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Aufbau des Werks.
wohlgefertigt, innen in den Salzbrunnen zu Sooden durch Meister Hans Wetzel, Zimmermann, aufs schärfste genau und gut angerissen, einsenken, antreiben und vernageln lassen, wie man es jetzt in Augenschein nehmen kann.
Danach ist die Decke des Lehms am Salzbrunnen abgetan und geöffnet worden, und man hat von der Abzucht am Gewölbe her begonnen, das Drittel des Salzbrunnens, wo der Berg dagegen liegt, zur Stadt hin, wo jetzt kein Umgang ist, auszufahren. Und beim Ausfahren des Lehms um den Salzbrunnen hat sich folgendes gefunden: Dienstag und Mittwoch am Lehm ausgefahren, und allerlei Holzwerk, Erde, Steine und Dreck im Lehm mit eingefüllt gefunden. An Heintz von Luttern geschrieben, dass der Schultheiß von Ziegenhain nächsten Dienstag gewiss hier sei, und dass auch Scheltparch auf mein an ihn ergangenes Schreiben hin aufs förderlichste herzukommen und mit Rat zu helfen habe,
damit der Ton rechtschaffen und gut bearbeitet und zugerichtet werde. Nordeck erinnert, dass er die Gröper von Kassel morgen mitbringe. Dem Rentmeister zu Homberg geschrieben, dass er in der Woche Cantate den Steinmetzen Meister Hans von Frankfurt hierher bescheide. Michel Horchberg soll den Steinbrecher Hans selbdritt sogleich herbescheiden; wollte er nicht herkommen, so soll der Steinbrecher von Wolfsanger herkommen.
Weil die Arbeiter und Tagelöhner in Sooden den Zeiger oder die Uhr in der Stadt nicht gut hören können, damit sie aber ihre vollen Stunden arbeiten, soll der Opfermann in Sooden, solange dieser Bau währt, jeden Tag morgens um vier Uhr, mittags um elf Uhr, danach um ein Uhr und abends um sechs Uhr einen guten Puls läuten, damit die Arbeiter wissen, wann sie an- und abzugehen haben. Donnerstag nach Jubilate, den ersten Mai, am Morgen
ist Valtin Schülde, Vogt zu Wanfried, hier eingetroffen und hat mit zugesehen. Man hat angeordnet, dass der Zimmermann Meister Hans Wetzel das alte Holzgebäude hinter dem Damm, das etwas baufällig war, mit Ständern am obersten Reifen des Salzbrunnens gegen das alte Gebäude verstrebt. Und danach ist der Damm weiter nach unten ausgefahren worden.
Dem Vogt zu Friedewald geschrieben, zwei Wagen mit Hafer hierherzuschicken; sie sollen, um wieder mit Salz dorthin zu fahren, hier beladen werden. Der Rentmeister zu Schmalkalden soll die Flößdielen und die bestellten Nägel aufs förderlichste herschicken und daneben schriftlich anzeigen, wie die Mariengroschen bei ihnen genommen und gegeben werden. Melchior Straus, der Hammerschmied zum Schwein, soll um den Mittwoch nach Cantate hier sein wegen des Pfanneneisens, falls er am Verding etwas auszusetzen hätte.
Gegen Abend sind Hermann von Hundelshausen, Amtmann zu Reichenbach, und Johann Nordeck als Verordnete des Baus hier eingetroffen.
Freitag nach Jubilate, den 2. Mai, am Damm ausgefahren und die Böschung zum Raum hin weiter vorgenommen, damit die Last vom Damm komme. Samstag weiter nach unten und ringsherum gegraben, den Salzbrunnen und das alte Gebäude mit Streben gefasst und verschlagen und das Tagwasser in die Abzucht geleitet und gewiesen.
Und es sind diese Woche gesotten worden an Salz 126 Pfannen.
Die vierte Abzucht hat man heute außerhalb des alten Gebäudes, wie das Bauhbuch der Pfänner es angibt, zugedämmt gefunden und wieder aufgeräumt; man wird im Grund sehen, ob sie einen Abgang haben kann.
Von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn sind die Fuhrleute in der Stadt Allendorf angesprochen worden, morgen ein jeder, wie er angespannt ist,
Sonntag Cantate, den 4. Mai, in den drei Pfarrkirchen in der Stadt und in Sooden durch die Prediger das Volk erinnern und ermahnen lassen, Gott den Allmächtigen inständig zu bitten — weil der angefangene Bau am Salzwerk, insbesondere am Salzbrunnen, unserem gnädigen Fürsten und Herrn, den Pfännern und der ganzen Landschaft des Fürstentums Hessen und der angrenzenden Gebiete und auch allen, die sich davon nähren müssen, zugute kommt —, dass Gott der Allmächtige zu diesem Bau Gnade, Gedeihen und Wohlfahrt und auch gnädig gutes Wetter verleihen wolle, damit dieser Bau zum Besten des gemeinen Nutzens vollendet und so stattlich gefasst und gemacht werde, dass es künftig unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn, dem Fürstentum Hessen, der ge-
meinen Landschaft, den Pfännern und allen anderen, die sich am Salzwerk nähren, zugute kommen könne.
Montag nach Cantate, den 5. Mai, unten am Damm ausgefahren. Dienstag und Mittwoch bis auf den 4.
Reifen den Damm ausgenommen. Die Wanne, die aus dem Born in die Abzucht gelegt ist, ist frei gemacht und geöffnet worden. Da hat man in der Mitte des Damms starke eichene Bretter verstrebt stehen gefunden, im Grund angespitzt und eingeschlagen; die sind herausgeholt worden. Dahinter ein Geviert aus starken Balken, und zwischen diesem und dem Fass des Brunnens wieder ein Geviert aus Brettern, und dazwischen war alles verdämmt; und auf den mittleren Brettern hat der Zaun gestanden, war aber verfault.
Donnerstag, den 8. Mai, ist bei der Abzucht am Gewölbe eingesenkt worden. Da hat das wilde Wasser stark durch die äußerste Fassung gedrungen, so dass man es wieder verdämmen musste. Da ist man unter das
Gedämme auf einen Gries gekommen; da hat der Zimmermann eine Sumpfrinne gesetzt und damit allen Zufluss durch eine Renne ins Gewölbe geleitet, anderthalb Schuh tiefer als die Renne aus dem Born, und so gehalten. Im Born ist die Sole aber gleich hoch gestiegen. Freitag, den 9.
Mai, hat man gegen den obersten und den vierten Reifen Streben gesetzt und den Damm in der Mitte zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen bis unter das Gedämme auf den Gries auswerfen lassen. Und Horchappel hat diese Woche selbzehnt den Ton gemacht und zubereitet. Desgleichen ist der Raum im Steinbruch oberhalb der Stadt geräumt und hergerichtet, und es sollen etliche hundert Fuder Steine auf Vorrat gebrochen werden. So hat man auch angefangen, den Solgraben reinigen zu lassen. Das Gehölz, das geflößt ist, soll Ludwigstein ausbringen helfen, oder sie sollen deshalb gepfändet werden,
nach dem Inhalt des schriftlichen Befehls der Statthalter und Räte.
In diesen Tagen hat der Zimmermann auch das Segezeug nach Bedarf hergerichtet und in den Salzbrunnen drei Sumpfrinnen gesetzt, die oben austragen, danach vier kurze Sumpfrinnen; die tragen die Sole so tief hinaus und hinab ins Gewölbe, wie die Rennen von alters gelegt sind. Man hofft, damit den Salzbrunnen leerzuschöpfen.
Samstag nach Cantate, den 10.
Mai, ist hinter dem alten Gebäude außerhalb des Damms der Berg weiter zum Gang hin ausgefahren worden, der Last wegen; und die Knechte haben danach im Solgraben gearbeitet. Und jetzt steht die Fassung des Salzbrunnens zur Hälfte frei und ledig, ist aber gut unterschlagen und gefasst. Nach Mittag hat der Zimmermann das Segezeug fertiggestellt, in den Born gehängt und auf den Born dazu ein Gerüst zum Stehen gemacht. Weil aber Hundelshausen und Nordeck heute weggeritten sind, hat man mit dem Leerschöpfen bis zu ihrer Rückkehr gewartet.
Der Salzbrunnen ist auch mit der Schrotwaage genau abgewogen worden, damit man jederzeit sehen und wissen kann, dass sich das Fass am Salzbrunnen nicht verrückt oder etwas weicht.
Und es sind diese Woche gesotten worden an Salz 123 Pfannen.
Sonntag Vocem Jucunditatis, den 11. Mai, gefeiert und nichts arbeiten lassen. Montag hat der Zimmermann das Segezeug ganz fertig gemacht; daneben ist das Gewölbe gesäubert worden. Und vom Schlamm hatten sich die Rennen vor dem Gewölbe und unter dem Damm, wo die Oberbrücke über den Salzgraben gewesen ist, etwas verstopft, so dass man sie aufgeräumt hat. Dazu sind die Mahlknechte im Solgraben und haben ihn unten heraus gesäubert. In der Steinkaute wird gebrochen; so haben auch die Tonarbeiter ihren Befehl in Ausführung. Der Zimmermann hat auch die Streben am Born
Dienstag, den 13. Mai, ist der Salzbrunnen zum zweiten Mal ganz und gar ausgezogen und leergeschöpft worden, in Beisein — von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn — Valtin Schüldes, meiner, Jost Beckers, des Rentmeisters, des Salzwarts und Hans Scheltpachs, und von wegen der Pfänner Johann Niedensteins, Thias Thoreys und sonst vieler gemeiner Pfänner. Und man hat klar und deutlich gefunden und gesehen, dass die Quelle wilden Wassers, von der im Buch der Pfänner Anzeige und Meldung geschieht und die vorzeiten bei der dritten Abzucht war und sich im Umgang zum Gewölbe hin zog, seither nach unten gesunken ist und nun gerade über derselben dritten Abzucht stark in den Salzbrunnen unter dem Fass hereinläuft und sich sogleich mit der Sole vermischt. Die anderen Adern im Salzbrunnen aber, die von unten herauf durch den Gries
und Kiesel kommen, die sind an ihrer Substanz der Sole stärker und besser. Und dem wird sich mit rechtzeitigem Rat nun wohl beizeiten vorbeugen lassen. Und der Salzbrunnen ist gesäubert und alles hineingefallene Holz und anderes herausgezogen worden.
Heute gegen Abend sind die Herren Statthalter Rudolf Schenck, Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Meister Merten, der Büchsengießer, hier eingetroffen.
Mittwoch, den 14. Mai, ist der Salzbrunnen in Beisein aller Herren abermals ausgezogen und leergeschöpft worden, und die Werkmeister — nämlich der Schultheiß zu Ziegenhain, Meister
Merten Bette, Scheltpach, der Zimmermann von der Lichtenau, Jakob und Gall Richter und der Zimmermann Hans Wetzel — haben den Schaden und Zufluss im Salzbrunnen genau besichtigt. Danach hat man Rat gehalten und über den entstandenen Streit, ob man einen rechten guten Grund suchen oder ob man auf dem
Gries bleiben soll, wie es die Alten getan haben, nach allerlei Erwägung beschlossen, dass man mit dem jetzigen Bau nicht tiefer als die Alten senken und ausfahren, sondern auf dem Kies oder Gries bleiben soll. Und man soll dem Schaden und Zufluss außerhalb des Salzbrunnens im Damm nachgehen und sich bemühen, dass man diesen Zufluss gesondert fassen könne. Denn das alte Buch der Pfänner sagt ausdrücklich, dass an dieser Stelle vor sechzig Jahren eine Salzader und daneben eine Quelle wilden Wassers von der Dicke eines Arms gewesen sind; die haben sich durch das Flözschlagen im Umgang vermindert und sind ohne Zweifel nach unten gesunken und fließen nun miteinander zugleich in den Salzbrunnen.
Der Zimmermann Hans Wetzel soll anfangen und die neue Fassung achteckig herrichten; sie soll mitten in den Damm sechs Schuh weit vom Salzbrunnen gesetzt werden, damit man dazwischen mit Ton gut verdämmen könne. Und die Bretter sollen gut aufeinander gefügt, eingeschlossen und mit Dielen gesetzt werden.
Donnerstag Ascensionis Domini, den 15. Mai, ist der Herr Statthalter wieder nach Kassel geritten und hat befohlen, ihm förderlich Bericht zu geben, was sich am Bau, insbesondere beim Fassen des Zuflusses bei der Ader, zutragen wird. So hat man heute des Festes und auch des Regens und nassen Wetters wegen gefeiert. Freitag, den 16.
desgleichen. Und man hat außen am Fass des Salzbrunnens über dem Zufluss beim dritten Reifen ein tiefes großes Loch gefunden; der Zufluss hat dort mit der Zeit den Damm und das Erdreich in den Salzbrunnen geführt. Und die Streben sind dort vollends herumgeführt worden.
