Zum Inhalt
salzbibel.deForschungsprojekt
Darstellung
Darstellung
Schriftgröße
Zeilenabstand
Farben
Kontrast
Bewegung
Schriftart

Alle Einstellungen mit Erläuterung

Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

Die Salzbibel in der Reihenfolge der Handschrift, Seite für Seite: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassungen und redaktionelle Anmerkungen. Jede Ansicht und jeder der dreizehn Abschnitte lässt sich an- und abschalten; weitere Filter grenzen auf Seiten mit Abbildungen, Tabellen, Randvermerken oder unsicheren Lesungen, auf einen Band, einen Seitenbereich oder ein Suchwort ein. Der Zustand steht in der Adresszeile.

Wortlaut und Übersetzung werden unverändert ausgegeben; Ziffern im Wortlaut verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite. Den Gesamtbestand durchsucht die Suche, die Gliederung erklärt Aufbau des Werks.

Ansicht
Abschnitt
Weitere Filter
Nur mit
Band
Eingrenzen
zurücksetzen

1.944 von 2.240 Einträgen

zurücksetzen

V · 5. Buch · Band 2 · Fortsetzung

Der Brunnenbau

Das fünfte Buch · 456 Seiten · Aufbau des Werks

HandschriftS. 259 Bl. 128r

ÜbersetzungSeite 259

1

und sind Euch freundlich zu willfahren geneigt. Datum Allendorf, den 6. März anno 50.

2

Gemeine Pfänner zu Allendorf an der Werra. Auf Befehl des Herrn Statthalters ist hierauf am letzten Februar anno 50

3

unserem gnädigen Herrn wegen der Erbauung des Salzbrunnens und Muldeners seligen tödlichen Abgangs schriftlich Bericht erstattet worden, also: Durchlauchtiger, hochgeborener Fürst, E.

4

F. Gn. seien meine untertänigen, schuldigen und ganz fleißwilligen Dienste allezeit zuvor. Gnädiger Fürst und Herr, ohne Zweifel werden E.

5

f. Gn. sich noch gnädig zu erinnern wissen, in welcher Gestalt ich E. f. Gn., als sie zuletzt mit Kaiserl.

6

Majestät im vergangenen Jahr 48 zu Speyer gewesen sind, alle Gelegenheit des Salzwerks zum Soden vor Allendorf an der Werra, insbesondere wegen der Erbauung des Salzbrunnens,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 12: E. F. Gl. — Abkürzung, Buchstaben unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 260 Bl. 128v

ÜbersetzungSeite 260

1

der Länge nach mit allen Umständen Bericht getan habe. Darauf haben dann E. f. Gn. damals und seither auch hernach allewege den Befehl gegeben, dass man am Salzbrunnen so bauen sollte, dass das Übel nicht ärger gemacht werde. Weil sich aber seither, E.

2

f. Gn., der Salzbrunnen jedes Jahr im Frühling gebessert hat, sodass die Böder zufrieden gewesen sind und an der Sole nicht großen Mangel gehabt haben, bis ungefähr jedes Jahr um Jacobi oder Bartholomäi, wenn der Laubrost anfiel, sich die Sole bis wiederum zum Frühling verringerte, so hat man mit dem Bau gezögert und gehofft, es sollten E.

3

f. Gn. freigelassen werden und solchen Bau, weil er etwas bedenklich und schwer ist, selbst verordnen; das hat sich dann, leider Gott erbarm's, bis jetzt in die Länge verzögert. So hat sich der Salzbrunnen an vergangenen Weihnachten im Salzlager, wo die Böder in acht Tagen kein Salz sieden, wie es zuvor mehrfach geschehen ist, ganz sehr verändert, sodass man sich besorgt hat, dass mehr wildes

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: Laubrost — Lesung unsicher
  2. Z. 20: weilt — Wortende unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 261 Bl. 129r

ÜbersetzungSeite 261

1

Wasser als zuvor sich darin untergemischt haben möchte. Als wir aber den Salzbrunnen ganz erschöpft und Jörg Behm, der von E.

2

f. Gn. und der Pfänner wegen zugleich als Bornmeister bestellt gewesen ist, gütlich beurlaubt und seinen Rossdienst hinweggetan haben, hat man gesehen, dass die Salzadern, Gott sei Lob, noch so vollkommen, wie sie allewege gewesen sind, stark genug gegangen sind, allein dass das Fass auf dem Boden etwas mangelhaft ist. Und obwohl vor drei Jahren verabschiedet wurde, wie man bauen sollte, welchen Abschied ich E.

3

F. G. auch damals zu Speyer anzeigen ließ, so haben doch E. f. Gn. Statthalter und Räte neben uns die Sorge getragen und solches auch den Pfännern geschrieben, ob der Bau schon so vorgenommen werden sollte, dass damit dennoch dem Hauptwerk nicht stattlich genug geholfen und den Bödern ihre Klage abgelegt sein möchte, zudem dass die Pfänner solches für ein Verschleißwerk und keinen neuen Bau achten und deswegen die Hälfte des Baugeldes zu erlegen nicht

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: gemuglich — Lesung unsicher
  2. Z. 20: derwegl — wohl derwegen, Kürzung

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 262 Bl. 129v

ÜbersetzungSeite 262

1

bewilligen, sondern das allein auf E. f. Gn. dringen wollen; welches dann also allein von E.

2

f. Gn. wegen, soll man anders zum Bauen kommen, verlegt werden muss. Und damit man sich endlich, wie und in welcher Gestalt gut und nützlich gebaut und das Übel nicht ärger gemacht würde, entschlösse, so hat man abermals am nächstvergangenen 6. Februar dieses jetzigen Jahres zu Allendorf mit den Pfännern einen Tag gehalten und sich darauf abermals eines Abschieds verglichen, wie E.

3

f. Gn. aus inliegender Kopie gnädig zu vernehmen haben. Demselben Abschied wird man so allenthalben mit Fleiß nachgehen, wie wir dann solches und alle andere Gelegenheit des Salzwerks im Augenschein zum Soden am nächstvergangenen Sonntag nach Estomihi E.

4

f. Gn. Diener Reinhard Abel mündlich berichtet und gewiesen haben. Aber mittlerweile, am nächstvergangenen Dienstag nach Invocavit, dem 25. dieses Monats Februar, zu Mittag zwischen

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 263 Bl. 130r

ÜbersetzungSeite 263

1

elf und zwölf Uhr, ist E. f. Gn. Diener Heinrich Muldener, dem E. f. Gn. solches neben mir besonders befohlen und anvertraut hatten, plötzlich und unvermittelt mit Tod abgegangen und hier zur Erde bestattet worden. Der Allmächtige wolle der Seele gnädig und barmherzig sein. Und ich kann es nach seiner Beschaffenheit, weil ihm allezeit der Atem sehr kurz war, nicht anders erachten, als dass ihm die Lunge aufgestiegen sei und ihn erstickt habe, was dann nicht allein E.

2

f. Gn., sondern auch diesem Bau, der gemeinen Stadt Kassel und seinem Weib und seinen Kindern zu merklicher, unwiederbringlicher, großer Beschwerung gereicht, wie dann Reinhard E.

3

f. Gn. solches auch mündlich berichten wird. Nun will der Bau nicht länger aufgeschoben, sondern angefangen und vollführt sein, wozu dann besondere verständige Bauleute hoch vonnöten sind, insbesondere dass zuvor und ehe man beginnt ein solcher Verwalter, wie Muldener selig gewesen ist, dem E.

4

f. Gn. vertrauen und der auch vom Bauen Verstand hat, verordnet werde. So haben die Herren

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 264 Bl. 130v

ÜbersetzungSeite 264

1

Statthalter, Kanzler und Räte sich mit mir darüber nach Notdurft unterredet, wissen aber zurzeit ohne Vorwissen E.

2

f. Gn. auf keinen zu schließen; denn von denjenigen, die als dazu zu gebrauchen angezeigt wurden, ist der eine kein Pfänner, der andere dahin verwandt, dem dritten möchten E.

3

f. Gn. nicht vertrauen; so verstehen der vierte oder sie größtenteils sich auf derartige Grundbauten nicht, weshalb es vonnöten ist, eine ansehnliche, verständige und auch beglaubigte Person dazu zu verordnen. Weil aber nichtsdestoweniger mit der Bestellung oder Bereitschaft zu solchem Bau fortgefahren werden will und muss, so ist es für notwendig und gut angesehen worden, dass mittlerweile bis auf E.

4

f. Gn. weiteren Befehl an Muldeners seligen Statt Johann Nordeck, der von diesen Dingen mehr als andere Verstand hat und auch bei E.

5

f. Gn. Glauben hat, gebraucht und mit ihm, sich darin nicht zu beschweren, förderlich gehandelt werden sollte, in der Zuversicht, wenn er anderer Geschäfte halber dazu tun

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 265 Bl. 131r

ÜbersetzungSeite 265

1

kann, werde er sich darin nicht weigern, bis so lange E. F. G. sich erklären, wie und in welcher Gestalt es damit gehalten werden soll. Denn wahrlich, wie E.

2

F. G. wohl wissen, so habe ich von den bedenklichen, schweren Grundbauten keinen besonderen Verstand, und es will hieran merklich und viel gelegen sein. So wissen E.

3

F. G., dass man von Anfang bis hierher viel Bedenken und Vorsorge gehabt hat und noch hat, den Salzbrunnen als das Hauptgut und den Augapfel zu erbauen, und es steht aus allerlei Ursachen in Bedenken, solches vielen Leuten anzuvertrauen. Welches E.

4

f. Gn. ich in Untertänigkeit nach Gestalt der Sachen mit beschwertem Gemüt nicht habe vorenthalten können. Dieselben befehle ich Gott dem Allmächtigen in seinen Schutz und Schirm und mich in Untertänigkeit zu Gnaden; derselbe wolle sie zum Allerförderlichsten gnädig freilassen. Datum Kassel, den letzten Februar anno 50.

5

E. F. G. schuldiger und ganz fleißwilliger Diener Jost Becker von Homberg.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 266 Bl. 131v

ÜbersetzungSeite 266

1

Dem ehrbaren und wohlachtbaren Jost Becker, Salzgrafen im Soden, meinem günstigen Herrn und Freund. Mein ganz williger Dienst allezeit zuvor, ehrenhafter, günstiger Herr und Freund. Unserem jüngst genommenen Abschied nach habe ich die Dinge des Salzwerks halber an meinen gnädigen Herrn gebracht, auch S. f. Gn.

2

was er mich hat sehen lassen und daneben befohlen hat, berichtet. Und erstlich sind S. F.

3

G. über Muldeners seligen tödlichen Abgang betrübt und ganz gnädig mitleidig; sagen, wenn er um achttausend Gulden wiederzubringen wäre, die wollten S. f. Gn.

4

gern um ihn geben. Danach sind S. f. Gn., soviel den Bau am Salzbrunnen betrifft, auch gnädig zufrieden, dass man damit werklich fortfahre, wie das abgeredet worden ist und Ihr es vorhabt. Auch lassen S. f. Gn. sich gefallen, dass Nordeck Euch

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: sfgl. — Abkürzung

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 267 Bl. 132r

ÜbersetzungSeite 267

1

an Muldeners seligen Statt zum Aufsehen auf das Salzwerk zugeordnet worden ist, doch dass Ihr beide es bei der vorigen Ordnung, die Muldener selig gehalten hat, in allem sollt bleiben lassen und keine Neuerung ohne meines gnädigen Herrn Vorwissen an die Hand nehmen. Das sollte ich Euch, dem ich zu dienen willig bin, so eröffnen. Datum Oudenaarde, den 1. April anno 50.

2

Reinhard Abel. Darauf durch die Sekretariendiener am Osterabend, den 5. April, zu Kassel mir, Jost, zugestellt anno 50:

3

Dass Heinrich Muldener gestorben ist, ist mir treulich leid; es ist nötig, dass Ihr neben Jost Becker einen setzt, der geschickt, treu und erfahren sei, auf den Salzbrunnen zu Allendorf aufzusehen.

4

Und lasst das Salzwerk in allem Wesen und Ord

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: 1 — Tageszahl, Lücke, unsicher
  2. Z. 18: ladt — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 268 Bl. 132v

ÜbersetzungSeite 268

1

nung halten, wie es bei Heinrich Muldener in allen Dingen gehalten worden ist; desgleichen mit dem Holzflößen, dem Holzkauf und anderem, mit dem Abschluss des Salzkaufs, der Umfuhr herab ins Land, dem Salzfahren wieder hinauf und auch mit der Überreichung der Übung im Diensthaus zu Kassel auf dem Platz.

2

Ich lasse mir gefallen, dass Nordeck an Heinrich Muldeners Stelle zum jetzigen Bau des Brunnens gesetzt wird, bis ich mich entschieden habe, wer endgültig an Muldeners Stelle bleiben soll — und dass derjenige, der eingesetzt wird, nicht nach eigenem Kopf handle, sondern alle Dinge so lasse, wie Muldener sie geordnet hat.

3

Dass der Salzbrunnen gebaut wird, lasse ich mir gefallen; doch wollte ich, dass darauf geachtet werde, dass soviel wie möglich nichts Schlechtes gemacht wird.

4

So haben die fürstlichen Herren Statthalter und Räte den nachfolgenden offenen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: hinanfarn Seyne — beide Wörter unsicher
  2. Z. 6: Vberreichung — oder Vberrechnung
  3. Z. 8: Nordeck — Name, Endung unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 269 Bl. 133r

ÜbersetzungSeite 269

1

Brief wegen des Baus gegeben: Wir, die verordneten Statthalter und Räte zu Kassel des durchlauchtigen, hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Philipp, Landgrafen zu Hessen, Grafen zu Katzenelnbogen usw., unseres gnädigen Fürsten und Herrn, tun hiermit allen und jeden fürstlichen Amtsknechten und Dienern zu Eschwege, Beilstein, Wanfried, Allendorf, Witzenhausen, Ludwigstein, Reichenbach und Lichtenau zu wissen, dass wir von wegen unseres hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn angeordnet haben, am Salzbrunnen zu Sooden zu bauen und ihn nach Notdurft auszubessern.

2

Darum befehlen wir euch von wegen unseres hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn ganz ernstlich und begehren es für uns in Güte, dass ihr alles das, worum ihr zu diesem Bau von den dazu Verordneten angegangen werdet, von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn dorthin schafft und daran ganz und gar nichts fehlen lasst.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: amptknechtenn — oder amptleuthenn

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 270 Bl. 133v

ÜbersetzungSeite 270

1

Das kommt unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn, der gemeinen Landschaft und euch selbst zum Besten.

2

Dessen versehen wir uns gänzlich und wollen es für uns gern vergelten. Zur Urkunde unter dem hier aufgedrückten Sekretsiegel unseres hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn. Gegeben zu Kassel, den 14.

3

April im Jahr 50. Kammermeister. Und darauf ist durch die Verordneten zu Allendorf an der Werra am 11.

4

April im Jahr 50 beratschlagt worden wie folgt: Anno 1550, am 11. Tag April, auf schriftlichen Befehl der Herren Statthalter und Räte zu Kassel.

