Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 361–370
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 361–370 · Bl. 179r–183v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 361
Bl. 179rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Stadt herzu durch den gries im grunde sehr viel waßer zur seittenn herkommenn, seindt auch etlich viel adernn aus dem grunde vonn vnttenn herauff gequollenn, Ist aber alles wilt waßer gewesenn, vnnd seindt gantz vnnd gar kein Saltzadern funden, noch sich ereugt, darumb gewißlich die Saltzadernn vom dem gebirge, vnnd das wilt waßer aus dem grunde der Werra durch den Kieß herzu tringt, vnnd solch wildt waßer zuerhalttenn, hat mann zwo Pompenn zugericht, mitt denselben, vnnd auch darzu mit schopffenn hat mann den grundt trockenn geöst, Sambstags den 20.
Stadt her durch den Gries im Grund sehr viel Wasser von der Seite hergekommen; auch sind etliche viele Adern aus dem Grund von unten heraufgequollen. Es war aber alles wildes Wasser, und es sind ganz und gar keine Salzadern gefunden worden noch haben sich welche gezeigt. Darum dringen die Salzadern gewiss vom Gebirge her und das wilde Wasser aus dem Grund der Werra durch den Kies herzu. Und um dieses wilde Wasser zu halten, hat man zwei Pumpen hergerichtet; mit diesen und dazu mit Schöpfen hat man den Grund trocken geschöpft. Samstag, den 20.
Septembris seindt vf solchen grundt die schwellenn des achteckigenn fasses gelegt, darnach das Kuebenn so darin gemachtt vonn funff schue hoch vnnd sechs schue weit, darin gelassenn, vnnd ist der grundt zuuor sehr wohl mit aschenn beschut, darauf ein gute notturfft Moß gestrauwet, vnnd wieder mitt aschenn gefult,
September, sind auf diesen Grund die Schwellen des achteckigen Fasses gelegt worden; danach ist die Kufe, die dafür gemacht war, fünf Schuh hoch und sechs Schuh weit, hineingelassen worden. Und der Grund ist zuvor sehr gut mit Asche beschüttet, darauf eine gute Notdurft Moos gestreut und wieder mit Asche gefüllt worden.
S. 362
Bl. 179vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)darauff ist das Kuebenn gesatzt, vnnd wohl verstopfft, vnnd gehet die Rör1 aus dem newenn Saltzbronn in solch Kuebenn, daraus mann die Sohl zum siedenn langenn vnnd Pompenn soll, Dieselb Rörenn wechsel in der mitte, habenn daselbst ein starckenn Mißingenn Rost, Ist allennthalbenn mit keilenn wohl verplockt, vnnd verstopfft, vnnd kann mann durch die new abzucht ann den Saltzbronn vf der Rör[?] bis ann die achteckig klein fassung kommenn, vnnd Jederzeit zusehenn, Doch vmb der sorg willenn, soll aus dem grunde vmb die Rörenn, ann dem alten faße auch bis obenn aus, ein guter thon geschlagenn werden, damit mann, wo es von nötenn, Jederzeit vffreumenn, volgennts ist zwischenn dem Kubenn, vnd den achteckigenn schwelnn der grundt vf die Aschenn vnnd das Moß, mit gutem zubereytem thonn, der schwellenn gleich zuuertennen2[?], anngefangenn vnnd habenn die Söder das Ösenn an den Pompenn thun helffenn, vnnd den Thon vf den Saltzbron getrieben,
Darauf ist die Kufe gesetzt und gut verstopft worden. Und die Röhre geht aus dem neuen Salzbrunnen in diese Kufe, aus der man die Sole zum Sieden holen und pumpen soll. Dieselben Röhren wechseln in der Mitte und haben dort einen starken messingenen Rost; sie sind allenthalben mit Keilen gut verpflockt und verstopft. Und man kann durch die neue Abzucht an den Salzbrunnen auf der Röhre bis an die achteckige kleine Fassung kommen und jederzeit nachsehen. Doch soll der Sorge wegen aus dem Grund um die Röhren an dem alten Fass auch bis oben hin ein guter Ton geschlagen werden, damit man, wo es nötig ist, jederzeit aufräumen kann.
