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Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

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App. III · 3. Appendix · Band 2 · Fortsetzung

Das Probierbuch für Sooden

Der dritte Appendix · 50 Seiten · Aufbau des Werks

HandschriftS. 686 Bl. 341v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 686

1

Der Dritte Appendix. Anno 1559: gesotten ____ 7020 Pfannen. 7 Lot nach Trinitatis; 6 Lot 1½ Quentchen den 13. Juli — Anmerkung: Da sind die unebenen Adern aus dem Brunnen gewiesen worden; 5 Lot 3 Quentchen um Michaelis; 5½ Lot um Martini. Der Quellborn ist im Monat August vertrocknet und erst nach Weihnachten Anno 60 wiedergekommen. Anno 1560: gesotten 7656 Pfannen. Zu Anfang des Jahres sind viele Hochwasser gewesen, so dass die Sole von selbst wieder zugenommen hat und gehalten hat: 7 Lot den 7. Januar, 7 Lot 1 Quentchen um Ostern, 6½ Lot um Exaudi. Sodann sind viele Regenwetter eingefallen, so dass die Sole wieder zugenommen hat: 7 Lot den 10. August. Anmerkung: In der folgenden Zeit ist Sole übrig gewesen, und es ist nicht deswegen, sondern wegen zu wenig Feuer zum Ausbringen Klage vorgefallen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: Vnebenn — Wort undeutlich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 687 Bl. 342r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 687

1

Der Dritte Appendix. Anno 1561: gesotten 8066 Pfannen. 7½ Lot um Ostern; 7 Lot 1 Quentchen den 19. Mai; 6 Lot 2½ Quentchen den 14. Juli; 6½ Lot den 16. August; 6 Lot ½ Quentchen den 20. Oktober; 6 Lot den 10. und 23. Dezember. Der Quellborn ist auf Luciae ganz ausgeblieben und oben zugefroren, aber am letzten Dezember, weil feuchtes Wetter gewesen ist, wiedergekommen. Anno 1562: gesotten 7056 Pfannen. 6 Lot 1 Quentchen den 16. Januar; 7 Lot den 6. Februar; 6½ Lot den 23. Juni; 6 Lot den 22. Oktober; 6 Lot ½ Quentchen den 1. Dezember. In diesem Jahr ist der Quellborn — weil immer feuchtes Wetter gewesen ist — nicht vertrocknet, hat aber im Herbst kaum ein Drittel so stark gequollen wie um Ostern.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 688 Bl. 342v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 688

1

Der Dritte Appendix. Anno 1563: gesotten 7501 Pfannen. Es hat nicht sonderlich Hochwasser und Gewässer gegeben. 6 Lot 1 Quentchen und etwas mehr den 25. Januar; 7 Lot den 8. März; 6 Lot 1 Quentchen den 9. September; 6 Lot den 18. Dezember. In diesem Jahr ist der Quellborn auch nicht ganz vertrocknet, hat aber im November sehr gering gequollen. Anno 1564: gesotten 7557 Pfannen. 6 Lot 1½ Quentchen den 13. Januar; 7 Lot der Brunnen den 23. März; 7 Lot 1 Quentchen die unebene Ader — obwohl diese zuvor, ehe der Brunnen zu Sumpf gehalten wurde, am Born stets um ein halbes Quentchen geringer gewesen ist als die Sole im Brunnen. 6 Lot der Brunnen, 6 Lot 1 Quentchen die Ader, den 27. September; 6½ Lot den 11. November. Und weil Sole genug vorhanden war und sie sich gebessert hatte, ist die Ader wieder abgewiesen worden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: merlich — Wort undeutlich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 689 Bl. 343r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 689

1

Der Dritte Appendix. 7½ Lot der Brunnen, 7 Lot 3 Quentchen die Adern, den 20. Dezember. Der Quellborn ist in diesem Jahr nicht vertrocknet, hat aber Ende September nur zolldick geflossen. Anno 1565: gesotten 7733 Pfannen. In diesem Winter sind große Hochwasser gewesen. 7½ Lot der Brunnen, 7 Lot 3 Quentchen die Ader, den 12. April; 6 Lot 3 Quentchen der Brunnen, 7 Lot die Adern, den 4. Juni; 6 Lot 1½ Quentchen der Brunnen den 28. August; 5 Lot 3½ Quentchen der Brunnen, 6 Lot ½ Quentchen die Adern, den 6. November; 6 Lot der Brunnen, 6 Lot 1 Quentchen die Adern, den 16. Dezember. Der Quellborn ist in diesem Jahr im Herbst etliche Zeit nicht ausgeflossen, bis ihm im Dezember das Regenwetter wieder geholfen hat.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 690 Bl. 343v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 690

1

Der Dritte Appendix. Christoff Hombergs Meinung und treue Warnung. Weil es in diesem Jahr an Sole nicht gefehlt hat und gleichwohl die Sole am Gehalt geringer ist als in etlichen der vorigen Jahre, und weil der Brunnen immer zu Sumpf gehalten wird, besonders im Herbst, so ist zu besorgen, dass dieses tiefe Aufziehen dem Brunnen mit der Zeit Schaden bringt. Ursache: weil der Born tiefer in der Wasserwaage ausgezogen wird, als das wilde Wasser abfließt. Wie das leicht an der großen Nebenader zu bemerken ist, die in ihrem ersten gefassten Stand zu jeder Zeit gleich abfließt: denn ehe der Brunnen so tief zu Sumpf gezogen wurde, war diese Ader um ein halbes Quentchen geringer als die gemeine Sole im Brunnen; nun aber ist die Sole im Born um ein Quentchen geringer als die genannte Nebenader.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 691 Bl. 344r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 691

1

Der Dritte Appendix. Anno 1566: gesotten 7661 Pfannen. Dieses Jahr ist zu Anfang nass gewesen, und die Werra ist vor Invocavit zweimal Hochwasser gewesen; da hat die Sole gehalten: 6 Lot den 20. Januar; 7 Lot 1 Quentchen den 5. März; 7½ Lot den 20. April; 7 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 7 Lot 2 Quentchen die Ader, den 30. Mai; 6 Lot 3 Quentchen der Brunnen den 6. Juli; 6 Lot der Brunnen, 6 Lot 1 Quentchen die Ader, den 26. August; 5 Lot 3 Quentchen der Brunnen, 6 Lot die Ader, den 28. September. So hat es auch gehalten den 30. Oktober und den 21. Dezember. Der Quellborn ist nach Martini ganz vertrocknet.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 692 Bl. 344v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 692

1

Der Dritte Appendix. Anno 1567: gesotten 7014 Pfannen. Dieses Jahr ist zu Anfang vor Esto mihi trocken gewesen, und die Sole hat gehalten: 5 Lot 3 Quentchen der Brunnen den 29. Januar und 16. Februar. Auf Esto mihi hat der Quellborn wieder oben ausgelaufen. 6 Lot und etwas mehr der Brunnen, 6 Lot die Adern, den 12. März; 6 Lot ½ Quentchen den 25. März; 5 Lot 3 Quentchen in Beisein meines gnädigen Fürsten und Herrn; 5 Lot 3 Quentchen damals, den 13. Mai, die grobe und die kleine Ader; 5 Lot 1½ Quentchen den 20. Juni; 5 Lot 1 Quentchen den 12. Juli und 15. Juli, und die unebene Ader hält — 5 Lot 1½ Quentchen. Bis hierher hat der selige Christoff Homberg geprobt; er ist am — August in Gott verschieden. Die folgenden Proben sind durch den Salzgrafen,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: merlich — Wort undeutlich
  2. Z. 19: den Augusti — Tagesdatum freigelassen

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 693 Bl. 345r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 693

1

Der Dritte Appendix. den Bornmeister und mich vorgenommen worden. 5 Lot 1½ Quentchen der Brunnen, 5 Lot 1 Quentchen die Adern, den 30. August. Den 16. September — nachdem ich am 9. zu Sooden eingetroffen und mein Amt angetreten hatte — probten der Salzgraf, Venandt und ich die Sole; sie hielt 5 Lot 1½ Quentchen der Brunnen und auch die Ader. 5 Lot der Brunnen, 5 Lot 1½ Quentchen die Ader, den 25. September; 5 Lot 1 Quentchen Brunnen und Ader den 27. Oktober; 5 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 5 Lot 2 Quentchen die Ader, den 24. November, desgleichen den 1. und 25. Dezember. Anmerkung: Den 25. Dezember wurden auch die wilden Adern, die aus dem Kämmerlein über die Schwelle fallen, geprobt; ein Quart hielt — 2 Lot 1 Quentchen, und das wilde Wasser — 2½ Quentchen. Den 21. September dieses Jahres vertrocknete der Quellborn und kam erst im folgenden 68. Jahr, den 1. März, wieder.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 7: Venandt — Name undeutlich
  2. Z. 16: Kemmerlein — K/L unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 694 Bl. 345v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 694

1

Der Dritte Appendix. Anno 1568: gesotten - 6726 Pfannen. Es ist ein trockenes Jahr, der Winter aber Hochwasser gewesen, und die Sole hat gehalten: 5 Lot ½ Quentchen der Brunnen, 5 Lot ½ Quentchen die Adern, den 16. Januar; 2 Lot 1 Quentchen damals die wilden Adern, wie sie aus dem Kämmerlein über die Schwelle fallen. 5 Lot ½ Quentchen der Brunnen den 16. Februar; 5 Lot ¾ Quentchen damals die oberste Ader zum Kunsthaus hin; 5 Lot 1¼ Quentchen die mittlere Ader; 5 Lot 3 Quentchen die untere Ader zu Schmidts Bothe hin. 5 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 5½ Lot die Adern, den 1. März; 5½ Lot der Brunnen, 6 Lot die Adern, den 3. März; 5 Lot 3½ Quentchen der Brunnen, 6 Lot die Adern, den 20. März und 2. April; 6 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 6 Lot 1½ Quentchen die Adern, den 24. April.

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HandschriftS. 695 Bl. 346r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 695

1

Der Dritte Appendix. 5 Lot 3 Quentchen der Brunnen, 6 Lot die Adern, 3¼ Quentchen das wilde Wasser, den 17. Juni; 6 Lot der Brunnen, 6 Lot ¼ Quentchen die Ader, den 20. Juni; 5 Lot 1½ Quentchen der Brunnen, 5 Lot 3 Quentchen die Ader, den 16. Juli; 5 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 5 Lot 1½ Quentchen die Ader, 2 Quentchen wildes Wasser, den 10. August. Anmerkung: Den 19. August hat der Salzgraf die Beißsole aus Hans Schweitzers Beißtrog holen lassen und geprobt; ein Quart hat gehalten ____________________ 11 Lot. 5 Lot der Brunnen, 5 Lot ½ Quentchen die Ader, 2 Quentchen das wilde Wasser, den 6. Oktober.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 14: Scheÿzers — Name undeutlich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 696 Bl. 346v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 696

1

Der Dritte Appendix. 5 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 6 Lot 1½ Quentchen die Ader, den 13. November; 5 Lot ½ Quentchen der Brunnen, 5 Lot 1½ Quentchen die Adern, 2⅓ Quentchen das wilde Wasser, den 15. Dezember. In diesem Jahr hat es sehr an Sole gefehlt, deshalb ist großes Kaltliegen geschehen, so dass man die angeordnete Summe von 7000 Werken um 274 Werke nicht hat ersieden können. Und der Brunnen ist eine Zeitlang so gering gewesen, dass man meinte, er habe irgendeinen Mangel bekommen. Deshalb hat auch mein gnädiger Fürst und Herr befohlen nachzuforschen, ob etwa in der Nähe Brunnen gegraben worden seien; und so musste auch der Bergkhauptmann Hermann Schütz herkommen und alle Umstände besichtigen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 18: Schuz — Name, Umlaut unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 697 Bl. 347r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 697

1

Der Dritte Appendix. Anno 1569: gesotten 7498 Pfannen. Die Sole hat gehalten: 5½ Lot den 14. Januar. Anmerkung: Den 16. Januar war eine große Flut und Eisfahrt; sie währte gegen 8 Tage. Danach, den 30. Januar, hielt der Brunnen 5½ Lot; 5 Lot 3 Quentchen den 4. Februar. Den 6. März ist der Quellborn zolldick ausgeflossen und am 30. gar stark. 6 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 6 Lot ½ Quentchen die Ader, den 14. und 21. März; 6½ Lot der Brunnen den 5. April, und die Ader hat nicht geprobt werden können; 6 Lot 1½ Quentchen der Brunnen, 6 Lot 1½ Quentchen die Adern, den 2. Mai und 27. Juni; 6 Lot der Brunnen, 6 Lot 1 Quentchen die Adern, im Juli.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: q̃ — Abkürzungszeichen, wohl Quintlein; durchgehend so
  2. Z. 11: Enelbornn Zolsdirk — Eigenname unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 698 Bl. 347v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 698

1

Der Dritte Appendix. 6 Lot der Brunnen den 16. August; 5 Lot 3 Quentchen der Brunnen, 6 Lot die Adern, den 12. September und 1. Oktober; 6 Lot der Brunnen, 6 Lot ½ Quentchen die Ader, am 11. November; 7 Lot ½ Quentchen der Brunnen, 7 Lot 1 Quentchen die Ader, den 8. Dezember.

