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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 181–190

Berkers Baubericht von 1550 · S. 181–190 · Bl. 89r–93v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Berkers Baubericht von 1550

S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 181

Bl. 89rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seitethun lassenn, vnnd auch schrifftlichenn bescheidt vnnd beuelch wiederumb darauf emdtpfangenn1

tun lassen und auch schriftlichen Bescheid und Befehl wiederum darauf empfangen.

2

Bericht, betreffenndt.

Bericht, betreffend:

3

Erbawung des Saltzbronns zun Sodenn,

den Bau des Salzbrunnens zu Sooden,

4

Der Kays: Commissarien besichtigung des Saltzwergks,

die Besichtigung des Salzwerks durch die kaiserlichen Kommissare,

5

Jorgenn Behmenn seiner Kunst halben abzulegenn,

Jorge Behm, der wegen seiner Kunst (seines Pumpwerks) abzufinden ist,

6

Steyner Sahl kümpff2 zum Vorrath.

steinerne Solebehälter (Kümpfe) für den Vorrat.

7

Gnediger furst vnnd herr, Dieweil hoch vonnötenn gewesenn E. f. gl. gelegennheit des Saltzwercks von Zeit Jres abwesenns zuuerstenndigenn, So habenn E. f. gl. Müldener vnnd Ich dauonn verschienenn 47. Jars des 14. Decembris schrifftlichenn bericht zugefertiget,

Gnädiger Fürst und Herr! Weil es dringend nötig gewesen ist, Euer Fürstliche Gnaden über den Zustand des Salzwerks seit der Zeit Ihrer Abwesenheit zu unterrichten, haben Müldener und ich Euer Fürstlichen Gnaden davon im vergangenen Jahr 1547, am 14. Dezember, schriftlichen Bericht zugefertigt.

8

Dieweil aber derselbe ann E. f. gl. nit kommenn, sondernn vnns3 wieder zubracht wordenn ist, wie hiebey mit A. verzeichnet E. f. gl. zusehenn,

Weil derselbe aber nicht an Euer Fürstliche Gnaden gelangt, sondern uns wieder zurückgebracht worden ist, wie Euer Fürstliche Gnaden hierbei unter A verzeichnet ersehen,

9

Habenn Stadthalter vnnd Räthe zu Cassell, auf der Pfenner Saltzgreuenn vnnd gethann schreibenn, den bescheidt gebenn, das der Lanndtvogt, Müldener vnnd Ich Jost4. sampt den Ampt=Läuft auf der nächsten Seite weiter

haben Statthalter und Räte zu Kassel auf das von den Pfännern und dem Salzgräfen getane Schreiben den Bescheid gegeben, dass der Landvogt, Müldener und ich, Jost, samt den Amt…

Unsichere Lesungen

  1. emdtpfangenn — Wortende mit Schnörkel abgekürzt; Endung ergänzt, Lesung des Schlusses nicht sicher
  2. Sahl kümpff — auch 'Sohl kümpff' oder 'Saltz kümpff' möglich; gemeint sind Solebehälter
  3. vnns — auch 'vnnd' lesbar; 'vnns' nach Sinnzusammenhang
  4. Jost — Name/Wort nach 'Ich' nicht ganz sicher

S. 182

Bl. 89vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteknechtenn zun Sodenn, vf einenn benantenn tagk zu Allenndorff einkommenn, daselbst mit den Pfennernn vom furgestanndenenn gebrechenn, erbawung des Saltzbronns, notturfftig zuhanndelnn,

…knechten zu Sooden an einem benannten Tag in Allendorf zusammenkommen sollten, um dort mit den Pfännern über den vorgefallenen Mangel, den Bau des Salzbrunnens, das Nötige zu verhandeln,

2

Wie dann den 22. Januarij dis 48. Jars geschehenn ist, laut desselbigenn abschiedts signo. B.

wie es dann am 22. Januar dieses Jahres 1548 geschehen ist, laut desselben Abschieds mit dem Zeichen B.