Sodann ist zwischen der Kufe und den achteckigen Schwellen angefangen worden, den Grund auf die Asche und das Moos mit gutem zubereitetem Ton den Schwellen gleich zu verdämmen. Und die Sieder haben beim Schöpfen an den Pumpen geholfen und den Ton auf den Salzbrunnen gefahren.
Unsichere Lesungen
- Rör — Wortende abgekürzt (Z. 8)
- zuuertennen — nn oder mm (Z. 17)
S. 363
Bl. 180rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Darnach hat mann die acht seulnn Jnn die schwelnn gesetzt, seindt zwey verriegelt, vnnd2 mit Jngeschlossen bretternn vonn vnttenn vonn denn schwelnn an bis obenn aus, wie das erste newe mittelste faß gewesenn, vff einannder ausgefurt, vnnd oben mit steinen Dinchßenn1[?] wohl verwart, Jnn einannder geschlossenn vnnd vernagelt, Vnnd nach dem der abendt vnnd die nacht vnnd[?] vbereylet, hat mann volgennds Sonntags die Söder vnd alle Jnnwöner zum Sodenn anngesprochenn, die habenn gutwillig des morgenns fur der Predigt souiel thon vff den Bornn gefurt, vnnd auch damit in der eyle mit kleis3[?] getemmet, souiel es die notturfft erfordert, Derwegenn vf Jr bitlichs ansuchenn die Herrnn Jnen zwene guldenn fur ein faß biers, vnnd ein gulden fur brodt vnnd Keße zugebenn gewilligt vnnd verordenet, damit auch alle aschenn so sie zu solchem Baw gethann, bezahlt sein soll, Diese wochenn gesottenn ann saltz ——— 128 werck.
Danach hat man die acht Säulen in die Schwellen gesetzt; je zwei sind verriegelt und mit eingeschlossenen Brettern von unten von den Schwellen an bis oben hinaus, wie es das erste neue mittlere Fass gewesen ist, aufeinander hochgeführt und oben mit steinernen Deckeln gut verwahrt, ineinander geschlossen und vernagelt.
Und weil der Abend und die Nacht hereinbrachen, hat man sodann am Sonntag die Sieder und alle Einwohner zu Sooden angesprochen; die haben gutwillig am Morgen vor der Predigt so viel Ton auf den Born gefahren und ihn auch in der Eile mit Fleiß verdämmt, soweit es die Notdurft erforderte. Deshalb haben die Herren ihnen auf ihr bittliches Ansuchen zwei Gulden für ein Fass Bier und einen Gulden für Brot und Käse zu geben bewilligt und angeordnet; damit soll auch alle Asche, die sie zu diesem Bau gegeben haben, bezahlt sein.
Diese Woche gesotten an Salz ——— 128 Werk.
Unsichere Lesungen
- Dinchßenn — Lesung unsicher (Z. 6)
- vnnd — evtl. vnns (Z. 8)
- kleis — Endung unklar (Z. 13)
S. 364
Bl. 180vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sonntags den 21. Septembris alle Rechnungenn gehort, darnach gerathschlagt, was furter zu volnziehung der Bewe vorzunehmenn, vnnd geschlossenn wie volget, Der zimmermann soll zu stundt ann das Haus vnnd den Baw vf den newenn Saltzbronn, aller massenn wie das muster, so derwegenn abgerissenn, ausweist, vonn dem geschnittenn holtz furlegenn, vnnd vffs aller furderlichst fertigenn, sollenn die schweln vnd Rasen1[?] Jnn die leng — 28.