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HandschriftS. 699 Bl. 348r Der Dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 699

1

Der Dritte Appendix. Anno 1570: gesotten 8001 Pfannen. In diesem Jahr hat man immer Sole genug und gute Sole gehabt, und es sind keine Zulagen nötig gewesen; denn es ist ein feuchtes Jahr gewesen und viel Hochwasser, sowohl im Winter als auch im Herbst. Sie hielt: 8 Lot der Brunnen, 8½ Lot die Adern, den 12. März. Sodann ist der Brunnen immer so stark gewesen, dass er nicht zu Sumpf gebracht und also auch die Nebenadern geprobt werden konnten. 7 Lot 3 Quentchen den 24. April und 4. Mai; 7 Lot 1½ Quentchen den 1. Juni; 7 Lot 1 Quentchen den 27. Juni; 6 Lot 3 Quentchen den 1. Oktober; 6 Lot 1½ Quentchen den 19. Oktober; 6 Lot 3 Quentchen den 12. November; 7 Lot 3 Quentchen den 10. Dezember.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Hombergs Anfang

HandschriftS. 700 Bl. 348v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 700

1

Der Dritte Appendix. Anno 1571. 7 Lot 1 Quentchen den 2. Januar; 7 Lot 1½ Quentchen den 3. Februar; 7½ Lot den 3. und 7½ Lot den 17. März; 7 Lot 1½ Quentchen den 9. April; 6 Lot 1 Quentchen den 24. April. Anmerkung: Der März und der April sind vom Anfang bis zum Ende sehr trocken und gar warm gewesen. Damals hielt auch ein Quart garer Sole —————————— 38 Lot und ein Quart trockenes Salz ——— 42½ Lot; gewogen haben Jobst Mennyer und ich. 6 Lot 1 Quentchen den 9. Mai; 6 Lot ½ Quentchen den 1. Juni; 6 Lot den 24. Juni; 6 Lot den 3. Juli; 5 Lot 3 Quentchen den 16. Juli; 5 Lot 1½ Quentchen den 15. August; 5 Lot ½ Quentchen den 4. und 16. September; 5 Lot ½ Quentchen den 1. Oktober.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 14: Mennyer — Familienname unsicher, evtl. Mentzer

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HandschriftS. 701 Bl. 349r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 701

1

Der Dritte Appendix. 5 Lot knapp den 27. Oktober und im November; 5 Lot den 9. Dezember. Anmerkung: In diesem Jahr ist Sole genug, aber geringe gewesen, besonders nach dem März. Den 6. Februar abends um 10 Uhr ist die Werra sehr Hochwasser geworden, so dass man auf dem Brunnen bis zum 25. Februar abends um zwölf Uhr nicht fahren konnte; es hat also stillgestanden —— 18 Tage. Und dieses Jahr ist allen vorigen und besonders der Meinung des seligen Christoff Homberg etwas zuwider erschienen; denn obwohl viel und überflüssig Sole vorhanden war, ist sie doch am Gehalt gering geworden.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Die Fortschreibung

HandschriftS. 702 Bl. 349v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 702

1

Der Dritte Appendix. Anno 1572. 6 Lot knapp den 3. Januar; 6 Lot ½ Quentchen den 4. Februar; 6 Lot den 3. März; 6 Lot den 12. April; 5½ Lot den 1. Mai; 5 Lot 1½ Quentchen den 3. Juli; 5 Lot ½ Quentchen den 3. August; 5 Lot 1 Quentchen den 2. September; 5 Lot den 3. Oktober; 5 Lot den 1. November; 5 Lot knapp den 6. Dezember. Anmerkung: In diesem Jahr ist viel Sole und Überfluss davon gewesen, sie ist aber sehr schwach und am Gehalt gering gewesen. Und obwohl die Werra den 11. März Hochwasser geworden ist und es 7 Tage gewährt hat, so dass man auf dem Brunnen nicht fahren konnte, desgleichen den 30. März wiederum, und es hat 3 Tage gewährt, desgleichen den 15. Juli, und es hat 5

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HandschriftS. 703 Bl. 350r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 703

1

Der Dritte Appendix. Tage gewährt, so hat das doch an der Sole keine Besserung wie in den vorigen Jahren bringen wollen. Und dieses Jahr gleicht fast dem nächstvergangenen 71. Jahr; Gott verleihe künftig Besserung. Anno 1573. 5 Lot knapp den 28. Januar; 5 Lot ½ Quentchen den 18. Februar — es hält das Quart rohe Sole ——— 2 Pfund 27 Lot. 6 Lot weniger ½ Quentchen der Brunnen, 6 Lot 1 Quentchen die Adern, am 1. März; 6 Lot 2½ Quentchen der Brunnen am 16. März und am 2. Mai; 6 Lot ½ Quentchen am 21. Mai; 6 Lot ½ Quentchen der Brunnen, 6½ Lot die Adern, am 2. Juni; 5½ Lot der Brunnen, 6 Lot die Adern, am 3. Juli und 8. August; 6 Lot der Brunnen, 6 Lot 1½ Quentchen die Adern, am 30. September; 6 Lot ½ Quentchen der Brunnen, 6 Lot 2½ Quentchen die Adern, am 10. Dezember. In diesem Jahr ist Sole genug gewesen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: Rohe — Wort unsicher
  2. Z. 10: minus — abgekürzt geschrieben

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HandschriftS. 704 Bl. 350v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 704

1

Der Dritte Appendix. Anno 1574. 6 Lot 3½ Quentchen der Brunnen, 7 Lot die Nebenadern, am 10. Januar; 7 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 7 Lot 3 Quentchen die Nebenadern, am 2. Februar. Anmerkung: Diese Sole hielt am Gewicht — 96 Lot, das waren 3 Pfund; also ist der 13. Teil gut oder Salz gewesen. Damals hielt auch ein Quart wildes Wasser — 90 Lot. 7 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 7 Lot 3 Quentchen die Adern, am 8. März und 20. April; 6 Lot 1 Quentchen den 7. Juni; 5 Lot 1½ Quentchen den 2. Juli; 5 Lot ½ Quentchen den 11. August; 5 Lot weniger ½ Quentchen der Brunnen, 5 Lot und ½ Quentchen die Adern, den 4. September; 5 Lot 1 Quentchen den 29. September; 5 Lot den 3. November.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 16: minus — abgekürzt geschrieben

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HandschriftS. 705 Bl. 351r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 705

1

Der Dritte Appendix. Anno 1575. 5 Lot ½ Quentchen der Brunnen am 10. Januar; 5 Lot weniger ½ Quentchen der Brunnen, 5 Lot 1½ Quentchen die Adern, am 1. Februar; 5 Lot 1 Quentchen der Brunnen, 5 Lot 1½ Quentchen die Nebenadern, am 3. März auf Befehl meines gnädigen Fürsten und Herrn geprobt, ebenso am 11. März; 5 Lot weniger ½ Quentchen der Brunnen am 4. und 10. Mai, und so bis zum Ende des Jahres. Denn dieses Jahr ist die meiste Zeit trocken und sonst ein fruchtbares Jahr gewesen. Doch hat sich der Brunnen an der Menge der Sole ziemlich gehalten bis in den Herbst; und am Ende hat es etliche Male an Sole gefehlt, wenn die Sieder streng gesotten haben. Dessen ist dann größtenteils die Schwäche der Sole am Gehalt Ursache gewesen, weil die Sieder viel davon zum Werk haben mussten.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: minus — abgekürzt geschrieben
  2. Z. 13: zimblich — Lesung unsicher

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HandschriftS. 706 Bl. 351v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 706

1

Der Dritte Appendix. Anno 1576. 5 Lot weniger ½ Quentchen der Brunnen den 3. und 9. Januar; 5 Lot der Brunnen, 5½ Lot reichlich die Adern, den 28. Februar, auch den 2. und 10. März; 5½ Lot der Brunnen den 22. März; 6 Lot der Brunnen den 2. April; 6 Lot der Brunnen den 1. Mai; 5½ Lot der Brunnen den 23. Juni; 6 Lot der Brunnen den 13. Juli; 6 Lot der Brunnen, 6½ Lot die Adern, den 17. Juli, als mein gnädiger Fürst und Herr hier gewesen ist; und ein Quart der Sole wog — 96 Lot, das sind 3 Pfund. Den 17. Oktober hielt ein Quart ——————————— 5 Lot 3 Quentchen, ein Wormser Maß ————— 8 Lot 2½ Quentchen; und die Sole wog ————— 4 Pfund 10 Lot. Den 12. Dezember hielt ein Quart ——————————— 5 Lot ½ Quentchen, ein Wormser Maß ————— 7 Lot 2½ Quentchen. In diesem Jahr ist Sole genug gewesen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: minus — abgekürzt geschrieben

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HandschriftS. 707 Bl. 352r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 707

1

Der Dritte Appendix. Anno 1577. Den 1. Januar hielt ein Quart Sole ————————— 5½ Lot, ein Wormser Maß ———————— 8 Lot 1 Quentchen. Die Nebenader hielt: ein Quart ————————————— 6 Lot, ein Wormser Maß —————————— 9 Lot. Den 8. Februar: ein Quart Sole —————————— 5 Lot 3 Quentchen, ein Wormser Maß ——————— 8 Lot 2½ Quentchen; den 2. März desgleichen. Den 1. April: ein Quart Brunnen ———————— 6 Lot, ein Wormser Maß ————————— 9 Lot. Die Adern: ein Quart ——————————— 6½ Lot, ein Wormser Maß ——————— 9 Lot 3 Quentchen. Den 1. Mai: ein Quart des Brunnens ————— 5½ Lot, ein Wormser Maß ———————— 8 Lot 1 Quentchen.

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HandschriftS. 708 Bl. 352v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 708

1

Der Dritte Appendix. Den 5. Juni: ein Quart ————————————— 5 Lot 3 Quentchen, ein Wormser Maß —————————— 8 Lot 2½ Quentchen. Den 1. Juli, August und September: ein Quart Brunnen ——————— 5 Lot 3 Quentchen, ein Wormser Maß —————————— 8 Lot 2½ Quentchen. Die Adern: ein Quart ——————————————— 6 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß —————————— 9 Lot 1½ Quentchen. Den 22. September, als die Werra von vielem Regen etwas Hochwasser geworden ist, hat sich die Sole auch gebessert; und der Brunnen hat gehalten: ein Quart —————————————— 6 Lot, ein Wormser Maß —————————— 9 Lot. Im Dezember hat sich die Sole wieder gebessert und am 10. gehalten: ein Quart —————————————— 7 Lot, ein Wormser Maß —————————— 10½ Lot.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: ge[gestrichen: be]bessert — Korrektur im Wort

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HandschriftS. 709 Bl. 353r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 709

1

Der Dritte Appendix. Anno 1578. Den 8. Januar hat die Sole gehalten: ein Quart ———————— 7 Lot, ein Wormser Maß ———— 10½ Lot. Den 6. Februar desgleichen. Den 14. Februar: ein Quart ———————— 7 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 10 Lot 3½ Quentchen; ein Quart der Ader ———— 7 Lot 3 Quentchen. Den 13. März: ein Quart ———————— 7½ Lot, ein Wormser Maß ———— 11 Lot 1 Quentchen. Den 10. April: ein Quart ———————— 7 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 10 Lot 3½ Quentchen. Den 5. Mai: ein Quart ———————— 7 Lot, ein Wormser Maß ———— 10½ Lot.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: ꝗ — Kürzel q mit Strich, Quintlein

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HandschriftS. 710 Bl. 353v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 710

1

Der Dritte Appendix. Den 3. Juni: ein Quart ———————— 6 Lot 3 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 10 Lot ½ Quentchen. Den 7. Juli: ein Quart ———————— 6 Lot, ein Wormser Maß ———— 9 Lot. Den 27. September: ein Quart ———————— 5 Lot, ein Wormser Maß ———— 7½ Lot. Den 11. November und den 25. desgleichen; damals gab ein Quart der Nebenader ———————————— 5½ Lot. Den 14. Dezember desgleichen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 13: benebenn — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Die Fortschreibung

HandschriftS. 711 Bl. 354r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 711

1

Der Dritte Appendix. Anno 1579. Die Sole hat in diesem Jahr in der kleinen Probe gehalten wie folgt. Den 10. Januar: ein Quart ———————— 5 Lot, ein Wormser Maß ———— 7½ Lot. Den 7. Februar: ein Quart ———————— 5 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 7 Lot 3½ Quentchen. Den 8. März: ein Quart ———————— 6 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 1½ Quentchen. Den 18. März: ein Quart ———————— 6 Lot 2 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 3 Quentchen. Den 13. April und 7. Mai: ein Quart ———————— 6 Lot 2 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 3 Quentchen. Den 3. Juli: ein Quart ———————— 6 Lot 1½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 2¼ Quentchen. Anmerkung: Sodann, den 26. Juni, ist die Werra sehr groß

Unsichere Lesungen

  1. flutigk — Marginalie, Vokalzeichen unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Die Fortschreibung

HandschriftS. 712 Bl. 354v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 712

1

Der Dritte Appendix. und Hochwasser geworden, so dass man auf dem Brunnen ausspannen und bis zum 4. Juli — das sind 9 Tage — stillhalten musste. Sodann hat die Sole gehalten den 8. Juli: ein Quart ———————— 6 Lot 1½ Quentchen, ein Wormser Maß ———————— 9 Lot 2¼ Quentchen. Den 10. August: ein Quart ———————— 6 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 1½ Quentchen. Den 10. September: ein Quart ———————— 6 Lot, ein Wormser Maß ———— 9 Lot. Den 1. Oktober: ein Quart Sole ———— 6 Lot, ein Quart der Adern ———— 6½ Lot. Sodann, den 5. Oktober, ist die Werra sehr Hochwasser geworden, so dass man in 8 Tagen auf dem Brunnen nicht fahren konnte; und die Sole hat sich an der Güte um 1 Quentchen gebessert.

