Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 145–154
Der Anlass und die erste Verhandlung · S. 145–154 · Bl. 70r–74v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Der Anlass und die erste Verhandlung
S. 145–209 · Bl. 70r–102r · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 145
Bl. 70rBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Darinnen allerley schreiben, Rathschlege vnnd bedennckenn was vnnsernn gnedigenn Furstenn vnnd Herrnn, Hochlöblicher gedechtnus bewogenn, Wie auch seine Furstliche gnadenn darzu kommenn, vber die — 42.
Darin allerlei Schreiben, Ratschläge und Bedenken, was unseren gnädigen Fürsten und Herrn hochlöblichen Gedächtnisses bewogen hat, wie auch Seine Fürstlichen Gnaden dazu gekommen sind, über die 42
Pfenner Bötte[?]1, noch mehr zubauwenn, Vnnd was deshalb allerseitts verlauffenn .
Pfänner-Koten[?] hinaus noch mehr zu bauen, und was deshalb auf allen Seiten vorgefallen ist.
Bis dahero habe Ich aus altt vnnd newernn Historien, Cosmographen, vnd sonstenn anndernn vermuttungenn, Im erstenn Buch souiel muglich vonn erster annkunfft des Saltzwercks gehandtlet, Desgleichenn auch vonn allen Priuilegijs, Als viel derenn die Pfenner bey sich, bis vffs Jar — 1511 . geschriebenn,
Bis hierher habe ich im ersten Buch aus alten und neueren Geschichtswerken, Kosmographen und sonstigen anderen Vermutungen, so viel wie möglich, von der ersten Entstehung des Salzwerks gehandelt, desgleichen auch von allen Privilegien, so viele deren die Pfänner bei sich haben, bis auf das Jahr 1511 geschrieben,
Vnnd will demnach nun ann dem sein , Das Ich furtters zum anndernn Buch schreitte2, Vnnd darin meiner zusagung nach vorstelle, Allerley schreibenn, Rathschlege, Vnnd bedennckenn, Was vnsernn gnedigenn Furstenn vnnd Herrnn Hochlöblicher gedechtnus bewogenn, wie auch sfgl. darzu kommenn, vber die — 42.Läuft auf der nächsten Seite weiter
und es soll demnach nun daran sein, dass ich weiter zum zweiten Buch schreite und darin, meiner Zusage nach, allerlei Schreiben, Ratschläge und Bedenken vorstelle, was unseren gnädigen Fürsten und Herrn hochlöblichen Gedächtnisses bewogen hat, wie auch Seine Fürstlichen Gnaden dazu gekommen sind, über die 42
Unsichere Lesungen
- Bötte[?] — Wort nach 'Pfenner': B-o/oe-tt-e mit Zierstrich durch tt; wohl 'Boette' (Siedehaeuser, vgl. Bodenn/Bothenn), Lesung des Vokals unsicher
- schreitte — auch 'schritte' moeglich, ueberschriebene Bogen ueber dem Wort
S. 146
Bl. 70vBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteVnnd will demnach nun ann dem sein , Das Ich furtters zum anndernn Buch schreitte, Vnnd darin meiner zusagung nach vorstelle, Allerley schreibenn, Rathschlege, Vnnd bedennckenn, Was vnsernn gnedigenn Furstenn vnnd Herrnn Hochlöblicher gedechtnus bewogenn, wie auch sfgl.1 darzu kommenn, vber die — 42.
und es soll demnach nun daran sein, dass ich weiter zum zweiten Buch schreite und darin, meiner Zusage nach, allerlei Schreiben, Ratschläge und Bedenken vorstelle, was unseren gnädigen Fürsten und Herrn hochlöblichen Gedächtnisses bewogen hat, wie auch Seine Fürstlichen Gnaden dazu gekommen sind, über die 42
Pfenner Bötte[?]2 noch mehr zubauwenn, vnd was deshalb allerseits verlauffenn .
Pfänner-Koten[?] hinaus noch mehr zu bauen, und was deshalb auf allen Seiten vorgefallen ist.
Es warenn auch die Pfenner ganntz vnnd gar darauff besturzt, vnnd der meinung, das sie mit nichttenn nachgebenn wolttenn, das vnser gnediger Furst vnnd Herr Hochlöblicher gedechtnus benebenn Ihnenn im Saltzwerck bauwenn möchtte, sonndernn wolttenn allein damitt befreyet sein, vnnd sfgl. in geringstenn nichts zubauwen nachgebenn,
Es waren auch die Pfänner ganz und gar darauf versteift und der Meinung, dass sie keineswegs nachgeben wollten, dass unser gnädiger Fürst und Herr hochlöblichen Gedächtnisses neben ihnen im Salzwerk bauen dürfe, sondern wollten allein damit befreit sein und Seinen Fürstlichen Gnaden nicht im Geringsten zugestehen, etwas zu bauen,
Darumb sie sich dann sfgl. widdersetzten , vnnd viel vnnd manncherley Rathschlege, bey auswertigenn hohenn schulen, Doctoren, vnnd anndernn gelertenn vnnd verstenndigenn Leutenn suchtten, darauff grossenn Costenn wenndettenn, Wie dann auch gleicher massenn Hochgedachter Furst disfals nichts vnnderlassenn, Was zu befurderung sfgl.