Sonntag, den 21. September, alle Rechnungen angehört, danach beratschlagt, was weiter zur Vollendung der Bauten vorzunehmen sei, und beschlossen wie folgt:
Der Zimmermann soll sogleich das Haus und den Bau auf dem neuen Salzbrunnen ganz so, wie das dafür gezeichnete Muster es ausweist, aus dem geschnittenen Holz vorlegen und aufs allerförderlichste fertigstellen. Die Schwellen und Rähme sollen in der Länge 28
schue, die seulenn 10. schue hoch, Jedes feldt drey schue weit, Jn den Gibkelnn Jeglicher funff seulenn habenn, vnnd alles vonn den Buchenn dielenn mit Bretternn Jngespont zugemacht werdenn, darnach mit thuer vnnd zweyen fennsternn verschlossenn werdenn Darnach die strebenn zwischenn dem altenn eußersten, vnnd dem newenn mittelstenn faß, das die new abzucht sein soll, vntenn vf im grunde, eins schuchs hoch mit gries ausgefult, darauff schweln gelegt, vnnd seulnn — 10 schue hoch, das mann vffricht
Schuh messen, die Säulen 10 Schuh hoch sein, jedes Feld drei Schuh weit; in den Giebeln soll jeder fünf Säulen haben, und alles soll mit buchenen Dielen und Brettern gespundet zugemacht und danach mit einer Tür und zwei Fenstern verschlossen werden.
Danach sollen die Streben zwischen dem alten äußersten und dem neuen mittleren Fass, das die neue Abzucht sein soll, unten im Grund einen Schuh hoch mit Gries ausgefüllt, darauf Schwellen gelegt und Säulen 10 Schuh hoch gesetzt werden, damit man aufrecht
Unsichere Lesungen
- Rasen — Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 10)
S. 365
Bl. 181rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)darin gehenn könne, darin verstopfft vnnd aber auch verrigelt, darauff der starckenn Bretter zur strebe eins anns annder gelegt, vnnd zwey oder drey lichtlöcher darin zumachenn, wie die vorigenn altenn gewesenn, vnnd dann bis obenn aus den gebewenn gleich mit guter erdenn zufüllenn, vnnd wann das geschehenn, so soll dann vmb den newe vnnd zwischl1[?] den beidenn newenn fassenn, vf den Thonn noch weitter getemmet2[?] werdenn, soviel thons vbrigk, Darnach dieselbe gebeude, auch mit erdenn darauff gleich ausgefült, vnnd dann gerings obenn vmbher mit eichenn dielenn, in einannder gespont, beschlossenn, wie vf dem altenn Bornn solchs zuvor auch gewesen, Vnnd wann das geschehenn, soll der Baw vnnd das Haus auf den Newenn Saltzbronn vfgeschlagenn vnnd vffgerichtt, vnnd mit Bretternn gedeckt, auch darauf zwene vergulte kupfferne knöpffe, so zu Cassell zu machenn, vnnd zuvergüldenn bestelt werdenn sollen, Montags den 22 Septembris hat der zimmerman das Haus vf den Saltzbronn zu zimmern fürgelegt,
darin gehen kann; darin ist zu verstopfen und auch zu verriegeln, und darauf sind die starken Bretter zur Strebe eins ans andere zu legen und zwei oder drei Lichtlöcher darin zu machen, wie die vorigen alten gewesen sind. Und dann ist bis oben hin den Bauten gleich mit guter Erde zu füllen. Und wenn das geschehen ist, so soll dann um das neue und zwischen den beiden neuen Fässern auf den Ton noch weiter verdämmt werden, soviel Ton übrig ist. Danach sind diese Bauten auch mit Erde darauf gleich ausgefüllt und dann ringsum oben mit eichenen Dielen, ineinander gespundet, verschlossen werden, wie es auf dem alten Born zuvor auch gewesen ist.
Und wenn das geschehen ist, soll der Bau und das Haus auf dem neuen Salzbrunnen aufgeschlagen und aufgerichtet und mit Brettern gedeckt werden; auch sollen zwei vergoldete kupferne Knöpfe darauf, die zu Kassel zu machen und zu vergolden bestellt werden sollen.
