Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 293
Die Rechtsgutachten · S. 293 · Bl. 144r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 293
Bl. 144rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Hierüber hatt Hochgedachter Lanndtgraue Philips, das Fürstenthumb Hessenn, vom Sfgl.
Hierüber hat hochgedachter Landgraf Philipp das Fürstentum Hessen von Seiner Fürstlichen Gnaden
Herrnn Vatternn Landtgraff Wilhelmenn dem mitlernn iure hereditario bekommenn, darumb ist auch Sfgl. als der Erbe, alle seines Herrnn Vatters Vertrege, Contract vnnd Handtlung, ohne weigerung zu haltenn pflichttigk, wie dan auch Sfgl. nach gnugsamenn bericht, des vnbeschweret sein würdet.
Herrn Vater, Landgraf Wilhelm dem Mittleren, nach Erbrecht (iure hereditario) bekommen; darum ist auch Seine Fürstlichen Gnaden als der Erbe alle Verträge, Kontrakte und Handlungen seines Herrn Vaters ohne Weigerung zu halten verpflichtet, wie denn auch Seine Fürstlichen Gnaden nach genügendem Bericht dessen unbeschwert sein wird.
Nam scimus quod hæres contra factum defuncti Venire non potest, etiam iure proprio & non hæreditario. text. in L. cum à matre, et ibi Doctor.
Denn wir wissen, dass der Erbe gegen die Handlung des Verstorbenen nicht auftreten kann, auch nicht aus eigenem und nicht aus Erbrecht; Text in L. cum a matre, und dort die Doktoren,
Nec mirum quia hæres reputatur eadem persona cum defuncto, text. in Autho. de iureiur. à morient. præsti. §. i.
Und kein Wunder, denn der Erbe gilt als dieselbe Person wie der Verstorbene; Text in Autho. de iureiur. a morient. præsti., §. 1.
Sicuti igitur pater si Viueret, non posset Venire contra suum contractum, ita nec hæres eius. facit text. in L ex qua persona quis lucrum capit, eius factum p[ræ]stare1 potest et debet. ff. de reg. iur. ubi Detius2 et alÿ.
Wie also der Vater, wenn er lebte, nicht gegen seinen Vertrag auftreten könnte, so auch nicht sein Erbe. Dazu wirkt der Text in L. „aus wessen Person jemand Gewinn zieht, dessen Handlung kann und muss er vertreten“ (ex qua persona quis lucrum capit, eius factum præstare potest et debet), ff. de reg. iur., wo Decius und andere.
Vnnd weil auch Hochgedachter Lanndtgraff pflichttigk, die pfenner beyderer erlanngtenn gerechttigkeit nit allein zuschutzenn, sonndernn auch so sie durch anndere darann verhindert wurdenn, als ein Erbe seines Vatters zuvertrettenn, So volget,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Und weil auch hochgedachter Landgraf verpflichtet ist, die Pfänner bei ihrer erlangten Gerechtigkeit nicht allein zu schützen, sondern sie auch, wenn sie durch andere daran verhindert würden, als ein Erbe seines Vaters zu vertreten, so folgt,
Unsichere Lesungen
- p[ræ]stare — Kürzung aufgelöst
- Detius — Name, evtl. Decius