Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar
Das Werk der Reihe nach
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↪Fortsetzung von der vorigen Seite… verbleiben; jedoch sollen die Pfänner Holz, Seile, Taglohn und was sonst dazu nötig ist, vorstrecken; dafür sollen die Pfänner dem obengenannten Meister Curt 230 Gulden geben, dazu zwei Gulden Trinkgeld, zwei Malter Korn und ein Schwein im Wert von zwei Gulden und einem Ort (Viertelgulden).
Und derselbe Meister Curt gelobte und bekräftigte mit seinem Eid, den Pfännern treu und gewogen zu sein und die Pfänner ohne Gefährde und Arglist zu schützen.
Zur Beurkundung dessen sind von diesem Zettel zwei gleichlautende Ausfertigungen auseinandergeschnitten worden (Kerbzettel), eine für die Pfänner und die andere für Meister Curt, damit sich beide Seiten danach zu richten wissen.
Danach, im folgenden Jahr 1490, ließen die Pfänner auf den Rat des Meisters Holz fällen und vor die Böden (Siedehäuser) auf der Boderwiese fahren, so viel dem Meister … dünkte↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
verandelagenn — Lesung unsicher; wohl 'vorstrecken/aufbringen' (verlegen), Wortform unklar
tranckgelde — nck-Ligatur schwer lesbar, aus dem Kontext 'Trinkgeld'
behelttet — Wort mit Zierstrich durch tt; Lesung unsicher, Sinn: 'mit dem Eid bekräftigt/beschworen'
Zureytenn — auch 'Zubereyten' denkbar; Sinn: Zurichten/Vorbereiten
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… nötig sein dünkte; und sie schickten nach Zimmerleuten zur Arbeit, die bis Ostern beständig gearbeitet und das meisterliche Gezeug (Gerät) bereitet haben.
Und unten am Boden hatte der Eimer ein rundes Loch wie ein Blasebalg, und vorn inwendig einen Windfang; davor war ein mit Blei beschwertes Leder (als Ventilklappe) gefasst.
Auch von oben herab, eine gute Spanne lang, war ein rundes Loch, einfach offen, ohne Windfang, damit sich die Eimer nicht zu voll füllten und, ohne viel zu vergießen, sich das Wasser bequem ausgoss.
Und die Eimer hingen alle miteinander an einer Kette; die hing oben über der Welle des Rades, und unten im Brunnen lief sie …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
kethen machtenn — Lesung 'machtenn' statt erwartetem 'machenn' unsicher; 'einen anndern kethen' so in der Vorlage
ann viel vergiessenn — Wortlaut unsicher; Sinn: ohne viel zu vergießen
leder — auch 'feder' lesbar; technisch ist eine bleibeschwerte Lederklappe (Ventil) gemeint
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… um eine runde dicke Walze, wie eine Tonne; dieselbe Walze war im Brunnen von beiden Seiten gefasst, zwischen zwei breiten Leiterbäumen, und lief mit der Kette um.
Das andere Gerät war ein grober runder Teller mit einem Scheibenstiel und mit zwei Kränen (Handhaben), womit man den Ton, den Dreck und den Schutt, der um den Brunnen war, mit großen Zubern ausschöpfen (ösen) sollte.
Diese Zuber waren am Boden mit eisernen Kloben und Klappen so gemacht, nach der Art, wie die Eselskörbe gemacht sind, in denen man den Mist hinausführt.
Das dritte Gerät war eine Schneidemühle (Sägemühle), die der Meister gegenüber dem Zelgenhaus bei Gunterams Hof setzte; und er leitete die Werra von oben in der Aue herab auf die Schneidemühle.
Nämlich zum Ersten hatte der Meister große Kästen aus Dielen gemacht, wohl zusammengefügt und bereitet; von diesen standen zwei beim Brunnen und der dritte im Teich.
In diesen Kästen sollte die Sole gefasst und aufbewahrt werden und sodann fortan aus dem Kasten in die Gerinne zu den Böden (Siedehäusern) ausgeleitet werden.
Danach richtete der Meister das Rad auf dem Brunnen auf, auf einer Säule; die hatte oben ein Kreuz, und die Säule stand mitten im Brunnen auf dem Kiesgrund.
Und während all dieser Arbeit lag man nicht mehr als eine Woche kalt (ohne zu sieden); das war die Woche des Sonntags 'Respice' I – aus der Ursache, dass die Kette, an der die Eimer hingen, dreimal zerbrach.
Auch waren zwei Feiertage in derselben Woche, nämlich Peter und Paul (29. Juni) am Dienstag und Unserer Lieben Frauen Tag Visitationis Mariae (2. Juli) am Freitag; dadurch mussten sich die Leute gedulden.
Aber in der Woche danach, 'Dominus illuminatio', wurden zweiundvierzig Werke (Siedegänge) gesotten, und so wurde fortan gesotten, dass es an keinem Salz fehlte.
Es waren auch aus allen Pfännern acht zu Baumeistern gekoren (gewählt), die damit zusammen mit dem Baumeister Curt den Bau anweisen, bestellen und versorgen sollten.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… Casselmann, Henrich Lawir, Hans Breule, Henrich Gundelach und ich, der allergeringste und untauglichste Priester Conradus Geyseler.
Hierauf, am Montag, dem zweiten Tag nach St. Ulrich (4. Juli), brach der Meister die Decke des Brunnens auf, gegen die Anzucht (den Abzugsgraben) bei Lucas Beltzers Hof hin, sodass …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Lawir — Personenname nicht sicher (Lawer/Lauwer?)
aller schlemst, vnnd vnntuegest — Demutsformel Geyselers ('geringster und untauglichster'); Lesung 'schlemst' unsicher
itzundt guth — Beiname oder Zusatz zu Gundelach; Lesung und Bedeutung unsicher
exaudi secundo — Sonntagsname nach dem Introitus 'Exaudi'; Zählung 'secundo' unsicher
Culde — Personenname nicht sicher (Culde/Kulde?)
Beltzers hoff — 'hoff' mit Zierstrich; Name Beltzer nicht ganz sicher
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… ist die erste Abzucht am Gewölbe, und am Sankt-Alexius-Tag [17. Juli] kam man so weit voran, dass die Sole aus dem Brunnen in die Abzucht in das Gewölbe fließen konnte,
und so viel Sole, wie die Ader trug, floss in die Abzucht über die Sole, die man mit dem Rad ausschöpfte in die Böden [Siedehäuser] und Basten, um sie zu sieden.
Weil das Werk abgetragen war, bis auf die Höhe des Ausflusses in die Abzucht, wurde dagegen der Berg alsbald ringsum gefasst [abgestützt], zur Vorsicht.
Der Meister machte auch das vierte Gezeug, um den Brunnen zu ösen [auszuschöpfen]; das waren Pumpen, in der Absicht, dass er damit die Sole über den Ausfluss mit Gewalt heben und ösen wollte; auch als der↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
bastenn — Lesung unsicher; Gefäßbezeichnung, vielleicht auch 'kastenn' zu lesen
Am Dienstag nach ‚Dominus fortitudo‘, das war der Dienstag vor dem Marien-Magdalenen-Tag [22. Juli], setzte der Meister die Pumpen in den Salzbrunnen, gegen die Abzucht hin, wo der Brunnen den Ausfluss hatte.
Am Sonnabend darauf — es war der Sankt-Jakobs-Abend [24. Juli] — hatten die Pfänner alle Sieder zu den Sooden gebeten, an den Pumpen zu arbeiten, um den Brunnen zu ösen und zu säubern, und gaben ihnen insgesamt eine Tonne Bier, Wecken und Käse.
Und so wurde vor Mittag der Brunnen ausgeöst, so dass er zwei Fuß tief Sole hatte, und währenddessen und alsbald wurde auch um den Brunnen herum geräumt, an↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
noch volnstenndigk — 'noch' auch als 'nach' lesbar; 'that' wohl für 'hatt'
austossenn — Lesung des Überschriftworts; gemeint ist das Ausschöpfen (Ösen) des Brunnens
zun Sodenn — Präposition schwer lesbar, Sinn: zu den Sooden
Als aber die Sieder das Bier ausgetrunken hatten, verschlich sich einer nach dem anderen von der Arbeit zu den Badestuben, und so gewann der Brunnen wieder die Oberhand,
und was vom Volk noch bei der Arbeit blieb, wurde auch bald müde und ließ ab, so dass nach Mittag kein Fleiß mehr auf das Ösen oder Säubern verwendet wurde.
Es mochte wohl daran liegen, dass niemand von den obersten Pfännern da war, der zu der Zeit ein Aufsehen [die Aufsicht] hatte, der das Volk angesprochen und zum Ösen ermahnt hätte.
Danach, am Sonntag ‚Omnes gentes‘, der der Sankt-Jakobs-Tag war [25. Juli], wurde angeordnet und bestellt, dass die Sieder sieden sollten, und in derselben Woche↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
kein vleis — 'vleis' (Fleiß) nicht ganz sicher; erster Buchstabe des Zeilenanfangs 'kein' mit Strich, wohl Zierstrich
[gestrichen: bothenn] — Das gestrichene Wort ist unsicher zu lesen (bothenn/bethenn); Strich könnte auch Zierstrich durch th sein, dann wäre 'die newenn bothenn' (die neuen Bütten/Böden) zu halten
und dasselbe Gezeug wurde mit dem Rad umgetrieben, an dem die vierzehn Eimer hingen, so dass dasselbe Ösegezeug erst am Freitag nach ‚Suscepimus‘, dem Tag Sankt Sixti [6. August], fertig wurde.
Danach, am Montag ‚Ecce Deus‘, der der Vorabend von Sankt Laurentius war [9. August], wurde zum zweiten Mal versucht, den Brunnen mit allem Gezeug zugleich zu ösen,
so dass vor Mittag der Brunnen bis auf den Grund gesäubert und ausgeöst wurde, damit der Meister vollkommen über den Grund Bescheid wissen und sein neues Werk danach zu setzen wüsste,
sondern sie waren schlicht auf den harten Kies und Grund des Brunnens gesetzt, und zwischen den acht Säulen dicke eichene Bretter, eins in das andere genutet,
Und als der Meister am Mittag das Volk von der Arbeit des Ösens entließ und zum Essen freigab, da gaben die Pfänner dem Volk ein halbes Fass Bier, Wecken und Käse zur Genüge.
Es wurde auch alsbald am Brunnen von den Pfännern mit dem Meister beraten und beschlossen, dass man mehr Zimmerleute heranschicken sollte, um die Schwellen mit ihren Säulen bald zuzubereiten, um des guten Wetters willen;
Er ist auch im Boden eben; man kann auch keine Höhle oder kein Loch bemerken, aus dem die Ader entspringt, sondern die Sole dringt durch den harten Kiesel heraus gleich wie Wasser durch ein Sieb.
