Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 351–360
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 351–360 · Bl. 174r–178v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 351
Bl. 174rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)seindt gleich wie wasser in einem haffenn, oder kessell scheldt, Aber nicht wie die anndernn Salz adernn, vnnd stehet die wilde ader Inn der mitte vf der linckenn seittenn des fasses nach dem Berge zu, gleich darunter vngefehrde drey schue, Ist wieder ein gute Salzader, hat der Meister vf Jede ader ein eichenn stock oder Ror gesazt, darin Jede ader allein steigt, so hoch die Wilde in die abzucht, vnnd die gut ader in Salz bronn zubringenn ist, vnnd seindt beide, Jede Innsonderheit mit Moß verstopfft, vnnd darnach mit thon wohl vertemmet, Darzwischenn vonn dem newen Salzbronn bisann die erstenn Inngeraumpten Bolen, seindt auch Bretter zwerch vber in ein annder gespannt, Inn den grundt getriebenn, das Jede ader dest besser allein gefast werdenn möcht, wie dann geschehenn, vnnd ist in den stock, der die wilde ader fast, ein Rör Inngeschnittenn, hart verkeilt vnd verstopfft, geht durch das mittelste new fas, Inn die new abzucht, zwischenn demselbenn, vnnd den eussersten altenn fas, So hat der stock vber der gutenn Salzadernn zwo rörenn, der eine gehtt
sprudelt gleich wie Wasser in einem Hafen oder Kessel, aber nicht wie die anderen Salzadern. Und die wilde Ader steht in der Mitte auf der linken Seite des Fasses zum Berg hin; gleich darunter, ungefähr drei Schuh, ist wieder eine gute Salzader. Der Meister hat auf jede Ader einen eichenen Stock oder eine Röhre gesetzt, in der jede Ader für sich steigt, so hoch, dass die wilde in die Abzucht und die gute Ader in den Salzbrunnen zu bringen ist; und beide sind jede für sich mit Moos verstopft und danach mit Ton gut verdämmt.
Dazwischen, vom neuen Salzbrunnen bis an die ersten eingeräumten Bohlen, sind auch Bretter quer ineinander gespannt und in den Grund getrieben worden, damit jede Ader desto besser für sich gefasst werden könnte, wie es denn geschehen ist. Und in den Stock, der die wilde Ader fasst, ist eine Röhre eingeschnitten, hart verkeilt und verstopft; sie geht durch das mittlere neue Fass in die neue Abzucht zwischen diesem und dem äußersten alten Fass. So hat der Stock über der guten Salzader zwei Röhren; die eine geht
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Bl. 174vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Inn den newenn Salzbronn, die annder auch Inn die abzucht, das mann dieselbe ader in Salzbronn brauch, oder in die abzucht kann lauffenn lassenn, vnnd seindt gedrete stopffenn obenn in Jedenn stock hart Inngestopfft, wie ann der Rorenn im Salzbronn, Mittwochenn den 20.
in den neuen Salzbrunnen, die andere ebenfalls in die Abzucht, so dass man diese Ader im Salzbrunnen gebrauchen oder in die Abzucht laufen lassen kann. Und es sind gedrechselte Stopfen oben in jeden Stock hart eingestopft, wie an den Röhren im Salzbrunnen. Mittwoch, den 20.
Augusti hat Hochappell den altenn vmbganng vollendt mit den Rennenn, vnnd dem thon zugericht, So habenn die Söder den Thon bey den Bronn gefurt, aber der Zimmermann hat die Bretter vollendt gefertiget, vnnd zu der fassung der zweyer adernn zugerichtt.
August, hat Horchappel den alten Umgang vollends mit den Rennen und dem Ton hergerichtet. So haben die Sieder den Ton zum Born gefahren; der Zimmermann aber hat die Bretter vollends gefertigt und zur Fassung der zwei Adern hergerichtet.