weshalb sie sich denn Seinen Fürstlichen Gnaden widersetzten und viele und mancherlei Ratschläge bei auswärtigen Hohen Schulen, Doktoren und anderen gelehrten und verständigen Leuten suchten und große Kosten darauf verwendeten, wie denn auch gleichermaßen der hochgedachte Fürst in diesem Fall nichts unterlassen hat, was zur Beförderung Seiner Fürstlichen Gnaden
Vornehmens dienlich sein möchtte , Wiewohl nun notwendigk erachttet werdenn möchtte, das nach der Leng all dieselbigenn schreibenn vnd Rathschlege , so beiderseits Innkommenn, ordenntlich Jegenn einander gesezt wurdenn .Läuft auf der nächsten Seite weiter
Vorhaben dienlich sein mochte. Wiewohl nun für notwendig erachtet werden könnte, dass der Länge nach alle dieselben Schreiben und Ratschläge, die beiderseits eingegangen sind, ordentlich einander gegenübergestellt würden,
Unsichere Lesungen
- sfgl. — Abkuerzung (wohl 'seiner fuerstlichen gnaden'); erster Buchstabe langes s oder f, auch 'ffgl.' lesbar; ebenso Zeilen 10, 11, 17
- Bötte[?] — wie Seite 145: Vokal unsicher, wohl 'Boette' (Siedehaeuser)
- auswerti= — Lesung 'auswertigenn' aus Kontext (auswaertige hohe Schulen); Schriftbild undeutlich (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
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Bl. 71rBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteVornehmens dienlich sein möchtte , Wiewohl nun notwendigk erachttet werdenn möchtte, das nach der Leng all dieselbigenn schreibenn vnd Rathschlege , so beiderseits Innkommenn, ordenntlich Jegenn einander gesezt wurdenn .
Vorhaben dienlich sein mochte. Wiewohl nun für notwendig erachtet werden könnte, dass der Länge nach alle dieselben Schreiben und Ratschläge, die beiderseits eingegangen sind, ordentlich einander gegenübergestellt würden,
So habe doch Ich vmb geliebter kurz willenn, derenn viele vnnderlassenn, vnd allein die verzeichnet, welche meines erachtens die sachenn erleuttertenn .
so habe ich doch um der lieben Kürze willen viele davon weggelassen und allein diejenigen verzeichnet, die meines Erachtens die Sache erläutern.
Da mann aber Je weitters wissennschafft habenn will, Hatt mann dieselbigenn in meinem Castenn[?]1, nach anweisung des Extracts Miscellaneorum zusuchenn .
Wenn man aber je weitere Kenntnis haben will, hat man dieselben in meinem Kasten[?] nach Anweisung des Extracts Miscellaneorum (Auszugs der vermischten Schriften) zu suchen.
Vnnd will demnach in Gottes nahmenn, die aller erstenn schreibenn sezenn .
Und ich will demnach in Gottes Namen die allerersten Schreiben setzen,
Welche mehr Hochgedachtter Furst ann die Pfenner gethann, vnnd volgendts was weitters, des erstenn vnnd anndernn vertrags, auch erster vnnd annder Location wegenn verlauffenn, ordenntlich sezenn etc.2
welche der mehr hochgedachte Fürst an die Pfänner gerichtet hat, und folgends, was weiter wegen des ersten und zweiten Vertrags, auch der ersten und zweiten Location (Verpachtung) vorgefallen ist, ordentlich setzen etc.
Unsichere Lesungen
- Castenn[?] — Wort vor 'nach anweisung': Anfangsbuchstabe undeutlich (C oder b), Zierstrich durch st; 'Castenn' aus Kontext
- etc. — als et-cetera-Kuerzel (e mit Schlussschnoerkel) geschrieben
S. 148
Bl. 71vBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Philips vonn Gotts gnadenn Lanndtgraue zu Hessenn, Graue zu Cazennelnpogen etc.
Philips, von Gottes Gnaden Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen etc.
Liebenn Getrewenn, Ettlicher sachen halbenn, haben wir Jegennwerttigenn vnnsernn Renndtschreiber zu Cassell , diener vnnd liebenn Getrewenn Henrich Müldenernn vnnd Jostenn Berbenn[?]2, bey euch auszurichtten beuelch gethann .
Liebe Getreue, etlicher Sachen halber haben wir dem gegenwärtigen unserem Rentschreiber zu Kassel, Diener und lieben Getreuen Henrich Müldener und Josten Berben[?] Befehl gegeben, sie bei euch auszurichten.
Darumb vnnser begerenn, das ihr denselbenn vnnsern dienern, in dem was sie vonn vnnserm wegenn, ann euch gesinnen, furdersamb vnnd beholffenn seidt, vnnd euch darinne vnweigerlich erzeiget , Des wollenn wir vnns gennzlich versehenn , Datum Cassell Sambstags Circumcis:
Darum ist unser Begehren, dass ihr denselben unseren Dienern in dem, was sie von unsertwegen an euch ersuchen, förderlich und behilflich seid und euch darin unweigerlich erzeigt; dessen wollen wir uns gänzlich versehen. Gegeben zu Kassel am Samstag Circumcisionis
Vnnsernn liebenn Getrewenn den Pfennernn Zu Allenndorff in den Sodenn etc.
Unseren lieben Getreuen, den Pfännern zu Allendorf in den Sooden etc.
