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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 126

Berkers Baubericht von 1550 · S. 126 · Bl. 61v · Band 2

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Berkers Baubericht von 1550

S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 126

Bl. 61vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Sagt auch das vf der seittenn Jegenn dem kunsthaus, das meiste wilde wasser in Salzbronn feldt, Darumb soll mann zwölff pompenn1 Inn Bornn sezenn, vnd den ausösenn, damit mann den grundt sehen könte,

Er sagt auch, dass auf der Seite gegen das Kunsthaus das meiste wilde Wasser in den Salzbrunnen fällt; darum soll man zwölf Pumpen in den Born setzen und ihn ausschöpfen, damit man den Grund sehen könnte.

2

Meister Annthonius Baumeister zu Ziegennhain, sagt vf des Stadthalters fragt, ob die kunst dem Borne schadenn thue oder nit, vnnd wie dem Bornn zuhelffenn were,

Meister Antonius, Baumeister zu Ziegenhain, sagt auf die Frage des Statthalters, ob die Kunst dem Born Schaden tue oder nicht und wie dem Born zu helfen wäre:

3

Die kunst sey dem Borne nit nuzlich, dann der Born sey mittenn nidrigk, vnnd das fas vf etlichenn ortenn ledigk, hab die kunst mit den schleuchenn ausgezogenn,

Die Kunst sei dem Born nicht nützlich, denn der Born sei in der Mitte niedrig, und das Fass sei an etlichen Orten leer; das habe die Kunst mit den Schläuchen herausgezogen.

4

Der den Bornn gebauwet hat, der hat den vf den kies2 gesezt, Darumb must mann kunst sezenn, das der Bornn ausgeöst wurde, Damit mann dem Bornn vf dem Bodenn sehenn konne,

Wer den Born gebaut hat, der hat ihn auf den Kies gesetzt; darum musste man eine Kunst einsetzen, damit der Born ausgeschöpft würde und man dem Born auf den Boden sehen könnte.

5

Meint auch besser sein, das holzer Rörenn vnd leddernn schleuche gesezt wurdenn, hettenn kein gewalt noch läst, vnnd solten in einem troge gehen,

Er meint auch, es sei besser, dass hölzerne Röhren und lederne Schläuche gesetzt würden; die hätten weder Gewalt noch Last auszuhalten und sollten in einem Trog laufen.

6

Der Thonn sey vnnfleissige3 hinein kommenn, sey klomperchtige4.

Der Ton sei nachlässig hineingebracht worden und sei klumpig.

Unsichere Lesungen

  1. zwölff pompenn — Zahlwort zwölf; Lesung ziemlich sicher, aber auffällig hohe Zahl
  2. kies — Anfangsbuchstabe k/b nicht ganz sicher; 'Kies' nach dem Kontext (Brunnengrund)
  3. vnnfleissige — Lesung unsicher; verstanden als 'unfleißig' = nachlässig
  4. klomperchtige — Wort mit langem Querstrich – wohl Zierstrich/Unterstreichung, keine Tilgung; Lesung klomperchtige/klemperchtige, verstanden als 'klumpig'

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