Vnnd ist im grunde alles wohl verstopfft, vertemmet, vnnd verwart, das nicht in den newenn Salzbronn, noch auch nichts daraus fliessenn kann, dann in vfbrechung des altenn fasses, hat mann fundenn, das die altenn die Schwellenn, ann vier orttenn vff gelassenn, vnnd endtzwey geschnittenn, das alles was vmb dasselb fas gewesenn, sich darin ohn alle verhinderung, hat ziehenn konnenn, welches dan den schadenn Izigs Baues gemacht hat.
Und im Grund ist alles gut verstopft, verdämmt und verwahrt, so dass nichts in den neuen Salzbrunnen hinein und auch nichts daraus fließen kann. Denn beim Aufbrechen des alten Fasses hat man gefunden, dass die Alten die Schwellen an vier Stellen offen gelassen und entzweigeschnitten hatten, so dass alles, was um dieses Fass herum war, sich ohne jede Behinderung hineinziehen konnte — was denn den Schaden verursacht hat, der den jetzigen Bau nötig machte.
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Bl. 175rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Diese wochenn habenn vnns beglaubte Söder offentlich anngezeigt, das sie gewislich in — 11.
Diese Woche haben uns glaubwürdige Sieder offen angezeigt, dass sie gewiss in 11
stunden zulassenn, vnnd da sie hieuor zu einer Pfann salzs zusiedenn [gestrichen: —] 2 Kübenn vnnd 2 tröge Sohl habenn versiedenn müssenn, dörffenn sie Izo nitt mehr dann ein Kübenn, vnnd die zwenn tröge voll sohlen, So habenn etliche mit Ihrer Lautter sohl ohn einige Beis[?]1 In 13 stundenn ein Pfann salz bereit vnnd zugelassenn, Donnerstags den 21.
Stunden ablassen; und wo sie zuvor zum Sieden einer Pfanne Salz 2 Kufen und 2 Tröge Sole haben versieden müssen, brauchen sie jetzt nicht mehr als eine Kufe und die zwei Tröge voll Sole. So haben etliche mit ihrer lauteren Sole ohne jeden Zusatz in 13 Stunden eine Pfanne Salz bereitet und abgelassen. Donnerstag, den 21.
Augusti getemmet, vnnd nach dem sich etlich Salzadernn vf der linckenn seitten des fasses, wie mann zum Salzbronn zugehet, zwischl2 den erstgeschlagenen Polenn, vnnd dem mittell fas, gleich Jegenn vnnd beider den zweyenn gesaztenn stockenn ereuget, Hat der Zimmermann vff dieselbenn adernn ein sondere fassung vnnd stock gesezt, hat ein Rör in die höhe, darin ein annder Rör schuch vber den gries gelegt, tregt die adernn in die abzucht, zwischenn dem altenn vnnd newenn mittell fas, darnach ist die new fassung des newen Salzbrons gering vnnd vmbher hart zugetemmet, vber die
August, gedämmt. Und nachdem sich etliche Salzadern auf der linken Seite des Fasses — wie man zum Salzbrunnen hingeht — zwischen den zuerst geschlagenen Bohlen und dem mittleren Fass, gerade gegenüber und neben den zwei gesetzten Stöcken gezeigt haben, hat der Zimmermann auf diese Adern eine eigene Fassung und einen Stock gesetzt. Der hat eine Röhre in die Höhe, darin eine andere Röhre einen Schuh über dem Gries gelegt; die trägt die Adern in die Abzucht zwischen dem alten und dem neuen mittleren Fass. Danach ist die neue Fassung des neuen Salzbrunnens ringsherum hart zugedämmt worden, über die
Unsichere Lesungen
- Beis[?] — Wort unklar (Z. 8)
- zwischl — so, gekürzt (Z. 12)
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Bl. 175vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Rörn vnnd Izgemelt drey stocke bis ann die vnderste Riegell, ann der mittelstenn newenn fassung.
Röhren und die eben genannten drei Stöcke hinweg bis an die untersten Riegel an der mittleren neuen Fassung.