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HandschriftS. 713 Bl. 355r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 713

1

Der Dritte Appendix. Den 22. September hat gehalten: ein Quart Sole ———————— 6 Lot 2 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 3 Quentchen. Desgleichen im Oktober, November und Dezember. Anno 1580. Die Sole hat in diesem Jahr in der kleinen Probe gehalten wie folgt. Den 9. Januar: ein Quart ———————— 6 Lot 1 Quentchen; die Adern ———————— 6 Lot 3 Quentchen; ein Wormser Maß ———— 9 Lot 1½ Quentchen. Den 23. Februar: ein Quart ———————— 6 Lot; die Adern ———————— 6 Lot 1½ Quentchen; ein Wormser Maß ———— 9 Lot. Den 3. und 17. März und den 28. desgleichen. Den 3. Mai: ein Quart Sole ———————— 6 Lot ½ Quentchen; ein Quart der Adern ———— 6½ Lot; ein Wormser Maß ———— 9 Lot 1 Quentchen.

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HandschriftS. 714 Bl. 355v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 714

1

Der Dritte Appendix. Den 26. Juni und 16. Juli: ein Quart Brunnen ———————— 6 Lot weniger ½ Quentchen, ein Wormser Maß ———————— 8 Lot 2½ Quentchen; ein Quart Adern ———————— 6 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ———————— 9 Lot 1½ Quentchen. Den 29. September: ein Quart Brunnen ———————— 5 Lot 1 Quentchen reichlich; ein Quart Adern ———————— 5 Lot 1½ Quentchen reichlich. Den 29. Oktober und 19. November hat ein Quart gehalten: Brunnen ———————— 5 Lot nicht ganz; Adern ———————— 5 Lot ½ Quentchen. Den 14. Dezember: ein Quart Brunnen ———— 4 Lot 3 Quentchen; ein Quart Adern ———— 5 Lot.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: reilich — wohl reichlich, eng

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HandschriftS. 715 Bl. 356r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 715

1

Der Dritte Appendix. Anno 1581. Mittwoch, den 28. Dezember im 80. Jahr, ist die Werra von vielem Regen sehr Hochwasser geworden, so dass man am Abend um 12 Uhr auf dem Brunnen ausspannen musste; es hat stillgestanden bis Montag, den 2. Januar Anno 81, am Abend um sechs Uhr, da hat man erst wieder angefahren. Danach ist der Brunnen sehr stark gequollen, so dass man den Stein nicht freihalten konnte. Den 6. und 14. Januar hat der Brunnen gehalten: ein Quart ———————— 5 Lot. Den 4. und 13. Februar haben gehalten: der Brunnen ein Quart ———— 5 Lot ½ Quentchen; die Adern ein Quart ———— 5 Lot 1 Quentchen. Den 20. März: der Brunnen ———————— 5 Lot 1½ Quentchen; die Adern ———————— 5½ Lot.

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HandschriftS. 716 Bl. 356v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 716

1

Der Dritte Appendix. Den 8. April: der Brunnen ein Quart ———— 6 Lot; die Adern ein Quart ———— 6 Lot ½ Quentchen. Den 17. Mai: der Brunnen ein Quart ———— 6 Lot 1½ Quentchen. Den 5. Juli: der Brunnen ein Quart ———— 6 Lot ½ Quentchen. Den 26. August: der Brunnen ein Quart ———— 5 Lot weniger ½ Quentchen; ebenso im September und den 11. Oktober; damals hielt die Nebenader ein Quart ———————— 5 Lot 1 Quentchen. Den 18. Oktober: der Brunnen ein Quart ———— 5 Lot weniger ½ Quentchen; die Adern ———————— 5 Lot 1 Quentchen. Den 18. und 26. November: der Brunnen ein Quart ———— 5 Lot; die Nebenadern ———— 5 Lot 1½ Quentchen. Ebenso auch den 3. Dezember.

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HandschriftS. 717 Bl. 357r Der drit Appendix

ÜbersetzungSeite 717

1

Der Dritte Appendix. Anno 1582. Den 12. Januar: der Brunnen ein Quart ———— 5 Lot 1 Quentchen, das ist ein Wormser Maß ———— 7½ Lot; die Nebenadern ein Quart ———— 5 Lot 1½ Quentchen, ein Wormser Maß ———————— 8 Lot ¼ Quentchen. Anmerkung: Den 16. Januar ist die Werra Hochwasser geworden, so dass man 7 Tage auf dem Brunnen stillhalten musste; und es ist sogleich wieder ein harter Frost und Trockenheit eingefallen. Den 1. Februar: ein Quart des Brunnens ———— 5 Lot 3½ Quentchen, ein Wormser Maß ———————— 8 Lot 3¼ Quentchen. Den 14. März: ein Quart des Brunnens ———— 6 Lot 2½ Quentchen, ein Wormser Maß ———————— 9 Lot 3¾ Quentchen; ebenso auch den 1. April. Den 14. April: ein Quart ———————— 6 Lot 3 Quentchen. Den 3. Mai: ein Quart ———————— 6½ Lot.

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HandschriftS. 718 Bl. 357v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 718

1

Der Dritte Appendix. Den 6. Juni hielt der Brunnen: ein Quart ———————— 5 Lot ½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 8½ Lot. Den 8. Juli: ein Quart ———————— 5½ Lot, ein Wormser Maß ———— 8 Lot 1 Quentchen. Den 1. September: ein Quart ———————— 5 Lot 1½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 8 Lot ⅛ Quentchen; den 1. Oktober desgleichen. Den 21. Oktober die Sole: ein Quart ———————— 5½ Lot, ein Wormser Maß ———— 8 Lot 1 Quentchen; die Nebenadern: ein Quart ———————— 5 Lot 3 Quentchen, ein Wormser Maß ———— 8 Lot 2½ Quentchen. Den 17. November: ein Quart ———————— 6 Lot, ein Wormser Maß ———— 9 Lot. Den 1. Dezember: ein Quart ———————— 6 Lot ½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot ¾ Quentchen. Den 15. Dezember: ein Quart ———————— 6 Lot 1½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 2¼ Quentchen.

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HandschriftS. 719 Bl. 358r Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 719

1

Der Dritte Appendix. Anno 1583. Den 10. Januar hat die Sole in der kleinen Probe gehalten: ein Quart ———————— 6 Lot 3½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 10 Lot 1¼ Quentchen. Den 3. Februar desgleichen. Den 6. März: der Brunnen ein Quart ———————— 6 Lot 3½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 10 Lot; Nebenadern ein Quart ———————— 7 Lot, ein Wormser Maß ———— 10¼ Lot. Im April desgleichen. Den 2. Mai: der Brunnen ein Quart ———————— 6½ Lot, ein Wormser Maß ———— 9 Lot 3 Quentchen. Den 16. Juni: ein Quart ———————— 6 Lot, ein Wormser Maß ———— 9 Lot.

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HandschriftS. 720 Bl. 358v Der dritt Appendix

ÜbersetzungSeite 720

1

Der Dritte Appendix. Den 20. Juli: ein Quart ———————— 5 Lot 3 Quentchen reichlich, ein Wormser Maß ———— 8 Lot 2½ Quentchen; ebenso auch im August, September und Oktober. Den 2. November: ein Quart ———————— 5 Lot 2½ Quentchen, ein Wormser Maß ———— 8½ Lot; den 2. Dezember desgleichen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: reilich — wohl reichlich, eng

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HandschriftS. 721 Bl. 359r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 721

1

Der Dritte Appendix. Anno 1584. Dieses Jahr ist ziemlich trocken, doch ein fruchtreiches und ein gutes Weinjahr gewesen. Die Sole hat in der kleinen Probe gehalten: Im Januar, den 11.: ein Quart ——————————————— 5 Lot 1½ Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 8 Lot ¼ Quentchen. Im Februar, den 9., nachdem es lange Hochwasser gewesen war: ein Quart ——————————————— 6½ Lot, ein Wormser Maß ——————————— 9 Lot 3 Quentchen. Im März, den 4. und 14.: ein Quart ——————————————— 6½ Lot; die Nebenadern ———————— 6 Lot 3 Quentchen. Im April: ein Quart ——————————————— 6½ Lot. Im Mai, den 23.: ein Quart ——————————————— 6 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 9 Lot 1½ Quentchen. Im Juni desgleichen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: ¼ — Bruch schwer lesbar
  2. Z. 10: den nach — vielleicht dennach/demnach
  3. Z. 16: benthenn — Wortform unsicher

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HandschriftS. 722 Bl. 359v Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 722

1

Der Dritte Appendix. Im Juli, den 19.: ein Quart ——————————————— 6 Lot weniger ½ Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 8 Lot 3¼ Quentchen. Im August, den 5. und 7.: ein Quart ——————————————— 5½ Lot, ein Wormser Maß ——————————— 8 Lot 1 Quentchen. Anmerkung: Im September und Oktober hat die Sole im Brunnen an der Menge sehr abgenommen, so dass man ihrer zum Sieden nicht genug holen konnte und deshalb auch viele Werke haben kaltliegen müssen. Sie hat gehalten: Den 1. Oktober: ein Quart ——————————————— 5 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 7 Lot 3½ Quentchen. Den 21. November: ein Quart ——————————————— 5 Lot ½ Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 7 Lot 3 Quentchen. Den 8. Dezember der Brunnen: ein Quart ——————————————— 5 Lot weniger ½ Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 7 Lot 2 Quentchen; Nebenadern: ein Quart ——————————————— 5 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 7 Lot 3½ Quentchen.

Unsichere Lesungen

  1. Ewelbronn — Marginalie, Anfangsbuchstabe unsicher
  2. Z. 4: 3¼ — Bruch schwer lesbar

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HandschriftS. 723 Bl. 360r Der dritt Appendix.

ÜbersetzungSeite 723

1

Der Dritte Appendix. Anno 1585. In diesem Winter hat es sehr wenig geschneit, auch ist keine Eisfahrt oder Wasserflut gewesen; deshalb ist die Sole das ganze Jahr über sowohl am Gehalt als auch an der Menge sehr gering gewesen und hat nicht mehr gehalten als: Im Januar, Februar, März, Mai und Juni: ein Quart ——————————————— ungefähr 5 Lot, ein Wormser Maß ——————————— 7½ Lot. Freitag, den 18. Juni, erhob sich die Werra von dem vielen Regen so sehr, dass man auf dem Brunnen ausspannen und mit dem Fahren bis zum 26. stillhalten musste. Deshalb meinte man, die Sole würde sich davon wie im Frühling von den Winterfluten gebessert haben; aber sie hat sich über ein halbes Lot nicht gebessert und ist auch an der Menge bald wieder abfällig geworden. Sie hat demnach gehalten am 5. Juli:

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: ungeferlich — Klammer über zwei Zeilen
  2. Z. 16: darnonn — wohl darvonn

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HandschriftS. 724 Bl. 360v Der dritte Appendix

ÜbersetzungSeite 724

1

Der Dritte Appendix. Ein Quart ——————————————— 5½ Lot, ein Wormser Maß ——————————— 8 Lot 1 Quentchen. Den 11. Juli: ein Quart ——————————————— 5 Lot 1 Quentchen, ein Wormser Maß ——————————— 7 Lot 3½ Quentchen. Den 25. Juli: ein Quart ——————————————— 5 Lot gar knapp.

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App. IV · 4. Appendix · Band 2

Das Reisebuch

Der vierte Appendix · 158 Seiten · Aufbau des Werks

HandschriftS. 727 Bl. 362r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 727

1

Der Vierte Appendix. Es folgt nun die Beschreibung der angeregten Reise, auf der ich auf Befehl meines gnädigen Fürsten und Herrn die nachfolgenden Salzwerke hier und dort besichtigt, mich über alle Umstände erkundigt und das, was ich befunden habe, in der bald folgenden Erzählung ordentlich und kurz aufgeschrieben habe. Als der durchlauchtige, hochgeborene Fürst und Herr, Herr Wilhelm, Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain und Nidda usw., mein gnädiger Fürst und Herr, nach dem tödlichen christlichen Abschied aus dieser Welt des durchlauchtigen, hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Philipps des Älteren, Landgrafen zu Hessen, Seiner Fürstlichen Gnaden Herrn Vaters, zu Anfang ihrer fürstlichen lobreichen Regierung sich aus vielen und wichtigen Gründen gnädig vorgenommen und entschlossen haben, nicht allein eine allgemeine Beschreibung des Salz-

Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 727 (Bl. 362r)
Der vierte Appendix: das Reisebuch mit den Berichten von anderen Salzwerken Universitätsbibliothek Kassel · 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 727 · gemeinfrei — vollständiger Bildnachweis

Unsichere Lesungen

  1. Z. 6: wies — Wortform unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568

HandschriftS. 728 Bl. 362v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 728

1

Der Vierte Appendix. werks Sooden mit allen Anhängen darauf einzurichten und aufzuschreiben, sondern auch eine besondere, daraus ausgezogene Ordnung nach dem Erfordernis ihres Amtes in eine beständige, richtige Ordnung zu bringen, zu ratifizieren und zu bestätigen — und weil aber Seine Fürstlichen Gnaden im Lauf der Sache befunden haben, dass ein solches nützliches Vorhaben ohne Erfahrung vieler Salzwerke nach allen Umständen nicht vollständig und gebührend ausgeführt werden könne, so haben demnach Seine Fürstlichen Gnaden mich, den Untenbenannten, als Ihrer Fürstlichen Gnaden derzeit ältesten Diener und Salzgrafen im Salzwerk dazu bestimmt, dass ich nach Anweisung der bald folgenden Instruktion zu den darin genannten Salzwerken reisen und alles, was ich der Instruktion gemäß erfahren könnte, Seiner Fürstlichen Gnaden aufrichtig referieren und beständig eröffnen sollte. Instruktion. Was unser, Wilhelms von Gottes