Unsichere Lesungen
- Mülde= — Anfangsbuchstabe M oder W (Muelde=nernn / Wilde=nernn); Name des Renndtschreibers, wohl 'Mueldenernn' (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Berbenn[?] — zweiter Personenname nach 'Jostenn'; Anfangsbuchstabe B oder V, Lesung unsicher); L zu Hessenn sst. (Abkuerzungen: L wohl fuer Lanndtgraue, sst wohl subscripsit; Schriftzug stark verschliffen
S. 149
Bl. 72rBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Philips vonn Gottes gnadenn Lanndtgraue zu Hessenn, Graue zu Cazennelnpogen etc.
Philips, von Gottes Gnaden Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen etc.
Liebenn Getrewenn, Vnns kömpt vonn vielenn orttenn vnnsers Furstennthumbs, Lanndenn vnd gebietenn , gleublich fur, Wie das Salzes ann allenn ortten vnnsers Furstennthumbs vnnd Lanndenn gebreche, vnd vnnpillicher vngewönlicher vffschlagk1, vf das Salz gemacht werde, also das vnnser vnnderthane[?]2, arme, vnd reiche, in dieser zeit des manngels am Salz, das in anndern vnnd frembdenn Lanndenn, mit grossenn schwerenn kostenn suchenn vnnd haben mussenn , Dieweil dann des volcks aus Gottlichenn gnadenn Je lennger Je mehr wirdt, vnnd aus der vrsach auch die welt, vnnd sonnderlich vnnser Furstennthumb , Je lennger Je mehr salzes bedurffenn wirdt, Vnnd aber der almechtige Gott, in solchem vnnserm Furstennthumb bey euch reiche Salzadernn zu Allendorf Im Sodenn gegebenn, Welche als wir in glaublichenn bericht erfindenn, viel mehr Pfannenn dann Jtzo da sein, ertragenn möchtenn, So sein wir aus zeitlichem Rathe vnnserer trefflichenn Räthe, vnnd etlichen vnnser Lanndtschafft, den wir statlichenn darinne gehapt, bedacht, vnnd habenn fur rechtmessig, ehrlich , nuz, vnnd not anngesehenn, etliche mehr Pfannenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Liebe Getreue, uns kommt von vielen Orten unseres Fürstentums, unserer Lande und Gebiete glaubhaft zu Ohren, dass es an allen Orten unseres Fürstentums und unserer Lande an Salz mangele und ein unbilliger, ungewöhnlicher Aufschlag auf das Salz gemacht werde, sodass unsere Untertanen[?], Arme und Reiche, in dieser Zeit des Mangels an Salz dieses in anderen und fremden Landen mit großen, schweren Kosten suchen und beschaffen müssen. Weil denn des Volks aus göttlicher Gnade je länger je mehr wird und aus dieser Ursache auch die Welt, und besonders unser Fürstentum, je länger je mehr Salz bedürfen wird, und aber der allmächtige Gott in solchem unserem Fürstentum bei euch reiche Salzadern zu Allendorf im Sooden gegeben hat, welche, wie wir aus glaubhaftem Bericht erfahren, viel mehr Pfannen, als jetzt da sind, tragen könnten, so sind wir aus zeitigem Rat unserer trefflichen Räte und etlicher unserer Landschaft, die wir stattlich dabei gehabt haben, bedacht gewesen und haben es für rechtmäßig, ehrlich, nützlich und notwendig angesehen, etliche weitere Pfannen,
Unsichere Lesungen
- vnnpillicher vngewönlicher vffschlagk — Wortanfaenge vn/vm verschliffen; auch 'vmbillicher' lesbar
- vnnderthane[?] — Wortende verschliffen, 'vnnderthann'/'vnnderthone' moeglich
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Bl. 72vBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteLiebenn Getrewenn, Vnns kömpt vonn vielenn orttenn vnnsers Furstennthumbs, Lanndenn vnd gebietenn , gleublich fur, Wie das Salzes ann allenn ortten vnnsers Furstennthumbs vnnd Lanndenn gebreche, vnd vnnpillicher vngewönlicher vffschlagk, vf das Salz gemacht werde, also das vnnser vnnderthane[?], arme, vnd reiche, in dieser zeit des manngels am Salz, das in anndern vnnd frembdenn Lanndenn, mit grossenn schwerenn kostenn suchenn vnnd haben mussenn , Dieweil dann des volcks aus Gottlichenn gnadenn Je lennger Je mehr wirdt, vnnd aus der vrsach auch die welt, vnnd sonnderlich vnnser Furstennthumb , Je lennger Je mehr salzes bedurffenn wirdt, Vnnd aber der almechtige Gott, in solchem vnnserm Furstennthumb bey euch reiche Salzadernn zu Allendorf Im Sodenn gegebenn, Welche als wir in glaublichenn bericht erfindenn, viel mehr Pfannenn dann Jtzo2 da sein, ertragenn möchtenn, So sein wir aus zeitlichem Rathe vnnserer trefflichenn Räthe, vnnd etlichen vnnser Lanndtschafft, den wir statlichenn darinne gehapt, bedacht, vnnd habenn fur rechtmessig, ehrlich , nuz, vnnd not anngesehenn, etliche mehr Pfannenn,
