Zum Inhalt
salzbibel.deForschungsprojekt
Darstellung
Darstellung
Schriftgröße
Zeilenabstand
Farben
Kontrast
Bewegung
Schriftart

Alle Einstellungen mit Erläuterung

Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

Die Salzbibel in der Reihenfolge der Handschrift, Seite für Seite: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassungen und redaktionelle Anmerkungen. Jede Ansicht und jeder der dreizehn Abschnitte lässt sich an- und abschalten; weitere Filter grenzen auf Seiten mit Abbildungen, Tabellen, Randvermerken oder unsicheren Lesungen, auf einen Band, einen Seitenbereich oder ein Suchwort ein. Der Zustand steht in der Adresszeile.

Wortlaut und Übersetzung werden unverändert ausgegeben; Ziffern im Wortlaut verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite. Den Gesamtbestand durchsucht die Suche, die Gliederung erklärt Aufbau des Werks.

Ansicht
Abschnitt
Weitere Filter
Nur mit
Band
Eingrenzen
zurücksetzen

2.106 von 2.240 Einträgen

zurücksetzen

V · 5. Buch · Band 2 · Fortsetzung

Der Brunnenbau

Das fünfte Buch · 456 Seiten · Aufbau des Werks

HandschriftS. 57 Bl. 27r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 57

1

Die Copey der zittelnn vnnd vberkommunge III. Capittell.

2

Zuweissenn, das auf heut donnabendt nach Conceptionis Mariæ Virginis Anno Domini cccc° Octuagesimo nono,

3

Habenn die Vestenn Junckernn, Juncker Jörge vonn Bottlar der Eltter, Wilhelm vonn Bischofshausenn, vnnd Henrich Hartmann vnnsers gnedigk herrnn Schultheis, Burckhardt Neulanndt1 Burgermeister, Conradt Jordann vnnd Hanns Schaffnicht2, vonn der Pfenner wegenn,

4

Inn Jegennwertigkeit der Salzgreuenn, Wartenn3 vnnd der Pfenner gemeiniglich, mit Meister Churt Mardtorff, vberkommenn, vnnd eins wordenn seindt,

5

vmb die gethane arbeit, die er mit seiner Meisterschafft zugrabenn, vnnd den gezeug, da mann das wilde wasser vor dem Bornne gelöset hat,

6

vnnd vmb arbeit die er noch thun soll, den Salzbronn genntzlich4 vom newenn in grunde wieder vfreumenn, vnnd machenn soll,

7

vnnd den Bergk zufassenn mit den anngezeigtenn, Innmassenn Itzundt der Bornn mit seinem abzüchten stehett,

8

vnnd ein gezeugk machenn, das wir in den BodennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Neulanndt — Familienname des Buergermeisters nicht ganz sicher
  2. Schaffnicht — Familienname nicht ganz sicher
  3. Wartenn — Unklar; vielleicht 'Warte' = Aufseher/Wardeine der Saline
  4. genntzlich — Minimfolge unsicher; wohl 'gaentzlich'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 58 Bl. 27v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 58

1

Fortsetzung von der vorigen Seitebleibenn, Jedoch das die Pfenner holtz, Seile, taglohn vnnd was not darzu ist, verandelagenn1, darumb sollenn die Pfenner dem obgemeltenn Meister Curtenn gebenn, zwey hundert vnnd dreyßigk guldenn, zwenn guldenn zu tranckgelde2, zwey Malter kornns, vnnd ein Schwein vor zwenn guldenn vnd ein orth.

2

Vnnd derselbig Meister Curt gelobett, vnnd mit seinem eide behelttet3, denn Pfennernn getreue vnnd gewege zu sein, Ohne geverde vnnd argelist, die Pfenner zuuerwarenn.

3

Des zu vrkunde seindt dieser Zettelnn zwo, gleichlautende, auseinannder geschnittenn, denn Pfennernn ein, vnd Meister Churtenn die annder, vf beidenn seittenn sich darnach wissenn zuhalttenn.

4

Vonn dem Zureytenn4 des gebews IIII. Capittell.

5

Darnach in dem nachuolgenndenn Neunzigstenn Jare, ließenn die Pfenner nach Rath des Meisters Holtz niederhauenn, vnnd vor die Bodenn vf der Boder wiesenn fuerenn, als viele dem Meister bedauchttLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. verandelagenn — Lesung unsicher; wohl 'vorstrecken/aufbringen' (verlegen), Wortform unklar
  2. tranckgelde — nck-Ligatur schwer lesbar, aus dem Kontext 'Trinkgeld'
  3. behelttet — Wort mit Zierstrich durch tt; Lesung unsicher, Sinn: 'mit dem Eid bekräftigt/beschworen'
  4. Zureytenn — auch 'Zubereyten' denkbar; Sinn: Zurichten/Vorbereiten

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 59 Bl. 28r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 59

1

Fortsetzung von der vorigen Seitenoth sein, vnnd schicketenn nach zimmerleutenn zu arbeitenn, die da stetes gearbeit habenn biß ann die Ostern, vnnd Meisterliche gezeug bereidt habenn.

2

Das erst was ein Rath, darmit mann solt die Sohle auß dem Bornn gewinnenn, zu siedenn, dieweil mann ann dem Borne solt bauenn,

3

Dasselbe Rath, hatt zum erstenn siebenn Eymer, darnach ließ mann einen anndern kethen machtenn1, darann hiengenn vierzehenn Eimer,

4

die Eimer warenn geformet, als die Schepffer Eymer, vntenn weit vnnd obenn enge, vnnd was Je ein Eymer siebenn virtell einer Ehlen lanng,

5

vnnd vntenn am Bodenn hat der Eimer ein Rundt loch, als ein Blasbalck, vnnd vornn Jnwenndig ein windtfanng, darvor vom bleye ein leder3 gefassett,

6

auch vonn obenn herab einer gutenn spannenn lanngk, was auch ein Rundt loch, schlecht offenn, ohne windtfanng, darumb das die Eimer sich nit zu voll fülleten, vnnd ann viel vergiessenn2, sich bequemlich außgoß,

7

vnnd die Eimer hiengenn alle miteinannder ann einer kettenn, die hieng obenn vber die wellenn des Raths, vnnd vntenn in dem Bornn ging sieLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. kethen machtenn — Lesung 'machtenn' statt erwartetem 'machenn' unsicher; 'einen anndern kethen' so in der Vorlage
  2. ann viel vergiessenn — Wortlaut unsicher; Sinn: ohne viel zu vergießen
  3. leder — auch 'feder' lesbar; technisch ist eine bleibeschwerte Lederklappe (Ventil) gemeint

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 60 Bl. 28v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 60

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevmb ein Runde dicke walzar, als ein Tonnen, dieselbe Walzar was im Borne vonn beidenn seittenn gefasset, zwischenn zweyenn breitenn Leitterbeumenn, vnnd ging mit der kettenn vmb.

2

Das annder gezeugk, was ein grob Rundt teller, mit einer scheibenn Stillenn1, vnnd mit zwen kranchenn2, damit mann solt Ösenn, den Thon, dreck vnnd kommer3 der da was vmb den Bornn mit grossenn Zobbernn,

3

die warenn am bodenn mit Eisern klosenn4 vnnd klippenn also gemacht, vf die masse als da seindt gemacht die Esels körbenn, da mann den mist Jnn außführet.

4

Das dritte gezeuge was ein schneide Möhlenn, die der meister satzte Jegenn das Zelgennhaus5, bey Gunterams hobe6, Vnnd weisete die Werra vonn obenn Jnn der Aue herab vf die schneide mohlenn,

5

vnnd legte ein Wehr benebenn den Zeunenn hinauff bis ober die Höffe, damit er die Werra fassete, vnnd in den grabenn bis vf die Schneide mohl brechte,

6

Vnnd als die Osterweche7 verganngenn was, be=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. scheibenn Stillenn — Lesung unsicher; wohl Scheibe mit Stiel
  2. kranchenn — Lesung unsicher; 'Kranch' wohl = Kran/Handhabe (vgl. Seite 62 'mit seinenn zwenn krannchenn')
  3. kommer — 'Kummer' = Schutt/Unrat; Lesung des Vokals unsicher
  4. klosenn — auch 'klobenn' lesbar; eiserne Kloben/Beschläge gemeint
  5. Zelgennhaus — Ortsbezeichnung nicht sicher; auch 'Telgennhaus' lesbar
  6. Gunterams hobe — Personenname nicht sicher (Guntram?)
  7. Osterweche — wohl 'Osterwoche'; Schreibung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 61 Bl. 29r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 61

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegunte der meister zuschneidenn die Bolenn, vnnd die bretter, damit er den Bornn zumachenn gedachte,

2

das Bolennschneidenn weret bis vf Sanct Johans tage, zu mittenn Sommer,

3

da brachte der meister das gerüste holtz vf denn Bornn, vnnd begundt die schwengell vnnd das alte gerenne vfzubrechenn, vnnd den neuenn gezeug vfzuschlagenn,

4

Nemblich vor das erste hatt der Meister gemacht, grosse kastenn vom Telenn2 wohl zusammenngefügt vnnd bereit, der da stundenn zwenn bey dem Bornne, in der dritte im Teiche1,

5

in welchenn kastenn, die Sohle solt gefasset, vnnd behaltenn werdenn, vnnd also furtan aus dem kasten Jnn die gerenne zu den Bodenn außgewanndt werden,

6

Darnach richtete der meister das Rath vf den Bornn, vf eine Seuchle3, die hat obenn ein kreuze, vnnd die Seuchle stundt mittenn im Bornn vf dem Gries,

7

Ann der Wellenn des Raths hing die kette mit den Eymernn, die die Sohle austrugenn Jnn die kastenn, vnnd Jnn die bötte4,

8

vf annderseits des Bornns Jegen dem Berge, richtete der Meister vf, den Teller,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. in der dritte im Teiche — 'in' wohl verschrieben für 'vnd'; 'Teiche' (Mühlteich?) nicht ganz sicher
  2. vom Telenn — = von Dielen (Bohlen); Schreibung unsicher
  3. Seuchle — Lesung unsicher: 'Seuchle' (Säulchen/Säule) oder 'Deuchle' (Deuchel, Holzrohr); gemeint ist der mittige Ständer des Rades
  4. bötte — Bütten; Zierstrich durch tt, auch als Streichung deutbar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 62 Bl. 29v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 62

1

Fortsetzung von der vorigen Seitemit seinenn zwenn krannchenn,

2

Vnnd vber aller dieser arbeit, lag mann nicht mehr dann eine woche kaldt, das was die Dominica respice primo2, versache halber1, das die kettenn zu dreyenn mahlen zubrach da die Eimer annhingenn,

3

Auch so waren zwenn Heilige tage in der selbigenn wochenn, als petri vnd pauli vf den dinstagk, vnnd vnser liebenn Frauenntagk Visitationis Mariæ vff den Freytagk, dardurch mustenn sich die leute leidenn,

4

aber in der Wochenn darnach Dominus illuminatio3, wordenn gesottenn zwey vnnd vierzigk wercke, vnnd so forthann gesottenn, das ann kein saltz feilete.

5

Vonn Bawmeisternn V. Capitell.

6

Es warenn auch aus allenn Pfennernn achte gekoren4, zu Bawmeisternn, die damit dem Baw meister Curten Weisenn5 bestellenn vnnd versorgenn soltenn,

7

Nemlich Henrich Hanemann der Elter, Burckhardt Ruelandt6 Burgermeister, Henrich Wolfferam, HansLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. versache halber — wohl für 'vrsache halber' (aus der Ursache); Schreibung der Vorlage
  2. Dominica respice primo — Sonntagsname nach dem Introitus; Lesung 'primo' unsicher
  3. Dominus illuminatio — Sonntagsname nach dem Introitus 'Dominus illuminatio mea' (Ps 27)
  4. gekoren — auch 'geboren' lesbar; dem Sinn nach 'gekoren' (gewählt)
  5. dem Baw meister Curten Weisenn — Syntax unklar: 'mit dem Baumeister Curten (an)weisen' oder 'den Bau Meister Curten weisen'
  6. Ruelandt — Personenname nicht sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 63 Bl. 30r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 63

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteCasselmann, Henrich Lawir1, Hanns Breule, Henrich Gundelach, vnnd Jch der aller schlemst, vnnd vnntuegest2 prister Cunradt Geyseler,

2

daruber Jnn sonderheit warenn zwenn geordennt, Nemblich Henrich Hanemann der Junger, vnnd Henrich Gundelach itzundt guth3,

3

der Jglicher hatte vor seine arbeit zu Lohne, drey Marck, das sie die taglöhner vnnd arbeits leute mittelen, belohnetenn, vnnd berechnetenn,

4

Vnnd vf dem achtenn tag Visitationis Mariæ verließ Henrich Gundelach sein ambt, sache halber, dann Jme bedauchte das lohnn zu klein sein,

5

vnnd also wardt ann seine stadt vffn Sontagk darnach exaudi secundo4 gesetzt vnnd erwehlet Cunradus Culde5 der Weinschennck,

6

Vonn dem Vfbrechenn des Bornns. VI. Capitell.

7

Hierauff vf dem Montagk des anndernn tags nach Vdelrici brach der Meister vf die deckenn des Borns, Jegenn der antzucht bey Lucas Beltzers hoff6, dasLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Lawir — Personenname nicht sicher (Lawer/Lauwer?)
  2. aller schlemst, vnnd vnntuegest — Demutsformel Geyselers ('geringster und untauglichster'); Lesung 'schlemst' unsicher
  3. itzundt guth — Beiname oder Zusatz zu Gundelach; Lesung und Bedeutung unsicher
  4. exaudi secundo — Sonntagsname nach dem Introitus 'Exaudi'; Zählung 'secundo' unsicher
  5. Culde — Personenname nicht sicher (Culde/Kulde?)
  6. Beltzers hoff — 'hoff' mit Zierstrich; Name Beltzer nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 64 Bl. 30v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 64

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteist die erste abzucht am Gewelbe, vnnd vf Sanct Alexij tage, kam mann also ferne zu Raume, das die Sohle aus dem Borne konntte Inn die abzucht Inn das gewelbe fliessenn,

2

vnnd wardt auch also vf denselben tage die Sohle abgelassenn, das der Born bey sechsthalb schue lanng vnnd tieff in dem Borne in seinem stannde behilt,

3

vnnd also viel Sohle die ader truge, flös in die abzucht vber die sohle, die mann mitt dem Rade ausschepffete Inn die bode vnnd bastenn1 zusiedenn.

4

Darnach vf den Sontage Dominus fortitudo Sanct Arnolfus tage, fiel des berges ein theil obenn herab, auch etwas in den Born /

5

Darumb das das werck was abgenommenn, dem ausflus gleich Inn die abzucht, dargegenn2 wardt als baldt der berge gefasset, zu gerings vmb, vor ebenntheur.

6

Der Meister macht auch das vierdte gezeug dem Born zu Ösenn, das warenn pompenn vf die meynung, das er damit die sohle vber den ausflus wolt mit gewalt lanngenn vnnd Ösenn, auch als derLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. bastenn — Lesung unsicher; Gefäßbezeichnung, vielleicht auch 'kastenn' zu lesen
  2. dargegenn — auch 'dartegenn' lesbar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 65 Bl. 31r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 65

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteBorn noch volnstenndigk1 was, da that er zwolff gemeiner fuesse tieff, oder zehenn grosse fuesse.

2

Als er aber wardt abgelassenn der abezucht gleich, behilt er sechsthalbenn fus tieff,

3

vf dinstage nach Dominus fortitudo, Was der dinstage vor Marien Magdalenenn tage, satzte der meister die pompenn Inn den Saltzbronn, Jegenn die abzucht da der Born den ausflus hatte.

4

Vonn dem Erstenn austossenn2 des Bornns VII. Capitell.

5

Vf denn Sonnabendt darnach was Sanct Jacobs abendt, hattenn die Pfenner alle Söder zun Sodenn3 gebettenn, das sie woltenn arbeitenn ann denn pompenn, den Born zu Ösenn vnnd zusaubernn, vnnd gabenn Ihnenn Insampt ein Tonnenn Biers, wecke vnnd kese,

6

Vnnd also wardt vor Mittage der Born geöset, das er zweyer fus tieff sohlenn hatte, vnnd dieweil vnnd also baldt wardt auch vmb den Born geraumet, amLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. noch volnstenndigk — 'noch' auch als 'nach' lesbar; 'that' wohl für 'hatt'
  2. austossenn — Lesung des Überschriftworts; gemeint ist das Ausschöpfen (Ösen) des Brunnens
  3. zun Sodenn — Präposition schwer lesbar, Sinn: zu den Sooden

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 66 Bl. 31v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 66

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteetlichenn enndenn zu grunde vf den gries, vnnd man fanndt Moß gelegt zwischenn dem thon vnnd griesse /

2

vnnd die anndernn mochtenn wohl leidenn, das man die last der sohle abermals ausösete.

3

So aber die Söder das bier ausgetrunckenn verschleich sich einer nach dem anndernn vonn der arbeit zu den Badestubenn / vnnd also nam der Born wieder den Oberhanndt,

4

vnd was da vom volcke ann der arbeit bliebe, wardt auch baldt müde vnnd verlassenn, so das nach Mittage kein vleis1 mehr gethann wardt, mit Ösenn oder saubernn,

5

Es mocht wohl die sache sein, das niemanndt vonn den öberstenn Pfennernn, da zur Zeit ein vffsehenn hatt, der das volck hett anngesprochenn / vnnd Ösenn vermanet,

6

Demnach geschach des Mittages ein nuzliche arbeit, das der Meister die newenn annfing, mit den vierzehen Eymern /

7

Darnach vf Sonntage omnes gentes, war Sanct Jacobs tage, wardt geordnet vnnd bestalt, das die Söder siedenn soltenn, vnnd in derselbenn wochennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. kein vleis — 'vleis' (Fleiß) nicht ganz sicher; erster Buchstabe des Zeilenanfangs 'kein' mit Strich, wohl Zierstrich
  2. [gestrichen: bothenn] — Das gestrichene Wort ist unsicher zu lesen (bothenn/bethenn); Strich könnte auch Zierstrich durch th sein, dann wäre 'die newenn bothenn' (die neuen Bütten/Böden) zu halten

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 67 Bl. 32r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 67

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevnderstundt der Meister zumachenn noch ein ander Öse gezeuge in dem Saltzborne,

2

So das ann einer wellenn gemacht warenn, funff Eymer, als funff kastenn, der Je ein Jeglicher truge ein halb Tonnen wassers,

3

vnnd derselbig gezeuge wardt vmbgetriebenn mit dem Rade da die vierzehenn Eymer ann hingenn, also das derselbig Öse gezeuge vf den Freytage nach Suscepimus, was der tage Sanct Sixti aller erst wardt bereit.

4

Vonn der anndernn Ösunge des Borns VIII. Capitell.

5

Darnach vf den Montage Ecce Deus, was der abendt Sancti Laurentij Wardt zum anndernn mahl versucht, den Born zu ösenn mit allem gezeuge zugleich,

6

alß das vor Mittage der Born gesaubert vnd geöset wardt zugrunde, das der meister mochte volkomlich des grundes weis werdenn, vnnd sein newe werck darnach wissenn zusetzenn,

7

vnnd das alte werck wardt daselbst vom grunde abgereumbt, vnnd herausser ge=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 68 Bl. 32v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 68

1

Fortsetzung von der vorigen Seitezogenn,

2

Mann wardt auch des weis vnnd erfahrenn / das die achte seulenn des altenn wercks nit warenn Inngeraumbt, auch nicht vf schwellenn gezapfft /

3

Sonndernn sie warenn schlecht vf den hartenn gries, vnd grundt des Bornes gesatzt, vnnd zwischenn den achten seulenn, dicke vnnd eichenn Bretter, eins Inn das annder gegrupet1,

4

so das ein bret ann beidenn enden zwo seulenn begreifft Inn Irer fuge, vonn vnten an / bis obenn aus,

5

vnnd als der Meister vff Mittag das volck vonn der arbeit des Ösenns verliesse, vnd Zum essenn erlaubte, da gabenn die Pfenner dem volcke Ein halb fas biers, wecke vnnd kese ein gnuge,

6

Es wardt auch als baldt vf dem Born vonn dem Pfennernn mit dem meister berathenn vnnd beschlossenn, das mann solt mehr Zimmerleute annschickenn, die schwellenn mit Irenn seulenn baldt zubereitenn, vmb gutes gewitters willenn,

7

das dan also geschach, vnnd bestelt wardt /

8

Vonn dem grundt des Saltzbrons VIIII. Capitell.