5

Haben sich die nachverzeichneten Verordneten zum Bau des Salzbrunnens über die nachfolgenden Artikel besprochen und verglichen, wie hier folgt. Wir Verordneten sind: Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Jobst

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: Schuldt — oder Thuldt

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 271 Bl. 134r

ÜbersetzungSeite 271

1

Becker und die Amtsknechte zu Sooden von wegen unseres gnädigen Herrn, und ferner die Bürgermeister zu Allendorf, Schaffnit, Niedenstein und Matthias Thorey als Salzgrafen und Verordnete von wegen der gemeinen Pfänner und ihrer selbst.

2

Erstens ist nach allen Umständen und Gegebenheiten und nach vorangegangener notwendiger Beratung und Erwägung für gut befunden worden, dass der Bau am nächstkommenden Montag nach Jubilate im Namen des Herrn mit gutem Bedacht angefangen werden soll. Dazu werden die nachfolgenden Werkleute bestellt, und die obengenannten Verordneten sollen am Donnerstag nach Jubilate gegen Abend gewiss wieder zu Sooden eintreffen.

3

Zimmerleute. Als Werkleute sollen gebraucht werden: Meister Hans Wetzel, der sich mit verständigen Knechten bereithalten soll; diesen soll man gebührenden Tagelohn geben und ihm, Meister Hans, jeden Tag,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: Schaffnit, Niedernstein — Namen, Lesung unsicher
  2. Z. 4: Thorey — Name, Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 272 Bl. 134v

ÜbersetzungSeite 272

1

wenn er arbeitet, für Kost und Lohn einen Ortsgulden Münze. Desgleichen am Sonntag eine Mahlzeit; müsste er aber auch sonntags arbeiten, so soll ihm der genannte Tagelohn zusätzlich zur Mahlzeit gegeben werden. Und es soll ihm noch ein geschickter und erfahrener Zimmermann zugeordnet werden, desgleichen ein verständiger Werkmann, die von Wasserbau und Zimmerwerk Verstand haben; mit denen soll man sich ebenfalls über Kost und Lohn des Tagelohns vergleichen.

2

Wenn man auch den Zimmermann und den Schultheißen zu Ziegenhain haben kann, sollen sie laut Abschied dabei sein; deshalb sind sie bei Bedarf hierher zu bescheiden. Als Wallmeister soll sich von Kassel Meister Kurt mit zehn guten Knechten bereithalten, die bei ihrer Arbeit beständig ausharren und treu arbeiten, und sie sollen ihre Spaten mitbringen. Doch sollen zum Vorrat auch

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: ortts guldenn — rot unterstrichen, Wortgrenze unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 273 Bl. 135r

ÜbersetzungSeite 273

1

etliche Spaten hier auf Vorrat beschafft werden. Und man soll dem Meister für Kost und Lohn die Woche einen Taler geben und jedem Knecht am Tag für Kost und Lohn höchstens 4 Albus. Und sie sollen verpflichtet sein, je nach Lage der notwendigen Bauten sich auch außerhalb der Zeit und Stunden, zu denen sie zu arbeiten pflegen, Tag und Nacht gutwillig gebrauchen zu lassen.

2

Dagegen soll man ihnen einen Ausgleich gewähren oder sie zu anderer Stunde freistellen. Der Tonmeister soll sein:

3

Heintz Horchappel; der soll den Ton schlagen und bereiten mit Rat und Zutun des Hans Schilpach und den Lehm aus dem Grund gut setzen, einschlagen und verwahren. Und der Töpfer Hans Franck zu Kassel soll am Donnerstag nach Jubilate ebenfalls hierher beschieden werden. Und dem Heintz Horchappel soll für Kost und Lohn die Woche ein Gulden Münze gegeben werden, und was er an Gerät braucht, soll ihm sogleich beschafft werden. Er soll mit dem Tongraben so-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 14: deupffer — Lesung unsicher
  2. Z. 15: Frannck — Name, Endung unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 274 Bl. 135v

ÜbersetzungSeite 274

1

gleich am nächstkommenden Mittwoch nach Quasimodogeniti auf dem Dickenberg zu graben anfangen.

2

Deshalb ist an Bernd von Bischoffshausen jetzt geschrieben worden; der hat eingewilligt, dies zu gestatten, jedoch so, dass der Saat kein Schaden geschieht. Ebenso sind Jakob Richter und Galle hierher zu bescheiden, wenn es die Notdurft erfordert, und sonst nach einem verständigen Werkmann von Iba oder Elmbach zu schicken, wenn man in den Grund kommt. Und wenn es die Notdurft erfordert, dass man Maurer haben müsste, so soll man nach Hans von Frankfurt und sonst nach einem geschickten Meister schicken, besonders nach einem, der an Grundbauten im Wasser gearbeitet hat, und, wo es nötig ist, gegen vierhundert Fuder Steine auf Vorrat brechen lassen, damit man sie in der Eile haben und gebrauchen kann. Und allererst sollen zwischen jetzt und Jubilate innen im Salzbrunnen vier Reifen aus Krümmling gefertigt werden, wie es der Abschied besagt, die das Fass steif halten, und deshalb

Unsichere Lesungen

  1. Z. 2: Dickennberge — Ortsname, Lesung unsicher
  2. Z. 9: Elmbach — Ortsname, Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 275 Bl. 136r

ÜbersetzungSeite 275

1

ist keine Gefahr zu befürchten, wie denn der Zimmermann jetzt hinreichend unterrichtet ist. Danach soll die Decke geöffnet und der Damm stückweise und nicht ganz auf einmal ausgefahren werden, wie es die Umstände ergeben. Wegen des Raums um den Salzbrunnen ist jetzt die nötige Besichtigung erfolgt, und es soll bei dem vorgesehenen Raum bleiben bis zu weiterem Bedarf; alsdann hat man sich deswegen weiter zu vergleichen. Und hierauf ist über allen notwendigen Vorrat gesprochen und befunden worden, dass bereits an Vorrat Eichenholz, Eichendielen, Krümmlinge, Schupfen, Karren, Spaten, Stränge, Seile und Ton herbeigefahren und vorhanden ist; und es soll jetzt aufs förderlichste noch mehr Ton gegraben und gefahren werden. Desgleichen soll eine gute Notdurft Moos sogleich auf Vorrat holen lassen, und es sollen jetzt auch etliche leinene Beutel, klein und groß, dazu gefertigt werden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 17: arm Mose — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 276 Bl. 136v

ÜbersetzungSeite 276

1

Der Forsthafer zu Roßbach muss heraufgeschafft werden, denn zu Eschwege und Wanfried will kein Hafer mehr vorhanden sein, wie die Amtsknechte berichten; darum soll man sich erkundigen. Heu und Stroh müssen ebenfalls hierher verordnet werden; deshalb ist es nötig, dass die Ochsen zu Eschwege abgeschafft werden. Kann man dort Heu und Stroh entbehren, muss es dem Küchenmeister angezeigt werden. Es sollen auch alle Unkosten — sowohl das Baugeld als auch Zehrung und anderes, alles, was in diesem Bau auszugeben nötig wird — klar und genau von Mal zu Mal verzeichnet und stets wöchentlich am Samstag jeder Woche vor uns, etlichen Verordneten, von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn verrechnet werden, damit darin eine rechtschaffene, aufrichtige und gleichmäßige Ordnung gehalten wird; und jede Woche soll die Rechnung von uns etlichen angehört und dieselbe Wochenrechnung sogleich unterschrieben werden. Das

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: forsthaffer — Lesung unsicher
  2. Z. 13: Ih zu Ihu — Abkürzungen unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 277 Bl. 137r

ÜbersetzungSeite 277

1

haben wir hierunten Genannten zur Urkunde hierunter namentlich gezeichnet. Geschehen zu Allendorf an der Werra, den 12. April Anno 50.

2

Hermann von Hundelshausen. Johann Nordeck. Valtin Schuldt, selbst. Johann Niedenstein, selbst.

3

Justus Pistoris' Denkschrift über die Erbauung und Besserung des Salzbrunnens zu Sooden, verzeichnet im Jahr 50.

4

Anno 50, Dienstag nach Jubilate, den 29. April, haben von wegen unseres genannten gnädigen Fürsten und Herrn zu Hessen usw. wir, die fürstlichen

5

Salzgrafen, der Rentmeister und der Salzwart zu Sooden, Jost Becker von Homberg, Johann Bartholomäus und Christoffer Homberg, und von wegen der gemeinen Pfänner die Salzgrafen und Bürgermeister Johann Niedenstein, Johann Schaffnit und Thias Thorey, gemäß dem darüber aufgerichteten Abschied heute vormittag die vier Reifen aus Krümmling

Unsichere Lesungen

  1. Z. 6: Schuldt — oder Thuldt
  2. Z. 6: sst — Unterschriftskürzel, zweimal

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Berkers Baubericht von 1550

HandschriftS. 278 Bl. 137v

ÜbersetzungSeite 278

1

wohlgefertigt, innen in den Salzbrunnen zu Sooden durch Meister Hans Wetzel, Zimmermann, aufs schärfste genau und gut angerissen, einsenken, antreiben und vernageln lassen, wie man es jetzt in Augenschein nehmen kann.

2

Danach ist die Decke des Lehms am Salzbrunnen abgetan und geöffnet worden, und man hat von der Abzucht am Gewölbe her begonnen, das Drittel des Salzbrunnens, wo der Berg dagegen liegt, zur Stadt hin, wo jetzt kein Umgang ist, auszufahren. Und beim Ausfahren des Lehms um den Salzbrunnen hat sich folgendes gefunden: Dienstag und Mittwoch am Lehm ausgefahren, und allerlei Holzwerk, Erde, Steine und Dreck im Lehm mit eingefüllt gefunden. An Heintz von Luttern geschrieben, dass der Schultheiß von Ziegenhain nächsten Dienstag gewiss hier sei, und dass auch Scheltparch auf mein an ihn ergangenes Schreiben hin aufs förderlichste herzukommen und mit Rat zu helfen habe,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: beuehge — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 279 Bl. 138r

ÜbersetzungSeite 279

1

damit der Ton rechtschaffen und gut bearbeitet und zugerichtet werde. Nordeck erinnert, dass er die Gröper von Kassel morgen mitbringe. Dem Rentmeister zu Homberg geschrieben, dass er in der Woche Cantate den Steinmetzen Meister Hans von Frankfurt hierher bescheide. Michel Horchberg soll den Steinbrecher Hans selbdritt sogleich herbescheiden; wollte er nicht herkommen, so soll der Steinbrecher von Wolfsanger herkommen.

2

Weil die Arbeiter und Tagelöhner in Sooden den Zeiger oder die Uhr in der Stadt nicht gut hören können, damit sie aber ihre vollen Stunden arbeiten, soll der Opfermann in Sooden, solange dieser Bau währt, jeden Tag morgens um vier Uhr, mittags um elf Uhr, danach um ein Uhr und abends um sechs Uhr einen guten Puls läuten, damit die Arbeiter wissen, wann sie an- und abzugehen haben. Donnerstag nach Jubilate, den ersten Mai, am Morgen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: Horchbergk — Name, Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 280 Bl. 138v

ÜbersetzungSeite 280

1

ist Valtin Schülde, Vogt zu Wanfried, hier eingetroffen und hat mit zugesehen. Man hat angeordnet, dass der Zimmermann Meister Hans Wetzel das alte Holzgebäude hinter dem Damm, das etwas baufällig war, mit Ständern am obersten Reifen des Salzbrunnens gegen das alte Gebäude verstrebt. Und danach ist der Damm weiter nach unten ausgefahren worden. Dem Vogt zu Friedewald geschrieben, zwei Wagen mit Hafer hierherzuschicken; sie sollen, um wieder mit Salz dorthin zu fahren, hier beladen werden. Der Rentmeister zu Schmalkalden soll die Flößdielen und die bestellten Nägel aufs förderlichste herschicken und daneben schriftlich anzeigen, wie die Mariengroschen bei ihnen genommen und gegeben werden. Melchior Straus, der Hammerschmied zum Schwein, soll um den Mittwoch nach Cantate hier sein wegen des Pfanneneisens, falls er am Verding etwas auszusetzen hätte.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Wanfriedenn — Ortsname, Lesung unsicher
  2. Z. 4: Wezell — Name
  3. Z. 13: Flösdielen — Flös/Flöt unsicher
  4. Z. 18: Schwein — Ortsname, Endung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 281 Bl. 139r

ÜbersetzungSeite 281

1

Gegen Abend sind Hermann von Hundelshausen, Amtmann zu Reichenbach, und Johann Nordeck als Verordnete des Baus hier eingetroffen. Freitag nach Jubilate, den 2. Mai, am Damm ausgefahren und die Böschung zum Raum hin weiter vorgenommen, damit die Last vom Damm komme. Samstag weiter nach unten und ringsherum gegraben, den Salzbrunnen und das alte Gebäude mit Streben gefasst und verschlagen und das Tagwasser in die Abzucht geleitet und gewiesen. Und es sind diese Woche gesotten worden an Salz 126 Pfannen. Die vierte Abzucht hat man heute außerhalb des alten Gebäudes, wie das Bauhbuch der Pfänner es angibt, zugedämmt gefunden und wieder aufgeräumt; man wird im Grund sehen, ob sie einen Abgang haben kann. Von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn sind die Fuhrleute in der Stadt Allendorf angesprochen worden, morgen ein jeder, wie er angespannt ist,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: 2n — Zeichen nach der 2 unklar
  2. Z. 5: schar — Wort unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 282 Bl. 139v

ÜbersetzungSeite 282

1

vom Eichenberg Ton zu fahren. Und jetzt will jeder drei Fuder fahren und danach weiter willig sein.

2

Sonntag Cantate, den 4. Mai, in den drei Pfarrkirchen in der Stadt und in Sooden durch die Prediger das Volk erinnern und ermahnen lassen, Gott den Allmächtigen inständig zu bitten — weil der angefangene Bau am Salzwerk, insbesondere am Salzbrunnen, unserem gnädigen Fürsten und Herrn, den Pfännern und der ganzen Landschaft des Fürstentums Hessen und der angrenzenden Gebiete und auch allen, die sich davon nähren müssen, zugute kommt —, dass Gott der Allmächtige zu diesem Bau Gnade, Gedeihen und Wohlfahrt und auch gnädig gutes Wetter verleihen wolle, damit dieser Bau zum Besten des gemeinen Nutzens vollendet und so stattlich gefasst und gemacht werde, dass es künftig unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn, dem Fürstentum Hessen, der ge-

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Eichennberge — Ortsname, Anfang unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 283 Bl. 140r

ÜbersetzungSeite 283

1

meinen Landschaft, den Pfännern und allen anderen, die sich am Salzwerk nähren, zugute kommen könne. Montag nach Cantate, den 5. Mai, unten am Damm ausgefahren. Dienstag und Mittwoch bis auf den 4.

