Die Reihe, 1549 bis 1570. Nun beginnt die eigentliche Aufzeichnung, Jahr für Jahr, und sie hat immer denselben Aufbau: die Zahl der gesottenen Pfannen, die Solemessungen mit Datum, und dazu eine Notiz über das Wetter.
1550: 5.638 Pfannen. 1551: 5.785. 1552: 6.254. 1553: 6.460. 1559: 7.020. 1561: 8.066. 1570: 8.001. Man kann die Wirkung des Brunnenbaus in dieser Spalte ablesen.
Die Messwerte stehen daneben, oft mehrfach im Jahr und ab 1566 getrennt nach Brunnen, Nebenader und wildem Wasser — also mit einer Kontrollmessung. Ein typischer Eintrag: „7 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 7 Lot 2 Quentchen die Ader, den 30. Mai; … 5 Lot 3 Quentchen der Brunnen, 6 Lot die Ader, den 28. September. … Der Quellborn ist nach Martini ganz vertrocknet.“
Zwei Anmerkungen zeigen, dass Homberg auch die Fehlerquellen im Blick hatte. Zu 1550 notiert er, dies sei die Zeit, „von der die Bodemeister rühmen, die Sole sei damals am besten gewesen“ — aber damals sei noch nicht angeordnet gewesen, „dass das Salz durch Roste gemessen werden musste“. Und zu 1552: Genau in dem Jahr, in dem die Rostmessung eingeführt wurde, hätten „die Bodemeister wieder angefangen, sich über die Brunnenbauten zu beklagen“. Er trennt also die Veränderung der Sache von der Veränderung des Messverfahrens — und deutet an, woher die Klagen in Wahrheit kamen.
1565 steht dann eine „Meinung und treue Warnung“: Weil der Brunnen ständig „zu Sumpf“ gehalten, also zu tief ausgezogen werde, sei zu besorgen, dass ihm das mit der Zeit schade. Sein Beweis ist die Nebenader, die immer gleich abfließt: Früher habe sie ein halbes Quentchen weniger gehalten als der Brunnen, jetzt ein Quentchen mehr. Eine unveränderte Referenzgröße, an der man eine Veränderung ablesen kann — sauberer kann man 1565 nicht argumentieren.