Unsichere Lesungen

  1. gegrupet — seltenes Wort, wohl 'genutet/eingefalzt'; Lesung des Mittelteils nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 69 Bl. 33r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 69

1

Der grundt des Saltzborns ist ein harter flus, gries vnnd kieseling, vnnd keine gesöhre1, oder Modt,

2

Er ist auch im Bodenn schlecht, mann magk auch kein höle oder loch merckenn, daraus die ader entspringenn, denn das die sohle durch den harttenn kieseling heraustringt gleich als wasser durch ein siep.

3

Die sohle wermelt2 auch nit vf als ein quell born, sonndernn sich gibet die sohle durch den kieseling vfwerts nach der lufft, vnnd steiget nach Irer macht,

4

vnnd nicht ist zuwehnenn das die sohle aus dem Meer komme, Sonnder viel mehr ist zugleubenn, das der kißeling Inn seine grunde vonn natur wegenn Saltzwasser tregt,

5

vnnd also gut, als der grundt vonn natur Saltzwasser tregt vnnd gibet, also gut ist auch die Sohle, vnnd man magk die sohlenn vber Ir natur nicht besser machenn,

6

aber mann magk wohl dem Wilden wasser vnnd anndernn gebrechenn werenn, das die sohle Inn Irer Natur nicht geschwechet, vnnd gemindert wurde,

7

keme die sohle aus dem Mehre, so must sie Je sich tringenn / durch mittell stein vnnd Erdtrich, vnnd solcheLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. gesöhre — Wort unsicher gelesen; gemeint wohl schlammige Ablagerung ('Gesöhr/Sohr')
  2. wermelt — Verb unsicher; Sinn: quillt/sprudelt auf

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 70 Bl. 33v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 70

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedurchtringung, macht Salzwaßer suße, Inmaßenn als zu der Seewerth1 die Schiffleute, Wann sie nicht suße waßer habenn damit sie vff den Schiffenn kochenn mögenn, denn werffenn sie ein ledige zugespunte Tonnenn, ann einer Leine gebundenn, ann das Schiff, Inn die Gesalzetenn See, oder Mehr,

2

tringt sich das nasse Inn die ledige Tonnenn, vnnd wirdt also durch das durchtringenn Inn der Tonnenn susse waßer, das die schiffleute zu kochenn vnnd zutrinckenn gebrauchenn mögenn2,

3

Vermagk nun das die durchtringung durch ein Bredt, ann einer Tonnenn, das auch Salzwaßer des Mehrs susse waßer wirdt, vielmehr geschehe das, wann das Meer solt vonn ferans, bis hierher durch grosse Berge, Steine vnnd Erdtrich quellenn vnnd durchtringenn,

4

Hierumb legt mann billich vnnd pflichtige solchs zu der grossenn sonnderlichenn Gottesgnade, das die natur in diesem ennde griesses flus vnnd Kiesseling3 zum Bodenn, Salzwaßer brenngt, vnnd treget, vnnd wir wollenn auch des alzeit Gott danncksagenn

5

Es wardt auch offembarlich fundenn vnnd besehennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. zu der Seewerth — Lesung 'Seewerth' (= Seefahrt) nicht ganz sicher
  2. mögenn — in der Handschrift mit Kürzungsschleife 'mögl:' geschrieben; Endung -enn aufgelöst (ebenso 'durchtringenn' Zeile 14)
  3. griesses flus vnnd Kiesseling — Lesung und Deutung (Gries, Geschiebe, Kiesel) unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 71 Bl. 34r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 71

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedas Jegenn Mittage sicht, Sudostenn, ein mercklich ader enndtspringt, vnnd durch den flus vnnd Kiesseling heraustringt hell vnnd klar im Born,

2

vnnd dieselbig ader geschmeckt, wardt geachtet vor die scherffeste Sohle am geschmacke, Jegenn der anndernn Sohle im Borne, Wann sie sich darin versamlet

3

Vff Dinstage nach Ecce Deus Sanct Laurentiustage Jegenn den abenndt bereitetenn die Baumeister ein Collation, mit Wein vnnd Eimbeckischem Bier, vnnd guter koste, dem Meister Churte Wardtorfft1, seiner Hausfrauwenn, vnnd Zimmerleutenn,

4

vnnd ludenn darzu zu seinem ehrenn, die Salzgrevenn, Warthenn2, vnnd etliche aus den Pfennernn, vff das der Meister desto gutiger vnnd williger wehre,

5

Vonn deme Hausleine3 vnd Schwellenn des wercks X. Capitell

6

Des anndernn tags darnach vff Mittwochenn Sanct Tiburtius tage beguntenn die Zimmerleute zu arbeiten ann den schwellenn, vnnd seuhlen, da der Meister imLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Churte Wardtorfft — Name des Meisters unsicher gelesen; Zierstrich durch die Endung erschwert die Lesung
  2. Warthenn — Amt/Personengruppe 'Warthen' nicht sicher gedeutet
  3. Hausleine — Lesung (Häuslein?) nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 72 Bl. 34v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 72

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteBorne sein werck Inn setzenn wolte, vff solche forme das er die Schwellenn brechte in acht eckenn nach dem Bodenn, mit achte seuhlenn darin gezapfft

2

vnnd Je wo der achte eckenn eine wechsselt, vnnd zusammentret darauf ist ein dick eichenn holz, mit vier hölzernn negelnn genegelt, der da seindt vierenn starcke, vnnd die anndernn vierenn scheib Jngeboret1, vnnd Jngeschlagenn,

3

vnnd obenn vff Jeglich holz ist ein Zaploch gemacht, darein die seuhle stehet, vnnd Inngezapfft ist, vnnd die achte seuhlenn seindt obenn auch gezapffet, in ein grossenn mechtigenn Reiff, vnnd seindt mit dem Reiff alle achte seuhlenn beschlossenn,

4

vnd die seuhle reichenn vom grunde des Borns, bis obenn aus weniger vier fusse langk,

5

Auch zu mittell wegs seindt die seuhlenn gelöchert, Je vier oder funffthalb fuesse ein loch vonn dem anndernn, vnnd seindt da starcke Knebele oder Flöcke darin geschlagenn, darauf rugenn2 die Reiffe, da das wercke mit gefasset, vnnd mit gebundenn ist,

6

Vff donnerstage darnach Sanct Clarenn tage, brach der Meister im BorneLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. scheib Jngeboret — Lesung 'scheib' unsicher (schräg? mittels Scheiben?)
  2. rugenn — Lesung unsicher; wohl 'ruhen'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 73 Bl. 35r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 73

1

Fortsetzung von der vorigen Seitewieder ab, die Pompenn, vnnd alle annder Zihegezeugk1, vnnd brachte es aus dem Bornn vff die meinung das er den Bornn nit mehr üsenn2 wolt,

2

Sonndernn als er den grundt besehenn hatte, vnnd was sein werck wordenn, So wolle er die schwellenn mit den seuhlenn, vff dem waßer zusammenn bringenn, vnnd also zu grunde sennckenn, vnnd darnach das werck auch im wasser darein setzenn,

3

Vff Sonnabenndt darnach vff vnnser liebenn Frauwen abenndt Assumptionis, vnnd auch vff den Monntage darnach liesse der Meister die schwellenn, Seulenn, vnd die Reiffe, vnnd was dem wercke gehörte bey den Born führenn,

4

Desgleichenn auch vff den Monntage nach Assumptionis Mariæ oder nach Deum Clamarem3 daselbst brachte er die Schwellenn in den Bornn, vnnd zappete die seuhlenn darin vff dem waßer, oder der sohle des Bornns,

5

vnnd am Dinstage Octaua Laurentij sennckete er die schwellenn mit den achten seulenn zu grunde vnnd beschlosse die säuhle obenn mit dem reif oder Lattenn,

6

Vff den Mitwochenn darnach brachte er die Setzbreitte4 zwischenn die seuhle vff die FlockeLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Zihegezeugk — Lesung unsicher; wohl 'Ziehgezeug' (Hebezeug)
  2. üsenn — Lesung unsicher; wohl 'ösen/üsen' = ausschöpfen
  3. Deum Clamarem — wohl der Introitus 'Dum clamarem' gemeint
  4. Setzbreitte — Lesung unsicher; wohl 'Setzbretter'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 74 Bl. 35v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 74

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteoder knebbelte vnnd fassete wieder die seuhle, wo des noth sein bedeuchte,

2

Vff Donnerstage darnach vmb die Vesperstunde begundt der meister die Bolenn Inn den Bornn zulassenn vnnd zusetzenn, die arbeit wehredt bis vff Monntage nach Deus in loco, was Sanct Bartholomeus abenndt,

3

da stundt das werck gemacht, gesatzt, vnnd bereidt, mit allem seinem Bolenn vnnd Reiffenn Innwenndig vnnd außwenndigk ohne das getemme, vnnd ohne die oberstenn Reiffe, die obenn vff dem wercke noch soltenn gemacht werdenn,

4

Vonn dem Getemme aller nechst dem wercke XI. Capitell

5

Mann fanndt auch bey dem altenn wercke im grunde ein gut fest getemme, vonn gutenn festenn Eichen Bolenn, viereckigk gemacht bey nahe zweyenn1 oder drithalbenn fus weit, vonn dem werck, das man sehr erfreuwet was,

6

wardt auch furter bas beuestiget, mit Riegelnn vnnd banndenn, das es den Bergk vntenn mit gewalt mocht erhaltenn, vnnd dasselbigkLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. zweyenn — Zahlwort unsicher gelesen (zwei)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 75 Bl. 36r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 75

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegetemme was annderthalb manns hoch vfwarts vnnd einer gutenn tieffe, Inn den grundt gerammet, vnnd bleib vnuerbrochenn stehennde,

2

bey dem neuenn wercke vnnd dem getemme wardt der grundt gefullet mit Mosse, vnnd mit thonn, hardt zusammen gestossenn vnnd getrettenn, vnnd vff das aller vesteste getemmet,

3

auch allen hanndt1 als mann also temmete, arbeittete der Meister mit denn Zimmerleuthenn an den abzuchtenn, vnnd raumete vom obenn hinzu, vnd fassete den Bergk, vnnd macht den vmbgang neuwe, mit den Lichtlochernn oder abezuchtenn

4

Vonn dem Wercke des Borns XII. Capitell

5

Das werck hatte achte Reiffe, darein vnnd mittell2 die Bolenn, oder taubenn gebundenn vnnd gefassett seindt,

6

der eine Reiff der da der enngest ist, der soltt aller dinge in den grundt Innwendig gelegt sein, gleicher weis als die schwelenn, die bleib vfwarts dreyer fuesse hoch, vnnd wardt also fur das beste erkanndt, als er Inngesenncket wardt,

7

der annder reiff der da einer3Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. allen hanndt — Lesung/Deutung unsicher (allenthalben? unterdessen?)
  2. darein vnnd mittell — Wortlaut unsicher
  3. einer — letztes Wort der Seite unsicher; Satz läuft auf der Folgeseite weiter

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 76 Bl. 36v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 76

1

Fortsetzung von der vorigen Seitehanndt breidt weitter ist, der ist gelegt vf die schwellenn, vnnd zwuschenn den zwölff reiffenn seindt die Bolenn1 vnntenn in dem grundt gesatzt vnnd ein halben fus tieff Inn den grundt eingerammbt,

2

darnach seindt die anndernn funf reiff vfwarts getriebenn Je einer vber demm andernn vier oder funffthalbenn fus weidt, vnnd liegenn vf den Pflockenn2, die da in die achte seulenn seindt gemacht, vnnd der achteste reiff beschleusset obenn die seuhle,

3

vnnd also stehet das werck vnten ennge vnnd obenn weitt, mit achte seulenn vnnd schwellenn befestiget, das es nicht magk vfwartts geweichenn, auch nicht Innwarts getrettenn, vmb der zweyenn reiff willenn, die da vonn Inwendigen dem Bolenn ingestucket seindt,

4

auch ist dis werck im grunde zweyer fuße lanng weitter dan das alte werck was, vnnd obenn vier fueße weitter, auch vf das werck geweist was3, So werdenn die Reiffe obenn einer vf den andernn gelegt, vnnd also erhöhet.

5

Vonne dem abgannge des Bornns vndLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Bolenn — Anfangsbuchstabe B/S mehrdeutig; auch 'Solenn' (Säulen) denkbar, 'Bolenn' (Bohlen) passt zum Kontext der Brunnenverschalung
  2. Pflockenn — Lesung des Wortanfangs (Pfl-) nicht ganz sicher; gemeint sind Halterungen in den acht Säulen
  3. vf das werck geweist was — Lesung 'geweist' unsicher, Sinn der Wendung unklar; Übersetzung sinngemäß ('vorgesehen')

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 77 Bl. 37r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 77

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteseinem Höchstenn1. XIII Capitell.

2

Der Meister gab den Rath das mann dem Borne ein abganng machte, so er in seinem höchstenn stannde were, vf das Ime die Last nit schadenn brecht,

3

Wente der meister besorgte des, Wenn der Born zu schwer belestiget wurde, vnnd obenn keinen abganng hette, das dann der Born vnndenn im grundt außbrechen möchte,

4

Solches der Pfenner viel bestundenn2, vnnd folgetenn dem Rathe, vnnd bedaucht sie also auch nutzlich ohne schadenn vnnd gut sein, vnnd wardt also zu machenn beschlossenn, vonn den Bawmeisternn vnnd Pfennernn vf Montage nach Egidij.

5

Nun ist der abganng geschickt also, Nach dem als die Sohle im Born am höchstenn gestiegenn ist, darunter tieff eines fußes lanng ist ein loch durch die Bolenn am werke geboret,

6

vnnd vonn außwenndigk des wercks ist vor das loch geleigt eine Rennenn, Inn ein viereckendt dick eichenn holz gehawenn, vnnd obenn wohl verdecket mit einer eichenn deckenn vonn demselbennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Höchstenn — Lesung des Überschriftworts nicht ganz sicher (Höchstenn/Hochstenn); gemeint ist der Höchststand des Borns
  2. der Pfenner viel bestundenn — Lesung 'viel bestundenn' unsicher; Übersetzung sinngemäß 'billigten viele'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 78 Bl. 37v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 78

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteholtze geschnittenn, vnnd mit vierenn holtzern negelnn, mit der Rinnenn zusammenn genagelt,

2

auch hat dieselbe decke vornn am wercke ein heupt, viel nahe eines fußes dicke, auch holl vnnd ausgehawen,

3

vnnd also lieget die Renne vor dem loche, vf dem thone der sache halber, ob nach vielenn Jarenn sich der thon begunte zusetzenn, das sich denn auch mit dem Thon die Renne setzete vnnd nicht wane wurde darzwischenn,

4

vnnd dis was die sache das der meister nicht wolte die Rennenn Inn die Bolenn legenn oder verzapffenn, das er besorgte,

5

Wann die Rinne oder ein Bort vornn mitt dem heupt in der Bolenn lege so sich dann der Thonn senckte, das dann zwischenn der Rinnenn vnnd dem thonn ledige vnnd wane wurde, vnnd also durch die luffte die Rinne verfaulete vnnd gebrechlich wurde,

6

Der Meister meinte auch, ob die sohle tropffte zwuschenn der Bolenn vnnd der Rinnenn, vnnd das also dadurch einsihenn oder gesehegt1 wurde, solches brecht keinen schadenn,

7

Sintemahl das dasselbe trieffenn in thonn keme, vnnd Je der thonn feuchter vnnd nesser were,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. einsihenn oder gesehegt — Beide Wörter unsicher gelesen; sinngemäß 'einsickern oder abgeseiht werden'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 79 Bl. 38r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 79

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteJe mehr vnnd vester das werck vom Thone gestopffet bliebe.

2

Es haltenn auch die Söder1 in ganntzer erfahrung, das sohlwasser schwerer sey dann wilt wasser, vnnd so wiltt wasser in der sohle vermenget sey, so ist die Sohle vntenn, vnnd das wilt wasser obenn,

3

vnnd meinenn das also der abganng darzu auch nutze sey, das das wiltt wasser obenn durch den abganng abgehe, vnnd das vnter dem abgannge die pure sohle allein Inn Ihrer guete bleibe,

4

Ob sich nun das saltzwasser vnnd das suesse wasser so baldt vonn ein schiede, das das ein vntenn bliebe, vnnd das annder obenn, das hat mann nicht trefflich beweisungt2,

5

vnnd der abganng ist gemacht vnnd bereit, vf Sonnabendt nach Michaelis tagk,

6

Vonn dem vmbgannge des Bornns vnnd vonn den leuchtelöchernn, die mann nennet die agezuchte XIIII. Capitell.

7

Der vmbganngk ist ist3 sechsthalb fueße in seine grunde, höher denn der grundt des Borns, vnnd vfwarts eines mannes hoch, das mann darin möge wanndern, vnndLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Söder — Lesung nicht ganz sicher; gemeint sind die Sieder (Salzsieder)
  2. beweisungt — Ungewöhnliche Wortform, Lesung unsicher; sinngemäß 'bewiesen'
  3. ist ist — Doppelschreibung (Dittographie) in der Vorlage; diplomatisch beibehalten

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 80 Bl. 38v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 80

1

Fortsetzung von der vorigen Seitefunff fueße weidt, vnnd in dem vmbgannge Jegenn vnd nach dem Borne1 fanndt mann stehenn eichenn viereckente seulenn, die da reichenn vonn vnttenn ann, bis obenn aus,

2

vnnd Je ein seuhle ist ohn ein virtell dreyer ehlenn weidt, vonn der anndernn seuhle, mitt Riegelnn zusammenn verbundenn,

3

darzwischenn stundenn auch lannge eichenn Bolenn, gleich als ein starck eichenn Bretternn wanndt, vnnd durch Ire sterckete vnnd guete ließ mann die stehenn bleibenn,

4

Wente sie beschleustet mit Irem vmbganng alle getemme vnnd thone, das das werck des Bornes mit getemmet ist,

5

vnnd ann derselbenn Bretternn wanndt neder, wordenn vonn newes Ingestoßenn vnnd eingeraumet große eichenn Pföle, die ein nicht ferne vonn der anndernn Inn dem vmbgannge,

6

Desgleichenn auch also Jegenn vber de zwene Pföle3 Jegenn ein annder obenn gedacht mit einem eichenn Balckenn, darauf seindt gelegt grobe eichenn Reiffe zu beiden seittenn,

7

vnnd die Reiffe seindt obenn zugedacht, mit eichenn Balckenn vnnd Bodenn zwerch vber,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Jegenn vnd nach dem Borne — Wendung unsicher gelesen; sinngemäß 'zum Born hin'
  2. getemme / getemmet — Lesung nicht ganz sicher; verstanden als 'Gedämme / gedämmt' (Abdichtung mit Ton)
  3. Jegenn vber de zwene Pföle — Wortfolge unsicher; verstanden als 'gegenüber; je zwei Pfähle'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 81 Bl. 39r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 81

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedarauf das Erdtriche geschut ist, vnnd darmit gefullet bis obenn aus,

2

auch so hat der Vmbganng obenn aus drey Luchtlöcher1 die mann nennet agezuchte, die erst ist vor dem gewelbe, die annder Jegenn dem Berge, die dritt Jegenn dem lichte,

3

durch welche Lichtelöcher oder agezuchte das gewasser vonn den Tachenn, vnnd auch was vonn sohlenn vf dem Borne vergossenn wirdt ein fall in dem vmbganng vnnd furthann Inn das gewelbt gekart2, vnnd ausgewanndt wirdt, vnnd seinenn ausflus hatt.