Mai, über und auf dem Zufluss auf den Gries gekommen. Donnerstag, Freitag und Samstag den Mahlknechten aufgegeben, den Damm vollends um das Fass herum bis zum Feierabend herauszubringen. An diesen Tagen sind Hermann von Hundelshausen, Valtin Schülde und ich, Jobst, hier gewesen. Diese Woche sind gesotten worden 147 Werk.
Über der Abzucht am Gewölbe, in der Mitte zur zweiten Abzucht hin, hat man an der äußersten Fassung im Damm, wo die untere Ader sein soll, eine Fassung von einer Stichweite aus Brettern gemacht gefunden. Was das bedeutet, wird man im Grund erkennen. Man hat im Grund gefunden, dass diese Fassung nichts genützt hat, denn die Ader ist darunter hin zum Fass des Borns geflossen; sie mag aber vorzeiten im Grund mit Ton verdämmt worden sein, so dass sie in dieser Fassung bis in den
Unsichere Lesungen
Z. 8: feijrabenndt — durchstrichen oder Zierstrich
Umgang vier oder fünf Schuh hoch gestiegen ist.
Samstag nach Exaudi, den 24. Mai, haben die beiderseitigen Verordneten zum Bau samt den Salzgrafen und Dienern wegen des Baus Rat gehalten und beschlossen: Weil der Zimmermann zur Fertigstellung der neuen Fassung vierzehn Tage Zeit haben muss, in denen auch aller Ton und sonstiges Gerät hergerichtet werden kann, soll der Born mit Dielen ganz zugelegt werden, desgleichen der geräumte Damm; und darauf mag jeder nach Hause ziehen, doch so, dass Tag und Nacht der Born und seine Umgebung bewacht werde. Und die Verordneten sollen am Sonntag Medardi, den 8.
Juni, gegen Abend wieder zu Sooden sein.
Weil man sich sodann nicht verglichen hat, wie tief man mit dem Grund suchen und fahren soll, ist verabredet worden, dass von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn etliche Verständige aus den Räten, desgleichen weitere Pfänner, am Donnerstag, den 12.
Allendorf eintreffen und sich deshalb endgültig entschließen sollen, wie und auf welche Weise der Grund gesucht und die neue Fassung gesetzt werden soll. In der Zwischenzeit soll der Born leergeschöpft und alles zufließende Wasser mit den Sumpfrinnen gehalten werden, damit deshalb kein Schaden geschehe. Nichtsdestoweniger sollen die Sieder am nächsten Mittwoch um des Ofens willen wieder ansieden.
Die Adern in und um den Salzbrunnen sind heute geprobt worden, und in der Probe hat sich folgendes gefunden: Zur Ader des Zuflusses müssen für eine Pfanne Salz ——— 11½ Fuder Sole gerechnet werden. Die gemeine Sole im Salzbrunnen ——— 11 Fuder. Die gute Ader im Salzbrunnen hinter dem Stuhl ——— 9 Fuder auf eine Pfanne Salz.
Und man hat befunden, dass alle Adern, die in und um den Salzbrunnen von unten herauf durch den Gries aufquellen, rechte gute Salzadern sind; was aber ringsherum zufließt, sind gemeinhin wilde Quellen.
Die heiligen Pfingsttage gefeiert; aber am Mittwoch und den anderen drei Tagen hat Meister Hans, der Zimmermann, an der neuen Fassung und Horchappel mit seinen Knechten am Ton gearbeitet. Mittwoch um des Ofens willen wieder ansieden lassen; und es sind in dieser halben Woche gesotten worden ———————— 42 Werk.
In der Woche Trinitatis hat der Zimmermann seine Arbeit fertiggestellt, und gegen Abend sind hier eingetroffen unser gnädiger Landgraf Wilhelm, der Statthalter, der Kanzler und die Räte, die zu Sulza in Thüringen gewesen sind; und sie haben den Salzbrunnen und alle Arbeit besichtigt.
Juni, die Teichknechte wieder herbeschieden. Montag angefangen, den Damm vollends anzuwerfen. Dienstag, den 10., am Morgen sind Hermann von Hundelshausen und Valtin Schülde ebenfalls wieder hier eingetroffen, und es ist am Damm anzubringen
Juni, hat man mehr Körbe, Haspeln und Kübel zum Ausschöpfen herrichten lassen; und es wird fort und fort mehr Ton zugefahren und recht gut mit Fleiß bearbeitet und bereitet. So ist nun auch eine gute Notdurft Moos auf Vorrat da.
Donnerstag, den 12. Juni, ist der Damm ganz bis auf den Kies mit Kübeln ausgezogen und, was hart gewesen ist, ausgeworfen worden. Man hat auf dem Kies einen großen, langen und dicken Baum mit seinen Ästen an der äußersten alten Fassung auf der einen Seite und einen großen mächtigen Kalkstein auf der anderen Seite des Borns im Kies gefunden. Danach hat man ein Gewerk aus Brettern um den Salzbrunnen und hart daran mit Ton verdämmt gefunden. Es ist heute alles herausgebracht worden, so dass man auf dem Gries um den Salzbrunnen ringsherum trocken gehen konnte. Und das Gewerk ist
ganz sorgfältig mit Moos und Ton, durcheinandergemischt, worunter Asche und Erde gewesen ist, bis auf den Gries verdämmt gewesen. Und heute sind Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Scheltpach hier eingetroffen.
Zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen, an und bei dem Stein, hat man acht und mehr starke Salzadern aufquellen gefunden, die an ihrer Substanz gut sind. Sie sind geprobt worden und halten wie folgt; sie haben nicht in den Salzbrunnen kommen können, weil das Fass zu eng und nicht weit genug gemacht gewesen ist.
Eine Ader an den Brettern der viereckigen Fassung bei dem großen Stein im Gries hält ein Quart — 6
Lot 3 Quentchen; das macht auf eine Pfanne ——— 8 Fuder 2 Ohm 10 Viertel. Die Salzader gegen den Berg, nach Hans Mertens Kote hin, ist sehr stark, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne ——— 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.
Freitag, den 13. Juni, die Bretter der viereckigen Fassung ringsum den Salzbrunnen alle bis auf einen Fuß Höhe über dem Gries abhauen und zwei Bretter davon aus dem Gries ziehen lassen, um zu sehen, wie tief sie im Grund stünden. Man hat gefunden, dass sie einen guten Werkschuh tiefer stehen, als die Schwellen am Salzbrunnen liegen. So soll man es stehen und den Damm am Salzbrunnen auf dem Kies liegen lassen, bis der Grund für die neue Fassung gelegt ist.
Zwischen dem Salzbrunnen und der alten Fassung zur Stadt hin hat man keine besondere Salzader oder Aufquellung gefunden, nur eine starke Quelle von unten auf; die ist lauter wildes Wasser. Wo aber der Zufluss in den Salzbrunnen ist, hat man zwischen zwei Kalksteinen eine große starke Quelle gefunden; die ist mit Sole vermengt. Wenn aber der Salzbrunnen leergeschöpft wird, so ist es lauteres wildes Wasser, und das tut dem Salzbrunnen den Schaden; dem soll nach gehaltenem Rat weiter nachgegangen werden.
Samstag, den 14. Juni, sind die Pfänner in großer Zahl morgens um 6 Uhr zum Salzbrunnen gegangen, auf den Grund gestiegen und haben mit uns einmütig beschlossen, dass das viereckige Gedämme und die Stümpfe der Bretter vollends herausgebracht werden sollen. Das ist so geschehen; danach ist der Born leergeschöpft worden. Da hat man deutlich geschmeckt, dass der Zufluss lauteres wildes Wasser ist; denn wenn der Salzbrunnen gestiegen war, hat sich der Zufluss sogleich mit der Sole vermischt.
Wenn aber der Salzbrunnen bis auf den Gries ausgezogen wird, so hat der Zufluss nach lauterem wildem Wasser geschmeckt. Und weil die Pfänner zahlreich zugegen waren, hat man sich verglichen, dass sie einen Ausschuss aus ihrer Mitte bilden; dann wollten wir uns am morgigen Tag mit ihnen besprechen und gemeinsam beratschlagen, wie dem Werk geholfen werden könnte. So ist beschlossen worden, dass wir morgen, Sonntag, früh um fünf Uhr im Augenschein wieder beisammen sein wollten.
Diese Woche sind gesotten worden ——— 115 Werk.
Sonntag, den 15. Juni, morgens um fünf Uhr, ist der Ausschuss der Pfänner beim Salzbrunnen erschienen, nämlich Herr Wilhelm Prediger, Dechant zu Heiligenstadt, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Wiedenstein, Thias Thorey, Johann Schaffnit der Jüngere, Bernhard und Hans von Wallis; und an Werkleuten und Werkverständigen der Baumeister von Ziegenhain, Hans Scheltpach, Jakob und Gall Richter sowie zwei Zimmerleute, Meister Hans Wetzel und Meister Hans Lichtenau.
Sie haben sich mit uns besprochen, das Werk besichtigt und beratschlagt, wie und durch welche Mittel der Zufluss der wilden Quelle gefasst, vom Salzbrunnen weggebracht und in die Abzucht geführt werden könnte. Und nach gehaltener Umfrage und nach dem Bedenken der Werkleute ist beschlossen und beiderseits einmütig bewilligt worden,
dass in der Abzucht an der alten Fassung, gerade gegenüber der wilden Quelle, wo man zu senken angefangen hat, sogleich vollends eingesenkt werden soll, so tief es die Notdurft erfordert, damit man sehen könne, ob sich die wilde Quelle dort zeigt und auch wie tief die alte Fassung im Grund des Gries eingesenkt und gesetzt ist. Danach hat man sich mit der neuen Fassung und sonst mit der Verordnung wegen der wilden Quelle zu richten.
Und weil heute Sonntag ist und die Senker zu Abterode sind, soll Gall Richter die zwei Senker, die mehrmals hier gewesen sind, morgen früh herbringen und gleich nach unten senken lassen, so tief und weit, wie es nötig sein wird. Und wenn man dort den Zufluss wilden Wassers findet und dieser nicht von selbst in der Abzucht ins Gewölbe fließen wollte, so wäre es besser und nützlicher, ihn vier oder fünf Schuh mit Sumpfrinnen zu heben, als so viel Holz zu versieden.
Und das Senken soll zwischen heute und Donnerstag geschehen; dabei sollen sein: Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Scheltpach, Wiedenstein, Thias Thorey und Gall Richter. Und die Verordneten sollen am nächsten Donnerstag alle wieder zu Sooden beisammen sein. Montag, den 16.,
Dienstag, den 17., Mittwoch, den 18. Juni haben die Senker vom Bergwerk außerhalb der alten Fassung in der Abzucht unter dem dritten Lichtloch eingesenkt, und die alte Fassung steht sehr tief. Sie haben aber des Zuwassers wegen nicht nach unten kommen können; darum ist dieser Schacht wieder zugefüllt worden. Danach haben sie allen Schlamm auf dem Kies oder Gries um den Salzbrunnen zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen ausgehaspelt.
Unsichere Lesungen
Z. 2: Nordeck — Name, Anfangsbuchstabe unsicher
Z. 3: Wiedennstein — Anfangsbuchstabe W/R unsicher
Da hat man die wilde Wasserquelle oder -ader neben dem Salzbrunnen gegen das dritte Lichtloch stark vorgefunden. Und damit sie vom Salzbrunnen weggebracht und abgesondert würde, hat man an der wilden Quelle entlang starke Bohlen ineinander gespundet fünf Schuh tief einrammen lassen, so dass diese Quelle für sich allein fließt. Man wird sie weiterhin besser fassen, damit sie mit zu den guten Adern in den Salzbrunnen kommen kann. Donnerstag, den 19.
Juni, ist der Salzbrunnen leergeschöpft worden, und man hat gesehen: weil die wilde Quelle abgesondert ist, war der Zufluss im Fass des Salzbrunnens nicht mehr so stark wie zuvor. Und die Verordneten sind heute wieder zu Sooden beisammen eingetroffen. Freitag, den 20.
Juni, ist beschlossen worden, dass der Zimmermann die neue Fassung weiter machen und noch vier Säulen zu den sechzehn Säulen einschießen soll; so reicht diese Fassung bis auf vier Schuh nahe an die alte Fassung heran. Und die Abzucht soll
dazwischen in den vier Schuh Breite ringsum innen herumgehen. Samstag, den 21. Juni, hat der Zimmermann den Riss angefertigt, wie das Werk gefasst werden soll; das soll er dann so ausführen. Und die Verordneten mögen nach Hause ziehen, bis sie wieder beschieden werden. Und Lichtenau soll sechzig Wagen Holz und Beilstein vierzig Krümmlinge fahren.
Diese Woche sind gesotten worden ——— 122 Werk. Und die Boder haben eingeräumt, dass sie in sechzehn Stunden ablassen und Salz machen, wie wir das wahrhaftig befunden haben.