Montag, den 22. September, hat der Zimmermann das Haus auf den Salzbrunnen zu zimmern vorgelegt
Unsichere Lesungen
- zwischl — Kürzung, wohl zwischen (Z. 7)
- getemmet — n/m unklar (Z. 9)
S. 366
Bl. 181vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vnnd hauwenn anngefanngenn, So habenn die Fuder1[?] soviel thons bey das fas zum auspompenn gefurt, das es soweit not damit vertemmet wurde, vnnd soll dann bis obenn den gebewenn gleich mit erdenn ausgefült werdenn, Dinstags den 23.
und zu hauen angefangen. So haben die Fuhrleute so viel Ton zu dem Fass zum Auspumpen gefahren, dass es, soweit nötig, damit verdämmt wurde; und es soll dann bis oben den Bauten gleich mit Erde ausgefüllt werden. Dienstag, den 23.
Septembris vier kSal2[?] knechtte vonn Cassell gein Sodenn geschickt, sollenn daselbst noch vier knechte zu sich nehmenn, vnnd den Sohlgrabenn, dieweil der durch die gewesse diesenn Sommer beschlembt, vnnd viel kodts darin geflossenn ist, saubernn vnnd rein machenn, vnnd vntenn herauf bis furs gewelbe, soll der Junge Henrich Müldener darauf sehenn, das sie treulich vnnd vleissigk arbeitenn, So soll der Steinbrecher zur oberstenn brucken, die Gewelbe vnnd annder steine brechenn, Ob man dieselbige Brucke fur wintter noch fertigenn könne, soll mit einer schleussenn gemacht werdenn, das man die in den wasserfludenn fürschiessenn könne, Damit die nit ann die gebeude des Saltzbronns kommen könnenn, Sonnder soll die zeit der flude der Sohlgrabe
September, vier Salzknechte von Kassel nach Sooden geschickt; die sollen dort noch vier Knechte zu sich nehmen und den Solgraben — weil er durch das Hochwasser diesen Sommer verschlammt ist und viel Unrat hineingeflossen ist — säubern und rein machen, und zwar von unten herauf bis vor das Gewölbe. Der junge Heinrich Muldener soll darauf sehen, dass sie treu und fleißig arbeiten.
So soll der Steinbrecher für die oberste Brücke die Gewölbe- und anderen Steine brechen. Ob man diese Brücke vor dem Winter noch fertigstellen kann: sie soll mit einer Schleuse gemacht werden, damit man sie bei Wasserfluten vorschieben kann, damit diese nicht an die Bauten des Salzbrunnens kommen können. Vielmehr soll zur Zeit der Flut der Solgraben
Unsichere Lesungen
- Fuder — Wort unklar (Z. 1)
- kSal — Zeichen vor Sal unklar (Z. 6)
S. 367
Bl. 182rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vber derselbtenn Oberstenn Bruckenn, mit Pompenn geöst1 vnnd gehaltenn werdenn, Die volgennde tage dieser wochenn ann solcher arbeit gemacht vnnd bliebenn, vnnd seindt diese wochenn ann saltz gesotten – 119 werck, Sonntags den 28.
oberhalb dieser obersten Brücke mit Pumpen geschöpft und gehalten werden. Die folgenden Tage dieser Woche an dieser Arbeit gemacht und geblieben; und es sind diese Woche an Salz gesotten worden 119 Werk. Sonntag, den 28.
Septembris habenn die zimmerleute am Baw gearbeit, darnebenn mehr thon getretenn vnnd zugericht, vnnd ist der Sohlgrabe vonn der vnterstenn Bruckenn herann anngefanngenn zu saubernn, vnnd zu reinigenn, vnnd steine zur Oberstenn Bruckenn vber den Sohlgrabenn brechenn lassenn, Diese wochenn ann saltz gesottenn ——— 124 werck, Sonntags nach Michaelis den 5.
September, haben die Zimmerleute am Bau gearbeitet, daneben mehr Ton getreten und hergerichtet. Und der Solgraben ist von der untersten Brücke an zu säubern und zu reinigen angefangen worden, und man hat Steine für die oberste Brücke über den Solgraben brechen lassen. Diese Woche an Salz gesotten ——— 124 Werk. Sonntag nach Michaelis, den 5.