3

Vnnd ist der Pfenner meinung gewest, nur den Tam3 vmb den Saltzbronn zu renouiren, darauf auch vermöge derselbenn abrede zustundt alle dinge zum baue in vorrath verschafft, wie das noch furhanndenn ist,

Und die Pfänner waren der Meinung, nur den Damm um den Salzbrunnen zu erneuern; daraufhin wurden auch gemäß derselben Abrede sogleich alle Dinge für den Bau auf Vorrat beschafft, wie das noch vorhanden ist.

4

Aber gleich darnach im Faldtlager1 Esto mihi, da man die wochenn der Fastnacht halber nit siedenn lest, Ist der Saltzbronn Gottlob wieder in sein alten standt vnnd höher dann in zehenn Jarenn nie gesehenn, gestiegenn,

Aber gleich danach, in der Zeit um Estomihi, da man in den Wochen der Fastnacht wegen nicht sieden lässt, ist der Salzbrunnen gottlob wieder auf seinen alten Stand gestiegen, und höher, als man es in zehn Jahren je gesehen hat;

5

hat sich auch mit dem siedenn wohl gebeßert, des wir dann sehr erfrewet wordenn,

er hat sich auch beim Sieden gut gebessert, worüber wir sehr erfreut worden sind.

6

Darumb wir dann das furgehapte Plack, vnnd Tappenwergk2 am Saltzbronn, bis zu annkunfft E. f. gl. dero wir teglich gehofft, anngestelt,

Darum haben wir die vorgesehenen Ausbesserungs- und Zapfenarbeiten am Salzbrunnen bis zur Ankunft Euer Fürstlichen Gnaden, die wir täglich erhofft haben, zurückgestellt;

7

dann wir befindenn, dieweil die zwene nechstgehapte Sommer sehr trockenn gewesenn, das etliche Bornne zu Allenndorff vertrucknet,Läuft auf der nächsten Seite weiter

denn wir stellen fest — weil die zwei zurückliegenden Sommer sehr trocken gewesen sind —, dass etliche Brunnen zu Allendorf vertrocknet…

Unsichere Lesungen

  1. Faldtlager — Wort vor 'Esto mihi' nicht sicher lesbar; auch 'Feldtlager' oder aehnlich moeglich; gemeint ist die Zeit um den Sonntag Estomihi 1548
  2. Plack, vnnd Tappenwergk — erstes Wort unsicher (Plack/Planck/Flack); 'Tappen' koennte auch 'Zappen' (Zapfen) sein
  3. Tam — Lesung Tam = Damm; T/C nicht ganz eindeutig

S. 183

Bl. 90rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedie desmahls auch Jre quellenn wieder kriegenn,

…die inzwischen auch ihre Quellen wieder bekommen.

2

Derwegenn wardt es vonn vielenn darfur gehaltenn, das solcher manngell vonn den durrenn Sommernn herkeme,

Deswegen wurde es von vielen dafür gehalten, dass solcher Mangel von den dürren Sommern herkomme.

3

hat sich aber sieder vnnd bis daher zimblich gesottenn, vnnd könnenn dis Jar, dieweil mast1 ist, wohl funff Tausenn Pfannenn Saltzes erlanngt werdenn,

Es hat sich aber seither und bis jetzt ordentlich gesotten, und es können dieses Jahr, weil ein ergiebiges Jahr (Mast) ist, wohl fünftausend Pfannen Salz gewonnen werden.

4

Aber die Söder klagenn fur vnnd fur wie sie alwegenn gethann, Hettenn vielleicht gernn vonn Jeder Pfann die Zehenn zu Jrem vortheil,

Aber die Sieder klagen fort und fort, wie sie es immer getan haben; sie hätten vielleicht gern von jeder Pfanne die zehn (Albus) zu ihrem Vorteil.

5

Dieweil aber der Sohlgrabe so tieff geraumbt, das das wilde waßer im Gewelbe kaum eines zol dick leufft, vnnd eines fußes tieff vor dem Gewelbe abfall hat, das die altenn nie gehapt,

Weil aber der Sohlgraben so tief geräumt ist, dass das wilde Wasser im Gewölbe kaum einen Zoll hoch läuft und einen Fuß tief vor dem Gewölbe Gefälle hat, wie es die Alten nie gehabt haben,

6

So könnenn wir Jhrem3 nit glaubenn gebenn,

so können wir ihrem Klagen keinen Glauben schenken;

7

dann da E. f. gl. am erstenn zum Saltzwergk kommen, Hat das wilde waßer im gewelbe in die annderthalb ehlenn tieff gestanndenn, wie dann E. f. gl. solches desmahls daraus schepffenn ließ,

denn als Euer Fürstliche Gnaden zum ersten Mal zum Salzwerk kamen, hat das wilde Wasser im Gewölbe an die anderthalb Ellen tief gestanden, wie Euer Fürstliche Gnaden es damals auch daraus schöpfen ließen.