Liebe Getreue, uns kommt von vielen Orten unseres Fürstentums, unserer Lande und Gebiete glaubhaft zu Ohren, dass es an allen Orten unseres Fürstentums und unserer Lande an Salz mangele und ein unbilliger, ungewöhnlicher Aufschlag auf das Salz gemacht werde, sodass unsere Untertanen[?], Arme und Reiche, in dieser Zeit des Mangels an Salz dieses in anderen und fremden Landen mit großen, schweren Kosten suchen und beschaffen müssen. Weil denn des Volks aus göttlicher Gnade je länger je mehr wird und aus dieser Ursache auch die Welt, und besonders unser Fürstentum, je länger je mehr Salz bedürfen wird, und aber der allmächtige Gott in solchem unserem Fürstentum bei euch reiche Salzadern zu Allendorf im Sooden gegeben hat, welche, wie wir aus glaubhaftem Bericht erfahren, viel mehr Pfannen, als jetzt da sind, tragen könnten, so sind wir aus zeitigem Rat unserer trefflichen Räte und etlicher unserer Landschaft, die wir stattlich dabei gehabt haben, bedacht gewesen und haben es für rechtmäßig, ehrlich, nützlich und notwendig angesehen, etliche weitere Pfannen,
so viel die Salzadernn ertragenn mögenn, bey die andern zumachenn vnnd zubauwenn, nach gelegennheit vnnd notturfft vnnsers Furstennthumbs, auch vnnser selbst , also ferne vnns solchs vonn rechtswegenn zuthun , zugelassenn vnnd gepurlich ist , Nachdem wir aber befindenn, das weylanndt der Hochgebornne Furst, Herr Wilhelm, in der Zeitt der mitler Lanndtgraue zu Hessenn, Graue zu Ziegennhain vnnd Nidda, darnach auch Graue zu Cazenelnpogenn, vnnd Diz, Vnnser freundtlicher lieber Herr Vatter seliger löblicher gedechtnus, [gestrichen: durch auff bericht]1 ewer Elttern, vnnd vorfahrenn,
so viele die Salzadern tragen mögen, zu den anderen zu machen und zu bauen, nach Gelegenheit und Notdurft unseres Fürstentums, auch unserer selbst, sofern uns solches von Rechts wegen zu tun zugelassen und gebührlich ist. Nachdem wir aber befinden, dass weiland der hochgeborene Fürst, Herr Wilhelm, zu jener Zeit der Mittlere, Landgraf zu Hessen, Graf zu Ziegenhain und Nidda, danach auch Graf zu Katzenelnbogen und Diez, unser freundlicher lieber Herr Vater seligen, löblichen Gedächtnisses, [gestrichen: durch auf Bericht] eurer Eltern und Vorfahren
der warheit grundtlich bericht sein soll, das die Bauwerschafft, gerechtigkeit vnnd freyheit, des obgemeltenn Salzwercks, so ewer Elttern vnnd vorfahrenn in solchen brieffenn vnnd siegelnn erhalttenn habenn, Ewere vorfahrenn , durch vnnsere vorelttern die vorfahrenn Lanndtgrauen zu Hessenn, gnediglich sollenn gegeben vnd verleihen wordenn ,Läuft auf der nächsten Seite weiter
der Wahrheit gründlich berichtet worden sein soll, dass die Gebauerschaft, Gerechtigkeit und Freiheit des obgenannten Salzwerks, die eure Eltern und Vorfahren in solchen Briefen und Siegeln erhalten haben, euren Vorfahren durch unsere Voreltern, die früheren Landgrafen zu Hessen, gnädig gegeben und verliehen worden sein sollen,
Unsichere Lesungen
- [gestrichen: durch auff bericht] — kraeftig getilgte Wortfolge, Lesung der gestrichenen Woerter unsicher
- Jtzo — Wortanfang verschliffen, auch 'Jzo' lesbar
S. 151
Bl. 73rBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiteder warheit grundtlich bericht sein soll, das die Bauwerschafft, gerechtigkeit vnnd freyheit, des obgemeltenn Salzwercks, so ewer Elttern vnnd vorfahrenn in solchen brieffenn vnnd siegelnn erhalttenn habenn, Ewere vorfahrenn , durch vnnsere vorelttern die vorfahrenn Lanndtgrauen zu Hessenn, gnediglich sollenn gegeben vnd verleihen wordenn ,
der Wahrheit gründlich berichtet worden sein soll, dass die Gebauerschaft, Gerechtigkeit und Freiheit des obgenannten Salzwerks, die eure Eltern und Vorfahren in solchen Briefen und Siegeln erhalten haben, euren Vorfahren durch unsere Voreltern, die früheren Landgrafen zu Hessen, gnädig gegeben und verliehen worden sein sollen,
Dieweil aber vnnser Herr vnnd Vatter seliger der Zeitt , der Jare noch Jung vnnd vnnmundig gewesenn ist, So weill ewer vnnd vnnser notturfft erfordernn, das ihr vnns vonn solchenn brieffenn vnnd siegelnn glaubliche vnnd warhafftige annzeigung thut .
weil aber unser Herr und Vater selig zu jener Zeit an Jahren noch jung und unmündig gewesen ist, so will eure und unsere Notdurft erfordern, dass ihr uns von solchen Briefen und Siegeln glaubhafte und wahrhaftige Anzeige tut,
Damit wir berichttet mügenn werdenn, aus was vrsachenn das vnnser vnmundiger Herr vnnd Vatter, zu solcher Confirmation der priuilegien bewegt seye wordenn1 , vnnd ob die gegrundet seyenn,
damit wir berichtet werden mögen, aus welchen Ursachen unser unmündiger Herr und Vater zu solcher Konfirmation (Bestätigung) der Privilegien bewegt worden sei und ob diese begründet seien
oder nit, Wo wir dann dieselbigenn dermassenn gegrundet befindenn, das sie seiner Lieb zugebenn gepurt habenn, vnnd gemeinem nuz vnnd notturfft vnnsers Furstennthumbs nicht zuwedder, oder verhinderlich sein .