Freitags den 22 Augusti den Thon bey vnnd vf den Bronn gefurt vnnd getemmet, vnnd ob kunfftiglich die Sohl abnehme, oder einich abbruch am Bornn geschehe, So hat mann alwege bey den dreyen stockenn am erstenn darnach zusehenn, vnnd damit das sonnder einich gefahr vnnd ohn grossen kosten geschehenn könne, So hat mann vnter vnnd vber denselbenn stockenn vonn dem Salzbronn ann die mittelste fassung zwerch vber starck eichenn dielen strebenn lassenn, vnnd die als hoch der Salzbronn ist in die hohe vf einannder hart Inngetriebenn, also das dieselbenn den thonn, vom vnttenn herann vnnd obenn herab fest haltenn könnenn, Darzwischenn kann mann Jederzeit, wanns vonnöten ist, den thon ausnehmenn, vnnd zu den stockenn gesehenn, dieselbenn Polenn oder Bretter habenn Iren enndthalt wieder den seulen beider fasse, das die nit weichenn könnenn.
Freitag, den 22. August, den Ton zum und auf den Born gefahren und gedämmt. Und falls künftig die Sole abnehmen oder am Born ein Abbruch geschehen sollte, so hat man stets bei den drei Stöcken zuerst danach zu sehen. Und damit das ohne jede Gefahr und ohne große Kosten geschehen kann, hat man unter und über diesen Stöcken vom Salzbrunnen bis an die mittlere Fassung quer starke eichene Dielen verstreben lassen und sie so hoch, wie der Salzbrunnen ist, in die Höhe hart aufeinander eingetrieben, so dass sie den Ton von unten herauf und von oben herab fest halten können. Dazwischen kann man jederzeit, wenn es nötig ist, den Ton herausnehmen und nach den Stöcken sehen. Diese Bohlen oder Bretter haben ihren Halt gegen die Säulen beider Fässer, so dass sie nicht weichen können.
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Bl. 176rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)der Zimmermann die kunfftige wochenn die fassung daraus die Sohl gelanngt werdenn soll zufertigenn annfahenn, wie zuuor dauonn geredt, damit der Salzbronn frey stehe, vnnd darauf gannz nichtts zuthun sey, vnnd soll solch fassung achterkig sein darin ein starck eichenn Kübenn, so der Böttener Meister Jacob zu allenndorff fertigt sechs schue weit, vnnd sechs schue hoch, vnnd da es nit hoch gnug, soll der Böttener noch ein Rumpff ohne Bodenn vonn dreyenn schuen hoch, darauff machenn, vnnd soll dann zwischenn der achterkigenn fassung vnnd dem Kübenn, auch bis obenn aus wohl mit gutem thon, zweyer schue weit vertemmet werdenn, bis obenn dem Erdtreich gleich, vnnd dann dasselbe mit eichenn dielen zuuerdeckenn, vnnd so baldt der thon aller Inngefürt, soll das loch zu solcher fassun gegrabenn werdenn, Darauff alle verordennte Herrnn abgerittenn, bis sie wieder beschriebenn werdenn, vnnd Vnrfftigl1 vncostenn vnnd zehrung zuuermeidenn, Sonntagk den 23 Augusti vollendt den Thonn
der Zimmermann, in der kommenden Woche anfangen soll, die Fassung fertigzustellen, aus der die Sole geholt werden soll, wie zuvor davon gesprochen worden ist, damit der Salzbrunnen frei steht und daran gar nichts zu schaffen ist. Und diese Fassung soll achteckig sein; darin soll eine starke eichene Kufe stehen, die der Böttcher Meister Jakob zu Allendorf fertigt, sechs Schuh weit und sechs Schuh hoch. Und wenn es nicht hoch genug ist, soll der Böttcher noch einen Rumpf ohne Boden von drei Schuh Höhe darauf setzen. Und dann soll zwischen der achteckigen Fassung und der Kufe auch bis oben hin mit gutem Ton zwei Schuh weit verdämmt werden, bis oben dem Erdreich gleich, und dann ist das mit eichenen Dielen abzudecken. Und sobald aller Ton eingefahren ist, soll das Loch für diese Fassung gegraben werden.