4

Mann fanndt auch in dem vmbgannge zwuschenn dem erstenn vnnd dem anndernn Lichteloch einenn quell der was sohle oder Saltzwasser im flos, all eines armes dicke,

5

vnnd die sohle was in der guete, einer Jeglichenn substantien mit der Sohle im Born,

6

auch daruber in dem anndernn Lichteloch vf die rechte hanndt, vnnd furthann vfwarts fanndt mann einen flus wildes wassers, derselbe enntspringt vber dem drittenn Lichtloch vf die rechte hanndt, drey schrede,

7

vnd daruber einenn schriedt weidt, fanndt mann das ende des vmbgannges, dasselbe ennde was vnnter dem bestenn balckenn3, zugelegt, mit Buchenn Holtzernn, vnndLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Luchtlöcher — Erster Buchstabe L/T mehrdeutig; 'Luchtlöcher' (Luftlöcher) nach Kontext, in der Überschrift 'leuchtelöchernn'
  2. gekart — Lesung unsicher; verstanden als 'gekehrt' (geleitet)
  3. vnnter dem bestenn balckenn — Lesung 'bestenn' unsicher, evtl. Schreib- oder Leseform für 'obersten'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 82 Bl. 39v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 82

1

Jennseitenn des balckenns, lies mann in grabenn zulernenn ob das ennde zugefallenn were,

2

Wie tieff mann aber grub so fanndt mann kein anndere vrkunde, denn das der vmbganng daselbst sein ennde hat,

3

Jedoch vf das mann mehre vnnd furter erfahrung gehabenn möchte, So lies mann in fahrenn Jnn die vierte aberzucht1 die da stundt zur linketenn2 hanndt, als mann zum Borne gehet, im gannge,

4

vnnd ließ die Raumenn vnnd seubernn zubesehenn, ob sie im grunde Jrgenndts einenn vmbganng hette, darbey Probenn vnnd geachtenn kundte, ob der vmbganng in vorzeitenn were fermner gewest,

5

vnnd mann mochte kein zeichenn findenn, das sich die augezuchte im grunde oberzoge,

6

vnnd hierumb wardt berathenn vonn den Pfennern vnnd beschlossenn vf Sanct Michäelis tagk, das man nemet3 den vmbganng nicht fermner solt machenn,

7

Sonndernn da wenndenn lassenn, vnnd bleibenn, vber dem drittenn lichtloch vier oder funf schredde, als sein ennde fundenn wardt,

8

vnnd das mann die vierte augezucht im gannge zum Borne zu füllenn solt, vnnd verteumenn4, darumb das sie vnntenn keinenn ab=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. aberzucht — Schreibvariante zu ›augezucht‹ (Abzucht); zweiter Buchstabe b/u nicht ganz sicher
  2. linketenn — ›zur linketen handt‹ = zur linken Hand; Buchstabenbestand nicht ganz sicher
  3. nemet — Lesung unsicher; wohl ›niemet‹ (= niemand) oder ›nemlich‹; Übersetzung folgt dem Sinn
  4. verteumenn — wohl ›verdämmen/zudämmen‹; vgl. ›verteumet‹ fol. 41v

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 83 Bl. 40r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 83

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteganng hatte, das dem alles also ist geschehenn,

2

Vonn der sache durch welche die Pfenner zu bawenn seindt bewegt wordenn

3

XV. Capitell.

4

Vonn dreyßigk Jarenn bis hiehero, Klagetenn die Söder vber denn Bornn, das die Sohle gering vnnd vnntuchtigk were, vnnd wie das wilde wasser Jnnbreche1 ann der Sohle,

5

so das viel mehr holtzes mustenn verbrennenn zum Saltzsiedenn, denn sie in vorzeitenn gethann hettenn, Derhalbenn sie nit mochtenn zukommenn, sonndernn beysetzenn mustenn,

6

Solcher klage lannge vnnd viele vonn Ihnenn gehört, vnnderstunden die Pfenner das Gewelbe zu ösenn2, vf das sie möchtenn erfahrenn den gebrauch,

7

des was einer gnent3 Schwellenbergk burger zu Witzennhausenn, sich vermessenn ein kunst zu machenn vor das Gewelbe, darmit er meinte das gewelbe zu ösenn, Nemlich ein Rath mit vielenn Eymerenn,

8

vnnd mit vieler kost vnnd arbeit wolt der gezeugk vnnd kunst das gewesser nit austragenn, vnnd war gar vmb sonnst geschehenn, kostenn vnndLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Jnnbreche — Wortmitte schwer lesbar; Sinn ›einbräche‹
  2. ösenn — ›ösen‹ = Wasser ausschöpfen; Lesung des diakritischen Bogens ziemlich sicher
  3. gnent — auch ›gnant‹ möglich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 84 Bl. 40v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 84

1

Fortsetzung von der vorigen Seitearbeit,

2

Demnach warenn die Pfenner furter bedacht, Wie sie mochtenn die gebrechenn des Bornns erlernenn,

3

Demnach als stettes die Söder klagtenn, vnnd in dem Jare Ao. cccc° lxxx1 verdingtenn sie den Polackenn, als die in derselbenn zeit im Lannde arbeitetenn,

4

Grabenn vnnd Teich vfzuwerffenn, den Sohlgrabenn zureumenn, also tieff das darin das wasser aus dem Gewelbe gewanndernn, bis ann den Born,

5

vnnd dasselbe auch also versucht, fiel das gewesser aus dem gewelbe, das mann im wasser vf den Bolen2, bis ein ann seine knie3, konnte gewanndernn, vnd so mochte kommenn, bey das getemme das da ist vmb den Born,

6

Da fanndt mann gebrechenn, das ann etlichenn endenn, der augezucht vnnd des vmbganngs, etwas eingefallen was,

7

Es sagtenn auch die Jehnenn, die darein stiegen, vnnd gingenn der Born were zubrochenn, vnd die Sohle hette einenn grossenn ausganng, als sie wehnetenn,

8

vnnd das dardurch auch das willde wasser Jn dem Born keme, vnd aller dinge were bawens noth,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Ao. cccc° lxxx — = 1480; der Tausender (M) fehlt in der Vorlage
  2. Bolen — ›auf den Bohlen‹; auch ›Bodem‹ (Boden) möglich
  3. bis ein ann seine knie — ›ein‹ wohl = ›einem‹; Sinn: bis an die Knie

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 85 Bl. 41r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 85

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteaber es fanndt sich annders als hernach folgenn wirdt,

2

vnnd wardt also derselbe gebrech vielmahl vonn den Pfennernn verkundet, der vrsach auch semptlich1 beschlossenn, das mann bawenn solt vnnd wolt

3

vnnd also stetes was bedacht nach gutenn meisternn, die darzu konntenn gerathenn,

4

Des gab Junckher Hanns von Dornebergk Hofmeister zu Marpurgk seinenn Rath, vnnd weisete die Pfenner ann Meister Curtenn Martorff2,

5

mit dem die Pfenner also zusprechenn, vnnd zu gedinge kommenn, dem gebreche des Bornns zurathenn, als er auch dem gerathenn that,

6

vnnd viel geschehenn dings, wie vor ist gnuglich berurt, ruhenn vnnd hierstehenn zulassenn, geschach das als mann das alte werck ganntz hat abgebrochenn, vnnd den Born geöset,

7

fanndt mann vberall keinenn ausflus, oder ausbruch der Sohlenn,

8

Mann mochte auch keins gebrechs im Borne weis werdenn3, vnnd doch gleichwohl in dem vmbgannge, der augezucht die Sohle gleich als vor Jrem ganng flos in das Gewelbe,

9

So da etliche meinetenn, es were ein sonnderlich ader, vnnd gequelle vor sich die in den Bornn nicht gehörte,

Unsichere Lesungen

  1. der vrsach auch semptlich — ›semptlich‹ (= sämtlich, gemeinsam) leicht unsichere Lesung
  2. Curtenn Martorff — Eigenname, Lesung ziemlich sicher
  3. weis werdenn — ›weis‹/›weit‹ unsicher; Sinn ›gewahr werden‹

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 86 Bl. 41v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 86

1

Die anndernn sprachenn Es were die Sohle aus dem Borne, vnnd keme durch die heimliche schliche des grieses vswenndig gestiegenn Jnn den vmbganng der augezuchte,

2

vnnd die meinung bewegte die Pfenner zubawenn, Wiewohl sich der gebrech nit also erfanndt

3

Es geschach auch darbey der vleis das man die Sohle der adernn im vmbgannge probirte Jegenn die Sohle, die im Borne ist, vnnd wardt erkanndt eintrechtig, gutheit, schmacks vnnd einer substantien on allem vnnderscheidt1,

4

also nun das neue werck was gesatzt vnnd verteumet, vnnd das mann vffbrach die augezuchte, den vmbganng wieder zumachenn,

5

vnnd das mann kam ann die annder zucht, oder Lichte loch2 Jegenn dem Berge, da mann Je meinete der gebrech sein solte vnnd erschienenn3, da fanndt mann die sonnderliche adernn starck gehenn, vnnd fliessennde,

6

vnnd doch nicht mochte merckenn, das der Bornn eine niederunge dardurch in seiner Sohle hette,

7

Da fanndt sich in warheit, das der Born kein gebrech noch ausganng hatte, vnnd das dieLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. on allem vnnderscheidt — ›on‹ (= ohne) unsicher, auch ›in‹ lesbar; Übersetzung folgt dem Sinn
  2. Lichte loch — Anfangsbuchstabe L/T unsicher; vgl. ›lichtloch‹ fol. 39v
  3. vnnd erschienenn — in der Vorlage zusammengeschrieben (›vnnderschienenn‹), Worttrennung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 87 Bl. 42r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 87

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteader in der augezucht ein sonnderlich gequelle was, vnnd nie was aus dem Borne kommenn,

2

Das aber die Söder klagetenn, das das wilde wasser in den Born keme, das mochte wohl daruonn kommenn, das das gewelbe mit steinenn meisterlich was zugelegt,

3

so das die quelle im gewelbe, vnnd in dem vmbgannge sich zogenn nach dem Borne, Sintemahl das der Born niedriger vnnd tieffer ist, denn das gewelbe,

4

So nun dieselbenn quelle susse wasser tragenn, habenn sich dieselbenn durch heimliche gennge zu grunde geholffenn, Jnn den gries des Bornns, vnnd sich also vermenget mit der Sohlenn im Borne,

5

Es that auch das bezeichenn, wann das gewelbe nicht seinenn ganntzenn ausflus hat, so das gewesser sich versamblet in den augezuchtenn, denn wirdt mann sichtlich gewahr, das die Sohle im Borne höher steiget,

6

das darvonn kommet, das das gewesser sich zu der Sohle heimlich einschleuffet im grunde,

7

Wannt1 in der zeit vnnd weyle, als das Rath2 vor dem gewelbe, vnnd das wilde wasser aus dem vmbgannge, derLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Wannt — Lesung unsicher; wohl ›want‹ = denn/weil
  2. Rath — wohl das Eimerrad des Schwellenberg (vgl. fol. 40r); Satz läuft auf die Folgeseite

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 88 Bl. 42v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 88

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteangezüchte Ösete1[?], das was die söhle im Bornne also gut, das die söder eintheil bekanndtenn, das sie viel wercke2[?] hattenn gesottenn, ohne alle beiße3, mitt purer Rothe söhle,

2

als mann sie aus dem Bornne füllet, das sie darvor nit hattenn gethann, eher denn das Rath vor dem Gewelbe gesatzt wardt,

3

Hieraus zu proben ist, das die söhle besser ist, wann das Gewelbe offen ist,

4

Wann aber das gewelbe voller gewässers ist, So tringt das gewaßer zum Bornne zu, vnnd menget sich mit der söhlenn, vnnd daher kommet der söder klage, das die söhle nit gut sey,

5

Dargegenn ist auch erdacht der abganng des Borns, das das wilde waßer sich solte obenn abziehenn,

6

Hierumb ob die gequelle vnnd adernn in dem vmbgannge des Borns fundenn werdenn, des soll niemanndt erfehret sein, auch keine sorge darbey habenn,

7

wennte sie kommen nicht aus dem Bornne, Sonndern sie seindt auswendige des Borns sonnderliche gequelle, vnnd aigen sich ann mehr enndenn4 der mann nicht bedarff,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. angezüchte Ösete — Satzanfang von voriger Seite; zweites Wort trotz Vergrößerung nicht sicher lesbar (Ösete/Öfete?), Anschluss unklar
  2. wercke — Lesung unsicher (wercke/wercker), Zierstrich durch ck erschwert Lesung
  3. beiße — Wortbedeutung unklar, wohl 'Zusatz/Zubuße'
  4. aigen sich ann mehr enndenn — Lesung 'enndenn' (Enden = Stellen) nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 89 Bl. 43r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 89

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevnnd derhalbenn bedarf der Bornn auch keines bauens, auch ob die angezüchte vnnd der vmganngk infiele1, oder brochhafftigk werdenn, So kann vnnd magk mann sie wieder machenn, ohne des Borns schadenn, vnnd seiner wercke,

2

Ehe, hettenn die Pfenner so viel gewust, vonn solchem vnterschiede des Borns, vnnd des auswenndigenn gequelles, So were Ihne am Borne vnnd seine wercke keins bauens noth gewest zuthunde,

3

Sonndernn alleinn ann dem vmbgange, der anzucht, die da allein verfallenn warenn,

4

also seindt die Pfenner mit schadenn vnnd mit bauenn, weis wordenn,

5

Mann bedarff auch sich alzeitt kerenn2 ann der söder klage, Ob Ihne die söhle nit behaget,

6

Wennte sie iamert nit der Pfenner schade, das mercke wer da will,

7

So sich aber in warheit findet, das das wilde waßer Innschleuffet3 zu der söhle,

8

das zu wehrenn magk mann das Rath vor dem Gewelbe halttenn, oder den Sohlgrabenn zu grunde reumenn, zu des wildenn waßers abganng,

9

vnnd ab dardurch die söhle im Bornn nicht also hoch steiget,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. infiele — Lesung einfiele/infiele
  2. Mann bedarff auch sich alzeitt kerenn — Negation ('nicht') fehlt im Original, ist aber vom Sinnzusammenhang gefordert; nach 'alzeitt' gestrichenes bzw. verziertes Zeichen
  3. Innschleuffet — Lesung des Wortanfangs unsicher (Inn-/Imm-), Bedeutung 'einschlieft/einschleicht'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 90 Bl. 43v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 90

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteals vor, So ist ihr dennach gnug zu allem gesöde ohent[?] zweiuell[?]

2

Vff freytagk Sanct Remigen tagk2 wardt der vmbgang bereit vonn den zimmerleutenn, das man den mochte zufüllenn zu ennde, da er wenndt vber der drittenn abtzucht,

3

Es geschach auch dieweil am Borne bawete, das die söder den gebau versprochenn, vnnd gleich als vor vber die söhle klagetenn, das sie müstenn viel holtzes verbrennenn,

4

Mann konnt auch also nicht gebauwenn, das Inen der Bau behagete,

5

Dardurch auch etliche Pfenner nicht wenig bewegt wordenn, vnnd vmb solches bey ezlichenn glaubhafftigenn Södernn, sich befragtenn, die warheit zuerforschenn,

6

vonn denenn sie wurdenn berichtet in glaubenn, das die söhle nit geringer were,

7

das sie aber mehr holtzes verbrenntenn, das keme darvonn3, das sie größer werck siedenn, vnnd siedenn müstenn, soltenn sie ihre lade leute bey sich behaltenn,

8

Auch wardt gemercket vonn den die da den södern dieLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. ohent zweiuell — Beide Wörter schwer lesbar; kontextuell wohl 'ohne Zweifel'
  2. Sanct Remigen tagk — 'Sanct' aus Parallelstelle fol. 44r erschlossen, Schriftbild eher 'danct'; Remigiustag = 1. Oktober
  3. das keme darvonn — 'keme' mit kräftigem Querstrich (wohl Zierstrich, keine Tilgung); 'darvonn' geschrieben wie 'darnonn'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 91 Bl. 44r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 91

1

Fortsetzung von der vorigen Seitewellenn5 verkaufftenn das sie nicht mehr holtzes zu ein wercke kaufftenn, dann sie vor gethann hetten,

2

vnnd hierumb ist nit noth sich zu kerenn ann Jedermans sage, auch so ist nicht allenn Geisternn zuglaubenn,

3

Vff Sanct Seuers tagk1, Inn der wochen Salus ppli2, Vnnd die achte tage darnach brachte der Meister das gerüste vom Borne vnnd auch das Rath, mit seinenn Eimernn,

4

vnnd richtete vf ein annder gezeugk vber den Born, mit zweuen scheibenn, vnnd ann Jeglicher scheibenn hingenn zwenn Eimer,

5

damit mann die söhle solt aus dem Borne gewinnen, vnnd forthann giessenn in zweenn kastenn, oder tröge, vnnd daraus solt fliessenn, Inn die gerinne,

6

vnnd vber solcher arbeit lag mann baldt in der wochenn omnia quæcunqz3,

7

vnnd in der zeit, als der gezeug wardt vfgericht, wordenn die Obristenn Reiffe vf den Born gebracht, vnd den auch gleich getemmet,

8

vnd der gezeugk gingann, vf aller Sehlenn tagk, vnnd die nacht, vnnd er wardt ganntz vnnzaulich4[?], So das die söder vnnd Giesser darüber clagtenn, vnndLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Sanct Seuers tagk — Heiligenname unsicher, wohl Severus (22. Oktober); davor gestrichenes 'freytagk'
  2. Salus ppli — abgekürzt mit Kürzungsstrich, aufzulösen als 'Salus populi' (Introitus)
  3. omnia quæcunqz — lateinisch abgekürzt, wohl Introitus 'Omnia quaecumque'
  4. vnnzaulich — Lesung und Bedeutung unsicher; vielleicht 'unzulänglich' oder 'unzählich' (= übermäßig)
  5. wellenn — Lesung wellenn/wollenn; gemeint wohl Wellen = Reisigbündel als Brennholz

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 92 Bl. 44v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 92

1

Fortsetzung von der vorigen Seitebrechte ann dem siedenn mergklichenn schadenn, vnnd was ganntz vmb sonnst gemacht,

2

Darumb bereitetenn die Pfenner samptlich das Rath, das mann die schwenngell solt wieder vfrichtenn, nach alter gewonheit,

3

vnnd wiewohl solchs dem meister widerig was, demnach also baldt nach aller Sehlenntage müstenn die zimmerleute, die schwengel zu wege suchenn, bereitenn vnnd vfrichtenn,

4

das vf Freitage nach Martini wardt der gezeug mit seinen scheibenn wieder abgebrochenn, vnnd vonn dem Borne gebracht,

5

vnnd das schwenngell machenn, vnd die gerinne ann der Wercke2[?] zulegenn, wehrett bis vf Sontage Anndres tage3,

6

Vff Sontage vor Gaudete begundt der Meister den Born zu flasternn vnnd zu deckenn, das wehret bis aufs neu Jar,

7

Ein nützlich Rath denn nachkommendenn Pfennernn .XVI. Capitell.

8

Ob nach vielenn zukünfftigenn Jarenn not würdeLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. bereitetenn ... das Rath — Lesung 'bereitetenn'; Sinn wohl 'berieten/beschlossen den Rat'
  2. ann der Wercke — Wort mit Zierstrich, Lesung Wercke/Werbe unsicher
  3. Sontage Anndres tage — Datumsangabe: Andreastag (30. November) fiel 1489 nicht auf einen Sonntag; Lesung 'Sontage' gleichwohl deutlich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 93 Bl. 45r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 93

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteden Pfennern, aber eins denn Bornn zu bauenn, vnnd das sie annsehenn woltenn, wie das erste alte wercke geschickt geweist wehre, als dauonn hieuor stehet, vonn der anndernn Ösunng1 des Bornns,

2

oder das sie woltenn annsehenn, wie das werck geschickt ist, als dauonn hieuor stehet, vonn dem wercke des Bornns,

3

So magk mann aus beidenn gewerbenn2 nichts bessers erkiesenn, denn das mann die Seuhlenn3 vnnd schwellenn Inmassenn bereitte, als sie Jzundt gemacht seindt,

4

Ja ob sie brochhafftigk werdenn werenn, als dauonn hieuor stehet, vonn den Seuhlenn vnd Schwellenn des wercks,

5

vnnd darein in den grundt legetenn reiff ein auff denn anndern, verzapffet, bis obenn aus, auff solche masse als Jzundt das werck vonn obenn aus dem Bodenn gleich wordenn ist,

6

Welche reiffe vonn grobenn eichenn Krömlingenn4 gemacht seindt,

7

vnnd wann der Born mit einem solchenn wercke gefasset würde, das weret ewiglichenn, mit kleiner Costenn, vnnd ein Jeglicher Zimmerman oder werckmeister kan dasLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Ösunng — Lesung des Fachworts (Ösung = Ausschöpfen des Borns) nicht ganz sicher
  2. gewerbenn — frühnhd. Gewerbe = Vorbringen, Antrag; Lesung wahrscheinlich, aber nicht sicher
  3. Seuhlenn — Schreibung unsicher, auch als Seuchlenn lesbar; gemeint sind Säulen
  4. Krömlingenn — Fachwort (gebogene Eichenhölzer); Anfangsbuchstabe K nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 94 Bl. 45v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 94

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegemachenn vnd bereytenn, Ohnne sonnderliche große Meister.

2

Vonn den Pfölenn vnnd Plöckenn die da geschlagenn wordenn in den vmbganng XVII. Capitell.

