'; 'Teiche' (Mühlteich?) nicht ganz sicher
- vom Telenn — = von Dielen (Bohlen); Schreibung unsicher
- Seuchle — Lesung unsicher: 'Seuchle' (Säulchen/Säule) oder 'Deuchle' (Deuchel, Holzrohr); gemeint ist der mittige Ständer des Rades
- bötte — Bütten; Zierstrich durch tt, auch als Streichung deutbar