8

Aber wie dem allem, So ist der Tamm vmb den Saltzbronn nun Jnn die 40. Jar gestanndenn, vnnd in solcher zeit böse vnnd baufellig wordenn, vnnd mus Jnn dieLäuft auf der nächsten Seite weiter

Aber wie dem auch sei: Der Damm um den Salzbrunnen steht nun an die 40 Jahre und ist in solcher Zeit schlecht und baufällig geworden, und es muss in die…

Unsichere Lesungen

  1. mast — Lesung 'mast' (ergiebiges Jahr) unsicher
  2. die Zehenn [gestrichen: alb.] — nach 'Zehenn' ist 'alb.' (Albus) gestrichen; Sinn: zehn Albus je Pfanne (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
  3. Jhrem — auch 'Jhnen' lesbar

S. 184

Bl. 90vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

harre aufs new gefast vnnd gebawet werdenn, wie ohnn gefahr wohl beschehenn kann, Wann nur E.

Dauer aufs Neue gefasst und gebaut werden, wie es ohne Gefahr wohl geschehen kann. Wenn nur E.

2

f. gl. erlediget, so werdenn wohl zurathenn1, Habenn also dieser zeit E. f. gl. erledigung halber, mitt den Pfennernn vnnd Bödernn füglich vnnd glimpfflich hanndelnn, vnnd vnns duldenn müßenn, damit derowegenn keine klage fürlieffe, dann wo die Location nit were, so hettenn die auslenndischenn Pfenner den nahmenn gehabt, durch anndere zugehert2[?], vnnd were ohnn hefftige klage nit abganngenn, also berichtet der Baw des Saltzbronns noch wie vor, Darnach als die Bay.3[?] Commissarien Hanns Jorg Schade vnnd seine zugeordenntenn zu Cassell abgeschiedenn, habenn sie vfs Saltzwergk ziehenn, vnnd sich vnns wegs abweisenn lassenn wollenn, das Saltzwergk vnnd die kunst daselbst zubesichtigenn, des wir sehr erschrockenn wordenn, vnnd vnns nit gnugsamb verwundernn könnenn, vonn weme das herkeme, seindt also für Jhnenn da gewest, vnnd zum bestenn alle sachen verwart, aber wir seindt Jnnenn wordenn, das Jorge Behm4[?] seiner kunst halber, sie dahin zukommenn anngestifft,

f. Gl. erledigt (aus der Gefangenschaft befreit) sind, so wird man wohl zu raten wissen. Wir haben also zu dieser Zeit, bis zur Erledigung E. f. Gl., mit den Pfännern und Bodern füglich und glimpflich handeln und uns dulden müssen, damit deswegen keine Klage vorkäme; denn wenn die Location (der Pachtvertrag) nicht wäre, so hätten die ausländischen Pfänner den Anspruch gehabt, durch andere gehört zu werden, und es wäre ohne heftige Klage nicht abgegangen. So berichtet: Der Bau des Salzborns steht noch wie zuvor. Danach, als die kaiserlichen Kommissare Hans Jorg Schade und seine Zugeordneten von Kassel abgeschieden waren, haben sie aufs Salzwerk ziehen und sich vom Weg abweisen lassen wollen, um das Salzwerk und die Kunst daselbst zu besichtigen, worüber wir sehr erschrocken sind und uns nicht genug verwundern konnten, von wem das herkäme; wir sind also vor ihnen dort gewesen und haben zum Besten alle Sachen verwahrt. Aber wir sind innegeworden, dass Jorge Behm seiner Kunst halber sie angestiftet hat, dahin zu kommen.