oder nicht. Wo wir dann dieselben dermaßen begründet befinden, dass es Seiner Liebden gebührt hat, sie zu geben, und sie dem gemeinen Nutzen und der Notdurft unseres Fürstentums nicht zuwider oder hinderlich sind,
So wollenn wir vnns darinne, als einem ehrlichenn Furstenn des Heiligenn Reichs zuthun gepurt, halttenn vnd erzeigenn, Dann ihr hapt euch ohne allenn zweiuel des zuberichttenn, das einer der vff vergangene sache[?]2 vnnd gerechtigkeit, vnnd bericht eines anndernn Confirmiret, vom newem nichts gibt, oder das verschreibet, Sonndernn das vorgegebene Confirmiret, In gleichnus hapt ihr euch auch zuberichttenn, so etwas [gestrichen: vff] vngnugsamenn, oder vnvolkommenem bericht in der gestalt Confirmiret vnnd bestettiget were, vnnd sonnderlich das gemeinem nuz vnnd notturfft zuwiedder, vnnd verhinderlich were, das seine Liebe selbst, so die nochlebte , noch wir als derselbigten erbenn, solchs also zuvolnziehenn nit schuldige, dann alles das gemeinem nuze vnnd notturfft zuwiedder vnnd verhinderlich, das ist im rechtenn nit bestenndige , Vnnd demnach aus obgemeltenn vnnd anndernn redtlichenn bewegenndenn vrsachenn, So ist vnnser gnedig vnnd ernnstlich erfordernn, das ihr alle sampt vnnd sonnderlich, so obgemelts Salzwergks halbenn Interesse vnnd gerechtigkeitt habenn, vnnd zu Allenndorff, Vnnd in vnnserm Furstennthumb in der nehe, da sie in der zeit zubekommen sein, wohnen, durch euch selbst, oder ewer volmechttige Bottschafft, vnnd anwelde, volkomlich ohne hindersich bringenn, zu hanndtlenn, vf nechst Sonnabenndt, Jegen den abendt alhie erscheinet, Geschicht, dieses vnnd anders vnser vorhaltten anzuhörenn, vnnd vom obgemelten bericht, der hochermeltten vnserm herrn vnnd vattern geschehenn ist, warhafftige anzeigunge, mit vnser elttern brieff vnnd siegell [übergeschrieben: vnd] andern berichtt, der zum rechtten gnugsamb sey zuthun Desgleichenn ob ihr weitter priuilegia hettet, von den alttern vorfahrenn furstenn zu Hessenn, vnnd dieselbigenn anzuzeigenn, Was wir dann befinden, das rechtmessig bewilligt vnnd außgangenn, vnnd gemeinem nutz nit zu wiedder, oder verhinderlich were,Läuft auf der nächsten Seite weiter
so wollen wir uns darin halten und erzeigen, wie es einem ehrlichen Fürsten des Heiligen Reichs zu tun gebührt. Denn ihr habt euch ohne allen Zweifel dessen zu berichten, dass einer, der auf vergangene Sache[?] und Gerechtigkeit und auf den Bericht eines anderen hin konfirmiert, von Neuem nichts gibt oder verschreibt, sondern das zuvor Gegebene bestätigt. Gleichermaßen habt ihr euch auch zu berichten: Wenn etwas [gestrichen: auf] ungenügendem oder unvollkommenem Bericht in dieser Gestalt konfirmiert und bestätigt worden wäre, und besonders, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich wäre, dass weder Seine Liebden selbst, wenn sie noch lebte, noch wir als deren Erben schuldig wären, solches so zu vollziehen; denn alles, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich ist, das ist im Recht nicht beständig. Und demnach ist aus den obgenannten und anderen redlichen, bewegenden Ursachen unser gnädiges und ernstliches Erfordern, dass ihr alle samt und sonders, die ihr wegen des obgenannten Salzwerks Interesse und Gerechtigkeit habt und zu Allendorf und in unserem Fürstentum in der Nähe wohnt, wo sie in dieser Zeit zu erreichen sind, durch euch selbst oder eure bevollmächtigte Botschaft und Anwälte, mit voller Vollmacht ohne Rückfrage (Hintersichbringen) zu handeln, am nächsten Samstag gegen Abend hier erscheint, um dieses und anderes unser Vorhalten anzuhören und von dem obgenannten Bericht, der dem hochgenannten unserem Herrn und Vater geschehen ist, wahrhaftige Anzeige mit unserer Eltern Brief und Siegel [übergeschrieben: und] anderem Bericht, der vor dem Recht genügend sei, zu tun, desgleichen, ob ihr weitere Privilegien von den älteren Vorfahren, den Fürsten zu Hessen, hättet, und dieselben anzuzeigen. Was wir dann befinden, das rechtmäßig bewilligt und ausgegangen und dem gemeinen Nutzen nicht zuwider oder hinderlich wäre,
Unsichere Lesungen
- bewegt seye wordenn — durch 'bewegt' laeuft ein langer Federstrich; wohl Zierstrich, keine Tilgung, da das Wort im Satz benoetigt wird
- sache[?] — Wortende im Schlussschnoerkel verschliffen
S. 152