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: außgezoge=gene — Silbe doppelt geschrieben

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568

HandschriftS. 729 Bl. 363r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 729

1

Der Vierte Appendix. Gnaden, Landgrafen zu Hessen, Grafen zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain und Nidda usw., Salzgraf zu Allendorf an der Werra und lieber Getreuer Johannes Rhenanus bei der Besichtigung etlicher Salzwerke — nämlich zu Auleben, Frankenhausen, Halle in Sachsen, Artern, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza, Lüneburg, Salzdetfurth, Salz zur Hölle und Bodenfelde — sich verhalten und in Befehl haben soll. Erstens soll er an jedem Ort das Salzwerk privat besichtigen, doch die Briefe bei sich im Busen tragen, die er, wo er es für ratsam hält, den Befehlshabern des Salzwerks übergeben soll. Und nach Übergabe derselben soll er ihnen unseren gnädigen Gruß entrichten und daneben vermelden: Nachdem wir in unserem Salzwerk zu Allendorf allerlei Unrichtigkeit befunden haben, weshalb unsere Notdurft erfordere, dies auf andere Weise einzurichten, sei er von uns ab-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: Saltzdietfoll — Ortsname, Schreibung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568

HandschriftS. 730 Bl. 363v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 730

1

Der Vierte Appendix. gefertigt, ihr Salzwerk zu besichtigen und sich über dessen ganze Beschaffenheit gründlich zu unterrichten — nicht aus dem Grund, dadurch etwas zu erforschen, was ihnen oder ihrem Salzwerk nachteilig sein könnte, sondern allein deshalb, damit man dieses unser Salzwerk desto beständiger und besser mit guter Ordnung, Wasserkünsten, Bauten und anderem einrichten könne; und demnach begehren wir, ihm dazu Zutritt zu gestatten und auch gute Anweisung zu geben. Und wenn das so geschieht, soll er sich über die Beschaffenheit des Salzwerks und der Brunnen ganz genau erkundigen: nämlich wie tief sie seien, woher und aus welchem Grund sie springen. Zu diesem Behuf soll er ein kleines Probiergerät bei sich haben, an jedem Ort die Sole proben und dies in sein Büchlein aufzeichnen und es sodann mit hierher bringen. Vornehmlich aber soll er sorgfältig darauf achten,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: Bewenn — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568

HandschriftS. 731 Bl. 364r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 731

1

Der Vierte Appendix. wie die Sole gefasst ist, desgleichen wie man an jedem Ort siedet und welche Vorteile sie haben, das Salz auszubringen, und wie sie es allenthalben mit ihrem Salzwerk halten, auch was an jedem Ort für Künste und Vorrichtungen errichtet sind, mit denen man die Sole holt und das wilde Wasser abweist. Ferner soll er besonders bei guten Leuten erforschen, mit welchen Mitteln anfänglich die Brunnen erbaut worden sind und wie es sich bei diesem Bauen allenthalben angelassen hat. Und was sonst dieser und dergleichen Dinge mehr zu erkunden und zu merken nötig und würdig sein werden, dem soll er mit bestem Fleiß nachforschen und uns von allem bei seiner Rückkehr Bericht erstatten. Unterzeichnet zu Kassel, den 28. Juni Anno Domini 1568. Wilhelm, Landgraf zu Hessen. Es soll sich Rhenanus auch nach Bremen verfügen

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HandschriftS. 732 Bl. 364v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 732

1

Der Vierte Appendix. und sich über alle Umstände des Bois erkundigen, ob dieser in großer Menge zu bekommen ist und wie teuer ungefähr eine Tonne, auch mit welchen Mitteln er heraufzubringen wäre. Heinrich Hesberg, selbst.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Poys — Salzsorte, Lesung unsicher
  2. Z. 6: Hesbergk sst. — Unterschrift mit Paraphe

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HandschriftS. 733 Bl. 365r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 733

1

Der Vierte Appendix. Sondershausen. Nach Empfang des eben genannten Beglaubigungsschreibens habe ich mich aufgemacht und bin nach Sondershausen gezogen und habe dort in der Sondershäuser Kanzlei mein Anliegen vorbringen und anzeigen lassen. Ich bekam auch sogleich zur Antwort, der Sekretär wolle meine Anwesenheit seinen gnädigen Herren — deren nur Graf Hans Günther und Graf Albrecht zur Stelle waren — vermelden und mir weiter Bescheid geben. Kurz darauf bin ich in die Kanzlei gefordert worden und habe mich nach Anweisung meiner Instruktion untertänig verhalten. Nach vollzogener Werbung haben mir die Räte durch den Sekretär sogleich in Gegenwart zur Antwort gegeben, sie wollten das versiegelte Beglaubigungsschreiben ihren gnädigen Herren bringen, mein Anliegen eröffnen und

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HandschriftS. 734 Bl. 365v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 734

1

Der Vierte Appendix. mich nach kurzer Weile in die Herberge weisen lassen, was ihre wohlgenannten gnädigen Herren sich daraufhin erklärten. Und die Räte sind sogleich aus der Kanzlei zu den genannten Grafen, ihren gnädigen Herren, gegangen. Desselben Abends hat mir der Sekretär einen der Kanzleischreiber geschickt und begehrt, dass ich ins Schloss zu den Räten und zu ihm kommen wolle. Als ich aber ins Schloss kam, hat mir der Sekretär von wegen seiner gnädigen Herren in Beisein der Räte eröffnet, dass ihre gnädigen Herren das Beglaubigungsschreiben und die Werbung empfangen, angenommen und selbst gelesen hätten. Und obwohl es bedenklich wäre, einen jeden in das Geheimnis ihres Salzwerks zu lassen, so seien sie doch nicht allein hierin, sondern auch in Größerem geneigt, ihrem gnädigen Herrn, dem Landgrafen zu Hessen, zu willfahren — mit dem weiteren Zusatz, dass sie auch so-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 6: Esselbigenn — wohl Desselbigenn, Initiale
  2. Z. 11: ser — vielleicht Irer, Anfang undeutlich

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HandschriftS. 735 Bl. 366r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 735

1

gleich an ihre Beamten geschrieben und befohlen hätten, dass diese mich über alle Umstände und darüber, wie es im Grunde und mit allen Sachen ihres Salzwerks bestellt sei, auf mein weiteres Begehren in allen Punkten gründlich berichten sollten. Auf diese Antwort habe ich gebührend gedankt und mich erboten, dessen bei meinem gnädigen Fürsten und Herrn rühmend eingedenk zu sein, ohne allen Zweifel glaubend, Seine Fürstlichen Gnaden würden dies auch mit besonderen Gnaden aufnehmen. Als ich nun den schriftlichen Befehl an die Beamten zu Frankenhausen zu mir genommen hatte, haben mir die Räte angezeigt, dass ihre gnädigen Herren befohlen hätten, ich solle bei Hofe bleiben und mit ihnen, den Herren Räten, zu Nacht essen; wie es denn auch geschehen ist. Und weil eben zu dieser Stunde einer aus Graf Günthers Räten, Doktor Johann Bayr, ein geborener Franke, der auch Pfänner

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: Bayr — Familienname, Lesung unsicher

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HandschriftS. 736 Bl. 366v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 736

1

Der Vierte Appendix. in Frankenhausen ist, bei Hofe eingetroffen war, ist dieser gleichermaßen auch zu Tisch gefordert worden. Und er hat sich, wie die anderen Räte alle, sehr freundlich und mit gutem Scherz mit mir eingelassen und sich in allem sehr gutwillig erzeigt. Insbesondere hat der Doktor, als ich nach der Entstehung des Salzwerks fragte, angezeigt, dass man über dessen älteste Entstehung in keinem Archiv etwas finde, obwohl doch überall erscheine, dass es ein sehr altes Salzwerk sein müsse. Aber zur Zeit Kaiser Heinrichs IV. sei eine Schenkung an das Kloster Rotherbach — das jetzt denen von Nordhausen zusteht — ergangen, worin das Datum mit diesen Worten stehe: „gegeben zu N. auf dem Berg der Verwirrung“. Sodann sei das Salzwerk, die Stadt und das Amt Frankenhausen der Grafen zu Beichlingen gewesen, bis die Schwarzburger sie an sich gekauft haben. So finde man auch einen Vertrag

Unsichere Lesungen

  1. Z. 13: Rotherbach — Klostername, Lesung unsicher

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HandschriftS. 737 Bl. 367r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 737

1

Der Vierte Appendix. zwischen den Landgrafen zu Thüringen und den Grafen zu Schwarzburg, datiert Anno 1312, worin allerlei angezeigt und verhandelt ist, wie es damit gehalten werden solle; das sei aber nicht eingehalten worden. Darüber hinaus sei das älteste Denkmal, mit dem zu belegen ist, dass Frankenhausen ein sehr altes Salzwerk sein muss, dies: dass die von Frankenhausen ein Siegel gehabt haben, mit dem sie wohl vor fünfhundert Jahren gesiegelt haben, worin ein Salzknecht — den sie einen Nappenknecht nennen — steht, der zwei Eimer mit Sole trägt. Es hat mich auch der genannte Doktor berichtet, dass er auf seiner Reise zu Salins gewesen sei, wovon sich der König von Spanien einen Grafen zu nennen pflegt. Da sei der Salzbrunnen in ein großes gewaltiges rundes Gewölbe gebaut, unter dem sich wohl das ganze Schloss Sondershausen verbergen könnte; er sei sehr tief im Grund, und man steige ringsherum bis

Unsichere Lesungen

  1. Z. 11: Nappenn — Anfangsbuchstabe N oder R

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HandschriftS. 738 Bl. 367v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 738

1

Der Vierte Appendix. hinunter auf den Grund, und zwar auf Treppen, die so angelegt sind, wie vorzeiten die Amphitheater gewesen sind. Im Grund und auf den untersten Stufen aber seien die Sole und das wilde Wasser dermaßen geschickt und kunstvoll — jede Ader für sich — gefasst, dass man genau sehen könne, wie sie bis in ihre besonderen Deicheln fließen und geschöpft werden. Es haben auch die anderen Räte, ein jeder das Seine dazu gesagt und sind dem Doktor in der Erzählung von der Entstehung des Frankenhäuser Salzwerks beigetreten; und so haben wir an diesem Abend zwei Stunden bei Tisch damit zugebracht. Frankenhausen. Sodann bin ich morgens früh aufgestanden und habe den Schwarzburger Baumeister Bernt Pfeifer, der am vergangenen Abend

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HandschriftS. 739 Bl. 368r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 739

1

Der Vierte Appendix. bei Tisch Befehl empfangen hatte, mit mir weiterzureisen, aufwarten lassen; und wir beide haben geeilt, so dass wir zeitig früh in Frankenhausen eintrafen. Unterwegs hat der genannte Baumeister, der mit mir auf dem Wagen saß, mancherlei Reden über Salzwerke, Bergwerke und Bausachen geführt, besonders über das Salzwerk zu Auleben und Meister Hans Wetzel. Ich habe aber nichts anderes gespürt, als dass er und jedermann Meister Hans noch wohlgesinnt sind und dem Aufkommen dieses Salzwerks nicht viel zuschreiben. Dieses Gespräch hat gewährt, bis wir zum Kloster Göllingen gekommen sind, das dem Abt zu Hersfeld gehört. Dort haben die Grafen von Schwarzburg einen großen Teich, ganz voller Rohr; der Baumeister hat mir angezeigt, dass seine gnädigen Herren, die Grafen zu Schwarzburg, aus dem Rohr, das in diesem und in anderen Teichen wächst, jährlich

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: enndtpfingk — Buchstabenfolge unklar, wohl entpfing

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HandschriftS. 740 Bl. 368v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 740

1

Der Vierte Appendix. in gewöhnlichen Jahren über siebenhundert Gulden lösen können. So haben auch sonst seine gnädigen Herren, die Grafen zu Schwarzburg, ständig fünf Wagengespanne, die nichts als Holz in Säulen gekauft zu Markte fahren; davon nehmen sie dann einen ziemlich stattlichen Gewinn ein. Unterdessen sind wir zum Stollen gekommen, durch den von alters her die Wipper, die die Kunst zu Frankenhausen treibt, mit großen Unkosten geleitet worden ist. Wir sind abgestiegen, und der Baumeister hat mir alle Umstände gezeigt und berichtet, dass der Stollen von einem Mundloch zum anderen 120 Ruten lang und am höchsten Ort 24 Ellen tief sei. Sonst ist die Art des Berges lauter Lehm; er ist sehr unförmlich gebaut und hat viele Lichtschächte, deren einer oder zwei dem Berg gleich oben ausgeführt sind, so dass in unbeständiger Winterzeit dem Salzwerk durch den Eingang des Stollens leicht großer Schaden entstehen kann, wie denn auch

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HandschriftS. 741 Bl. 369r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 741

1

es unlängst geschehen ist, dass einer der Schächte dort vom Schnee verschüttet wurde und man den ganzen Winter hat stillhalten müssen. Als wir aber in die Stadt kamen, ist der Baumeister ins Schloss gegangen und hat meine Anwesenheit den Befehlshabern vermeldet. Diese sind dann innerhalb einer Stunde zusammengekommen, haben mich zu sich gefordert, das Beglaubigungsschreiben und die Werbung angenommen und angehört und haben sich darauf mit aller Gutwilligkeit ganz freundlich vernehmen lassen. Sie haben sich auch gänzlich erboten, dass mir auf mein Fragen und Begehren nicht das Geringste vorenthalten werden solle, mit untertäniger Erbietung, dass sie nicht allein hierin, sondern nach ihrem ganzen Vermögen geneigt wären, meinem gnädigen Fürsten und Herrn zu willfahren; worauf ich gebührend gedankt habe. Sogleich habe ich einem meiner Diener das Probiergerät zustellen, die Sole holen und nach dem Essen proben lassen und hundertzwei Lot am Gewicht