Sonntag, den 22., Montag, den 23.,
Dienstag, den 24., Mittwoch, den 25., Donnerstag, den 26., Freitag, den 27., Samstag, den 28. Juni: Zimmerleute und Tongräber haben mit ihrer Arbeit fortgefahren.
Diese Woche sind gesotten worden ——— 124 Werk. Sonntag, den 29., Montag, den 30. Juni, Dienstag, den 1., Mittwoch, den 2., Donnerstag, den 3., Freitag, den 4.
und Samstag, den 5. Juli haben Zimmerleute und Tongräber gearbeitet und ihre Arbeit ganz fertiggestellt. Diese Woche sind gesotten worden ——— 128 Werk.
Und am ersten Juli ist an Reinhard Abel, den Pfennigmeister, folgendermaßen berichtet worden, um unserem gnädigen Fürsten und Herrn den Stand des Salzwerks vorzutragen:
Meinen freundlichen Dienst und alles Gute zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Euer mir jüngst zugegangenes Schreiben vom 14. April dieses Jahres, das Salzwerk betreffend, habe ich seinem ganzen Inhalt nach gelesen. Und ihm gemäß ist Johann Nordeck an des Mühlenwerks
seligen Stelle gesetzt worden, aber erst jetzt vor acht Tagen, auf mein beständiges Drängen und auf Euer Schreiben hin; er wird unbeschwert allen möglichen Fleiß aufwenden.
Und damit mein gnädiger Fürst und Herr wisse, wie es jetzt mit dem Bau am Salzbrunnen steht, will ich Euch nicht verhalten, dass von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden
zu diesem Bau Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck und Valtin Schuldt neben mir und dann etliche von wegen der Pfänner verordnet sind. Wir haben nun in die zehnte Woche daran arbeiten lassen und, Gott sei Lob, den Schaden gefunden: dass eine starke Quelle und wilde Wasserader unter dem Sammler in den Salzbrunnen gebrochen war; die haben wir abgesondert. Und wo die Boder vormals dreißig Stunden an einer Pfanne Salz gesotten haben, da sieden sie jetzt nicht länger als sechzehn Stunden, und wir hoffen noch auf weitere Besserung. Das wird eine merkliche Ersparnis an Holz eintragen. Dazu haben wir noch zehn oder zwölf gute Salzadern im
Der Fund — und die Frage, die niemand laut stellt. Im Sommer 1550 kippt der ganze Vorgang vom Notbau zur Entdeckung.
Beim Freilegen findet man unter den Schwellen des alten Fasses „die besten Salzadern“, dazu Sammler, „die vormals nicht im Salzbrunnen gewesen sind“. Und dann, ringsum im Erdreich, eine ältere Fassung, fünfzehn Schuh weit — „von der kein Mensch gewusst hat und von der auch das Buch der Pfänner nichts meldet“. Der Brunnen war einmal viel größer gewesen, als irgendwer wusste.
Becker zieht daraus einen Schluss, den er sich nicht auszusprechen traut, aber deutlich genug andeutet: Die Alten hätten das jetzige Fass absichtlich so eng gemacht, „weil sie vielleicht nicht mehr Sole haben wollten — aus welchem Grund, ist leicht zu erraten“. Eine Mengenbegrenzung zur Preisstabilisierung, im Boden verbaut. Ob er recht hat, lässt sich nicht entscheiden. Dass ein Salzgraf des 16. Jahrhunderts so etwas für erratbar hält, ist die Bemerkung wert.
Was dann kommt, ist in Zahlen messbar und darum bemerkenswert. Vorher brauchten die Boder dreißig Stunden für ein Werk; jetzt sind es sechzehn, bald vierzehn, schließlich elf bis dreizehn. Die Sole „hält auf eine Pfanne neun Fuder“ und ist, notiert Becker, „in hundert und mehr Jahren nie so gut und rein gewesen wie jetzt“. Und das alles, ohne dass der Betrieb stillstand: „Es ist jetzt zur Zeit des Baus ein so großes Sieden wie nie zuvor“ — hundert und etliche Pfannen in der Woche, „so dass kein Werk des Baus wegen versäumt worden ist“.
Die Nachricht geht über den Pfennigmeister Reinhard Abel nach Mecheln, wo Landgraf Philipp damals in kaiserlicher Haft saß, und die Antwort kommt zurück: Seine Fürstlichen Gnaden seien „nicht wenig erfreut“ — und man möge zusehen, dass nun noch eine Pfanne mehr gesotten werde.
Einen Satz Beckers sollte man daneben lesen, weil er den Machtzuwachs offen benennt: Weil die neue Fassung auf Kosten des Fürsten gebaut werde, könnten „nunmehr die Pfänner und ihre Nachkommen desto weniger von Seiner Fürstlichen Gnaden und deren Erben herausbringen“. Wer den Brunnen baut, besitzt ihn ein Stück weit mehr.
Und eine Grenze wird ebenfalls gezogen, aus Erfahrung: Man bohrt mit einem langen eisernen Bohrer fünf Schuh unter das Loch, findet „nichts als Sand und viel Wasser“ — und beschließt, nicht tiefer zu suchen, „zumal man aus Erfahrung weiß, dass andere gute Salzwerke dadurch ganz verdorben und zunichte gemacht worden sind“.
Sammler gefunden, die vormals nicht im Salzbrunnen gewesen sind. Und die Zimmerleute, von denen wir jetzt achtzehn an der Arbeit haben, werden diese Woche fertig, so dass wir alle guten Salzadern fassen und die wilde Quelle davon abbringen wollen. Es ist, Gott sei Lob, nunmehr kein Zweifel oder Gefahr dabei, denn wir wollen mit Gottes Hilfe eher bessern und nicht verschlimmern.
Damit Ihr auch meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn desto besser berichten könnt, schicke ich Euch beiliegend den Riss, wie die neue Fassung gemacht und das alte Fass ganz weggenommen werden soll; denn unter den Schwellen des alten Fasses quellen die besten Salzadern. Und in vorigen Zeiten haben die Alten das jetzige Fass deshalb so eng gemacht, weil sie vielleicht nicht mehr Sole haben wollten — aus welchem Grund, ist leicht zu erraten. Wir haben aber im Erdreich eine alte Fassung, fünfzehn Schuh weit, ringsum den jetzigen Salzbrunnen gefunden, von der
kein Mensch gewusst hat und von der auch das Buch der Pfänner nichts meldet — so dass man jetzt besseren Grund im Salzbrunnen und ringsherum hat und, weil wir das mit Pumpen halten und ausschöpfen können, trocken gehen kann. Und es ist jetzt zur Zeit des Baus ein so großes Sieden wie nie zuvor: gemeinhin werden in der Woche hundert und etliche Pfannen Salz gesotten, so dass kein Werk des Baus wegen versäumt worden ist. Und weil diese neue Fassung nun von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden
und deren Erben herausbringen. Dies wollte ich Euch als eine gute Botschaft, um sie meinem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, in guter Meinung nicht verhalten; und wollte Gott der Allmächtige, dass Ihr mir wiederum auch von der Erledigung Seiner Fürstlichen Gnaden
Juli Anno 50. Euer Würden Jobst Becker vom Homberg, Salzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister.
Sonntag, den siebten Juli, ist darauf die nachfolgende Antwort eingekommen, an Johann Nordeck und Jobst Becker, beide Salzgrafen zu Sooden:
Meine ganz geflissenen, willigen Dienste und alles Gute zuvor. Hochachtbare, günstige liebe Herren, was Ihr beide mir wegen des Salzbrunnens zu Allendorf in Sooden geschrieben habt, habe ich zu Händen bekommen und alles meinem gnädigen Fürsten und Herrn angezeigt; darüber sind Seine Fürstlichen Gnaden
nicht wenig erfreut worden. Und es ist Seiner Fürstlichen Gnaden gnädiges Begehren, Ihr wollet auch weiterhin guten Fleiß darauf verwenden, wie Seine Fürstlichen Gnaden
Euch auch vertrauen. Wo es möglich ist, sollt Ihr darauf hinwirken — weil die Sole gebessert und mehr als zuvor vorhanden ist und auch die Boder jetzt ein Werk in 16
Stunden ablassen können, wo sie zuvor 30 gebraucht haben —, dass jetzt noch eine Pfanne mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden möge. Das sollte ich Euch zur Antwort eröffnen; dem ich mit meinem geringen Vermögen allzeit zu dienen gutwillig bin. Gegeben zu Mecheln, den 10.
Juli Anno 50. Euer Achtbaren Würden Reinhard Abel, Pfennigmeister.
Montag, den 7. Juli, sind die verordneten Bauherren zu Sooden alle wieder beisammen eingetroffen, um anzufangen, das neue Werk zu setzen. Dienstag, den 8. Juli, hat man den Gries und den Salzbrunnen ringsum eingeebnet und ausgezogen, und man hat hart am Salzbrunnen noch eine starke Quelle wilden Wassers gefunden, die auch unter den Schwellen
des alten Fasses in den Salzbrunnen geflossen ist. Man hat das alte Fass dort verstopft, den Salzbrunnen ganz trocken geschöpft und gefunden, dass der erste Zufluss ganz gering geworden ist. Auch diese Quelle muss gefasst und vom Salzbrunnen weggebracht werden. Und etliche glaubwürdige Boder haben eingeräumt, dass sie jetzt nicht über 14 Stunden sieden; so sieht man auch jetzt augenscheinlich am Sieden und am Ablassen, dass viel Holz erspart wird.
Darum haben wir heute die Sole im Salzbrunnen geprobt, und sie hält auf eine Pfanne neun Fuder; und die Sole ist in hundert und mehr Jahren nie so gut und rein gewesen wie jetzt, Gott sei Lob. Es ist auch heute das neue Werk auf den Salzbrunnen gefahren, der Grund für die Schwellen hergerichtet und angefangen worden, die Fassung zu setzen; und es ist beschlossen worden, dass die neuen Schwellen einen Schuh tiefer in den Gries gesenkt werden als die Schwellen am Fass des jetzigen Borns liegen. Mittwoch, den 9.
Schuh weit Pfähle und Bohlen eingeschlagen, um zu sehen, wie tief die alte Fassung gesetzt ist. Man hat gefunden, dass die alte Fassung vier Schuh tiefer im Gries steht als der jetzige alte Salzbrunnen. Es ist aber das wilde Wasser so gewaltig und stark hereingekommen, dass das Loch unten auf dem Gries, wo die alte Fassung wendet, mit Ton verrannt und darauf sogleich wieder mit Gries zugefüllt worden ist.
Heute ist der Landvogt zu Sooden eingetroffen und die Nacht dort geblieben; er hat den Bau und alle Dinge besichtigt und geraten, mit tieferem Senken noch weiter zu suchen. In zwölf und dreizehn Stunden haben die Boder diese Nacht gemeinhin abgelassen, wie Hans Kremer, der Solmeister, offen eingeräumt hat.
Donnerstag, den 10. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen zur neuen Fassung gelegt, vier Schuh weit von der äußersten alten Fassung entfernt und so tief, wie jetzt der Boden und Grund im alten Salzbrunnen ist, nach der Waage und nach dem Wasser in der Runde ganz
gleich gelegt, bis an die neu gefundenen Salzadern. Und unter die Schwellen hat man zuerst Moos gelegt, darin Asche und Sand geschüttet, darauf außen und innen an den Schwellen groben Kies aufgebracht und den Graben, in den die Schwellen gelegt wurden, damit wieder zugefüllt.
Und man hat mit den Pumpen die Sole aus dem Salzbrunnen und alles Wasser, das außen um den Salzbrunnen und durch die alte Fassung oder sonstwie hereingekommen ist, ganz ausgeschöpft, so dass man trocken hantieren und darin gehen konnte. Es ist auch mit hartem Kies wieder gefüllt und eingeebnet worden.
Man hat auch beim Ausschöpfen des Lochs an der alten Fassung gefunden, dass unter dem harten Gries ein feiner schwarzer Triebsand liegt. Um den Grund zu erkunden, haben wir mit einem langen eisernen Bohrer gegen fünf Schuh tief unter das Loch gebohrt, aber nichts als Sand und viel Wasser angetroffen, so dass keineswegs zu raten ist,
Freitag, den 11. Juli, sind dreizehn lange Säulen in die Schwellen gesetzt worden; deren sind ebenfalls dreizehn Stücke gut ineinander vernagelt und eingeräumt, darin die Riegel und Bretter eingeschnitten, so dass jedes Brett in beide Säulen eingesenkt und gut vernagelt worden ist. Und jede Säule ist achtzehn Schuh lang, steht unten in die Schwellen eingezapft und vernagelt und ist oben in die Mauerlatten verbunden und vernagelt; und dazwischen sind zwei Riegel gleichmäßig eingeteilt, und dann sind die Bretter zwischen den Riegeln gut aufeinander gefügt.
