ZusammenfassungS. 623–624
Ein Rechenwerk für alle Salzwerke der Welt. Der zweite Anhang trägt einen Titel, der keine Bescheidenheit kennt: „Universal-Probierbuch für alle und jede Salzwerke, die es geben kann. Berechnet durch mich, Johannes Rhenanus.“
Was folgt, ist kein Text, sondern ein Instrument. Rhenanus will eine Frage ein für alle Mal beantworten: Wie viel Salz kann ein Brunnen liefern — irgendein Brunnen —, wenn man weiß, wie viel Sole er in der Stunde gibt und wie viel Salz in dieser Sole steckt?
Dafür baut er drei Tafeln. Die erste rechnet die Schüttung hoch: von Kannen auf Eimer, von Eimern auf Fass, von Fässern auf Fuder, und von der Stunde auf Tag, Monat und Jahr — beginnend bei einer einzigen Kanne in der Stunde. Die zweite tut dasselbe für den Salzgehalt, „beginnt bei einem Sechzehntel Lot und geht bis zu 100 Pfund“. Die dritte verbindet beide: Was ergibt eine Sole von einsechzehntellötig bis dreißiglötig, bei gegebener Schüttung, an Salz in Metzen, Scheffeln und Vierteln?
Gerechnet ist alles in meißnischem Eichmaß — bewusst nicht im heimischen Allendorfer Maß, damit die Tafeln auch anderswo brauchbar sind.