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: deuchte — Wortende des Probiergeraets unklar

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HandschriftS. 742 Bl. 369v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 742

1

Der Vierte Appendix. der rohen Sole, sechzehn Lot aber am Gehalt an gründlich rein geläutertem Salz befunden. Und weil eben zugleich auch Sole von Auleben zur Hand gewesen ist, habe ich diese auch geprobt und nicht mehr als zwei Lot anderthalb Quentchen gefunden, wie ich es auch schon früher befunden hatte. Nach vollzogener Probe habe ich begehrt, dass man mich zum Brunnen und zu den Künsten kommen lasse; damit sind die Befehlshaber wohl zufrieden gewesen, und mit mir sind der Schwarzburger Baumeister und der Kunstmeister auf den Brunnen gegangen, die mich samt den beiden Salzgrafen alles nach allen Umständen haben besehen lassen und daneben hinreichend berichtet haben. Der Brunnen kommt aus weißem Gipsgrund, wie auch der zu Sooden. Er ist in einem mit Holz ausgeführten Schacht gefasst, 25 Ellen hoch, ohne das, was noch bis zur Erdoberfläche hinzuzunehmen ist; das Holz ist noch sehr frisch, wiewohl mir

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: færam — lateinisches Wort unklar

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HandschriftS. 743 Bl. 370r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 743

1

Der Vierte Appendix. niemand Bescheid geben konnte, wie lange dieser Bau gestanden hat. Die Sole steigt im Schacht 5 Ellen, und als eine kleine Zeit stillgehalten wurde, wuchs das Aufsteigen und nahm auf vier Ellen Höhe zu. Neben dem reichen Brunnen ist eine ganz wilde Ader gesondert abgefasst; sie läuft durch einen niedrigen Stollen zum großen Wasserschacht. Sonst ist das wilde Wasser in einem besonderen Stollen um den Brunnen herum abgeleitet, und der Damm zwischen dem wilden Wasser und dem Brunnen ist zwanzig Ellen dick. Das wilde Wasser steht fünf Ellen höher als die Sole, denn die Wildwasserschächte — deren drei sind — haben nur zwanzig Ellen in die Tiefe. Die Künste, mit denen Sole und wildes Wasser geholt werden, sind mit Schläuchen eingerichtet. An der Wasserkunst ist das Wasserrad 27 Schuh hoch und das Kunstrad 20 Schuh; es hat 216 Kämme, das Vorgelege oder der Drilling

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HandschriftS. 744 Bl. 370v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 744

1

Der Vierte Appendix. 24 bis 25. Schläuche sind an der Kette, und es ist stets ein Schlauch vom anderen 3½ Schuh entfernt; und mit dieser Kunst wird das wilde Wasser ständig bis auf eine Elle Höhe zu Sumpf gehalten. Die Solekunst aber ist so eingerichtet: das Wasserrad ist 36 Schuh hoch, das Kammrad 10 Ellen, es hat 216 Kämme, und der Drilling ist so, wie eben beim wilden Wasser gesagt worden ist. Es laufen 36 Schläuche an der Kette, womit die Sole aus dem Brunnenschacht geholt wird; diese wird danach sogleich in einen besonderen Deichel oder Kumpf geleitet, wo man sie von neuem hebt, in gleicher Höhe und Weise, wie eben vom rechten Brunnen gesagt worden ist. Von dort wird die Sole in alle Bothe geleitet, so dass in diesen Bothen — die sie Sollen nennen — ein jeder genug Sole bekommen kann. Und es ist zwar sehr viel und reiche Sole vorhanden, denn sie füllen das Gerinne im Lauf ständig 3

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HandschriftS. 745 Bl. 371r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 745

1

Zoll in der Höhe und 6 in der Breite aus. Neben den Wildwasserkünsten, deren zwei sind, wird noch eine besondere Kunst gehalten, die sie die Baukunst nennen; die wird gebraucht, wenn man baut und wenn sonst das wilde Wasser zu stark ist. Sie steht auf dem dritten Wildwasserschacht und ist auf gleiche Weise eingerichtet wie die anderen, wie angezeigt worden ist. So viel vom Brunnen und den Künsten. Während ich nun auf dem Brunnen war, habe ich mancherlei gefragt und unter anderem Bericht darüber begehrt, ob auch die Sole zu der einen Zeit besser sei als zur anderen. Darauf habe ich von beiden Salzgrafen zur Antwort empfangen, dass sie zu nasser Zeit und wenn es im Winter viel Schnee und Regen gebe, gar nicht sieden könnten, sondern stillhalten müssten so lange, bis nach ihrer alten gewöhnlichen Probe

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HandschriftS. 746 Bl. 371v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 746

1

Der Vierte Appendix. die Sole ein frisches Ei wieder tragen und emporheben könne. Und als ich sie fragte, ob sie sonst von keiner anderen Probe als der eben genannten Kenntnis hätten, haben sie zur Antwort gegeben: nein, und daneben angezeigt, dass sie nie von einem Probieren der Sole gehört hätten — obwohl sie doch nunmehr alte, betagte Männer seien —, bis die neuen Künstler ins Land gekommen seien, die sich vor etlicher Zeit bei ihnen angeboten hätten, damals aber verachtet worden seien und sich jetzt zu Artern und Sulza aufhielten. Es sind zu Frankenhausen 117 Kothen oder Sollen, wie sie es nennen. Darin können täglich, wenn es durch den Zöllner, der Rentmeister ist, von wegen der Grafen erlaubt wird, 944 Stücke gesotten werden, deren jedes 6 unserer geeichten Metzen hält. Es wird aber vom Zöllner nicht eher zu sieden erlaubt, als bis genügend Kaufleute und Fuhrleute vorhanden sind, die das Salz wegführen — aus dem Grund, dass sie

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HandschriftS. 747 Bl. 372r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 747

1

Der Vierte Appendix. angeben, wenn das Salz nicht frisch und noch triefend von ihnen genommen werde und etwa einen Tag stehen und trocken werden müsse, so könnten sie das Salz nicht loswerden. Neben und während der Unterrichtung über diese Dinge habe ich meinen Diener ausgeschickt, sich in den Bothen über alle Umstände zu unterrichten; der hat den nachfolgenden Bericht zu Papier gebracht, wie hernach angezeigt. Die Sollen — wie die Bothe an diesem Ort genannt werden — liegen in der Erde, und das Fundament ist mit Steinmauern der Erde gleich erbaut; danach ist oben ein Schindeldach darüber gedeckt. Der Herd, auf dem die Pfanne steht und gesetzt ist, ist in der Mitte auf beiden Seiten mit Schlotter ausgefüllt und zwei Schuh oder eine Elle hoch aufgeführt; in der Mitte aber ist ein Graben, 1½ Schuh weit, der halbwegs hindurchgeht. Die hintere Hälfte aber ist gleichmäßig tief. Über den genannten Graben liegen fünf eiserne Stäbe als Rost,

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HandschriftS. 748 Bl. 372v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 748

1

Der Vierte Appendix. auf den das Feuerwerk gelegt wird. Sonst ist der Herd allenthalben geschlossen; nur vorn ist ein Loch, einen Schuh weit von der Erde bis zur Pfanne hinauf, wo man das Holz untersteckt, offen. Die Pfanne ist so gesetzt, dass sie eine Ellenbogenlänge höher steht, als das Feuerwerk und der Herd angelegt sind. Die Pfannen sind 14 Schuh lang, 10 Schuh breit und 7 Zoll tief. Auf jeder Seite der Pfanne sind nebeneinander zwei dicke Pflöcke eine Spanne weit voneinander eingeschlagen; auf diese sind zwei große Bärstäbe oder Pfannenbäume gelegt, die über die Pfanne gehen. Auf diesen liegen dann vier andere Pfannenbäume, die Herbscheite genannt werden; an ihnen sind vorn 8 und hinten 8 Pfannenhaken. So liegen auch dazwischen drei

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: dornan — Lesung unsicher, dorinn möglich
  2. Z. 14: Behrstebe — B/V unsicher
  3. Z. 17: herbscheiter — b/d unsicher

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HandschriftS. 749 Bl. 373r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 749

1

Der Vierte Appendix. kurze Bäume, an denen 4 Haken hängen, so dass ihrer alle zusammen in einer Pfanne 20 sind, die die Pfanne halten. Das Salz wird auf folgende Weise bereitet: In der Pfanne behält man vom vorigen Sieden jeweils so viel auf Vorrat, dass man vier Stücke Salz machen kann; dazu lässt man aus dem Solfass — deren sind 5 in jedem Bothe — 1½ Schock Viertel ein. Daraus macht man 4 Stücke, und es bleiben stets 4 Stücke auf Vorrat. Zu einem vollen Werk werden 3 Schock guter Bunde gebraucht, von denen drei bei uns eine Welle ausmachen; davon kostet ein Schock, wenn es Stammholz ist, 8 Groschen. Oder aber man nimmt von der gemeinen Sorte 3½ Schock; davon kostet ein Schock 5 Groschen geliefert. Ein Werk wird in 3 Stunden bereitet. Man hält das Feuer unter der Pfanne eine Viertelstunde, worin es aufwallt; und wenn es siedet, jagt

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: henckenn — hinnckenn möglich
  2. Z. 14: gh. — Währungskürzel, gl. möglich
  3. Z. 14: nims — nimbt möglich
  4. Z. 18: Man — Initiale mit Federzug, Wann möglich

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HandschriftS. 750 Bl. 373v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 750

1

Der Vierte Appendix. man mit einer Schaufel den Schaum und Mergelschmutz allenthalben zusammen und reinigt so das Salz. Sogleich danach geht es so rein zu Salz, dass man die Fegfässlein, in denen sich der Schaum und Mergel setzt, bald aus der Pfanne rücken und sonst die Unreinigkeit herausfegen kann, wenn das Salz zum Wirken fertig wird. Und weil in dieser Unreinigkeit noch viel Salz bleibt, schlagen es die Knechte hinter die Pfanne aufs Gewölbe und gebrauchen es wieder zur Beiße, aber nicht mit größtem Nutzen. Danach schürt man noch eine kleine Weile unter, und der Wirker fängt an zu bären oder zu wirken — wie sie es nennen. Er nimmt zuerst die Salzkrücke und zieht das Salz in der Pfanne allenthalben an dem Ende zusammen, wo er das erste Stück machen will; danach legt er eine Horde auf die genannten zwei Pfannenbäume — die sie Bärstäbe nennen — und schlägt darauf mit der Schaufel das Salz eine Spanne hoch, legt ein Bastband darum

Unsichere Lesungen

  1. Z. 17: Hurde — Horde möglich
  2. Z. 20: Basternn — Lesung unsicher
  3. Z. 20: darndt — Lesung unsicher

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HandschriftS. 751 Bl. 374r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 751

1

Der Vierte Appendix. herum, schlägt wieder ebenso hoch, legt wiederum eines um; das tut er so oft, bis er 12 Bänder umgelegt hat. Dann schlägt er weiter darauf, macht es hinten 1½ Spannen und vorn ½ Spanne hoch, streicht es über dem letzten Band oben glatt und breit von sich weg — und so ist das Stück fertig, das 9 Nordhäuser Maß und, unserem Maß gleich, 6 ausmacht. Wenn das geschehen ist, so macht er auf der anderen Seite das andere Stück, und so jeweils eines ums andere, bis er vier aus der Pfanne oder dem Werk bereitet hat. Von diesen Stücken gilt eines 7½ Groschen. Folgendes Werkzeug, das zum Salzwerk gebraucht wird, findet man in allen Bothen: fünf Solfässer in jedem Bothe oder Sollen; 1 Renne, in der die Sole aus dem Solfass in die Pfanne läuft; 1 kleines Fässlein, in das die Salzkrücke und die Schaufel gelegt und vom Salz gereinigt werden; 4 Fegfässer; Horden, auf denen die Stücke gemacht und geschlagen werden; 1 Feuerhaken.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 12: gh. — Währungskürzel, gl. möglich

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HandschriftS. 752 Bl. 374v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 752

1

Der Vierte Appendix. Gleichermaßen werden die Arbeiter belohnt, wie folgt: Der Wirker empfängt von jedem Stück 3 Pfennig, und ebenso viel ist die Belohnung des Knechts oder Pflegers. Dem Holzaufbinder oder Unterschürer gebühren von einem Werk 5½ Pfennig. Man gibt auch von jedem Stück 1 Pfennig, das der Ladegast bezahlt; und so kann der Pfleger an einem Tag mit Arbeiten und Salzauftragen 4 Groschen verdienen. Den Grafen gibt man jetzt von jedem einzelnen Stück 2 Groschen; das erhebt der Zöllner, der diesen Zoll zu erhöhen und zu ermäßigen hat. Die Verwaltung und den ganzen Handel im Salzwerk führen der Zöllner, zwei Salzgrafen, zwei Bornmeister, ein Kunstmeister, ein Salzschreiber und vier Geschworene. Sonst hat es mit dem Holzhandel keine besondere feste Ordnung, sondern wer eigenes Gehölz hat oder den Holzhandel umsichtig

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: dh. — Münzkürzel, dl. möglich
  2. Z. 5: vnterstorernn — Endung unsicher
  3. Z. 7: Tadegast — Lesung unsicher
  4. Z. 10: Grauenn — Initiale, Brauenn möglich
  5. Z. 11: gh. — Münzkürzel, gl. möglich