Unsichere Lesungen

  1. zurathenn — Wortgrenze zu/rathenn unklar (Z. 3)
  2. zugehert — Lesung unsicher (Z. 9)
  3. Bay. — Abkuerzung vor Commissarien unsicher (Z. 12)
  4. Behm — Behm oder Böhm (Z. 20)

S. 185

Bl. 91rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

Sie seindt aber vf den tagk zu Cassell lanngsamb vfgewesenn, des wegs vnkundigk, vnnd also spadt gein Allenndorff kommenn, vnnd des abendts nichts geschafft, dann wir sie in der nacht mit dem Essenn vffgehaltenn, das sie morgenns vngeferde in die dritte stunde besichttiget, darnach zu mittage geßenn, vnnd des tags noch bis gein Eschwege gerittenn.

Sie sind aber an dem Tag zu Kassel langsam aufgebrochen, des Weges unkundig, und also spät nach Allendorf gekommen und haben am Abend nichts geschafft; denn wir haben sie in der Nacht mit dem Essen aufgehalten, sodass sie morgens ungefähr bis in die dritte Stunde besichtigt, danach zu Mittag gegessen und am selben Tag noch bis nach Eschwege geritten sind.

2

Wir habenn aber das Saltzwerck1 ganntz vnnd gar gering geacht, vnnd gesagt, das etliche auslenndische vom Adell vnnd Burger theile darann hettenn, welches E.

Wir haben aber das Salzwerk ganz und gar gering geachtet und gesagt, dass etliche ausländische vom Adel und Bürger Anteile daran hätten, welche E.

3

f. gl. vonn Jhnenn ein zeitlanng dar, vmb eine Jerliche Pension locirt, stunde E. f. gl. alleine nit zu, So were auch das Lanndt zu Hessenn, wie sie der ortt zwischenn Cassell vnd da gesehenn, Ein sehr Raw, wildt, vnfruchtbar böse Lanndt, Eytell grosse Berge vnnd thall, Wir gestattenn auch des orts niemanndts zu Jhnenn zu kommenn, bliebenn bey Jhnenn, bis sie wieder aus der Stadt warenn, da liessenn wir sie nach Eisenach geleiten, Aber da die Pfenner erfuhrenn, das sie Jorgenn Behmen kunst halber da gewest, seindt sie ganntz vber Jhnenn vnrichtigk wordenn, so seindt Ime die Böder auch zu wieder,

f. Gl. von ihnen eine Zeit lang um eine jährliche Pension gepachtet (lociert) haben; es stehe E. f. Gl. allein nicht zu. So sei auch das Land zu Hessen, wie sie es zwischen Kassel und dort gesehen hätten, ein sehr raues, wildes, unfruchtbares, böses Land, lauter große Berge und Täler. Wir haben auch nicht gestattet, dass dort jemand zu ihnen kam, blieben bei ihnen, bis sie wieder aus der Stadt waren; da ließen wir sie nach Eisenach geleiten. Aber als die Pfänner erfuhren, dass sie wegen Jorge Behms Kunst dort gewesen waren, sind sie über ihn ganz aufgebracht geworden; so sind ihm auch die Boder zuwider.

Unsichere Lesungen

  1. Saltzwerck — t kaum sichtbar (Z. 8)
  2. vfge= — vfge/vffge unsicher (Z. 1) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)

S. 186

Bl. 91vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

Dieweil er dann vonn den Commissarien seiner kunst halber hoch vertröst, so acht er nit hoch diesenn diennst, wie wir vnns dunckenn lassenn, vnnd klagenn die Böder für vnnd für, das er Jhnenn zu rechter zeit nach nottturfft nit Sohle gnug verschaffte, Derwegenn der Pfenner Saltzgreuenn vnnd wir kurtz vor mein Jostenn1[?] Jtzigs abreitenn Jhnenn vnnd die Böder fürgehabt, vnnd Jegenn einannder verhort.

Weil er dann von den Kommissaren seiner Kunst halber hoch vertröstet worden ist, so achtet er, wie uns dünkt, diesen Dienst nicht hoch, und die Boder klagen für und für, dass er ihnen zu rechter Zeit nicht nach Notdurft genug Sole verschaffe. Deswegen haben der Pfänner Salzgrafen und wir kurz vor meinem, Josts, jetzigem Abreiten ihn und die Boder vorgehabt und gegeneinander verhört.