Und heute ist das alte äußerste Fass von neuem verstrebt worden; diese Streben sind ganz innen daran gespundet und vernagelt und sollen fort und fort bleiben, und jetzt sind die ersten Streben wieder abgenommen worden, damit die neue Fassung ungehindert von ihnen gefertigt werden kann.
Samstag, den 12. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die neuen Streben vollends alle fertiggestellt und mit ihren tragenden Kröpfen an die Säulen des alten äußersten Fasses genagelt; danach hat er in die Säulen der neuen Fassung die Bretter und Riegel von oben herab quer über den größten Teil eingebracht.
Und die Herren haben heute abermals den Salzbrunnen ganz trocken ausschöpfen lassen, so dass man mit hohen Schuhen trocken darin gehen und die Salzadern darin jede für sich schmecken konnte. Danach haben sie die zwei wilden Quellen, die sich mit Sole vermischt hatten und zuvor ganz wildes Wasser waren, außerhalb und hart am jetzigen Salzbrunnen neben den Adern, zu der Stelle hin, wo vorher die Schwengel gestanden haben, ebenfalls ausgeschöpft und nochmals gefunden, dass sie vermengt und nicht so gut sind wie die im Salzbrunnen.
gemacht werden soll, dass diese beiden Quellen daraus herausgelassen und besonders für sich gefasst und abgedämmt werden. Darum müssen die Schwellen, die daneben eingeräumt sind, ganz tief eingetrieben oder abgehauen werden, damit sie an dieser Fassung nicht hinderlich sind. Kann man sie nach gehaltener Probe nützlich gebrauchen, oder wenn man ihrer bedarf, so tut man das; will man sie aber nicht gebrauchen, so mag man sie steigen und ins Gewölbe fließen lassen.
Nach dem Bedenken der Verordneten ist im Rat beschlossen worden, dass man aus allerlei Gründen bei den jetzigen Arbeitern bleiben und keine weiteren von Kassel hierher fordern soll. Sollte es aber an Personen oder Arbeitern fehlen, so soll man die Sieder — weil diese in keine Fremde gehen dürfen — abwechselnd, und wer sonst aus diesem Lande hinzukommt, für den Tagelohn, wie er jetzt gegeben wird, arbeiten lassen.
Zur Herrichtung des Schöpfzeugs, der Pumpen, Ventile,
Stangen und anderem haben die Herren befohlen, das alles doppelt herzurichten. Und es sollen sogleich zum Schöpfen vier neue Röhren gesetzt werden, wie es Christoffer, dem Salzwart, und dem Zimmermann angezeigt und wie sie unterrichtet sind; und sie sollen es daran nicht fehlen lassen, damit man, wenn das alte Salzbrunnenfass abgebrochen wird, alsdann alle Sole und alles Wasser ganz und gar ausschöpfen kann.
Weitere Vertagung und Abschied.
Am nächsten Donnerstag, den 17. Juli, sollen und wollen die Herren wieder zu Sooden beisammen eintreffen, außer Valtin Schuldt, weil dieser zu Salza sein muss. Und in der Zwischenzeit soll der Zimmermann das jetzige neue Fass im Rund vollends fertigstellen; und die Abzucht soll innen und außen, soweit die Streben des neuen Fasses hineinreichen werden, gänzlich bis auf den Gries ausgefahren werden,
damit der Zimmermann dieses neue Werk vollends setzen und fertigstellen kann. Und dabei soll man fleißig anhalten und zusehen, dass der Zimmermann auch den Berg, die Böden und was sonst die Notdurft erfordert, hinreichend unterschlägt und dermaßen versieht, dass kein Schaden oder Nachteil entsteht.
Danach soll das alte Fass des jetzigen Salzbrunnens ganz und gar herausgezogen und die Salzadern darin und unter den Schwellen besichtigt, versucht und geprobt werden; und danach ist zu beratschlagen, wie die innerste neue Fassung des neuen Salzbrunnens am allernützlichsten und besten hergerichtet und gefertigt werden kann.
Mehr Bauholz zu bestellen. Es ist mit dem Landknecht zu Beilstein gesprochen worden; der soll nächsten Mittwoch gewiss dreißig Fuder, die am Kaufunger Wald und Wolfsberg gefällt und beschlagen sind, herführen lassen; dafür sollen je Fuhr 6½ Albus
gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfänner, auch gemäß der alten Konstitution, aus ihren Wäldern zum Bau des Salzbrunnens, wie sie verpflichtet ist, die nötige Notdurft an Bauholz anweisen und zulassen soll, ist ihren Verordneten angezeigt worden. Sie wollen es an ihre Stadt zurückbringen und versehen sich, es werde daran kein Mangel sein. Doch muss dies im nächstkommenden guten Wetter und bei altem Mond gefällt werden. Denn von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden
sind zu diesem Bau gegen ——— Stück Holz, groß und klein, hierher geschafft worden.
Auf diese neuen Bauten sollen zum Ausbringen der Sole keine Pumpen oder Künste gesetzt werden. Sondern es ist für nützlich und gut befunden worden, dass man die Sole daraus in einer gut abgedeckten Renne durch den Damm in eine Kufe leitet, die außerhalb der alten Fassung zur Stadt hin etwas tiefer als die Fassung des neuen Salzbrunnens eingesenkt, gut verrammt und verwahrt ist; daraus
ist die Sole zum Sieden zu holen. Lässt sich dann das jetzige Fass des Salzbrunnens dazu auf die Kufe setzen, so hat man es zu gebrauchen und darauf zu setzen; wenn nicht, so soll man das Fass neu nach Bedarf anfertigen und setzen lassen, damit der neue Salzbrunnen in jeder Hinsicht ausgebaut, wohl verwahrt und unbeschwert bleiben kann.
Diese Woche sind gesotten worden ————— 110 Werk. Sonntag, den 13.
Mittwoch, den 16., Donnerstag, den 17., Freitag, den 18. Juli. Samstag, den 19. Juli, ist die Abzucht ganz ausgefahren worden bis auf den Gries, und der Zimmermann hat die äußerste alte Fassung im vierten Schuh abge-
schnitten und ringsherum oben mit neuen Pfosten eingezapft und auch, wo nötig, mit Brettern ausgebessert und gut verfasst. Danach sind die Schwellen an der neuen Fassung, soweit sie sich verstreben, bis zur Hälfte an die Abzucht, unter dem Umgang zu Grund nach der Waage gleich gelegt, die Riegel und Bretter in jedem Feld zwischen zwei Säulen eingeschlossen und oben mit einem Gesims versehen worden — so dass diese neue Fassung im Rund und was in die Abzucht reicht in dieser Woche fertiggestellt ist.
Und wegen der neu gefundenen Salzadern, die sich hart an der alten Fassung zeigen, zur Kirche und zum Berg hin, ist diese Fassung — damit auch sie in den rechten Salzbrunnen kommen und mitgefasst werden — nicht ganz im Rund, sondern verstrebt hinter die alte Fassung bis in den Umgang der Abzucht gesetzt worden. Sie hat zusammen 24
Diese Woche sind gesotten worden ————— 134 Werk.
Sonntag, den 20. Juli, gefeiert; und die Herren haben die Wochen- und Amtsrechnung vom Bau und Salzwerk angehört und unterschrieben. Und nachdem die Renne unter dem Damm im Solgraben, wo die oberste Brücke sein soll, verstopft und verschlammt war, so dass sich das Wasser gestaut und keine Sole vor dem Gewölbe gestanden hat, ist diese Renne aufgeräumt und das Gefälle vor dem Gewölbe wiederhergestellt worden.
Darum ist es für notwendig und gut befunden worden, dass sobald wie möglich dorthin die vierte steinerne Brücke über den Solgraben so gebaut werden soll, dass man zur Zeit der Flut eine Schleuse oder ein Schützgatter wie an einem Tisch davorschieben und das Wasser, das durchs Gewölbe kommt, zur Zeit der Flut mit Pumpen halten kann, damit die Werra oder das wilde Wasser sich nicht im Salzbrunnen staue und den neuen Bauten Schaden tue. Und die Fuhrleute in der Stadt sollen angesprochen werden, Steine dazu zu
fahren.
Montag, den 21. Juli, am Morgen ist Valtin Schuldt wieder hier eingetroffen. Meister Hans, der Zimmermann, hat die neue Fassung gut vernageln lassen und den letzten Ring auf den Säulen in der Abzucht ebenfalls eingebracht. Und etliche Siederknechte haben gesagt, wenn das Sieden und sonst die Winnung so bliebe wie jetzt, wollten sie keine Goldschmiede dafür sein; denn etliche haben eingeräumt, dass sie in 11
Stunden abgelassen haben.
Die vier Pumpen, mit denen man den Salzbrunnen jederzeit hat schöpfen können, sind heute wieder aus dem Salzbrunnen genommen worden. Danach sind die vier alten Säulen an der alten Fassung, die der neuen Salzadern wegen jetzt in die neue Fassung einbezogen sind, über den neuen Streben in der Mitte vom Grund in die Höhe abgehauen und dort mit neuen Pfosten gefasst worden; denn diese Säulen
waren oben heraus ganz morsch und baufällig, sind aber unten der neuen Streben wegen stehengeblieben. So ist oben die neue Fassung auch gegen den Berg verstrebt worden, damit diese Fassung dem Berg desto besser standhalte und auch die Streben dem Gesims auf der alten Fassung gleichförmig werden. Die alten Dielen an dieser äußersten Fassung zwischen denselben vier Säulen aber sind auf dem Gries abgehauen worden, und im Grund stehen sie noch im fünften Schuh eingeräumt.
Dienstag, den 22.
Juli, an der alten Fassung vollends oben das Gesims angebracht. Und die Abzucht der alten Fassung hinter der neuen Fassung gegen den Berg ist unten auf dem Gries mit Asche ziemlich tief und unter den Schwellen mit Moos gefüllt worden. Danach ist auf die Asche ein Damm aus gutem, wohl gemachtem und bereitetem Ton sechs Schuh hoch hart aufeinander geschlagen worden, damit das wilde Wasser und alles einfallende Wasser ins Gewölbe fließen kann.
Mittwoch, den 23. Juli, ein neues Schöpfzeug aus drei kupfernen Röhren gesetzt; das zieht das wilde Wasser und hält alles so gut, dass man überall trocken hantieren und gehen kann.
Am selben Morgen beratschlagt und einmütig beschlossen, dass die innerste neue Fassung, die der rechte Salzbrunnen sein soll, aufs allerförderlichste, wie man sich verglichen hat und wie es das Muster ausweist, viereckig hergerichtet und gefertigt werden soll: nämlich so, dass die Säulen der jetzigen ersten neuen Fassung oben in der Höhe gleich und drei Schuh weit voneinander stehen und von unten herauf dazwischen halblange Säulen; darin sollen in derselben Länge geschnittene eichene Dielen von drei Zoll Dicke in die Höhe vom Grund des Kieses zwölf Schuh hoch herauf in beide Säulen, jeweils zwei Finger breit, eingesenkt, darauf gut verriegelt und dann von oben herab quer über Dielen und Bretter in zwei Säulen eingeschlossen werden,
die die volle Höhe haben — und so, dass stets die dritte Säule in der Mitte halb so hoch ist, und so durchgehend die ganze neue Fassung. Und zwischen den beiden hohen Säulen, die ungefähr drei Schuh weit voneinander stehen, und der halben Säule dazwischen in der Länge, wie an der jetzigen ersten neuen Fassung, sollen die Bretter gut aufeinander gefügt werden. Danach ist diese Fassung ebenso gut und aufs sorgfältigste zu fassen und mit starken Rähmen zu unterlegen.
Und zu dieser Arbeit sollen die Dielenschneider, die wir vom Eichsfeld haben herholen lassen, so viel eichene Hölzer schneiden, wie Meister Hans, der Zimmermann, ihnen angibt und wie es nötig sein wird. So haben die Herren mit diesen Schneidern verdungen, dass man ihnen stets für vier Ellen eines Schnitts einen Mariengroschen zum Schneiden geben soll.
So sollen die zwei Nebenadern außerhalb und an dem jetzigen alten Salzbrunnen jede für sich mit Holzwerk gefasst
werden, so dass sie in die Höhe steigen und ihren Abfluss haben können. Wenn man ihrer dann bedarf oder sie nötig wären, so kann man sie gebrauchen; wenn nicht, so möchte man sie ins Gewölbe weisen und hinlaufen lassen. Und zu dieser Fassung der zwei Nebenadern wollen die beiden Bürgermeister Wiedenstein und Gerry heute dem Zimmermann aus dem Gehölz der Stadt Allendorf
Juli, hat der Zimmermann den Stuhl und das Gerüst zum Ausbringen der Sole verrückt und so gefasst, dass man das Fass des alten Salzbrunnens herauslangen konnte. Freitag, den 25. Juli, und Samstag, den 26.,
das alte Fass mit Säulen und Schwellen ganz herausgeholt. Danach vier Pumpen zum Schöpfen neben die zwei Röhren, mit denen man Sole zum Sieden holt, auf die Mitte der Salzadern gesetzt
und diese alle gegen Abend leergeschöpft. Man hat jede Ader für sich geschmeckt und danach auch die wilde Ader oder Quelle, die sich zuvor neben dem alten Fass gezeigt hatte, für sich allein geschmeckt; sie war noch wie lauteres wildes Wasser. Darauf ist dem Zimmermann befohlen worden, sie für sich allein zu fassen.