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HandschriftS. 753 Bl. 375r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 753

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treibt, der kann durch seine Salzknechte desto mehr Salz machen lassen. Doch berichten sie, dass sie auf eine Kothe jährlich acht Schock Schemkel haben müssen; davon gilt ein Schock bisweilen 30, bisweilen 35 und auch wohl 40 Gulden, mehr oder weniger. Ein Schemkel hält 60 Wellen. Weiter habe ich nichts erfahren können. Das Pfanneneisen bekommen sie von einem Edelmann namens Fuchs, den Zentner um 5 Gulden Schneeberger, jeden Gulden zu 21 Groschen gerechnet. Und es wird keine Pfanne ausgetan, sie habe denn über drei Jahre gestanden. Wenn man aber fegt, so pflegt man die Pfanne über den Herd zu heben, so dass sie noch auf einer Seite auf dem Herd liegen bleibt; und das geschieht deshalb, damit man die Nägel desto besser nieten und schlagen kann. Außer dem allen finde ich zu Frankenhausen in keinerlei Hinsicht einen besonderen Vorteil. Denn weil die Pfänner alle Kosten, Schaden und Nutzen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: kodt — bodt möglich
  2. Z. 3: schemckell — Holzmaß, Lesung unsicher
  3. Z. 6: Schemckell — wie Zeile 3

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HandschriftS. 754 Bl. 375v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 754

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Der Vierte Appendix. für sich aufwenden, tragen und erfahren müssen, fragen die Knechte desto weniger danach, es gerate, wie es wolle. Und obwohl eine Kothe, wenn einer sie kauft oder erbt, 2000 Gulden gilt und darauf veranschlagt wird, so berichten doch etliche, dass sie keinen entsprechenden Gewinn daraus einnehmen und dass bisweilen einer kaum 50 Taler im Jahr auf eine Kothe erübrigt. Den Grafen gebühren von jedem Stück 2 Groschen Zoll. Wenn nun, wie gesagt, der Zöllner einen Tag erlaubt, so werden 234 Werke gesotten; jedes Werk hält vier Stücke, macht 936 Stücke. Man erlaubt aber, eine Woche in die andere gerechnet, nur fünf Tage; wenn das Salz gut abgeht, trägt die Woche 4680 Stücke. Das mit 48 multipliziert — weil sie auch die vier Hauptkaltlager halten — ergibt 224 640 Stücke; auf jedes Stück 2 Groschen gerechnet, macht 449 280; auf 21 reduziert,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: eine[übergeschrieben: nn] — Einfügung über der Zeile unsicher
  2. Z. 17: heuptkaldtleger — Lesung unsicher

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HandschriftS. 755 Bl. 376r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 755

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Der Vierte Appendix. macht 21 394 Gulden 6 Groschen. Hierzu wird den Grafen eine Kothe frei gebaut und erhalten, so dass die Beamten berichten, der Zoll, der Holzhandel und diese Kothe trügen den Grafen in gewöhnlichen Jahren gegen 17 000 oder 18 000 Gulden ein. So berichtet auch der Zöllner besonders, dass der Anschlag des Holzes, das jährlich aufgeht, auf 50 000 Gulden laufe; nach meinem Anschlag müssten es 43 154 sein. Endlich und zum Beschluss haben sich auf mein weiteres Begehren die Befehlshaber sämtlich und einzeln erboten, sie wollten mir ihre Ordnung — die sie mich ganz durchlesen ließen — sauber abgeschrieben zuschicken, mit dem weiteren fleißigen Begehren, dass ich meinem gnädigen Fürsten und Herrn ihre ganzen gehorsamen Dienste in allem untertänig erbieten wolle.

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HandschriftS. 756 Bl. 376v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 756

1

Der Vierte Appendix. Auleben. Sodann bin ich nach Auleben gereist und habe dort Meister Hans neben dem Hüttenschreiber angetroffen, die eben zu dieser Stunde von auswärts hergekommen waren. Und weil damals die Sole nicht zu Sumpf gehalten war, habe ich aus der einen Kothe — deren nur zwei gebaut waren — so viel genommen, wie ich brauchte. Das Quart hat an roher Sole 90 Lot und 2 Quentchen gehalten; daraus sind 3 Lot 3 Quentchen Salz geworden. Sonst habe ich die Künste allenthalben besehen, die aufs allersorgfältigste und beste eingerichtet sind, so dass Meister Hans' umsichtige Geschicklichkeit darin nicht genug gerühmt werden kann. Und es wäre wohl zu wünschen, dass nicht allein die Künste zu Sooden vor Allendorf auf dieselbe Art eingerichtet würden, sondern dass auch zur Abschaffung der Pferde ein besonderes Wasser

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich
  2. Z. 2: Arulebenn — wie Zeile 1
  3. Z. 9: Rother — Lesung unsicher

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HandschriftS. 757 Bl. 377r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 757

1

Der Vierte Appendix. hinzugeleitet würde, das die Sole- und Wasserkünste treiben könnte. Es ist aber die Sole nicht im rechten Brunnenschacht, der 25 Ellen tief ist, sondern durch die Klüfte, deren das angrenzende Gipsgebirge voll ist, in den niedrigsten Wildwasserschacht abgewichen. Dort hat sie Meister Hans damals gesondert gefasst und abgestürzt, mit der Absicht, sie dort zu behalten und in den anderen Wildwasserschacht — der ungefähr 30 Ellen weit gegenüber auf der anderen Seite des rechten Brunnenschachts liegt — durch einen Stollen das wilde Wasser alles zusammenzubringen. Weil aber dies damals alles ungewiss war und sich beim Bauen mancherlei zutragen kann, kann ich weiter nichts Gewisseres darüber schreiben. Doch kann ich an dieser Stelle nicht unterlassen, weiter

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HandschriftS. 758 Bl. 377v Der Virdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 758

1

Der Vierte Appendix. zu berichten und zu erzählen, was ich, der genannte Rhenanus, Anno 69 den 23. November auf gnädigsten Befehl des durchlauchtigen, hochgeborenen Kurfürsten zu Sachsen neben anderen Dienern Seiner Kurfürstlichen Gnaden zu Auleben ausgerichtet habe; wie dessen gründliche Erzählung folgt. Nachdem der durchlauchtigste und hochgeborene Fürst und Herr, Herr August, Kurfürst zu Sachsen und Burggraf zu Magdeburg, unser gnädiger Herr, uns Untenbenannten gnädigst befohlen und abgefertigt hat, Seiner Kurfürstlichen Gnaden Werk zu Auleben nach allen Umständen mit Fleiß zu besichtigen, allerlei Umstände zu erfragen und gänzlich zu erkunden, ob dieses künftig mit Nutzen oder Schaden zu erhalten sei, so haben wir demnach zu untertänigster Folge des gnädigsten Befehls Seiner Kurfürstlichen Gnaden uns dorthin verfügt, den Brunnen und alle Bauten mit Fleiß be-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: etc. — Kürzelzeichen ꝛc. aufgelöst
  2. Z. 5: Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich
  3. Z. 12: Arulebenn — wie Zeile 5

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HandschriftS. 759 Bl. 378r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 759

1

Der Vierte Appendix. sichtigt, den Baumeister über alle Umstände und Verhältnisse aufs ausführlichste befragt und seine Antwort aufgenommen, wie unser hochgenannter gnädigster Kurfürst und Herr aus den beiliegenden Fragestücken und seiner Antwort gnädigst zu ersehen hat. Weil aber Seine Kurfürstlichen Gnaden uns gnädigst auferlegt und befohlen haben, unser ratsames Bedenken zu eröffnen, wie es hernach und in künftiger Zeit mit diesem Salzwerk gehalten werden könne, so haben wir der Sache mit untertänigstem Fleiß nachgedacht, uns allerlei besprochen und ausführlich befunden, dass der ganze Handel auf zwei Fragen beruht. Erstens: wenn man weiter bauen sollte, auf welche Weise die Bauten am nützlichsten und bequemsten vorgenommen werden könnten. Hierzu meinen wir, dass vor allen Dingen dahin mit

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HandschriftS. 760 Bl. 378v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 760

1

Der Vierte Appendix. Fleiß zu trachten wäre, dass das wilde Wasser eine gute Weite von der Salzquelle abgeschroten würde. Und weil man findet, dass ein Brunnen, der vor dieser Zeit gegen 800 Lachter von der Salzquelle entfernt war und von Kelbra her zur Sole hin streicht, sich augenscheinlich verloren hat und mit großer Menge süßen Wassers — falls man je weiter bauen sollte —, so möge man an dem Ort, wo der Brunnen gewesen ist, nachsinken, bis man ihn wiederfindet, und danach durch Künste das wilde Wasser dort wieder abführen. Denn es ist zu vermuten, weil der Ort etwas höher liegt und man im Feld deutlich sehen kann, dass durch seinen Zufluss zur Salzquelle etliche Erdfälle entstanden sind, dass man es leicht zuwege bringen könnte. Danach wäre es gut, wenn man fortfahren sollte, dass man auf der jetzigen Hauptquelle — die nach Aussage des Markscheiders eine Elle tiefer liegt

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: Kelbern — Ortsname, Lesung unsicher
  2. Z. 9: dauor — Buchstaben u/n unklar
  3. Z. 17: were — oder wert

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HandschriftS. 761 Bl. 379r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 761

1

Der Vierte Appendix. als das wilde Wasser — ein Längenort vortriebe, so lange, bis man dem wilden Wasser gleichkäme. Würde sich alsdann finden, dass die Sole besser als jetzt wäre und ob sie von oben oder von unten aufkommt, so könnte man diese Gelegenheit kühn annehmen und sich gründlich danach richten. So viel zum ersten. Zum anderen: ob es ratsam sei, dass man weiter fortfahre, und ob das Salzwerk mit Nutzen oder Schaden erbaut werden könne. Darauf ist unser einfältiges Bedenken — doch unbeschadet des Rats anderer, in Berg- und Salzwerken verständiger Leute —: Weil jetzt die Sole gering und vor dieser Zeit viel besser gewesen ist und auch viel Holz zum Sieden gebraucht werden muss, kann an diesem Ort ohne Nutzen gesotten werden, bis man eine fünf- oder sechslötige Sole findet. Es sei denn, dass unser hochgenannter gnädigster Kurfürst und Herr die umliegenden Gehölze so billig an sich brächte, dass

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: gl. — Kürzung unklar
  2. Z. 19: gelegen — Kürzungszeichen am Wortende

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HandschriftS. 762 Bl. 379v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 762

1

Der Vierte Appendix. man jedes Schock Wellen beständig um zwei oder 3 Groschen ins Salzwerk bringen könnte, oder aber dass sich nach dem oben gemachten Vorschlag die Sole beim Weiterbauen als besser erwiese. Sonst finden wir aus dem Bericht und aus den vorgenommenen Probewerken, dass dieses Salzwerk ohne Nutzen nicht erbaut werden kann. Und dies ist also auf den gnädigsten Befehl unseres hochgenannten gnädigsten Kurfürsten und Herrn unser untertänigstes einfältiges Bedenken. Wir wollen es hiermit Ihren Kurfürstlichen Gnaden untertänigst übergeben, es nach ihrem hohen Verstand weiter gnädigst zu bedenken. Unterzeichnet den 23. November Anno 69. Michel von Ebeleben, Hauptmann zu Sangerhausen; Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf; Christoff Schönleben, Oberhüttenmeister des Bergwerks Freiberg; Matthias Flicke, Bergvogt zu Sangerhausen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 2: gst. — Münzkürzel unklar
  2. Z. 20: Flicke — Personenname, Anfangsbuchstabe unsicher

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HandschriftS. 763 Bl. 380r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 763

1

Der Vierte Appendix. Fragestücke, auf die Meister Hans Wetzel, verordneter Baumeister zu Auleben, wegen des dortigen Salzwerks befragt worden ist, und auf jedes die Antwort des genannten Baumeisters. Erstens: ob der Salzbrunnen beständig gefasst sei. Er sagt: nein; er habe wegen der vielfältigen Schlotten, die im Gebirge gefunden werden, bisher nicht dazu kommen können. Ob er ihn zu fassen gedenke. Hierüber ist mancherlei zu erörtern; denn obwohl der Baumeister die Fassung vorzunehmen gänzlich gedenkt, muss man doch vor allem darauf sehen, ob es mit Nutzen oder Nachteil geschehen könnte; und das steht auf weiteren Bericht. Auf welche Weise die Fassung vorgenommen werden könne. Darauf antwortet er, er wolle die Hauptquelle in dem Schacht, wo sie jetzt ist, viereckig fassen, in einem verkarrten Boden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Hannes — oder Hanns
  2. Z. 20: verkarrestenn — Wort unklar

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HandschriftS. 764 Bl. 380v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 764

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Der Vierte Appendix. Was der Bau für diese Fassung kosten würde. Er sagt, er könne darauf nichts Gewisses antworten. Wie viel Sole die Hauptquelle in jeder Stunde gebe. Er sagt: jetzt jede Stunde 133½ Eimer Sangerhäuser Eich. Nun aber hat sie vor acht Wochen 150 Eimer gegeben; er wisse nicht, woher der Zugang komme, doch gehe auf das Sieden mehr Holz und Zeit auf als zuvor. Wie reich die Sole am Gehalt sei. Ein Quart Allendorfer Eich, worauf er sein Probiergerät eingerichtet hat, hält jetzt 4 Lot; vor 8 Wochen hat es 5 Lot gehalten. Er hat am 21. November in einem Schreiben erklärt, dass die Sole noch geringer sei, und ferner gebeten. Anmerkung: Sechzig Quart sind ein Eimer oder Zuber Allendorfer und Wormser Eich. Ob die Sole auch besser werden könne. Er sagt: wenn die wilden Wasser davon gebracht würden, wie er in guter Hoffnung stehe, so werde sie ohne allen Zweifel besser.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: 133½ — Zahl, Bruch unsicher
  2. Z. 11: wochenn — gekürzt geschrieben