Octobris ann solcher arbeit bliebenn, vnnd ist der Baw vollendt gefertiget, hat aber der Pompenn halbenn als balde nit konnenn gehabenn, noch gesatzt werdenn, Darumb mann hat darmit verziehenn müssenn, vnnd nach dem verabschiedt, das mann nach Michaelis ein Probewerck siedenn solt, So hat doch der Saltzwardt solchs abgeschrieben, wie volgt.
Oktober, an dieser Arbeit geblieben; und der Bau ist vollends fertiggestellt worden. Der Pumpen wegen hat er aber nicht sogleich aufgesetzt und gesetzt werden können, darum hat man damit warten müssen. Und obwohl man verabschiedet hatte, dass man nach Michaelis ein Probewerk sieden solle, so hat doch der Salzwart das abgeschrieben, wie folgt:
Unsichere Lesungen
- geöst — Endung unklar (Z. 1)
S. 368
Bl. 182vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Mein ganntzwillig dienst zuvor Lieber Schwager Jost, Ich will euch nit verhaltenn, das ich befinde im Sohlziehenn, das der Bornn nit soviel gibt, als er vor vier oder funff wochenn gethann, dann er wirdt stets ausgezogenn, Dieweil ich demselbenn nu nachdennck, So hab ich altzeit hörenn davonn disputiren, das die Sohl oder der Saltzbronn in der Laubrosse1[?], am schwechstenn sey, Vber das hab ich auch nach dem quellbornne, wie sich der Itzo halte achtung gethann, So befindet sich das derselbe auch wieder aussenn bleibt, Ist gar vngeschafftenn Itzo, Derhalbenn wer gewis, wo der Saltzbronn nitt erbauwet vnnd gefast were, das er dann Itzo ebenn den manngell habenn wurde, wie vorhin, Nach dem ich aber vonn den Bawherrnn vnnd euch verstandenn, diese wochenn die Probwercke zu siedenn, So hab ich derhalbenn mit dem Bornndtmeister davonn geredt, vnnd allerlei bedenckenn gehabt, vnnd woltenn, das solchs lennger nachbliebe, vnnd besser bedacht wurde, damit wir solchs nit zu mercklichem
Meine ganz willigen Dienste zuvor, lieber Schwager Jost. Ich will Euch nicht verhalten, dass ich beim Solziehen finde, dass der Born nicht mehr so viel gibt, wie er es vor vier oder fünf Wochen getan hat; denn er wird ständig ausgezogen. Wenn ich dem nun nachdenke, so habe ich stets darüber disputieren hören, dass die Sole oder der Salzbrunnen zur Zeit des Laubfalls am schwächsten sei.
Darüber hinaus habe ich auch achtgegeben, wie sich der Quellborn jetzt verhält; da findet sich, dass auch dieser wieder ausbleibt und jetzt ganz unbeschaffen ist. Deshalb wäre es gewiss, dass der Salzbrunnen, wenn er nicht erbaut und gefasst worden wäre, jetzt eben denselben Mangel haben würde wie zuvor.
Nachdem ich aber von den Bauherren und von Euch verstanden habe, diese Woche die Probewerke zu sieden, so habe ich deshalb mit dem Brunnenmeister davon gesprochen und allerlei Bedenken gehabt; und wir wollten, dass dies noch länger unterbliebe und besser bedacht würde, damit wir es nicht zu merklichem
Unsichere Lesungen
- Laubrosse — Wort unklar (Z. 8)
S. 369
Bl. 183rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)schadenn vornehmenn, könnenn wir doch sonnst wohl wissenn, wie es darumb stehet, wie ich euch zu ewer annkunfft weitter berichtenn will, Will auch meinem gnedigenn furstenn vnnd Herrnn zum bestenn, vor mich damit lennger zuberuhenn, gebettenn haben, Hab ich euch als dem der dieser zeit die gelegennheit am bestenn weis, vnnangezeigt nit wollenn lassenn, Ir könnt wohl darauf weitter bedacht sein, vnnd in anndere wege abschaffenn, damit annder nit sonnst ein geschwetz davonn hettenn Ich bitt auch Ir wollet Schneide wintten1 einenn Botten schickenn, vnnd euch berichtenn lassenn, wie die arbeit vonn stadt gehe, vnnd mir zuerkennenn gebenn, Euch wieder zu dienenn bin ich altzeit geflissenn vnd willigk, Datum Sodenn Montags Michaelis anno 50 E.