Und uns, den Salzgrafen, ist heute folgendes Schreiben von den Räten zugekommen:
Den ehrbaren, unseren besonders guten Freunden Johann Vorderken und Jobst Becker, Salzgrafen. Unseren freundlichen Dienst zuvor, ehrbare, besonders gute Freunde. Es ist unserem gnädigen Fürsten und Herrn, Landgraf Philipp zu Hessen, zu Ohren gekommen, die Sole des Salzbrunnens zu Allendorf solle etwas reicher geworden sein, so dass man nun künftig wieder Seiner Fürstlichen Gnaden
wie ihr aus der beiliegenden Abschrift, die ihr im Vertrauen bei euch behalten wollet, zu ersehen habt. Das wollten wir euch also auf Befehl unseres hochgenannten gnädigen
Fürsten und Herrn nicht verhalten, damit ihr es so anordnet, wie Seine Fürstlichen Gnaden es begehren; und ihr tut daran Seiner Fürstlichen Gnaden Meinung, und wir sind geneigt, euch Freundschaft zu erweisen. Gegeben zu Kassel am 24.
Dass der Salzbrunnen gut gebaut ist, höre ich gern. Wollet auf dieses Salzwerk gut achtgeben, dass recht damit gehandelt und umgegangen und gute Rechnung geführt werde. Und weil die Sole so gut ist, so lasst die früheren Bothe und Salzpfannen auch sieden, damit von meinen Pfannen wieder
vierzig sieden; denn es sind etliche abgestellt worden wegen der geringen Sole. Weil sich diese nun bessert, lasst sie wieder aufrichten. Ihr sollt jedenfalls die 40
Gnaden und Ehren jüngst an uns ergangenes Schreiben mit der eingeschlossenen Abschrift der Meinung unseres gnädigen Fürsten und Herrn, die Dinge am Salzwerk so anzuordnen, wie Ihre Fürstlichen
Pfannen auf Ihrer Fürstlichen Gnaden Anteil im Salzsieden gewesen und noch sind, und dass davon und von der Zahl weder wegen der geringen Sole noch aus anderem Grund welche abgestellt worden sind. Sonst sind etliche Gebäude zu anderen notwendigen und nützlichen Geschäften errichtet und gebraucht worden; die sind noch vorhanden und können, wo nötig, über die 40 Bothe hinaus in kurzer Zeit und mit wenig Mühe eingerichtet werden, um auch darin Salz zu sieden.
Seit der zwischen Seiner Fürstlichen Gnaden
und den Pfännern aufgerichteten Location hat man von wegen Ihrer Fürstlichen Gnaden vierundachtzig Bothe in Verwaltung und Regierung gehabt; davon sind jetzt des Baus am Salzbrunnen wegen gemäß den Abschieden vier abgebrochen worden, so dass jetzt noch fort und fort achtzig Bothe im Gang sind und ihre Winnung wöchentlich entrichten. Es wäre aber wohl nötig, dass noch zwei oder drei Bothe, die den Bauten des Salzbrunnens der schweren Last wegen zu nahe stehen, ebenfalls
Betrieb, Preise und die Winterpause. Während unten gebaut wird, läuft oben die Saline weiter — und das Tagebuch wird für einige Monate zum Wirtschaftsprotokoll.
Die Zahlen der Wochen stehen jeweils am Rand: 115 Werk, 124, 134, 140. Man sieht die Kurve steigen. Zugleich wird gerechnet, wie viele Pfannen man wieder anstellen kann — etliche waren „wegen der geringen Sole“ abgestellt worden —, und wie die Kohlen zu verteilen sind.
Dann greift die Regierung in den Markt ein. Statthalter und Räte lassen ein offenes Schreiben in allen Städten verlesen. Es erzählt zunächst die Geschichte des Schadens — dass sich „wildes Wasser“ in die Sole gemischt habe und man dem nun „mit großen Kosten“ abgeholfen habe — und ordnet dann an, was daraus folgt: allen dasselbe Salz zum selben Preis, „jedermann für gleiches Geld zu einer Zeit wie zur anderen zuzumessen und jedem gleich“. Wer sein Salz selbst holt, wer fremdes Salz einführt, was je Pferd zu zahlen ist — alles wird geregelt. Der geglückte Bau wird sofort in eine Versorgungsordnung übersetzt.
Im Spätherbst dann der nüchternste Eintrag: „Weil der Winter hereinbricht, sollen alle Bauten bis auf den Frühling eingestellt werden.“
Redaktionelle AnmerkungS. 331–439
Was 2.741 Gulden waren. Eine Umrechnung in heutiges Geld führt in die Irre; ein Vergleich innerhalb des Werks trägt weiter. Nach der Stückliste im ersten Anhang kostete ein vollständig ausgerüstetes Siedehaus rund 139 Gulden. Der Brunnenbau von 1550/51 entsprach also etwa zwanzig kompletten Siedehäusern — und dass Landgraf Philipp den Pfännern 1554 die Hälfte ihres Anteils erließ, war entsprechend kein kleines Entgegenkommen.
Hans Wetzels Revers ist ein Fund. Geheimhaltung „bis in mein Grab“, ein Wettbewerbsverbot für das Eichsfeld und die Nachbarschaft, dazu ein Bleibepaket aus Geld, Korn, Kleid, Wohnung und Salz: Das ist, in den Worten des 16. Jahrhunderts, ein Arbeitsvertrag mit Verschwiegenheits- und Konkurrenzklausel. Ähnliche Bindungen sind aus dem Bergbau und dem venezianischen Glashandwerk überliefert; für eine deutsche Saline ist der Text ungewöhnlich vollständig erhalten. Auch der Zusatz, er bekomme zwei Achtel Salz, „damit ihm wegen der gezimmerten Öfen kein Verdacht erwachse“, gehört dazu: Vorbeugung gegen Vorteilsnahme, ausdrücklich begründet.
Das Gutachten gegen die bleiernen Pfannen ist fachlich richtig. Blei schmilzt bei rund 330 Grad; eine Pfanne, die am Ende des Siedens fast leer über dem Feuer steht, erreicht das. Die Lüneburger Sole galt als nahezu gesättigt, die Soodener lag nach den Messungen des dritten Anhangs bei etwa sieben Prozent — daher das lange Sieden und das Trockenfallen. Die Beamten argumentieren also aus ihren eigenen Messwerten heraus, sagen ihrem Fürsten schriftlich Nein und schlagen statt dessen einen Versuch mit Vergleichsprobe vor. Diese vier Seiten lohnen sich neben dem pommerschen Gutachten im vierten Anhang.
abgetan würden. Wir haben sie aber jetzt der Unkosten und des entgehenden Nutzens wegen, soweit es möglich war, verschonen und zurückstellen müssen. Nach Fertigstellung der jetzigen Bauten aber wollen und müssen wir die vier abgebrochenen Bothe förderlich wieder aufrichten und in Gang bringen, denn sie gehören den Pfännern; die werden uns dazu nicht viel Zeit lassen, halten schon jetzt darum an und wollen sie eilends wieder erbaut haben, wie es denn geschehen muss. Zur Zeit der Location kommt das Seiner Fürstlichen Gnaden zum Besten.
Dergleichen und daneben hat uns auch Reinhard Abel geschrieben, insbesondere: es solle, wenn möglich, jede Woche noch eine Pfanne Salz oder mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden. Nun könnte das jetzt des Holzes wegen — wenn die Sole so gut wie jetzt zu erhalten und Sole genug vorhanden wäre, weil die süßen Quellen davon abgesondert sind — eine Zeitlang durch etliche Sieder geschehen; denn gemeinhin lassen sie jetzt in 13 und 14 Stunden ab.
Etliche müssen auch der Kohlen wegen — weil sie so kurz, so wenig und nicht mit so viel Holz wie zuvor versieden und nicht viel Kohlen machen, so dass sie die Salzgänse nicht fassen und ausbringen können — etwa zwei Stunden länger sieden, als sie sonst, wenn sie Kohlen genug hätten, nötig hätten. Aber die Sieder müssen gleichwohl zum Schöpfen, zum Ausbringen des Salzes, zum Trocknen des Salzes und um samstags wieder herzurichten ihre Zeit beinahe so lang wie zuvor haben.
Es hat auch sonst vielerlei Gründe und Bedenken, dass die Sieder nicht wohl mehr als zwei Werk Salz in der Woche zu sieden vermögen. Wenn man darum Änderung und eine neue Ordnung vornehmen und in der Woche mehr Werk als zuvor in den Bothen sieden lassen wollte, müsste das mit stattlichem gutem Rat geschehen; denn die Location steht und währt noch fünf Jahre, und darin ist schwerlich eine Änderung vorzunehmen. Auch würde es bei gutem Schlicht viel mehr Fässer und Tonnen erfordern, als man jetzt haben kann.
Unsichere Lesungen
Z. 12: erschwindenn — Wort unklar, evtl. erschwingenn
Und so soll in einem Jahr das Salz mit Bedacht und Nutzen gesotten und veräußert werden, damit die anderen folgenden Jahre gleichen Nutzen tragen können. Denn dieses jetzige Jahr ist aus besonderer Gnade Gottes — dem besonders das Kaltlager gemacht ist — jede Woche seit der Zeit des Bauens ein merklich großes Salz gesotten worden, wie es zuvor nie in einem Jahr geschehen ist, solange das Salzwerk besteht; und es hat, Gott sei Lob, auch einen ordentlichen Absatz. Darum haben wir jetzt schon gegen zweihundert Pfannen Salz, die liegengeblieben und nicht abgegangen sind, von wegen unseres hochgenannten gnädigen
Gulden kosten. So wird künftig zur Zeit der Handelsstockung bis nach Michaelis um so mehr Salz, das nicht abgeht, den Siedern abzukaufen sein, damit sie im Sieden bleiben und Salz auf Vorrat da ist; dazu wird auch noch Geld nötig sein. Und es gibt danach beim Wiederausmessen keinen geringen Abgang, denn das Salz sackt zusammen und lässt sich nicht wieder
messen wie Korn und andere harte Früchte — was man nicht ohne beträchtlichen Schaden erfahren und innegeworden ist. Daneben müssen wir den jetzigen Bau durch den Rentmeister in Sooden auch allein, ohne Zutun der Pfänner, vorstrecken lassen.
zur Zeit der Location das ganze Salzwerk und danach Ihrer Fürstlichen Gnaden Anteil mit Salzpfannen nach Notdurft versehen sein mögen — abgesehen vom sonstigen täglichen Schluss, das Mangelhafte und Baufällige zu bessern und zu erhalten.
Dass darüber auch gute Rechnung geführt worden ist und künftig geführt werden möge — dabei werden der Kammermeister und diejenigen, die dazu verordnet sind, neben uns treulich und zum Besten mit aufsehen; so soll es, will Gott, an unseren Pflichten und gebührendem Fleiß auch nicht fehlen.
Gnaden und Ehren Rat und Bedenken zum Besten und Nützlichsten wohl vornehmen. Insbesondere wenn das Sieden mit Gottes Gnade, wie wir gänzlich hoffen, so reichlich bleibt und man nun aufs kommende Jahr das früher ergangene und bestehende Gebot, kein fremdes Salz ins Land zu führen, erneuert — es trage am Landzoll viel oder wenig ein —, worüber mit dem Kammerschreiber als dem Zollschließer zu beratschlagen und zu reden ist. Das wollten wir Euer
Gnaden und Ehren hinwiederum zum Bericht und, wo nötig, um es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn zur Kenntnis zu bringen, dienstlich in guter Meinung nicht verhalten. Denselben unsere besten Kräfte und unverdrossen willfährige Dienste zu erweisen sind wir erbötig und ganz willig. Gegeben zu Sooden vor Allendorf an der Werra, den 5.
Pfannen Salz; jede Pfanne acht Achtel, macht 61 440 Achtel. Und das Achtel ist mehr als ein Kasseler Viertel; das ist ein großes Salz, und man speist zwei dieser Lande damit.