2

Also hat er letzlich die anntwort gebenn, er könne der Böder klagenn für vnnd für nit warttenn, Sonndern wolt ein ablegung vonn beider Herschafft nehmenn, vnd abstehenn, das wir dann gernn gehort, Jnn sonderheit dieweil der Lanndtvogt hievor E.

Also hat er zuletzt die Antwort gegeben, er könne der Boder Klagen nicht für und für abwarten, sondern wolle eine Ablegung (Abfindung) von beiden Herrschaften nehmen und abstehen, was wir dann gern gehört haben, insbesondere weil der Landvogt zuvor E.

3

f. gl. geschriebenn, seine Jorgenn kunst solt dem Saltzbronn schadenn thun, vnnd seindt der Pfenner Saltzgreuenn nit vngeneigt, Jres theils Jorgenn, da es leiderlich were, helffenn abzulegenn, Wollens aber hinder sich bringe2[?], So soltenn wir das auch ann E.

f. Gl. geschrieben hat, seine, Jorges, Kunst sollte dem Salzborn Schaden tun; und die Salzgrafen der Pfänner sind nicht ungeneigt, ihres Teils Jorge, wenn es leidlich wäre, abzulegen zu helfen. Sie wollen es aber hinter sich bringen (an ihre Auftraggeber zurückbringen). So sollten wir das auch an E.

4

f. gl. gelanngen lassenn, Darauf ist vonn der Pfenner Saltzgreuenn vnnd vnns vor gut anngesehenn, das auf kunste zu ausbringung der sohle gedacht werde, das die Böder [gestrichen: knechtte3[?]] das

f. Gl. gelangen lassen. Darauf ist von der Pfänner Salzgrafen und uns für gut angesehen worden, dass auf Künste zur Ausbringung der Sole gedacht werde, sodass die Boder das

Unsichere Lesungen

  1. Jostenn — Name/Wort unsicher (Z. 7)
  2. bringe — Endung mit Kuerzung unklar (Z. 17)
  3. knechtte — gestrichenes Wort unsicher (Z. 21)

S. 187

Bl. 92rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

lohnn vnnter sich selbst verdiennttenn, könnte mann desto mehr leute da erhaltenn, vnnd fordert das Saltzwergk, dann Jorge hat Jtzo Jars1 Funffhundert guldenn vnnd mehr, des ist niemanndt dann er gebeßert, Sagt aber es gehe Jme alle Jars vf pferde, knechte vnnd gesinde, wie wir wohl gleubenn könnenn, dann er mit großem vnrath haus helt, Nun möchtenn E.

Lohn unter sich selbst verdienten; so könnte man desto mehr Leute dort erhalten, und es fördert das Salzwerk; denn Jorge hat jetzt im Jahr fünfhundert Gulden und mehr, davon ist niemand als er gebessert. Er sagt aber, es gehe ihm alle Jahre für Pferde, Knechte und Gesinde drauf, wie wir wohl glauben können, denn er hält mit großem Unrat (Verschwendung) Haus. Nun möchten E.

2

f. gl. vnnd die Pfenner Jhnenn Jorgen zimlich ablegenn lassenn dieselbige kunst ein zeitlanng selbst vnnderhaltenn, vnnd das geldt daJegenn Jnnehmen, könnte mit gutem nutzenn beschehenn, Derwegenn E.

f. Gl. und die Pfänner ihn, Jorge, ziemlich ablegen lassen und dieselbe Kunst eine Zeit lang selbst unterhalten und das Geld dagegen einnehmen; das könnte mit gutem Nutzen geschehen. Deswegen E.