Die Sole quillt auch nicht auf wie ein Quellbrunnen, sondern die Sole gibt sich durch den Kiesel aufwärts, der Luft entgegen, und steigt nach ihrer Kraft,
und so gut, wie der Grund von Natur aus Salzwasser trägt und gibt, so gut ist auch die Sole, und man kann die Sole über ihre Natur hinaus nicht besser machen;
Käme die Sole aus dem Meer, so müsste sie sich ja hindurchdrängen durch dazwischenliegenden Stein und Erdreich, und solche↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
gesöhre — Wort unsicher gelesen; gemeint wohl schlammige Ablagerung ('Gesöhr/Sohr')
wermelt — Verb unsicher; Sinn: quillt/sprudelt auf
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…durchdringung macht Salzwasser süß, so wie es auf der Seefahrt die Schiffsleute machen: Wenn sie kein Süßwasser haben, um damit auf den Schiffen zu kochen, dann werfen sie eine leere, zugespundete Tonne, an einer Leine an das Schiff gebunden, in die gesalzene See oder das Meer;
so dringt das Nasse in die leere Tonne ein, und so entsteht durch das Durchdringen in der Tonne süßes Wasser, das die Schiffsleute zum Kochen und Trinken gebrauchen können.
Vermag nun die Durchdringung durch ein Brett an einer Tonne so viel, dass selbst Salzwasser des Meeres zu süßem Wasser wird, um wie viel mehr geschähe das, wenn das Meer von ferne bis hierher durch große Berge, Steine und Erdreich quellen und durchdringen sollte.
Darum schreibt man solches billig und pflichtgemäß der großen, besonderen Gnade Gottes zu, dass die Natur in dieser Gegend durch Gries, Geschiebe und Kiesel hindurch dem Grund Salzwasser bringt und zuträgt; und wir wollen dafür auch allezeit Gott danksagen.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…dass an der Seite, die gegen Mittag, nach Südosten, sieht, eine beachtliche Ader entspringt und durch das Geschiebe und den Kiesel hell und klar im Brunnen hervordringt;
und als man diese Ader kostete, hielt man sie dem Geschmack nach für die schärfste Sole, verglichen mit der übrigen Sole im Brunnen, wenn sie sich darin sammelt.
Am Dienstag nach 'Ecce Deus', dem Sankt-Laurentius-Tag, richteten die Baumeister gegen Abend eine Kollation (einen Festschmaus) aus, mit Wein und Einbecker Bier und guter Kost, für den Meister Kurt Wardtorff, seine Hausfrau und die Zimmerleute,
Am anderen Tag darauf, dem Mittwoch, Sankt Tiburtius' Tag, begannen die Zimmerleute an den Schwellen und Säulen zu arbeiten, mit denen der Meister im …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Churte Wardtorfft — Name des Meisters unsicher gelesen; Zierstrich durch die Endung erschwert die Lesung
Warthenn — Amt/Personengruppe 'Warthen' nicht sicher gedeutet
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…Brunnen sein Werk einsetzen wollte, und zwar so, dass er die Schwellen dem Boden entsprechend in ein Achteck brachte, mit acht darin eingezapften Säulen.
Und überall dort, wo eine der acht Ecken wechselt und zusammenstößt, ist darauf ein dickes Eichenholz mit vier hölzernen Nägeln aufgenagelt; vier davon sind stark eingetrieben, und die anderen vier schräg(?) vorgebohrt und eingeschlagen.
Oben in jedes Holz ist ein Zapfloch gemacht, in dem die Säule steht und eingezapft ist; und die acht Säulen sind oben ebenfalls in einen großen, mächtigen Reif eingezapft, und mit dem Reif sind alle acht Säulen zusammengeschlossen.
Auch auf halber Höhe sind die Säulen durchlöchert, jeweils vier oder viereinhalb Fuß ein Loch vom anderen entfernt, und darin sind starke Knebel oder Pflöcke eingeschlagen; auf ihnen ruhen die Reife, mit denen das Werk gefasst und gebunden ist.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…die Pumpen und alles andere Ziehgezeug wieder ab und brachte es aus dem Brunnen heraus, sodass es schien, als wolle er den Brunnen nicht mehr ausschöpfen;
Vielmehr wollte er, nachdem er den Grund besichtigt hatte und sein Werk fertig geworden war, die Schwellen mit den Säulen auf dem Wasser zusammenfügen, sie so auf den Grund absenken und danach auch das Werk im Wasser hineinsetzen.
Am Sonnabend darauf, dem Vorabend Unserer Lieben Frau Himmelfahrt, und auch am Montag danach ließ der Meister die Schwellen, Säulen und Reife, und was zum Werk gehörte, zum Brunnen führen.
Desgleichen brachte er dort am Montag nach Mariä Himmelfahrt, oder nach 'Dum clamarem', die Schwellen in den Brunnen und zapfte die Säulen darin ein, auf dem Wasser, das heißt der Sole des Brunnens.
Und am Dienstag, der Oktav des Laurentius, senkte er die Schwellen mit den acht Säulen auf den Grund und schloss die Säulen oben mit dem Reif oder den Latten zusammen.
Am Donnerstag darauf um die Vesperstunde begann der Meister, die Bohlen in den Brunnen hinabzulassen und einzusetzen; die Arbeit währte bis zum Montag nach 'Deus in loco', dem Vorabend von Sankt Bartholomäus.
Da stand das Werk fertig, gesetzt und bereit, mit all seinen Bohlen und Reifen innen und außen — abgesehen vom Gedämme und von den obersten Reifen, die oben auf dem Werk noch angebracht werden sollten.
Man fand auch bei dem alten Werk im Grund ein gutes, festes Gedämme aus guten, festen Eichenbohlen, viereckig gemacht, nahezu zwei oder zweieinhalb Fuß vom Werk entfernt, worüber man sehr erfreut war.
Es wurde auch weiter besser befestigt, mit Riegeln und Bändern, damit es den Berg unten mit Gewalt zurückhalten konnte; und dasselbe …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Bei dem neuen Werk und dem Gedämme wurde der Grund mit Moos und mit Ton gefüllt, hart zusammengestoßen und festgetreten und aufs allerfesteste gedämmt.
Auch unterdessen, während man so dämmte, arbeitete der Meister mit den Zimmerleuten an den Abzüchten (Wasserabzügen), räumte von oben her zu, fasste den Berg ein und erneuerte den Umgang, mit den Lichtlöchern oder Abzüchten.
Der eine Reif, der engste, sollte gänzlich innen auf den Grund gelegt werden, ebenso wie die Schwellen; er blieb drei Fuß hoch aufwärts stehen, und so wurde es, als er eingesenkt wurde, für das Beste befunden.
↪Fortsetzung von der vorigen Seiteeine Hand breit weiter ist; der ist auf die Schwellen gelegt, und zwischen den zwölf Reifen sind die Bohlen unten in den Grund gesetzt und einen halben Fuß tief in den Grund eingerammt;
danach sind die anderen fünf Reifen aufwärts getrieben, je einer vier oder viereinhalb Fuß über dem anderen, und liegen auf den Pflöcken, die in die acht Säulen eingearbeitet sind; und der achte Reif beschließt oben die Säulen;
und so steht das Werk unten eng und oben weit, mit acht Säulen und Schwellen befestigt, sodass es weder nach oben ausweichen noch nach innen treten kann — wegen der zwei Reifen, die von innen an die Bohlen eingestückt sind;
Auch ist dieses Werk im Grund zwei Fuß weiter, als das alte Werk war, und oben vier Fuß weiter — wie es auch für das Werk vorgesehen war. So werden die Reifen oben einer auf den anderen gelegt und das Werk so erhöht.
Der Meister gab den Rat, dass man dem Born einen Abgang (Überlauf) mache, wenn er auf seinem höchsten Stand wäre, damit ihm die Last keinen Schaden brächte.
Denn der Meister befürchtete: Wenn der Born zu schwer belastet würde und oben keinen Abgang hätte, dass der Born dann unten im Grund ausbrechen könnte.
Dies billigten viele der Pfänner und folgten dem Rat; es erschien auch ihnen nützlich, unschädlich und gut, und so wurde es von den Baumeistern und Pfännern am Montag nach Ägidii [nach dem 1. September] zu machen beschlossen.
Nun ist der Abgang folgendermaßen eingerichtet: Dort, wo die Sole im Born am höchsten gestiegen ist, einen Fuß tief darunter, ist ein Loch durch die Bohlen am Werk gebohrt,
und von der Außenseite des Werks ist vor das Loch eine Rinne gelegt, in ein viereckiges, dickes Eichenholz gehauen und oben gut abgedeckt mit einem eichenen Deckel, der aus demselben↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Höchstenn — Lesung des Überschriftworts nicht ganz sicher (Höchstenn/Hochstenn); gemeint ist der Höchststand des Borns
der Pfenner viel bestundenn — Lesung 'viel bestundenn' unsicher; Übersetzung sinngemäß 'billigten viele'
Und so liegt die Rinne vor dem Loch auf dem Ton — aus dem Grund, dass, wenn sich der Ton nach vielen Jahren zu setzen begänne, sich die Rinne mit dem Ton ebenfalls setzte und kein Hohlraum dazwischen entstünde.
wenn die Rinne oder ein Brett vorn mit dem Kopfstück in den Bohlen läge und sich dann der Ton senkte, dass es dann zwischen der Rinne und dem Ton leer und hohl würde und die Rinne so durch die Luft verfaulte und schadhaft würde.
Der Meister meinte auch: Wenn die Sole zwischen den Bohlen und der Rinne tropfte und so dabei einsickerte oder abgeseiht würde, brächte das keinen Schaden,
Die Sieder wissen auch aus voller Erfahrung, dass Solwasser schwerer ist als wildes (süßes) Wasser; und wenn wildes Wasser in die Sole gemengt ist, so ist die Sole unten und das wilde Wasser oben.
Und sie meinen, dass der Abgang auch dazu nütze sei, dass das wilde Wasser oben durch den Abgang abfließe und unter dem Abgang die reine Sole allein in ihrer Güte bleibe.
Ob sich nun das Salzwasser und das süße Wasser so schnell voneinander scheiden, dass das eine unten bliebe und das andere oben — das hat man nicht überzeugend bewiesen.
Der Umgang liegt mit seinem Grund sechsthalb (fünfeinhalb) Fuß höher als der Grund des Borns und ist nach oben mannshoch, sodass man darin gehen kann, und↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Söder — Lesung nicht ganz sicher; gemeint sind die Sieder (Salzsieder)
↪Fortsetzung von der vorigen Seiteund fünf Fuß breit; und in dem Umgang, zum Born hin, fand man eichene viereckige Säulen stehen, die von unten an bis oben hinaus reichen.
desgleichen auch gegenüber; je zwei Pfähle sind gegeneinander oben abgedeckt (verbunden) mit einem eichenen Balken, darauf sind grobe eichene Reifen zu beiden Seiten gelegt;
Auch hat der Umgang oben hinaus drei Luftlöcher, die man Abzuchten nennt: das erste ist vor dem Gewölbe, das andere gegen den Berg, das dritte gegen das Licht.
Durch diese Lichtlöcher oder Abzuchten bekommt das Wasser von den Dächern, und auch was an Sole auf dem Born vergossen wird, einen Fall in den Umgang, wird weiter in das Gewölbe gekehrt und ausgeleitet und hat so seinen Ausfluss.
Man fand auch in dem Umgang zwischen dem ersten und dem zweiten Lichtloch eine Quelle; das war Sole oder Salzwasser im Fluss, ganz von eines Armes Dicke.
Auch darüber, beim zweiten Lichtloch zur rechten Hand und weiter aufwärts, fand man einen Fluss wilden Wassers; derselbe entspringt über dem dritten Lichtloch zur rechten Hand, drei Schritte [entfernt].