Besonders guter Freund, wiewohl ich Euch jüngst am ersten dieses Monats Juli wegen des Salzwerks und des jetzt vorgenommenen Baus geschrieben und über dessen Stand allerlei Bericht getan habe — in der Zuversicht, dies sei Euch nunmehr zugekommen —, so hat mir doch der Statthalter hier heute ein Schreiben, das unter anderem das Salzwerk betrifft, lesen
lassen und mir befohlen, Euch zu berichten, wie es jetzt darum steht. So will ich Euch nicht verhalten, dass wir in der vergangenen Woche die neue Fassung gesetzt haben, soweit sie ins Viertel geht, wie Ihr auf dem Riss seht; und wir räumen nun dazu, dass die andere Fassung wegen der neu gefundenen Salzadern daran ebenfalls gesetzt werden soll. Auch haben wir vergangenen Samstag, wiewohl mit großer Mühe und auf Drängen der Unsrigen, einmütig beschlossen, dass das Fass am alten Salzbrunnen ganz und gar weggenommen und alle Salzadern neu gefasst werden sollen. Denn Gott sei Lob wird jetzt eine Pfanne Salz, wie uns etliche glaubwürdige Sieder eingeräumt haben, gemeinhin in 12
So sehen wir auch, dass bereits viel Holz gespart wird; und die Sieder geben jetzt auch sehr gute Ladung und rechtes Maß, so dass das Salz gut abgeht. Denn in der vergangenen Woche sind 110 Pfannen Salz gesotten worden, und obwohl die Fuhrleute und andere Leute mit dem Haus zu tun gehabt haben, so ist es doch alles
Unsichere Lesungen
Z. 5: darzu — letztes Wort undeutlich
Z. 12: [gestrichen: [?]] — kurzes gestrichenes Wort
bis auf 12 Pfannen abgefahren worden. Wollte Gott, dass wir es so fassen und erhalten könnten; aber wir kennen nun den Grund und alle Umstände. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es weiter meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt. Womit ich Euch lieb und dienlich bin. Gegeben zu Kassel, den 14.
Juli, beschlossen, dass die innerste neue Fassung zum Salzbrunnen 20 Werkschuh lang und 8 Schuh weit gemacht werden soll, so dass sie die alten guten Salzadern umfasst, ganz so, wie das Muster davon gezeichnet ist. Und man hat heute wie aus einer Pfütze zu sieden angefangen. Und die verordneten Bauherren sind heute wegen vorgefallener Ehesachen abgeritten; sie wollen,
wenn sie beschieden werden, wiederkommen und zu Sooden sein. Doch ist mir, Jost, dieses nachfolgende Schreiben zugekommen:
Unsere ganz willigen Dienste zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Wir wollen Euch nicht verhalten, dass wir gestern, wie Ihr gesehen habt, das Geviert im Salzbrunnen gelegt und auch die wilden Adern in der Röhre steigen lassen haben, und dass es nun so steht, wie man daraus sieden soll, bis das Fass gesetzt wird. So haben wir samt dem Rentmeister Christoffer, Meister Hans und anderen das Geviert des neuen Fasses genau nach der Lage der wilden und der guten Adern abgezogen und finden, dass die Weite am neuen Fass im Lichten nicht weiter als 8
Werkschuh und 20 Schuh lang zu machen sein wird; und so kommen alle Adern, die gut und nötig sind, darin zu liegen. Denn wie sich das Sieden, wie der Meister sagt und wir selbst sehen und meinen, am allerbequemsten schicken wird, so ist es auch mit Meister Hans verabredet worden, sein Werk förderlich zu machen. Denn über die Höhe und Art des Fasses habt
Ihr bereits Bericht. Das haben wir Euch, damit Ihr es wisst und es den anderen Bauherren Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck anzeigen und berichten könnt, in guter Meinung nicht verhalten wollen. Wolltet Ihr aber ein anderes Bedenken oder eine andere Meinung haben, so müsstet Ihr uns hier im Augenschein selbst aufs allereiligste berichten. Sonst könnten wir nicht anders beschließen, wie Ihr nunmehr im Augenschein sehen werdet. Und wir sind Euch zu dienen willig. Gegeben zu Sooden, in Eile, Dienstag nach Jacobi Anno 50.
Valtin Schuldt, selbst. Johann Riedenstein.
Montag, den 28. Juli, haben die Zimmerleute an der neuen Fassung zum Salzbrunnen zu arbeiten angefangen. So hat der Meister aus vier starken eichenen Dielen eine Fassung zum Salzbrunnen gemacht und abgedämmt, um daraus zu sieden, bis die neue Fassung fertiggestellt ist. Danach hat er die wilde Nebenader
gefasst und erprobt, dass sie in einer hölzernen Röhre in die Höhe steigt, gut mit Ton abgedämmt; desgleichen die Salzadern daran. Und jede ist für sich allein gut zu fassen; es steht zu beratschlagen, ob sie mit Holz oder mit Stein gefasst werden sollen. An den anderen Tagen dieser Woche hat der Zimmermann selbzwölft
August, die Herren beschieden, hier wieder einzutreffen. Diese Woche hat der Zimmermann mit seinen Knechten die Fassung fertiggestellt, und Valtin Schuldt und ich, Jost, sind hier zu Sooden dabei gewesen. In dieser Woche sind gesotten worden 125 Werk.
Sonntag Laurentii, den 10. August.
Montag, Dienstag und Mittwoch hat der Zimmermann an der neuen Fassung und auch daneben an den Röhren zu den zwei Nebenadern — deren eine gut und die andere wild ist — gearbeitet, damit sie in die Höhe steigen
können, und dreißig Stücke Holz, die die Stadt Allendorf aus ihren Gehölzen gibt, gefällt. Mittwoch, den 13. August, gegen Abend sind zu Sooden eingetroffen Valtin Schuldt und ich, Jost Becker. Donnerstag, den 14. August, die neue Fassung auf und an den Salzbrunnen führen lassen; auch Junker Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck sind hier eingetroffen. Freitag, den 15.
August, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen der neuen innersten Fassung zum Salzbrunnen auf den alten Grund des vorigen runden Salzbrunnens gelegt. Und weil der Grund zur Stadt hin etwas tiefer war als daneben zum Berg hin, wo die neuen Salzadern gefunden wurden, hat er drei Stücke Holz kreuzweise ineinander geschnitten und eingelegt; sie sind zuvor mit Moos und Asche ausgefüllt und verstopft worden, und darauf sind die rechten Schwellen gelegt worden. Und diese unterste
Schwelle zum Berg hin ist unten zur Hälfte abgehauen und gelüftet worden, weil sich etliche gute Salzadern darunter zeigen, damit diese ungehindert in den Salzbrunnen fließen können.
Und es ist den Tag über durch die Sieder, eine Stunde um die andere abwechselnd, alles Quellwasser und alle Adern ganz ausgeschöpft worden, so dass man mit ausgeschnittenen Schuhen trocken auf dem Grund um den Boden des Borns überall hat gehen und stehen können. Der Grund des Borns besteht ebenso wie der Grund in der Werra aus Sand und Kieselstein; dadurch dringt sich die Sole wie durch ein Sieb hier und dort allenthalben herauf, und eine Ader stärker als die anderen.
Danach sind die Schwellen gesetzt worden; die sind 26
Schuh lang, und 12 halbe Säulen, gleich den Brettern, sind der Länge nach eingetrieben. Darauf dann starke Riegel und darüber eichene Bretter quer von oben herab eingeschlossen und gut vernagelt. Und Junker Hermann von Hundelshausen hat den ersten Nagel eingeschlagen. Und das alles ist im
August, ist diese Arbeit vollends gesetzt und oben mit ihren Rähmen verschlossen und vernagelt worden; die sind kreuzweise ineinander geschnitten und mit Gewalt zusammengeschlagen.
Danach ist eine starke gebohrte eichene Röhre, durch die die Sole in die Fassung kommen soll, aus der man sieden will, durch beide neue Fassungen eingeschnitten und auf die Schwellen beider Fassungen gelegt worden. Die Sole wird ungefähr drei Schuh in die Höhe steigen, denn die Sole treibt sich in die Weite und Länge und hat nun keine Last. Auch ist sie nun künftig nicht mehr mit den Eimern zu holen, denn durch die Röhre soll die Sole in ein anderes Fass laufen, aus dem sie zum Sieden geholt wird; das soll etwas tiefer als diese Fassung gesetzt werden.
Und der Stein, von dem zuvor bei den neuen Salzadern die Rede war, ist zum Teil abgeschlagen worden, und das andere ist in der neuen Fassung liegengeblieben, aus
dem Grund, dass viele gute Salzadern rings darum quellen. Und obwohl er sich bewegte und wohl herauszuschaffen gewesen wäre, hat man doch die Sorge gehabt, dass sich darunter vielleicht auch wilde Quellen zeigen könnten; darum ist er liegengeblieben, und die eine Schwelle ist gleich daran und danebengelegt worden.
Und die neuen Salzadern sind in der Mitte der neuen Fassung mit einem starken eichenen Brett, wo das alte Fass gewendet hat, abgeteilt; es fließt darüber alles zusammen, so dass man es jederzeit, wenn der Born geschöpft wird, gesondert sehen kann. Darum soll das Schöpfzeug, wenn man es nicht mehr braucht, sicher aufgehoben werden, damit man es jederzeit zu gebrauchen hat.
Diese Woche sind an Salz gesotten worden — und es ist zur Zeit der Errichtung des Baus kein Salzlager gemacht worden — an Salz ———— 126 Werk.
August, gefeiert und Wochenrechnung gehalten; danach beratschlagt, wie weiter mit der Dämmung und der Fassung der neuen Adern fortgefahren werden soll. Montag, den 18.
August, ist der Grund um den neuen Salzbrunnen zwischen beiden neuen Fassungen ganz gesäubert und gereinigt und alles, was nicht notwendig darin zu bleiben hatte, herausgezogen worden, damit der Grund und Kies desto besser zu verdämmen sei.
Und der Zimmermann hat die gelegte Röhre in der neuen Fassung des neuen Salzbrunnens ganz dicht eingeschnitten, danach das Schöpfzeug hergerichtet und eine starke eichene Renne an die mittlere neue Fassung gemacht, damit der Damm trocken im Grund gelegt werden konnte. Und diese Renne soll fort und fort bleiben, damit der Salzbrunnen jederzeit geschöpft werden kann und keinen Abgang habe.
Man hat auch um die neue Fassung herum allenthalben viele Quellen durcheinander gefunden, gute und schlechte; die sollen mit dem Damm beschwert
August, hat man das Gedämme in der alten Abzucht oder im Umgang wieder aufgenommen und im Grund zum Berg hin starke eichene Rennen gelegt und gestülpt, so dass der Boden nach oben kam; darunter soll sich das Wasser, das vom Berg fällt oder von unten heraufquillt, zum Gewölbe und zur äußersten Pumpe hin ziehen. In diese Rennen sind zum Berg hin so viele Löcher gebohrt worden; danach sind grobe Steine darauf und ringsherum gelegt worden, so dass das wilde Wasser sich darunter hin unter die Renne ziehen kann. Und wiederum ist zwischen den Rennen und dem mittleren neuen Fass, soweit die alte Abzucht wendet, verdämmt worden.
Inzwischen hat der Zimmermann die Fassung für die neuen Adern vollends hergerichtet; das sind zehn starke, oder vielmehr zwei starke eichene Röhren, zwei Ellen hoch oder lang, und unten ein Geviert mit daran
genagelten Brettern, deren eines auf die gute Salzader und das andere auf die wilde Quelle oder Ader, die stark und armdick ist, gesetzt werden soll.
Vom Verdämmen.
Nach Mittag hat man angefangen zu verdämmen, und zwar zuerst die Unterschwellen außen mit Moos, das aufs allerreinste ausgelesen war, ganz und gar gefüllt und verstopft; darauf viel Asche geschüttet, danach wieder Moos, und das mit besonders gehauenen Brettern und Hebebäumen hinuntergestoßen; und danach darauf Asche geschüttet, so hoch die Schwellen liegen und fertig sind, so dass das Fass auch ohne den Damm halten und nichts hinein- oder herausfließen soll.
Sodann hat man vor dem Berg oben an der obersten Wand angefangen, den Damm darauf zu schlagen, und ist so herumgefahren bis zur dritten untersten Ecksäule und an die vierte Wand.
Und der Ton, der ganz gut und mit allem Fleiß wie ein Wachs bearbeitet und hergerichtet war, ist von oben herab in die Tiefe auf den Grund hart ineinander gearbeitet und geworfen worden. Und zuvor sind alle Fugen am neuen rechten Salzbrunnen mit dem genannten ausgelesenen Moos zugelegt und gut verstopft worden; danach ist der Ton durch sechs starke Männer ineinander getreten worden. Und auch die Röhre, von der oben die Rede war und die die Sole in ein anderes Fass zum Ausschöpfen tragen soll, ist ganz sorgfältig verdämmt worden. Und inzwischen ist der neue Salzbrunnen fort und fort geschöpft worden.
