Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 790
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 790 · Bl. 393v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 790
Bl. 393vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Als ich aber dis orts weitters nicht habe ausrichtenn könnenn, hab ich mich vfgemacht, vnnd bin dannenn gezogenn, Dieweil aber gleich vor Sultza der kunstler seine kunstirung aufgericht gehabt, habe ich dieselbigenn vber zeune vnnd grabenn hin soviel anngesehenn, das ich befundenn, das daselbst ein kodt vfgericht mit einem Schornnstein, gleich wie zu arternn, vnnd nicht weit dauonn etliche andere schmale lannge gebeue, vngefehr acht oder neun schue breit, Jnn der Lennge vnnd höhe aber vngleich vfgericht gewesenn seindt, welche mit strogedeckt, vnnd etwann zwene schue hoch vber der Erdenn, darin flache tröge, vngefehr halbes schuchs hoch, zwölff schue lanng, vonn dennen dielenn zusammenn gefügt, vnnd getrunngenn gewesenn, vber denselbigenn habenn gehanngenn Stroernn oder Schilferne ketzenn1[?], welche wie ich sonnst berichtet wordenn, er darzu braucht, das er die Sohlenn darauff mit schauffelnn lecket, welche darnach in die tröge abtreiffenn, vnnd fürters vonn einem troge zum
Der Vierte Appendix. Als ich aber an diesem Ort weiter nichts ausrichten konnte, habe ich mich aufgemacht und bin von dannen gezogen. Weil aber gleich vor Sulza der Künstler seine Kunstanlage errichtet hatte, habe ich sie über Zäune und Gräben hinweg so weit angesehen, dass ich befunden habe: dort ist eine Kothe mit einem Schornstein errichtet, gleich wie zu Artern, und nicht weit davon etliche andere schmale lange Gebäude, ungefähr acht oder neun Schuh breit, in Länge und Höhe aber ungleich errichtet, mit Stroh gedeckt und etwa zwei Schuh hoch über der Erde. Darin sind flache Tröge, ungefähr einen halben Schuh hoch und zwölf Schuh lang, aus dünnen Dielen zusammengefügt und gedichtet. Darüber haben strohene oder schilfene Matten gehangen, die er, wie ich sonst berichtet worden bin, dazu gebraucht, dass er die Sole mit Schaufeln darauf leckt; die tropft dann in die Tröge ab und läuft weiter von einem Trog zum
Unsichere Lesungen
- ketzenn — Wort unklar (Z. 17)