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HandschriftS. 765 Bl. 381r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 765

1

Was für ein Verfahren er anwenden wolle, die wilden Wasser abzuführen, und durch welche Mittel das geschehen könne. Darauf antwortet er: Durch dieses Mittel könne es geschehen — weil die Wasserschächte, ebenso die Solquelle, und die wilden Quellen höher liegen als die Salzquelle, dass man die Strecken so weit nachreißt, damit allein die süßen Quellen abgeführt werden können; und er gedenke nicht, tiefer zu senken. Wie viele Bothe und Pfannen die jetzige Solquelle fort und fort versorgen könne. Antwort: 40 Bothe könne er gewiss mit stetigem Sieden versorgen. Wie es mit den Pfannen gehalten werden solle, wie hoch, lang und tief die Pfannen sein sollen. Er sagt: 11 Schuh die Länge, 10 Schuh die Breite, ½ Schuh die Höhe; solche Pfannen habe er bisher am besten befunden. Jetzt aber habe er eine große machen lassen. Wie viele Scheffel er sich auf eine Pfanne zu ge-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 20: anzu — Zeilenende verschliffen

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HandschriftS. 766 Bl. 381v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 766

1

Der Vierte Appendix. winnen getraue. Er sagt: auf eine Pfanne vier Scheffel Nordhäuser Maß; stellt es aber auf eine Probe. Was er für Feuerwerk gebrauchen wolle. Er sagt: Holz, Stroh und Schilf. Wie viel Holz er auf eine Pfanne zum Sieden brauche. Er sagt: er habe jetzt vier und 5 Schock Holz haben müssen, wo er zuvor mit 2 oder 3 Schock eine Pfanne abgesotten habe. Darum habe er auch, bis die wilden Wasser abgeführt sind, das Sieden eingestellt. In welchem Preis jetzt ein Schock Holz stehe. Er sagt: durchweg 5 Groschen. Ob man es auch in diesem Preis halten könne. Antwort: das werde sich mit der Zeit wohl erweisen. Ob auch Holz genug vorhanden sei. Antwort: er wolle sich über alle Umstände erkundigen; doch sei er ganz der Vermutung, weil der Harz näher bei Auleben liegt als bei Frankenhausen, dass dieses Gehölz — soweit es das Wellen-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 11: gk — Münzkürzel unklar
  2. Z. 20: Well — Wort am Zeilenende unklar

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HandschriftS. 767 Bl. 382r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 767

1

Der Vierte Appendix. und Herbholz betrifft — besser und zu geringerem Wert nach Auleben gebracht werden könne. Ob man sich auch gegen ein festes Stammgeld und auf wiederkehrende Jahre hinreichend mit Holz versorgen könne. Antwort: Was unser gnädigster Kurfürst und Herr an sich kaufen würde, könnte wohl so geordnet werden; zum anderen wisse er nichts zu berichten. Welche Gehölze diesem Salzwerk am besten gelegen seien. Er sagt: das müsse man sich bei den Förstern erkundigen und über alle Umstände Bericht einnehmen, denn er habe damit nicht umgegangen. Ob das Salz tauglich, lagerhaft und gut sei. Er sagt: ja; er beruft sich auf alle diejenigen, die solches Salz abgeführt haben. Ob auch das Salz seinen Absatz habe. Er sagt: es gehe nach jetziger Lage sogleich ab; er zweifle nicht daran, es werde künftig wohl abgehen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Herbkholtz — Wortmitte unklar
  2. Z. 2: zegenn — wohl gegenn
  3. Z. 18: abgehl — Kürzung, wohl abgehen

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HandschriftS. 768 Bl. 382v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 768

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Der Vierte Appendix. Artern. Von Auleben bin ich nach Artern gereist und zuerst bei den Salzbrunnen gewesen und habe die vorgenommenen Bauten sowie die zwei Bothe, die dort etliche Zeit gestanden hatten, besichtigt. In das dritte aber habe ich nicht gelassen werden können, aus dem Grund, dass dieses etliche von Nürnberg — besonders einer, der Schelhammer heißt — derzeit innehatten und durch eine besondere Kunst vorhatten, die Hälfte des ganzen Holzes zu ersparen; wie sie sich denn mit den Pfännern deshalb dort um die Hälfte des ganzen Salzwerks eingelassen haben. Der Brunnen kommt auch aus einem weißen Salzgebirge, gibt eine große Menge Sole und mehr als doppelt so viel, wie im Salzwerk Sooden vorhanden ist. Er ist noch nicht sicher gefasst, außer dass ein besonderer Kumpf, anderthalb Ellen hoch, mit Brettern umfangen und mit Erde verlehmt ist. Er hat viel wildes Wasser, das durch beson-

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HandschriftS. 769 Bl. 383r Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 769

1

Der Vierte Appendix. dere Künste abgeführt worden ist. Und es sind viele Schächte allenthalben um den Brunnen herum eingesenkt, so dass der ganze Berg an allen Orten dermaßen ausgehöhlt und durchlöchert ist, dass er dem Brunnen nicht viel nützen kann. Ich habe auch die Sole geschöpft; das Quart hat roh am Gewicht 98½ Lot gehalten und an Salz 8 Lot weniger ¼ Quentchen. Unterdessen habe ich mich bei den Salzgrafen und Gewerken anmelden lassen; die sind sogleich zusammengekommen, haben meine Werbung neben dem Beglaubigungsschreiben angenommen und angehört und sich sogleich auf alle Fragen ganz gutwillig und freundlich erklärt. Insbesondere aber haben sie angezeigt, dass sie über die erste Entdeckung des Brunnens keine sichere gründliche Nachricht hätten, außer dass sie in einem alten Messbuch geschrieben gefunden hätten, die Sole sei Anno 1450 gefunden worden; wie denn auch sonst die Alten gleichermaßen berichten.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: minus — gekürzt ming
  2. Z. 8: qt. — Maßkürzel unklar

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HandschriftS. 770 Bl. 383v Der Vierdt Appendix.

ÜbersetzungSeite 770

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Der Vierte Appendix. Danach aber haben ihre gnädigen Herren, die Grafen von Mansfeld, es unternommen, das Salzwerk zu erbauen, mit großer Mühe und großen Kosten, so dass gewiss über 40 000 oder 50 000 Gulden darauf gegangen sind — bis sie endlich davon abgelassen und es als wüstes Gut liegen gelassen haben. Mit dem Bauen aber sei es wunderlich und seltsam zugegangen. Denn obwohl sich zu einer Zeit die Sole sehr reichlich gezeigt hatte, so dass die Grafen davon einen ziemlich stattlichen Gewinn hätten haben können, so haben sie sich doch damit nicht genügen lassen wollen, sondern sind weiter beredet worden, Wünschelruten umhergehen zu lassen, Kristallschauen anzustellen und sonst mit anderer Zauberei bessere Sole zu suchen. Daher ist dann erfolgt, dass allenthalben so viele Schächte eingesenkt und der Berg an allen Orten durchgraben worden ist.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Jre — Wortform unklar
  2. Z. 5: fl. — Gulden-Zeichen

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HandschriftS. 771 Bl. 384r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 771

1

Der Vierte Appendix. Sie zeigen auch weiter an, dass sich zu einer Zeit bei dem genannten Grafen ein Künstler so hoch angeboten habe, er wolle die Sole allein dermaßen fassen und das wilde Wasser im Berg verdämmen und verstopfen, dass es an einem anderen Ort ausbräche und dem Brunnen keinen Schaden mehr zufügte, sondern die Sole allein bliebe. Dieser Künstler hat das so ins Werk gesetzt und drei Tage, bis an den vierten, gehalten — so lange, bis die Gewalt im Berg zu groß wurde, mit Ungestüm durch die Klüfte drang und den Brunnen und das ganze Tal dermaßen verwüstete und zerriss, dass man seither die Sole nicht mehr wie zuvor hat zusammenbringen können, wie das der Augenschein noch heutigen Tages ausweist. Und weil, wie oben gesagt, sich die Sole in großer Menge zeigt und über dreißig Jahre wüstes Gut liegengeblieben ist, berichten sie weiter, dass sie sich von neuem durch ihre gnädigen Herren,

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HandschriftS. 772 Bl. 384v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 772

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Der Vierte Appendix. die von Mansfeld, damit haben belehnen lassen und seit der Zeit in einem oder zwei Bothen gesotten haben. Und weil das Holz bei ihnen ziemlich gut zu bekommen ist, haben sie am Sieden noch keinen Schaden gehabt und auch sehr trockenes und gutes Salz gemacht. Doch seien sie durch ihre Salzknechte — von denen etliche von Halle, von Frankenhausen und auch von Sooden gewesen sind — vielfach getäuscht und übervorteilt worden; und weil sie einfältige Leute seien, sagen sie, dass sie es bei ihnen nicht ändern könnten. Endlich haben sie mich auch berichtet, dass sie sich ungefähr vor dreiviertel Jahren mit den Künstlern, von denen oben die Rede war, eingelassen und dermaßen kontrahiert hätten, dass sie ihnen das ganze Salzwerk einräumen wollten, wenn sie nur ihrer Verpflichtung nach den Brunnen gut fassen und das halbe Holz beim Sieden ersparen könnten. Nun sind die Künstler eine Zeitlang dort gelegen, haben ein ver-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 17: Jegenn — Lesung unsicher, wohl gegen

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HandschriftS. 773 Bl. 385r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 773

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Der Vierte Appendix. schlossenes Bothe errichtet, wo nach dem Vertrag niemand außer den Künstlern hinzukommen darf, und mancherlei Bauten und Veränderungen daran vorgenommen — aber zur Zeit noch nichts Fruchtbares ins Werk gesetzt, ungeachtet dessen, dass sie mehrmals darum angegangen worden sind. Als ich aber unter diesem Gespräch weiter fragte, ob sie dabei wüssten, mit welcher Geschicklichkeit die betreffende Kunst eingerichtet werde, haben sie mir nichts berichten können, außer dass sie anzeigen, sie hätten einmal eine besonders große kupferne Blase gesehen; was sie aber damit ausrichten, konnten sie nicht wissen. Der Wirt im Haus aber, der beide Gesellschaften der Künstler kennt, hat durchblicken lassen, dass er ungefähr vernommen habe, der ganze Handel sei wie ein Branntweinzeug eingerichtet. Sonst haben diese Leute alle, nämlich beide

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: ein — oder hin
  2. Z. 16: vnndtfahrenn — wohl vnnderfahrenn
  3. Z. 18: Weinbrenner — i ohne Punkt

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HandschriftS. 774 Bl. 385v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 774

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Der Vierte Appendix. Salzgrafen und die anderen Gewerken, sich ganz gehorsam, gutwillig und freundlich erzeigt, mit angehängter untertäniger fleißiger Bitte, dass ich ihrer im Besten bei meinem gnädigen Fürsten und Herrn gedenken wolle — mit der Zusage, dass sie es meinem gnädigen Fürsten und Herrn sogleich eröffnen wollten, sobald die Künstler ihre Kunst öffentlich ins Werk setzten und diese Nutzen brächte. Und als ich beiläufig der Probe, wie oben gesagt, gedachte, haben sie auch der Probe der Künstler Erwähnung getan, wie es damit beschaffen sei, und so viel zu verstehen gegeben, dass deren Probe auf einen Zentner nasser Sole und nicht auf das nasse Maß gerichtet sei. Darauf habe ich zur Antwort gegeben, dass eine solche Probe falsch und ungewiss sein müsse, in Anbetracht dessen, dass das nasse Maß Sole an einem Ende mehr wiegt als am anderen. Da sind sie — besonders ein Alchimist unter ihnen — beigetreten und haben um Bericht über unsere Probe

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: mer — oder mir

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HandschriftS. 775 Bl. 386r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 775

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Der Vierte Appendix. gebeten, die ich dem genannten Alchimisten nicht abzuschlagen wusste und die ich ihm einigermaßen vertraulich eröffnet habe — in der Zuversicht, wie es denn auch geschehen ist, er werde mich dagegen auch etlicher Geheimnisse teilhaftig machen. Obwohl ich nun keinen Befehl hatte, nach Sulza oder Kösen zu ziehen — deren dieses dem Kurfürsten, jenes dem Herzog zu Sachsen zusteht —, so hat mich doch meine Reise bewogen, mich dorthin zu wenden, weil ich unter anderem verstanden hatte, dass die Künstler an diesen beiden Orten ihren Unterschlupf haben sollten. Deshalb habe ich mich sogleich nach dem Essen aufgemacht und bin nach Sulza gezogen und gegen Abend dort eingetroffen. Da hat mir auch der eine Salzgraf zu Artern ein Empfehlungsschreiben an den Diener des einen Künstlers mitgeteilt, dass er mich zur Besichtigung ihrer Kunst zulassen solle; wie es denn vielleicht auch geschehen wäre, wenn ich nicht eben den Künstler selbst dort zur Stelle in der Herberge, in der ich eingekehrt war, angetroffen hätte.

