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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 105

Berkers Baubericht von 1550 · S. 105 · Bl. 51r · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Berkers Baubericht von 1550

S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 105

Bl. 51rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seitebronn zun Sodenn1 manngelhafftigk vnnd schadthafftigk wordenn, also das die Söder2 vber gewönlich zeit siedenn, vnnd viel mehr holtzes dann zuuor zu einer Pfanne saltzes habenn müssenn,

…brunnen zu Sooden mangelhaft und schadhaft geworden, sodass die Sieder über die gewöhnliche Zeit hinaus sieden und viel mehr Holz als zuvor für eine Pfanne Salz brauchen.

2

Welches etzlich der Roßkunst, so Meister Jörge Behm vom Nürnbergk darauf gesatzt, vnnd ein zeitlang mit pferdenn, die Sohle aus dem Saltzbronn gelanget vnnd geschepffet hat, schuldt gebenn, das er Jörge dann nit gestehen wollenn,

Daran gaben einige der Rosskunst die Schuld, die Meister Jörge Behm von Nürnberg darauf gesetzt hatte und die eine Zeit lang mit Pferden die Sole aus dem Salzbrunnen förderte und schöpfte – was dieser Jörge freilich nicht zugestehen wollte.

3

Sondernn mann hat fundenn, Vnnd eigenntlich gesehenn, das das alte faß vor zeitenn, nicht gleich vf den grundt des Saltzbronnens, sonndern vngeferde darauf gesatzt wordenn, dardurch sich allerley wiltt waßer in der Sohlen Inn das faß gezogenn,

Vielmehr hat man festgestellt und mit eigenen Augen gesehen, dass das alte Fass vor Zeiten nicht unmittelbar auf den Grund des Salzbrunnens, sondern nur ungefähr daraufgesetzt worden war, wodurch sich allerlei wildes Wasser mit der Sole in das Fass gezogen hat.

4

Do ist solches hochgedachtem vnnserm gnedigenn fürstenn vnnd herrnn vielmahls anngezeigt,

Das ist unserem hochgedachten gnädigen Fürsten und Herrn vielmals angezeigt worden.

5

Dieweyl aber der ein zeit3 die schwerenn grossenn Kriegsleuffte vnnd hanndelung sich zugetragenn, vnnd auch der Saltzbronn ein zeit abgenommenn, vnnd darnach sich wiederumb ein zeitlanng gebessert,

Weil sich aber zu jener Zeit die schweren, großen Kriegsläufte und Händel zutrugen und auch der Salzbrunnen eine Zeit lang nachließ, sich danach aber wieder eine Zeit lang besserte,

6

hat mann mit den gebeuernn4, damit mann mit zeittigem statlichem Rath, vnnd da die Kriegshanndelung möchtenn zufriedennLäuft auf der nächsten Seite weiter

hat man mit den Bauarbeiten gewartet, damit man mit rechtzeitigem, gründlichem Rat – und sobald die Kriegshändel beigelegt…

Unsichere Lesungen

  1. zun Sodenn — Anfangsbuchstabe S/B nicht sicher zu unterscheiden; auch 'Bodenn' denkbar, Kontext (Sooden) spricht für 'Sodenn'
  2. Söder — Lesung S/B unsicher; 'Böder' (Siedeböden) möglich, aber 'siedenn' als Prädikat spricht für Personen (Sieder)
  3. der ein zeit — Wortlaut unsicher, evtl. 'derenn zeit'
  4. gebeuernn — wohl 'Gebeuen' (Bauarbeiten/Gebäuden); Endung unsicher

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