3

Es wardt auch berathenn vonn dem Meister vnnd den Pfennernn, das mann solte den vmbganng des Bornns gleich vnnd ebenn machenn mit Thone, vnd darein Plöcke schlagenn, einenn bey den anndernn,

4

vf das also vf den Plöckenn das wilde wasser, vnnd auch die sohle, die vf dem Bornne vonn den Giessern vfgegossenn wurde, in das gewelbe flusse vnnd nicht stehenn bliebe vmb den Bornn,

5

damit sich auch verschlisze der Modt1 der sich sonnstenn verschlemmen möchtte, Wann das gewesser nicht abginge, als denn also geschehenn ist,

6

Mann ist auch dardurch gewar wordenn, das die gequelle des wildenn wassers, vnnd die ader der Sohlenn, die da in dem vmbgange sich heruor eigtenn, vnnd ergebenn, armes dicke2Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. verschlisze der Modt — Lesung von verschlisze (sich verziehen/abnutzen) und Modt (Schlamm, Moder) unsicher
  2. armes dicke — Lesung armes dicke = eines Armes Dicke (armdick); nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 95 Bl. 46r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 95

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedurch das Plockenn schlagenn, vertemmet, vnnd gemindert seindt wordenn, so das sie kaum zweyer finger dick Jeglich besonnder ausfliessenn, vnnd deshalbenn möchtte mann mit trockenn fuessenn vff den geschlagenn Plockenn gewanndernn,

2

vnnd dis wardt also vollenndet, vff Mittwochenn in der Creuzwochenn, in dem ein vnnd Neunzigstenn Jare,

3

So ist fürbas nach allem gethanenn gebeu keins mehr vber alle noth denn allein, das mann den Sohlgrabenn in wesenn halte, vnnd also tief zu gründe arbeite,

4

das das gewesser das in dem vmbgange, vnnd auch in dem gewelbe quillet, nicht stehenn bleibe, auch nit zu rücke fliesse zu dem Bornne, sonndernn seinen fall vnnd ausflus im grunde vf den Bolenn1 im Gewelbe Inn den Sohlgrabenn möge gehabenn,

5

Wann der Sohlgrabe also in wesenn wirdt gehaltenn, So hatt mann vnnd behelt einenn gutenn gesundenn Salzbronn mit vnuermengter sohle Jn Irer naturlichenn Krafft vnnd stercke, ohnne alles wilden wassers vermischunge,

Unsichere Lesungen

  1. Bolenn — wohl Bohlen; Anfangsbuchstabe auch als S lesbar (Solenn)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 96 Bl. 46v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 96

1

Vonn der danncksagunge Gott dem Herrenn des Gebews XVIII. Capitell.

2

So hatt Gott in diesem gebewe sonnderliche gnade erzeiget, dargegenn sich wohl geburt sonnderliche danncksagung zum erstenn am zeitlichem gewitter, so des gewitters halbenn die arbeit keinenn vffstoß gelittenn hatt,

3

zum anndernn am gutenn gesöde, so des bauwenns halbenn kein schade gespart1 wardt, Sonndernn eine wochenn in der Dominica omnia2,

4

vnnd das siedenn was den Sommer also treflich, das binnenn dreyssigk Jarenn nach altem gedechtnusse nicht grosser siedenn Sommers zeit gedacht was,

5

Zum drittenn Insonnderlicher Götlicher fursichtigkeit, vnnd bewarunge, So das kein mann oder mennsch seines leibes schadenn hat genommenn, in aller fehrlicheyt, die sich vnter zeitenn begebenn hat,

6

solcher vnnd aller wolthatt Gott, sein liebe Mutter Maria mit Sancto Bonifacio zu ewigenn zeitenn wolle gelobt sein, Amen.

Unsichere Lesungen

  1. gespart — so geschrieben; dem Sinn nach wohl gespuert (gespürt)
  2. Dominica omnia — Bezeichnung des Sonntags unklar; Lesung omnia unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 97 Bl. 47r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 97

1

Vonn der Altenn Constitution zwischenn denn pfennernn, vnnd den gemeinen burgernn des Holtzes halber. XIX Capitell.

2

Sie merck1 was in dem erstenn geschach, Ist hier bis ann das ennde gespart wordenn, vff das solchs desto lennger in gedechtnus möcht pleibenn,

3

Als die Pfenner woltenn in dem erstenn zureitenn2 zubauwenn ann dem Salzbronn, da baten die gemeine Burger zu Allenndorff, das sie Ihnenn aus der Stadt Gehölze woltenn bauholtz gebenn, zu dem gebeue des Salzbornns,

4

Welcher bede die Bürger gütlich haben den Pfennernn gegunt vnnd gewerdenn3 nach alter Constitution,

5

Die da vor alter lanngenn zeitten, zu Cassell vonn vnnsernn Herrenn denn Lanndtgravenn vnnd seinenn erbenn, Erbarnn Räthenn zuschenn4 den gemeinenn Bürgernn zu Allenndorff vnnd den Pfennernn gemacht, vertheidingt vnnd ausgesprochenn5 was,

6

Nemblich als vmb der Stadt gehöltze, so das der Hegebergk bey den Sodenn, den Pfennernn alleinLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Sie merck — erstes Wort unsicher; auch So merck oder Die merck lesbar
  2. zureitenn — Lesung unsicher; wohl sich zurüsten/anschicken
  3. gewerdenn — Lesung unsicher, auch gezuerden lesbar; dem Sinn nach gewährt
  4. zuschenn — abgekürzt geschrieben, wohl zwischenn
  5. ausgesprochenn — Wortende abgekürzt (ausgesproch mit Kürzungshaken)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 98 Bl. 47v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 98

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegehorte, vnnd zustehenn solte, vnnd der Stadt gehölze den Pfennernn vnnd den gemeinenn Bürgernn in gemeine zueignen vnd sein solte,

2

vnnd wenn die Pfenner holzes zu Irem gebeue in den Sodenn bedürfftenn, So soltenn sie bittenn die gemeine Bürger vmb das gehölze, vnnd als dann soltenn die Bürger gütlichenn dero bittenn den Pfennernn nachgebenn, vnnd nit versagenn,

3

Mann findet solche Constitution schrifftlichenn vf dem Bruckennthore,

4

Was der Baw gekostet habe XX. Capitell.

5

Was nun dieser grosser herlicher Baw des Salzbronns vonn annbeginde bis zum ennde hab gekostet, So ist die Summa aller ausgifft, aus den Registernn vberall zusammenn gezogenn, vnnd gesummiret, Eilff hundert Marck, Siebenn vnnd funffzigk Marck, vierdthalb pfundt1 Neun heller.

6

Vnnd so mann dann legt Je drey Marck vor zwen guldenn, als dar zur zeit2 ein gülde vier alte schock galte,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. vierdthalb pfundt — vierdthalb = dreieinhalb; Zahlwort sicher, moderne Auflösung beachten
  2. dar zur zeit — Wortfolge unsicher, evtl. da zur zeit

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 99 Bl. 48r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 99

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteNemblich siebenn hundert guldenn, siebenntzigk anderthalbenn guldenn1, siebennzehenn ℔. funff heller.

2

Darzu soll mann legenn Meister Curts lohnn zwey hundert vnnd vierenn vnnd dreyssigk guldenn, vnnd auch achte guldenn vor die zwey Malter Korns, vnnd ein schwein, damit der Meister die pfenner vbernam, vber die dittelnn2,

3

das denn auch die pfenner verdultetenn, vnnd geschehenn liessenn, vnnd das sie mit guete sich vonn dem Meister schiedenn,

4

So ist vnnd bleibt alle ausgifft dieses gethanenn Baues, Tausenndt vnnd zwölffthalbenn guldenn, siebenzehenn ℔. vnnd funff heller.

5

Wie lanng der Baw gewerts habe

6

XXI. Capitell.

7

Vonn dieser gebaw wardt gezeuget vnnd anngehabenn vf Mitwochenn, in der vier None4, Inn dem M° cccc° 89. Jare, vnnd wardt volnendet, mit der berechnung, vf dinstagk nach Exaudi secundo6 Inn dem M° cccc° 91. Jare, alse das vonLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. siebenntzigk anderthalbenn guldenn — Zahlwort-Deutung unsicher; rechnerisch (Gesamtsumme 1011½ Gulden abzüglich 242 Gulden Meisterlohn) wären 769½ Gulden zu erwarten
  2. dittelnn — Lesung unsicher; vielleicht ‚Zettelnn‘ (Abrechnungszettel)
  3. sieben=zehenn — Erster Wortteil am Zeilenende sieht wie ‚dreben‘ aus; nach dem oben genannten Betrag (siebennzehenn ℔ funff heller) als ‚sieben‘ gelesen
  4. in der vier None — Lesung und Deutung unsicher; wohl liturgische Wochen-/Tagesangabe (Quatember?); Baubeginn passt zu Bauzeit von gut zwei Jahren bis Dienstag nach Exaudi 1491
  5. volnendet [gestrichen: unleserlich] — Nach ‚volnendet‘ zwei bis drei gestrichene, unleserliche Buchstaben
  6. secundo — In der Handschrift ‚secun=do‘ über den Zeilenwechsel; Deutung ‚darauf folgend‘

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 100 Bl. 48v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 100

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteann begin1 bis zu ennde, hat der baw gewehrett zwey Jar, vnnd ein vnnd zwanzigk wochenn, den Gott wolle volnstendigk bleibennde behaltenn, Zu ewigenn zeitenn, Amenn /

2

Vonn dem viereckante Stadt

3

XXII Capitell.

4

Das Stadt vor dem Gewelbe, das gewesser aufzeugk2, als darvonn hievor berurt wirdt, sonnderlich vonn dem Ösenn des wildenn wassers aus dem gewelbe, das wardt also formirt,

5

Nemblich hat es vonn der wellenn ann bis obenn aus siebennthalbenn fusse lanng, So, das vberalle, vonn einem ende bis zum anndernn ennde, mit der wellenn gemessenn, vierzehenn fusse lanngete, das ganntz Stadt behilt3,

6

vnnd vonn Innwendig was es einer ehlen weitt, vf das ein mann darein kont gemachenn, was darin not was zu machenn,

7

vnnd darumb das die weitete zu viel wasser fassete, So mochte das SchuffRadt es nicht ertreibenn, vnnd der sache halberLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. ann begin — Auch ‚am begin‘ lesbar; zusammen mit dem Seitenübergang ‚alse das von‘ als ‚von Anbeginn‘ verstanden
  2. aufzeugk — Lesung des Wortendes unsicher (aufzeugk/aufzuigk)
  3. das ganntz Stadt behilt — ‚ganntz‘ mit verschliffener Endung; ‚behilt‘ = behielt
  4. Schuff[gestrichen: stell]Radt — Der Schreiber setzte nach ‚Schuff‘ zu ‚stell‘ an, strich es und schrieb ‚Radt‘ am Zeilenanfang weiter; Streichung nicht ganz sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 101 Bl. 49r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 101

1

Fortsetzung von der vorigen Seitemuste der meister, ann den vier ortenn vom Inwendigk des Stadts, zwenn leiste annegelnn1, vnndt zwerch daruber bretter neglenn, also das das Stadt ann den vier eckenn einer halbenn ehlenn enger wardt,

2

vnnd also mochte alda das schuffelradt das viereckenndt radt ertreibenn2,

3

vnnd daruber das Stadt zuviel wassers fassete, machte der Meister ezliche löcher ann dem Rade, vf das die Last nicht zu schwer wurde,

4

Dieses Radtes forme vnnd exemplar hat gemacht Hennrich Lower3, zu einem gedechtnisse, vnnd mann findet dieselbige vf dem Brückennthore, nach dem exemplar ein Stadt zumachenn, wann das noth wurde,

Unsichere Lesungen

  1. zwenn leiste annegelnn — Wortformen leicht verschliffen; ‚zwenn‘ (= zwei) und ‚annegelnn‘ (= annageln) nicht ganz sicher
  2. das viereckenndt radt ertreibenn — So die Buchstaben; gemeint ist wohl das viereckige Stad (Becken), das das Schaufelrad nun leerschöpfen konnte – ‚radt‘ hier möglicherweise Schreiberversehen für ‚Stadt‘
  3. Hennrich Lower — Familienname unsicher; auch ‚Louwer‘/‚Lauer‘ lesbar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Geyselers Denkschrift von 1489

HandschriftS. 103 Bl. 50r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 103

1

Jm nahmen des Herrenn Amen,

2

Dieweil die tage der Mennschenn abnehmenn, vnnd wie der Rauch vergehenn, vnnd ein Jegliche Zeitliche Hanndelung, durch stetlich bewegung1, verfellet vnnd vergessenn wirdet,

3

So ist es vonn nötenn, das die dinge die bey vnnserenn Zeitenn gehanndelt werdenn, durch gezeugnus der schrifft der gedechtnus der zukünfftigenn mennschenn vnnserenn nachkommenn in schrifftlicher annzeigung zuuerstehenn gegebenn werdenn,

4

Darumb sollenn wissenn die zukünfftigenn, also wohl als Jzo die Jegennwertigenn, das die altenn gebeude des Salzbronnens2 zum Sodenn3 dieses scheinendenn 1550 Jars vfgebrochenn, vnnd wiederumb vonn newem aus dem grunde gemacht vnnd gefürt,

5

wie vnnd welcherley die fundenn4, vnnd wieder vfgericht sein, vnnd was sich darin für vnnd nach, allennthalbenn zugetragenn, vnd begebenn hat,

6

Damit solchs künfftiglich, ob man wiederumb darann bawenn müste, wisslich sey, Ist solchs dem Durchleuchtigsten Hochgebornenn Fürsten vnnd Herrenn, Herrenn Philipsenn Lanndtgrauen zu Hessenn Grauenn zu Catzennelnpogenn, Dietz, Ziegen=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. stetlich bewegung — auch 'stetliche' möglich; Endung undeutlich
  2. Salzbronnens — tz-Ligatur undeutlich, evtl. 'Saltzbronnens'
  3. zum Sodenn — Anfangsbuchstabe S wie in 'Salzbronnens' geformt; 'Bodenn' paläographisch ähnlich, 'Sodenn' (Sooden) nach Kontext
  4. die fundenn — Lesung 'fundenn' (= vorgefunden); Wortanfang f/s mehrdeutig

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 104 Bl. 50v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 104

1

Fortsetzung von der vorigen Seitehain, vnnd Nidda, Meinem gnedigenn fürsten vnd Herrenn, zu vnderthenigem dienste, Ehren, vnd gefallenn, Gemeinen Pfennern zu nuzenn, Hiernach sich Jederzeit zurichtenn wissenn,

2

mit allen vmbstenndenn durch mich Jostenn Berkern von Hombergk1, dieser Zeit f. gl.2 mit verordentenn Salzgreue daselbst zum Sodenn für Allenndorff an der Werra,

3

dieweil Jch vom anfang, sieder Jrer f. gl. des orts vnnd dahin benebenn die gemeinenn Pfenner in Krafft eines derwegenn vfgerichtenn vertrags, gebawett hat3 Inn Jrer f. gl. diennste gewesenn, vnnd noch bin, eigenntlich verzeichnet wordenn,

4

Damit künfftiglich viel vnnuzenn kostenns vermittenn, vnnd der grundt des Salzbronnens, des mann Jzo kein wissentschafft hat habenn könnenn4, aber Jzo durch diese beschehene bewe5, erfahrenn wordenn, in gedechtnus bleibe,

5

vnnd wir allesampt Gott dem almechtigenn darvor ewigenn danck sagenn,

6

Als verschienenn 1546. Jare durch die Söder, Berner6 vnnd annder viel Klagenns enndtstanndenn, das der Salz=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Jostenn Berkern von Hombergk — Nachname auch als 'Beckern' lesbar (ck-Ligatur/r mehrdeutig)
  2. f. gl. — Abkürzung wie in Zeile 8/11 gelesen als 'fürstlichen Gnaden'; Schriftbild eher 'ſtgl'
  3. gebawett hat — Strich durch tt als Zierstrich gedeutet, nicht als Tilgung
  4. kein wissentschafft hat habenn könnenn — Striche durch 'kein' und 'könnenn' als Zierstriche (k/ck) gedeutet, nicht als Streichung
  5. bewe — Lesung 'bewe' (= Baue, Bauarbeiten)
  6. Söder, Berner — Berufs-/Personenbezeichnungen; 'Berner' evtl. 'Börner' (Bornleute), 'Söder' wohl Sieder

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 105 Bl. 51r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 105

1

Fortsetzung von der vorigen Seitebronn zun Sodenn1 manngelhafftigk vnnd schadthafftigk wordenn, also das die Söder2 vber gewönlich zeit siedenn, vnnd viel mehr holtzes dann zuuor zu einer Pfanne saltzes habenn müssenn,

2

Welches etzlich der Roßkunst, so Meister Jörge Behm vom Nürnbergk darauf gesatzt, vnnd ein zeitlang mit pferdenn, die Sohle aus dem Saltzbronn gelanget vnnd geschepffet hat, schuldt gebenn, das er Jörge dann nit gestehen wollenn,

3

Sondernn mann hat fundenn, Vnnd eigenntlich gesehenn, das das alte faß vor zeitenn, nicht gleich vf den grundt des Saltzbronnens, sonndern vngeferde darauf gesatzt wordenn, dardurch sich allerley wiltt waßer in der Sohlen Inn das faß gezogenn,

4

Do ist solches hochgedachtem vnnserm gnedigenn fürstenn vnnd herrnn vielmahls anngezeigt,

5

Dieweyl aber der ein zeit3 die schwerenn grossenn Kriegsleuffte vnnd hanndelung sich zugetragenn, vnnd auch der Saltzbronn ein zeit abgenommenn, vnnd darnach sich wiederumb ein zeitlanng gebessert,

6

hat mann mit den gebeuernn4, damit mann mit zeittigem statlichem Rath, vnnd da die Kriegshanndelung möchtenn zufriedennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. zun Sodenn — Anfangsbuchstabe S/B nicht sicher zu unterscheiden; auch 'Bodenn' denkbar, Kontext (Sooden) spricht für 'Sodenn'
  2. Söder — Lesung S/B unsicher; 'Böder' (Siedeböden) möglich, aber 'siedenn' als Prädikat spricht für Personen (Sieder)
  3. der ein zeit — Wortlaut unsicher, evtl. 'derenn zeit'
  4. gebeuernn — wohl 'Gebeuen' (Bauarbeiten/Gebäuden); Endung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 106 Bl. 51v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 106

1

Fortsetzung von der vorigen Seitebracht werdenn, notturfftigk vnnd nutzlich bauen könnte, vfgezogenn, also hat sichs damit verweilt, bis Inns 1547. Jar,

2

da hochgedachter mein gnediger fürst vnnd herr vf Pfingstenn zu Kayr: Mtt:1 zu Hall in Sachssenn erfordert vnnd gezogen, derselbigenn ein vnderthenigenn fusfall vnnd abbitt gethann,

3

der hofnung Ire f gl. solt darmit erlediget, vnd wiederumb zu lannde vnnd leutenn kommenn, vnnd nebenn anndernn sachenn selbst diesenn noturfftigen baw des Saltzbronns verordennt habenn,

4

aber Ihr fgl. ist darin schemdtlich geferdt2, vnnd vber gutenn trauen vnnd glaubenn, betrogenn, vnnd Inn die Kay: Custodien gezogenn, vnnd darin lannge zeit erbermblich vnd schmelich erhaltenn wordenn,

5

aber nicht desto minder ist Irenn f gl. dieser baw anngelegenn, Habenn derwegenn ann die Fürstlichenn Stadthalter vnnd Rethe zu Cassell geschriebenn, vnnd beuelche gethann wie nachuolgtt.

6

Vnnserm Stadthalter vnnd Rethenn zu Cassell vnnd liebenn getreuenn Rudolff Schennckenn zu Schweinsbergk N. N. vnnd N.

Unsichere Lesungen

  1. Kayr: Mtt: — Abkürzung mit Kürzungsstrichen, wohl 'Kayserlicher Maiestatt'; Buchstabenbestand unsicher
  2. geferdt — Lesung unsicher, wohl 'gefährdet/hintergangen'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 107 Bl. 52r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 107

1

Philips vonn Gots gnadenn Lanndtgraff zu Hessenn, Graff zu Catzenelnbogk1

2

Rethe vnnd liebenn Getreuenn, dieweil wir vor vnnserm abreisenn befundenn, das der Saltzbron zu Allenndorf ann der Werra manngelhafftigk,

3

So ist vnnser beuehlch, das ihr mit Rath etlicher Pfenner vnnd annderer verstenndiger Biderleute solchem mangel zu helffenn lassenn vnnderstehet2, dahin alwegen mit vfsehet, das nit vbell werde erger gemacht,

4

Daran thut ihr vnnser geheis vnnd meinung, Datum im Kay: Lager zur Neuennstadt am 29. Junij Anno 47.