2

Reifen den Damm ausgenommen. Die Wanne, die aus dem Born in die Abzucht gelegt ist, ist frei gemacht und geöffnet worden. Da hat man in der Mitte des Damms starke eichene Bretter verstrebt stehen gefunden, im Grund angespitzt und eingeschlagen; die sind herausgeholt worden. Dahinter ein Geviert aus starken Balken, und zwischen diesem und dem Fass des Brunnens wieder ein Geviert aus Brettern, und dazwischen war alles verdämmt; und auf den mittleren Brettern hat der Zaun gestanden, war aber verfault. Donnerstag, den 8. Mai, ist bei der Abzucht am Gewölbe eingesenkt worden. Da hat das wilde Wasser stark durch die äußerste Fassung gedrungen, so dass man es wieder verdämmen musste. Da ist man unter das

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: 5n — Zeichen nach der 5 unklar
  2. Z. 7: Wenn — Wort unsicher
  3. Z. 15: dartzwischll — Wortende unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 284 Bl. 140v

ÜbersetzungSeite 284

1

Gedämme auf einen Gries gekommen; da hat der Zimmermann eine Sumpfrinne gesetzt und damit allen Zufluss durch eine Renne ins Gewölbe geleitet, anderthalb Schuh tiefer als die Renne aus dem Born, und so gehalten. Im Born ist die Sole aber gleich hoch gestiegen. Freitag, den 9.

2

Mai, hat man gegen den obersten und den vierten Reifen Streben gesetzt und den Damm in der Mitte zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen bis unter das Gedämme auf den Gries auswerfen lassen. Und Horchappel hat diese Woche selbzehnt den Ton gemacht und zubereitet. Desgleichen ist der Raum im Steinbruch oberhalb der Stadt geräumt und hergerichtet, und es sollen etliche hundert Fuder Steine auf Vorrat gebrochen werden. So hat man auch angefangen, den Solgraben reinigen zu lassen. Das Gehölz, das geflößt ist, soll Ludwigstein ausbringen helfen, oder sie sollen deshalb gepfändet werden,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 19: Ludwig stein — Name, Trennung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 285 Bl. 141r

ÜbersetzungSeite 285

1

nach dem Inhalt des schriftlichen Befehls der Statthalter und Räte. In diesen Tagen hat der Zimmermann auch das Segezeug nach Bedarf hergerichtet und in den Salzbrunnen drei Sumpfrinnen gesetzt, die oben austragen, danach vier kurze Sumpfrinnen; die tragen die Sole so tief hinaus und hinab ins Gewölbe, wie die Rennen von alters gelegt sind. Man hofft, damit den Salzbrunnen leerzuschöpfen. Samstag nach Cantate, den 10.

2

Mai, ist hinter dem alten Gebäude außerhalb des Damms der Berg weiter zum Gang hin ausgefahren worden, der Last wegen; und die Knechte haben danach im Solgraben gearbeitet. Und jetzt steht die Fassung des Salzbrunnens zur Hälfte frei und ledig, ist aber gut unterschlagen und gefasst. Nach Mittag hat der Zimmermann das Segezeug fertiggestellt, in den Born gehängt und auf den Born dazu ein Gerüst zum Stehen gemacht. Weil aber Hundelshausen und Nordeck heute weggeritten sind, hat man mit dem Leerschöpfen bis zu ihrer Rückkehr gewartet.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 11: knechte — Wort überschrieben

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 286 Bl. 141v

ÜbersetzungSeite 286

1

Der Salzbrunnen ist auch mit der Schrotwaage genau abgewogen worden, damit man jederzeit sehen und wissen kann, dass sich das Fass am Salzbrunnen nicht verrückt oder etwas weicht. Und es sind diese Woche gesotten worden an Salz 123 Pfannen. Sonntag Vocem Jucunditatis, den 11. Mai, gefeiert und nichts arbeiten lassen. Montag hat der Zimmermann das Segezeug ganz fertig gemacht; daneben ist das Gewölbe gesäubert worden. Und vom Schlamm hatten sich die Rennen vor dem Gewölbe und unter dem Damm, wo die Oberbrücke über den Salzgraben gewesen ist, etwas verstopft, so dass man sie aufgeräumt hat. Dazu sind die Mahlknechte im Solgraben und haben ihn unten heraus gesäubert. In der Steinkaute wird gebrochen; so haben auch die Tonarbeiter ihren Befehl in Ausführung. Der Zimmermann hat auch die Streben am Born

Unsichere Lesungen

  1. Z. 7: 11 — Haken nach der Zahl unklar
  2. Z. 13: Oberbrück — b/k unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 287 Bl. 142r

ÜbersetzungSeite 287

1

und gegen die alte Fassung fertiggestellt. Das Amt Wanfried hat heute zum zweiten Mal Ton von Grebendorf gebracht.

2

Dienstag, den 13. Mai, ist der Salzbrunnen zum zweiten Mal ganz und gar ausgezogen und leergeschöpft worden, in Beisein — von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn — Valtin Schüldes, meiner, Jost Beckers, des Rentmeisters, des Salzwarts und Hans Scheltpachs, und von wegen der Pfänner Johann Niedensteins, Thias Thoreys und sonst vieler gemeiner Pfänner. Und man hat klar und deutlich gefunden und gesehen, dass die Quelle wilden Wassers, von der im Buch der Pfänner Anzeige und Meldung geschieht und die vorzeiten bei der dritten Abzucht war und sich im Umgang zum Gewölbe hin zog, seither nach unten gesunken ist und nun gerade über derselben dritten Abzucht stark in den Salzbrunnen unter dem Fass hereinläuft und sich sogleich mit der Sole vermischt. Die anderen Adern im Salzbrunnen aber, die von unten herauf durch den Gries

Unsichere Lesungen

  1. Z. 7: Berckernn — Name, Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 288 Bl. 142v

ÜbersetzungSeite 288

1

und Kiesel kommen, die sind an ihrer Substanz der Sole stärker und besser. Und dem wird sich mit rechtzeitigem Rat nun wohl beizeiten vorbeugen lassen. Und der Salzbrunnen ist gesäubert und alles hineingefallene Holz und anderes herausgezogen worden. Heute gegen Abend sind die Herren Statthalter Rudolf Schenck, Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Meister Merten, der Büchsengießer, hier eingetroffen. Mittwoch, den 14. Mai, ist der Salzbrunnen in Beisein aller Herren abermals ausgezogen und leergeschöpft worden, und die Werkmeister — nämlich der Schultheiß zu Ziegenhain, Meister

2

Merten Bette, Scheltpach, der Zimmermann von der Lichtenau, Jakob und Gall Richter und der Zimmermann Hans Wetzel — haben den Schaden und Zufluss im Salzbrunnen genau besichtigt. Danach hat man Rat gehalten und über den entstandenen Streit, ob man einen rechten guten Grund suchen oder ob man auf dem

Unsichere Lesungen

  1. Z. 14: Bette — Name, tt/th unsicher
  2. Z. 16: Weyell — Name, vgl. S. 280

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 289 Bl. 143r

ÜbersetzungSeite 289

1

Gries bleiben soll, wie es die Alten getan haben, nach allerlei Erwägung beschlossen, dass man mit dem jetzigen Bau nicht tiefer als die Alten senken und ausfahren, sondern auf dem Kies oder Gries bleiben soll. Und man soll dem Schaden und Zufluss außerhalb des Salzbrunnens im Damm nachgehen und sich bemühen, dass man diesen Zufluss gesondert fassen könne. Denn das alte Buch der Pfänner sagt ausdrücklich, dass an dieser Stelle vor sechzig Jahren eine Salzader und daneben eine Quelle wilden Wassers von der Dicke eines Arms gewesen sind; die haben sich durch das Flözschlagen im Umgang vermindert und sind ohne Zweifel nach unten gesunken und fließen nun miteinander zugleich in den Salzbrunnen. Der Zimmermann Hans Wetzel soll anfangen und die neue Fassung achteckig herrichten; sie soll mitten in den Damm sechs Schuh weit vom Salzbrunnen gesetzt werden, damit man dazwischen mit Ton gut verdämmen könne. Und die Bretter sollen gut aufeinander gefügt, eingeschlossen und mit Dielen gesetzt werden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 7: vleisthun — Wort unsicher
  2. Z. 12: Flotz — Wort unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 290 Bl. 143v

ÜbersetzungSeite 290

1

Donnerstag Ascensionis Domini, den 15. Mai, ist der Herr Statthalter wieder nach Kassel geritten und hat befohlen, ihm förderlich Bericht zu geben, was sich am Bau, insbesondere beim Fassen des Zuflusses bei der Ader, zutragen wird. So hat man heute des Festes und auch des Regens und nassen Wetters wegen gefeiert. Freitag, den 16.

2

Mai, hat man nach unten gesenkt, dem Zufluss der zwei Adern nach, über und an dem dritten Lichtloch. Samstag, den 17.,

3

desgleichen. Und man hat außen am Fass des Salzbrunnens über dem Zufluss beim dritten Reifen ein tiefes großes Loch gefunden; der Zufluss hat dort mit der Zeit den Damm und das Erdreich in den Salzbrunnen geführt. Und die Streben sind dort vollends herumgeführt worden.

4

In dieser Woche gesotten: 119 Werk. Sonntag Exaudi, den 18. Mai, gefeiert. Montag, den 19.,

5

am Damm ausgefahren und mehr Streben gesetzt.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 291 Bl. 144r

ÜbersetzungSeite 291

1

Dienstag, den 20., den Damm weiter und zum Grund hin ausgefahren; so arbeitet der Zimmermann an der neuen Fassung. Mittwoch, den 21.

2

Mai, über und auf dem Zufluss auf den Gries gekommen. Donnerstag, Freitag und Samstag den Mahlknechten aufgegeben, den Damm vollends um das Fass herum bis zum Feierabend herauszubringen. An diesen Tagen sind Hermann von Hundelshausen, Valtin Schülde und ich, Jobst, hier gewesen. Diese Woche sind gesotten worden 147 Werk.

3

Über der Abzucht am Gewölbe, in der Mitte zur zweiten Abzucht hin, hat man an der äußersten Fassung im Damm, wo die untere Ader sein soll, eine Fassung von einer Stichweite aus Brettern gemacht gefunden. Was das bedeutet, wird man im Grund erkennen. Man hat im Grund gefunden, dass diese Fassung nichts genützt hat, denn die Ader ist darunter hin zum Fass des Borns geflossen; sie mag aber vorzeiten im Grund mit Ton verdämmt worden sein, so dass sie in dieser Fassung bis in den

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: feijrabenndt — durchstrichen oder Zierstrich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 292 Bl. 144v

ÜbersetzungSeite 292

1

Umgang vier oder fünf Schuh hoch gestiegen ist. Samstag nach Exaudi, den 24. Mai, haben die beiderseitigen Verordneten zum Bau samt den Salzgrafen und Dienern wegen des Baus Rat gehalten und beschlossen: Weil der Zimmermann zur Fertigstellung der neuen Fassung vierzehn Tage Zeit haben muss, in denen auch aller Ton und sonstiges Gerät hergerichtet werden kann, soll der Born mit Dielen ganz zugelegt werden, desgleichen der geräumte Damm; und darauf mag jeder nach Hause ziehen, doch so, dass Tag und Nacht der Born und seine Umgebung bewacht werde. Und die Verordneten sollen am Sonntag Medardi, den 8.

2

Juni, gegen Abend wieder zu Sooden sein. Weil man sich sodann nicht verglichen hat, wie tief man mit dem Grund suchen und fahren soll, ist verabredet worden, dass von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn etliche Verständige aus den Räten, desgleichen weitere Pfänner, am Donnerstag, den 12.

3

Juni, gegen Abend zu Sooden oder zu

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: dielenn — Wortmitte unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 293 Bl. 145r

ÜbersetzungSeite 293

1

Allendorf eintreffen und sich deshalb endgültig entschließen sollen, wie und auf welche Weise der Grund gesucht und die neue Fassung gesetzt werden soll. In der Zwischenzeit soll der Born leergeschöpft und alles zufließende Wasser mit den Sumpfrinnen gehalten werden, damit deshalb kein Schaden geschehe. Nichtsdestoweniger sollen die Sieder am nächsten Mittwoch um des Ofens willen wieder ansieden. Die Adern in und um den Salzbrunnen sind heute geprobt worden, und in der Probe hat sich folgendes gefunden: Zur Ader des Zuflusses müssen für eine Pfanne Salz ——— 11½ Fuder Sole gerechnet werden. Die gemeine Sole im Salzbrunnen ——— 11 Fuder. Die gute Ader im Salzbrunnen hinter dem Stuhl ——— 9 Fuder auf eine Pfanne Salz. Und man hat befunden, dass alle Adern, die in und um den Salzbrunnen von unten herauf durch den Gries aufquellen, rechte gute Salzadern sind; was aber ringsherum zufließt, sind gemeinhin wilde Quellen.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 12: Zinnflus — Name unsicher
  2. Z. 5: geöst — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 294 Bl. 145v

ÜbersetzungSeite 294

1

Die heiligen Pfingsttage gefeiert; aber am Mittwoch und den anderen drei Tagen hat Meister Hans, der Zimmermann, an der neuen Fassung und Horchappel mit seinen Knechten am Ton gearbeitet. Mittwoch um des Ofens willen wieder ansieden lassen; und es sind in dieser halben Woche gesotten worden ———————— 42 Werk. In der Woche Trinitatis hat der Zimmermann seine Arbeit fertiggestellt, und gegen Abend sind hier eingetroffen unser gnädiger Landgraf Wilhelm, der Statthalter, der Kanzler und die Räte, die zu Sulza in Thüringen gewesen sind; und sie haben den Salzbrunnen und alle Arbeit besichtigt.

2

Diese Woche sind gesotten worden ————— 141 Werk. Sonntag Medardi, den 8.

3

Juni, die Teichknechte wieder herbeschieden. Montag angefangen, den Damm vollends anzuwerfen. Dienstag, den 10., am Morgen sind Hermann von Hundelshausen und Valtin Schülde ebenfalls wieder hier eingetroffen, und es ist am Damm anzubringen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: Doch=appell — Name, Lesung unsicher
  2. Z. 4: Thom — o/a unklar
  3. Z. 19: Schilde — Name unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 295 Bl. 146r

ÜbersetzungSeite 295

1

gearbeitet worden. So ist zu den mittleren Brunnen über dem Solgraben der Grund gelegt und zu mauern angefangen worden. Mittwoch, den 11.

2

Juni, hat man mehr Körbe, Haspeln und Kübel zum Ausschöpfen herrichten lassen; und es wird fort und fort mehr Ton zugefahren und recht gut mit Fleiß bearbeitet und bereitet. So ist nun auch eine gute Notdurft Moos auf Vorrat da.

