Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 59
Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 59 · Bl. 28r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Geyselers Denkschrift von 1489
S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 59
Bl. 28rBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitenoth sein, vnnd schicketenn nach zimmerleutenn zu arbeitenn, die da stetes gearbeit habenn biß ann die Ostern, vnnd Meisterliche gezeug bereidt habenn.
… nötig sein dünkte; und sie schickten nach Zimmerleuten zur Arbeit, die bis Ostern beständig gearbeitet und das meisterliche Gezeug (Gerät) bereitet haben.
Das erst was ein Rath, darmit mann solt die Sohle auß dem Bornn gewinnenn, zu siedenn, dieweil mann ann dem Borne solt bauenn,
Das erste war ein Rad, mit dem man die Sole aus dem Brunnen gewinnen sollte, um weiter zu sieden, während man an dem Brunnen bauen würde.
Dasselbe Rath, hatt zum erstenn siebenn Eymer, darnach ließ mann einen anndern kethen machtenn1, darann hiengenn vierzehenn Eimer,
Dasselbe Rad hatte zuerst sieben Eimer; danach ließ man eine andere Kette machen, an der vierzehn Eimer hingen.
die Eimer warenn geformet, als die Schepffer Eymer, vntenn weit vnnd obenn enge, vnnd was Je ein Eymer siebenn virtell einer Ehlen lanng,
Die Eimer waren geformt wie die Schöpfeimer, unten weit und oben eng, und jeder Eimer war sieben Viertel einer Elle lang.
vnnd vntenn am Bodenn hat der Eimer ein Rundt loch, als ein Blasbalck, vnnd vornn Jnwenndig ein windtfanng, darvor vom bleye ein leder3 gefassett,
Und unten am Boden hatte der Eimer ein rundes Loch wie ein Blasebalg, und vorn inwendig einen Windfang; davor war ein mit Blei beschwertes Leder (als Ventilklappe) gefasst.
auch vonn obenn herab einer gutenn spannenn lanngk, was auch ein Rundt loch, schlecht offenn, ohne windtfanng, darumb das die Eimer sich nit zu voll fülleten, vnnd ann viel vergiessenn2, sich bequemlich außgoß,
Auch von oben herab, eine gute Spanne lang, war ein rundes Loch, einfach offen, ohne Windfang, damit sich die Eimer nicht zu voll füllten und, ohne viel zu vergießen, sich das Wasser bequem ausgoss.
vnnd die Eimer hiengenn alle miteinannder ann einer kettenn, die hieng obenn vber die wellenn des Raths, vnnd vntenn in dem Bornn ging sieLäuft auf der nächsten Seite weiter
Und die Eimer hingen alle miteinander an einer Kette; die hing oben über der Welle des Rades, und unten im Brunnen lief sie …
Unsichere Lesungen
- kethen machtenn — Lesung 'machtenn' statt erwartetem 'machenn' unsicher; 'einen anndern kethen' so in der Vorlage
- ann viel vergiessenn — Wortlaut unsicher; Sinn: ohne viel zu vergießen
- leder — auch 'feder' lesbar; technisch ist eine bleibeschwerte Lederklappe (Ventil) gemeint