5

Philips Lz3 zu Hessenn,

6

Vff solchem fürstlichem beuelch, Habenn der Herr Stadthalter vnnd Räthe zu Cassell gemeine Pfenner zu Allenndorff ann der Werra zur hanndelung alher Jegenn Cassell betagt vnnd beschriebenn, desgleich die Beamptenn zum Soden, auch wie hernach volgtt,

7

Vnnsernn günstigenn grus zuuor Erbarnn guten Gönnern,

8

Es that4 vnnser gnediger fürst vnnd herr zu HessennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Catzenelnbogk — Schreibung der Endung unsicher (Catzenelnbogk/Catzennelnbogenn)
  2. zu helffenn lassenn vnnderstehet — Wortfolge unsicher gelesen
  3. Lz — abgekürzte Unterschrift, wohl 'Landtgraff zu'; Buchstabenbestand unsicher
  4. that — Lesung 'that' (= tat/hat); Satz wird erst auf der Folgeseite vollständig

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 108 Bl. 52v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 108

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevnns Itzo ein schreibenn nebenn anndern zukommen lassenn, des Datum helt Im Kay: Lager zur Neuenstadt, am 29. des Monats Junij, Itztvergangenn1 darin sfgl.2 beuohlenn,

2

Nach dem sfgl. vor Irem abreisenn berichtet wordenn, das der Saltzbronn bey euch etwas schadthafftig sey,

3

So soltenn wir nebenn etliche aus euch, so dero dinge verstenndige werenn, darann sein, das solcher Bronn wieder restaurirt, vnnd die menngell wiederumb zur besserung gebracht werden möchtenn,

4

Darauf so ist in nahmen sfgl. vnnser begere, vor vnns guetlich gesinnende, wollet drey oder vier aus euch verordenenn, die des Saltzwergks gelegennheit vnnd verstanndt habenn,

5

vnnd vf nehisten Sonntags den 10. Julij alhie Jegenn abendt annkommenn, volgennts tags darnach nebenn vnns von dem,3 zu rathschlagenn vnnd zuschliessenn, wie dem Bronnen zu helffenn werdenn möchte,

6

Darann geschicht hochgedachtem vnnserm gnedigenn fürstenn vnd herrn zugefallenn, So kompts euch allenn auch zu gutenn, vnnd wir seindt euch mit günstigem willenn geneigt,

Unsichere Lesungen

  1. Itztvergangenn — Wortende mit Schnörkel abgekürzt, Endung unsicher
  2. sfgl. — Abkürzung wohl 'seiner fürstlichen gnaden'; Buchstabenbestand unsicher
  3. nebenn vnns von dem, — Wortlaut 'von dem' unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 109 Bl. 53r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 109

1

Datum Cassell am 4. Julij Anno 47.

2

Stadthalter vnnd Rethe zu Cassell.

3

Ann gemeine Pfenner zu Allenndorff ann der Werra

4

Vnnsern grus zuuor Erbarnn guten Gönnere1,

5

Vff beuelch vnnsers gnedigenn fürstenn vnnd herrnn zu Hessenn habenn wir etliche aus den Pfannhern2 bey euch, annhero beschriebenn,

6

vf nechstenn Sonntagk den 10. dieses Monats Jegenn abendt alhie annzukommenn, vnnd nebenn vnns, wie den gebrechenn des Saltzbronns zu helffenn sein wolle, zu redenn vnnd zu rathschlagen

7

Dieweil nun die notturfft erfordert, das ihr auch bey solchem hanndell seyet, So ist in nahmenn sfgl. vnnser begere, Ir wöllet als dann auch alhie annkommen,

8

vnnd zwene verstenndige Söder3 |: welchenn Ir doch die vrsachenn, weshalbenn ihr annhero beschriebenn seidt, nicht eröfnenn sollet :| mitbringet,

9

Geschickt4 neben anndern zu redenn, vnnd zu schliessenn, wie dem Bronnenn geholffenn werdenn möchte,

10

DaranLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Gönnere — Endung unsicher (Gönnere/Gönnern)
  2. Pfannhern — Lesung unsicher (Pfannherrn/Pfennern)
  3. Söder — Anfangsbuchstabe S/B nicht sicher; 'Sieder' aus dem Kontext erschlossen
  4. Geschickt — Lesung unsicher, auch 'Geschicht' möglich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 110 Bl. 53v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 110

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegeschicht sfgl. meinung1, So seindt wir euch mit gunstenn geneigt

2

Datum Cassell am 4. Julij Anno 47.

3

Stadthalter vnnd Räthe Zu Cassell.

4

Ann Renndtmeister vnnd Saltzwartenn zu Allenndorff ann der Werra,

5

Darauf ist den 11. Julij desselbenn Jars berathschlagt, wie volget,

Unsichere Lesungen

  1. geschicht sfgl. meinung — Zeilenanordnung zweispaltig; Lesereihenfolge rekonstruiert (linke und rechte Halbzeilen)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 111 Bl. 54r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 111

1

Das fünffte Buch.

2

Wie dem Saltzbronn daselbst zum Sodenn für Allenndorff ann der Werra ann dem fürstehenndenn1 mangell zuhelffenn sein wolt.

3

Vonn wegenn vnsers gnedigenn Herrnn, durch den hern Stadthalter Rudolff Schennck, Lanndtvogt, Doctor Waltter, Henrich Muldener, Jost Bertternn2 den Renndtmeister vnd Salzewardt3 zum Sodenn

4

Vonn Gemeiner Pfenner wegenn: Johann Riedennstein, Johann Schaffnit, Chias Cherey4, Hanns Meuth5.

5

Also ist gemeiner Pfenner bedennckenn, dieweil die gebeue vmb den Salzbronn, durch lennge der zeit etwas manngelhafftigk sein köntt, damit man sich dann nit in sorgliche gebeu begebe,

6

das mann den Tam vmb den Bronnenn offne, vnd besehe, ob manngell da befundenn, köndt mann ein neu fas vnnd Tam darumb schlagen vnd machenn, das dann sonnder grosse beschwerung geschehenn köntte.

Unsichere Lesungen

  1. fürstehenndenn — Lesung des Wortes nicht ganz sicher; Sinn 'bevorstehenden/vorstehenden' Mangel.
  2. Bertternn — Familienname des Rentmeisters Jost nicht sicher lesbar.
  3. Salzewardt — Amtsbezeichnung nicht sicher; wohl 'Salzwart' (Aufseher des Salzwerks).
  4. Chias Cherey — Vor- und Nachname unsicher; 'Chias' wohl Kurzform von Matthias.
  5. Meuth — Nachname unsicher, auch 'Reuth' möglich.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 112 Bl. 54v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 112

1

Johann Schafnit bericht, wann der Sohlgrabe gereumbt, so habe der Bronn keinenn1 manngell.

2

Item der Bronn ist vor zehenn Jarenn vber den Zapffen gestigenn, vnnd bleibt itzo darunter, darumb muß der Bronn manngelhafftigk sein.

3

Hanns Meutenn meinung ist, das mann den Bornn mitt pompenn außöse2, als dann köndt mann sehenn, ob an den ädernn manngell seÿ oder nicht.

4

Lanndtvogt beschleust mit das der Sohlgrabe gereumbt werde, zum anndernn das verstenndige leute, so sich vff grundt beue, nebenn den Rethenn im augennschein vf einem namhafftigenn tagk verordenet wurdenn, darvonn zu rathschlagenn,

5

zum drittenn das eh3 Meister Jorgenn Baw vnnd Kunst dem hauptwerck sehr schedtlich vnnd furderlich abzuthun seÿ.

6

Des Herrnn Stadthalters meinung ist, das der Sohlgrabe vollennt geraumbt werde vfs furderlichst, vnnd dieweil der Tam vmb den Salzbronn manngelhafftigk, das demselbenn furderlich gerathenn, vnnd das Innsonnderheit nach itzigem furhabenndem Lanndtage,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. keinenn — Wort mit langem Querstrich durchzogen; als Zierstrich (nicht Tilgung) gedeutet, da sonst der Satzsinn fehlt.
  2. außöse — Lesung nicht ganz sicher; Sinn 'ausschöpfe/auspumpe'.
  3. eh — Kurzes Wort vor 'Meister Jorgenn' unsicher lesbar (evtl. 'es' oder Kürzel); in der Übersetzung unberücksichtigt.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 113 Bl. 55r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 113

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteim augennschein davonn gerathschlagt vnnd gehanndelt werde.

2

Solches alles ist Jorgenn Behm furgehaltenn, dieweil die Kunst den Bronnenn beschwert, so muste sie abgethann werdenn, Weiße er nun annder mittell, die sohle heraus zubringenn, soll gehort, vnnd Ime darzu geholfenn werdenn,

3

darauf sagt Jörge Behm, die Kunst seÿ dem Bronnenn vnschedtlich, ziehe sich des vf alle verstenndige Bergkleute.

4

Vff solche behanndelung ist dieser abschiedt gebenn, das nach diesem itzigenn furstehenndem Lanndtage am Vfies1, der Stadthalter, Lanndtvogt, Johann Nordeck, Heinz von Lutter2, der Baumeister zu Ziegennhain, Henrich Muldener, vnnd annder verstenndige Werckleuthe,

5

vf einem namhafftigenn tage, Welcher der Stadthalter benennenn wirdet, im augennschein zum Sodenn annkommenn, vnnd vonn solchem manngell wie dem zuvorkommenn zu rathschlagenn.

6

Vnnd soll Jörge Behm als dann auch da sein.

7

Vnnd mitlerweÿl soll der Sohlgrabe geraumpt werdenn, Da auch die Pfenner etliche verstenndige Bauleute darzuLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. am Vfies — Wort nach 'Lanndtage' nicht sicher lesbar; vielleicht 'am schirsten' (= alsbald). Übersetzung sinngemäß 'alsbald'.
  2. Lutter — Name 'Heinz von Lutter' — u-Bogen ohne eindeutige Umlautzeichen, auch 'Lütter' möglich.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 114 Bl. 55v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 114

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedienlich, habenn vnnd bekommenn köntenn, Sollen sie vleis annkerenn, die werenn vffm Hain1, Inn oder außerhalb Lanndts, oder ann annderm orttenn,

2

Vnnd das sie darann nichts sparenn soltenn, keme2 Ihnenn Irenn Erbenn vnnd nachkommenn selbst zum besten.

3

Dieweil nun die besichtigung vnnd weitter Hanndelung im augennschein geschehenn solle, So habenn die fürstliche Herrnn Stadthalter vnnd Räthe darin den erstenn Septembris daselbst zum Sodenn zu ein tage anngesezt, daselbst sein erschienenn, vnnd ist verhanndelt wie volgtt.

Unsichere Lesungen

  1. vffm Hain — Lesung 'Hain' nicht ganz sicher; wohl Ortsangabe (auf dem Hain).
  2. keme — Wort vor 'Ihnenn' nicht ganz sicher; Sinn 'es käme ihnen ... zum Besten'.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 115 Bl. 56r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 115

1

Beratsschlagt wie dem manngell des Saltzbronnes möchte gerathenn werdenn

2

Vonn wegenn vnnsers gnedigenn fürstenn vnnd Herrn: stzl1 Stadthalter Rudolff Schennck zu Schweinsburgk2, der Lanndtvogt Sigmundt vonn Beÿneburgk3, Heinz vonn Lutter Hauptmann zu Ziegennhain,

3

Johann Nordeck, Henrich Muldener, Valtin Schulde4, Jost Berker5, Hanns Geilmann6 Schultheis von Hombergk, Renndtmeister zum Sodenn Johann Bartholmes, Salzwardt zum Sodenn Christoff Hombergk.

4

Vonn wegenn Gemeiner Pfänner vnnd für sies selbst.

5

Ernnst vonn Bischausenn, Hans Caspar7 von Eschwege, Bernnt vonn Bischausenn, Her Wilhelm Prediger Dechant zu Hilgennstadt, Her Henrich Löber vonn Hilgennstadt.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. stzl — Kürzel vor 'Stadthalter' nicht sicher aufzulösen; in der Übersetzung ausgelassen.
  2. Schweinsburgk — Wohl 'Schweinsbergk' — die Familie Schenck zu Schweinsberg.
  3. Beÿneburgk — Gemeint ist die Familie von Boyneburg.
  4. Valtin Schulde — Nachname unsicher, auch 'Schilde' möglich.
  5. Jost Berker — Nachname unsicher; wohl dieselbe Person wie 'Jost Bertternn' auf Blatt 54r.
  6. Geilmann — Anfangsbuchstabe nicht ganz sicher, auch 'Seilmann' möglich.
  7. Caspar — Vorname des Hans von Eschwege nicht ganz sicher lesbar.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 116 Bl. 56v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 116

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteJörge Freundt Renndtschreiber zu Eschwege, Johann Schaffnit der Elter, Johann Nidernstein1, Johann Caßelmann, Hanns Meuth, Heinz Meinhardt, Chias Choreÿ2,

2

Curt Rulanndt3, Jörge Gauwler4, Hanns Möller der Eltter, Alexannder Jordann, Bernnhardt Wallis vnnd annder Bürger die Pfentzsch5.

3

Actum Allenndorff ann der Werra den erstenn Septembris Anno 47.

4

Der Herr Stadthalter erzehlt die Hanndelung zu Cassell, vnnd befihlt den verordenntenn der Pfenner beÿ den Pflichtenn, damit sie vnnserm gnedigenn fürstenn vnnd herrnn verwanndt sein,

5

Wes sie sich bedacht habenn, wie dem manngell zuvorkommenn, anzuzeigenn, vnnd zum bestenn mit anrathen zuhelffenn.

Unsichere Lesungen

  1. Nidernstein — Anfangsbuchstabe N/R mehrdeutig; wohl dieselbe Person wie 'Johann Riedennstein' auf Blatt 54r.
  2. Chias Choreÿ — Vor- und Nachname unsicher (auf Bl. 54r als 'Chias Cherey' gelesen).
  3. Rulanndt — Anfangsbuchstabe R/M mehrdeutig; auch 'Mulanndt' möglich.
  4. Gauwler — Nachname unsicher; auch 'Gaißler' oder 'Saurler' denkbar.
  5. Pfentzsch — Wort nach 'Bürger die' nicht sicher lesbar; dem Sinn nach 'Pfänner'.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 117 Bl. 57r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 117

1

Darauf die Pfenner ein klein bedennckenn gebettenn, ist Ihnenn zugelassenn,

2

Nach dem gehabtenn bedacht, sagt Widennstein4 vonn wegk1 gemeiner Pfenner, das die verordenntenn habenn des Herrn Stadthalters erzehlung anngehört, vnnd erkennenn sich ohnn das fur sich selbst schuldige,

3

Vnnd dieweil solchs vnnserm gnedigenn Furstenn vnnd Herrn mitbelanngt, den Bornn in besserung zufassenn, Bitten sie, Ire bedennckenn anzuhörenn, erkennenn sich schuldige zuuerdienenn,

4

Darauf der Herr Stadthalter gesagt, sie habenn zuerachtenn, das dis suchenn nit annders dann dem Handell zu gut, begeret nachmahls diese sachenn zufordernn,

5

Johann Widennstein erinnert die vorigenn vfgerichte vertrege, vnnd Location, sagenn das sie sich schuldige erkennenn, dem manngell rathenn zuhelffenn, doch das es demselbenn nit zuwieder protestirende, wollenn vnnbeschwert sein,

6

vnnd sagenn das sie alwegenn fur die schwerenn gebeuwenn gewerth, seÿ aber den werckleutenn2, dann=3Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. vonn wegk — Lesung des Wortendes unsicher; sinngemäß „von wegen“ (im Namen der gemeinen Pfenner)
  2. werckleutenn — Wort mit Zierstrich durch ck; Lesung „Werkleuten“ wahrscheinlich
  3. dann= — Am Seitenende getrenntes Wort; Fortsetzung S. 118 „derlich“ ergibt wohl „sonnderlich“, erster Wortteil liest sich aber eher wie „dann“
  4. Widennstein — Anfangsbuchstabe des Namens mehrdeutig, auch „Niedennstein“ möglich (so auch S. 119)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 118 Bl. 57v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 118

1

Fortsetzung von der vorigen Seitederlich Meister Jorgenn Behm zuuiel geuolgt, ziehen sich auff den augennschein, vnnd thun dem Bornn schadenn, dann die altenn habenn vf das alte fundament, das neue fas gesezt, vnnd vfgestosenn pfele, zweÿ fasse1 seindt mit Thonn verstopfft,

2

Nun ist die kunst darauf gelegt, die nit allein das fas, Sondern auch die bodenn bewegt,

3

Darumb erschell2 die kunst diesem leichtenn Baw, kömpt der schade allein vonn der kunst, vnnd seÿ meister Jorgenn kunst schuldt,

4

Zuuorkommenn demselbenn, Woltenn sie einfeltiger weise sagenn, nach dem das fundament noch gannz, das der Tham wurdt ausgenommenn bis auf den grundt, als dann wurdt der schade gesehenn,

5

Dieweil das fas noch gannz seÿ, vnnd kannt3 ohnn schadenn geschehenn, Dann sie befindenn, das die sohle im Bornn noch wie zuuor starck gnug ist,

6

Darauf anntwort der Herr Stadthalter, dieweil der mehrenntheil beruhet vf dem augennschein, Wollenn sie nach essenns zeitlich hinaussenn zum Sodenn4Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. zweÿ fasse — Lesung „fasse“ (Fässer) nicht ganz sicher, auch „faste“ denkbar
  2. erschell — Wortform unsicher; wohl „erschellt/erschüttert“
  3. kannt — Lesung unsicher, „kannt/konnt“ (= könnte)
  4. zum Sodenn — „zum“ auch als „zun“ (= zu den) lesbar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 119 Bl. 58r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 119

1

Fortsetzung von der vorigen Seitesein, vnnd solchs in augennschein besichtigenn, gefelt denn verordenntenn vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, vnnd gemeinenn Pfennernn wohl.

2

Vnnd ist die besichtigung in sampt also geschehen, vnnd vmb den Salzbronn, Sohlgrabenn, Kunste, vnnd annders,

3

vnnd sagt Johann Widennstein1, das sie den Salzbronnen heutigs tags noch freÿ vnnbeschedigt fundenn, allermassenn der in vberliefferung vnnd annfanng der Location gewesenn seÿ,

4

dann er denn mit dem mas darann der Bleÿ vnnd federnn stein2, vnnd sie solch mas zu der zeit genommenn gemessenn, Welch mas die Pfenner beÿ sich behaltenn,

5

vnnd sagter Widennstein, das sie den Salzbronn alle Jar etlich mahl geraumpt, Kies vnnd steine heraus geraumpt,

6

vnnd wie er vonn den altenn gehort, auch selbst gesehenn habe, so seÿ also viel heraus gelannget, das der Bronn Jzt da mit gefult kondt werdenn,

7

Nach beschehener heutiger besichtigung, habenn sich Stadthalter, Lanndtvogt, Heinz vonn Lütter4, Nordeck, vnnd wir vnns vnnderredt vnnd enndtschlossenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Widennstein — Anfangsbuchstabe mehrdeutig, auch „Niedennstein“ lesbar (zweimal auf der Seite)
  2. der Bleÿ vnnd federnn stein — Lesung und Sachbezug unsicher; wohl Blei(lot) und Federstein am Messmaß
  3. gefult [gestrichen] — Nach „gefult“ ein kurzes, doppelt durchstrichenes Wort am Zeilenende, unleserlich
  4. Heinz vonn Lütter — Name mit Zierstrich durch tt; wohl Heinz von Lüder, Statthalter zu Kassel

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 120 Bl. 58v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 120

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedas Heinrich Müldener2, Jost Becker1, vnnd der Rendtmeister der Pfenner Salzgrebenn, nachuolgennde meÿnung annzeigenn sollenn, sich darauf zu vnnderredenn, vnnd morgenn zeitlich anntwort zugebenn,

2

Erstlich sehenn Stadthalter vnnd Räthe fur nüzlich vnnd gut ann, das der Sohlgrabe vom vnnten herauf bis fur das gewelbe gannz zu grunde geraumbt vnnd gesaubert werdenn soll, also das das wasser aus dem gewelbe sein ausflus vnnd fall habenn könne.

3

Zum anndernn das darnach derselbe sohlgrabe vom Karmeberge3 ann bis vors gewelbe mit dielenn vnten vnnd vf beidenn seittenn gefuttert, vnnd gefast werden soll, Inmassenn Jzo ein Stutenn4 zur proba gemacht ist,

4

vnnd sollenn die Pfenner mit annrathenn, ob mann darzu Eichenn, Buchenn, oder Tannenn dielenn nehmenn soll.