Darauf sind alle verordneten Herren abgeritten, bis sie wieder beschieden werden, um unnötige Unkosten und Zehrung zu vermeiden.
Sonntag, den 23. August, vollends den Ton
Unsichere Lesungen
- Vnrfftigl — gekürzt, wohl Vnnötig (Z. 18)
S. 356
Bl. 176vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Inngefürt vnnd getemmett, vnnd habenn die Zimmerleute, die — 30 stucke holzes so die Stadt geben, im walde beschlagenn, sollenn zu wasser herab fur die Stadt geflöst werdenn, Diese wochenn seindt gesottenn ———— 101 werck.
eingefahren und gedämmt. Und die Zimmerleute haben die 30 Stücke Holz, die die Stadt gibt, im Wald beschlagen; sie sollen zu Wasser herab vor die Stadt geflößt werden. Diese Woche sind gesotten worden ———— 101 Werk.
Sonntags bartholomæi den 24 Augusti, vnnd die volgende wochenn, habenn die Zimmerleute an den strebenn, Inn den newenn Salzbronn, vnnd dem fas, das mann Pompenn, vnnd die Sohl lanngen soll, gearbeit, vnnd die strebenn den Sambstagk Innzubringenn anngefanngenn, hat sich aber damit verzöglet, bis vf volgenndenn Sambstagk, aus Vhrsachenn, das sich das new fas zwene finger breit vonn dem gewaltigenn temmenn zusammenn getruckt, Diese wochenn ann salz gesottenn ———— 89 werck.
Sonntag Bartholomäi, den 24. August, und in der folgenden Woche haben die Zimmerleute an den Streben im neuen Salzbrunnen und an dem Fass gearbeitet, aus dem man pumpen und die Sole holen soll; und sie haben am Samstag angefangen, die Streben einzubringen. Es hat sich damit aber bis zum folgenden Samstag verzögert, weil sich das neue Fass vom gewaltigen Dämmen zwei Finger breit zusammengedrückt hatte. Diese Woche an Salz gesotten ———— 89 Werk.
Vnnd ist abermahls Reinhardt abelnn berichtt geschriebenn, Vnserm gnedigenn furstenn vnnd Hern annzuzeigenn, also.
Und es ist abermals ein Bericht an Reinhard Abel geschrieben worden, um ihn unserem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, nämlich:
Mein freundtlich dienst zuuor, Erbar Besonnder guter
Meinen freundlichen Dienst zuvor, ehrbarer, besonders guter
S. 357
Bl. 177rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)freundt, Vff ewer Jungst Johann Nordeckenn vnnd mir, des Saltzwercks halbenn gethann schreibenn, habenn wir den Herrnn Stadthalter vnnd Rethenn zu Cassell schrifftlich anntwort vnnd bericht gebenn, wie sie euch ohnne zweiuel dieselbe vnnser schrifft werdenn vberschickt habenn, Daraus Jr Jtzige des Saltzwercks gelegennheit zuuernehmenn.
Freund. Auf Euer jüngst an Johann Nordeck und mich wegen des Salzwerks ergangenes Schreiben haben wir den Herren Statthalter und Räten zu Kassel schriftlich Antwort und Bericht gegeben, wie sie Euch ohne Zweifel dieses unser Schreiben übersandt haben werden; daraus ist der jetzige Stand des Salzwerks zu ersehen.
