Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 872
Die Reise nach Pommern 1584 · S. 872 · Bl. 434v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise nach Pommern 1584
S. 847–884 · Bl. 422r–440v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 872
Bl. 434vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
aber als wir darbey kommenn, vnnd der Gardtvogt hanns Erbstedt1[?] vnns dabey gefurtt, keinenn geschmack einiges saltzes abnehmenn könnenn, Sonndernn gesehenn, das zwischenn zweyenn sussenn bronnenn, ein besonndere quellenn, so die Steine, im flüßlein weis ferbet herfür kompt, hab ichs darfür gehaltenn, das solchs das vnterliegendt gebirge, entweder die kreiden, oder etwa ein ander Mineer, so mir vnbekanndt, ausschlage, Item Turneiser sagt, das die weissen wasser halten alaun, Gibsspat, albaster, auch etwa zin vnnd Bley, Ich aber weis es nicht, denn ich dergleichen2[?] keins mehr gesehenn. Sodannenn als wir nach dem Meer furttgeruckt, die Saßnitzer Bach auch anngesehenn, vnd weil daselbst der Bach hoch vom Gebirge |: wie es dann daselbst sehr hoch ist :| herab felt, halt ich dafür, das daselbst viellicht Ertz anngetroffenn werdenn möchte, Weil mann aber fingers breit durchs gebirge nit sehenn kann, mags mein g. f. vnnd
Aber als wir dazu kamen und der Gartvogt Hans Erbstedt uns dahin führte, konnten wir keinen Geschmack irgendeines Salzes abnehmen, sondern sahen, dass zwischen zwei süßen Brunnen eine besondere Quelle hervorkommt, die die Steine im Bächlein weiß färbt. Ich habe dafür gehalten, dass das darunterliegende Gebirge — entweder die Kreide oder etwa ein anderes Mineral, das mir unbekannt ist — ausschlägt. Thurneisser sagt, dass die weißen Wasser Alaun, Gipsspat, Alabaster, auch etwa Zinn und Blei halten; ich aber weiß es nicht, denn ich habe dergleichen nie mehr gesehen.
Sodann, als wir zum Meer weitergerückt waren, haben wir auch den Sassnitzer Bach angesehen. Und weil dort der Bach hoch vom Gebirge — wie es denn dort sehr hoch ist — herabfällt, halte ich dafür, dass dort vielleicht Erz angetroffen werden könnte. Weil man aber nicht fingerbreit durch das Gebirge sehen kann, mag es mein gnädiger Fürst und
Unsichere Lesungen
- Erbstedt — Personenname unsicher (Z. 2)
- dergleichen — Endung abgekürzt (Z. 12)