5

Zum drittenn das der Berck am Salzbronn durch verstenndige werckleuthe mit einem gutenn Stoll durchfahrenn solt werdenn,

6

Zum vierdtenn, Wo es Ihnenn gefiele das der Salz=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Jost Becker — Zierstrich durch ck; auch „Berker“ lesbar
  2. Heinrich Müldener — Name; Lesung „Müldener“ (auch „Mildener“ denkbar)
  3. Karmeberge — Ortsname unsicher; Anfangsbuchstabe mehrdeutig (K/S/W), etwa „Karmeberg/Karnberg“
  4. Stutenn — Lesung unsicher; dem Sinn nach „ein Stück (Abschnitt) zur Probe“

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 121 Bl. 59r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 121

1

Fortsetzung von der vorigen Seitebronn ausgeöst1 wurde, damit mann den Bodenn sehen könntte,

2

Vnnd wann der Grabe gesaubert, solt das wasser 14 tage aus dem gewelbe fliessenn, vnnd da es sich dann mit dem siedenn nit bessert, so solt mann ein probwerck siedenn, damit mann Innenn werde, wie es ein gestalt darumb habe.

3

Der Pfenner Anntwort vf obbeschriebenn antragenn.

4

Zuuor vnnd ehr sie vf das anntragenn anntwort geben wollenn sie anngezeigt habenn, dieweil gesternn Christof vnnd Meister Jorg mit redenn zusammenn kommen2, das einer den anndernn Jzigs schadenn vhrsach zusein, beschuldigt,

5

So wollenn sie gebettenn habenn, des einem grundtlichenn bericht zuempfahenn,

6

Ist abgeleint das Christoff mit vfreumung des grabenns keinenn schadenn gethann, vnnd da dem Bornn solt schadenn geschehenn sein, als mann doch nit hofft, So müste es der schwere der kunst gethann habenn,

7

Widennstein3 sagt vff den erstenn artickell, das sieLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. ausgeöst — „ausösen“ = ausschöpfen; Lesung wahrscheinlich, aber Wortbild eng geschrieben
  2. zusammenn kommen — Sinn: mit Reden aneinandergeraten; Wortfolge etwas unsicher
  3. Widennstein — Anfangsbuchstabe mehrdeutig, auch „Niedennstein“/„Tiedennstein“ lesbar; hier wie zuvor als Widennstein wiedergegeben

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 122 Bl. 59v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 122

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedenselbenn nit wissenn zuuerendernn, doch das der Grabe nit tieffer denn das gewelbe ist, ausgefurtt werde, Dann wann er tieffer gemacht wurde, keme dem Salzbronn nit zugut, so fielle er auch destomehr Inn,

2

Den anndernn artickell, das der Grabe gefast werde mit dielenn, Ist Inenn auch zugefallenn,

3

Den drittenn habenn sie ein gros bedennckenn, dann vom Berge her ist nit souiel wassers als vonn der Werra herkommenn ist, wie mann in sezung des kunstkastenns gesehenn hat, Ist in vorzeitenn der vhrsach halbenn auch verpliebenn,

4

Wollenn Ihnenn solichs zubedennckenn heimgestelt habenn, könnenn auch darin ohn vorwissenn aller Pfenner nit willigen,

5

Item das ein Tham geschlagenn werde, darmit die Werra nit herabgehenn könne, Ist geschehenn,

6

Item das vf liederlicher kunst1 gedacht werde, damit Meister Jorgenn schwer kunst abgethann werde,

7

Schaffnit2 sagt, Wo der Salzbronn schadenn hette,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. liederlicher kunst — „liederlich“ hier wohl = leichter, geringer (einfacheres Pumpwerk); Lesung sicher, Deutung erschlossen
  2. Schaffnit — Personenname; Lesung wahrscheinlich, sonst nicht belegt

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 123 Bl. 60r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 123

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteso mus es Jorgenn kunst1 schuldt sein, vnnd keinem annderm2,

2

Heintzenn Lutters Rath ist, Wann flude seyenn, das dann furs gewelbe ein Tam geschlagenn werde, vnnd soll das wasser was aus dem gewelbe kömpt, mit ein tag Haspell ausgezogenn werdenn,

3

Bescheidt

4

Stadthalter sagt, das der Sohlgrabe soll bleibenn, vnnd gemacht werdenn, wie die Pfenner begert, also das der abfall eines fußes vorm gewelbe sey,

5

Des Stols halber soll es bleibenn bis der Salzbronn gebauwet werde,

6

Das der Sohlgrabe gefast werdenn soll, vnnd das sie den Baw mit helffenn tragenn,

7

Der Tham soll geschlagenn werdenn, das die Werra nit herab gehenn soll,

8

Die kunst, das die dem Bornn schedtlich sey, soll nachgetracht werdenn, liederlich3 kunst zu ausbringung der Sohl vfzurichtenn,

Unsichere Lesungen

  1. Jorgenn kunst — Deutung unsicher: Jörgens Kunst (Pumpwerk) oder Personenname Jorge Kunst; Satzanfang liegt auf der Vorseite
  2. keinem annderm — Endungen der beiden Wörter (m/r bzw. m/nn) nicht ganz sicher
  3. liederlich — frühnhd. liederlich = leicht, mühelos; Lesung ziemlich sicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 124 Bl. 60v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 124

1

Pfenner Widennstein1 bitt, Was sie in dieser sachen geredt, das sie es trewlich vnnd gut gemeint, sie des nit zuuerdennckenn,

2

Das sie aber den kostenn des Sohlgrabenns soltenn mittragenn, vermeinenn sie nit schuldigk zusein,

3

Zum anndernn das die Bawleute zur kunst sollenn mit bestellenn, Habenn sie Jzo niemanndts, dann Meister Hansenn, darauf der Herr Stadthalter den bescheidt gebenn,

4

Dieweil der Baw am Sohlgrabenn nit allein Jn zeit der Location, sonndernn auch hernach Ihnenn zu gut kömpt, soll sie4 den grabenn mit bawenn, vnnd allenn vnkosten zum halbenn theil tragenn vnnd geltenn helffenn,

5

Dargegenn die Pfenner protestiren, Wollenn aber die Ein hundert guldenn schuldenn hievor hiever2 vnnserm gnedigenn Herrnn gewilligt entrichtenn, die sie noch zum Sohlgrabenn zubawenn schuldigk sein,

6

Actum Allenndorff den 2 Septembris anno 47.

7

Heutigem abschiede nach habenn Stadthalter vnd Landtvogt, Heinz vonn Lutter, Nordeck3, vnnd wir andern,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Widennstein — Anfangsbuchstabe W/N nicht sicher; auch 'Nidennstein' (vgl. 'Niedennstein' PDF-S. 136) möglich
  2. hievor hiever — Zwei fast gleiche Wörter hintereinander, wohl Dittographie des Schreibers; Übersetzung gibt nur 'zuvor' wieder
  3. Nordeck — Endung -ck mit Zierstrich; Familienname von Nordeck, Lesung ziemlich sicher
  4. soll sie — so die Vorlage; grammatisch 'sollen sie' zu erwarten

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 125 Bl. 61r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 125

1

Fortsetzung von der vorigen Seitesampt gemeinenn Pfennernn verordenten, den Salzbronn, vfs niedrigste ausösenn lassenn, Vnnd darnach die nachbenente Werckleute, das im bronnenn besichtigenn lassenn,

2

Hat sich nachmahls wie zuuor fundenn, das, das das fas im grunde, ann etlichenn ortenn, hole vnnd wans1 ist, wie sie die Werckleute abgehort sein, vnnd hernach verzeichnet ist.

3

Es hat auch Meister Jorge die bede Rörenn2 zugleich müssenn gehenn lassenn, damit mann sehe, wie sehre die kunst bewegt werde, am Salzbronn vnd Bodenn3,

4

Hanns vonn [gestrichen: Frannckfurt]4 der Steinmez ist gefragt wie er das werck des Salzbronnens befundenn, Ob Jorgenn kunst dem Bornn schedtlich sey oder nit, vnnd wie dem zuhelffenn sey,

5

Sagt das werck sey dem Bornn schedtlich, so sey das werck vnntenn zubrochenn, vnnd were sein rath, das der Born erst mit holzwergk, vnnd darnach darumb her mitt steinenn gefast wurde,

6

Meint auch das ein zug mit gewicht könt5 darauf gesazt werdenn, die soviehl sohle heraus bringenn könte, als Jzige kunst,

Unsichere Lesungen

  1. wans — frühnhd. wan = leer, schadhaft; Lesung nicht ganz sicher, auch 'wanck' denkbar; übersetzt als 'schadhaft'
  2. Rörenn — Anfangsbuchstabe R/K im Duktus mehrdeutig; 'Röhren' (der Kunst) nach dem Kontext
  3. Bodenn — Wort mit Querstrich – wohl Zierstrich, keine Tilgung
  4. [gestrichen: Frannckfurt] — Herkunftsangabe gestrichen; nach 'gefragt' zusätzlich ein gestrichener Schnörkel/Buchstabe, unleserlich
  5. könt — Lesung könt/kömt; dem Sinn nach 'könnte'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 126 Bl. 61v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 126

1

Sagt auch das vf der seittenn Jegenn dem kunsthaus, das meiste wilde wasser in Salzbronn feldt, Darumb soll mann zwölff pompenn1 Inn Bornn sezenn, vnd den ausösenn, damit mann den grundt sehen könte,

2

Meister Annthonius Baumeister zu Ziegennhain, sagt vf des Stadthalters fragt, ob die kunst dem Borne schadenn thue oder nit, vnnd wie dem Bornn zuhelffenn were,

3

Die kunst sey dem Borne nit nuzlich, dann der Born sey mittenn nidrigk, vnnd das fas vf etlichenn ortenn ledigk, hab die kunst mit den schleuchenn ausgezogenn,

4

Der den Bornn gebauwet hat, der hat den vf den kies2 gesezt, Darumb must mann kunst sezenn, das der Bornn ausgeöst wurde, Damit mann dem Bornn vf dem Bodenn sehenn konne,

5

Meint auch besser sein, das holzer Rörenn vnd leddernn schleuche gesezt wurdenn, hettenn kein gewalt noch läst, vnnd solten in einem troge gehen,

6

Der Thonn sey vnnfleissige3 hinein kommenn, sey klomperchtige4.

Unsichere Lesungen

  1. zwölff pompenn — Zahlwort zwölf; Lesung ziemlich sicher, aber auffällig hohe Zahl
  2. kies — Anfangsbuchstabe k/b nicht ganz sicher; 'Kies' nach dem Kontext (Brunnengrund)
  3. vnnfleissige — Lesung unsicher; verstanden als 'unfleißig' = nachlässig
  4. klomperchtige — Wort mit langem Querstrich – wohl Zierstrich/Unterstreichung, keine Tilgung; Lesung klomperchtige/klemperchtige, verstanden als 'klumpig'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 127 Bl. 62r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 127

1

Nach Mittage zu gehe ein Ader starck, aber der Tast1[?] sey zu grob noch darauf, das mann nit eigenntlich sehenn konne, wo sie sich ereugtt2.

2

Heinz vonn Lutter sagt, das in Lothringenn viel Salzwerck sein, die liegenn gemeinlich im gemohr3, Hab Balthasar Merz, vnnd Meister Kunz der Zimmermann besichtiget, vnnd vielleicht, darauf verzeichnus gemacht,

3

Derowegenn hat mann sich zuerkundenn, vnnd vonn dem ort leute zubekommenn, die gutenn Rath gebenn köntenn,

4

Meister Hanns Güldennzopff vonn Freunbergk4[?] sagt, es thue vonn nötenn, das der Bornn Neue gefast, vnd diesenn winter darzu alle bereitschafft verschafft5 werde,

5

Die beste fassung ist Inns gefierdte zu sezen, vnnd viel besser dann mit den Rundenn fassenn,

6

Diese alte fassung sey sehr wanndelbar, vnnd sey werck6, da es ein Werckmann gemacht hette, were es bestenndiger vnnd kunstlicher.

7

Sollenn zwene Schachte gemacht werdenn diesennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Tast — Lesung Tast/Last unsicher; verstanden als das über der Ader Liegende, das die Sicht verwehrt
  2. ereugtt — Zierstrich durch tt, keine Tilgung; ereugen = sich zeigen
  3. gemohr — wohl 'Gemoor' (Moorgrund); Lesung ziemlich sicher
  4. Freunbergk — Herkunftsname unsicher; auch Frauenberg, Freudenberg oder Creuzberg denkbar
  5. bereitschafft verschafft — beide Wörter mit Zierstrich durch fft, keine Tilgung
  6. vnnd sey werck — Wortlaut syntaktisch hart; 'hette' mit Zierstrich durch tt, keine Tilgung; Übersetzung sinngemäß

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 128 Bl. 62v

Wortlaut der HandschriftSeite 128

1

wintter, die Östenn1[?] dem Bronn, vnnd könndt man gleichwohl siedenn, Wann der Bronn zu grundt geöst2 wurde, könnt mann vonn den adernn redenn, Wann die Salzadernn noch geringer were als diese, so könnte mann es durch die waßer Schechte Jnnenn werdenn, vnnd die gepüre rechte adernn findenn, Wann mann die rechte adernn findenn will, so muß mann seiner natur nachvolgenn, dann gewiß, das die rechte Sohle in einem sonndernn gehenße3[?] gehe, Die taubenn am faß des Salzbronns sein etlich scharff Kann nit befindenn, das Jzige Kunst dem Bornne schadenn thue, dann die schleuche nit vffm Bodenn oder grundt stehenn, Meister Hanns Wezell4 der Zimmermann sagtt, wann diese Jzige alte faßung bleibenn sölte, das mann die ader so aus dem faße bliebenn ist, Jnnsonnderheit gefast wurde, Jnnwenndigk vnd auswendigk, Der Bornn ist vnntenn viel enger dann obenn, vnd wan

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Östenn — Ostern oder Osten unklar
  2. Z. 3: geöst — ösen = ausschöpfen, Lesung wahrscheinlich
  3. Z. 10: gehenße — Gehänge? Endung unklar
  4. Z. 15: Wezell — Name, e/a unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 129 Bl. 63r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 129

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegannzenn dielenn Jeglich fas in verzeittenn geseztt3.

2

Vff solche abhörung vnnd bericht ist geschlossenn, das der Tam1 vmb den Salzbronn ein achtennteil vf ein mahl vfgethann, vnnd dann vonn neuwem außgetembt2 werde, vnnd also gar vmbhero kann ohnn alle beschwerung geschehenn,

3

vnnd dadurch wirdt mann Innen, ob manngell sey oder nit am Salzbronn, dann das fas noch allennthalbenn gannz vnd gut ist,

4

Jorge Behm ernnstlich befohlnn, diese Kunst abzuthun, vnnd ein annder leichter Kunst zu außbringung der Sohl zumachenn,

5

aber er weis kein annder Kunst zumachenn, dann das er diese Kunst annders faße, vnnd hannge,

6

das haus vffm Borne abthue, vnnd den stall hinder sich rucke, auch im Salzbronn vnter die schleucht ein kastenn mache, doch das er nit vf den Boddenn rucke,

7

Wo mann den Bornn vfreist, soltt mann es wohl böser machenn, darumb vonn nötenn den Bornn gar auszuösenn, könnte mann die adernn erkennen vnd den manngell sehenn,

Unsichere Lesungen

  1. Tam — Anfangsbuchstabe nicht ganz sicher (T/S); dem Sinn nach Damm um den Salzbrunnen
  2. außgetembt — Lesung der Buchstabenfolge -embt gesichert per Zoom; gedeutet als ausgedämmt
  3. geseztt — Satzanfang fehlt (steht auf der Vorseite); Zierstriche durch tt

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 130 Bl. 63v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 130

1

Vonn solchenn gepflegtenn hanndelungenn hochgedachtem vnnserm gnedigenn furstenn vnd herrn mit wissen des Herrnn Stadthalters Inn die schwere harte Custodien1, schrifftlicher bericht geschehenn ist, Innhaltenndt, wie volgett.

2

Dem durchleuchtigenn Hochgebornnenn furstenn vnd herrenn Herrn Philipsenn Lanndtgrauen zu Hessenn, Grauenn zu Cazennelnpogenn etc. vnnserm gnedigenn furstenn vnd Herrnn

3

Durchleuchtiger Hochgebornner furst, E. F. G. sein vnnser vnderthenig, schuldige, vnnd gannz bereitwillige diennste alzeit zuvor, Gnediger furst vnd herr,

4

Wiewohl wir bisdaher, vonn einer zeit zur anndernn E. f. gl. erledigung vnnd heimkunfft, mit herzlicher vnnd hochster begir gehofft, vnnd noch teglich hoffenn, Innsonnderheit dieweil die Capitulation articul alle volnzogenn,

5

So werdenn doch E. f. gl. leider Gott geclagt2, vber das alles vonn tage zu tage vfgehalttenn, derwegenn wirLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Custodien — gemeint ist die Gefangenschaft Landgraf Philipps (1547-1552)
  2. geclagt — c/r schwer unterscheidbar; Formel leider Gott geklagt

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 131 Bl. 64r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 131

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegros herzlich mitleidenn tragenn, vnnd doch vnns die eußerste noth tringt, ann E. f. gl. diesenn schrifftlichenn bericht gelegennheit des Salzwercks halbenn zum Sodenn zuthun,

2

Hettenn aber weis Gott E. f. gl. zu Irer Jzigenn großenn vnnd eußerstenn beschwerungenn, gernn damit verschonnt, So habenn wir es doch lennger nit vmbgehenn, noch vfhaltenn konnenn, vnnd helt sich also,

3

E. F. G. habenn verschienenn den 29. Juny dis Jars aus dem kaÿ: Lager zur Neuenn stadt1 ann derselbenn Stadthalter vnnd Räthe alhie zu Cassell, des Salzbronns halbenn zum Sodenn also geschriebenn,

4

Dieweil E. f. gl. für Irem abreisenn befundenn das der Salzbronn zu Allenndorff ann der Werra manngellhafftigk, so seÿ E. f. gl.2 das sie Stadthalter vnnd Räthe, mit Rath ezlicher Pfenner vnnd annder verstenndigenn biderleuthe, solchem manngell zuhelffenn vnterstehenn sollenn,

5

doch in allewege mit vfzusehenn, das nit vbell werde erger gemacht,

Unsichere Lesungen

  1. zur Neuenn stadt — kaiserliches Feldlager zu Neustadt; welcher Ort gemeint ist, bleibt offen
  2. so seÿ E. f. gl. — elliptisch; zu ergänzen wohl Wille oder Befehl

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 132 Bl. 64v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 132

1

Darauf vier der vornembstenn vnnd Elttestenn der Pfenner vf den 11. Julij alhier gein Cassell beschrieben wordenn,

2

vnnd sein vonn E. f gl. wegenn derselbenn Stadthalter, Lanndtvogt, vnnd Doctor Walther, E. fgl. amptknechte dhin Sodem1 vnnd wir beyde bey solcher handelung gewesenn,

3

vnnd notturfftiglich gerathschlaget wie vnnd welcher massenn solchem manngell kont2 oder möcht gerathenn werdenn,

4

also ist desmahls geschlossenn, Dieweil die Söder für vnnd für klagenn, vnnd doch im Pfenner buche stunde, das mann Irer klage nit leichtlich glaubenn gebenn solt,

5

vnnd doch wohl sein möchte das die gebeuwe vmb den Salzbronn durch lennge der Zeit etwas manngelhafftigk sein köntenn,

6

Das nach dem gehaltenem zu der Zeit am schieste3[?] für die Kay:5 Commißarien bestimptenn Lanndtage der Stadthalter, Lanndtvogt, Nordeck, Heinz von Lutter4, vnnd annder verstenndige werckleute

7

vf einen namhafftigenn tagk, welchenn der Stadthalter benennenn solt, inn Augennschein dhin Sodenn annkommen,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. dhin Sodem — Wort vor der Einfügung Sodem unsicher gelesen (dhin = dahin?); Einfügung über der Zeile
  2. kont — Lesung des Wortes am Zeilenende nicht ganz sicher (kont = könnte)
  3. schieste — Lesung unsicher; wohl Form von schierst (= nächst bevorstehend)
  4. Heinz von Lutter — Name nicht ganz sicher; vermutlich Heinz von Lüder
  5. Kay: — Kay: mit horizontalem Kürzungsstrich (kaiserlichen); kein Tilgungsstrich, vgl. Kayr: Mayt: auf Blatt 65r

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 133 Bl. 65r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 133

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevnnd vonn solchem manngell, wie dem am bestenn vnd nuzlichstenn möchte vorkommenn werdenn, zu rathschlagenn,

2

Jnn gleichnus1 soltenn die Pfenner sich auch stadtlich darzu geschickt machtenn, vnnd auch nach verstenndigenn Bawleutenn mit vleis trachten,

3

Mittler Zeit solt der Sohlgrabe bis furs gewelbe, wie wir dann desmahls albereit für diesem tage in arbeit warenn, so viel es mennschlich vnnd muglich geraumbt werdenn,

4

Ob mann furm Gewelbe außerhalb den Sodenn einenn abfall erlanngenn vnnd habenn möchtte,

5

Dieweil aber in des vielerley E. f. gl. mercklich gescheffte furfielenn, auch inder Zeit E. f. gl. Stadthalter etwas schwach,

6

vnnd Ich Jost mit dem leztenn gelde Kayr: Mayt:3 zu enndtlicher enndtlicher2 enndtrichtung der Capitulation articul zuliefernn gein Speyr geschickt wordenn,

7

hat sich solcher tagk bis auff den leztenn Augusti erstreckt vnnd verweilett.

