Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 152
Berkers Baubericht von 1550 · S. 152 · Bl. 74v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Berkers Baubericht von 1550
S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 152
Bl. 74vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Vnnsere willige diennste zuuor Erbare, Wohlachtparnn, gunstige Herrnn gutenn freunde,
Unsere willigen Dienste zuvor, ehrbare, wohlachtbare, günstige Herren und gute Freunde!
Nach dem ihr des Saltzbronns halbenn mit vnnserm Saltzgreuen hiebeuor allerley vnnderredung gehapt, vnnd fürnemlichenn anngezeigt, Wie derselbige ein zeitlanng mergklichenn abgenommenn,
Nachdem ihr wegen des Salzbrunnens mit unserem Salzgrafen zuvor allerlei Unterredung gehabt und vor allem angezeigt habt, wie derselbe seit einiger Zeit merklich abgenommen hat,
vnnd das sich die Meisterknechte zun Sodenn1 derwegenn beklagenn, die sohle sey nitt so gut, als sie zuuor gewesenn, vnnd so ganntz geringe, das sie ann Jr enndtlichs verderbenn lennger nitt siedenn köntenn noch mögenn,
und dass sich die Meisterknechte in Sooden deswegen beklagen, die Sole sei nicht so gut, wie sie zuvor gewesen, und so ganz gering, dass sie ohne ihr endgültiges Verderben nicht länger sieden könnten noch möchten,
Dann sie müstenn zu einem wercke oder Pfannenn Saltzes bey nahe souiel holtzes verbrennenn, als sie zuuor gethann habenn, vnnd wann sie gleich allenn vleis im siedenn anngewenndet, konnenn sie mit aller mühe, kaum drey virtell Saltzes ausbringenn,
denn sie müssten für ein Werk oder eine Pfanne Salz beinahe so viel Holz verbrennen, wie sie es zuvor getan haben, und wenn sie auch allen Fleiß auf das Sieden verwenden, können sie mit aller Mühe kaum drei Viertel Salz herausbringen.
Vnnd ob nun wohl die knechte hiebeuor zu mehrmahlenn, des siedenns halbenn ohne grundt geclagt, vnnd das Jhnenn derwegenn Jres anngebenns zu Jederzeit nicht wohl gleubenn2,
Und obwohl die Knechte schon früher mehrmals wegen des Siedens ohne Grund geklagt haben und ihren Angaben deswegen jederzeit nicht recht zu glauben ist,
Unsichere Lesungen
- zun Sodenn — Lesung des ersten Wortes (zun/dun) nicht ganz sicher; gemeint sind wohl die Soden (Siedestätten) bzw. Sooden
- gleubenn — Konstruktion am Zeilenumbruch unklar; wohl 'nicht wohl zu glauben'
- sie — letztes Wort der Seite klein und flüchtig, Lesung unsicher; Satz läuft auf die Folgeseite