Bl. 73vBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteSo wollenn wir vnns darinne, als einem ehrlichenn Furstenn des Heiligenn Reichs zuthun gepurt, halttenn vnd erzeigenn, Dann ihr hapt euch ohne allenn zweiuel des zuberichttenn, das einer der vff vergangene sache[?] vnnd gerechtigkeit, vnnd bericht2 eines anndernn Confirmiret, vom newem nichts gibt, oder das verschreibet, Sonndernn das vorgegebene Confirmiret, In gleichnus hapt ihr euch auch zuberichttenn, so etwas [gestrichen: vff]1 vngnugsamenn, oder vnvolkommenem bericht in der gestalt Confirmiret vnnd bestettiget were, vnnd sonnderlich das gemeinem nuz vnnd notturfft zuwiedder, vnnd verhinderlich were, das seine Liebe selbst, so die nochlebte , noch wir als derselbigten erbenn, solchs also zuvolnziehenn nit schuldige, dann alles das gemeinem nuze vnnd notturfft zuwiedder vnnd verhinderlich, das ist im rechtenn nit bestenndige3 , Vnnd demnach aus obgemeltenn vnnd anndernn redtlichenn bewegenndenn vrsachenn, So ist vnnser gnedig vnnd ernnstlich erfordernn, das ihr alle sampt vnnd sonnderlich, so obgemelts Salzwergks halbenn Interesse vnnd gerechtigkeitt habenn, vnnd zu Allenndorff, Vnnd in vnnserm Furstennthumb in der nehe, da sie in der zeit zubekommen sein, wohnen, durch euch selbst, oder ewer volmechttige Bottschafft, vnnd anwelde, volkomlich ohne hindersich bringenn, zu hanndtlenn, vf nechst Sonnabenndt, Jegen den abendt alhie erscheinet, Geschicht, dieses vnnd anders vnser vorhaltten anzuhörenn, vnnd vom obgemelten bericht, der hochermeltten vnserm herrn vnnd vattern geschehenn ist, warhafftige anzeigunge, mit vnser elttern brieff vnnd siegell [übergeschrieben: vnd] andern berichtt, der zum rechtten gnugsamb sey zuthun Desgleichenn ob ihr weitter priuilegia hettet, von den alttern vorfahrenn furstenn zu Hessenn, vnnd dieselbigenn anzuzeigenn, Was wir dann befinden, das rechtmessig bewilligt vnnd außgangenn, vnnd gemeinem nutz nit zu wiedder, oder verhinderlich were,Läuft auf der nächsten Seite weiter
so wollen wir uns darin halten und erzeigen, wie es einem ehrlichen Fürsten des Heiligen Reichs zu tun gebührt. Denn ihr habt euch ohne allen Zweifel dessen zu berichten, dass einer, der auf vergangene Sache[?] und Gerechtigkeit und auf den Bericht eines anderen hin konfirmiert, von Neuem nichts gibt oder verschreibt, sondern das zuvor Gegebene bestätigt. Gleichermaßen habt ihr euch auch zu berichten: Wenn etwas [gestrichen: auf] ungenügendem oder unvollkommenem Bericht in dieser Gestalt konfirmiert und bestätigt worden wäre, und besonders, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich wäre, dass weder Seine Liebden selbst, wenn sie noch lebte, noch wir als deren Erben schuldig wären, solches so zu vollziehen; denn alles, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich ist, das ist im Recht nicht beständig. Und demnach ist aus den obgenannten und anderen redlichen, bewegenden Ursachen unser gnädiges und ernstliches Erfordern, dass ihr alle samt und sonders, die ihr wegen des obgenannten Salzwerks Interesse und Gerechtigkeit habt und zu Allendorf und in unserem Fürstentum in der Nähe wohnt, wo sie in dieser Zeit zu erreichen sind, durch euch selbst oder eure bevollmächtigte Botschaft und Anwälte, mit voller Vollmacht ohne Rückfrage (Hintersichbringen) zu handeln, am nächsten Samstag gegen Abend hier erscheint, um dieses und anderes unser Vorhalten anzuhören und von dem obgenannten Bericht, der dem hochgenannten unserem Herrn und Vater geschehen ist, wahrhaftige Anzeige mit unserer Eltern Brief und Siegel [übergeschrieben: und] anderem Bericht, der vor dem Recht genügend sei, zu tun, desgleichen, ob ihr weitere Privilegien von den älteren Vorfahren, den Fürsten zu Hessen, hättet, und dieselben anzuzeigen. Was wir dann befinden, das rechtmäßig bewilligt und ausgegangen und dem gemeinen Nutzen nicht zuwider oder hinderlich wäre,
Unsichere Lesungen
- [gestrichen: vff] — kurzes getilgtes Wort nach 'was'; Lesung 'vff' unsicher
- bericht — langer Federstrich durch das Wort; wohl Zierstrich, keine Tilgung, da das Wort im Satz benoetigt wird
- bestenndige — Federstrich durch das Wortende; wohl Zierstrich, keine Tilgung
S. 153