So hat man die Sieder angesprochen; die haben den Ton auf den Salzbrunnen gefahren, jeden halben Tag 20
Personen, und so fortan abwechselnd. Unterdessen hat der Zimmermann an der vierten Wand auf der linken Seite des neuen Fasses — wenn man aus der Stadt zum Salzbrunnen geht —, wo die gute und die wilde Quelle beieinander sind, starke eichene Bretter, jedes zwei Ellen lang, unten
angespitzt und geschärft, ineinander gespannt und gestoßen, durch einen Schreiner dicht hergerichtet, gleich an dem Fass des Salzbrunnens in den Grund eingeräumt, geschlagen und getrieben — in der Tiefe unten am Born beinahe einen Schuh den Schwellen gleich, damit
im Grund um so weniger etwas aus dem neuen Salzbrunnen heraus oder in ihn hineinfließen soll. Sie gehen oben vor den Berg, wo die vierte Wand des Fasses oder Salzbrunnens wendet; dort sind die Bretter nicht so tief eingeräumt wie unten am Born, denn der Grund ist dort viel härter gewesen als unten. Denn der Grund unten, wo die Fassung des Salzbrunnens wendet, hat sich, wenn man darauf trat, nachdem er ausgeschöpft war, gleich wie ein Moor bewegt.
Und zwischen dem Salzbrunnen und den Brettern sind alle Fugen mit Asche ausgefüllt worden, wie es auf den anderen Seiten mit Moos geschehen ist. Daneben ist die wilde Quelle armdick; sie geht stark in einem Gang unten aus dem Grund herauf und
sprudelt gleich wie Wasser in einem Hafen oder Kessel, aber nicht wie die anderen Salzadern. Und die wilde Ader steht in der Mitte auf der linken Seite des Fasses zum Berg hin; gleich darunter, ungefähr drei Schuh, ist wieder eine gute Salzader. Der Meister hat auf jede Ader einen eichenen Stock oder eine Röhre gesetzt, in der jede Ader für sich steigt, so hoch, dass die wilde in die Abzucht und die gute Ader in den Salzbrunnen zu bringen ist; und beide sind jede für sich mit Moos verstopft und danach mit Ton gut verdämmt.
Dazwischen, vom neuen Salzbrunnen bis an die ersten eingeräumten Bohlen, sind auch Bretter quer ineinander gespannt und in den Grund getrieben worden, damit jede Ader desto besser für sich gefasst werden könnte, wie es denn geschehen ist. Und in den Stock, der die wilde Ader fasst, ist eine Röhre eingeschnitten, hart verkeilt und verstopft; sie geht durch das mittlere neue Fass in die neue Abzucht zwischen diesem und dem äußersten alten Fass. So hat der Stock über der guten Salzader zwei Röhren; die eine geht
in den neuen Salzbrunnen, die andere ebenfalls in die Abzucht, so dass man diese Ader im Salzbrunnen gebrauchen oder in die Abzucht laufen lassen kann. Und es sind gedrechselte Stopfen oben in jeden Stock hart eingestopft, wie an den Röhren im Salzbrunnen. Mittwoch, den 20.
August, hat Horchappel den alten Umgang vollends mit den Rennen und dem Ton hergerichtet. So haben die Sieder den Ton zum Born gefahren; der Zimmermann aber hat die Bretter vollends gefertigt und zur Fassung der zwei Adern hergerichtet.
Und im Grund ist alles gut verstopft, verdämmt und verwahrt, so dass nichts in den neuen Salzbrunnen hinein und auch nichts daraus fließen kann. Denn beim Aufbrechen des alten Fasses hat man gefunden, dass die Alten die Schwellen an vier Stellen offen gelassen und entzweigeschnitten hatten, so dass alles, was um dieses Fass herum war, sich ohne jede Behinderung hineinziehen konnte — was denn den Schaden verursacht hat, der den jetzigen Bau nötig machte.
Stunden ablassen; und wo sie zuvor zum Sieden einer Pfanne Salz 2 Kufen und 2 Tröge Sole haben versieden müssen, brauchen sie jetzt nicht mehr als eine Kufe und die zwei Tröge voll Sole. So haben etliche mit ihrer lauteren Sole ohne jeden Zusatz in 13 Stunden eine Pfanne Salz bereitet und abgelassen. Donnerstag, den 21.
August, gedämmt. Und nachdem sich etliche Salzadern auf der linken Seite des Fasses — wie man zum Salzbrunnen hingeht — zwischen den zuerst geschlagenen Bohlen und dem mittleren Fass, gerade gegenüber und neben den zwei gesetzten Stöcken gezeigt haben, hat der Zimmermann auf diese Adern eine eigene Fassung und einen Stock gesetzt. Der hat eine Röhre in die Höhe, darin eine andere Röhre einen Schuh über dem Gries gelegt; die trägt die Adern in die Abzucht zwischen dem alten und dem neuen mittleren Fass. Danach ist die neue Fassung des neuen Salzbrunnens ringsherum hart zugedämmt worden, über die
Freitag, den 22. August, den Ton zum und auf den Born gefahren und gedämmt. Und falls künftig die Sole abnehmen oder am Born ein Abbruch geschehen sollte, so hat man stets bei den drei Stöcken zuerst danach zu sehen. Und damit das ohne jede Gefahr und ohne große Kosten geschehen kann, hat man unter und über diesen Stöcken vom Salzbrunnen bis an die mittlere Fassung quer starke eichene Dielen verstreben lassen und sie so hoch, wie der Salzbrunnen ist, in die Höhe hart aufeinander eingetrieben, so dass sie den Ton von unten herauf und von oben herab fest halten können. Dazwischen kann man jederzeit, wenn es nötig ist, den Ton herausnehmen und nach den Stöcken sehen. Diese Bohlen oder Bretter haben ihren Halt gegen die Säulen beider Fässer, so dass sie nicht weichen können.
der Zimmermann, in der kommenden Woche anfangen soll, die Fassung fertigzustellen, aus der die Sole geholt werden soll, wie zuvor davon gesprochen worden ist, damit der Salzbrunnen frei steht und daran gar nichts zu schaffen ist. Und diese Fassung soll achteckig sein; darin soll eine starke eichene Kufe stehen, die der Böttcher Meister Jakob zu Allendorf fertigt, sechs Schuh weit und sechs Schuh hoch. Und wenn es nicht hoch genug ist, soll der Böttcher noch einen Rumpf ohne Boden von drei Schuh Höhe darauf setzen. Und dann soll zwischen der achteckigen Fassung und der Kufe auch bis oben hin mit gutem Ton zwei Schuh weit verdämmt werden, bis oben dem Erdreich gleich, und dann ist das mit eichenen Dielen abzudecken. Und sobald aller Ton eingefahren ist, soll das Loch für diese Fassung gegraben werden.
Darauf sind alle verordneten Herren abgeritten, bis sie wieder beschieden werden, um unnötige Unkosten und Zehrung zu vermeiden.
Sonntag, den 23. August, vollends den Ton
eingefahren und gedämmt. Und die Zimmerleute haben die 30 Stücke Holz, die die Stadt gibt, im Wald beschlagen; sie sollen zu Wasser herab vor die Stadt geflößt werden. Diese Woche sind gesotten worden ———— 101 Werk.
Sonntag Bartholomäi, den 24. August, und in der folgenden Woche haben die Zimmerleute an den Streben im neuen Salzbrunnen und an dem Fass gearbeitet, aus dem man pumpen und die Sole holen soll; und sie haben am Samstag angefangen, die Streben einzubringen. Es hat sich damit aber bis zum folgenden Samstag verzögert, weil sich das neue Fass vom gewaltigen Dämmen zwei Finger breit zusammengedrückt hatte. Diese Woche an Salz gesotten ———— 89 Werk.
Freund. Auf Euer jüngst an Johann Nordeck und mich wegen des Salzwerks ergangenes Schreiben haben wir den Herren Statthalter und Räten zu Kassel schriftlich Antwort und Bericht gegeben, wie sie Euch ohne Zweifel dieses unser Schreiben übersandt haben werden; daraus ist der jetzige Stand des Salzwerks zu ersehen.
Weil aber nunmehr, Gott sei Lob, die Grundbauten des Salzbrunnens am vergangenen Freitag fertiggestellt und die Fassung des neuen Salzbrunnens mannshoch ringsherum gut und rechtschaffen, mit nicht geringer Mühe, Sorge und Arbeit hochgeführt worden ist, so ist nunmehr keine Gefahr oder Besorgnis mehr dabei — zumal man gleichwohl fort und fort während der Zeit des Bauens im Sieden geblieben ist und kein Kaltlager gemacht hat. Und wir werden nun die Bauten über der Erde dermaßen unter Dach bringen und sonst zum Nutzen unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfänner so
fassen und verbauen, dass alles gut und aufs Beste verwahrt ist. So haben wir auch, Gott sei Lob, zu diesem Bau ziemlich gutes Wetter gehabt, und es ist bei diesen gefährlichen schweren Bauten keinem Menschen ein besonderer Schaden geschehen; Gott der Allmächtige verleihe uns fortan Gnade. Denn nunmehr werden unser gnädiger Fürst und Herr und deren Erben an diesem Ort wohl bleiben können, wenn sie selbst wollen. So ist es auch so gemacht, dass man jederzeit ohne große Kosten oder jede Gefahr wohl bis auf den Grund sehen kann, wie das, will Gott, Seine Fürstlichen Gnaden und Ihr sehen sollt. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt; und Euch freundlichen Dienst zu erweisen, findet Ihr mich ganz willig und geneigt. Gegeben zu Kassel, den 25.
Sonntag, den letzten August, und in der Woche Egidii ist der Dreck um den Salzbrunnen abgefahren und Raum geschaffen worden, um das Loch für die Nebenfassung zu graben; der Zimmermann hat an dieser Fassung gearbeitet. Und diese Woche sind gesotten worden ——— 99 Werk. Sonntag, den 7.
September, und in der folgenden Woche das Loch graben lassen. Der Zimmermann hat, um den Kranz ringsherum zu fassen, das Geviert gemacht und fertiggestellt und achteckig hergerichtet. In derselben Woche sind an Salz gesotten worden
——— 107 Werk. Sonntag Exaltatio Crucis. Mittwoch, den 17. September, und Donnerstag am Morgen sind die Verordneten sämtlich hier zu Sooden wieder beisammen eingetroffen und haben nach gehaltenem Rat und Bedenken beschlossen, dass der Grund zu dem Fass,
aus dem man die Sole zum Sieden pumpen und holen soll, nicht tiefer als der Grund des neuen Salzbrunnens gesucht und genommen worden ist. Und dieses Fass soll unten einen Bretterboden haben, auf den die beiden Aderkufen gesetzt werden sollen. Und der Grund ist so tief gesucht worden; und weil man bis auf einen Schuh nahe an die Tiefe kam, hat sich viel wildes Wasser gezeigt, das man durch die alte Fassung und die neue Abzucht abgewiesen hat; und man lässt es mit den Pumpen auf dem wilden Wasser halten. Man hat auch unten auf diesem Grund Laub oder Blätter gefunden, die vor vielen langen Jahren hineingekommen sind; und das Erdreich ist allenthalben so anzusehen, als sei es vorzeiten dorthin geschüttet worden. Darum ist der Berg gut gefasst in acht Erben, mit Dielen ringsherum eingeräumt.
Stadt her durch den Gries im Grund sehr viel Wasser von der Seite hergekommen; auch sind etliche viele Adern aus dem Grund von unten heraufgequollen. Es war aber alles wildes Wasser, und es sind ganz und gar keine Salzadern gefunden worden noch haben sich welche gezeigt. Darum dringen die Salzadern gewiss vom Gebirge her und das wilde Wasser aus dem Grund der Werra durch den Kies herzu. Und um dieses wilde Wasser zu halten, hat man zwei Pumpen hergerichtet; mit diesen und dazu mit Schöpfen hat man den Grund trocken geschöpft. Samstag, den 20.
September, sind auf diesen Grund die Schwellen des achteckigen Fasses gelegt worden; danach ist die Kufe, die dafür gemacht war, fünf Schuh hoch und sechs Schuh weit, hineingelassen worden. Und der Grund ist zuvor sehr gut mit Asche beschüttet, darauf eine gute Notdurft Moos gestreut und wieder mit Asche gefüllt worden.
Darauf ist die Kufe gesetzt und gut verstopft worden. Und die Röhre geht aus dem neuen Salzbrunnen in diese Kufe, aus der man die Sole zum Sieden holen und pumpen soll. Dieselben Röhren wechseln in der Mitte und haben dort einen starken messingenen Rost; sie sind allenthalben mit Keilen gut verpflockt und verstopft. Und man kann durch die neue Abzucht an den Salzbrunnen auf der Röhre bis an die achteckige kleine Fassung kommen und jederzeit nachsehen. Doch soll der Sorge wegen aus dem Grund um die Röhren an dem alten Fass auch bis oben hin ein guter Ton geschlagen werden, damit man, wo es nötig ist, jederzeit aufräumen kann.