Dieweil aber nunmehr Gott lob die grundtbeuw des Saltzbronns, nehist verschienenn Freitags gefertigt vnnd die fassung des neween Saltzbronns, des mannß hoch vmbher wohl vnnd rechtschaffenn, mit nicht geringer muhe, sorge vnnd arbeit, verkommet vnnd gefurt wordenn, So ist nunmehr kein gefahr, oder sorglicheit mehr darann, dann mann gleichwohl fur vnnd fur die zeit des bawenns im siedenn bliebenn, vnnd keynenn Kaldtlager gemacht, vnnd werdenn wir nu1[?] die Beuw vber erdenn dermassenn vnnter dache bringenn, vnnd sonnst zu vnnsers gnedigenn Fursten vnnd Herrnn vnnd gemeiner Pfenner nutzenn, also
Weil aber nunmehr, Gott sei Lob, die Grundbauten des Salzbrunnens am vergangenen Freitag fertiggestellt und die Fassung des neuen Salzbrunnens mannshoch ringsherum gut und rechtschaffen, mit nicht geringer Mühe, Sorge und Arbeit hochgeführt worden ist, so ist nunmehr keine Gefahr oder Besorgnis mehr dabei — zumal man gleichwohl fort und fort während der Zeit des Bauens im Sieden geblieben ist und kein Kaltlager gemacht hat. Und wir werden nun die Bauten über der Erde dermaßen unter Dach bringen und sonst zum Nutzen unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfänner so
Unsichere Lesungen
- nu — Kürzel, wohl nun (Z. 17)
S. 358
Bl. 177vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)fassenn, vnnd verbawenn, das solchs alles wohl vnd zum bestenn verwart sey. So habenn wir auch Got lob zu solchem Baw zimblich gut wetter gehabt, vnd ist bey denselbenn sorglichenn schwerenn gebewen, keinem mennschenn sonnderlicher schade geschehen, Gott der almechtig der verleyhe vnns fortann gnade, Dann nunmehr vnnser gnediger furst vnnd Herr vnd derselbenn Erbenn des orts wohl bleibenn werdenn, wo sie selbst wollenn, So ist es auch also gemacht, das mann Jederzeit sonnder grossenn kostenn, oder einich gefahr zum grunde wohl sehenn kann, wie dann will Gott sfgl.1[?] vnnd Jr sehenn solt, Solchs wolt ich euch guter meinung nit verhalten, daßelbe hochgedachtem vnnserm gnedigenn Fursten vnnd Herrnn annzuzeigenn habenn, vnnd euch freundtlich dienst zuerzeigenn, Habt ihr mich gantz willigk vnnd geneigt, Datum Cassell den 25.
fassen und verbauen, dass alles gut und aufs Beste verwahrt ist. So haben wir auch, Gott sei Lob, zu diesem Bau ziemlich gutes Wetter gehabt, und es ist bei diesen gefährlichen schweren Bauten keinem Menschen ein besonderer Schaden geschehen; Gott der Allmächtige verleihe uns fortan Gnade. Denn nunmehr werden unser gnädiger Fürst und Herr und deren Erben an diesem Ort wohl bleiben können, wenn sie selbst wollen. So ist es auch so gemacht, dass man jederzeit ohne große Kosten oder jede Gefahr wohl bis auf den Grund sehen kann, wie das, will Gott, Seine Fürstlichen Gnaden und Ihr sehen sollt. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt; und Euch freundlichen Dienst zu erweisen, findet Ihr mich ganz willig und geneigt. Gegeben zu Kassel, den 25.
Unsichere Lesungen
- sfgl. — Kürzel S. F. G. (Z. 12)
- Becker — ck oder rk (Z. 19)
S. 359
Bl. 178rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sonntags den letzten1n augusti, vnnd die wochenn Egidij ist der dreck vmb den Saltzbronn abgefurt, vnnd raum gemacht, das loch zu der nebenn fassung zugrabenn, hat der zimmermann ann derselbenn fassung gearbeit, Vnndt seindt diese wochenn gesottenn ——— 99 werck Sonntags den 7.
Sonntag, den letzten August, und in der Woche Egidii ist der Dreck um den Salzbrunnen abgefahren und Raum geschaffen worden, um das Loch für die Nebenfassung zu graben; der Zimmermann hat an dieser Fassung gearbeitet. Und diese Woche sind gesotten worden ——— 99 Werk. Sonntag, den 7.