Bl. 74rBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteSo wollenn wir vnns darinne, als einem ehrlichenn Furstenn des Heiligenn Reichs zuthun gepurt, halttenn vnd erzeigenn, Dann ihr hapt euch ohne allenn zweiuel des zuberichttenn, das einer der vff vergangene sache[?] vnnd gerechtigkeit, vnnd bericht eines anndernn Confirmiret, vom newem nichts gibt, oder das verschreibet, Sonndernn das vorgegebene Confirmiret, In gleichnus hapt ihr euch auch zuberichttenn, so etwas [gestrichen: vff] vngnugsamenn, oder vnvolkommenem bericht in der gestalt Confirmiret vnnd bestettiget were, vnnd sonnderlich das gemeinem nuz vnnd notturfft zuwiedder, vnnd verhinderlich were, das seine Liebe selbst, so die nochlebte , noch wir als derselbigten erbenn, solchs also zuvolnziehenn nit schuldige, dann alles das gemeinem nuze vnnd notturfft zuwiedder vnnd verhinderlich, das ist im rechtenn nit bestenndige , Vnnd demnach aus obgemeltenn vnnd anndernn redtlichenn bewegenndenn vrsachenn, So ist vnnser gnedig vnnd ernnstlich erfordernn, das ihr alle sampt vnnd sonnderlich, so obgemelts Salzwergks halbenn Interesse vnnd gerechtigkeitt habenn, vnnd zu Allenndorff, Vnnd in vnnserm Furstennthumb in der nehe, da sie in der zeit zubekommen sein, wohnen1, durch euch selbst, oder ewer volmechttige Bottschafft, vnnd anwelde, volkomlich ohne hindersich bringenn, zu hanndtlenn, vf2 nechst Sonnabenndt, Jegen den abendt alhie erscheinet, Geschicht, dieses vnnd anders vnser vorhaltten anzuhörenn, vnnd vom obgemelten bericht, der hochermeltten vnserm herrn vnnd vattern geschehenn ist, warhafftige anzeigunge, mit vnser elttern brieff vnnd siegell [übergeschrieben: vnd] andern berichtt, der zum rechtten gnugsamb sey zuthun Desgleichenn ob ihr weitter priuilegia hettet, von den alttern vorfahrenn furstenn zu Hessenn, vnnd dieselbigenn anzuzeigenn, Was wir dann befinden, das rechtmessig bewilligt vnnd außgangenn, vnnd gemeinem nutz nit zu wiedder, oder verhinderlich were,
so wollen wir uns darin halten und erzeigen, wie es einem ehrlichen Fürsten des Heiligen Reichs zu tun gebührt. Denn ihr habt euch ohne allen Zweifel dessen zu berichten, dass einer, der auf vergangene Sache[?] und Gerechtigkeit und auf den Bericht eines anderen hin konfirmiert, von Neuem nichts gibt oder verschreibt, sondern das zuvor Gegebene bestätigt. Gleichermaßen habt ihr euch auch zu berichten: Wenn etwas [gestrichen: auf] ungenügendem oder unvollkommenem Bericht in dieser Gestalt konfirmiert und bestätigt worden wäre, und besonders, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich wäre, dass weder Seine Liebden selbst, wenn sie noch lebte, noch wir als deren Erben schuldig wären, solches so zu vollziehen; denn alles, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich ist, das ist im Recht nicht beständig. Und demnach ist aus den obgenannten und anderen redlichen, bewegenden Ursachen unser gnädiges und ernstliches Erfordern, dass ihr alle samt und sonders, die ihr wegen des obgenannten Salzwerks Interesse und Gerechtigkeit habt und zu Allendorf und in unserem Fürstentum in der Nähe wohnt, wo sie in dieser Zeit zu erreichen sind, durch euch selbst oder eure bevollmächtigte Botschaft und Anwälte, mit voller Vollmacht ohne Rückfrage (Hintersichbringen) zu handeln, am nächsten Samstag gegen Abend hier erscheint, um dieses und anderes unser Vorhalten anzuhören und von dem obgenannten Bericht, der dem hochgenannten unserem Herrn und Vater geschehen ist, wahrhaftige Anzeige mit unserer Eltern Brief und Siegel [übergeschrieben: und] anderem Bericht, der vor dem Recht genügend sei, zu tun, desgleichen, ob ihr weitere Privilegien von den älteren Vorfahren, den Fürsten zu Hessen, hättet, und dieselben anzuzeigen. Was wir dann befinden, das rechtmäßig bewilligt und ausgegangen und dem gemeinen Nutzen nicht zuwider oder hinderlich wäre,
Darinne wollenn wir vnns wie gemelt fürstlich vnnd gepurlich erzeigenn, Aber das ander so gemeinem nutz vnnd notturfft zuwidder vnnd verhinderlich were, zu gepurlicher milterung vnnd rechtmessigkeitt, ohn ewern schadenn, messigenn vnnd miltternn, Dann wir wollenn euch nit pergenn[?], das wir nit gemeint sein, Jemanndts abbruch oder schadenn zuthun, Sonndernn die zwo vnnd vierzigk pfannenn Jn ihrem wesenn pleibenn zulassenn, vnd darnebenn anndere mehr, vnns vnnd dem Furstenthumb zu gutenn, bawenn vnnd zumachenn, sein auch geneigt mit euch ordenunge vnnd satzung, Siedens, Holtzes vnnd Saltzkauffs, darmit einer denn anndernn, an dem seinenn Jnn nicht verhindere, oder schadenn zufügenn, Sonndernn das dasselbe also stette vnnd feste kunfftiglich gehaltenn werdenn möchtte, zumachenn, darzu vf wege zugedennckenn, wie der Saltzbrunn möge gebessert, auch holtz vnnd Wellenn zum Sieden, mit leichtterm vnnd neherm kostenn zu wegenn bracht,Läuft auf der nächsten Seite weiter