3

Donnerstag, den 12. Juni, ist der Damm ganz bis auf den Kies mit Kübeln ausgezogen und, was hart gewesen ist, ausgeworfen worden. Man hat auf dem Kies einen großen, langen und dicken Baum mit seinen Ästen an der äußersten alten Fassung auf der einen Seite und einen großen mächtigen Kalkstein auf der anderen Seite des Borns im Kies gefunden. Danach hat man ein Gewerk aus Brettern um den Salzbrunnen und hart daran mit Ton verdämmt gefunden. Es ist heute alles herausgebracht worden, so dass man auf dem Gries um den Salzbrunnen ringsherum trocken gehen konnte. Und das Gewerk ist

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: mittelst — Wortende unklar
  2. Z. 4: körenn — vielleicht körbenn
  3. Z. 14: warkenn — Lesung unsicher
  4. Z. 17: gewierckts — Endung unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 296 Bl. 146v

ÜbersetzungSeite 296

1

ganz sorgfältig mit Moos und Ton, durcheinandergemischt, worunter Asche und Erde gewesen ist, bis auf den Gries verdämmt gewesen. Und heute sind Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Scheltpach hier eingetroffen. Zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen, an und bei dem Stein, hat man acht und mehr starke Salzadern aufquellen gefunden, die an ihrer Substanz gut sind. Sie sind geprobt worden und halten wie folgt; sie haben nicht in den Salzbrunnen kommen können, weil das Fass zu eng und nicht weit genug gemacht gewesen ist. Eine Ader an den Brettern der viereckigen Fassung bei dem großen Stein im Gries hält ein Quart — 6

2

Lot 3 Quentchen; das macht auf eine Pfanne ——— 8 Fuder 2 Ohm 10 Viertel. Die Salzader gegen den Berg, nach Hans Mertens Kote hin, ist sehr stark, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne ——— 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.

3

Dagegen die Sole im Salzbrunnen, im allgemeinen geprobt, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne — 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: Scheltpach — Name unsicher
  2. Z. 14: q̄z. — Kürzel für Quentchen
  3. Z. 17: koth — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 297 Bl. 147r

ÜbersetzungSeite 297

1

Freitag, den 13. Juni, die Bretter der viereckigen Fassung ringsum den Salzbrunnen alle bis auf einen Fuß Höhe über dem Gries abhauen und zwei Bretter davon aus dem Gries ziehen lassen, um zu sehen, wie tief sie im Grund stünden. Man hat gefunden, dass sie einen guten Werkschuh tiefer stehen, als die Schwellen am Salzbrunnen liegen. So soll man es stehen und den Damm am Salzbrunnen auf dem Kies liegen lassen, bis der Grund für die neue Fassung gelegt ist. Zwischen dem Salzbrunnen und der alten Fassung zur Stadt hin hat man keine besondere Salzader oder Aufquellung gefunden, nur eine starke Quelle von unten auf; die ist lauter wildes Wasser. Wo aber der Zufluss in den Salzbrunnen ist, hat man zwischen zwei Kalksteinen eine große starke Quelle gefunden; die ist mit Sole vermengt. Wenn aber der Salzbrunnen leergeschöpft wird, so ist es lauteres wildes Wasser, und das tut dem Salzbrunnen den Schaden; dem soll nach gehaltenem Rat weiter nachgegangen werden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: vierecktigenn — Wortmitte unklar
  2. Z. 15: Zinnflus — Name unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 298 Bl. 147v

ÜbersetzungSeite 298

1

Samstag, den 14. Juni, sind die Pfänner in großer Zahl morgens um 6 Uhr zum Salzbrunnen gegangen, auf den Grund gestiegen und haben mit uns einmütig beschlossen, dass das viereckige Gedämme und die Stümpfe der Bretter vollends herausgebracht werden sollen. Das ist so geschehen; danach ist der Born leergeschöpft worden. Da hat man deutlich geschmeckt, dass der Zufluss lauteres wildes Wasser ist; denn wenn der Salzbrunnen gestiegen war, hat sich der Zufluss sogleich mit der Sole vermischt.

2

Wenn aber der Salzbrunnen bis auf den Gries ausgezogen wird, so hat der Zufluss nach lauterem wildem Wasser geschmeckt. Und weil die Pfänner zahlreich zugegen waren, hat man sich verglichen, dass sie einen Ausschuss aus ihrer Mitte bilden; dann wollten wir uns am morgigen Tag mit ihnen besprechen und gemeinsam beratschlagen, wie dem Werk geholfen werden könnte. So ist beschlossen worden, dass wir morgen, Sonntag, früh um fünf Uhr im Augenschein wieder beisammen sein wollten.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: viereckigk — Tintenklecks im Wort
  2. Z. 5: vollenn — Endung unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 299 Bl. 148r

ÜbersetzungSeite 299

1

Diese Woche sind gesotten worden ——— 115 Werk. Sonntag, den 15. Juni, morgens um fünf Uhr, ist der Ausschuss der Pfänner beim Salzbrunnen erschienen, nämlich Herr Wilhelm Prediger, Dechant zu Heiligenstadt, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Wiedenstein, Thias Thorey, Johann Schaffnit der Jüngere, Bernhard und Hans von Wallis; und an Werkleuten und Werkverständigen der Baumeister von Ziegenhain, Hans Scheltpach, Jakob und Gall Richter sowie zwei Zimmerleute, Meister Hans Wetzel und Meister Hans Lichtenau. Sie haben sich mit uns besprochen, das Werk besichtigt und beratschlagt, wie und durch welche Mittel der Zufluss der wilden Quelle gefasst, vom Salzbrunnen weggebracht und in die Abzucht geführt werden könnte. Und nach gehaltener Umfrage und nach dem Bedenken der Werkleute ist beschlossen und beiderseits einmütig bewilligt worden,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: Dechannt — Lesung unsicher
  2. Z. 6: Thias Thorey — Name unsicher
  3. Z. 6: Wiedennstein — Name unsicher
  4. Z. 7: v Wallis — v = von, Name unsicher
  5. Z. 11: v Wetzell — v = von, Name unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 300 Bl. 148v

ÜbersetzungSeite 300

1

dass in der Abzucht an der alten Fassung, gerade gegenüber der wilden Quelle, wo man zu senken angefangen hat, sogleich vollends eingesenkt werden soll, so tief es die Notdurft erfordert, damit man sehen könne, ob sich die wilde Quelle dort zeigt und auch wie tief die alte Fassung im Grund des Gries eingesenkt und gesetzt ist. Danach hat man sich mit der neuen Fassung und sonst mit der Verordnung wegen der wilden Quelle zu richten.

2

Und weil heute Sonntag ist und die Senker zu Abterode sind, soll Gall Richter die zwei Senker, die mehrmals hier gewesen sind, morgen früh herbringen und gleich nach unten senken lassen, so tief und weit, wie es nötig sein wird. Und wenn man dort den Zufluss wilden Wassers findet und dieser nicht von selbst in der Abzucht ins Gewölbe fließen wollte, so wäre es besser und nützlicher, ihn vier oder fünf Schuh mit Sumpfrinnen zu heben, als so viel Holz zu versieden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: ereugenn — Lesung unsicher
  2. Z. 11: Apteroda — Ortsname, Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 301 Bl. 149r

ÜbersetzungSeite 301

1

Und das Senken soll zwischen heute und Donnerstag geschehen; dabei sollen sein: Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Scheltpach, Wiedenstein, Thias Thorey und Gall Richter. Und die Verordneten sollen am nächsten Donnerstag alle wieder zu Sooden beisammen sein. Montag, den 16.,

2

Dienstag, den 17., Mittwoch, den 18. Juni haben die Senker vom Bergwerk außerhalb der alten Fassung in der Abzucht unter dem dritten Lichtloch eingesenkt, und die alte Fassung steht sehr tief. Sie haben aber des Zuwassers wegen nicht nach unten kommen können; darum ist dieser Schacht wieder zugefüllt worden. Danach haben sie allen Schlamm auf dem Kies oder Gries um den Salzbrunnen zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen ausgehaspelt.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 2: Nordeck — Name, Anfangsbuchstabe unsicher
  2. Z. 3: Wiedennstein — Anfangsbuchstabe W/R unsicher
  3. Z. 13: Verrwassers — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 302 Bl. 149v

ÜbersetzungSeite 302

1

Da hat man die wilde Wasserquelle oder -ader neben dem Salzbrunnen gegen das dritte Lichtloch stark vorgefunden. Und damit sie vom Salzbrunnen weggebracht und abgesondert würde, hat man an der wilden Quelle entlang starke Bohlen ineinander gespundet fünf Schuh tief einrammen lassen, so dass diese Quelle für sich allein fließt. Man wird sie weiterhin besser fassen, damit sie mit zu den guten Adern in den Salzbrunnen kommen kann. Donnerstag, den 19.

2

Juni, ist der Salzbrunnen leergeschöpft worden, und man hat gesehen: weil die wilde Quelle abgesondert ist, war der Zufluss im Fass des Salzbrunnens nicht mehr so stark wie zuvor. Und die Verordneten sind heute wieder zu Sooden beisammen eingetroffen. Freitag, den 20.

3

Juni, ist beschlossen worden, dass der Zimmermann die neue Fassung weiter machen und noch vier Säulen zu den sechzehn Säulen einschießen soll; so reicht diese Fassung bis auf vier Schuh nahe an die alte Fassung heran. Und die Abzucht soll

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: geöst — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 303 Bl. 150r

ÜbersetzungSeite 303

1

dazwischen in den vier Schuh Breite ringsum innen herumgehen. Samstag, den 21. Juni, hat der Zimmermann den Riss angefertigt, wie das Werk gefasst werden soll; das soll er dann so ausführen. Und die Verordneten mögen nach Hause ziehen, bis sie wieder beschieden werden. Und Lichtenau soll sechzig Wagen Holz und Beilstein vierzig Krümmlinge fahren. Diese Woche sind gesotten worden ——— 122 Werk. Und die Boder haben eingeräumt, dass sie in sechzehn Stunden ablassen und Salz machen, wie wir das wahrhaftig befunden haben. Sonntag, den 22., Montag, den 23.,

2

Dienstag, den 24., Mittwoch, den 25., Donnerstag, den 26., Freitag, den 27., Samstag, den 28. Juni: Zimmerleute und Tongräber haben mit ihrer Arbeit fortgefahren.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: Beylstein — Ortsname, Schreibung unsicher
  2. Z. 9: Krombling — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 304 Bl. 150v

ÜbersetzungSeite 304

1

Diese Woche sind gesotten worden ——— 124 Werk. Sonntag, den 29., Montag, den 30. Juni, Dienstag, den 1., Mittwoch, den 2., Donnerstag, den 3., Freitag, den 4.

2

und Samstag, den 5. Juli haben Zimmerleute und Tongräber gearbeitet und ihre Arbeit ganz fertiggestellt. Diese Woche sind gesotten worden ——— 128 Werk. Und am ersten Juli ist an Reinhard Abel, den Pfennigmeister, folgendermaßen berichtet worden, um unserem gnädigen Fürsten und Herrn den Stand des Salzwerks vorzutragen:

3

Meinen freundlichen Dienst und alles Gute zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Euer mir jüngst zugegangenes Schreiben vom 14. April dieses Jahres, das Salzwerk betreffend, habe ich seinem ganzen Inhalt nach gelesen. Und ihm gemäß ist Johann Nordeck an des Mühlenwerks

Unsichere Lesungen

  1. Z. 11: annzutragenn — Endung abgekürzt
  2. Z. 12: Abeln — Name unsicher
  3. Z. 16: 14 — Zahl unsicher
  4. Z. 19: Nordeck — Name unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 305 Bl. 151r

ÜbersetzungSeite 305

1

seligen Stelle gesetzt worden, aber erst jetzt vor acht Tagen, auf mein beständiges Drängen und auf Euer Schreiben hin; er wird unbeschwert allen möglichen Fleiß aufwenden. Und damit mein gnädiger Fürst und Herr wisse, wie es jetzt mit dem Bau am Salzbrunnen steht, will ich Euch nicht verhalten, dass von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden

2

zu diesem Bau Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck und Valtin Schuldt neben mir und dann etliche von wegen der Pfänner verordnet sind. Wir haben nun in die zehnte Woche daran arbeiten lassen und, Gott sei Lob, den Schaden gefunden: dass eine starke Quelle und wilde Wasserader unter dem Sammler in den Salzbrunnen gebrochen war; die haben wir abgesondert. Und wo die Boder vormals dreißig Stunden an einer Pfanne Salz gesotten haben, da sieden sie jetzt nicht länger als sechzehn Stunden, und wir hoffen noch auf weitere Besserung. Das wird eine merkliche Ersparnis an Holz eintragen. Dazu haben wir noch zehn oder zwölf gute Salzadern im

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: Nordeck — Name unsicher
  2. Z. 14: Sam — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 306 Bl. 151v

ÜbersetzungSeite 306

1

Sammler gefunden, die vormals nicht im Salzbrunnen gewesen sind. Und die Zimmerleute, von denen wir jetzt achtzehn an der Arbeit haben, werden diese Woche fertig, so dass wir alle guten Salzadern fassen und die wilde Quelle davon abbringen wollen. Es ist, Gott sei Lob, nunmehr kein Zweifel oder Gefahr dabei, denn wir wollen mit Gottes Hilfe eher bessern und nicht verschlimmern. Damit Ihr auch meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn desto besser berichten könnt, schicke ich Euch beiliegend den Riss, wie die neue Fassung gemacht und das alte Fass ganz weggenommen werden soll; denn unter den Schwellen des alten Fasses quellen die besten Salzadern. Und in vorigen Zeiten haben die Alten das jetzige Fass deshalb so eng gemacht, weil sie vielleicht nicht mehr Sole haben wollten — aus welchem Grund, ist leicht zu erraten. Wir haben aber im Erdreich eine alte Fassung, fünfzehn Schuh weit, ringsum den jetzigen Salzbrunnen gefunden, von der

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Sam — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 307 Bl. 152r

ÜbersetzungSeite 307

1

kein Mensch gewusst hat und von der auch das Buch der Pfänner nichts meldet — so dass man jetzt besseren Grund im Salzbrunnen und ringsherum hat und, weil wir das mit Pumpen halten und ausschöpfen können, trocken gehen kann. Und es ist jetzt zur Zeit des Baus ein so großes Sieden wie nie zuvor: gemeinhin werden in der Woche hundert und etliche Pfannen Salz gesotten, so dass kein Werk des Baus wegen versäumt worden ist. Und weil diese neue Fassung nun von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden

2

errichtet und besser gemacht wird als zuvor, so können nunmehr die Pfänner und ihre Nachkommen desto weniger von Seiner Fürstlichen Gnaden

3

und deren Erben herausbringen. Dies wollte ich Euch als eine gute Botschaft, um sie meinem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, in guter Meinung nicht verhalten; und wollte Gott der Allmächtige, dass Ihr mir wiederum auch von der Erledigung Seiner Fürstlichen Gnaden

4

schreiben könntet. Will damit Seine Fürstlichen Gnaden und Euch Gott dem Allmächtigen befohlen haben, mit Wünschung aller glückseligen

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 308 Bl. 152v

ÜbersetzungSeite 308

1

Wohlfahrt; und worin ich Euch viel Freundschaft erweisen könnte, dazu findet Ihr mich geneigt und ganz willig. Gegeben zu Kassel, den 1.