Und einen Schritt weit darüber fand man das Ende des Umgangs; dasselbe Ende war unter dem obersten Balken zugelegt mit Buchenhölzern, und↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Luchtlöcher — Erster Buchstabe L/T mehrdeutig; 'Luchtlöcher' (Luftlöcher) nach Kontext, in der Überschrift 'leuchtelöchernn'
gekart — Lesung unsicher; verstanden als 'gekehrt' (geleitet)
vnnter dem bestenn balckenn — Lesung 'bestenn' unsicher, evtl. Schreib- oder Leseform für 'obersten'
Damit man jedoch mehr und weitere Kenntnis gewinnen konnte, ließ man in die vierte Abzucht einfahren, die zur linken Hand liegt, wenn man im Gang zum Brunnen geht.
Und man ließ sie räumen und säubern, um zu besehen, ob sie im Grund irgendwo einen Umgang hätte, und um dabei prüfen und beurteilen zu können, ob der Umgang in früheren Zeiten weiter gereicht hätte.
Seit dreißig Jahren bis heute klagten die Sieder über den Brunnen, dass die Sole gering und untauglich sei und dass das wilde Wasser an der Sole einbreche,
so dass sie zum Salzsieden viel mehr Holz verbrennen mussten, als sie es in früheren Zeiten getan hatten, weshalb sie nicht zurechtkommen konnten, sondern zusetzen mussten.
Nachdem sie solche Klagen lange und vielfach von ihnen gehört hatten, unternahmen es die Pfänner, das Gewölbe auszuschöpfen, damit sie erfahren könnten, wie es damit stand.
Indes war da einer namens Schwellenberg, Bürger zu Witzenhausen, der sich vermaß, eine Kunst (ein Pumpwerk) vor dem Gewölbe zu bauen, mit der er das Gewölbe auszuschöpfen meinte — nämlich ein Rad mit vielen Eimern.
Und trotz vieler Kosten und Arbeit wollte das Gezeug und die Kunst das Gewässer nicht hinausschaffen, und es war ganz umsonst geschehen — Kosten und…↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Jnnbreche — Wortmitte schwer lesbar; Sinn ›einbräche‹
ösenn — ›ösen‹ = Wasser ausschöpfen; Lesung des diakritischen Bogens ziemlich sicher
Und als man dasselbe auch so versuchte, fiel das Gewässer so weit aus dem Gewölbe ab, dass man im Wasser auf den Bohlen, bis an die Knie reichend, waten und so zu dem Gedämme kommen konnte, das um den Brunnen ist.
Und um vieles Geschehene — wie zuvor hinlänglich berührt — ruhen und dahingestellt sein zu lassen: Es geschah, als man das alte Werk ganz abgebrochen und den Brunnen ausgeschöpft hatte,
Man konnte auch keines Gebrechens im Brunnen gewahr werden, und doch floss gleichwohl im Umgang der Abzucht die Sole wie zuvor ihren Gang in das Gewölbe.
Die anderen sprachen, es sei die Sole aus dem Brunnen und komme, durch die heimlichen Schliche des Grieses außen aufgestiegen, in den Umgang der Abzucht.
Es geschah dabei auch mit Fleiß, dass man die Sole der Adern im Umgang gegen die Sole prüfte, die im Brunnen ist; und sie wurde als übereinstimmend erkannt, an Güte, Geschmack und Substanz ohne allen Unterschied.
und als man an die zweite Zucht oder das Lichtloch gegen den Berg kam, wo man ja meinte, dass der Schaden sein sollte und sich zeigen würde, da fand man die besondere Ader stark gehen und fließen,
Dass aber die Sieder klagten, das wilde Wasser komme in den Brunnen, das mochte wohl daher kommen, dass das Gewölbe mit Steinen meisterlich zugedeckt war,
Da nun dieselben Quellen süßes Wasser führen, haben sie sich durch heimliche Gänge in den Grund geholfen, in den Gries des Brunnens, und sich so mit der Sole im Brunnen vermengt.
Das zeigte auch folgendes Zeichen: Wenn das Gewölbe nicht seinen ganzen Ausfluss hat, so dass sich das Gewässer in den Abzuchten sammelt, dann wird man sichtlich gewahr, dass die Sole im Brunnen höher steigt,
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… die Anzüchte …(?) — da war die Sole im Born so gut, dass die Sieder zum Teil bekannten, dass sie viele Werke gesotten hatten, ohne jeden Zusatz, mit purer roter Sole,
Wenn aber das Gewölbe voller Wasser ist, so dringt das Wasser zum Born hin und mengt sich mit der Sole; und daher kommt die Klage der Sieder, dass die Sole nicht gut sei.
Wenn darum die Quellen und Wasseradern im Umgang des Borns gefunden werden, soll darüber niemand erschrocken sein und sich auch keine Sorge dabei machen;
denn sie kommen nicht aus dem Born, sondern sind außerhalb des Borns eigene, besondere Quellen und zeigen sich an mehr Stellen, als man ihrer bedarf,↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
angezüchte Ösete — Satzanfang von voriger Seite; zweites Wort trotz Vergrößerung nicht sicher lesbar (Ösete/Öfete?), Anschluss unklar
wercke — Lesung unsicher (wercke/wercker), Zierstrich durch ck erschwert Lesung
beiße — Wortbedeutung unklar, wohl 'Zusatz/Zubuße'
aigen sich ann mehr enndenn — Lesung 'enndenn' (Enden = Stellen) nicht ganz sicher
↪Fortsetzung von der vorigen Seiteund deshalb bedarf der Born auch keines Baues; und wenn die Anzüchte (Abzugskanäle) und der Umgang einfielen oder schadhaft würden, so kann und mag man sie wiederherstellen, ohne Schaden für den Born und seine Werke.
Hätten die Pfänner zuvor so viel von diesem Unterschied zwischen dem Born und dem äußeren Gequell gewusst, so wäre ihnen am Born und seinen Werken kein Bau zu tun nötig gewesen,
und wenn dadurch die Sole im Born auch nicht so hoch steigt↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
infiele — Lesung einfiele/infiele
Mann bedarff auch sich alzeitt kerenn — Negation ('nicht') fehlt im Original, ist aber vom Sinnzusammenhang gefordert; nach 'alzeitt' gestrichenes bzw. verziertes Zeichen
Innschleuffet — Lesung des Wortanfangs unsicher (Inn-/Imm-), Bedeutung 'einschlieft/einschleicht'
Am Freitag, Sankt Remigius' Tag [1. Oktober], wurde der Umgang von den Zimmerleuten fertiggestellt, so dass man ihn bis zu dem Ende zufüllen konnte, wo er über der dritten Abzucht wendet.
Es geschah auch, während man am Born baute, dass die Sieder den Bau schmähten und wie zuvor über die Sole klagten, dass sie viel Holz verbrennen müssten.
dass sie aber mehr Holz verbrennten, das komme daher, dass sie größere Werke sieden — und sieden müssten, wollten sie ihre Ladeleute bei sich behalten.
Am Sankt-Severus-Tag [22. Oktober], in der Woche 'Salus populi', und die acht Tage danach brachte der Meister das Gerüst vom Born und auch das Rad mit seinen Eimern,
Und das Hebezeug ging am Allerseelentag [2. November] an, auch die Nacht hindurch, und es wurde ganz unzulänglich(?), so dass die Sieder und Gießer darüber klagten und …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… den Pfennern; sie wurden aber einig, den Born zu bauen, und dass sie ansehen wollten, wie das erste alte Werk beschaffen gewesen war – wie davon zuvor die Rede ist, bei der anderen Ösung (Ausschöpfung) des Borns –,
und dass man darin bis auf den Grund einen Reifen auf den anderen legte, verzapft, bis oben hinaus, auf solche Weise, wie jetzt das Werk von oben bis auf den Boden gleichförmig geworden ist.
Und wenn der Born mit einem solchen Werk gefasst würde, so hielte das ewig, mit geringen Kosten, und jeder Zimmermann oder Werkmeister kann das …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Ösunng — Lesung des Fachworts (Ösung = Ausschöpfen des Borns) nicht ganz sicher
gewerbenn — frühnhd. Gewerbe = Vorbringen, Antrag; Lesung wahrscheinlich, aber nicht sicher
Seuhlenn — Schreibung unsicher, auch als Seuchlenn lesbar; gemeint sind Säulen
Krömlingenn — Fachwort (gebogene Eichenhölzer); Anfangsbuchstabe K nicht ganz sicher
Es wurde auch von dem Meister und den Pfennern beraten, dass man den Umgang des Borns mit Ton gleich und eben machen und Pflöcke hineinschlagen sollte, einen neben den anderen,
damit so auf den Pflöcken das wilde Wasser und auch die Sole, die auf dem Born von den Gießern vergossen wurde, in das Gewölbe abflösse und nicht um den Born stehen bliebe,
Man ist auch dadurch gewahr geworden, dass die Quellen des wilden Wassers und die Adern der Sole, die sich in dem Umgang hervortaten und armdick ergossen, …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
verschlisze der Modt — Lesung von verschlisze (sich verziehen/abnutzen) und Modt (Schlamm, Moder) unsicher
armes dicke — Lesung armes dicke = eines Armes Dicke (armdick); nicht ganz sicher
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… durch das Einschlagen der Pflöcke verdämmt und vermindert worden sind, so dass sie kaum zwei Finger dick jede für sich ausfließen; und deshalb konnte man mit trockenen Füßen auf den eingeschlagenen Pflöcken umhergehen.
So ist fortan, nach all dem getanen Bau, nichts mehr vor allem nötig, als allein, dass man den Sohlgraben in Stand halte und so tief zu Grunde arbeite,
dass das Gewässer, das in dem Umgang und auch in dem Gewölbe quillt, nicht stehen bleibe, auch nicht zum Born zurückfließe, sondern seinen Fall und Ausfluss im Grund auf den Bohlen im Gewölbe in den Sohlgraben haben möge.
Wenn der Sohlgraben so in Stand gehalten wird, so hat und behält man einen guten, gesunden Salzbrunnen mit unvermengter Sole in ihrer natürlichen Kraft und Stärke, ohne alle Vermischung mit wildem Wasser.
Unsichere Lesungen
Bolenn — wohl Bohlen; Anfangsbuchstabe auch als S lesbar (Solenn)
So hat Gott bei diesem Bau besondere Gnade erwiesen, wofür sich wohl besondere Danksagung gebührt: zum ersten für das günstige Wetter, da die Arbeit des Wetters halber keinen Aufschub erlitten hat;
zum anderen für das gute Gesöde (Siedeergebnis), da des Bauens halber kein Schaden gespürt wurde, außer eine Woche um den Sonntag „omnia“ [Lesung unsicher];
und das Sieden war den Sommer über so trefflich, dass man sich seit dreißig Jahren nach altem Gedächtnis an kein größeres Sieden zur Sommerszeit erinnerte;
zum dritten für die besondere göttliche Vorsehung und Bewahrung, so dass kein Mann oder Mensch an seinem Leib Schaden genommen hat in aller Gefährlichkeit, die sich zuweilen begeben hat.
Als die Pfenner sich zuerst anschickten, an dem Salzbrunnen zu bauen, da baten sie die gemeinen Bürger zu Allendorf, dass sie ihnen aus den Gehölzen der Stadt Bauholz geben wollten für den Bau des Salzborns.
die vor alters, vor langen Zeiten, zu Kassel von unserem Herrn dem Landgrafen und seinen Erben, [durch] ehrbare Räte, zwischen den gemeinen Bürgern zu Allendorf und den Pfennern gemacht, verteidigt (rechtlich festgestellt) und ausgesprochen war,
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… gehören und zustehen sollte, und die Gehölze der Stadt den Pfennern und den gemeinen Bürgern gemeinsam zu eigen sein sollten;
und wenn die Pfenner Holz für ihren Bau in den Sooden benötigten, so sollten sie die gemeinen Bürger um das Gehölz bitten, und dann sollten die Bürger deren Bitte den Pfennern gütlich nachgeben und sie nicht abschlagen.