8

Da sein des tags vonn E. f. gl. wegenn zu AllendorffLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Jnn gleichnus — Lesung des ersten Wortes (Jnn/Jm) nicht ganz sicher; Sinn: desgleichen
  2. enndtlicher enndtlicher — Wortdoppelung am Zeilenumbruch (Zeile 15/16), so in der Vorlage
  3. Kayr: Mayt: — beide Wörter mit horizontalem Kürzungsstrich (Kayserlicher Maytstät)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 134 Bl. 65v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 134

1

Fortsetzung von der vorigen Seitezukommenn der Stadthalter zu Cassell, Lanndtvogt, Heinz vonn Lutter, Johann Nordeck, Valtin Thulde1, vnnd wir beide sampt E. fgl. ampt knechten zum Sodenn,

2

vnnd vonn Gemeiner Pfenner wegenn, vnnd auch für sich selbst Jnn die dreißigk personenn, von Prelaten, Adell vnnd Burger, so alle mit Pfenner warenn,

3

Da ist die vorige obberurte Hanndelung, vnnd der abschiedt zu Cassell repetirt,

4

vnnd nach vielen langen hin vnnd wieder gehaptenn redenn, geschlossenn, das der Salzbronn solt vfs aller niedrigst ausgeöst, vnnd darnach besichtiget werdenn,

5

Also that mann zustundt ann2, den Salzbronn ausgeöst, bis vff ein ehlenn tieff Sohl,

6

darnach seindt vonn E. fgl. vnnd gemeiner Pfenner wegenn, Ich Hienrich Muldenner3, Johann Niedennstein Burgermeister vnnd der Pfenner Salzgreuen zu Allendorff mit sampt vier Werckmeisternn, als nemblich Meister Hanns vonn Franckfurth SteinLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Valtin Thulde — Familienname unsicher gelesen (Thulde/Chulde?)
  2. that mann zustundt ann — Wendung unsicher; wohl: machte man sich sogleich daran
  3. Hienrich Muldenner — Name unsicher gelesen (Muldenner/Wuldenner?)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 135 Bl. 66r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 135

1

Fortsetzung von der vorigen Seitemetz, Burger zu Hombergk Jnn Hessenn, E. f. gl.1 Bawmeister zu Ziegennhain Anthonius, Meister Hanns Guldennkopff vonn Weynmar Jn duringenn, welcher mehr Saltzwercke gebawet, vnnd dann einen Zimmermann Hanns Wizell genanndt,

2

so E. f. G. etlich Jar Im Bodenn ann allerley bewenn gearbeit, Inn den Saltzbronn zu grunde zusteigenn, vnnd allen manngell zubesichtigenn, verordennt wordenn, dem wir dann also gelebt vnnd nachkommenn sein,

3

Da habenn wir eigenntlich vnnd augennscheinlich befundenn, das das fas im Saltzbronn vffm grunde, auch der Tam2 mangellhafftigk, vnnd wir habenn vnter dem fasse hin Inn den Tam mehr dann einer ehlen lanng greiffenn könnenn,

4

Nach solcher besichtigung vf vnnd vmb den Saltzbron, Sohlgrabenn, Kunste vnnd annders des tags vnnd artts3 geschehenn,

5

Habenn die Pfenner den Saltzbronn mitt einer Wardeln oder Leynenn, darann Bleyenn Zeichl4 vnnd feddern gehanngen, Inn die Höge tieffe, weitte vnnd lennge, Inn vnnd auswenndigk zumessenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. E. f. gl. — Abkürzung mit Schlaufenbuchstabe; Auflösung als 'Euer fürstlichen Gnaden' aus dem Kontext (Bericht an den Landgrafen), Lesung des ersten Buchstabens nicht ganz sicher
  2. Tam — Anfangsbuchstabe T mit Querstrich; auch Lesung 'Cam' (Kamm) denkbar, gemeint ist der Damm um das Brunnenfass
  3. artts — Wohl 'orts' gemeint (des Tages und Ortes); Vokal sieht wie a aus
  4. Zeichl — Wortende undeutlich; wohl bleierne Zeichen/Senkbleie an der Messleine

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 136 Bl. 66v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 136

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevnnd darnach durch Niedennstein1, den Herrnn Rethenn2 sagenn lassenn, das sie den Saltzbronn des tags, allermassenn wieder in vberliefferung zu annfanng der Location, das in verschienenem 41. Jare prima Maij gewesenn, noch vnbeschediget fundenn,

2

Das aber der Bodenn am grunde ann etlichenn orttenn etwas tieffer, dann das fas sey, kam daher, das die Altenn vonn Jar zu Jar den Saltzbronn gesaubert, vnd viel kodt, kies vnnd steine daraus geraumbt habenn,

3

vnnd sey des soviel heraus gelanngt, das der Saltzbronn Jzo damit gefult konnt3 werdenn, dadurch dann vnter dem fasse vnnd Tamme hero sich wohl konnt wilt wasser Inngeschleiffenn,

4

dann wir auch eigentlich befindenn, das sich etlich wilt wasser, so in der Abzucht gestanndenn, daselbst verlorenn hatt,

5

Vnd kann niemandt annders verstehenn, dann das solchs durch den baufelligenn Tam Inn den Saltzbronn falle,

6

Aber die Saltzadernn im Saltzbronn vnnd fas, gehenn noch Gott lob so starck vnnd gewaltigk, wie sie Je vnnd allwegenn gethann habenn,

7

dann es warLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Niedennstein — Wohl Ortsname Niedenstein oder Personenname; als Vermittler der Nachricht an die Räte genannt
  2. Rethenn — Am Zeilenumbruch Re=thenn; Lesung 'Räten' aus dem Sinn, erster Buchstabe nicht ganz eindeutig
  3. konnt — Beide Male stark verschliffen geschrieben; Lesung 'konnt(e)' aus dem Sinn

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 137 Bl. 67r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 137

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedesmahls nit muglich, das der Saltzbronn konnt oder mochte nidriger, dann einem ann sein knie, geöst vnnd gewaltiget werdenn, dringenn mit aller gewalt durch den kies heraus, das wir alle sehr erfreuet wordenn.

2

Darnach hat mann sich vonn allenn theilenn notturfftlich vnnderredt hin vnnd weder, wie vnnd welcher gestalt solchem manngell sonnder nachteil, vnnd das mann nit vbell erger machte, gerathenn, vnd geholffenn konnte werdenn, gerathschlagt, vnnd desmahls enndtlich dahin geschlossenn, vnnd verabschiedt,

3

Dieweil desmahls im Sommer mercklich vnnd grosse durre dieser Lannde art gewesenn, dadurch gemeintlich1 viel vnnd schier alle Bornne vertrockenet, derwegenn dann zuvermutenn gewest, das die Sohle auch im Saltzbronn nit so starck vnnd gut als zuvor sein mochte,

4

Wie dann in allenn Laubrosenn2 Jedes Jars geschicht, vnnd doch hernach wann die gebirge wieder voller wasser werdenn, sich die Sohl auch wieder gebessert habe,

5

Darumb solt manns bisLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. gemeintlich — Am Zeilenumbruch gemeint=lich; wohl Nebenform von 'gemeiniglich'
  2. Laubrosenn — Lesung des Vokals unsicher; wohl 'Laubrise' = Zeit des Laubfalls, Herbst

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 138 Bl. 67v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 138

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedie gebirge wieder wasserigk wurdenn, annsehenn,

2

vnnd solt doch mitler Zeit der Sohlgrabe ausserhalb den Bodenn vonn vnntenn herauff bis fur das gewelbe am dem orte, da E. f. gl. fur zehenn Jarenn, als der erste vertragk wardt vfgericht, die Soder1 schepffenn ließ,

3

ganntz zu grunde vollennt geraumbt, vnnd gesaubert wordenn, also das das wilt wasser aus dem gewelbe, einem abflus vnnd fall habenn könte, damit vmb den Saltzbronn ganntz vnnd gar kein wasser stehenn bleiben muste,

4

Vnd wann der Sohlgrabe also gesaubert, vnnd der abfall erlanngt wurde, solte das wilde wasser vierzehenn tage, aus dem Gewelbe fliessenn, damit mann sehe, ob sichs mit dem siedenn bessernn wurde,

5

Darnebenn ist auch im Rath beschlossenn, wo mann furm gewelbe ein abfall, der dem ganntzenn Saltzwergk hoch vnnd sehr tröstlich vnnd nutzlich were, erlanngen könte |: den doch die altenn nie gehabt habenn :|

6

das dann der Sohlgrabe solt gefast, vnnd vf beidenn seittenn mit dielenn gefuttert werdenn,

Unsichere Lesungen

  1. Soder — Lesung sicher bis auf Deutung; wohl 'Söder' = Sieder (Siedeleute), vgl. fol. 68r 'die Söder ... gesottenn'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 139 Bl. 68r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 139

1

Also hat mann Gottlob den 8. Octobris den abfall vor dem Gewelbe ein fus hoch erlanngt, das die altenn da sie schonn allerley künste gebraucht, nie gehabtt habenn,

2

Darnach habenn wir vierzehenn tage verzogenn, zu sehenn, ob sich das siedenn bessernn wolte, auch bis auf Martin1 gewarttet, das das gebirge zimblich wasserig wordenn ist,

3

da habenn wir befundenn, das die Söder etliche stunde weniger dann zuuor gesottenn, aber doch siedenn sie vber die vorige Zeit, vnd bleibenn auff Irer klage,

4

Derowegenn wir solchs dem Stadthalter anngezeigt, vnd vnns allerley vnnderredt, vnnd enndtschlossenn,

5

dieweil der Salzbronn solt vnnd must gebauwet vnnd gebessert werdenn, vnnd E. f. gl. doch solchs nit allein zuthun hette, sondernn die Pfenner mit rathenn, vnnd willigenn mustenn,

6

das wir beide mit den Pfenner Salzgreuenn dauonn hanndelenn soltenn, Wie wir dann vf nechst verschienenn Martini notturfftiglich gethann,

7

Nun stehet der articul vom bauwen in der Location wie volget.

Unsichere Lesungen

  1. Martin — wohl Martini (11. November); Endung am Zeilenende undeutlich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 140 Bl. 68v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 140

1

So aber wir oder vnnsere Erbenn ann Vestunngenn1, desgleichenn am Salzbronn etwas newes bauwenn, vnnd die Pfenner Ire Erbenn oder nachkommenn darzu gebrauchenn woltenn,

2

das soll mit Irer der Pfenner wissenn vnnd willenn geschehenn,

3

Doch soll den Pfennernn hierin vorbehaltenn sein, So sie befindenn wurdenn, das dieselbenn gebeuwe Ihnenn oder dem Salzwergk gefehrlich, nit diennlich, oder sonnst beschwerlich vnnd vnntreglich sein woltenn,

4

das sie auch als dann darzu nicht verpflicht oder obligirt sein soltenn,

5

Vff solch anntragenn habenn der Pfenner Salzgreuenn Zeit begert, das ann gemeine Pfenner gelanngenn zulassenn, So woltenn sie vnns in kurzem derselbenn gemüte annzeigenn,

6

als habenn sie alle furnembste, auslendische vnnd annder Pfenner vf Jzo nehistverschienenem2 Nicolai gein Allenndorf beschriebenn, da wir auch erschienenn,

7

vnnd Irer enndtlichenn anntwort, Da mit man solchs in der eyle ann E. f. gl. gelanngenn lies, vnnd sich in der Zeit mit zubereitung zum baue schickennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Vestunngenn — Lesung V/B am Wortanfang nicht ganz sicher; Sinn: Befestigungen
  2. Jzo nehistverschienenem — Wortfolge (Jzo = jetzo) und Endung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 141 Bl. 69r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 141

1

Fortsetzung von der vorigen Seitemöcht gewartenn,

2

Es habenn aber vnns der Pfenner Salzgreuenn1 den 12. Decembris die anntwort gebenn, das die auslenndischenn Pfenner des mahls aller aussenn bliebenn, vielleicht aus vhrsachenn, das der zeit alle wasser dieser Lanndtart vber aus sehr grob vnnd fluetigk gewesenn, das niemanndt hab wanndern könnenn,

3

Sie woltenn aber alle auslenndische Pfenner, dieweil die das meiste ann Irem Salzwercke habenn, zu stundt vf nechstkünfftige Weynachtenn wiederumb gein Allenndorf zukommenn beschreibenn,

4

der zuuersicht, sie wurdenn erscheinenn, vnnd was sie sich als dann enndtschliessenn, vnns vfs furderlichst zuuerstendigenn, des wir dann gewarttenn müssenn,

5

Was vnns nun vonn Ihnenn zu anntwort wierdet, wie vnnd welcher gestalt sie zu bauwenn willigenn, wollenn E. fgl.2 wir vfs eilennts verstendigenn,

6

Wo sie dann zum Baw oder Je zum wenigstenn den Tam vmb den Salzbronn hero zu renouiren, vnnd zu ernewerenn willigenn, so will vonn nötenn sein, das E. fgl. leute darzu verordtnen, die der sachenn vnd bawennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Salzgreuenn — Lesung des Anfangsbuchstabens (S) nach Kurrent-Duktus; gemeint sind die Salzgräfen
  2. E. fgl. — Abkürzung für 'Euer fürstliche Gnaden'; erster Buchstabe im Duktus zwischen E und L

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 142 Bl. 69v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 142

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegutenn verstanndt habenn, vnnd dauonn gelegennheit wissenn

2

Cedula.

3

Es habenn auch die Herrenn Jorgenn Behmenn des Bornmeisters kunst, so er zu ausbringung der Sohl vffm Salzbronn gebraucht, besichtiget, vnnd dauonn mit den Pfennernn gerathschlagt, Ob die kunst dem Salzbronn schadenn thun könnt, oder nit,

4

Habenn die werckleute geschlossenn, das die Last nit sonnderlich schadenn thun könndt,

5

Dieweil aber die Last vfm Tamme des Salzbronns gestanndenn, So hat mann Ime zugelassenn, etlich strebenn zumachenn, die so lang werenn, das sie vber den Tham reichenn, vnd denn last vfm Bornn gebenn2, Welche sein kunst tragenn solte,

6

Vnnd das er solchs vor Michaelis, da das siedenn nit strennge were, vfrichtenn solt, damit er sich dann geseumpt, vnnd solches erst Martini, da das siedenn am strenngstenn war, vfrichtenn wolt,

7

Dieweil er vnns dann ein Kaldtleger1[?] het gemacht, vnnd ein gannze wochenn damit zusiedenn verhindertLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Kaldtleger — Lesung unsicher (Kaldtleger/Kaldtfeger); erster Buchstabe K oder B, gemeint wohl das Kaltliegen der Pfannen
  2. vnd denn last vfm Bornn gebenn — 'gebenn' Lesung wahrscheinlich, syntaktisch hart (die Last auf den Born abgeben)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 143 Bl. 70r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 143

1

Fortsetzung von der vorigen Seitehett, vnnd auch das solchs alsbalde der Salzbronn gebauwet, wieder must abgethann werdenn, So haben wir Ime das dieser Zeit vfzurichtenn nit gestattenn wollenn,

2

Innsonnderheit darumb wann der Bornn rechtschaffenn gebauwet ist, So kann mann dann auch allerley kunst ohnn allen nachteil, darauff gebrauchenn,

3

Solchs wolttenn E. fgl. wir auch in vnnderthenigkeit nit verhaltenn,

4

Datum ut in literis

5

Zettell.

6

Auch gnediger fürst vnnd Herr, E. fgl. habenn auch den gewesenn Pfarher zum Sodenn verordent, das vierdt Wardt Register1 gegenn den Renndtmeister zuhaltenn,

7

Nun ist berurter Pfarher newlicher tage plözlich verstorbenn,

8

Dieweil dann die Pfar zimblich gut Innkommenns hat, So vernehmenn wir das viel darnach stehenn,

9

Vnnd ist darumb vonnötenn, das E. fgl. vf eine Personn trachtenn, der E. fgl. gleubenn, vnd der ann den ort bey die Söder2 diene, dieweil sie teglich vom laster des sauffenns gestrafft vnnd abgehalttenn wollenn sein,

10

wollenn E. fgl. wir auch nit bergen,

11

Datum ut in literis

Unsichere Lesungen

  1. das vierdt Wardt Register — 'Wardt' (Wart-/Wachregister) Lesung wahrscheinlich, Wortbedeutung nicht ganz sicher
  2. Söder — Lesung mit ö; gemeint die Salzsieder zum Sooden

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 144 Bl. 70v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 144

1

Es sagt auch des mahls Heinz vonn Lutter, das er in Lothringenn gesehenn, das sorglicher1 Salzbronn als dieser gefast seyenn,

2

vnnd wardt auch vonn beidenn theilenn geredt, das da mann den Salzbronn bauwenn wolte, solt nüzlich vnnd gut sein, das mann vmb den Salzbron hero, funf oder sechs Bodt2, dieweil mann doch dero die mennge hette, abthun vnnd raum machenn solt,

3

als dan könnt mann den Salzbronn, wie er Jzo ist, stehen lassenn, vnnd alles wildt wasser, was darumb her Jnnfelt, Jnn den Solhegrabenn sonnder alle beschwerung abführenn,

4

So war auch ezlicher Rath vnnd meinung, das der Salzbronn vnnd der Tam bis vf den vmbganng, da E. fgl. mehr dann einmahl Inn gestigenn gewesenn,

5

weidt gnug vom Bornn vnnd Tamme gerings vmbhero, solt vmfahenn3, vnnd mit gehauwenn quadranten steinenn gefast werden,

6

Da sich dann einich wilt wasser ereugt, das könntt mann alles in Solhgrabenn weisenn, dieweyl mann den abfall wie obsteht erlanngt hatt,

7

Darumb habenn E. fgl. dem auch, wie vnnd welcher gestalt der Salzbronn einmahl solt vnnd möchtLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. sorglicher — Wohl komparativisch: 'sorglichere' (bedenklichere, schwieriger zu fassende) Salzbrunnen
  2. Bodt — Boden/Bothen = Siedehäuser; Schreibung der Endung nicht ganz sicher
  3. vmfahenn — = umfahen/umfangen; Lesung ohne r geprüft (Zoom)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 145 Bl. 71r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 145

1

Fortsetzung von der vorigen Seiterechtschaffenn wohl gefast vnnd gebawet werdenn,

2

Vnnd wem sie solchs nebenn der Pfenner darzu verordenntenn, da sie zubawenn willigenn werdenn, vertrawenn vnnd beuehlenn wollenn, wohl nachzudenckenn,

3

Dann warlich, wie E. fgl. zurathenn, derselbenn vnnd dem gantzenn Lannde viel vnnd mercklich daran gelegenn sein will, Innsonderheit dieweil die Altenn solchenn Saltzbronn nie recht zugrunde gefast habenn,

4

Wie mann dann im Bericht1 der letztenn bawung des Borns so vor Vertzigk2 Jarenn vngefehrde geschehenn ist, zusehenn hatt,

5

So weis Gott das wir beide vnns solcher sorglicher schwerenn grundt bewe, nit verstehenn, So seindt auch in diesenn E. f. gl. Lanndenn dergleichenn gebewenn nit furhanndenn gewesenn,

6

Vnnd kompt ebenn dieser gebreche, vnnd manngell zu anndernn vnnfall, vnd vngelegener zeit, damit Je ein vngluck nit allein sey,

7

Gott der almechtige wolle gnedige mittell zugluckseliger furderlicher E. fgl. erledigung vnnd enndtschafft, gnediglich verleyhenn,

8

alsdann konttenn E. fgl. selbst nebenn den Pfennernn im augennschein mittLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Bericht — Wort stark abgekürzt/verschliffen, Lesung ‚Bericht‘ aus dem Kontext; auch ‚Bucht‘ denkbar
  2. Vertzigk — Zahlwort mit Zierstrich; Lesung ‚vierzig‘

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 146 Bl. 71v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 146

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteanrathenn, vnnd den Baw dermassenn verordenen, das er rechtschaffenn, stadtlich, vnnd bestenndigk furgenommenn, vnnd außgefurt wurde, dann wir vnns bisdahero beholffenn habenn, wie wir gekont habenn,

2

Ewer f. gl. wollenn wir auch in vnderthenigkeit darnebenn nit verhaltenn, das wir dis Jars soviel muglich gewesenn, mit dem siedenn anngehaltenn habenn,

3

das dennoch, wiewogl in diesem Lanndenn kein mast1 gewesenn, vnnd auch der manngell des Saltzbronns furgestanndenn, E. f. gl. einenn zimblichenn gutenn gewinst habenn werdenn,

4

Wolt Gott, das wir dann teglich bittenn2, das E. fgl. zu anngestelter Rechnung, dauonn alhie selbst relation hörenn möchttenn,

5

Wollenn E. fgl. damit Got dem almechtigenn in seinen schutz vnnd schirm, vnnd vnns dero in aller vnderthenigkeit zu gnadenn beuohlenn habenn,

6

vnnd kontenn solchs E. fgl. vnnserenn Pflichtenn nach, wiewohl wir E. fgl. in diesenn Itzigenn Ihrenn hochwichtigenn beschwerungenn gernn woltenn verschonet habenn, vnnangezeigt nit lassenn,

7

DarauffLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. mast — Lesung sicher, Bedeutung unklar: wohl (Eichel-)Mast als Einnahmequelle des Landes
  2. Wolt Gott, das wir dann teglich bittenn — Syntax der Vorlage unklar verschränkt; Übersetzung sinngemäß

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 147 Bl. 72r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 147

1

Fortsetzung von der vorigen Seitemit vnnd nebenn den Pfennernn zuschliessenn haben,

2

Das wir auch diese schrifft ann E. fgl. habenn lassenn ausgehenn, habenn wir zuvor E. f. gl. Stadthalternn alhie bericht vnnd anngezeigt,

3

Woltenn E. f. gl. wir auch in vnderthenigkeit nit verhaltenn,

4

Datum Cassell den 14. Decembris Anno 47.