2

Juli Anno 50. Euer Würden Jobst Becker vom Homberg, Salzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister. Sonntag, den siebten Juli, ist darauf die nachfolgende Antwort eingekommen, an Johann Nordeck und Jobst Becker, beide Salzgrafen zu Sooden: Meine ganz geflissenen, willigen Dienste und alles Gute zuvor. Hochachtbare, günstige liebe Herren, was Ihr beide mir wegen des Salzbrunnens zu Allendorf in Sooden geschrieben habt, habe ich zu Händen bekommen und alles meinem gnädigen Fürsten und Herrn angezeigt; darüber sind Seine Fürstlichen Gnaden

3

nicht wenig erfreut worden. Und es ist Seiner Fürstlichen Gnaden gnädiges Begehren, Ihr wollet auch weiterhin guten Fleiß darauf verwenden, wie Seine Fürstlichen Gnaden

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: 1. — Tageszahl unsicher
  2. Z. 5: E. W. — Initialen unsicher
  3. Z. 6: Berber — Name, B/V unsicher
  4. Z. 10: Nordecken — Name unsicher
  5. Z. 11: Berbernn — Name, B/V unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 309 Bl. 153r

ÜbersetzungSeite 309

1

Euch auch vertrauen. Wo es möglich ist, sollt Ihr darauf hinwirken — weil die Sole gebessert und mehr als zuvor vorhanden ist und auch die Boder jetzt ein Werk in 16

2

Stunden ablassen können, wo sie zuvor 30 gebraucht haben —, dass jetzt noch eine Pfanne mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden möge. Das sollte ich Euch zur Antwort eröffnen; dem ich mit meinem geringen Vermögen allzeit zu dienen gutwillig bin. Gegeben zu Mecheln, den 10.

3

Juli Anno 50. Euer Achtbaren Würden Reinhard Abel, Pfennigmeister. Montag, den 7. Juli, sind die verordneten Bauherren zu Sooden alle wieder beisammen eingetroffen, um anzufangen, das neue Werk zu setzen. Dienstag, den 8. Juli, hat man den Gries und den Salzbrunnen ringsum eingeebnet und ausgezogen, und man hat hart am Salzbrunnen noch eine starke Quelle wilden Wassers gefunden, die auch unter den Schwellen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 11: E. A. W. — Initialen unsicher
  2. Z. 12: Pfst — Abkürzung, wohl Pfennigmeister

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 310 Bl. 153v

ÜbersetzungSeite 310

1

des alten Fasses in den Salzbrunnen geflossen ist. Man hat das alte Fass dort verstopft, den Salzbrunnen ganz trocken geschöpft und gefunden, dass der erste Zufluss ganz gering geworden ist. Auch diese Quelle muss gefasst und vom Salzbrunnen weggebracht werden. Und etliche glaubwürdige Boder haben eingeräumt, dass sie jetzt nicht über 14 Stunden sieden; so sieht man auch jetzt augenscheinlich am Sieden und am Ablassen, dass viel Holz erspart wird. Darum haben wir heute die Sole im Salzbrunnen geprobt, und sie hält auf eine Pfanne neun Fuder; und die Sole ist in hundert und mehr Jahren nie so gut und rein gewesen wie jetzt, Gott sei Lob. Es ist auch heute das neue Werk auf den Salzbrunnen gefahren, der Grund für die Schwellen hergerichtet und angefangen worden, die Fassung zu setzen; und es ist beschlossen worden, dass die neuen Schwellen einen Schuh tiefer in den Gries gesenkt werden als die Schwellen am Fass des jetzigen Borns liegen. Mittwoch, den 9.

2

Juli, hat man an der alten Fassung gegenüber der wilden Quelle sechs Schuh lang und drei

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 311 Bl. 154r

ÜbersetzungSeite 311

1

Schuh weit Pfähle und Bohlen eingeschlagen, um zu sehen, wie tief die alte Fassung gesetzt ist. Man hat gefunden, dass die alte Fassung vier Schuh tiefer im Gries steht als der jetzige alte Salzbrunnen. Es ist aber das wilde Wasser so gewaltig und stark hereingekommen, dass das Loch unten auf dem Gries, wo die alte Fassung wendet, mit Ton verrannt und darauf sogleich wieder mit Gries zugefüllt worden ist. Heute ist der Landvogt zu Sooden eingetroffen und die Nacht dort geblieben; er hat den Bau und alle Dinge besichtigt und geraten, mit tieferem Senken noch weiter zu suchen. In zwölf und dreizehn Stunden haben die Boder diese Nacht gemeinhin abgelassen, wie Hans Kremer, der Solmeister, offen eingeräumt hat.

2

Donnerstag, den 10. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen zur neuen Fassung gelegt, vier Schuh weit von der äußersten alten Fassung entfernt und so tief, wie jetzt der Boden und Grund im alten Salzbrunnen ist, nach der Waage und nach dem Wasser in der Runde ganz

Unsichere Lesungen

  1. Z. 6: vnterm vffm — Lesung unsicher
  2. Z. 20: schradt — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 312 Bl. 154v

ÜbersetzungSeite 312

1

gleich gelegt, bis an die neu gefundenen Salzadern. Und unter die Schwellen hat man zuerst Moos gelegt, darin Asche und Sand geschüttet, darauf außen und innen an den Schwellen groben Kies aufgebracht und den Graben, in den die Schwellen gelegt wurden, damit wieder zugefüllt. Und man hat mit den Pumpen die Sole aus dem Salzbrunnen und alles Wasser, das außen um den Salzbrunnen und durch die alte Fassung oder sonstwie hereingekommen ist, ganz ausgeschöpft, so dass man trocken hantieren und darin gehen konnte. Es ist auch mit hartem Kies wieder gefüllt und eingeebnet worden. Man hat auch beim Ausschöpfen des Lochs an der alten Fassung gefunden, dass unter dem harten Gries ein feiner schwarzer Triebsand liegt. Um den Grund zu erkunden, haben wir mit einem langen eisernen Bohrer gegen fünf Schuh tief unter das Loch gebohrt, aber nichts als Sand und viel Wasser angetroffen, so dass keineswegs zu raten ist,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 3: Moß — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 313 Bl. 155r

ÜbersetzungSeite 313

1

tiefer zu suchen — zumal man aus Erfahrung weiß, dass andere gute Salzwerke dadurch ganz verdorben und zunichte gemacht worden sind.

2

Freitag, den 11. Juli, sind dreizehn lange Säulen in die Schwellen gesetzt worden; deren sind ebenfalls dreizehn Stücke gut ineinander vernagelt und eingeräumt, darin die Riegel und Bretter eingeschnitten, so dass jedes Brett in beide Säulen eingesenkt und gut vernagelt worden ist. Und jede Säule ist achtzehn Schuh lang, steht unten in die Schwellen eingezapft und vernagelt und ist oben in die Mauerlatten verbunden und vernagelt; und dazwischen sind zwei Riegel gleichmäßig eingeteilt, und dann sind die Bretter zwischen den Riegeln gut aufeinander gefügt.

3

Und heute ist das alte äußerste Fass von neuem verstrebt worden; diese Streben sind ganz innen daran gespundet und vernagelt und sollen fort und fort bleiben, und jetzt sind die ersten Streben wieder abgenommen worden, damit die neue Fassung ungehindert von ihnen gefertigt werden kann.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 7: Inngeraumbt — Lesung unsicher
  2. Z. 12: mures — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 314 Bl. 155v

ÜbersetzungSeite 314

1

Samstag, den 12. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die neuen Streben vollends alle fertiggestellt und mit ihren tragenden Kröpfen an die Säulen des alten äußersten Fasses genagelt; danach hat er in die Säulen der neuen Fassung die Bretter und Riegel von oben herab quer über den größten Teil eingebracht. Und die Herren haben heute abermals den Salzbrunnen ganz trocken ausschöpfen lassen, so dass man mit hohen Schuhen trocken darin gehen und die Salzadern darin jede für sich schmecken konnte. Danach haben sie die zwei wilden Quellen, die sich mit Sole vermischt hatten und zuvor ganz wildes Wasser waren, außerhalb und hart am jetzigen Salzbrunnen neben den Adern, zu der Stelle hin, wo vorher die Schwengel gestanden haben, ebenfalls ausgeschöpft und nochmals gefunden, dass sie vermengt und nicht so gut sind wie die im Salzbrunnen.

2

Darum ist einmütig beschlossen worden, dass das neue innerste Fass zum neuen Salzbrunnen so hergerichtet und

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 315 Bl. 156r

ÜbersetzungSeite 315

1

gemacht werden soll, dass diese beiden Quellen daraus herausgelassen und besonders für sich gefasst und abgedämmt werden. Darum müssen die Schwellen, die daneben eingeräumt sind, ganz tief eingetrieben oder abgehauen werden, damit sie an dieser Fassung nicht hinderlich sind. Kann man sie nach gehaltener Probe nützlich gebrauchen, oder wenn man ihrer bedarf, so tut man das; will man sie aber nicht gebrauchen, so mag man sie steigen und ins Gewölbe fließen lassen. Nach dem Bedenken der Verordneten ist im Rat beschlossen worden, dass man aus allerlei Gründen bei den jetzigen Arbeitern bleiben und keine weiteren von Kassel hierher fordern soll. Sollte es aber an Personen oder Arbeitern fehlen, so soll man die Sieder — weil diese in keine Fremde gehen dürfen — abwechselnd, und wer sonst aus diesem Lande hinzukommt, für den Tagelohn, wie er jetzt gegeben wird, arbeiten lassen. Zur Herrichtung des Schöpfzeugs, der Pumpen, Ventile,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: Solenn — Anfangsbuchstabe unklar
  2. Z. 11: Bedennkenn — Initiale unklar
  3. Z. 20: Osegezeugs — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 316 Bl. 156v

ÜbersetzungSeite 316

1

Stangen und anderem haben die Herren befohlen, das alles doppelt herzurichten. Und es sollen sogleich zum Schöpfen vier neue Röhren gesetzt werden, wie es Christoffer, dem Salzwart, und dem Zimmermann angezeigt und wie sie unterrichtet sind; und sie sollen es daran nicht fehlen lassen, damit man, wenn das alte Salzbrunnenfass abgebrochen wird, alsdann alle Sole und alles Wasser ganz und gar ausschöpfen kann. Weitere Vertagung und Abschied.

2

Am nächsten Donnerstag, den 17. Juli, sollen und wollen die Herren wieder zu Sooden beisammen eintreffen, außer Valtin Schuldt, weil dieser zu Salza sein muss. Und in der Zwischenzeit soll der Zimmermann das jetzige neue Fass im Rund vollends fertigstellen; und die Abzucht soll innen und außen, soweit die Streben des neuen Fasses hineinreichen werden, gänzlich bis auf den Gries ausgefahren werden,

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 317 Bl. 157r

ÜbersetzungSeite 317

1

damit der Zimmermann dieses neue Werk vollends setzen und fertigstellen kann. Und dabei soll man fleißig anhalten und zusehen, dass der Zimmermann auch den Berg, die Böden und was sonst die Notdurft erfordert, hinreichend unterschlägt und dermaßen versieht, dass kein Schaden oder Nachteil entsteht.

2

Danach soll das alte Fass des jetzigen Salzbrunnens ganz und gar herausgezogen und die Salzadern darin und unter den Schwellen besichtigt, versucht und geprobt werden; und danach ist zu beratschlagen, wie die innerste neue Fassung des neuen Salzbrunnens am allernützlichsten und besten hergerichtet und gefertigt werden kann. Mehr Bauholz zu bestellen. Es ist mit dem Landknecht zu Beilstein gesprochen worden; der soll nächsten Mittwoch gewiss dreißig Fuder, die am Kaufunger Wald und Wolfsberg gefällt und beschlagen sind, herführen lassen; dafür sollen je Fuhr 6½ Albus

3

gegeben werden. Dass die Stadt Allendorf von wegen unseres

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 318 Bl. 157v

ÜbersetzungSeite 318

1

gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfänner, auch gemäß der alten Konstitution, aus ihren Wäldern zum Bau des Salzbrunnens, wie sie verpflichtet ist, die nötige Notdurft an Bauholz anweisen und zulassen soll, ist ihren Verordneten angezeigt worden. Sie wollen es an ihre Stadt zurückbringen und versehen sich, es werde daran kein Mangel sein. Doch muss dies im nächstkommenden guten Wetter und bei altem Mond gefällt werden. Denn von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden

2

sind zu diesem Bau gegen ——— Stück Holz, groß und klein, hierher geschafft worden. Auf diese neuen Bauten sollen zum Ausbringen der Sole keine Pumpen oder Künste gesetzt werden. Sondern es ist für nützlich und gut befunden worden, dass man die Sole daraus in einer gut abgedeckten Renne durch den Damm in eine Kufe leitet, die außerhalb der alten Fassung zur Stadt hin etwas tiefer als die Fassung des neuen Salzbrunnens eingesenkt, gut verrammt und verwahrt ist; daraus

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: — — Zahl freigelassen, Lücke

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 319 Bl. 158r

ÜbersetzungSeite 319

1

ist die Sole zum Sieden zu holen. Lässt sich dann das jetzige Fass des Salzbrunnens dazu auf die Kufe setzen, so hat man es zu gebrauchen und darauf zu setzen; wenn nicht, so soll man das Fass neu nach Bedarf anfertigen und setzen lassen, damit der neue Salzbrunnen in jeder Hinsicht ausgebaut, wohl verwahrt und unbeschwert bleiben kann. Diese Woche sind gesotten worden ————— 110 Werk. Sonntag, den 13.

2

Juli, morgens die Wochenrechnung angehört und unterschrieben. Montag, den 14., Dienstag, den 15.,

3

Mittwoch, den 16., Donnerstag, den 17., Freitag, den 18. Juli. Samstag, den 19. Juli, ist die Abzucht ganz ausgefahren worden bis auf den Gries, und der Zimmermann hat die äußerste alte Fassung im vierten Schuh abge-

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 320 Bl. 158v

ÜbersetzungSeite 320

1

schnitten und ringsherum oben mit neuen Pfosten eingezapft und auch, wo nötig, mit Brettern ausgebessert und gut verfasst. Danach sind die Schwellen an der neuen Fassung, soweit sie sich verstreben, bis zur Hälfte an die Abzucht, unter dem Umgang zu Grund nach der Waage gleich gelegt, die Riegel und Bretter in jedem Feld zwischen zwei Säulen eingeschlossen und oben mit einem Gesims versehen worden — so dass diese neue Fassung im Rund und was in die Abzucht reicht in dieser Woche fertiggestellt ist. Und wegen der neu gefundenen Salzadern, die sich hart an der alten Fassung zeigen, zur Kirche und zum Berg hin, ist diese Fassung — damit auch sie in den rechten Salzbrunnen kommen und mitgefasst werden — nicht ganz im Rund, sondern verstrebt hinter die alte Fassung bis in den Umgang der Abzucht gesetzt worden. Sie hat zusammen 24

2

Säulen, und der Berg ist dagegen in der Abzucht ganz gut verstrebt und danach wie zuvor im Grund gedämmt und gefüllt.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 2: Pinstenn — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 321 Bl. 159r

ÜbersetzungSeite 321

1

Diese Woche sind gesotten worden ————— 134 Werk. Sonntag, den 20. Juli, gefeiert; und die Herren haben die Wochen- und Amtsrechnung vom Bau und Salzwerk angehört und unterschrieben. Und nachdem die Renne unter dem Damm im Solgraben, wo die oberste Brücke sein soll, verstopft und verschlammt war, so dass sich das Wasser gestaut und keine Sole vor dem Gewölbe gestanden hat, ist diese Renne aufgeräumt und das Gefälle vor dem Gewölbe wiederhergestellt worden.