Was nun dieser große, herrliche Bau des Salzbrunnens von Anbeginn bis zum Ende gekostet hat: Die Summe aller Ausgaben, aus den Registern überall zusammengezogen und aufsummiert, beträgt elfhundertsiebenundfünfzig Mark, dreieinhalb Pfund und neun Heller.
Dazu soll man Meister Curts Lohn rechnen, zweihundertvierunddreißig Gulden, und auch acht Gulden für die zwei Malter Korn und ein Schwein, womit der Meister den Pfennern über die Zettel hinaus mehr abverlangte,
Zu diesem Bau wurde das Zeug (Material) beschafft und angefangen am Mittwoch in der ‚vier None‘ (wohl Quatemberwoche) im Jahr 1489, und er wurde, samt der Abrechnung, vollendet am Dienstag nach Exaudi darauf im Jahr 1491, so dass von↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
sieben=zehenn — Erster Wortteil am Zeilenende sieht wie ‚dreben‘ aus; nach dem oben genannten Betrag (siebennzehenn ℔ funff heller) als ‚sieben‘ gelesen
in der vier None — Lesung und Deutung unsicher; wohl liturgische Wochen-/Tagesangabe (Quatember?); Baubeginn passt zu Bauzeit von gut zwei Jahren bis Dienstag nach Exaudi 1491
volnendet [gestrichen: unleserlich] — Nach ‚volnendet‘ zwei bis drei gestrichene, unleserliche Buchstaben
secundo — In der Handschrift ‚secun=do‘ über den Zeilenwechsel; Deutung ‚darauf folgend‘
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… von Anbeginn bis zum Ende hat der Bau zwei Jahre und einundzwanzig Wochen gewährt; den wolle Gott vollständig und bleibend erhalten, zu ewigen Zeiten, Amen.
Das Stad (Becken) vor dem Gewölbe, das das Gewässer aufzieht – wie davon zuvor berichtet wird, besonders vom Ösen (Ausschöpfen) des wilden Wassers aus dem Gewölbe –, das wurde folgendermaßen geformt:
Nämlich: Von der Welle an bis oben hinaus ist es siebthalb (sechseinhalb) Fuß lang, so dass es überall, von einem Ende bis zum anderen Ende mit der Welle gemessen, vierzehn Fuß erreichte; diese Länge behielt das ganze Stad.
und weil die Weite zu viel Wasser fasste, konnte das Schöpfrad es nicht heraustreiben, und dieser Sache wegen↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
ann begin — Auch ‚am begin‘ lesbar; zusammen mit dem Seitenübergang ‚alse das von‘ als ‚von Anbeginn‘ verstanden
aufzeugk — Lesung des Wortendes unsicher (aufzeugk/aufzuigk)
das ganntz Stadt behilt — ‚ganntz‘ mit verschliffener Endung; ‚behilt‘ = behielt
Schuff[gestrichen: stell]Radt — Der Schreiber setzte nach ‚Schuff‘ zu ‚stell‘ an, strich es und schrieb ‚Radt‘ am Zeilenanfang weiter; Streichung nicht ganz sicher
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… musste der Meister an den vier Orten im Inneren des Stads zwei Leisten annageln und quer darüber Bretter nageln, so dass das Stad an den vier Ecken um eine halbe Elle enger wurde,
Die Form und das Modell (Exemplar) dieses Rades hat Heinrich Lower zum Gedächtnis angefertigt, und man findet dieselbe auf dem Brückentor, um nach dem Modell ein Stad zu machen, wenn das nötig würde.
Unsichere Lesungen
zwenn leiste annegelnn — Wortformen leicht verschliffen; ‚zwenn‘ (= zwei) und ‚annegelnn‘ (= annageln) nicht ganz sicher
das viereckenndt radt ertreibenn — So die Buchstaben; gemeint ist wohl das viereckige Stad (Becken), das das Schaufelrad nun leerschöpfen konnte – ‚radt‘ hier möglicherweise Schreiberversehen für ‚Stadt‘
Hennrich Lower — Familienname unsicher; auch ‚Louwer‘/‚Lauer‘ lesbar
so ist es vonnöten, dass die Dinge, die zu unseren Zeiten verhandelt werden, durch das Zeugnis der Schrift dem Gedächtnis der zukünftigen Menschen, unserer Nachkommen, in schriftlicher Aufzeichnung zu verstehen gegeben werden.
Darum sollen die Zukünftigen ebenso wie die jetzt Gegenwärtigen wissen, dass die alten Gebäude des Salzbrunnens zu Sooden in diesem laufenden Jahr 1550 aufgebrochen und wiederum von neuem von Grund auf gebaut und errichtet worden sind,
wie und in welchem Zustand man sie vorgefunden hat und wie sie wieder aufgerichtet worden sind, und was sich dabei vor und nach allenthalben zugetragen und begeben hat.
Damit dies künftig, falls man wieder daran bauen müsste, bekannt sei, ist dies dem durchlauchtigsten, hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Philipp, Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, Dietz, Ziegen…↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
stetlich bewegung — auch 'stetliche' möglich; Endung undeutlich
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…hain und Nidda, meinem gnädigen Fürsten und Herrn, zu untertänigem Dienst, zu Ehren und Gefallen, den gemeinen Pfennern zum Nutzen, damit sie sich jederzeit danach zu richten wissen,
mit allen Umständen durch mich, Jost Berker von Homberg, zurzeit Ihrer fürstlichen Gnaden mitverordneter Salzgraf daselbst zu Sooden vor Allendorf an der Werra,
— weil ich von Anfang an, seit Ihre fürstliche Gnaden an diesem Ort neben den gemeinen Pfennern kraft eines deswegen aufgerichteten Vertrags gebaut hat, in Ihrer fürstlichen Gnaden Diensten gewesen bin und es noch bin — eigentlich verzeichnet worden,
damit künftig viel unnütze Kosten vermieden werden und der Grund des Salzbrunnens — von dem man bisher keine Kenntnis haben konnte, der aber jetzt durch diese geschehenen Bauarbeiten erkundet worden ist — im Gedächtnis bleibe,
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…brunnen zu Sooden mangelhaft und schadhaft geworden, sodass die Sieder über die gewöhnliche Zeit hinaus sieden und viel mehr Holz als zuvor für eine Pfanne Salz brauchen.
Daran gaben einige der Rosskunst die Schuld, die Meister Jörge Behm von Nürnberg darauf gesetzt hatte und die eine Zeit lang mit Pferden die Sole aus dem Salzbrunnen förderte und schöpfte – was dieser Jörge freilich nicht zugestehen wollte.
Vielmehr hat man festgestellt und mit eigenen Augen gesehen, dass das alte Fass vor Zeiten nicht unmittelbar auf den Grund des Salzbrunnens, sondern nur ungefähr daraufgesetzt worden war, wodurch sich allerlei wildes Wasser mit der Sole in das Fass gezogen hat.
Weil sich aber zu jener Zeit die schweren, großen Kriegsläufte und Händel zutrugen und auch der Salzbrunnen eine Zeit lang nachließ, sich danach aber wieder eine Zeit lang besserte,
hat man mit den Bauarbeiten gewartet, damit man mit rechtzeitigem, gründlichem Rat – und sobald die Kriegshändel beigelegt…↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
zun Sodenn — Anfangsbuchstabe S/B nicht sicher zu unterscheiden; auch 'Bodenn' denkbar, Kontext (Sooden) spricht für 'Sodenn'
Söder — Lesung S/B unsicher; 'Böder' (Siedeböden) möglich, aber 'siedenn' als Prädikat spricht für Personen (Sieder)
der ein zeit — Wortlaut unsicher, evtl. 'derenn zeit'
gebeuernn — wohl 'Gebeuen' (Bauarbeiten/Gebäuden); Endung unsicher
als mein hochgedachter gnädiger Fürst und Herr zu Pfingsten zur Kaiserlichen Majestät nach Halle in Sachsen gefordert wurde und dorthin zog, derselben einen untertänigen Fußfall tat und Abbitte leistete,
in der Hoffnung, Ihre Fürstlichen Gnaden sollten damit freikommen und wieder zu Land und Leuten gelangen; und neben anderen Sachen hatten sie selbst diesen notwendigen Bau des Salzbrunnens angeordnet.
Aber Ihre Fürstlichen Gnaden wurden darin schändlich hintergangen, wider Treu und Glauben betrogen, in die kaiserliche Gefangenschaft gebracht und darin lange Zeit erbärmlich und schmählich festgehalten.
Nichtsdestoweniger lag Ihren Fürstlichen Gnaden dieser Bau am Herzen; sie haben deswegen an die fürstlichen Statthalter und Räte zu Kassel geschrieben und Befehle erteilt, wie nachfolgt.
so ist unser Befehl, dass ihr euch mit dem Rat etlicher Pfänner und anderer verständiger Biederleute unternehmt, diesem Mangel abzuhelfen, und dabei allezeit mit darauf achtet, dass das Übel nicht noch ärger gemacht wird.
Auf diesen fürstlichen Befehl haben der Herr Statthalter und die Räte zu Kassel die gemeinen Pfänner zu Allendorf an der Werra zur Verhandlung hierher nach Kassel geladen und schriftlich einberufen, desgleichen die Beamten zum Sooden – ebenfalls wie hernach folgt.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…uns jetzt ein Schreiben nebst anderen zukommen lassen, dessen Datum lautet: im kaiserlichen Lager zur Neuenstadt, am 29. des jüngst vergangenen Monats Juni; darin haben Seine Fürstlichen Gnaden befohlen:
sollten wir zusammen mit etlichen aus euch, die sich auf diese Dinge verstehen, dafür sorgen, dass dieser Brunnen wieder instandgesetzt und die Mängel wieder zur Besserung gebracht werden.
Daraufhin ist im Namen Seiner Fürstlichen Gnaden unser Begehren – indem wir euch gütlich ersuchen –, ihr wollet drei oder vier aus euch verordnen, die die Verhältnisse des Salzwerks kennen und verstehen,
und am nächsten Sonntag, dem 10. Juli, gegen Abend hier eintreffen, um am folgenden Tag zusammen mit uns darüber zu beratschlagen und zu beschließen, wie dem Brunnen geholfen werden kann.
Damit geschieht unserem hochgedachten gnädigen Fürsten und Herrn ein Gefallen; es kommt auch euch allen zugute, und wir sind euch mit günstigem Willen geneigt.
Unsichere Lesungen
Itztvergangenn — Wortende mit Schnörkel abgekürzt, Endung unsicher
sfgl. — Abkürzung wohl 'seiner fürstlichen gnaden'; Buchstabenbestand unsicher
nebenn vnns von dem, — Wortlaut 'von dem' unsicher
damit sie am nächsten Sonntag, dem 10. dieses Monats, gegen Abend hier eintreffen und mit uns darüber reden und beratschlagen, wie den Gebrechen des Salzbrunnens abzuhelfen sei.