5

E. F. G.1 vnnderthenigste, schuldige vnd gantz bleibwillige2 diener,

6

Henrich Muldener3 vnd Jost Berber4 vonn Hombergk,

7

Darnebenn hab sich Jorg Behem auch etlicher Rede hörenn lassenn, darumb Valtenn Schuldenn, sich dero zuerkundigenn geschriebenn,

8

Dem Erbarnn vnnd achtbarnn Valten Schulden Vogt zu Wannfriedenn, vnnserm freundtlichenn liebenn Schwager vnnd besonndernn gutenn freundt,

9

Vnnser freundtlich diennst vnnd alles guts zuvor, Erbar vnnd achtpar freundtlicher lieber Schwager vnd besonLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. E. F. G. — Drei stark verschnörkelte Initialen über der Unterschriftsformel; Auflösung ‚Ewer Fürstlichen Gnaden' aus dem Formelkontext
  2. bleibwillige — Lesung unsicher; auch ‚vleiswillige' denkbar; übersetzt als ‚bereitwillige'
  3. Muldener — Lesung durch die Wiederholung des Namens auf Blatt 73v (‚Henrich Muldener … Beuelchhaber zun Soden') gesichert
  4. Berber — Auch ‚Verber/Ferber' lesbar; ebenso auf Blatt 73v

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 148 Bl. 72v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 148

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteder guter freundt,

2

Wir gebenn euch gutter meinung zuerkennenn, Das wir gesternn in erfahrung kommenn sein, wie der Meister vom Creutzbergk1, so ihr Jüngst mit euch zu Allenndorff gehapt,

3

mit Jörgenn Behmenn im abschiede rede gehapt vnnd gesagt haben soll, das sein Jörgenn kunst dem Saltzbronn beschwerlich vnnd schedtlich sey,

4

Darauff er Jörge geantwort, er wiste selbst wohl, das sein Itzige kunst dem Saltzwerck schedtlich sey, er wolle es aber darumb nit anntzeigenn, damit die Herrnn dester ehr den Saltzbronn vfbrechenn, vnnd denselbenn bauen mustenn,

5

Als dann wurdt er Bawmeister sein, vnnd versehe sich er wolte auch zum Pfenner werdenn, das er ein gantze Pfanne, oder Je zum wenigstenn ein halbe Pfanne zum Bodenn dauonn bekommenn wolle,

6

Dieweil er Jorge nun bis daher fur vnnserm gnedigenn Herrnn eigner Person, Stadthalter, Rethenn, den Pfennern, vnns vnnd anndern, alwege gesagt, die kunst sey dem Saltzbronn nit schedtlich, aber nunmehr das wiederwertige, vnnd vnnser klage selbst bekanndt habenLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Creutzbergk — Ortsname unsicher; wohl Kreuzberg (an der Werra), auch ‚Crentzbergk' lesbar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 149 Bl. 73r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 149

1

Fortsetzung von der vorigen Seitesoll, Damit wir dann allenntheilenn zu gut die warheit erfahrenn, So ist vnnser freundtlich bitt, Ihr wöllet zu stundt ann berurtenn Meister vonn Crentzburgk2 zu euch fordernn,

2

vnnd euch ann Ime eigentlich erkundenn, wie die rede gelaut habenn, vnnd ob es also ergangenn oder nit,

3

dann wo dem also, habt ihr zuerachtenn, wie er Jörge seinenn gethanenn eydenn vnnd pflichtenn nachkommenn, vnd was im furtter zuvertrawenn ist,

4

Wir seindt auch glaublich bericht, das er die Meister1 wie die kunst vfs newe gehanngenn werdenn soll, nit aus seinem kopff oder kunst,

5

Sonndernn vom Zimmermann vonn Ziegennhain Meister Lenhartenn alhie zu Cassell, newlich gelernnt hat, wie wir euch wogl berichtenn wollenn,

6

Vnnd was ihr hierin vom obberurtem Meister vom Creutzburgk bericht werdet, das wollet vnns bey eigner botschafft vfs eylenndts alhier in schrifftenn verstenndigenn, vnns darnach Jegenn Ime Jorgenn zuhaltenn wissenn,

7

Das kömpt euch selbst zu gutem,

8

wollenn wir hinwieder freundtlich zuverdienennLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Meister — Wortlaut der Vorlage; dem Sinn nach ist wohl ‚Muster/Manier' (die Bauweise) gemeint, Lesung des Wortes unsicher
  2. Crentzburgk — Ortsname; auf derselben Seite auch ‚Creutzburgk' geschrieben, gemeint wohl Kreuzberg/Creuzburg

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 150 Bl. 73v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 150

1

Fortsetzung von der vorigen Seitegeneigt sein, vnnd woltenn euch solchs nit verhaltenn,

2

Datum Cassell den 5. Septembris Anno 47.

3

Henrich Muldener vnd Jost Berber2 Beuelchhaber zun Soden,

4

Folgenntts habenn wir die Saltzgreuenn vom wegenn vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn mitt der Pfenner Saltzgreuenn, vnns vom erbawung des Saltzbronns allerley vnnd notturfftige3 vnnderredt, vnd Ir bedenncken auch schrifftlich gebettenn,

5

Darauf vnns gemeine Pfenner Ir bedenncken vnndt Rathschlagk, wie der Saltzbronn zuernewernn sein solt, schrifftlich zugeschickt, also lautennde,

6

Den Erbarnn vnnd fürnehmen Henrich Muldenern vnnd Jostenn Berbernn Saltzgreuenn des Saltzwergks, vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, vor Allenndorff ann der Werra, vnnserm gutenn Gönnernn,

7

Pntatt1 Cassell Freytags den 13 Januarij Morgens vmb sechs vhr Anno 48.

Unsichere Lesungen

  1. Pntatt — Stark abgekürztes Wort am Zeilenanfang; wohl ‚Presentatum' (Präsentationsvermerk), Lesung unsicher
  2. Berber — Nachname; auch ‚Verber/Ferber' lesbar, auf Blatt 72r derselbe Name
  3. notturfftige — Endung unsicher (notturfftigk/notturfftige)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 151 Bl. 74r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 151

1

Diese der Pfenner schrifft, Ist durch vnns beide obgenantenn zu stundt an den Herrnn Stadthalter, Lanndtvogt, Doctor Walthernn3, vnnd Doctori Günterodenn Cantzlar anngezeigt vnnd furgelesenn wordenn,

2

vnd daruf nach gehaptem bedacht fur gut anngesehenn, vnnd den bescheidt gebenn, das der Lanndtvogtt vnnd wir beide nechst donnerstags den 19 Januarij gegen abenndt zu Allenndorff Jnnkommenn,

3

vnd volgents Freitags mit den Pfennernn hieruff fernner vnnd endtlich hanndelnn sollenn, Wie vnnd welcher gestaltt, dem furstehenndenn manngell des Saltzbronns nutzlich vnnd sonnder gefahr kömt1[?] vnnd möcht es beidenn theilenn2 darlegenn vnnd Kostenn, geholffenn werdenn,

4

Das auch vfs furderlichst, was darzu am Thonn, Holtz, vnnd anndernn vonnötenn sein will, Jn vorrath vnnd bey die hanndt bestelt vnnd verschafft werde,

5

Vnd was darin beschlieslich gehanndelt, soll furter Stadthalternn vnnd Räthenn, des wissenns zuhabenn, fürbracht vnnd anngezeigt werdenn,

6

Signatum Castel den 13 Januarij Anno 48.

Unsichere Lesungen

  1. kömt — Wort mit langem Querstrich (Zierstrich oder Streichung?); Lesung und Konstruktion unsicher, evtl. 'fürkömt' (vorgebeugt werde)
  2. beidenn theilenn — Endungen am Zeilenumbruch nicht ganz eindeutig (beidem/beidenn, thei=/thä=)
  3. Walthernn — Endung -m/-nn nicht eindeutig

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 152 Bl. 74v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 152

1

Vnnsere willige diennste zuuor Erbare, Wohlachtparnn, gunstige Herrnn gutenn freunde,

2

Nach dem ihr des Saltzbronns halbenn mit vnnserm Saltzgreuen hiebeuor allerley vnnderredung gehapt, vnnd fürnemlichenn anngezeigt, Wie derselbige ein zeitlanng mergklichenn abgenommenn,

3

vnnd das sich die Meisterknechte zun Sodenn1 derwegenn beklagenn, die sohle sey nitt so gut, als sie zuuor gewesenn, vnnd so ganntz geringe, das sie ann Jr enndtlichs verderbenn lennger nitt siedenn köntenn noch mögenn,

4

Dann sie müstenn zu einem wercke oder Pfannenn Saltzes bey nahe souiel holtzes verbrennenn, als sie zuuor gethann habenn, vnnd wann sie gleich allenn vleis im siedenn anngewenndet, konnenn sie mit aller mühe, kaum drey virtell Saltzes ausbringenn,

5

Vnnd ob nun wohl die knechte hiebeuor zu mehrmahlenn, des siedenns halbenn ohne grundt geclagt, vnnd das Jhnenn derwegenn Jres anngebenns zu Jederzeit nicht wohl gleubenn2,

6

So seindt doch Jtzunder Vhrsach am tage, daraus zuuernemenn, das ihres klagens sie3Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. zun Sodenn — Lesung des ersten Wortes (zun/dun) nicht ganz sicher; gemeint sind wohl die Soden (Siedestätten) bzw. Sooden
  2. gleubenn — Konstruktion am Zeilenumbruch unklar; wohl 'nicht wohl zu glauben'
  3. sie — letztes Wort der Seite klein und flüchtig, Lesung unsicher; Satz läuft auf die Folgeseite

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 153 Bl. 75r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 153

1

Fortsetzung von der vorigen Seitenicht vnnbilliche vhrsachenn habenn mögenn,

2

Dann es steige die Sohl im Bronnenn nicht so hoch als sie zuuor gethann, Zu dem befindenn sich im grunde des Bornns etliche löcher vnnter dem fasse, Zwischenn den Bolen vnnd dem getenne1,

3

das zubesorgenn, die sohle habe zwischenn dem fasse, vnnd dem grunde des Bornns einen ausflos, vnnd wiederumb das Wilde wasser einen einflus Jnn denn Bronn gewonnenn,

4

Soltenn nun die knechte derwegenn vnnd aus billich2 vhrsachenn, manngels der Sohle halbenn, die Bothe stehenn lassenn, vnnd nicht saltz siedenn,

5

Wurde es nicht alleine vnnserm gnedigenn furstenn vnnd hern zu Hessenn, Sonndernn auch gemeinenn Pfennernn vnnd der ganntzenn Lanndtschafft, mergklichen schadenn vnnd nachteil geberenn,

6

Vnnd wiewohl nun Meister Jörge Behm mangell auch der knechte klagenn, vnnd annder zukommender fare, des Bornns, zuuorkommenn, einenn anndernn Baw vber den Bronn vfzurichtenn, anngegebenn vnnd zugerichttet,

7

So sey doch damit den gebrechenn, so albereit am tage, gar nichts beholffenn,

8

Vnnd nach dem er auch hieuorLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. getenne — Wort nicht sicher gelesen (getenne/getemme); gemeint wohl die hölzerne Bodenverschalung/Tenne des Brunnengrundes
  2. billich — Endung am Zeilenende durch Zierstrich verdeckt, evtl. 'billichenn'

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 154 Bl. 75v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 154

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteetliche mehr gebeue, sonnderlich die wasser kunst fur dem Gewelbe, mehr zu seinem vortheil, dann zu furderung des Saltzwercks vfgerichtet, alles mitt grossem vnnd ganntz vergeblichem vnnkostenn, vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn vnnd gemeiner Pfenner,

2

So wolle Jme in diesem falle, souiel den Saltzbronn belanngt, keins wegs zu volgen sein,

3

Sonndernn es wolle auch euch vnd gemeinen Pfennernn gebürenn, das ihr anngeregtenn manngell des, Saltzbronns vnnd klagenn der knechte mit vleis nachdenncketenn1,

4

Vnnd wie der knechtte klagenn vorkommenn, vnnd der Saltzbronn wiederumb in gute besserung bracht, vnnd behaltenn werdenn mochte, zuberathschlagenn,

5

vnnd hieruff vom gemeltenn vnnserm Saltzgreuenn, Wie das beschehen möchte, Jr bedennckenn annzuhörenn begert,

6

Damit Jr solches vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, dem furderlichstenn hinzuschreibenn hettet2,

7

dann es wolle sich keins wegs gebürenn noch geziemen, das ihr anngeregte menngell vnnd gebrechenn desLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. nachdenncketenn — Wortende undeutlich, evtl. 'nachdennckenn'
  2. hettet — Wort mit langem Querstrich (Zierstrich, keine Tilgung angenommen)

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 155 Bl. 76r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 155

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteBronns seinem f. gl. lennger verhaltenn sollet,

2

Dieweil aber gedachtte vnnser Saltzgreuenn für Jre Persohn, ohne vnnserm beuelch in so wichtigenn sachen des Bronns etwas vonn sich zusagenn, bedennckenn gehapt,

3

Habenn sie eurem beuelch nach oberzehlte menngell vnnd gebrechenn, mit allerley weitterm vnnd notwenndigem mehrem1[?] bericht, vnns nach der lennge anngezeigt,

4

das wir, [gestrichen: erkenne es2] Gott nicht mit geringer beschwerung anngehört, vnnd zu hertzenn gezogenn,

5

Nach dem aber in der verschreibung der vfgerichtenn vnnd bewilligtenn Location vnnder anderm klerlichenn versehenn,

6

das vnnser gnediger herr alle gebeue, vnnd schlebwergk3[?] im Saltzbronn, Sohlgraben, Bodenn, Jnn vnnd vmb die Sodenn, vnnd allem was darzu gehörigk, die zeit der Location in wesenntlichem baue, vf Jrer f. gl. kostenn ohne zuthun gemeiner Pfenner erhaltenn sollenn,

7

Vnnd aber wir dem allem zuwieder, sonnderlich des Sohlgrabenns vnnd wasserkunst halbenn in mergklichenn vnnkostenn getrungen

8

So wollenn wir vnns annfennglichenn vnd vor allenLäuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. mehrem — Wort vor 'bericht' schwer lesbar, evtl. 'mererm' (weiterem)
  2. erkenne es — Streichung erfasst sicher 'erkenne es'; ob auch 'Gott' getilgt ist, bleibt unklar (Querstrich könnte Zierstrich durch tt sein)
  3. schlebwergk — Lesung unsicher; wohl das im Band sonst 'Schlichwergk' genannte Werk

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 156 Bl. 76v Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 156

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedingenn bedingt habenn, das wir mit alle dem, so wir vnnderthenniger treuer meinung, obanngezeigter gebrechenn halbenn, vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, Gemeiner Lanndtschafft vnnd vns mit zum bestenn2, annzeigenn werdenn,

2

Das wir damit der Location, vfgerichtenn Furstlichenn vertregen, vnnd allem anndernn vnnsern gerechtigkeitenn nichts zuwiedder gehanndelt, oder Jchts dauonn begebenn habenn wollenn, darvonn wir vnns offenntlich bedingenn,

3

Vnnd wiewohl wir vermuge anngeregter vertrege zu keinem gebeuenn des Saltzwergks verstrickt,

4

So seindt wir doch ohnne das der vnnderthenigenn treuenn neigunge, das wir durch Göttliche verleyhung vnnd erfahrung etwas verstundenn oder wüstenn, damitt den furstehenndenn gebrechenn des Saltzwercks möchte vorkommenn vnnd geholffenn werdenn,

5

dasselbe nicht allein vnns1[?], sonndernn auch hochgedachtenn vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, Gemeiner Lanndt=Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. vnns — Wort nach 'nicht allein' schwer lesbar (vnns/vmb); dem Sinn nach 'uns'
  2. mit zum bestenn — Wortfolge 'vnnd vns mit zum bestenn' auffällig, aber so im Original

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 157 Bl. 77r Das fünffte Buch

Wortlaut der HandschriftSeite 157

1

Fortsetzung von der vorigen Seiteschafft zum bestenn anzuzeigenn,

2

Vnnd wollenn demnach Euer gunstenn trewer meinunge nicht verhaltenn, das wir im annfannge, als vnnser gnediger furst vnnd herre Jnns1 Salzwergk nebenn vns gebawet, der sorglichenn geferlichenn gebewe vf den Salzbronn mit pompenn vnnd anndernn kunstenn vfzurichtenn, Jederzeit hertzlichs mißfallenns gehapt,

3

auch vnnsers höchstenn vleisses darvor gebettenn, vnnd gewerth, Wie ihr euch des bey euch selbst wohl zuerJnnernn wisset,

4

vnnd auch zum vnnderthenigstenn gebettenn, das der gebrauch des Sohlenn ziehenns mit den Eimernn, wie vonn alters herkommenn, bleiben möchte, auf das der Bronn durch anndere geferliche kunste vnnd gebewe, nicht vberlestiget, noch verderbt würde.

5

Hette mann nun annfennglich, vnnd der Zeit vnnserm getrewenn vorsorgenn, vnnd vnnderthenigenn flehlichenn bittenn stadt gebenn,

6

Wollenn wir zweiuels ohnn sein, Es solte der Bronn in solchen abbruch, wie er Jzo durch vervhrsachenn2[?] der geferlichenn gebew, so vf vnnd Jnn den Bronn gesezt, nimmer gerathenn oder kommenn sein,

7

Es hat aber vnnser trewes3Läuft auf der nächsten Seite weiter

Unsichere Lesungen

  1. Jnns — Lesung „Jnns“ (= ins) am Zeilenanfang nicht ganz sicher, könnte auch „dis“ sein
  2. vervhrsachenn — Wort schwer lesbar; dem Sinn nach „Verursachen“
  3. trewes — letztes Wort der Seite in blasserer Tinte

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

2.106 Elemente in 0,06 Sekunden aus der Datenbank gelesen.

Einstellungen auf diesem Gerät speichern?

Damit die gewählte Darstellung beim nächsten Besuch erhalten bleibt, würde ein einzelner Eintrag im lokalen Speicher des Browsers (localStorage) abgelegt. Das ist kein Cookie, und der Eintrag verlässt das Gerät nicht.