3

f. gl. Stadthalter vnnd Räthenn beuelch zuthun habenn, Mitler zeit könnt mann vf wege gedennckenn, wie anndere kunste möchtenn darzu diennlich erdacht werden, das die Böder das geldt wie zuuor verdienntenn, wie wir dann albereit mit Heintzenn vom Lüttern2 der Pfenner Saltzgreuenn vnnd anndernn kunst verstenndigenn dauonn geredt vnnd gerathschlagt, auch zimbliche mittell erfundenn habenn, Wir seindt auch Jtzo im wercke zum vorrath der Sohl

f. Gl. Statthalter und Räten Befehl zu geben haben. Mittlerweile könnte man auf Wege denken, wie andere Künste dazu dienlich erdacht werden möchten, damit die Boder das Geld wie zuvor verdienten, wie wir denn bereits mit Heinz vom Lüttern, der Pfänner Salzgrafen und anderen Kunstverständigen davon geredet und geratschlagt, auch ziemliche Mittel gefunden haben. Wir sind auch jetzt im Werk, zum Vorrat der Sole

Unsichere Lesungen

  1. Jars — Jars/Jarb, Lesung nach Zoom (Z. 3)
  2. Lüttern — Lüttern oder Lüdern (Z. 17)

S. 188

Bl. 92vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

einenn großenn steinernn kumpff, so für zweyenn Jarenn durch E. F. G.1 selbst verdingt, zu setzenn, wirdt in kurtzem fertigk sein.

einen großen steinernen Kumpf, der vor zwei Jahren durch E. F. G. selbst verdingt worden ist, zu setzen; er wird in Kurzem fertig sein.

2

Darumb vngelegenn, das Ich Jost Jtzo desorts nit sein kann, Jnn sonnderheit dieweil Muldener2 abermahls zu Cassell Burgermeister ist, vnnd in Stadt sachenn, auch mit vfrichtung des Interims zuschaffenn hatt, wie E.

Darum ist es ungelegen, dass ich, Jost, jetzt nicht an diesem Ort sein kann, insbesondere weil Müldener abermals zu Kassel Bürgermeister ist und in Stadtsachen, auch mit der Aufrichtung des Interims zu schaffen hat, wie E.

3

f. gl. wohl erachtenn könnenn, aber Ich hab genntzlich verhofft, bin auch darumb mitgezogenn, das E.

f. Gl. wohl erachten können. Aber ich habe gänzlich gehofft, bin auch darum mitgezogen, dass E.

4

f. gl. Jtzo solt erledigt werdenn, Müßenn aber das Gott dem almechtigenn, gedult vnnd gnade zuuerleyhenn, bittenn vnnd beuehlenn, Wolt E.

f. Gl. jetzt erledigt (befreit) werden sollten. Müssen aber Gott den Allmächtigen, Geduld und Gnade zu verleihen, bitten und es ihm befehlen. Dies wollte E.

5

f. gl. Ich vnnderthenigklich vnanngezeigt nit lassenn, Darauf wo vonn nötenn weitterm bericht zuthun, Signatum Speyr den letztenn Augusti Anno 48 E.

f. Gl. ich untertänig nicht unangezeigt lassen, um darauf, wo vonnöten, weiteren Bericht zu tun. Signatum Speyer, den letzten August Anno 48. E.

6

F. G. vnnderthenniger schuldiger vnd ganntz vleiswilliger diener, Jost Berker vonn Hombergk sst3[?]

F. G. untertäniger, schuldiger und ganz fleißwilliger Diener Jost Berker von Homberg, eigenhändig unterschrieben.

Unsichere Lesungen

  1. E. F. G. — Kuerzel abweichend geschrieben (Z. 2)
  2. Muldener — Name; Muldener/Müldener (Z. 5)
  3. sst — Kuerzel nach Unterschrift unklar (Z. 21)

S. 189

Bl. 93rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

Hieruff ist meins gnedigenn furstenn vnnd herrenn bescheidt, das Stadthalter vnnd Rethe zu Cassell, auch die Saltzgreuenn vnnd anndernn darzu verstendigenn, sampt den Pfennernn, was sie am Saltzbronnenn bedenncken zubeßernn, mit gutem furbedachtem Rath thun mögenn, ea conditione, das mann nit vbell erger mache, Jm gleichnis wie sie mit Meister Jorgenn den handell betrachtenn, das es gefordert werde, Jst s.

Hierauf ist meines gnädigen Fürsten und Herrn Bescheid, dass Statthalter und Räte zu Kassel, auch die Salzgrafen und andere dazu Verständige, samt den Pfännern, was sie am Salzborn zu bessern bedenken, mit gutem vorbedachtem Rat tun mögen, unter der Bedingung, dass man nicht Übel ärger mache. Desgleichen, wie sie mit Meister Jorge den Handel betrachten, dass es gefördert werde, ist s.