Weil nun die Notdurft erfordert, dass auch ihr bei dieser Verhandlung zugegen seid, so ist im Namen Seiner Fürstlichen Gnaden unser Begehren, ihr wollet alsdann ebenfalls hier eintreffen
Von wegen unseres gnädigen Herrn: durch den Herrn Statthalter Rudolf Schenck, Landvogt, Doktor Walter, Heinrich Muldener und Jost Berttern, den Rentmeister und Salzwart zum Sooden.
Also ist das Bedenken der gemeinen Pfenner: Weil die Bauten um den Salzbrunnen durch die Länge der Zeit etwas mangelhaft sein könnten – und damit man sich dann nicht auf bedenkliche Bauarbeiten einlassen muss –,
dass man den Damm um den Brunnen öffne und nachsehe, ob dort Mängel gefunden werden; dann könnte man ein neues Fass und einen neuen Damm darum schlagen und errichten, was ohne große Beschwernis geschehen könnte.
Unsichere Lesungen
fürstehenndenn — Lesung des Wortes nicht ganz sicher; Sinn 'bevorstehenden/vorstehenden' Mangel.
Bertternn — Familienname des Rentmeisters Jost nicht sicher lesbar.
Salzewardt — Amtsbezeichnung nicht sicher; wohl 'Salzwart' (Aufseher des Salzwerks).
Chias Cherey — Vor- und Nachname unsicher; 'Chias' wohl Kurzform von Matthias.
Der Landvogt beschließt mit, dass der Sohlgraben geräumt werde; zum anderen, dass verständige Leute, die sich auf Grundbauten verstehen, neben den Räten zur Besichtigung auf einen benannten Tag verordnet würden, um darüber zu beraten;
Des Herrn Statthalters Meinung ist, dass der Sohlgraben aufs Förderlichste vollends geräumt werde; und weil der Damm um den Salzbrunnen mangelhaft ist, dass demselben umgehend abgeholfen werde, und dass insbesondere nach dem jetzt bevorstehenden Landtag,↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
keinenn — Wort mit langem Querstrich durchzogen; als Zierstrich (nicht Tilgung) gedeutet, da sonst der Satzsinn fehlt.
außöse — Lesung nicht ganz sicher; Sinn 'ausschöpfe/auspumpe'.
eh — Kurzes Wort vor 'Meister Jorgenn' unsicher lesbar (evtl. 'es' oder Kürzel); in der Übersetzung unberücksichtigt.
Dies alles ist Jörgen Behm vorgehalten worden: Weil die Kunst (das Pumpwerk) den Brunnen belastet, müsste sie beseitigt werden; wisse er nun andere Mittel, die Sole herauszubringen, soll er gehört und ihm dazu geholfen werden.
Auf diese Verhandlung hin ist dieser Abschied gegeben: dass nach diesem jetzt bevorstehenden Landtag alsbald der Statthalter, der Landvogt, Johann Nordeck, Heinz von Lutter, der Baumeister zu Ziegenhain, Heinrich Muldener und andere verständige Werkleute
an einem festgesetzten Tag, den der Statthalter benennen wird, zur Besichtigung zum Sooden kommen und über solchen Mangel – und wie ihm zuvorzukommen sei – beraten sollen.
↪Fortsetzung von der vorigen Seitedie dienlich wären, beschaffen und bekommen könnten, sollen sie Fleiß aufwenden, seien diese auf dem Hain, innerhalb oder außerhalb des Landes oder an anderen Orten;
Weil nun die Besichtigung und die weitere Verhandlung in Augenschein geschehen sollten, haben die fürstlichen Herren Statthalter und Räte dafür den 1. September dort zum Sooden als Tag angesetzt, sind dort erschienen, und es ist verhandelt worden wie folgt.
Unsichere Lesungen
vffm Hain — Lesung 'Hain' nicht ganz sicher; wohl Ortsangabe (auf dem Hain).
keme — Wort vor 'Ihnenn' nicht ganz sicher; Sinn 'es käme ihnen ... zum Besten'.
Von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn: der Statthalter Rudolf Schenck zu Schweinsberg, der Landvogt Sigmund von Boyneburg, Heinz von Lutter, Hauptmann zu Ziegenhain,
Johann Nordeck, Heinrich Muldener, Valentin Schulde, Jost Berker, Hans Geilmann, Schultheiß von Homberg, der Rentmeister zum Sooden Johann Bartholmes und der Salzwart zum Sooden Christoff Homberg.
Ernst von Bischhausen, Hans Caspar von Eschwege, Bernd von Bischhausen, Herr Wilhelm, Prediger und Dechant zu Heiligenstadt, Herr Heinrich Löber von Heiligenstadt …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
stzl — Kürzel vor 'Stadthalter' nicht sicher aufzulösen; in der Übersetzung ausgelassen.
Schweinsburgk — Wohl 'Schweinsbergk' — die Familie Schenck zu Schweinsberg.
Beÿneburgk — Gemeint ist die Familie von Boyneburg.
Valtin Schulde — Nachname unsicher, auch 'Schilde' möglich.
Jost Berker — Nachname unsicher; wohl dieselbe Person wie 'Jost Bertternn' auf Blatt 54r.
Geilmann — Anfangsbuchstabe nicht ganz sicher, auch 'Seilmann' möglich.
Caspar — Vorname des Hans von Eschwege nicht ganz sicher lesbar.
↪Fortsetzung von der vorigen SeiteJörge Freundt, Rentschreiber zu Eschwege, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Nidernstein, Johann Casselmann, Hans Meuth, Heinz Meinhardt, Chias Chorey,
Der Herr Statthalter berichtet über die Verhandlung zu Kassel und gebietet den Verordneten der Pfänner bei den Pflichten, mit denen sie unserem gnädigen Fürsten und Herrn verbunden sind,
Nach der gehaltenen Beratung sagt Widenstein im Namen der gemeinen Pfänner, dass die Verordneten den Bericht des Herrn Statthalters angehört haben und sich ohnehin von sich aus in der Pflicht wissen;
Und weil es auch unseren gnädigen Fürsten und Herrn mit angeht, den Brunnen instand zu setzen, bitten sie, ihre Bedenken anzuhören, und erkennen sich für verpflichtet, sich das zu verdienen.
Darauf hat der Herr Statthalter gesagt, sie hätten zu bedenken, dass dieses Ansinnen allein dem Werk zugutekomme, und nochmals begehrt, diese Sache voranzubringen.
Johann Widenstein erinnert an die früher aufgerichteten Verträge und die Verpachtung; sie sagen, dass sie sich für verpflichtet erkennen, dem Mangel abzuhelfen, verwahren sich jedoch dagegen, dass es diesen zuwiderlaufe, und wollen davon unbeschwert bleiben;
und sagen, dass sie sich allezeit gegen die aufwendigen Bauten verwahrt haben; es sei aber den Werkleuten, insbesondere↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
vonn wegk — Lesung des Wortendes unsicher; sinngemäß „von wegen“ (im Namen der gemeinen Pfenner)
werckleutenn — Wort mit Zierstrich durch ck; Lesung „Werkleuten“ wahrscheinlich
dann= — Am Seitenende getrenntes Wort; Fortsetzung S. 118 „derlich“ ergibt wohl „sonnderlich“, erster Wortteil liest sich aber eher wie „dann“
Widennstein — Anfangsbuchstabe des Namens mehrdeutig, auch „Niedennstein“ möglich (so auch S. 119)
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…[son]derlich Meister Jorgen Behm zu viel gefolgt worden; sie berufen sich auf den Augenschein und tun dem Brunnen Schaden, denn die Alten haben auf das alte Fundament das neue Fass gesetzt, und zwar auf eingestoßene Pfähle; zwei Fässer sind mit Ton verstopft.
Um dem zuvorzukommen, wollten sie in aller Einfalt vorschlagen: Da das Fundament noch ganz ist, solle der Damm bis auf den Grund ausgehoben werden; dann würde man den Schaden sehen,
Darauf antwortet der Herr Statthalter: Weil das meiste auf dem Augenschein beruht, wollen sie nach dem Essen beizeiten hinaus zum Soden↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
zweÿ fasse — Lesung „fasse“ (Fässer) nicht ganz sicher, auch „faste“ denkbar
erschell — Wortform unsicher; wohl „erschellt/erschüttert“
kannt — Lesung unsicher, „kannt/konnt“ (= könnte)
zum Sodenn — „zum“ auch als „zun“ (= zu den) lesbar
↪Fortsetzung von der vorigen Seitesein und dies in Augenschein nehmen; das gefällt den Verordneten unseres gnädigen Fürsten und Herrn und den gemeinen Pfännern wohl.
Und Johann Widenstein sagt, dass sie den Salzbrunnen bis zum heutigen Tag frei und unbeschädigt gefunden haben, ganz so, wie er bei der Übergabe und zu Beginn der Verpachtung gewesen sei;
denn er habe ihn mit dem Maß gemessen, an dem der Blei- und Federstein hängt, und sie hätten dieses Maß seinerzeit genommen; dieses Maß haben die Pfänner bei sich behalten.
Nach der heute geschehenen Besichtigung haben sich der Statthalter, der Landvogt, Heinz von Lüder, Nordeck und wir uns unterredet und entschlossen:↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Widennstein — Anfangsbuchstabe mehrdeutig, auch „Niedennstein“ lesbar (zweimal auf der Seite)
der Bleÿ vnnd federnn stein — Lesung und Sachbezug unsicher; wohl Blei(lot) und Federstein am Messmaß
gefult [gestrichen] — Nach „gefult“ ein kurzes, doppelt durchstrichenes Wort am Zeilenende, unleserlich
Heinz vonn Lütter — Name mit Zierstrich durch tt; wohl Heinz von Lüder, Statthalter zu Kassel
↪Fortsetzung von der vorigen Seitedass Heinrich Müldener, Jost Becker und der Rentmeister den Salzgreben der Pfänner die nachfolgende Meinung anzeigen sollen, damit diese sich darüber beraten und morgen beizeiten Antwort geben.
Erstens sehen Statthalter und Räte es für nützlich und gut an, dass der Sohlgraben von unten herauf bis vor das Gewölbe ganz bis auf den Grund geräumt und gesäubert werden soll, sodass das Wasser aus dem Gewölbe seinen Abfluss und sein Gefälle haben kann.
Zum Zweiten, dass danach derselbe Sohlgraben vom Karmeberg an bis vor das Gewölbe mit Dielen unten und auf beiden Seiten ausgefüttert und gefasst werden soll, so wie jetzt ein Stück zur Probe gemacht worden ist;
Und wenn der Graben gesäubert ist, soll das Wasser 14 Tage aus dem Gewölbe fließen; und wenn es sich dann beim Sieden nicht bessert, soll man ein Probewerk sieden, damit man innewird, wie es darum bestellt ist.
Zuvor, und ehe sie auf den Antrag Antwort geben, wollen sie angezeigt haben: Weil gestern Christof und Meister Jorg mit Worten aneinandergeraten sind, wobei einer den anderen beschuldigte, die Ursache des jetzigen Schadens zu sein,
Es wird in Abrede gestellt, dass Christoff mit dem Aufräumen des Grabens Schaden getan habe; und sollte dem Brunnen Schaden geschehen sein, was man doch nicht hofft, so müsste es die Schwere des Pumpwerks getan haben.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…diesen nicht zu ändern wüssten, doch solle der Graben nicht tiefer ausgeführt werden, als das Gewölbe liegt; denn würde er tiefer gemacht, käme das dem Salzbrunnen nicht zugute, und er fiele auch umso mehr ein.