2

Darum ist es für notwendig und gut befunden worden, dass sobald wie möglich dorthin die vierte steinerne Brücke über den Solgraben so gebaut werden soll, dass man zur Zeit der Flut eine Schleuse oder ein Schützgatter wie an einem Tisch davorschieben und das Wasser, das durchs Gewölbe kommt, zur Zeit der Flut mit Pumpen halten kann, damit die Werra oder das wilde Wasser sich nicht im Salzbrunnen staue und den neuen Bauten Schaden tue. Und die Fuhrleute in der Stadt sollen angesprochen werden, Steine dazu zu

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 322 Bl. 159v

ÜbersetzungSeite 322

1

fahren. Montag, den 21. Juli, am Morgen ist Valtin Schuldt wieder hier eingetroffen. Meister Hans, der Zimmermann, hat die neue Fassung gut vernageln lassen und den letzten Ring auf den Säulen in der Abzucht ebenfalls eingebracht. Und etliche Siederknechte haben gesagt, wenn das Sieden und sonst die Winnung so bliebe wie jetzt, wollten sie keine Goldschmiede dafür sein; denn etliche haben eingeräumt, dass sie in 11

2

Stunden abgelassen haben. Die vier Pumpen, mit denen man den Salzbrunnen jederzeit hat schöpfen können, sind heute wieder aus dem Salzbrunnen genommen worden. Danach sind die vier alten Säulen an der alten Fassung, die der neuen Salzadern wegen jetzt in die neue Fassung einbezogen sind, über den neuen Streben in der Mitte vom Grund in die Höhe abgehauen und dort mit neuen Pfosten gefasst worden; denn diese Säulen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: Winnung — Lesung unsicher
  2. Z. 19: Pinstenn — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 323 Bl. 160r

ÜbersetzungSeite 323

1

waren oben heraus ganz morsch und baufällig, sind aber unten der neuen Streben wegen stehengeblieben. So ist oben die neue Fassung auch gegen den Berg verstrebt worden, damit diese Fassung dem Berg desto besser standhalte und auch die Streben dem Gesims auf der alten Fassung gleichförmig werden. Die alten Dielen an dieser äußersten Fassung zwischen denselben vier Säulen aber sind auf dem Gries abgehauen worden, und im Grund stehen sie noch im fünften Schuh eingeräumt. Dienstag, den 22.

2

Juli, an der alten Fassung vollends oben das Gesims angebracht. Und die Abzucht der alten Fassung hinter der neuen Fassung gegen den Berg ist unten auf dem Gries mit Asche ziemlich tief und unter den Schwellen mit Moos gefüllt worden. Danach ist auf die Asche ein Damm aus gutem, wohl gemachtem und bereitetem Ton sechs Schuh hoch hart aufeinander geschlagen worden, damit das wilde Wasser und alles einfallende Wasser ins Gewölbe fließen kann.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 6: Simbs — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 324 Bl. 160v

ÜbersetzungSeite 324

1

Mittwoch, den 23. Juli, ein neues Schöpfzeug aus drei kupfernen Röhren gesetzt; das zieht das wilde Wasser und hält alles so gut, dass man überall trocken hantieren und gehen kann.

2

Am selben Morgen beratschlagt und einmütig beschlossen, dass die innerste neue Fassung, die der rechte Salzbrunnen sein soll, aufs allerförderlichste, wie man sich verglichen hat und wie es das Muster ausweist, viereckig hergerichtet und gefertigt werden soll: nämlich so, dass die Säulen der jetzigen ersten neuen Fassung oben in der Höhe gleich und drei Schuh weit voneinander stehen und von unten herauf dazwischen halblange Säulen; darin sollen in derselben Länge geschnittene eichene Dielen von drei Zoll Dicke in die Höhe vom Grund des Kieses zwölf Schuh hoch herauf in beide Säulen, jeweils zwei Finger breit, eingesenkt, darauf gut verriegelt und dann von oben herab quer über Dielen und Bretter in zwei Säulen eingeschlossen werden,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 1: Osegezeugk — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 325 Bl. 161r

ÜbersetzungSeite 325

1

die die volle Höhe haben — und so, dass stets die dritte Säule in der Mitte halb so hoch ist, und so durchgehend die ganze neue Fassung. Und zwischen den beiden hohen Säulen, die ungefähr drei Schuh weit voneinander stehen, und der halben Säule dazwischen in der Länge, wie an der jetzigen ersten neuen Fassung, sollen die Bretter gut aufeinander gefügt werden. Danach ist diese Fassung ebenso gut und aufs sorgfältigste zu fassen und mit starken Rähmen zu unterlegen. Und zu dieser Arbeit sollen die Dielenschneider, die wir vom Eichsfeld haben herholen lassen, so viel eichene Hölzer schneiden, wie Meister Hans, der Zimmermann, ihnen angibt und wie es nötig sein wird. So haben die Herren mit diesen Schneidern verdungen, dass man ihnen stets für vier Ellen eines Schnitts einen Mariengroschen zum Schneiden geben soll. So sollen die zwei Nebenadern außerhalb und an dem jetzigen alten Salzbrunnen jede für sich mit Holzwerk gefasst

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: vnnterlegenn — Anfangsbuchstabe unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 326 Bl. 161v

ÜbersetzungSeite 326

1

werden, so dass sie in die Höhe steigen und ihren Abfluss haben können. Wenn man ihrer dann bedarf oder sie nötig wären, so kann man sie gebrauchen; wenn nicht, so möchte man sie ins Gewölbe weisen und hinlaufen lassen. Und zu dieser Fassung der zwei Nebenadern wollen die beiden Bürgermeister Wiedenstein und Gerry heute dem Zimmermann aus dem Gehölz der Stadt Allendorf

2

ein großes Stück Eichenholz, wie es der Zimmermann dazu braucht, verschaffen. Donnerstag, den 24.

3

Juli, hat der Zimmermann den Stuhl und das Gerüst zum Ausbringen der Sole verrückt und so gefasst, dass man das Fass des alten Salzbrunnens herauslangen konnte. Freitag, den 25. Juli, und Samstag, den 26.,

4

das alte Fass mit Säulen und Schwellen ganz herausgeholt. Danach vier Pumpen zum Schöpfen neben die zwei Röhren, mit denen man Sole zum Sieden holt, auf die Mitte der Salzadern gesetzt

Unsichere Lesungen

  1. Z. 7: Gerrÿ — Name, Anfangsbuchstabe G/H unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 327 Bl. 162r

ÜbersetzungSeite 327

1

und diese alle gegen Abend leergeschöpft. Man hat jede Ader für sich geschmeckt und danach auch die wilde Ader oder Quelle, die sich zuvor neben dem alten Fass gezeigt hatte, für sich allein geschmeckt; sie war noch wie lauteres wildes Wasser. Darauf ist dem Zimmermann befohlen worden, sie für sich allein zu fassen. Und uns, den Salzgrafen, ist heute folgendes Schreiben von den Räten zugekommen: Den ehrbaren, unseren besonders guten Freunden Johann Vorderken und Jobst Becker, Salzgrafen. Unseren freundlichen Dienst zuvor, ehrbare, besonders gute Freunde. Es ist unserem gnädigen Fürsten und Herrn, Landgraf Philipp zu Hessen, zu Ohren gekommen, die Sole des Salzbrunnens zu Allendorf solle etwas reicher geworden sein, so dass man nun künftig wieder Seiner Fürstlichen Gnaden

2

Pfannen dort alle vierzig sieden lassen könnte. Darauf haben Seine Fürstlichen Gnaden uns geschrieben, euch weiter zu befehlen,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 10: Vorderkenn — Name, Anfangsbuchstabe V/N unklar
  2. Z. 1: Jegenn — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 328 Bl. 162v

ÜbersetzungSeite 328

1

wie ihr aus der beiliegenden Abschrift, die ihr im Vertrauen bei euch behalten wollet, zu ersehen habt. Das wollten wir euch also auf Befehl unseres hochgenannten gnädigen

2

Fürsten und Herrn nicht verhalten, damit ihr es so anordnet, wie Seine Fürstlichen Gnaden es begehren; und ihr tut daran Seiner Fürstlichen Gnaden Meinung, und wir sind geneigt, euch Freundschaft zu erweisen. Gegeben zu Kassel am 24.

3

Juli Anno 50. Verordnete Räte zu Kassel. Auszug aus dem Schreiben des Fürsten, datiert den 8. Juli Anno 50:

4

Dass der Salzbrunnen gut gebaut ist, höre ich gern. Wollet auf dieses Salzwerk gut achtgeben, dass recht damit gehandelt und umgegangen und gute Rechnung geführt werde. Und weil die Sole so gut ist, so lasst die früheren Bothe und Salzpfannen auch sieden, damit von meinen Pfannen wieder

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 329 Bl. 163r

ÜbersetzungSeite 329

1

vierzig sieden; denn es sind etliche abgestellt worden wegen der geringen Sole. Weil sich diese nun bessert, lasst sie wieder aufrichten. Ihr sollt jedenfalls die 40

2

Pfannen zu Allendorf wieder sieden lassen; ihr könnt es nun wohl tun. Diese Woche sind gesotten worden ———— 116 Werk.

3

Darauf ist dieser Bericht an die fürstlichen Räte und auch an Reinhard Abel geschrieben worden:

4

Unsere gutwilligen Dienste und besten Fleiß allzeit zuvor, edle, hochgelehrte, ehrenfeste und ehrbare, günstige Herren. Auf Euer

5

Gnaden und Ehren jüngst an uns ergangenes Schreiben mit der eingeschlossenen Abschrift der Meinung unseres gnädigen Fürsten und Herrn, die Dinge am Salzwerk so anzuordnen, wie Ihre Fürstlichen

6

Gnaden es begehren, wollen wir denselben dienstlich nicht verhalten, dass von Anfang bis hierher, seit Ihre Fürstlichen Gnaden

7

am Salzwerk hier mit zu tun gehabt haben, stets vierzig Bothe und

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 330 Bl. 163v

ÜbersetzungSeite 330

1

Pfannen auf Ihrer Fürstlichen Gnaden Anteil im Salzsieden gewesen und noch sind, und dass davon und von der Zahl weder wegen der geringen Sole noch aus anderem Grund welche abgestellt worden sind. Sonst sind etliche Gebäude zu anderen notwendigen und nützlichen Geschäften errichtet und gebraucht worden; die sind noch vorhanden und können, wo nötig, über die 40 Bothe hinaus in kurzer Zeit und mit wenig Mühe eingerichtet werden, um auch darin Salz zu sieden. Seit der zwischen Seiner Fürstlichen Gnaden

2

und den Pfännern aufgerichteten Location hat man von wegen Ihrer Fürstlichen Gnaden vierundachtzig Bothe in Verwaltung und Regierung gehabt; davon sind jetzt des Baus am Salzbrunnen wegen gemäß den Abschieden vier abgebrochen worden, so dass jetzt noch fort und fort achtzig Bothe im Gang sind und ihre Winnung wöchentlich entrichten. Es wäre aber wohl nötig, dass noch zwei oder drei Bothe, die den Bauten des Salzbrunnens der schweren Last wegen zu nahe stehen, ebenfalls

Unsichere Lesungen

  1. Z. 17: Rinnung — Wort unklar
  2. Z. 3: sohlnn — Endung unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 331 Bl. 164r

ÜbersetzungSeite 331

1

abgetan würden. Wir haben sie aber jetzt der Unkosten und des entgehenden Nutzens wegen, soweit es möglich war, verschonen und zurückstellen müssen. Nach Fertigstellung der jetzigen Bauten aber wollen und müssen wir die vier abgebrochenen Bothe förderlich wieder aufrichten und in Gang bringen, denn sie gehören den Pfännern; die werden uns dazu nicht viel Zeit lassen, halten schon jetzt darum an und wollen sie eilends wieder erbaut haben, wie es denn geschehen muss. Zur Zeit der Location kommt das Seiner Fürstlichen Gnaden zum Besten. Dergleichen und daneben hat uns auch Reinhard Abel geschrieben, insbesondere: es solle, wenn möglich, jede Woche noch eine Pfanne Salz oder mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden. Nun könnte das jetzt des Holzes wegen — wenn die Sole so gut wie jetzt zu erhalten und Sole genug vorhanden wäre, weil die süßen Quellen davon abgesondert sind — eine Zeitlang durch etliche Sieder geschehen; denn gemeinhin lassen sie jetzt in 13 und 14 Stunden ab.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 332 Bl. 164v

ÜbersetzungSeite 332

1

Etliche müssen auch der Kohlen wegen — weil sie so kurz, so wenig und nicht mit so viel Holz wie zuvor versieden und nicht viel Kohlen machen, so dass sie die Salzgänse nicht fassen und ausbringen können — etwa zwei Stunden länger sieden, als sie sonst, wenn sie Kohlen genug hätten, nötig hätten. Aber die Sieder müssen gleichwohl zum Schöpfen, zum Ausbringen des Salzes, zum Trocknen des Salzes und um samstags wieder herzurichten ihre Zeit beinahe so lang wie zuvor haben. Es hat auch sonst vielerlei Gründe und Bedenken, dass die Sieder nicht wohl mehr als zwei Werk Salz in der Woche zu sieden vermögen. Wenn man darum Änderung und eine neue Ordnung vornehmen und in der Woche mehr Werk als zuvor in den Bothen sieden lassen wollte, müsste das mit stattlichem gutem Rat geschehen; denn die Location steht und währt noch fünf Jahre, und darin ist schwerlich eine Änderung vorzunehmen. Auch würde es bei gutem Schlicht viel mehr Fässer und Tonnen erfordern, als man jetzt haben kann.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 12: erschwindenn — Wort unklar, evtl. erschwingenn

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 333 Bl. 165r

ÜbersetzungSeite 333

1

Und so soll in einem Jahr das Salz mit Bedacht und Nutzen gesotten und veräußert werden, damit die anderen folgenden Jahre gleichen Nutzen tragen können. Denn dieses jetzige Jahr ist aus besonderer Gnade Gottes — dem besonders das Kaltlager gemacht ist — jede Woche seit der Zeit des Bauens ein merklich großes Salz gesotten worden, wie es zuvor nie in einem Jahr geschehen ist, solange das Salzwerk besteht; und es hat, Gott sei Lob, auch einen ordentlichen Absatz. Darum haben wir jetzt schon gegen zweihundert Pfannen Salz, die liegengeblieben und nicht abgegangen sind, von wegen unseres hochgenannten gnädigen

2

Fürsten und Herrn durch Seiner Fürstlichen Gnaden Rentmeister zu Sooden kaufen und aufmessen lassen; das muss gegen 2000

3

Gulden kosten. So wird künftig zur Zeit der Handelsstockung bis nach Michaelis um so mehr Salz, das nicht abgeht, den Siedern abzukaufen sein, damit sie im Sieden bleiben und Salz auf Vorrat da ist; dazu wird auch noch Geld nötig sein. Und es gibt danach beim Wiederausmessen keinen geringen Abgang, denn das Salz sackt zusammen und lässt sich nicht wieder

Unsichere Lesungen

  1. Z. 16: Ten=derey — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 334 Bl. 165v

ÜbersetzungSeite 334

1

messen wie Korn und andere harte Früchte — was man nicht ohne beträchtlichen Schaden erfahren und innegeworden ist. Daneben müssen wir den jetzigen Bau durch den Rentmeister in Sooden auch allein, ohne Zutun der Pfänner, vorstrecken lassen.