2

f. gl. gnediglich auch zufriedenn, doch der gestalt, das nit der Pfannen eins theils niedergelegt, vnnd feyrenn durfftenn, vnd vonn Bödernn newe klage beschehe, dann dennoch bisher Meins gnedigenn herrnn Pfannenn nebenn denn anndernn vonn Meister Jorgenn gnug Sohl gehanndtreicht wordenn, Signatum Speyr den 31 Augusti Anno 48 Ex Commissione P.1[?] Reinhardt Abell sst2[?] Vber das habenn Jr.

f. Gl. gnädig auch zufrieden, doch dergestalt, dass nicht die Pfannen zum Teil niedergelegt werden und feiern (stillstehen) müssten und von den Bodern neue Klage geschähe; denn bisher ist doch meines gnädigen Herrn Pfannen neben den anderen von Meister Jorge genug Sole gereicht worden. Signatum Speyer, den 31. August Anno 48. Im Auftrag, P. Reinhard Abel, eigenhändig unterschrieben. Überdies haben Ihre

3

f. gl. nachuolgennde Zettell dem Hern Stadthalter auch vberschickt, welche vmb den Saltz

f. Gl. nachfolgenden Zettel dem Herrn Statthalter auch überschickt, welcher an die Salz-

Unsichere Lesungen

  1. P. — Kuerzel nach Commissione unklar (Z. 17)
  2. sst — Kuerzel nach Unterschrift unklar (Z. 18)
  3. Jr. f. gl. — Kuerzel Jr./dr. unsicher (Z. 19) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)

S. 190

Bl. 93vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

greuenn also behanndiget wordenn. Mit dem Saltzwerck soll mann mit gutem rath seiner f. gl.

grafen also behändigt worden ist: Mit dem Salzwerk soll man mit gutem Rat seiner f. Gl.

2

zu nutzen bawenn, vnnd nit vbell erger machen, auch vleissig vfsehenn, das das trewlich verwalttet werde, Signatum Speyr den 5 Septembris Anno 48 Philips L1 zu Hessenn Reinhardt Abell sst2[?] Vnnd des habenn die Böder Supplicirt, vnnd bescheidt darauf kriegt, des Jnnhalts wie volgtt Ernuester Gestrenger Herr Stadthalter, vnnd anndere Furstliche Hochgelerten Rethe, E.

zu Nutzen bauen und nicht Übel ärger machen, auch fleißig aufsehen, dass es treulich verwaltet werde. Signatum Speyer, den 5. September Anno 48. Philipp, Landgraf zu Hessen. Reinhard Abel, eigenhändig unterschrieben. Und darauf haben die Boder suppliziert und Bescheid darauf bekommen, des Inhalts wie folgt: Ehrenfester, gestrenger Herr Statthalter und andere fürstliche hochgelehrte Räte, E.

3

G. gebenn wir vnnderthenniglich zuuerstehenn, das die Saltzgreuen vnd vnnsere verordennte obrigkeit, vnns wollenn zwingenn, das wir sollenn rechte mas gebenn, damit die kerner vffm Lannde vber vnns nit zu klagenn habenn des meßens halbenn, vnnd darauf den Schetzernn ein vleißigs vffsehenns zuhabenn beuohlenn, vnnd so wir also meßenn soltenn, wie vnns beuohlenn ist, müstenn wir armen zeitlich dauonn lauffenn, dann der Saltzbronn kann

G. geben wir untertänig zu verstehen, dass die Salzgrafen und unsere verordnete Obrigkeit uns zwingen wollen, dass wir rechtes Maß geben sollen, damit die Kärrner auf dem Lande über uns nicht zu klagen haben des Messens halber, und haben darauf den Schätzern befohlen, ein fleißiges Aufsehen zu haben. Und wenn wir so messen sollten, wie uns befohlen ist, müssten wir Armen beizeiten davonlaufen, denn der Salzborn kann

Unsichere Lesungen

  1. L — Kuerzel L (Landgraf) unsicher (Z. 6)
  2. sst — Kuerzel nach Unterschrift unklar (Z. 7)

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