Beim dritten haben sie ein großes Bedenken, denn vom Berge her kommt nicht so viel Wasser, wie von der Werra hergekommen ist, wie man beim Setzen des Kunstkastens gesehen hat; aus diesem Grund ist es auch in früheren Zeiten unterblieben.
Heinz Luthers Rat ist: Wenn Fluten kommen, soll vor dem Gewölbe ein Damm geschlagen werden, und das Wasser, das aus dem Gewölbe kommt, soll mit einem Taghaspel herausgezogen werden.
Der Statthalter sagt, dass der Sohlgraben bleiben und so gemacht werden soll, wie die Pfenner es begehrt haben, sodass vor dem Gewölbe ein Gefälle von einem Fuß ist.
Zum anderen, dass sie die Bauleute für die Kunst (das Pumpwerk) mitbestellen sollen: Dafür haben sie jetzt niemanden außer Meister Hansen; darauf hat der Herr Statthalter den Bescheid gegeben:
Weil der Bau am Sohlgraben ihnen nicht nur zur Zeit der Verpachtung, sondern auch danach zugutekommt, sollen sie den Graben mitbauen und alle Unkosten zur Hälfte tragen und bezahlen helfen.
Dagegen protestieren die Pfenner; sie wollen aber die einhundert Gulden Schulden entrichten, die zuvor unserem gnädigen Herrn bewilligt worden sind und die sie noch für den Bau des Sohlgrabens schuldig sind.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… samt den Verordneten der gemeinen Pfenner den Salzbrunnen aufs Niedrigste ausschöpfen lassen und ihn danach durch die nachbenannten Werkleute im Brunnen besichtigen lassen.
Es hat sich nachmals wie zuvor gezeigt, dass das Fass im Grund an etlichen Orten hohl und schadhaft ist, wie man die Werkleute dazu angehört hat und es hernach verzeichnet ist.
Meister Jorge hat auch beide Röhren zugleich laufen lassen müssen, damit man sehe, wie sehr die Kunst am Salzbrunnen und am Boden bewegt (in Bewegung gesetzt) wird.
Hans, der Steinmetz, ist gefragt worden, wie er das Werk des Salzbrunnens befunden habe, ob Jörgens Kunst dem Born schädlich sei oder nicht und wie dem zu helfen sei.
Er sagt, das Werk sei dem Born schädlich; auch sei das Werk unten zerbrochen, und sein Rat wäre, dass der Born zuerst mit Holzwerk und danach ringsherum mit Steinen gefasst werde.
Er sagt auch, dass auf der Seite gegen das Kunsthaus das meiste wilde Wasser in den Salzbrunnen fällt; darum soll man zwölf Pumpen in den Born setzen und ihn ausschöpfen, damit man den Grund sehen könnte.
Meister Antonius, Baumeister zu Ziegenhain, sagt auf die Frage des Statthalters, ob die Kunst dem Born Schaden tue oder nicht und wie dem Born zu helfen wäre:
Die Kunst sei dem Born nicht nützlich, denn der Born sei in der Mitte niedrig, und das Fass sei an etlichen Orten leer; das habe die Kunst mit den Schläuchen herausgezogen.
Wer den Born gebaut hat, der hat ihn auf den Kies gesetzt; darum musste man eine Kunst einsetzen, damit der Born ausgeschöpft würde und man dem Born auf den Boden sehen könnte.
Er meint auch, es sei besser, dass hölzerne Röhren und lederne Schläuche gesetzt würden; die hätten weder Gewalt noch Last auszuhalten und sollten in einem Trog laufen.
Der Ton sei nachlässig hineingebracht worden und sei klumpig.
Unsichere Lesungen
zwölff pompenn — Zahlwort zwölf; Lesung ziemlich sicher, aber auffällig hohe Zahl
kies — Anfangsbuchstabe k/b nicht ganz sicher; 'Kies' nach dem Kontext (Brunnengrund)
vnnfleissige — Lesung unsicher; verstanden als 'unfleißig' = nachlässig
klomperchtige — Wort mit langem Querstrich – wohl Zierstrich/Unterstreichung, keine Tilgung; Lesung klomperchtige/klemperchtige, verstanden als 'klumpig'
Heinz von Lutter sagt, dass es in Lothringen viele Salzwerke gibt, die gemeinhin im Moorgrund liegen; Balthasar Merz und Meister Kunz, der Zimmermann, haben sie besichtigt und vielleicht ein Verzeichnis darüber gemacht.
Meister Hans Güldenzopf vom Freunberg sagt, es tue not, dass der Born neu gefasst und diesen Winter dazu alle Bereitschaft (alles Nötige) beschafft werde.
Winter das Ösen (Ausschöpfen) des Borns, und man könnte gleichwohl sieden. Wenn der Born bis auf den Grund geöst würde, könnte man von den Adern reden. Wenn die Salzader noch geringer wäre als diese, so könnte man es durch die Wasserschächte innewerden und die gebührenden rechten Adern finden. Wenn man die rechte Ader finden will, so muss man ihrer Natur nachfolgen; denn es ist gewiss, dass die rechte Sole in einem besonderen Gehäuse geht. Die Dauben am Fass des Salzborns sind zum Teil scharf. Ich kann nicht befinden, dass die jetzige Kunst dem Born Schaden tut, denn die Schläuche stehen nicht auf dem Boden oder Grund. Meister Hans Wetzel, der Zimmermann, sagt, wenn diese jetzige alte Fassung bleiben sollte, dass man die Ader, die außerhalb des Fasses geblieben ist, insbesondere fassen müsste, inwendig und auswendig. Der Born ist unten viel enger als oben, und wenn
Unsichere Lesungen
Z. 1: Östenn — Ostern oder Osten unklar
Z. 3: geöst — ösen = ausschöpfen, Lesung wahrscheinlich
Auf diese Anhörung und diesen Bericht hin ist beschlossen worden, dass der Damm um den Salzbrunnen jeweils zu einem Achtel auf einmal geöffnet und dann von neuem ausgedämmt werden soll; so kann es ringsum ganz ohne alle Beschwernis geschehen,
das Haus über dem Brunnen abbrechen und den Stall nach hinten versetzen, auch im Salzbrunnen unter der Schleuche (Zulaufrinne) einen Kasten anbringen will, doch so, dass er nicht auf den Boden rückt.
Wenn man den Brunnen aufreißt, könnte man es wohl noch schlimmer machen; darum wäre es nötig, den Brunnen ganz auszuschöpfen (auszuösen); dann könnte man die Adern erkennen und den Mangel sehen.
Unsichere Lesungen
Tam — Anfangsbuchstabe nicht ganz sicher (T/S); dem Sinn nach Damm um den Salzbrunnen
außgetembt — Lesung der Buchstabenfolge -embt gesichert per Zoom; gedeutet als ausgedämmt
geseztt — Satzanfang fehlt (steht auf der Vorseite); Zierstriche durch tt
Über diese geführten Verhandlungen ist dem hochgedachten, unserem gnädigen Fürsten und Herrn mit Wissen des Herrn Statthalters in die schwere, harte Gefangenschaft (Custodie) schriftlicher Bericht erstattet worden, folgenden Inhalts:
Dem durchlauchtigen, hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Philipp, Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen etc., unserem gnädigen Fürsten und Herrn.
Wiewohl wir bisher von einer Zeit zur anderen Euer Fürstlicher Gnaden Freilassung und Heimkehr mit herzlichem und höchstem Verlangen erhofft haben und noch täglich erhoffen, insbesondere weil die Artikel der Kapitulation alle vollzogen sind,
so werden Euer Fürstliche Gnaden doch, Gott sei es geklagt, trotz alledem von Tag zu Tag hingehalten; deswegen wir …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Custodien — gemeint ist die Gefangenschaft Landgraf Philipps (1547-1552)
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… großes, herzliches Mitleiden tragen; und doch zwingt uns die äußerste Not, an Euer Fürstliche Gnaden diesen schriftlichen Bericht über die Lage des Salzwerks zu Sooden zu richten.
Wir hätten aber, weiß Gott, Euer Fürstliche Gnaden bei ihren jetzigen großen und äußersten Beschwernissen gern damit verschont; doch haben wir es nicht länger umgehen noch aufschieben können, und es verhält sich so:
Euer Fürstliche Gnaden haben am vergangenen 29. Juni dieses Jahres aus dem kaiserlichen Lager zu Neustadt an dero Statthalter und Räte hier in Kassel wegen des Salzbrunnens zu Sooden folgendermaßen geschrieben:
Weil Euer Fürstliche Gnaden vor ihrer Abreise befunden haben, dass der Salzbrunnen zu Allendorf an der Werra mangelhaft sei, so sei es Euer Fürstlicher Gnaden Wille, dass die Statthalter und Räte mit dem Rat etlicher Pfänner und anderer verständiger Biederleute es unternehmen sollen, diesem Mangel abzuhelfen,
und von Euer Fürstlichen Gnaden wegen sind deretwegen der Statthalter, der Landvogt und Doktor Walther, Euer Fürstlichen Gnaden Amtsknechte dahin nach Sooden, sowie wir beide bei dieser Verhandlung zugegen gewesen,
Daher ist damals beschlossen worden: Weil die Söder immerfort klagen und doch im Pfännerbuch stand, dass man ihren Klagen nicht leichthin Glauben schenken solle,
dass nach dem abgehaltenen, zu jener Zeit als nächstes für die kaiserlichen Kommissarien anberaumten Landtag der Statthalter, der Landvogt, Nordeck, Heinz von Lutter und andere sachverständige Werkleute
Mittlerweile sollte der Sohlgraben bis vor das Gewölbe — wie wir denn damals bereits vor diesem Tag an der Arbeit waren — so weit es menschlich und möglich ist, geräumt werden,
Weil aber unterdessen vielerlei bedeutende Geschäfte Euer Fürstlicher Gnaden anfielen, auch in dieser Zeit Euer Fürstlicher Gnaden Statthalter etwas schwach (kränklich) war,
und ich, Jost, mit dem letzten Geld nach Speyer geschickt wurde, um es der Kaiserlichen Majestät zur endgültigen Entrichtung der Kapitulationsartikel zu überbringen,
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… angekommen: der Statthalter zu Kassel, der Landvogt, Heinz von Lutter, Johann Nordeck, Valentin Thulde und wir beide samt Euer Fürstlicher Gnaden Amtsknechten, zum Sooden,
und nach vielen langen, hin und her geführten Reden beschlossen, dass der Salzbrunnen aufs allertiefste ausgeschöpft und danach besichtigt werden sollte.
Danach sind von Euer Fürstlicher Gnaden und der gemeinen Pfänner wegen ich, Heinrich Muldenner, Johann Niedenstein, Bürgermeister, und der Salzgräfe der Pfänner zu Allendorf samt vier Werkmeistern — nämlich Meister Hans von Frankfurt, Stein… (…)↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…metz, Bürger zu Homberg in Hessen, Euer fürstlichen Gnaden Baumeister zu Ziegenhain Anthonius, Meister Hans Guldenkopf von Weimar in Thüringen, der mehrere Salzwerke gebaut hat, und dazu einen Zimmermann namens Hans Wetzel,
der Euer fürstlichen Gnaden etliche Jahre im Siedehaus (Boden) an allerlei Bauten gearbeitet hat; sie wurden verordnet, in den Salzbrunnen bis auf den Grund hinabzusteigen und alle Mängel zu besichtigen — dem sind wir dann auch so nachgelebt und nachgekommen.