Schaden vornehmen. Wir können ja auch sonst wohl wissen, wie es darum steht, wie ich Euch bei Eurer Ankunft weiter berichten will. Ich will auch meinem gnädigen Fürsten und Herrn zum Besten für meine Person gebeten haben, damit noch länger zu warten. Das wollte ich Euch als demjenigen, der zu dieser Zeit die Lage am besten kennt, nicht unangezeigt lassen. Ihr könnt wohl weiter darauf bedacht sein und es auf andere Weise abstellen, damit andere nicht ein Gerede davon haben.
Ich bitte auch, Ihr wollet nach Schneidewinden einen Boten schicken und Euch berichten lassen, wie die Arbeit vonstatten geht, und es mir zu erkennen geben. Euch wieder zu dienen bin ich allzeit geflissen und willig. Gegeben zu Sooden, Montag Michaelis Anno 50. Euer
Unsichere Lesungen
- Schneide wintten — Name, wohl Schneidewind (Z. 11)
- sst — Unterschriftskürzel (Z. 18)
S. 370
Bl. 183vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)dieser zeit alle quellenn schwach sein. Diese wochenn ann saltz gesottenn ——— 140 werck. Sonntags nach Dionisy den 12.
dass zu dieser Zeit alle Quellen schwach sind. Diese Woche an Salz gesotten ——— 140 Werk. Sonntag nach Dionysii, den 12.
Octobris diese woch — 10 stemme holtzes gefelt, vnnd beschlagenn, den Sohlgrabenn vnnd das gewelbe vollendt rein gemacht, vnnd gesaubert, vnnd habenn die zimmerleute zwischl1[?] dem eussersten altenn vnnd dem mittelstenn newenn fas die strebenn gemacht, Diese wochenn ann saltz gesottenn ——— 132 werck Vnnd seindt diese wochenn Donnerstags Galli zehenn newe schetzer vnnd Saltzmesser, die mann die geschwornenn nennenn soll geordennt, der Jedem ein new Saltzmas, vnnd ein Rost darauff zugestelt, darauf sich Innhalt der ordenung, vnnd diese nachvolgende artickull einenn leiblichenn eidt zu Gott gelobtt vnnd geschworenn habenn, deswegenn seindt Jedem Saltzmesser oder geschwornenn, acht Söder oder Bodenn, dieselbigenn in seiner verwaltung zuhabenn zugeordenet.
Oktober: diese Woche 10 Stämme Holz gefällt und beschlagen, den Solgraben und das Gewölbe vollends rein gemacht und gesäubert; und die Zimmerleute haben zwischen dem äußersten alten und dem mittleren neuen Fass die Streben gemacht. Diese Woche an Salz gesotten ——— 132 Werk.
Und es sind diese Woche am Donnerstag Galli zehn neue Schätzer und Salzmesser, die man die Geschworenen nennen soll, bestellt worden. Jedem von ihnen ist ein neues Salzmaß und ein Rost darauf zugestellt worden, worauf sie nach dem Inhalt der Ordnung und der nachfolgenden Artikel einen leiblichen Eid zu Gott gelobt und geschworen haben. Deshalb sind jedem Salzmesser oder Geschworenen acht Sieder oder Bothe zugeordnet worden, die er in seiner Verwaltung haben soll.
Unsichere Lesungen
- zwischl — Kürzung, wohl zwischen (Z. 6)