Sodann ist zwischen der Kufe und den achteckigen Schwellen angefangen worden, den Grund auf die Asche und das Moos mit gutem zubereitetem Ton den Schwellen gleich zu verdämmen. Und die Sieder haben beim Schöpfen an den Pumpen geholfen und den Ton auf den Salzbrunnen gefahren.
Danach hat man die acht Säulen in die Schwellen gesetzt; je zwei sind verriegelt und mit eingeschlossenen Brettern von unten von den Schwellen an bis oben hinaus, wie es das erste neue mittlere Fass gewesen ist, aufeinander hochgeführt und oben mit steinernen Deckeln gut verwahrt, ineinander geschlossen und vernagelt.
Und weil der Abend und die Nacht hereinbrachen, hat man sodann am Sonntag die Sieder und alle Einwohner zu Sooden angesprochen; die haben gutwillig am Morgen vor der Predigt so viel Ton auf den Born gefahren und ihn auch in der Eile mit Fleiß verdämmt, soweit es die Notdurft erforderte. Deshalb haben die Herren ihnen auf ihr bittliches Ansuchen zwei Gulden für ein Fass Bier und einen Gulden für Brot und Käse zu geben bewilligt und angeordnet; damit soll auch alle Asche, die sie zu diesem Bau gegeben haben, bezahlt sein.
Diese Woche gesotten an Salz ——— 128 Werk.
Sonntag, den 21. September, alle Rechnungen angehört, danach beratschlagt, was weiter zur Vollendung der Bauten vorzunehmen sei, und beschlossen wie folgt:
Der Zimmermann soll sogleich das Haus und den Bau auf dem neuen Salzbrunnen ganz so, wie das dafür gezeichnete Muster es ausweist, aus dem geschnittenen Holz vorlegen und aufs allerförderlichste fertigstellen. Die Schwellen und Rähme sollen in der Länge 28
Schuh messen, die Säulen 10 Schuh hoch sein, jedes Feld drei Schuh weit; in den Giebeln soll jeder fünf Säulen haben, und alles soll mit buchenen Dielen und Brettern gespundet zugemacht und danach mit einer Tür und zwei Fenstern verschlossen werden.
Danach sollen die Streben zwischen dem alten äußersten und dem neuen mittleren Fass, das die neue Abzucht sein soll, unten im Grund einen Schuh hoch mit Gries ausgefüllt, darauf Schwellen gelegt und Säulen 10 Schuh hoch gesetzt werden, damit man aufrecht
darin gehen kann; darin ist zu verstopfen und auch zu verriegeln, und darauf sind die starken Bretter zur Strebe eins ans andere zu legen und zwei oder drei Lichtlöcher darin zu machen, wie die vorigen alten gewesen sind. Und dann ist bis oben hin den Bauten gleich mit guter Erde zu füllen. Und wenn das geschehen ist, so soll dann um das neue und zwischen den beiden neuen Fässern auf den Ton noch weiter verdämmt werden, soviel Ton übrig ist. Danach sind diese Bauten auch mit Erde darauf gleich ausgefüllt und dann ringsum oben mit eichenen Dielen, ineinander gespundet, verschlossen werden, wie es auf dem alten Born zuvor auch gewesen ist.
Und wenn das geschehen ist, soll der Bau und das Haus auf dem neuen Salzbrunnen aufgeschlagen und aufgerichtet und mit Brettern gedeckt werden; auch sollen zwei vergoldete kupferne Knöpfe darauf, die zu Kassel zu machen und zu vergolden bestellt werden sollen.
Montag, den 22. September, hat der Zimmermann das Haus auf den Salzbrunnen zu zimmern vorgelegt
und zu hauen angefangen. So haben die Fuhrleute so viel Ton zu dem Fass zum Auspumpen gefahren, dass es, soweit nötig, damit verdämmt wurde; und es soll dann bis oben den Bauten gleich mit Erde ausgefüllt werden. Dienstag, den 23.
September, vier Salzknechte von Kassel nach Sooden geschickt; die sollen dort noch vier Knechte zu sich nehmen und den Solgraben — weil er durch das Hochwasser diesen Sommer verschlammt ist und viel Unrat hineingeflossen ist — säubern und rein machen, und zwar von unten herauf bis vor das Gewölbe. Der junge Heinrich Muldener soll darauf sehen, dass sie treu und fleißig arbeiten.
So soll der Steinbrecher für die oberste Brücke die Gewölbe- und anderen Steine brechen. Ob man diese Brücke vor dem Winter noch fertigstellen kann: sie soll mit einer Schleuse gemacht werden, damit man sie bei Wasserfluten vorschieben kann, damit diese nicht an die Bauten des Salzbrunnens kommen können. Vielmehr soll zur Zeit der Flut der Solgraben
oberhalb dieser obersten Brücke mit Pumpen geschöpft und gehalten werden. Die folgenden Tage dieser Woche an dieser Arbeit gemacht und geblieben; und es sind diese Woche an Salz gesotten worden 119 Werk. Sonntag, den 28.
September, haben die Zimmerleute am Bau gearbeitet, daneben mehr Ton getreten und hergerichtet. Und der Solgraben ist von der untersten Brücke an zu säubern und zu reinigen angefangen worden, und man hat Steine für die oberste Brücke über den Solgraben brechen lassen. Diese Woche an Salz gesotten ——— 124 Werk. Sonntag nach Michaelis, den 5.
Oktober, an dieser Arbeit geblieben; und der Bau ist vollends fertiggestellt worden. Der Pumpen wegen hat er aber nicht sogleich aufgesetzt und gesetzt werden können, darum hat man damit warten müssen. Und obwohl man verabschiedet hatte, dass man nach Michaelis ein Probewerk sieden solle, so hat doch der Salzwart das abgeschrieben, wie folgt:
Meine ganz willigen Dienste zuvor, lieber Schwager Jost. Ich will Euch nicht verhalten, dass ich beim Solziehen finde, dass der Born nicht mehr so viel gibt, wie er es vor vier oder fünf Wochen getan hat; denn er wird ständig ausgezogen. Wenn ich dem nun nachdenke, so habe ich stets darüber disputieren hören, dass die Sole oder der Salzbrunnen zur Zeit des Laubfalls am schwächsten sei.
Darüber hinaus habe ich auch achtgegeben, wie sich der Quellborn jetzt verhält; da findet sich, dass auch dieser wieder ausbleibt und jetzt ganz unbeschaffen ist. Deshalb wäre es gewiss, dass der Salzbrunnen, wenn er nicht erbaut und gefasst worden wäre, jetzt eben denselben Mangel haben würde wie zuvor.
Nachdem ich aber von den Bauherren und von Euch verstanden habe, diese Woche die Probewerke zu sieden, so habe ich deshalb mit dem Brunnenmeister davon gesprochen und allerlei Bedenken gehabt; und wir wollten, dass dies noch länger unterbliebe und besser bedacht würde, damit wir es nicht zu merklichem
Schaden vornehmen. Wir können ja auch sonst wohl wissen, wie es darum steht, wie ich Euch bei Eurer Ankunft weiter berichten will. Ich will auch meinem gnädigen Fürsten und Herrn zum Besten für meine Person gebeten haben, damit noch länger zu warten. Das wollte ich Euch als demjenigen, der zu dieser Zeit die Lage am besten kennt, nicht unangezeigt lassen. Ihr könnt wohl weiter darauf bedacht sein und es auf andere Weise abstellen, damit andere nicht ein Gerede davon haben.
Ich bitte auch, Ihr wollet nach Schneidewinden einen Boten schicken und Euch berichten lassen, wie die Arbeit vonstatten geht, und es mir zu erkennen geben. Euch wieder zu dienen bin ich allzeit geflissen und willig. Gegeben zu Sooden, Montag Michaelis Anno 50. Euer
Oktober: diese Woche 10 Stämme Holz gefällt und beschlagen, den Solgraben und das Gewölbe vollends rein gemacht und gesäubert; und die Zimmerleute haben zwischen dem äußersten alten und dem mittleren neuen Fass die Streben gemacht. Diese Woche an Salz gesotten ——— 132 Werk.
Und es sind diese Woche am Donnerstag Galli zehn neue Schätzer und Salzmesser, die man die Geschworenen nennen soll, bestellt worden. Jedem von ihnen ist ein neues Salzmaß und ein Rost darauf zugestellt worden, worauf sie nach dem Inhalt der Ordnung und der nachfolgenden Artikel einen leiblichen Eid zu Gott gelobt und geschworen haben. Deshalb sind jedem Salzmesser oder Geschworenen acht Sieder oder Bothe zugeordnet worden, die er in seiner Verwaltung haben soll.
Darauf haben auch die fürstlichen Herren Statthalter und Räte mit folgendem offenen Schreiben in allen Städten und Ämtern über den Stand des Salzwerks Bericht geben lassen, damit jedermann davon Kenntnis habe und sich danach richten könne, nämlich:
Wir, Statthalter und Räte zu Kassel, entbieten allen und jeden Amtleuten, Amtsverwaltern, Befehlshabern und Dienern des durchlauchtigen, unseres gnädigen Fürsten und Herrn, auch den Bürgermeistern, Schöffen und Räten jeder Stadt, jedes Fleckens und jeder Gemeinde des Fürstentums Hessen und der dazu und dahin gehörigen Grafschaften, auch allen und jeden Zöllnern, Zollschreibern, Untertanen und Verwandten derselben, nach Gebühr eines jeden Standes, unseren freundlichen Dienst, günstigen Gruß und geneigten Willen. Und fügen euch sämtlich und einem jeden insbesondere zu wissen, dass, nachdem seit geraumer Zeit durch die Länge der Zeit und die vielen verflossenen
Jahre die alten Bauten am Salzbrunnen zu Sooden — den Gott der Allmächtige aus besonderer gnädiger Güte und Milde diesem Fürstentum, Land und Leuten und uns allen gnädig verliehen hat, wofür wir billig dankbar sein sollen — etwas mangelhaft und baufällig geworden sind, unser hochgenannter gnädiger Fürst und Herr uns aus seiner schweren Obhut mehr als einmal befohlen hat, diesem Schaden stattlich vorzukommen, doch so, dass nichts verschlimmert würde.
So haben wir vergangenes Ostern etliche aus unserer Mitte, den Räten, neben den verordneten Salzgrafen und Dienern zu Sooden und neben den von den gemeinen Pfännern dazu Bevollmächtigten dorthin geschickt und diese alten Bauten öffnen und dem Mangel und Schaden nachsuchen lassen. Diese haben den Schaden gefunden und genau erkannt, dass sich etliches wildes Wasser in den Salzbrunnen auf dem Grund, aus dem die Salzadern entspringen,
hineingemischt und hineingelaufen ist. Diesem Schaden sind sie nun mit unserem Rat und Wissen, wiewohl mit großer Auslage und Unkosten, stattlich vorgekommen und haben alle Bauten, soweit nötig, von neuem aus dem Grund hochgeführt und gemacht. Und es hat seither wegen des Salzladens und des Maßes dort keine Klage und keinen Mangel gegeben.
Weil aber nunmehr die Schlachtzeit angeht und ein jeder Untertan und Hausvater sich gern mit Salz über den Winter versorgen und versehen möchte, und damit diejenigen, die bei euch Salz zum Verkauf bringen, wegen des früheren Mangels keinen Vorwand oder Vorteil suchen und sich nicht mit einem Betrug zu Sooden herausreden, so haben die verordneten Salzgrafen Johann Nordeck und Jost Becker dort zu Sooden die vornehmsten unter den ältesten, vermögendsten und gottesfürchtigsten — 10 Männer — gegen einen jährlichen Sold bestellt und verordnet; jedem von ihnen ist befohlen, acht Bothe zu verwalten,
alles Salz ins Land jedermann für gleiches Geld zu einer Zeit wie zur anderen zuzumessen und jedem gleich und recht zu tun. Dazu ist jedem ein rechtes gleiches Maß und ein Rost darauf zugestellt worden, mit dem alles Salz gemessen werden soll, und man hat sie darauf einen leiblichen gestabten Eid zu Gott und seinem göttlichen Wort schwören lassen. Und jedermann kann jederzeit an diesem Ort für sein Geld Salz genug bekommen.
So kann man dadurch auch, wenn ein oder mehrere Sieder sich Vorteil verschaffen, das erkunden und ihm vorkommen. Ob nun die Salzverkäufer oder Körner anderes zu ihrem Vorteil sagen oder das Salz zu teuer geben würden, wie sie es zuvor öfter getan haben, so habt ihr jederzeit nach Lage der Zeit, der Weite des Wegs, der Teuerung des Hafers und der Zehrung, auch des Unwetters, darauf zu sehen und dermaßen zu ordnen, dass die Armut nicht unbilligerweise übervorteilt oder beschwert wird — wie ihr denn vom Überbringer, dem Salzschrei-