Da haben wir genau und augenscheinlich befunden, dass das Fass im Salzbrunnen auf dem Grund und auch der Damm mangelhaft sind, und wir haben unter dem Fass hindurch mehr als eine Elle weit in den Damm hineingreifen können.
Nach dieser Besichtigung auf und um den Salzbrunnen, den Sohlgraben, die Pumpwerke (Künste) und anderes, wie sie an diesem Tag und in dieser Weise geschehen ist,
haben die Pfänner begonnen, den Salzbrunnen mit einer Wardel oder Leine, an der bleierne Zeichen und Federn hingen, nach Höhe, Tiefe, Weite und Länge innen und außen zu vermessen,↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
E. f. gl. — Abkürzung mit Schlaufenbuchstabe; Auflösung als 'Euer fürstlichen Gnaden' aus dem Kontext (Bericht an den Landgrafen), Lesung des ersten Buchstabens nicht ganz sicher
Tam — Anfangsbuchstabe T mit Querstrich; auch Lesung 'Cam' (Kamm) denkbar, gemeint ist der Damm um das Brunnenfass
artts — Wohl 'orts' gemeint (des Tages und Ortes); Vokal sieht wie a aus
Zeichl — Wortende undeutlich; wohl bleierne Zeichen/Senkbleie an der Messleine
↪Fortsetzung von der vorigen Seiteund danach durch Niedenstein den Herren Räten sagen lassen, dass sie den Salzbrunnen an diesem Tag — ganz so wie bei der Wiederübergabe zu Anfang der Verpachtung (Location), die im vergangenen Jahr 1541 am 1. Mai stattfand — noch unbeschädigt vorgefunden haben.
Dass aber der Boden am Grund an etlichen Orten etwas tiefer liegt als das Fass, kommt daher, dass die Alten den Salzbrunnen von Jahr zu Jahr gesäubert und viel Kot, Kies und Steine daraus geräumt haben;
und davon sei so viel herausgeholt worden, dass der Salzbrunnen jetzt damit gefüllt werden könnte; dadurch konnte sich dann unter dem Fass und Damm wohl wildes Wasser einschleichen.
↪Fortsetzung von der vorigen Seite…damals nicht möglich, den Salzbrunnen tiefer als bis an das Knie eines Mannes auszuschöpfen (zu ösen) und zu bewältigen; sie [die Salzadern] dringen mit aller Gewalt durch den Kies heraus, worüber wir alle sehr erfreut waren.
Danach hat man sich von allen Seiten notdürftig hin und her unterredet und beratschlagt, wie und auf welche Weise diesem Mangel ohne Nachteil — und ohne das Übel ärger zu machen — geraten und geholfen werden könnte, und damals endlich Folgendes beschlossen und verabschiedet:
Weil damals im Sommer eine merkliche und große Dürre in diesen Landen herrschte, wodurch gemeinhin viele und fast alle Brunnen vertrockneten, war deshalb zu vermuten, dass auch die Sole im Salzbrunnen nicht so stark und gut wie zuvor sein möchte,
wie es denn in jeder Laubrise (zur Zeit des Laubfalls) jedes Jahr geschieht — und doch hat sich hernach, wenn die Berge wieder voller Wasser werden, die Sole auch wieder gebessert.
Doch sollte mittlerweile der Sohlgraben außerhalb der Siedehäuser (Boden), von unten herauf bis vor das Gewölbe, an dem Ort, wo Euer fürstliche Gnaden vor zehn Jahren, als der erste Vertrag aufgerichtet wurde, die Sieder schöpfen ließ,
ganz bis auf den Grund vollends geräumt und gesäubert werden, sodass das wilde Wasser aus dem Gewölbe einen Abfluss und ein Gefälle haben könnte, damit um den Salzbrunnen ganz und gar kein Wasser stehen bleiben müsste.
Und wenn der Sohlgraben so gesäubert und das Gefälle erreicht wäre, sollte das wilde Wasser vierzehn Tage aus dem Gewölbe fließen, damit man sähe, ob es sich mit dem Sieden bessern würde.
Daneben ist auch im Rat beschlossen worden: Wenn man vor dem Gewölbe ein Gefälle erreichen könnte, das dem ganzen Salzwerk höchst tröstlich und nützlich wäre — welches doch die Alten nie gehabt haben —,
So hat man, Gott sei Dank, am 8. Oktober das Gefälle vor dem Gewölbe einen Fuß hoch erreicht, wie es die Alten, obwohl sie schon allerlei Künste (Pumpwerke) gebraucht haben, nie gehabt haben.
Danach haben wir vierzehn Tage verstreichen lassen, um zu sehen, ob sich das Sieden bessern wollte, und auch bis Martini gewartet, bis das Gebirge ziemlich wasserreich geworden ist.
Da haben wir befunden, dass die Söder etliche Stunden weniger als zuvor gesotten haben; aber dennoch sieden sie länger als die vorige Zeit und bleiben bei ihrer Klage.
weil der Salzbrunnen gebaut und ausgebessert werden sollte und musste, und Euer Fürstliche Gnaden dies doch nicht allein zu tun hatten, sondern die Pfänner mitraten und einwilligen mussten,
Wenn aber wir oder unsere Erben an Befestigungen, desgleichen am Salzbrunnen etwas Neues bauen und die Pfänner, ihre Erben oder Nachkommen dazu heranziehen wollten,
Doch soll den Pfännern hierin vorbehalten sein: Wenn sie befinden würden, dass dieselben Bauten ihnen oder dem Salzwerk gefährlich, nicht dienlich oder sonst beschwerlich und unzuträglich wären,
Auf diesen Antrag haben die Salzgräfen der Pfänner Zeit begehrt, um das an die gemeinen Pfänner gelangen zu lassen; dann wollten sie uns in Kurzem deren Meinung anzeigen.
Daraufhin haben sie alle vornehmsten, auswärtigen und anderen Pfänner auf den jüngst vergangenen Nikolaustag nach Allendorf geladen, wo auch wir erschienen sind,
und auf ihre endgültige Antwort — damit man solches in der Eile an Euer Fürstliche Gnaden gelangen ließe und sich unterdessen mit der Vorbereitung zum Bau einrichtete — (…)↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Vestunngenn — Lesung V/B am Wortanfang nicht ganz sicher; Sinn: Befestigungen
Jzo nehistverschienenem — Wortfolge (Jzo = jetzo) und Endung unsicher
Die Salzgräfen der Pfänner haben uns aber am 12. Dezember die Antwort gegeben, dass die auswärtigen Pfänner damals alle ausgeblieben seien – vielleicht aus dem Grund, dass zu jener Zeit alle Gewässer dieser Landesgegend überaus stark angeschwollen und reißend gewesen seien, sodass niemand habe reisen können.
Sie wollten aber alle auswärtigen Pfänner – weil diese den größten Anteil an ihrem Salzwerk haben – sogleich schriftlich laden, auf das nächstkommende Weihnachtsfest wieder nach Allendorf zu kommen,
Was uns nun von ihnen zur Antwort wird und wie und auf welche Weise sie in den Bau einwilligen, davon wollen wir Eure Fürstlichen Gnaden aufs Eiligste verständigen.
Wenn sie dann in den Bau oder wenigstens darin einwilligen, den Damm rings um den Salzbrunnen zu renovieren und zu erneuern, so wird es vonnöten sein, dass Eure Fürstlichen Gnaden Leute dazu verordnen, die von der Sache und vom Bauen (…)↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Salzgreuenn — Lesung des Anfangsbuchstabens (S) nach Kurrent-Duktus; gemeint sind die Salzgräfen
E. fgl. — Abkürzung für 'Euer fürstliche Gnaden'; erster Buchstabe im Duktus zwischen E und L
Die Herren haben auch die Kunst (das Pumpwerk) Jörg Böhmes, des Bornmeisters, besichtigt, die er zum Heraufbringen der Sole am Salzbrunnen gebraucht, und darüber mit den Pfännern beratschlagt, ob die Kunst dem Salzbrunnen Schaden zufügen könnte oder nicht.
Weil aber die Last auf dem Damm des Salzbrunnens stand, hat man ihm gestattet, etliche Streben anzufertigen, die so lang sein sollten, dass sie über den Damm reichen und die Last auf den Born abgeben; diese sollten seine Kunst tragen.
Und er sollte dies vor Michaelis (29. September), wenn das Sieden nicht intensiv wäre, aufrichten; damit hat er sich jedoch gesäumt und wollte es erst zu Martini (11. November) aufrichten, als das Sieden am intensivsten war.
Weil er uns dadurch ein Kaltliegen (Stillstand der Siedepfannen) verursacht und uns eine ganze Woche am Sieden gehindert (…)↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Kaldtleger — Lesung unsicher (Kaldtleger/Kaldtfeger); erster Buchstabe K oder B, gemeint wohl das Kaltliegen der Pfannen
vnd denn last vfm Bornn gebenn — 'gebenn' Lesung wahrscheinlich, syntaktisch hart (die Last auf den Born abgeben)
↪Fortsetzung von der vorigen Seite(…) hatte, und auch, weil solches, sobald der Salzbrunnen gebaut würde, wieder abgetan werden müsste, haben wir ihm nicht gestatten wollen, es zu dieser Zeit aufzurichten –
Auch, gnädiger Fürst und Herr: Eure Fürstlichen Gnaden haben den bisherigen Pfarrer zum Sooden dazu verordnet, das vierte Wart-Register als Gegenkontrolle zum Rentmeister zu führen.
Und darum ist es vonnöten, dass Eure Fürstlichen Gnaden auf eine Person bedacht sind, der Eure Fürstlichen Gnaden vertrauen und die an diesem Ort bei den Södern (Salzsiedern) dient, weil diese täglich wegen des Lasters des Saufens gestraft und davon abgehalten werden müssen.
Und es wurde auch von beiden Seiten besprochen: Wenn man den Salzbrunnen bauen wolle, wäre es nützlich und gut, rings um den Salzbrunnen fünf oder sechs Siedehäuser (Boden) – da man von diesen ohnehin eine Menge habe – abzubrechen und Raum zu schaffen.
Alsdann könnte man den Salzbrunnen, so wie er jetzt ist, stehen lassen und alles wilde Wasser, das rings umher einfällt, ohne alle Beschwernis in den Sohlgraben abführen.
Es war auch etlicher Rat und Meinung, dass der Salzbrunnen und der Damm bis auf den Umgang – in den Eure Fürstlichen Gnaden mehr als einmal hinabgestiegen sind –
Darum haben Eure Fürstliche Gnaden dem auch – wie und auf welche Weise der Salzbrunnen dereinst gebaut werden sollte und könnte – (…)↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
sorglicher — Wohl komparativisch: 'sorglichere' (bedenklichere, schwieriger zu fassende) Salzbrunnen
Bodt — Boden/Bothen = Siedehäuser; Schreibung der Endung nicht ganz sicher
vmfahenn — = umfahen/umfangen; Lesung ohne r geprüft (Zoom)
Und [es ist] wohl nachzudenken, wem sie solches neben den Pfennern dazu verordnen, anvertrauen und befehlen wollen, sodass diese zu bauen willig werden.
Denn wahrlich, wie Euren Fürstlichen Gnaden zu raten ist, wird denselben und dem ganzen Lande viel und merklich daran gelegen sein, insbesondere weil die Alten solchen Salzbrunnen nie recht bis auf den Grund gefasst haben,
So weiß Gott, dass wir beide uns auf solche heiklen, schweren Grundbauten nicht verstehen; auch sind in diesen Landen Eurer Fürstlichen Gnaden dergleichen Bauwerke bisher nicht vorhanden gewesen.