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HandschriftS. 776 Bl. 386v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 776

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Der Vierte Appendix. Anno 69 im November bin ich samt anderen zu Artern gewesen und habe sodann dem Kurfürsten zu Sachsen berichtet: Durchlauchtigster, hochgeborener Kurfürst, gnädiger Herr! Auf den empfangenen gnädigsten Befehl Euer Kurfürstlichen Gnaden sind wir zu Artern am 18. dieses zusammengekommen, haben Doktor Landeler zu uns berufen, ihm unseren Befehl — doch nach Anweisung des Memorials in bestimmten Fragestücken — eröffnet und uns sonst über alle Umstände des Brunnens und der alten Gewerkschaft erkundigt und ihn mit Fleiß besichtigt. Was nun Doktor Landeler auf die Fragestücke, die ihm vorgehalten worden sind, erklärt und ausgesagt hat, haben Euer Kurfürstlichen Gnaden aus der Beilage gnädigst weiter zu ersehen. Weil wir uns aber für unsere Person untertänigst schuldig erkennen, auf Euer Kurfürstlichen Gnaden gnädigsten Befehl unser einfältiges ratsames Bedenken zu eröffnen, so ist es dies: Weil der oftgenannte Doktor Landeler auf die vornehmsten Frage-

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HandschriftS. 777 Bl. 387r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 777

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stücke nicht hat antworten wollen, und weil an diesen am meisten gelegen ist, so mögen Euer Kurfürstlichen Gnaden sich nach jetziger Zeit und aller Umstände Lage nicht weiter mit ihm, dem Doktor, in dieser Sache einlassen, bis er auf diese Fragestücke Euer Kurfürstlichen Gnaden richtigen und gründlichen Bescheid gibt. Denn obwohl Sole genug vorhanden ist und der Doktor sich auch rühmt und hören lässt, er wolle mit einem Drittel Holz so viel ausrichten wie ein anderer mit dem Ganzen, so hat er sich doch das entfallen lassen, dass er unter anderem ausgesagt hat, er müsse zum Absieden von 5 Fudern Wasser 7 Schock Wellenholz haben; woraus nach unserem Verstand keine große Verringerung der Unkosten am Holz abzunehmen ist. Und es wäre demnach unser einfältiges Bedenken: Wo man in diesem Fall etwas vornehmen wollte, dass zunächst 2 Probewerke gesotten würden, in denen man die Feuerherde einmal auf seine Art und dann auf meine, des Salzgrafen, Art

Unsichere Lesungen

  1. Z. 13: wollenn — oder wellenn

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HandschriftS. 778 Bl. 387v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 778

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Der Vierte Appendix. anstellte, um zu sehen, ob es am Holz spart oder nicht. Sonst wissen wir dazu weiter nichts zu raten. Das haben wir Euer Kurfürstlichen Gnaden untertänigst nicht verhalten sollen; und wir sind derselben zu dienen verpflichtet, schuldig und ganz geflissen willig. Gegeben Anno Domini 69 den 25. November. Michel von Ebeleben, Hauptmann zu Sangerhausen; Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf; Christoff Schornleben, Oberhüttenverwalter des Bergwerks Freiberg; Matthias Flicke, Bergvogt zu Sangerhausen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 13: Schornlebenn — Name, o/e unsicher
  2. Z. 16: Flicke — Name, oder Flirke

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HandschriftS. 779 Bl. 388r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 779

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Der Vierte Appendix. Fragestücke, die dem Herrn Doktor Landeler von Nürnberg nach dem Wortlaut des kurfürstlich sächsischen Befehls wegen des Salzwerks Artern vorgehalten worden sind, und was er darauf geantwortet hat. Ob der Salzbrunnen beständig gefasst sei. Antwort: Er sei nicht gefasst; und selbst wenn er nicht gefasst werden sollte, könne er doch bei jetziger Lage des Brunnens mit beständigem Nutzen bleiben. Er hoffe aber, ihn sodann mit göttlicher Verleihung dermaßen zu erbauen und in Besserung zu bringen, dass 100 oder 1000 Pfannen gesetzt werden könnten. So wolle er auch aus dem Abfluss ebenso viel Salz machen wie aus dem Brunnen; und die jetzige Fassung sei nur eine Absonderung und Steigerung, damit nicht die unreine Sole in die Pfanne komme. Er sei gänzlich bedacht, den Brunnen zu fassen, sobald er nur durch Hilfe unseres gnädigsten Kurfürsten und Herrn gefördert werden könne. Auf welche Art und Weise er diese Fassung

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HandschriftS. 780 Bl. 388v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 780

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Der Vierte Appendix. vornehmen wolle. Antwort: Dazu bedürfe er des Rates verständiger und erfahrener Leute; er hoffe Leute zuwege zu bringen, die ihm dazu tauglich sein können. Doch wolle er nicht tiefer senken, sondern vielmehr, wenn er denn bauen wollte, in guter Weite vom Brunnen einen Stollen aus dem Berg herausführen, damit er so die wilden Wasser abschroten, abführen und die Sole allein behalten könne. Was dieser Bau kosten werde. Er sagt: das könne er nicht genau wissen; auch sei es so, dass sich der Bau selbst tragen könne, wenn er im stetigen Sieden bleibt. Doch könnte man mit 1000 Gulden in diesem Bau viel ausrichten. Ob er die Sole für rein und gut halte. Antwort: sie sei gemischt, wie denn alle Sole bis auf 33-lötige. Wie viel Sole die Quelle in jeder Stunde gebe und ob er sie ganz versieden wolle. Er berichtet: sie sei an der Menge so reich, dass er

Unsichere Lesungen

  1. Z. 20: Quallenn — wohl Quellenn

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HandschriftS. 781 Bl. 389r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 781

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Der Vierte Appendix. ganz Deutschland damit speisen wolle; er getraue sich auch, es billiger als zu Halle zu machen und zu verkaufen. Wie reich die Sole am Gehalt sei. Er sagt: der Zentner habe reichlich 6 Pfund. Ob zu hoffen sei, dass der Brunnen durch Bauen verbessert werden könne. Er sagt, er sei ganz der Hoffnung, mit göttlicher Hilfe, wenn der Bau nach seiner oben genannten Meinung ins Werk gesetzt werde. Was für eine Art er anwenden wolle, die Sole zu verbessern. Er sagt: das sei eine Frage im Heiligen Geist; er habe bereits unserem gnädigsten Kurfürsten und Herrn davon berichtet und wolle es auch weiterhin tun, könne sich aber aus bedenklichen Gründen auf diese Frage uns gegenüber nicht erklären. Wie viele Bothe und Pfannen vom Brunnen fort und fort beständig versorgt werden könnten. Er sagt: so viele, wie man wolle, und so viele, wie man Holz

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: lb. — Pfundzeichen

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HandschriftS. 782 Bl. 389v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 782

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Der Vierte Appendix. bekommen könne. Er sei aber mit seiner Kunst darauf gefasst, dass er mit einem Drittel Holz so viel ausrichten wolle wie ein anderer mit dem Ganzen. Er hat sich auch weiter erklärt, dass er zum Absieden von 5 Fudern Wasser 7 Schock Wellen und nicht mehr brauche; er wolle auch wohl ohne Holz sieden. Wie groß und tief die Pfanne sei. Antwort: Diese Frage ist ein Noli me tangere. Er könne aber mit großen und kleinen Pfannen sieden. Wie viele Dresdner Scheffel er auf ein Sieden und eine Pfanne ausbringe. Antwort: auf ein Sieden bringe er 4 Scheffel aus, die drei Hallische ausmachen; er siede sie in 6 oder 8 Stunden, gebe wöchentlich 2 Gulden Lohn, und die Sieder lieferten jetzt wöchentlich 100 Stück; er hoffe es aber auf 150 Stück zu bringen. Wie viel Holz auf jedes Sieden aufgewendet werde. Antwort: obwohl auch dieser Artikel ein Noli

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HandschriftS. 783 Bl. 390r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 783

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Der Vierte Appendix. me tangere sei und er deshalb unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn dies berichten wolle, so brauche er doch nach jetziger Lage — da er allein den dritten Teil seiner Kunst ins Werk gesetzt hat, die anderen zwei Teile aber ohne kaiserliche Privilegien ins Werk zu setzen nicht gedenkt — nicht mehr als 4 Schock Wellen, deren jedes 3 Groschen gilt, während zu Frankenhausen eines acht gilt. 13. Was für Feuerwerk er gebrauchen wolle und auf welche Art der Feuerherd eingerichtet sei. Er sagt, er wolle Holz, Stroh, Schilf, Steinkohlen und Torf gebrauchen; und sein Herd sei auf Zug, Trieb und Wind eingerichtet. 14. In welchem Kauf und Wert das Holz jetzt sei. Ist jetzt erklärt; jedoch könne er jetzt, wenn er es im Gesamtkauf tut, den Acker Schlagholz um 2, 3, 4 oder 5 Gulden kaufen und an sich bringen. 15. Ob man es auch in solchem Wert beständig

Unsichere Lesungen

  1. Z. 13: dorff — d oder t (Torf)

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HandschriftS. 784 Bl. 390v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 784

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Der Vierte Appendix. erhalten könne. Er sagt: je nachdem, wie viele oder wenige Kothen man betreibt. Er hoffe aber, wenn unser gnädigster Herr ihm etwas gegen gebührenden Zins und nachfolgende Bezahlung versetzen würde, er wolle durch geeignete Mittel die umliegenden Gehölze billiger und beständiger an sich bringen, erblich oder auf wiederkehrende Jahre; wo aber nicht, so müsse er auch aus einem kleinen Brunnen trinken, denn zu großen Handeln gehören große Beutel. 16. Ob auch Holz genug vorhanden sei. Er sagt: es wären bis zu 50 000 oder 60 000 Acker zu kaufen, und er könne auf 1000 Ackern gemeinen Reisholzes so viel Holz zuwege bringen, dass er damit 200 000 Stück absieden könne. Mit dem Werther Holz aber, das besser sei, könne er mit 1000 Ackern 300 000 Stück bewältigen. Sollte er aber die Sole ganz versieden, so würden der Thüringer und der Harzwald,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 15: ste — Abkürzung, wohl Stück
  2. Z. 16: Waerterischenn — Name des Holzes unklar
  3. Z. 17: ste — Abkürzung, wohl Stück

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HandschriftS. 785 Bl. 391r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 785

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Der Vierte Appendix. ja alle umliegenden Gehölze zu wenig sein. 17. Wie lange man sich ohne Steigerung des Holzpreises mit Holz versorgen könne. Er sagt: hierin könne er kein Maß und Ziel setzen, denn es sei ein Handel, der steigen und fallen könne. 18. Welche Gehölze diesem Salzwerk am nächsten gelegen sind, wie sie heißen und wo sie liegen. Er sagt, er stehe in Verhandlung mit denen von Werther um 16 000 Acker; so seien ihm die Witzlebener, Werther, Rasenburger, Sapenburger, Schöffer und Erfurter Gehölze am besten gelegen. Er versehe sich auch, er wolle Flöße einrichten und zuwege bringen. 19. Ob das Salz auch gut und tauglich sei. Er sagt: es sei gut; er stelle es auf die Probe. 20. Ob auch große Nachfrage und beständiger Absatz eingerichtet werden könne. Er sagt: davon habe er unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn seinen Vorschlag schon eröffnet,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: Witzlebischenn — Name
  2. Z. 10: Rasennburgische — Name
  3. Z. 11: Sapennburgische — Name, evtl. Sachsenburg
  4. Z. 11: Schöffische — Name
  5. Z. 11: Euerfordische — Name, evtl. Erfurt

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HandschriftS. 786 Bl. 391v Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 786

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wie es in Seiner Kurfürstlichen Gnaden Landen gehalten werden könne. Jetzt aber zeigt er an: bei ihm laden Franken, Westfalen, auch zuweilen Rheinländer. So sei vor einem Jahr im Winter bei ihnen große Nachfrage nach Salz gewesen, als man zu Frankenhausen eine Zeitlang nicht sieden konnte. Er habe auf einmal 800 Stück auf Vorrat gehabt und in diesem Jahr insgesamt 3000 Stück und darüber gemacht. Er stehe mit den Nürnbergern in Verhandlung und wisse auch Wege, wie er mit den Fuhrleuten ganz billig und leicht nach Zentnern verdingen könne, das Holz abzuführen. 21. Was der Erzbischof zu Magdeburg als Lehnsherr für ein Recht daran habe, welche Bewilligung und Zustimmung er von diesem Erzbischof habe, was diese Bewilligung enthalte und wie lange sie gelte. Darauf antwortet er: Es sei wohl erzbischöfliches Lehen, aber im Lehnbrief, den seine gnädigen Herren, die

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: Wittlennder — Herkunftsname unklar
  2. Z. 5: sperung — Wort unklar

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HandschriftS. 787 Bl. 392r Der Vierdt Appendix

ÜbersetzungSeite 787

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Der Vierte Appendix. Grafen von Mansfeld, haben, sei das Salzwerk ausdrücklich einverleibt. Und es stehen nur die drei Fünftel Graf Hans Georg und seinen Gnaden Brüdern zu, und die anderen Grafen haben nichts daran zu fordern; und dass dem so sei, erbietet er sich mit den Lehnbriefen zu beweisen. Wir haben auch die alten Gewerken, die vornehmsten, angehört und aus ihrer Antwort befunden, dass sie und alle alten Gewerken mit Doktor Landeler wohl zufrieden sind. Sie wollen auch am Salzwerk keine weitere Förderung haben, als was der Vergleich mit sich bringt. Sulza. Als ich nun zu Sulza war, habe ich mit vielen freundlichen und glimpflichen Worten den genannten Künstler angeredet und von wegen meines gnädigen Fürsten und Herrn begehrt, zur Besichtigung zugelassen zu werden. Ich habe aber nichts

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: Landeler — Personenname

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