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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 85

Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 85 · Bl. 41r · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Geyselers Denkschrift von 1489

S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 85

Bl. 41rBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteaber es fanndt sich annders als hernach folgenn wirdt,

aber es fand sich anders, wie hernach folgen wird.

2

vnnd wardt also derselbe gebrech vielmahl vonn den Pfennernn verkundet, der vrsach auch semptlich1 beschlossenn, das mann bawenn solt vnnd wolt

Und so wurde derselbe Schaden vielmals von den Pfännern verkündet und deshalb auch gemeinsam beschlossen, dass man bauen sollte und wollte.

3

vnnd also stetes was bedacht nach gutenn meisternn, die darzu konntenn gerathenn,

Und so war man stets auf gute Meister bedacht, die dazu raten konnten.

4

Des gab Junckher Hanns von Dornebergk Hofmeister zu Marpurgk seinenn Rath, vnnd weisete die Pfenner ann Meister Curtenn Martorff2,

Dazu gab Junker Hans von Dörnberg, Hofmeister zu Marburg, seinen Rat und verwies die Pfänner an Meister Curt Martorff,

5

mit dem die Pfenner also zusprechenn, vnnd zu gedinge kommenn, dem gebreche des Bornns zurathenn, als er auch dem gerathenn that,

mit dem die Pfänner also ins Gespräch und zum Verding kamen, dem Gebrechen des Brunnens abzuhelfen, wie er ihm denn auch abhalf.

6

vnnd viel geschehenn dings, wie vor ist gnuglich berurt, ruhenn vnnd hierstehenn zulassenn, geschach das als mann das alte werck ganntz hat abgebrochenn, vnnd den Born geöset,

Und um vieles Geschehene — wie zuvor hinlänglich berührt — ruhen und dahingestellt sein zu lassen: Es geschah, als man das alte Werk ganz abgebrochen und den Brunnen ausgeschöpft hatte,

7

fanndt mann vberall keinenn ausflus, oder ausbruch der Sohlenn,

da fand man nirgends einen Ausfluss oder Ausbruch der Sole.

8

Mann mochte auch keins gebrechs im Borne weis werdenn3, vnnd doch gleichwohl in dem vmbgannge, der augezucht die Sohle gleich als vor Jrem ganng flos in das Gewelbe,

Man konnte auch keines Gebrechens im Brunnen gewahr werden, und doch floss gleichwohl im Umgang der Abzucht die Sole wie zuvor ihren Gang in das Gewölbe.

9

So da etliche meinetenn, es were ein sonnderlich ader, vnnd gequelle vor sich die in den Bornn nicht gehörte,

Da meinten etliche, es sei eine besondere Ader und ein Gequell für sich, das nicht in den Brunnen gehörte.

Unsichere Lesungen

  1. der vrsach auch semptlich — ›semptlich‹ (= sämtlich, gemeinsam) leicht unsichere Lesung
  2. Curtenn Martorff — Eigenname, Lesung ziemlich sicher
  3. weis werdenn — ›weis‹/›weit‹ unsicher; Sinn ›gewahr werden‹

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