Gott der Allmächtige wolle gnädige Mittel zu einer glückseligen, förderlichen Erledigung und Beendigung [der Sache] für Eure Fürstlichen Gnaden gnädiglich verleihen;
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… mit anraten und den Bau dermaßen anordnen, dass er rechtschaffen, stattlich und beständig vorgenommen und ausgeführt würde; denn wir haben uns bis hierher beholfen, wie wir konnten.
Euren Fürstlichen Gnaden wollen wir daneben in Untertänigkeit auch nicht verhehlen, dass wir dieses Jahr, soviel möglich gewesen ist, mit dem Sieden fortgefahren sind,
sodass Eure Fürstlichen Gnaden dennoch einen ziemlich guten Gewinn haben werden, obwohl es in diesem Lande keine Mast gegeben hat und auch der Mangel des Salzbrunnens eingetreten ist.
Wollte Gott — worum wir denn täglich bitten —, dass Eure Fürstlichen Gnaden bei der angesetzten Rechnungslegung davon hier selbst Bericht hören möchten.
Hiermit wollen wir Eure Fürstlichen Gnaden Gott dem Allmächtigen in seinen Schutz und Schirm und uns derselben in aller Untertänigkeit zu Gnaden befohlen haben.
Und wir konnten solches Euren Fürstlichen Gnaden unseren Pflichten gemäß nicht unangezeigt lassen, wiewohl wir Eure Fürstlichen Gnaden in diesen ihren jetzigen hochwichtigen Beschwernissen gern damit verschont hätten.
Dass wir auch dieses Schreiben an Eure Fürstlichen Gnaden haben ausgehen lassen, haben wir zuvor dem Statthalter Eurer Fürstlichen Gnaden hier berichtet und angezeigt.
Wir geben euch in guter Absicht zu erkennen, dass wir gestern in Erfahrung gebracht haben, dass der Meister vom Kreuzberg, den ihr jüngst bei euch in Allendorf hattet,
Darauf habe er, Jörg, geantwortet, er wisse selbst wohl, dass seine jetzige Kunst dem Salzwerk schädlich sei; er wolle es aber deshalb nicht anzeigen, damit die Herren desto eher den Salzbrunnen aufbrechen und ihn ausbauen müssten.
Alsdann würde er Baumeister sein; auch rechne er damit, Pfenner zu werden, sodass er eine ganze Pfanne oder wenigstens eine halbe Pfanne am Siedehaus davon bekommen wolle.
Weil er, Jörg, nun bisher vor unserem gnädigen Herrn in eigener Person, vor Statthalter, Räten, den Pfennern, uns und anderen stets gesagt hat, die Kunst sei dem Salzbrunnen nicht schädlich, nunmehr aber das Gegenteil — und damit unsere Klage — selbst eingestanden haben [soll] …↩Läuft auf der nächsten Seite weiter
Unsichere Lesungen
Creutzbergk — Ortsname unsicher; wohl Kreuzberg (an der Werra), auch ‚Crentzbergk' lesbar
↪Fortsetzung von der vorigen Seite… soll. Damit wir dann, allen Teilen zugute, die Wahrheit erfahren, ist unsere freundliche Bitte: Ihr wollet sogleich den besagten Meister vom Kreuzberg zu euch fordern
Denn wenn dem so ist, habt ihr zu ermessen, wie er, Jörg, seinen geleisteten Eiden und Pflichten nachgekommen ist und was ihm künftig noch zu vertrauen ist.
Wir sind auch glaubhaft berichtet worden, dass er das Muster, wie die Kunst (das Pumpwerk) aufs Neue aufgehängt werden soll, nicht aus seinem eigenen Kopf oder Können hat,
Und was ihr hierin von dem oben genannten Meister vom Kreuzberg berichtet bekommt, das wollet uns durch eigenen Boten aufs Eiligste hierher schriftlich mitteilen, damit wir uns danach gegenüber ihm, Jörg, zu verhalten wissen.
Folgends haben wir, die Salzgräfen von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn, uns mit den Salzgräfen der Pfenner über den Ausbau des Salzbrunnens allerlei und notdürftig unterredet und auch ihr Bedenken schriftlich erbeten.
Darauf haben uns die gemeinen Pfenner ihr Bedenken und ihren Ratschlag, wie der Salzbrunnen zu erneuern sein sollte, schriftlich zugeschickt, folgendermaßen lautend:
Den ehrbaren und vornehmen Heinrich Muldener und Jost Berber, Salzgräfen des Salzwerks unseres gnädigen Fürsten und Herrn vor Allendorf an der Werra, unseren guten Gönnern.
Diese Schrift der Pfenner ist durch uns beide Obgenannte sogleich dem Herrn Statthalter, dem Landvogt, Doktor Walther und Doktor Günterode, dem Kanzler, angezeigt und vorgelesen worden,
und darauf wurde nach gehaltener Beratung für gut befunden und der Bescheid gegeben, dass der Landvogt und wir beide am nächsten Donnerstag, dem 19. Januar, gegen Abend in Allendorf eintreffen
und am folgenden Freitag mit den Pfennern hierüber weiter und abschließend verhandeln sollen, wie und auf welche Weise dem bevorstehenden Mangel des Salzbrunnens nützlich und ohne Gefahr begegnet und ihm mit beider Seiten Aufwand und Kosten geholfen werden könnte,
Und was darin abschließend verhandelt wird, soll sodann dem Statthalter und den Räten, damit sie davon Kenntnis haben, vorgebracht und angezeigt werden.
Nachdem ihr wegen des Salzbrunnens mit unserem Salzgrafen zuvor allerlei Unterredung gehabt und vor allem angezeigt habt, wie derselbe seit einiger Zeit merklich abgenommen hat,
und dass sich die Meisterknechte in Sooden deswegen beklagen, die Sole sei nicht so gut, wie sie zuvor gewesen, und so ganz gering, dass sie ohne ihr endgültiges Verderben nicht länger sieden könnten noch möchten,
denn sie müssten für ein Werk oder eine Pfanne Salz beinahe so viel Holz verbrennen, wie sie es zuvor getan haben, und wenn sie auch allen Fleiß auf das Sieden verwenden, können sie mit aller Mühe kaum drei Viertel Salz herausbringen.
Und obwohl die Knechte schon früher mehrmals wegen des Siedens ohne Grund geklagt haben und ihren Angaben deswegen jederzeit nicht recht zu glauben ist,
Denn die Sole steige im Brunnen nicht so hoch, wie sie es zuvor getan hat; zudem befinden sich im Grund des Borns etliche Löcher unter dem Fass, zwischen den Bohlen und der Bodenverschalung,
so dass zu besorgen ist, die Sole habe zwischen dem Fass und dem Grund des Borns einen Ausfluss und umgekehrt das wilde Wasser einen Einfluss in den Brunnen gewonnen.
so würde das nicht allein unserem gnädigen Fürsten und Herrn zu Hessen, sondern auch der Gemeinschaft der Pfenner und der ganzen Landschaft merklichen Schaden und Nachteil bringen.
Und wiewohl nun Meister Jörge Behm, um dem Mangel, auch den Klagen der Knechte und weiterer künftiger Gefahr für den Born zuvorzukommen, angegeben und vorbereitet hat, einen anderen Bau über dem Brunnen aufzurichten,
↪Fortsetzung von der vorigen Seiteetliche weitere Gebäude, sonderlich die Wasserkunst vor dem Gewölbe, mehr zu seinem Vorteil als zur Förderung des Salzwerks errichtet hat, alles mit großen und ganz vergeblichen Unkosten unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfenner,
Vielmehr wolle es auch euch und den gemeinen Pfennern gebühren, dass ihr dem angeführten Mangel des Salzbrunnens und den Klagen der Knechte mit Fleiß nachdenkt,
Weil aber unser genannter Salzgraf für seine Person Bedenken hatte, ohne unseren Befehl in so wichtigen Angelegenheiten des Brunnens etwas von sich aus zuzusagen,
haben sie eurem Auftrag gemäß die oben erzählten Mängel und Gebrechen mit allerlei weiterem und notwendigem zusätzlichem Bericht uns in aller Ausführlichkeit angezeigt,
dass unser gnädiger Herr alle Gebäude und das Schlichwerk im Salzbrunnen, im Sohlgraben, in den Siedehäusern, in und um die Soden samt allem, was dazu gehört, für die Zeit der Verpachtung in wesentlichem Bauzustand auf Kosten seiner fürstlichen Gnaden ohne Zutun der gemeinen Pfenner erhalten soll,
↪Fortsetzung von der vorigen SeiteDingen verwahrt haben, dass wir mit alledem, was wir in untertäniger, treuer Absicht wegen der oben angezeigten Gebrechen unserem gnädigen Fürsten und Herrn, der gemeinen Landschaft und uns selbst zum Besten anzeigen werden,
damit der Verpachtung, den aufgerichteten fürstlichen Verträgen und allen anderen unseren Gerechtsamen nicht zuwidergehandelt oder irgendetwas davon aufgegeben haben wollen; das bedingen wir uns öffentlich aus.
so sind wir doch ohnehin der untertänigen, treuen Neigung, sofern wir durch göttliche Verleihung und Erfahrung etwas verstünden oder wüssten, womit den bevorstehenden Gebrechen des Salzwerks vorgebeugt und geholfen werden könnte,
Und wir wollen demnach Euer Gunsten in treuer Meinung nicht verhehlen, dass wir von Anfang an, als unser gnädiger Fürst und Herr in das Salzwerk neben uns gebaut hat, an den besorglichen, gefährlichen Bauwerken, die mit Pumpen und anderen Künsten auf dem Salzbrunnen errichtet werden sollten, jederzeit herzliches Missfallen gehabt haben,
und auch untertänigst gebeten haben, dass der Brauch, die Sole mit den Eimern zu ziehen, wie von alters herkommen, bleiben möge, damit der Brunnen durch andere gefährliche Künste und Bauwerke nicht überlastet noch verdorben würde.
so wollen wir ohne Zweifel sein, dass der Brunnen niemals in solchen Verfall geraten oder gekommen wäre, wie er es jetzt durch das Verursachen der gefährlichen Bauwerke ist, die auf und in den Brunnen gesetzt wurden.
sondern es ist von Jorgen Behmen und seinem Anhang – die doch mit ihren Anschlägen mehr ihren eigenen Nutzen als den unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfenner gesucht haben – so weit verfolgt worden,
dass der Salzbrunnen durch die schweren Lasten und das tägliche Erregen der Rosskunst so merklich verdorben und zurückgegangen ist, dass dieselbe nur mit großer Gefahr und Unkosten ganz schwerlich wieder in Besserung zu bringen ist,
sodass zu besorgen ist: Wenn die genannten Bauwerke, vornehmlich die Röhren im Brunnen, nicht abgeschafft werden, wird der Brunnen von Grund auf verdorben.
Nachdem sich aber unser gnädiger Fürst und Herr in dem fürstlich aufgerichteten Vertrag gnädiglich verpflichtet hat, dass Ihre Fürstlichen Gnaden den Salzbrunnen und die allein vorhandene Sole zum Besten Ihrer fürstlichen Gnaden und der gemeinen Landschaft so gebrauchen sollen und wollen,