Septembris, vnnd die volgennde wocheten[?] das loch grabenn lassenn, hat der zimmermann den Kerck2[?] vmbher zufassenn, das gefierdts zufassenn, das gefierdts gemacht, vnnd gefertigt, zu achtecken3[?] zugericht, Dieselbe wochenn sein ann Saltz gesottenn.
September, und in der folgenden Woche das Loch graben lassen. Der Zimmermann hat, um den Kranz ringsherum zu fassen, das Geviert gemacht und fertiggestellt und achteckig hergerichtet. In derselben Woche sind an Salz gesotten worden
——— 107 Werck Sonntags Exaltat: Crucis Mitwochenn den 17. Septembris, vnnd donnerstags zu morgenn, seindt die verordenntenn semptlich alhie zum Sodenn, beyeinannder wiederumb annkommenn, vnnd habenn nach gehabtem Rathe vnd bedenckenn geschlossenn, das der grundt zu dem faße,
——— 107 Werk. Sonntag Exaltatio Crucis. Mittwoch, den 17. September, und Donnerstag am Morgen sind die Verordneten sämtlich hier zu Sooden wieder beisammen eingetroffen und haben nach gehaltenem Rat und Bedenken beschlossen, dass der Grund zu dem Fass,
Unsichere Lesungen
- ten — Zeilenanfang unklar (Z. 8)
- Kerck — Anfangsbuchstabe K oder B (Z. 9)
- achtecken — ck-Ligatur, evtl. achterben (Z. 10)
S. 360
Bl. 178vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)daraus mann die sohl zum siedenn, Pompenn vnnd langenn soll, nit tieffer dann der grundt des newen Saltzbronns, ist gesucht vnnd genommenn wordenn, vnnd soll dasselbe faß vnntenn ein Bretternn Bodenn habenn, darauff die beidenn aderkubenn1[?] gesetzt soll werdenn, vnnd ist der grundt also tieff gesucht worden, vnnd dieweil mann vff ein schuch nahe die tieff erlangt, hatt sich viel wildt waßer ereugt, das mann durch die alte fassung vnnd die newe abzucht abgewiesenn, vnnd lest das mit den Pompenn vff dem wilden waßer halttenn, Mann hat auch vnttenn vff demselbenn grunde Taub oder bletter fundenn, das vor vielenn langenn Jarenn darin kommenn, vnnd ist das Erdtreich allennthalbenn annzusehenn, als sey es vor zeittenn dahin geschut, darumb ist der Bergk wohl gefast in acht Erbenn, mit dielenn gerings vmbher Jngeramet2[?].
aus dem man die Sole zum Sieden pumpen und holen soll, nicht tiefer als der Grund des neuen Salzbrunnens gesucht und genommen worden ist. Und dieses Fass soll unten einen Bretterboden haben, auf den die beiden Aderkufen gesetzt werden sollen. Und der Grund ist so tief gesucht worden; und weil man bis auf einen Schuh nahe an die Tiefe kam, hat sich viel wildes Wasser gezeigt, das man durch die alte Fassung und die neue Abzucht abgewiesen hat; und man lässt es mit den Pumpen auf dem wilden Wasser halten. Man hat auch unten auf diesem Grund Laub oder Blätter gefunden, die vor vielen langen Jahren hineingekommen sind; und das Erdreich ist allenthalben so anzusehen, als sei es vorzeiten dorthin geschüttet worden. Darum ist der Berg gut gefasst in acht Erben, mit Dielen ringsherum eingeräumt.
Freytags den 19. Septembris Ist der grundt so tieff als der grundt des Bornns gefertigt, vnnd ist von der
Freitag, den 19. September, ist der Grund so tief wie der Grund des Borns hergerichtet worden. Und es ist von der
Unsichere Lesungen
- aderkubenn — Lesung unsicher (Z. 5)
- Jngeramet — Jn oder Jm (Z. 17)