2

So wird auch an einen Vorrat an Pfanneneisen zu denken sein, denn von Jahr zu Jahr wird es des Gehölzes wegen teurer, damit Seine Fürstlichen Gnaden

3

zur Zeit der Location das ganze Salzwerk und danach Ihrer Fürstlichen Gnaden Anteil mit Salzpfannen nach Notdurft versehen sein mögen — abgesehen vom sonstigen täglichen Schluss, das Mangelhafte und Baufällige zu bessern und zu erhalten. Dass darüber auch gute Rechnung geführt worden ist und künftig geführt werden möge — dabei werden der Kammermeister und diejenigen, die dazu verordnet sind, neben uns treulich und zum Besten mit aufsehen; so soll es, will Gott, an unseren Pflichten und gebührendem Fleiß auch nicht fehlen.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 335 Bl. 166r

ÜbersetzungSeite 335

1

Will man dann eine andere neue Ordnung machen — und dass man auch das zu tun hat —, so kann man das nach Fertigstellung der jetzigen Bauten mit Euer

2

Gnaden und Ehren Rat und Bedenken zum Besten und Nützlichsten wohl vornehmen. Insbesondere wenn das Sieden mit Gottes Gnade, wie wir gänzlich hoffen, so reichlich bleibt und man nun aufs kommende Jahr das früher ergangene und bestehende Gebot, kein fremdes Salz ins Land zu führen, erneuert — es trage am Landzoll viel oder wenig ein —, worüber mit dem Kammerschreiber als dem Zollschließer zu beratschlagen und zu reden ist. Das wollten wir Euer

3

Gnaden und Ehren hinwiederum zum Bericht und, wo nötig, um es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn zur Kenntnis zu bringen, dienstlich in guter Meinung nicht verhalten. Denselben unsere besten Kräfte und unverdrossen willfährige Dienste zu erweisen sind wir erbötig und ganz willig. Gegeben zu Sooden vor Allendorf an der Werra, den 5.

4

August Anno 50. Euer Gnaden und Ehren Willige Johann Vorderck und Jost Becker.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 11: zurathschlagl — Wortende unklar
  2. Z. 23: Vorderck — Name, V/N unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 336 Bl. 166v

ÜbersetzungSeite 336

1

An Statthalter, Kanzler und verordnete Räte zu Kassel, unsere günstigen Herren und Förderer. Zu weiterem Bericht:

2

Wenn in 80 Bothen in jedem in der Woche zwei Pfannen Salz gesotten werden, so ist das in einer Woche ———— 160

3

Werk; das macht in einem Jahr, also in 48 Wochen — denn die übrigen vier Wochen hält man Kaltlager — 7680

4

Pfannen Salz; jede Pfanne acht Achtel, macht 61 440 Achtel. Und das Achtel ist mehr als ein Kasseler Viertel; das ist ein großes Salz, und man speist zwei dieser Lande damit.

5

Besonders guter Freund, wiewohl ich Euch jüngst am ersten dieses Monats Juli wegen des Salzwerks und des jetzt vorgenommenen Baus geschrieben und über dessen Stand allerlei Bericht getan habe — in der Zuversicht, dies sei Euch nunmehr zugekommen —, so hat mir doch der Statthalter hier heute ein Schreiben, das unter anderem das Salzwerk betrifft, lesen

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 337 Bl. 167r

ÜbersetzungSeite 337

1

lassen und mir befohlen, Euch zu berichten, wie es jetzt darum steht. So will ich Euch nicht verhalten, dass wir in der vergangenen Woche die neue Fassung gesetzt haben, soweit sie ins Viertel geht, wie Ihr auf dem Riss seht; und wir räumen nun dazu, dass die andere Fassung wegen der neu gefundenen Salzadern daran ebenfalls gesetzt werden soll. Auch haben wir vergangenen Samstag, wiewohl mit großer Mühe und auf Drängen der Unsrigen, einmütig beschlossen, dass das Fass am alten Salzbrunnen ganz und gar weggenommen und alle Salzadern neu gefasst werden sollen. Denn Gott sei Lob wird jetzt eine Pfanne Salz, wie uns etliche glaubwürdige Sieder eingeräumt haben, gemeinhin in 12

2

und 13 Stunden gesotten und bereitet, wo die Sieder zuvor 30 und mehr Stunden haben sieden müssen.

3

So sehen wir auch, dass bereits viel Holz gespart wird; und die Sieder geben jetzt auch sehr gute Ladung und rechtes Maß, so dass das Salz gut abgeht. Denn in der vergangenen Woche sind 110 Pfannen Salz gesotten worden, und obwohl die Fuhrleute und andere Leute mit dem Haus zu tun gehabt haben, so ist es doch alles

Unsichere Lesungen

  1. Z. 5: darzu — letztes Wort undeutlich
  2. Z. 12: [gestrichen: [?]] — kurzes gestrichenes Wort

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 338 Bl. 167v

ÜbersetzungSeite 338

1

bis auf 12 Pfannen abgefahren worden. Wollte Gott, dass wir es so fassen und erhalten könnten; aber wir kennen nun den Grund und alle Umstände. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es weiter meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt. Womit ich Euch lieb und dienlich bin. Gegeben zu Kassel, den 14.

2

Juli Anno 50. Jobst Becker vom Homberg, Mitsalzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister. Samstag, den 27.

3

Juli, beschlossen, dass die innerste neue Fassung zum Salzbrunnen 20 Werkschuh lang und 8 Schuh weit gemacht werden soll, so dass sie die alten guten Salzadern umfasst, ganz so, wie das Muster davon gezeichnet ist. Und man hat heute wie aus einer Pfütze zu sieden angefangen. Und die verordneten Bauherren sind heute wegen vorgefallener Ehesachen abgeritten; sie wollen,

Unsichere Lesungen

  1. Z. 17: Pfutschenn — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 339 Bl. 168r

ÜbersetzungSeite 339

1

wenn sie beschieden werden, wiederkommen und zu Sooden sein. Doch ist mir, Jost, dieses nachfolgende Schreiben zugekommen: Unsere ganz willigen Dienste zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Wir wollen Euch nicht verhalten, dass wir gestern, wie Ihr gesehen habt, das Geviert im Salzbrunnen gelegt und auch die wilden Adern in der Röhre steigen lassen haben, und dass es nun so steht, wie man daraus sieden soll, bis das Fass gesetzt wird. So haben wir samt dem Rentmeister Christoffer, Meister Hans und anderen das Geviert des neuen Fasses genau nach der Lage der wilden und der guten Adern abgezogen und finden, dass die Weite am neuen Fass im Lichten nicht weiter als 8

2

Werkschuh und 20 Schuh lang zu machen sein wird; und so kommen alle Adern, die gut und nötig sind, darin zu liegen. Denn wie sich das Sieden, wie der Meister sagt und wir selbst sehen und meinen, am allerbequemsten schicken wird, so ist es auch mit Meister Hans verabredet worden, sein Werk förderlich zu machen. Denn über die Höhe und Art des Fasses habt

Unsichere Lesungen

  1. Z. 20: zumache[?] — Endung mit Kürzungsstrich

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 340 Bl. 168v

ÜbersetzungSeite 340

1

Ihr bereits Bericht. Das haben wir Euch, damit Ihr es wisst und es den anderen Bauherren Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck anzeigen und berichten könnt, in guter Meinung nicht verhalten wollen. Wolltet Ihr aber ein anderes Bedenken oder eine andere Meinung haben, so müsstet Ihr uns hier im Augenschein selbst aufs allereiligste berichten. Sonst könnten wir nicht anders beschließen, wie Ihr nunmehr im Augenschein sehen werdet. Und wir sind Euch zu dienen willig. Gegeben zu Sooden, in Eile, Dienstag nach Jacobi Anno 50.

2

Valtin Schuldt, selbst. Johann Riedenstein. Montag, den 28. Juli, haben die Zimmerleute an der neuen Fassung zum Salzbrunnen zu arbeiten angefangen. So hat der Meister aus vier starken eichenen Dielen eine Fassung zum Salzbrunnen gemacht und abgedämmt, um daraus zu sieden, bis die neue Fassung fertiggestellt ist. Danach hat er die wilde Nebenader

Unsichere Lesungen

  1. Z. 12: sst. — Kürzel neben Klammer
  2. Z. 18: vertennet — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 341 Bl. 169r

ÜbersetzungSeite 341

1

gefasst und erprobt, dass sie in einer hölzernen Röhre in die Höhe steigt, gut mit Ton abgedämmt; desgleichen die Salzadern daran. Und jede ist für sich allein gut zu fassen; es steht zu beratschlagen, ob sie mit Holz oder mit Stein gefasst werden sollen. An den anderen Tagen dieser Woche hat der Zimmermann selbzwölft

2

an der Fassung gearbeitet. Diese Woche sind gesotten worden ——— 119 Werk. Sonntag Vincula Petri, den 3.

3

August, die Herren beschieden, hier wieder einzutreffen. Diese Woche hat der Zimmermann mit seinen Knechten die Fassung fertiggestellt, und Valtin Schuldt und ich, Jost, sind hier zu Sooden dabei gewesen. In dieser Woche sind gesotten worden 125 Werk. Sonntag Laurentii, den 10. August.

4

Montag, Dienstag und Mittwoch hat der Zimmermann an der neuen Fassung und auch daneben an den Röhren zu den zwei Nebenadern — deren eine gut und die andere wild ist — gearbeitet, damit sie in die Höhe steigen

Unsichere Lesungen

  1. Z. 2: vertennett — Lesung unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 342 Bl. 169v

ÜbersetzungSeite 342

1

können, und dreißig Stücke Holz, die die Stadt Allendorf aus ihren Gehölzen gibt, gefällt. Mittwoch, den 13. August, gegen Abend sind zu Sooden eingetroffen Valtin Schuldt und ich, Jost Becker. Donnerstag, den 14. August, die neue Fassung auf und an den Salzbrunnen führen lassen; auch Junker Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck sind hier eingetroffen. Freitag, den 15.

2

August, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen der neuen innersten Fassung zum Salzbrunnen auf den alten Grund des vorigen runden Salzbrunnens gelegt. Und weil der Grund zur Stadt hin etwas tiefer war als daneben zum Berg hin, wo die neuen Salzadern gefunden wurden, hat er drei Stücke Holz kreuzweise ineinander geschnitten und eingelegt; sie sind zuvor mit Moos und Asche ausgefüllt und verstopft worden, und darauf sind die rechten Schwellen gelegt worden. Und diese unterste

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 343 Bl. 170r

ÜbersetzungSeite 343

1

Schwelle zum Berg hin ist unten zur Hälfte abgehauen und gelüftet worden, weil sich etliche gute Salzadern darunter zeigen, damit diese ungehindert in den Salzbrunnen fließen können. Und es ist den Tag über durch die Sieder, eine Stunde um die andere abwechselnd, alles Quellwasser und alle Adern ganz ausgeschöpft worden, so dass man mit ausgeschnittenen Schuhen trocken auf dem Grund um den Boden des Borns überall hat gehen und stehen können. Der Grund des Borns besteht ebenso wie der Grund in der Werra aus Sand und Kieselstein; dadurch dringt sich die Sole wie durch ein Sieb hier und dort allenthalben herauf, und eine Ader stärker als die anderen. Danach sind die Schwellen gesetzt worden; die sind 26

2

Schuh lang, und 12 halbe Säulen, gleich den Brettern, sind der Länge nach eingetrieben. Darauf dann starke Riegel und darüber eichene Bretter quer von oben herab eingeschlossen und gut vernagelt. Und Junker Hermann von Hundelshausen hat den ersten Nagel eingeschlagen. Und das alles ist im

Unsichere Lesungen

  1. Z. 6: ausgeröst — Umlaut unsicher

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 344 Bl. 170v

ÜbersetzungSeite 344

1

Geviert und 24 Schuh von oben herab in die Tiefe gesetzt und gut vernagelt worden. Samstag, den 16.

2

August, ist diese Arbeit vollends gesetzt und oben mit ihren Rähmen verschlossen und vernagelt worden; die sind kreuzweise ineinander geschnitten und mit Gewalt zusammengeschlagen. Danach ist eine starke gebohrte eichene Röhre, durch die die Sole in die Fassung kommen soll, aus der man sieden will, durch beide neue Fassungen eingeschnitten und auf die Schwellen beider Fassungen gelegt worden. Die Sole wird ungefähr drei Schuh in die Höhe steigen, denn die Sole treibt sich in die Weite und Länge und hat nun keine Last. Auch ist sie nun künftig nicht mehr mit den Eimern zu holen, denn durch die Röhre soll die Sole in ein anderes Fass laufen, aus dem sie zum Sieden geholt wird; das soll etwas tiefer als diese Fassung gesetzt werden. Und der Stein, von dem zuvor bei den neuen Salzadern die Rede war, ist zum Teil abgeschlagen worden, und das andere ist in der neuen Fassung liegengeblieben, aus

Unsichere Lesungen

  1. Z. 4: Vmbsenn[?] — Wort unklar

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 345 Bl. 171r

ÜbersetzungSeite 345

1

dem Grund, dass viele gute Salzadern rings darum quellen. Und obwohl er sich bewegte und wohl herauszuschaffen gewesen wäre, hat man doch die Sorge gehabt, dass sich darunter vielleicht auch wilde Quellen zeigen könnten; darum ist er liegengeblieben, und die eine Schwelle ist gleich daran und danebengelegt worden. Und die neuen Salzadern sind in der Mitte der neuen Fassung mit einem starken eichenen Brett, wo das alte Fass gewendet hat, abgeteilt; es fließt darüber alles zusammen, so dass man es jederzeit, wenn der Born geschöpft wird, gesondert sehen kann. Darum soll das Schöpfzeug, wenn man es nicht mehr braucht, sicher aufgehoben werden, damit man es jederzeit zu gebrauchen hat. Diese Woche sind an Salz gesotten worden — und es ist zur Zeit der Errichtung des Baus kein Salzlager gemacht worden — an Salz ———— 126 Werk.

2

Sonntag nach Assumptionis Mariae, den 17. usw.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 9: fab[?] — fab oder fas
  2. Z. 17: Saldt — so, wohl Saltz

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 346 Bl. 171v

ÜbersetzungSeite 346

1

August, gefeiert und Wochenrechnung gehalten; danach beratschlagt, wie weiter mit der Dämmung und der Fassung der neuen Adern fortgefahren werden soll. Montag, den 18.