darin wollen wir uns, wie gesagt, fürstlich und gebührlich erzeigen; aber das andere, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich wäre, zu gebührlicher Milderung und Rechtmäßigkeit, ohne euren Schaden, mäßigen und mildern. Denn wir wollen euch nicht verbergen[?], dass wir nicht gesonnen sind, jemandem Abbruch oder Schaden zu tun, sondern die zweiundvierzig Pfannen in ihrem Wesen bleiben zu lassen und daneben andere mehr, uns und dem Fürstentum zugute, zu bauen und zu machen; wir sind auch geneigt, mit euch eine Ordnung und Satzung des Siedens, des Holzes und des Salzkaufs zu machen, damit einer den anderen an dem Seinen nicht hindere oder ihm Schaden zufüge, sondern dass dieselbe künftig so stet und fest gehalten werden möge; dazu auf Wege zu denken, wie der Salzbrunnen gebessert, auch Holz und Wellen (Reisigbündel) zum Sieden mit leichteren und geringeren Kosten herbeigeschafft
Unsichere Lesungen
- wohnen — Wortende verschliffen, auch ,wonen' oder ,wohnem' lesbar
- vf — Kurzes Wort vor ,nechst', auch ,es' lesbar); ohn ewern (Endungen verschliffen, auch ,ohne ewerm' möglich
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Bl. 74vBd. 12. Buch · Der Anlass und die erste VerhandlungFaksimile (ORKA)Das ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteDarinne wollenn wir vnns wie gemelt fürstlich vnnd gepurlich erzeigenn, Aber das ander so gemeinem nutz vnnd notturfft zuwidder vnnd verhinderlich were, zu gepurlicher milterung vnnd rechtmessigkeitt, ohn ewern schadenn, messigenn vnnd miltternn, Dann wir wollenn euch nit pergenn1[?], das wir nit gemeint sein, Jemanndts abbruch oder schadenn zuthun, Sonndernn die zwo vnnd vierzigk pfannenn Jn ihrem wesenn pleibenn zulassenn, vnd darnebenn anndere mehr, vnns vnnd dem Furstenthumb zu gutenn, bawenn vnnd zumachenn, sein auch geneigt mit euch ordenunge2 vnnd satzung, Siedens, Holtzes vnnd Saltzkauffs, darmit einer denn anndernn, an dem seinenn Jnn nicht verhindere, oder schadenn zufügenn, Sonndernn das dasselbe also stette vnnd feste kunfftiglich gehaltenn werdenn möchtte, zumachenn, darzu vf wege zugedennckenn, wie der Saltzbrunn möge gebessert, auch holtz vnnd Wellenn zum Sieden, mit leichtterm vnnd neherm kostenn zu wegenn bracht,
darin wollen wir uns, wie gesagt, fürstlich und gebührlich erzeigen; aber das andere, was dem gemeinen Nutzen und der Notdurft zuwider und hinderlich wäre, zu gebührlicher Milderung und Rechtmäßigkeit, ohne euren Schaden, mäßigen und mildern. Denn wir wollen euch nicht verbergen[?], dass wir nicht gesonnen sind, jemandem Abbruch oder Schaden zu tun, sondern die zweiundvierzig Pfannen in ihrem Wesen bleiben zu lassen und daneben andere mehr, uns und dem Fürstentum zugute, zu bauen und zu machen; wir sind auch geneigt, mit euch eine Ordnung und Satzung des Siedens, des Holzes und des Salzkaufs zu machen, damit einer den anderen an dem Seinen nicht hindere oder ihm Schaden zufüge, sondern dass dieselbe künftig so stet und fest gehalten werden möge; dazu auf Wege zu denken, wie der Salzbrunnen gebessert, auch Holz und Wellen (Reisigbündel) zum Sieden mit leichteren und geringeren Kosten herbeigeschafft
Vnnd die Ordnung vorgenommenn werdenn möchtte die euch vnnd vns nutzlich, vnnd Jedermann treglich sein mochtte, Derhalbenn so wollet ewer Gesanndtenn, so ferne ihr selbst nit alle erscheinenn möget, vonn diesenn allen beuehl thun, darinne im falle, da wir die sachenn also befindenn werdenn, als wir nit zweiueln, das vnns solchs also zuthun gepurt, enndtlich zu schliessenn, vnd damit vf die abwesendenn nit verziehenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
und die Ordnung vorgenommen werden möge, die euch und uns nützlich und jedermann tragbar sein möchte. Deshalb wollet euren Gesandten, sofern ihr nicht alle selbst erscheinen könnt, von diesem allem Befehl geben, darin — im Falle, dass wir die Sache so befinden werden, wie wir nicht zweifeln, dass uns solches so zu tun gebührt — endgültig zu schließen und damit auf die Abwesenden nicht zu warten,
Unsichere Lesungen
- pergenn — Auch ,fergenn' lesbar; gemeint wohl ,bergen/verbergen'
- ordenunge — Wortende verschliffen, auch ,ordenungenn' möglich