2

August, ist der Grund um den neuen Salzbrunnen zwischen beiden neuen Fassungen ganz gesäubert und gereinigt und alles, was nicht notwendig darin zu bleiben hatte, herausgezogen worden, damit der Grund und Kies desto besser zu verdämmen sei. Und der Zimmermann hat die gelegte Röhre in der neuen Fassung des neuen Salzbrunnens ganz dicht eingeschnitten, danach das Schöpfzeug hergerichtet und eine starke eichene Renne an die mittlere neue Fassung gemacht, damit der Damm trocken im Grund gelegt werden konnte. Und diese Renne soll fort und fort bleiben, damit der Salzbrunnen jederzeit geschöpft werden kann und keinen Abgang habe. Man hat auch um die neue Fassung herum allenthalben viele Quellen durcheinander gefunden, gute und schlechte; die sollen mit dem Damm beschwert

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 347 Bl. 172r

ÜbersetzungSeite 347

1

und verdämmt werden, denn Gott sei Lob werden die gefassten Salzadern für alles Gesöde ziemlich genügen. Dienstag, den 19.

2

August, hat man das Gedämme in der alten Abzucht oder im Umgang wieder aufgenommen und im Grund zum Berg hin starke eichene Rennen gelegt und gestülpt, so dass der Boden nach oben kam; darunter soll sich das Wasser, das vom Berg fällt oder von unten heraufquillt, zum Gewölbe und zur äußersten Pumpe hin ziehen. In diese Rennen sind zum Berg hin so viele Löcher gebohrt worden; danach sind grobe Steine darauf und ringsherum gelegt worden, so dass das wilde Wasser sich darunter hin unter die Renne ziehen kann. Und wiederum ist zwischen den Rennen und dem mittleren neuen Fass, soweit die alte Abzucht wendet, verdämmt worden. Inzwischen hat der Zimmermann die Fassung für die neuen Adern vollends hergerichtet; das sind zehn starke, oder vielmehr zwei starke eichene Röhren, zwei Ellen hoch oder lang, und unten ein Geviert mit daran

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 348 Bl. 172v

ÜbersetzungSeite 348

1

genagelten Brettern, deren eines auf die gute Salzader und das andere auf die wilde Quelle oder Ader, die stark und armdick ist, gesetzt werden soll. Vom Verdämmen.

2

Nach Mittag hat man angefangen zu verdämmen, und zwar zuerst die Unterschwellen außen mit Moos, das aufs allerreinste ausgelesen war, ganz und gar gefüllt und verstopft; darauf viel Asche geschüttet, danach wieder Moos, und das mit besonders gehauenen Brettern und Hebebäumen hinuntergestoßen; und danach darauf Asche geschüttet, so hoch die Schwellen liegen und fertig sind, so dass das Fass auch ohne den Damm halten und nichts hinein- oder herausfließen soll. Sodann hat man vor dem Berg oben an der obersten Wand angefangen, den Damm darauf zu schlagen, und ist so herumgefahren bis zur dritten untersten Ecksäule und an die vierte Wand.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 349 Bl. 173r

ÜbersetzungSeite 349

1

Und der Ton, der ganz gut und mit allem Fleiß wie ein Wachs bearbeitet und hergerichtet war, ist von oben herab in die Tiefe auf den Grund hart ineinander gearbeitet und geworfen worden. Und zuvor sind alle Fugen am neuen rechten Salzbrunnen mit dem genannten ausgelesenen Moos zugelegt und gut verstopft worden; danach ist der Ton durch sechs starke Männer ineinander getreten worden. Und auch die Röhre, von der oben die Rede war und die die Sole in ein anderes Fass zum Ausschöpfen tragen soll, ist ganz sorgfältig verdämmt worden. Und inzwischen ist der neue Salzbrunnen fort und fort geschöpft worden. So hat man die Sieder angesprochen; die haben den Ton auf den Salzbrunnen gefahren, jeden halben Tag 20

2

Personen, und so fortan abwechselnd. Unterdessen hat der Zimmermann an der vierten Wand auf der linken Seite des neuen Fasses — wenn man aus der Stadt zum Salzbrunnen geht —, wo die gute und die wilde Quelle beieinander sind, starke eichene Bretter, jedes zwei Ellen lang, unten

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 350 Bl. 173v

ÜbersetzungSeite 350

1

angespitzt und geschärft, ineinander gespannt und gestoßen, durch einen Schreiner dicht hergerichtet, gleich an dem Fass des Salzbrunnens in den Grund eingeräumt, geschlagen und getrieben — in der Tiefe unten am Born beinahe einen Schuh den Schwellen gleich, damit

2

im Grund um so weniger etwas aus dem neuen Salzbrunnen heraus oder in ihn hineinfließen soll. Sie gehen oben vor den Berg, wo die vierte Wand des Fasses oder Salzbrunnens wendet; dort sind die Bretter nicht so tief eingeräumt wie unten am Born, denn der Grund ist dort viel härter gewesen als unten. Denn der Grund unten, wo die Fassung des Salzbrunnens wendet, hat sich, wenn man darauf trat, nachdem er ausgeschöpft war, gleich wie ein Moor bewegt. Und zwischen dem Salzbrunnen und den Brettern sind alle Fugen mit Asche ausgefüllt worden, wie es auf den anderen Seiten mit Moos geschehen ist. Daneben ist die wilde Quelle armdick; sie geht stark in einem Gang unten aus dem Grund herauf und

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 351 Bl. 174r

ÜbersetzungSeite 351

1

sprudelt gleich wie Wasser in einem Hafen oder Kessel, aber nicht wie die anderen Salzadern. Und die wilde Ader steht in der Mitte auf der linken Seite des Fasses zum Berg hin; gleich darunter, ungefähr drei Schuh, ist wieder eine gute Salzader. Der Meister hat auf jede Ader einen eichenen Stock oder eine Röhre gesetzt, in der jede Ader für sich steigt, so hoch, dass die wilde in die Abzucht und die gute Ader in den Salzbrunnen zu bringen ist; und beide sind jede für sich mit Moos verstopft und danach mit Ton gut verdämmt. Dazwischen, vom neuen Salzbrunnen bis an die ersten eingeräumten Bohlen, sind auch Bretter quer ineinander gespannt und in den Grund getrieben worden, damit jede Ader desto besser für sich gefasst werden könnte, wie es denn geschehen ist. Und in den Stock, der die wilde Ader fasst, ist eine Röhre eingeschnitten, hart verkeilt und verstopft; sie geht durch das mittlere neue Fass in die neue Abzucht zwischen diesem und dem äußersten alten Fass. So hat der Stock über der guten Salzader zwei Röhren; die eine geht

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 352 Bl. 174v

ÜbersetzungSeite 352

1

in den neuen Salzbrunnen, die andere ebenfalls in die Abzucht, so dass man diese Ader im Salzbrunnen gebrauchen oder in die Abzucht laufen lassen kann. Und es sind gedrechselte Stopfen oben in jeden Stock hart eingestopft, wie an den Röhren im Salzbrunnen. Mittwoch, den 20.

2

August, hat Horchappel den alten Umgang vollends mit den Rennen und dem Ton hergerichtet. So haben die Sieder den Ton zum Born gefahren; der Zimmermann aber hat die Bretter vollends gefertigt und zur Fassung der zwei Adern hergerichtet.

3

Und im Grund ist alles gut verstopft, verdämmt und verwahrt, so dass nichts in den neuen Salzbrunnen hinein und auch nichts daraus fließen kann. Denn beim Aufbrechen des alten Fasses hat man gefunden, dass die Alten die Schwellen an vier Stellen offen gelassen und entzweigeschnitten hatten, so dass alles, was um dieses Fass herum war, sich ohne jede Behinderung hineinziehen konnte — was denn den Schaden verursacht hat, der den jetzigen Bau nötig machte.

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 353 Bl. 175r

ÜbersetzungSeite 353

1

Diese Woche haben uns glaubwürdige Sieder offen angezeigt, dass sie gewiss in 11

2

Stunden ablassen; und wo sie zuvor zum Sieden einer Pfanne Salz 2 Kufen und 2 Tröge Sole haben versieden müssen, brauchen sie jetzt nicht mehr als eine Kufe und die zwei Tröge voll Sole. So haben etliche mit ihrer lauteren Sole ohne jeden Zusatz in 13 Stunden eine Pfanne Salz bereitet und abgelassen. Donnerstag, den 21.

3

August, gedämmt. Und nachdem sich etliche Salzadern auf der linken Seite des Fasses — wie man zum Salzbrunnen hingeht — zwischen den zuerst geschlagenen Bohlen und dem mittleren Fass, gerade gegenüber und neben den zwei gesetzten Stöcken gezeigt haben, hat der Zimmermann auf diese Adern eine eigene Fassung und einen Stock gesetzt. Der hat eine Röhre in die Höhe, darin eine andere Röhre einen Schuh über dem Gries gelegt; die trägt die Adern in die Abzucht zwischen dem alten und dem neuen mittleren Fass. Danach ist die neue Fassung des neuen Salzbrunnens ringsherum hart zugedämmt worden, über die

Unsichere Lesungen

  1. Z. 8: Beis[?] — Wort unklar
  2. Z. 12: zwischl — so, gekürzt

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 354 Bl. 175v

ÜbersetzungSeite 354

1

Röhren und die eben genannten drei Stöcke hinweg bis an die untersten Riegel an der mittleren neuen Fassung.

2

Freitag, den 22. August, den Ton zum und auf den Born gefahren und gedämmt. Und falls künftig die Sole abnehmen oder am Born ein Abbruch geschehen sollte, so hat man stets bei den drei Stöcken zuerst danach zu sehen. Und damit das ohne jede Gefahr und ohne große Kosten geschehen kann, hat man unter und über diesen Stöcken vom Salzbrunnen bis an die mittlere Fassung quer starke eichene Dielen verstreben lassen und sie so hoch, wie der Salzbrunnen ist, in die Höhe hart aufeinander eingetrieben, so dass sie den Ton von unten herauf und von oben herab fest halten können. Dazwischen kann man jederzeit, wenn es nötig ist, den Ton herausnehmen und nach den Stöcken sehen. Diese Bohlen oder Bretter haben ihren Halt gegen die Säulen beider Fässer, so dass sie nicht weichen können.

3

Beratschlagt und beschlossen, dass Meister Hans,

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 355 Bl. 176r

ÜbersetzungSeite 355

1

der Zimmermann, in der kommenden Woche anfangen soll, die Fassung fertigzustellen, aus der die Sole geholt werden soll, wie zuvor davon gesprochen worden ist, damit der Salzbrunnen frei steht und daran gar nichts zu schaffen ist. Und diese Fassung soll achteckig sein; darin soll eine starke eichene Kufe stehen, die der Böttcher Meister Jakob zu Allendorf fertigt, sechs Schuh weit und sechs Schuh hoch. Und wenn es nicht hoch genug ist, soll der Böttcher noch einen Rumpf ohne Boden von drei Schuh Höhe darauf setzen. Und dann soll zwischen der achteckigen Fassung und der Kufe auch bis oben hin mit gutem Ton zwei Schuh weit verdämmt werden, bis oben dem Erdreich gleich, und dann ist das mit eichenen Dielen abzudecken. Und sobald aller Ton eingefahren ist, soll das Loch für diese Fassung gegraben werden. Darauf sind alle verordneten Herren abgeritten, bis sie wieder beschieden werden, um unnötige Unkosten und Zehrung zu vermeiden. Sonntag, den 23. August, vollends den Ton

Unsichere Lesungen

  1. Z. 18: Vnrfftigl — gekürzt, wohl Vnnötig

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 356 Bl. 176v

ÜbersetzungSeite 356

1

eingefahren und gedämmt. Und die Zimmerleute haben die 30 Stücke Holz, die die Stadt gibt, im Wald beschlagen; sie sollen zu Wasser herab vor die Stadt geflößt werden. Diese Woche sind gesotten worden ———— 101 Werk.

2

Sonntag Bartholomäi, den 24. August, und in der folgenden Woche haben die Zimmerleute an den Streben im neuen Salzbrunnen und an dem Fass gearbeitet, aus dem man pumpen und die Sole holen soll; und sie haben am Samstag angefangen, die Streben einzubringen. Es hat sich damit aber bis zum folgenden Samstag verzögert, weil sich das neue Fass vom gewaltigen Dämmen zwei Finger breit zusammengedrückt hatte. Diese Woche an Salz gesotten ———— 89 Werk.

3

Und es ist abermals ein Bericht an Reinhard Abel geschrieben worden, um ihn unserem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, nämlich:

4

Meinen freundlichen Dienst zuvor, ehrbarer, besonders guter

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 357 Bl. 177r

ÜbersetzungSeite 357

1

Freund. Auf Euer jüngst an Johann Nordeck und mich wegen des Salzwerks ergangenes Schreiben haben wir den Herren Statthalter und Räten zu Kassel schriftlich Antwort und Bericht gegeben, wie sie Euch ohne Zweifel dieses unser Schreiben übersandt haben werden; daraus ist der jetzige Stand des Salzwerks zu ersehen.

2

Weil aber nunmehr, Gott sei Lob, die Grundbauten des Salzbrunnens am vergangenen Freitag fertiggestellt und die Fassung des neuen Salzbrunnens mannshoch ringsherum gut und rechtschaffen, mit nicht geringer Mühe, Sorge und Arbeit hochgeführt worden ist, so ist nunmehr keine Gefahr oder Besorgnis mehr dabei — zumal man gleichwohl fort und fort während der Zeit des Bauens im Sieden geblieben ist und kein Kaltlager gemacht hat. Und wir werden nun die Bauten über der Erde dermaßen unter Dach bringen und sonst zum Nutzen unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfänner so

Unsichere Lesungen

  1. Z. 17: nu — Kürzel, wohl nun

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

HandschriftS. 358 Bl. 177v

ÜbersetzungSeite 358

1

fassen und verbauen, dass alles gut und aufs Beste verwahrt ist. So haben wir auch, Gott sei Lob, zu diesem Bau ziemlich gutes Wetter gehabt, und es ist bei diesen gefährlichen schweren Bauten keinem Menschen ein besonderer Schaden geschehen; Gott der Allmächtige verleihe uns fortan Gnade. Denn nunmehr werden unser gnädiger Fürst und Herr und deren Erben an diesem Ort wohl bleiben können, wenn sie selbst wollen. So ist es auch so gemacht, dass man jederzeit ohne große Kosten oder jede Gefahr wohl bis auf den Grund sehen kann, wie das, will Gott, Seine Fürstlichen Gnaden und Ihr sehen sollt. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt; und Euch freundlichen Dienst zu erweisen, findet Ihr mich ganz willig und geneigt. Gegeben zu Kassel, den 25.

2

August Anno 50. Jobst Becker von Homberg, Mitverwalter zu Sooden.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 12: sfgl. — Kürzel S. F. G.
  2. Z. 19: Becker — ck oder rk

Faksimile bei ORKA · Im Lesetext · Teil: Das Bautagebuch 1550/51

1.944 Elemente in 0,09 Sekunden aus der Datenbank gelesen.

Einstellungen auf diesem Gerät speichern?

Damit die gewählte Darstellung beim nächsten Besuch erhalten bleibt, würde ein einzelner Eintrag im lokalen Speicher des Browsers (localStorage) abgelegt. Das ist kein Cookie, und der Eintrag verlässt das Gerät nicht.